Äirdbe und Schule.
Berlin, 13. 3unl (WTB.) 3m Dil- bungsauSschuß des Reichstags wurde bei der fort gefegte« Beratung des Reichs- schulgesehes ein Antrag der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft angenommen, wonach die be° kenntniseigenen, in der Schuie herkömmlichen Religionsübungen und Gebräuche zu pflegen sind, ohne daß dadurch der Unterrichtsbetrieb im ganzen beeinträchtigt werden darf.
Vermischtes.
Ein Nomade des 20. Jahrhunderts.
• Durch die Frankfurter Gegend kam dieser Tage ein Schäfer, der seine aus 256 Tieren bestehende Schafherde von Ulm, der fernen Stadt im schönen Schwabenlande, bis nach Hamburg führen wollte, um sie dort zu verkaufen. Fast drei Wochen hatte er bis jetzt zu der Fahrt gebraucht, und in abermals sdrei Wochen denkt er am Ziel seiner Wünsche einzu- treffen. Herde und Hunde sind wohlauf; selbst ein Zuwachs läßt keine Verzögerung bei der Reise eintreten. Der Schäfer hat die Tiere bereits einmal geschoren. Alle fünf Tage schlachtet er ein Schaf, um leben zu können. Rur die ungeheuren Frachtkosten auf der Eisenbahn haben den Schäfer zu seiner romantischen Fahrt vom Schwabenland an die Waterkante veranlaßt.
Absturz eines Segelflugzeugs.
Am Dienstagvormittag stürzte der Flugzeugführer Barth auf dem Tempelhofer Felde mit einem Segelflugzeug ab. Der Pilot erlitt erhebliche Verletzungen. Das zertrümmerte Flugzeug war ein Apparat, der mit Hilfe eines vorgespannten Kraftwagens sich von der ebenen Erde aus in bi» Luft erhebt Bei dem ersten Aufstieg war die Kuppelung zwischen dem Kraftwagen und dem Flugzeug noch nicht gelöst, das Segelflugzeug geriet etwa in Haushohe in eine Boe, die der Führer nicht zu parieren vermochte; als nun der Kraftwagen weiter in Fahrt blieb, wurde ber Apparat von der Verbindungstrosse herunter- gerissen. Der Flieger kam dabei unter das Flugzeug zu liegen und wurde besinnungslos vom Platze getragen.
Vrsatzfär^« bei derFeueiSestalLmtg inPreußcrt.
Berlin, 13. Juni. (WTB.) Der amtliche preußische Pressedienst meldet: 3n Abänderung der bisherigen Vorschriften wird gestattet, day zwecks Feuerbestattung an Stelle der bisher vorgeschriebenen Holz- oder Zinkfärge auch Ersahsärge aus Pappe und Papier mit der Einschränkung benutzt werden dürfen, bah hierbei nur Stoffe verwendet werden, die sich zur Verbrennung eignen. Die Erleichterung gilt jedoch nicht für Personen, die an gemeing^ährlichen Krankheiten verstürben.
Vater und Tochter im Drunneaschacht verunglückt.
Berlin, 13. Juni. 3a Pöhl bei Plauen flieg der Landwirt Lautenschlager in einen Brunnenschacht, um seinen in den Schacht gefallenen Hau s h ahn herauSzuholen. Zur Vorsicht seilte er sich an und übergab das Seil seiner 29jährigen Tochter. Beim Absteigen glitt er ab und riß seine Tochter in den Schacht hinab, die in die Tiefe stürzte und ertrank. Lautenschläger selbst wurde hon Nachbarn aus seiner fürchterlichen Lage befreit.
Eme Familie verbrannt.
Berlin, 13. Juni. 3u Medow bei Anklam ist heute nacht in einem Hause Feuer ausgebrochen, wobei das Gebäude vollständig etn- geäschert wurde. Dec in dem Hause wohnende Malermeister Andersen, seine Frau und ein zehnjähriger Sohn jtnb verbrannt.
Gondel.
Handels- und Sewerbebaak Gieße».
