Einzelbild herunterladen

TfinfilS ö'ic[,<iVio llbr

'"Ulmarcks'r- i>bz"akl>eE

Vereine

Frellag, j2. Zanuar 1923

173. Zahrgang

Hn|d,lüfle: für bieSdjrift«

Bildung 112, für Verlag ". nb (ße|d)äftsftelle 51.

'WH

'-rfdieint lögkkch, «mtz« 5onn- unb Feiertag«, -iit bcrSamstagsbeilage: ÄießenerFamilienblätter 1onatHd)cB<jUfl$prttfe: 'M Mark unb 40 Mark £rägcrlot)n,burd) bicPoft j00Mark,auch bei Vicht- ülcheinen einzelner Num- itrn infolge höherer Lewalt.- 5 ernfpred)«

isen Sie ihre sämW letalle, Eisen yen aller Ari enu.Altpapiei

I Die Besetzung Esiens.

Essen, 11. San. (WTB.) Lieber die De- '«tzung Essens wird ausführlich gemeldet: Nachmittags trafen die fran,;osischen Truppen, iAs den äuheren Stadtbezirken kommend, im Sladtzentrum von Essen ein. Kleinere Kavallerie- Abteilungen bildeten die Spitze. Sodann folgten ^«panzerte Kraftwagen, außerdem größere be- rittcne Abteilungen mit Maschinengewehren sowie Äadsahrerinsanterie. Lim 2.15 Lihr kamen dre Lmppen in der Nähe des Bahnhofs an. Erne lTrihe öffentlicher Gebäuve wurde befeht riuerit ttlDlgle die Besetzung des Postgebaudes Urb des Bahnh.oj s. Die Post wurde sofort geschlossen und der Postverkehr längere Zett unterbrochen. Insbesondere wurde der Fern- Ipcech- und Telegraphmverkehr-eingestLllt. Frun- |5|i[d^ Offiziere drangen in die Telegraphensale

zur dauernden Versklavung verurteilen, so täuscht man sich sehr. Ein Land, wo Eisen und Kohlen wachsen, . ist keine Heimstätte für Knechte

»Inschrift für Drahtnach» lichten: Anzeiger Stehen, postscheclionto:

Irrcntfurt a. M. 11686.

Annahme von Anzeigen für bie lagesnummer bis zum Nachmiltag vorher ohnejebe Berbindlichkeit. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen v 27 mm 'Breite örtlich 20 Mk, auswärts 25 Mk.für Reklame» Anzeigen von 70 mm Breitel 00 MK.Dei Platz, oorschr>f t20'/o Auf schlag. Hauptschriftleiter: Ang. tboetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein: für beit Anzeigenteil: Hans Beck, sämllich in Gießen.

DaS Oberkvnfiftvrium fordert die -rixtngelifchrn Pfarrämter auf, am nächsten Sonn­tag, dem 14. Oamtat, in den Gottesdiensten des tiefen Ernstes der gegenwärtigen Lage unseres Volkes und Vaterlandes in tvürbiger We'.se zu gedenken und um 12 Lckhr mittags in allen Ge­rn.inden eine Dlertelslunde mit sämtlichen Glocken läuten zu lassen.

Was wird England Inn?

London, 12. San. (WTB.) DemStar zufolge wird die englische Regier jng keinen Protest gegen die französisch-belgische Aktion unternehmen. x - . -

London 12. San. (WTB.) Das Kabt- nett ist gestern zusammerrget-eten. Venter er­klärt, daß feine Beschlüsse gefaßt wurden, die eine nennenswerte Arnderuwg der brittschrn Politik bezüglich des französischen Vormarsches mit sich b ingen dürste. Bis jetzt besteht kem 2ln° reichen dafür, daß die Regierung beabsichtigt, die britischen Truppen ans dem Rheinland zurückzuzieherr. nnd eine solche Maßnahme gilt noch als unwahrscheinlich.

Mchtspiele

wtateitriita

Noch ein Aufruf xes Reichspräsidenten und der Reichsregierung.

Berlin, 11. San. (Wolff.) Der Reichs- Rt r ä f ibent und die Rerchsregierung er» H'xlfen folgenden Aufruf:

An das deutsche Volk!

Ein neuer Gewalt st reich ist auf Deutsch­land s-'.rniedergeganLen. Mit wohlberechneter ^Ducht trifft der Schlag der französischen Faust Iben unbeschützten Lebenspunkt der deut­schen Wirtschaft, längst vobßrrgesehen und 'loch unerwartet.