3n der am Dienstag abend im Gewerbehaus stattgehabtsn außerordentlichen Generalversammlung der Handels und Gewerbebank Gießen wurden die von der Verwaltung vvrgcschlage en Satzungsänderungen einstimmig genehmigt. De Vorühende des Aufsichtsrats, Kommerzienrat N o l l, begründete die beantragte Erhöhung her Geschäftsanteile mit der fortschreitenden Geldentwer- lung, mit der die eigenen M'ttol der Bank nicht mehr Schritt halten (onntei. Direktor Mat lern wies in seinen Erläuterungen auf die Notwendigkeit hin, ein besseres Verhältnis des eigenen Vermögens zu den fremden Betriebsmitteln zu schaffen und ferner fre K.edltbasiS deS Instituts nach austen hin ja verst ir-en. Es wurde beschlossen, die Geschäftsaktriie auf 10 000 Mk. pro Anteil äu erhöhen und zehn Geschäftsanteile zuzulassen, so daß ein Mitglied in Zukunft insgesamt 100 000 Mk. Geschästsguthaben erwerben kann. Einzahlungen, die bis 15. Juli erfolgen, sind bereits für das laufende Geschäftsjahr zur Hälfte dividendenberechtigt. Die Haftsumme wurde in
Das Msftlhcms.
Roman von Luise S ck-. u l z e - B r ü ck.
52. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Als Hans Dietrich nach Hause kam, gab sie ihm die Briefe. Er las sie und reichte sie ihr still zurück. Er ist doch auch sehr verändert, dachte Eva. und obwohl sie sich vorgenommen hatte, nicht g.t etwas zu rühren, was vielleicht zu zart war, um überhaupt besprochen zu werden, konnte sie doch jetzt nicht schweigen.
„Möchtest du mir nicht sa,>»n. Hans Dietrich." sagte sic herzlich, „wie du mit Elisabeth stehst?"
Er sah zum Fenster hinaus und vermied ihren Blick. 6tc war nun doch gekränkt.
„Wenn du nicht willst..."
Er legte den Arm um ihre Schulter und setzte sich neben sie. „Aber Eva," sagte er, „ich dächte, du hättest alles erraten."
Die sah ihn an. „llnb wenn auch, darum hättest du mir's doch anvertrauen können, was geschehen ist."
Er druckte zärtlich ihren Arm. „Gs ist trxin» derlich, Eva," sagte er, „hundertmal habe ich mir vorgenommen, jent erzählst du Eva alles, aber es schnürte mir jedesmal das Herz zu, gerade als ob ich ein Primaner wäre, der von seiner stillen Liebe reden solle. Es ist auch schwer zu sagen, wie ich mit Elisabeth stehe. Gar nichts ift bestimmt. Sie sagte mir, dast ihr Vater nicht wünsche, Last sie sich binde, und dast alles ruhen solle bis nach meinem Examen. Aber wie sie es sagte! Ich weist doch ganz gewiß, dast sie mir gehört, hast sie mir treu bleiben wird"
1 Höhe veS Geschäftsanteils festgesetzt. Die übrigen Statutenänderungen waren redaktioneller Art.
Frankfurt a. M., 13. Juni. Börsen- stimmungsbild. Die heutige Börje brachte weitere große Kurssteigerungen auf Grund einer weiteren Befestigung des Devisenmarktes. Die Kurse lagen zum Teil 10 000 bis 30 000 Prozent höher gegen die vorherige Börse. Der Dollar wurde mit 92 000 bis 94 000 bis 98 000 gefragt. Entsprechend schnellten die Ausländsanleihen in die Höhe. Neben ober schlesischen Montanwerten wurden Buderus, Mansselder, Rheinische Braunkohle stark gesucht. Deutsch-Luxemburg plus 62 000 Prozent. Unter den 3ndustrieaktien waren an erster Stelle chemische Aktion lebtmft begehrt. Besonders gefragt waren Badische Anilin. Griesheim Holzverkohlung. Lebhaftes Interesse machte sich ferner bemerkbar für Elektrische, Auto-, Metall- und Zuckerwerte. Don Spezialwertcn wurden I genannt Sichel, Wayst und Freitag. Unter den Bankaktien, die sehr fest lagen, waren bevorzugt Deutsche Dank, Kommanditanteile, Darmstäoter, Dresdner.
Auherordentlich lebhaft gestaltete sich der Verkehr in den amtlich nicht notierten Werten. Es wurden u. a. genannt Becker Stahl 160 000, Ufa 55 000, Emelka 17 000 bis 18 000, Benz 115 000 bis 120 000, Tiag 15 000. — Dollarschahanweisungen 1. Notierung 90 000.
Berlin, 13. Juni. Börsen st immungs- bild. Die seit gestern früh wieder in Flust gekommene Steigerung der Devisenpreise, die sich heute m stürmischem Tempo fortsehtc, und der Dollarkurs, der als Zeichen Les erschreckenden Verfalls der deutschen Währung bedenklich in Die Nähe fron 100 000 gerückt ist, verstärkte sich an der Effektenbörse als Ausflust der Marktflucht die Kauflust des Publikums in ganz austerordentlichem Umfange. 3n der jetzigen Periode der Inflations- resp. Katastrophen Hausse erlebte somit die Berliner Börse wieder einen neuen Haussetag erster Orbnuna. Dies gilt in gleiche Weise von dem Ausmatz der Kurssteigerungen wie auch fron dem Geschäftsumfang.
Schon die Feststellung der Anfangskurse verzögerte sich erheblich: noch mehr war dies der Fall bei den zu Ernheitskursen gehandelten 3n- dustriepapieren, wo die ungeheuer an geschwollen en Kaufaufträge des Publikums zusammenströmen. Bevorzugt als Substanzwerte waren wieder alle diejenigen, die Rohstoffe besitzen, so vor allem Dergwerksaktien, die durchschnittlich über 100 000, Harpener und Riebeck Montan über 300 000 bis 330 000 stiegen.
Für die anderen 3ndustriewerte sowie für Schifsarhrtsaktien hielten sich die Kurserhöhun- gen zumeist unter 100 000, wobei aber bei bisher niedrig im Kurse stehenden Papieren Verdoppelungen des Kursstandes öfter eintrateiT. Erheblich höher waren auch alle Bankaktien bewertet. Deutsche Bankaktien rückten erstmalig mit 120 000 In den Hunderttausenderstand ein.
3m Einklang mit den Devisenpreisen waren alle Valutawerte, besonders Mexikaner und amerikanische Bahnen sowie Otavi, ganz erheblich gesteigert. Ebenso gingen bei Freiverkehrswerten die Kursgewinne bei ungestümem Geschäft gleichfalls frereinzelt bis in die Hunderttausende. 3m Verlauf wurde das Geschäft etwas ruhiger, doch taten vereinzelte Rückschläge in besonders hoch getriebenen Papieren der auherordentlich festen Grundstimmung keinen wesentlichen Abbruch.
Frankfurter Devisenmarkt.
(Telegraphische Auszahlung.)
Dmmn 12. Juni 13. Juni
Amts. Norlers. Slmtl. Notler«.
Hielt» Brie? (Bett Rrte'
Antw.-Brüssel. . 4fi6Hto 4(M7f» r.42i 90 ”451,10 Holland 3201.7,25 32182,75 38703,- 308‘>7,— Vonboit 389025,— 39u975,- 452*7»,- 455135,- Vnris 538150 5400.50 K2<25 0320.75 Schiveiz 15112.10 17.187,90 17450 25 17543.75 Spanien 12593,45 13858.55 14^23.60 14698.40 Italien 3W),20 3919.80 4-198,70 4525,30 Vlfinbon-Opovto. —
Dänemark .... 11987,10 16957,50 17042,50
ytormeneu .... 14084,75 11135,25 16153.50 16240,59 Eä>wehen 22393L5 22506,15 25835.25 2596-1,75 HeiÜugsorS. . . . 2693,25 2706.75
’JJciujort'......85103,70 85146.30 9750600 971M.49
Teiuscl, Oesterr.. 120.8-1 1-20,00 13'7.54 13.8-14
Budapest 9.75 lo.L» 12,22 12.28
’Kran 2540 - 2552,- 2832,75 2897,25
Äaram 902 75 907,25 1097,25 1102,75
Danknoten.
vrankinrt a. M., 13. Juni. Rr!ri
Sckwetrer Noten ......... 17380.— 17220 —
Sro.niüsiscbk Noten 62'0 6220 -
TaniMie Stolen 16280- 16120 -
Schwedische Noten 25100 — 249uO — K'oürinbtfdie Sloten 88000 — 37600 — Tcuif(U'Ceüctrcirf) x 100 Sfrottert 137 — 13650
i'tincrikl.ntsche Noten 97250 — 90250 — lltwi'sche Noten...........«MW).- 447700.-
Jtolienische Stuten . 4420.— 4380 —
Belgische Noicn 5350 - 5300.-
Unnnrische Skalen 10^7 — 10.13,—
Tschechoslowakisch: Noten .... 2863.— 2835,—
Siortveniiche 'Noten -
Numiinische Noten 535,— 525 —
Spanische Sloten —.— —
„Und Wie denkst du, dast es später sein wird?" fragte Eva beklommen.
„Ich weist es nicht. Noch nicht. Und wie die Dinge liegen, ist es auch besser, Darüber gar nicht zu grübeln. Ich will nur keine Zeit verlieren, und da ich ja vor meiner Krankheit einen Teil der Arbeiten schon erledigt habe, denke ich bis ßv.m Frühjahr fertig zu sein. Dann werden wir jo sehen."
Er sprach sehr ruhig und sehr befttmmt. Gva muhte lächeln. Das war beinahe die Art von Arnolds, ferne Meinung und Ansicht übet irgend etwas iundzagebrn. W.e hatte sich doch auch Hans Dietrich verändert in hiesen wenigen Monaten! Dis auf Aeußerlichkeilen sogar. Er ging straffer und elastischer, seine gange Sprach:, ja feine Aus- bruckSweise war eine ander: geworden, und sein ganze« Gesicht schien ihr männlicher u-rd fester.
Liebevoll strich sie ihm über das Haar. »Es wird gewist alles gut, Hans Dietrich. Wenn du den festen Willen hast und durchsetzt, was da willst, wird Arnolds ja auch kein Tyrann fein. Und ein gewisses Mast von eigenem Willen har doch Elisabeth auch dem Vater gegenüber.“
Hcms Dietrich nickte ihr einverstanden zu. „Wie lehr sie sich dem Vater fügt, kann ich ihr nicht einmal Übelnehmen. Sie tut es fo selbstverständlich, so alS ob es gar nicht anders fern könnte, dast ich darin nicht einmal eine Zurücksetzung oder einen Mangel an Liebe für mich sehen kann. Und, Eva, füt ein solch pra Zwolles Geschöpf, wie sie ist, kann man sich doch auch ganz einsehen, nicht wahr?"
Nun brach doch durch seine äußere Zurückhaltung das Gefühl durch, das ihn ganz erfüllte. Er wurde rot und warm, während er erzählte.
Börsenkurse.
Kur»
1L6. 13. &
9350
92,-
11'00,-12500,- 11000,-laOOO,
501.
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Bochumer Gust BuderuS. . . .
2100-2600.”
900,-130-).-
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92,50 92^0
2100.- —. — »20,-1150.-
150— 160,
Frankfurt tu M. Berkin
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Aura fiur»
Datum: 11.6. 13.6.
4'/. Rofiltttfen 13?500,-179ü0),-145009,-17)000,- 5'/,Goldmerieanerl2-)0000. -.-1LS0091-103000).- Derliner Handels«^. .270005.-360u03-28')OOA4500«)0,- Commer»- u. Privnldk.3 000.-521)00.- 4700J.-600
I'nrtu il u-^o 11 on n IbantBoJ'K).-80000,—52ihM).—HOOOO.— Deutsche Bank 80000.-119000. <83000,-120000.- Dcutsche Nereintbank 12000,-18 00 —— DiScon/o (iommonbtt . 77500. 1*0009,-80000.- 115000 Mrrnllbnnk 15»>000.-250000,- - — ,—
Miitrldent. Credi,bank 12iE.-4.t090.-26500,-38000.- Ccfierr. Lredtmnstalt. 3lUüO, 15500,-137500 - —-
8'/. Dtsch. Keichrankethe 4'i. Dernleichen S’/t'/e Dergleichen B7p Dergleichen
Dlsch.Svnr.Prnm.'Nnl 4"/, Preußische Slonfoll 4e/0 Hessen 3'/r/o Helsen 3*/<. Hessen
Schlich. Schtuh, Schiuz. Schluß.
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5ia- tjoa 281, - 298. 225.- 225.
720000,- —,—8O '000.-830000/
81000a -100000, -3iti0u&-35U00a-
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Deiusch-Luremburn. . '170)00-fb2u00iv-71000a-8tr00(V GeIsenki-.chenerBerg,v^->0)ü-8700 ^-80O.VO.-86^- Hnrvencr Bergdan. 1100000,-130 iOOO,-1200000 14O»W- .üslimerk ^lscherSle ben24900a -390000, -24OOOO. -
51 allmerk Westeregeln —45'XX-O,- — Vanratiiltte 420000,-44'.000.- 367000,-40500^- Cbcrbcbntf ... S550OT. - 45! 000, -300000. - 3.5 9m -
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Markte.
Derltner Produkte nm arkk.
Berlin, 13. Juni. Bei der he lügen spr tag» haften Steigerung bet Devisenpreise hielten am Produktenmarkt die auswärtiger Waren« besitzet mit neuen Angeboten fast gänzlich zurück oder stellten so austerordentlich höhere Forderungen, dast solche hier vorläufig nicht zu erzielen waren. Das Geschäft nxtr daher wieder sehr still, ober immerhin vollzogen sich die wenigen Umsätze bei beträchtlich erhöhten Preisen. Dies gilt sowohl für Weizen und Roggen, als auch für Mehl. 3n Gerste war daS Material recht knapp, fo dast die vorhandene Nachfrage nicht besrirdigt werden konnte. Mir Hafer zahlen die Verbraucher die gegenwärtig hohen Preise nicht, sv dast auch die Händler beim Einkauf an der Börse vorsichtig zurückhielten. Die Preise für Mais. Hülsenfrüchte und Futterstofse stiegen gleichfalls beträchtlich. Weizen, märkischen 162 000 bis 166 000 Mk. (ftei- gend), Roggen, märkischen 133 000 bis 135 000 Mk.. pommerschen 133 000 bis 135 000 Mk. (fest), schlesischen 130 000 bis 131 000 Mk., Sommergerste, mär' sche 115 003 bis 124000 Mk. (ftcigenb), Hafer, märkischen 104 000 bis 108 000 Mk. (steigend), pvmmerschen 102 000 bis 107 000 Mk. (steigend), Mais, La Plata, trxiggonfrei Hamburg 130 000 bis 131000 Mk. (geschäftslos), Weizenmehl (100 Kilo) 420 000 brs 480 000 Mk. (steigend), Roggenmehl (100 Kilo) 320 000 bis 360 000 Mk. (steigend), Weizenkleic 69 000 bis 70 000 Mk. (steigend), Roggenkleie 69 000 biS 70 000 Mk. (steigend), Raps 270 000 bis 280 000 Mk. (steigend), Leinsaat 270 000 biS 280 000 QEf. (fteigeirb), Viktoriaerbsen 170 000 biS 180 000 Mk., kleine Erbsen 140 000 bi« 150 000 Mk., Futtererbsen 105 000 bis 110000 Mark, Peluschken 125 000 bis 130 000 Mk., Acker- obhnen 110 000 Ml., Wicken 135 000 bis 140 000 Mark, Lupinen, blau 140 000 bis 150 000 Mk.. gelb 170 000 bis 195 000 Mk., Rapskuchen 110 000 bis 115 000 Ml., Leinkuchen 165 000 Mk.» Trockenschnitzel 37 000 bis 39 000 Mk. Rauhsutter: Weizen- und Roggenstr)h, drahtgeb. 26 000 biS 28 000 Mark, Haferstroh, drahtgeprestt 23 030 bis 27 000
von ihr sprach, einzelne Kleinigkeiten berichtete. Und Eva sah, dast es ihm Wohltat, eitdlich den Dann gebrochen zu haben, von ihr sprechen zu können.
AIS er sorlnmstte und aufstand, da küstte sie ihn herzlich.
^ES ist mir ein Stein vom Herren, dost du nun endlich mir gegenüber dein Schweigen gebrochen hast," sagte sie. „Ich begreife jetzt kaum, wie du so lange alles verschlreigen konntest und dast ich dich nicht früher fragte. Das war ja um- n-atürlich und lastete auf uns beiden. Ich glaube, jetzt erst werde ich mich wieder heimisch fühlen in meiner Wohnung, in Berlin selber. Bis jetzt ist mir noch nicht wohl hier geworden."
Hcms Dietrich sah sie an. »Sehr töricht toau es und mir ist ordentlich leicht und froh jetzt. Aber ich konnte »licht d.ns erste Wort finden." Nachdenklich sah er vor sich hin. „TBer mir das vor einem halben Jahre gesagt hätte, den hätte ich ausgclacht. Und nun ist alles so selbstverständlich, erscheint mir so einfach, als ob es gar nicht anders fein könnte."
Als er schon die Tür geöffnet halle, kam er noch einmal zu ihr zurück und küstte sir. Als er gegangen war, war es Frau Eva leichter und froher zumute als feit Tagen.
•
Es ging nun allmählich auf den Winter. Sn Berlin w machten die lange verschlossenen Fenster ihre Augen auf, man sah wieder das elegante Publikum an den gewohnten Orten.
Dcktor Snfingen war schon ein paarmal dagewesen, hatte aber nie jemanden zu Hause getroffen. GS war klar, er wollt« di« letzten Sage
Mark, Stroh, strrhseilgebündekt 24 000 bis 25 000 Mark, Wiesenheu, gut, gesund jnb trocken, B)r- mahd 25 000 bi« 26 000 Mk., Nachmahd 21000 bis 23 000 Mk. (Soweit kein anderes Gewicht genannt, verstehen sich die Preise pro 50 Kil>)
Frankfurter Getreidebörse.
* Frankfurt a. M, 13. Huni. Es notierten : Weizen 305 000 bis 320 000 Mk., Roggen 260 000 bis 280 000 Mk., Sommergerste für Brau- zwecke 240000 bis 260 000 Mk., Hafer, inländ., 190 000 bis 230 000 Mk., Weizenmehl südd. Spezial 0, 49 000 bis 530 000 Mk. bei Waggonbezug ab Mühlenstativn, Rvggenmehl 350 000 bis 390 000 Mark, Weizen- und Roggenklere 125 000ins 130 000 Mark. Tendenz fest.
Schwememarkt in Gießen.
• Gießen, 13. Juni. Der heutige Schweinemarkt war mit 83 Läufern und Ferkeln beschickt. Da es sich durchweg um gute und gesunde Tiere handelte, wurden dementsprechend gute Preise erzielt. Ts kosteten Ferkel, 6-8 Wochen alt, 300-350 030 OHL, 8—13 Wochen alte 450—500 000 Mk., Läufer 500—650 000 Ml. Der Handel war flott, so daß am Schlüsse deS Marktes alles verkauft war.
(3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Gnglifche Bemühungen um einen Waffen« stillstrmd.
Paris, 13. Huni. (WTB.) Wie das ,Gcho de (PaitS" mittelst, hat das englische Kabinett gestern Vorschläge ausgearbeitet, die zweifellos heute der französischen Regierung zugeben würden. Der Lorrdoner Berichterstatter des BlatteS spricht fron folgenden Kombinationen, die im gegenwärtigen Augenblick in der Umgebung der Downing Street gesucht würden. Die englische Regienrng wird alS ehrlicher Ma kler auftreten unb Vorschlägen, dast Deutschland seinen passiven Widerstand aufgebe, während Frankreich die Form feiner Ruhrdesehung ändere und sie beispielsweise In eine industrielle Besetzung umwandle. Die englische Regierung hat große Sorge die deutsche Empfindlichkeit zu schonen. Sie wolle ton der deutschen Regierung nicht bte Ginstellung deS passiven Widec^landes verlangen. ohne dafür alS Kompensation Deutschland die Derfichn.ung anzubieten, daß die Alliierten Deutschlands Lage prüfen und dast, so wie der „Daily Telegraph" geschrieben habe, Paris und Brüssel bereit seien, gewisse Konzessionen zu machen und die deutschen Vorschläge einer erneuten Erwägung zu unterziehen. Andererseits habe die englische Regierung weniger denn je die Absicht, in mehr ober weniger intensiver Weise die Verantwortung für die französische Auslegung des § 18 des Friedensvertrages, der Sie Grundlage der französisch-belgischen Besetzung deS Ruhrgebiets bildet, anzunehmen. Es scheint sich also um einen Waffen st illstand im Ruhrgebiet zu handeln für den sich die englische Regierung bemüht. Die sehr mächtige Eity lege einen sehr großen Wert auf den Grundsatz eines internationalen Schiedsspruches, den Berlin verlangt.
Gin« Spende des Reichskanzlers.
Karlsruhe. 13. Juni. Auf seinem Besuch in Karlsruhe hat der Reichskanzler dem badischen Staatspräsidenten 50 000 000 Mark übergeben für Hilfe in besonderer Rot infolge französischer Bedrückung namentlich durch Ausweisungen.
D«S Verfahren gegen Professor Lenard.
Heidelberg, 13. Huni. Der UnterrichtS- minister bat in dem gegen Professor Senat b ein geleiteten Verfahren auf einen Verweis erkannt. Sn ber Begründung heißt es. Die mangelnde politifche UrteUsfähigkeit mag bei einem Mann, Iber zu den ersten Naturforschern und erfolgreichsten Lehrern des Reiches gehört, wunderlich erscheinen. Seine Einstellung in bezug auf staatsbürgerliche Fragen einerseits und seiner hervorragenden Verdienste um die Wissenschaft andererfeitS gegen Aiilah zu einer milderen Beurteilung. Gs erscheint hiernach gerechtfertigt, gegen Lenard wegen Vergehens gegen seine Dienstpflicht lediglich auf die Ordnungsstrafe des Verweises zu erkennen.
Die neuen Postgebühren.
Berlin, 12. 3ani. Die neue Post- gebü hren-2 orlage ift jetzt dem Reichstag zugegangen. Sie sieht, den Beschlüssen des Verkehrsbeirats folgend, für die Tarife dec Post im allgemeinen eine Verdreifachung, für die Fernsprechgebühren eine Verfünffachung vor.
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im .Rebstock als vollständig gestrichen angesehen haben, und Eva nahm sie auch gern so. Astmussen hatte auch einen Besuch gemacht, während sie ausgegangen war, und Frau Eva hatte es nicht sehr bedauert. Die ersten Einladungen flogen in* Hcms und häuften sich za einem kleinen HügiE den Frau Eva ziemlich mißtrauisch betrachtete. Sie wäre am liebsten gar nicht ausgegangen, aber das ließ sich nun doch nicht einrichten. Hans Dietrichs Eramensarbeiten gaben freilich einen Vorwand für manche Absage. Aber alles konnte man doch nicht umgehen, und fo schwamm sie denn bald, trenn auch nicht in den rauschenden Strome der Geselligkeit, so doch wenigstens in einem plätschernden DächLein.
Jedoch sie war dies Hahr geselligkeitsmüde. Wenn sie sich ankleidete, wünschte sie oft, daß der ganze Abeild schon vorüber sein möge. Und wenn sie unter den schwatzenden Menschen in den lichthellen heißen Räumen saß, fühlte sie sich oft grenzenlos einsam und traurig. Während die Unterhaltung an ihr vorüberschwirrte, lauter ober gedämpfter, je nach der Stimmung und dem Ton deS HauseS, und ihr Tischnachbar die zum lieber- druß gehörten Phrasen wiederholte, sehnte sie sich rft mit einer Glätte, über die sie selbst fast erschrak, nach Einsamkeit und Stille. Wie still mußte es jetzt an der Mosel fein I Sie hatte in der Zeitung gelesen, daß die Mosel mit Eis gehe, und sie stellte sich vor, wie auf dem grünen Wafter die weißen Schollen langsam hinabtri-eben, während die Berge ringsum mit Schnee bedeckt waren, und auch das Wvfelhaus eine weiße Haube aufhatte.
(Fortsetzung folgt)