Vorh.-rgesehen: denn die Pläne und Wunsch? bet Pariser Machtpolitrk sind ohne Scheu auf Riffen und Märkten erörtert trorte-'L

ilneruxirtet: denn immer bl e) die Hoff- mjnfl. daß die wirtschaftliche Vernunft des fran- ;>!isch?n Volkes die politische Begehrlichkeit feiner Mach Haber zügeln würde.

Hat wirklich der Glaube geherrscht, daß den sranzösischm Röten durch Zerstörung das deutschen Arbeitszentrums abzuhrisen nxr.e, so muß tue |djax?rfte Enttäuschung folgen. Geren den Rat brr Fachmänner aller Welt will Fränkisch die probc machen. Daß es bei dem Versuch scheitern tniiß, ist unsere Lleber^eugung.

Doch uns fehlt die Macht, diese Tat der Ver- btenining, die sich gegen Deutschland wie gegen bie gesamte Wirtschaft richtet, aus eigenen Kraf- ter zu verhindern. Was geschehen konnte, um das Linheil abzuwehren, haben tr, i r versucht. Das hereingebrochene Llnhcil '*= ;i lindern und zu beenden, wird unser Denken Zünd Trachten sein. Dabei leiten uns die Würde !SU das Recht der Ration, mit der wir uns eins fühlen auch in der Kraft des guten

Ein Ausruf der hessischen Regierung.

Tranersonntng.

Das hessische Gef am t minifterium veröffentlicht folgenden Aufruf:

An das hessische Volk!

Frankreich hat Teile des Ruhrge- biets unter Mißachtung des Friede rsoertrags beseht. Dieser sch'ue.'e Rochtsbruch hat die tiefste Empörung und Trauen der ganzen deutscher Be­völkerung ausgelöst. W:ite-e feindselige Maß­nahmen sind zu erwarten. Hen'e heißt es, durch Ruhe und einmütige Gntschlossenhe'.t zu zeigen, daß unser Volk sich nicht willenlos der Willkür beugt und daß es an den endlichen Sieg des Rechts über das Llnrecht, der heute nur mit der Kraft, die der guten Sache innewo'hnt, erfochten werden kann, glaubt.

Die Gefühle, die uns, besonders auch in Hessen, dem Vorposten der deutschen Sache im Westen, be'esten, sollen, wie in den übrigen deutschen ßänte.m, nach außen da­durch ihren würdigen Ausdruck finden, daß der kommende Sonntag, der 14. Januar, als nationaler Trauertag allgemein began­gen wird. Zu diesem Zwecke wird für das hessische Staatsgebiet folgendes verordnet:

Alle staatlichen und kommunalen Dicnst- gebäude haben am genannter Tage in den R ichs- und Landessarben Halbmast zu flaggen. Dh ate aufiuhrungen, so'vie Vorführungen von Lichtbildern und Lichtspicken Haber zu un'e:» bleiben, sofern nich' bdt emfte Eharaller der Veranstaltung gewährt ist. Verboten sind alle ofsentlichen Tanzveranstaltungen, Bälle und Lustbarkckten. Die Verläm e.ung der Polizei­stunde am genannten Tage ist unyiläffig. v

Darmstadt, den 12. S^miar 1923.

Hessisches Gesamtministerium.

Lllrich von Brentano. Henrich. Raab.

Der Einbruch ins Memrlgebiel.

Memel, 11. Jan. (WTB.) Wie das Memeler Dampfboot meldet, wurde heute in einer Sitzung des Landesdircktoriums mit dem Stad trat und den Vertretern sämtlicher Behörden die durch den g r o ß N1 a u i s ch e v. Putsch ßetborgerufene Lage erörtert. Die Aussprache ergab, daß die Besatzungsbehör­den alle Maßnahmen zur Verteidigung der Stadt Memel getroffen haben und bereit sind, jeden Widerstand zu brechen. Der Oberkom­missar Petiene habe von der Dotschafter- konferenz Anweisung erhalten, die Llnverletz- lichkeit des Gebietes zu schützen. ES wurde auch zum Ausdruck gebracht, daß nach wie vor alle Behörden und Beamten dem Oberkommissar unterstehen. Würden sich die Beamten einer Regierung Simonoitis unterstellen, so würden sie Landesverrat begehen. Sn Lauesrargen hcv ben die Litauer die Beamten aufgefordert, für sie Dienst zu tun; wer sich geweigert habe, fet festgenommen worden. Sn Pogegen sei das Landratsamt zwar besetzt, doch versehen die Beamten ihren Dienst weiter. Die Tilsiter Brücke sei von deutschen Truppen stark ge­schützt und die Telephonanlagen seien bisher ungestört, jedoch soll der gesamte Telephon­verkehr in Siburt und auch der sonstige Post- verkehr einer genauen Kontrolle unterstellt werden. Personen, die außerhalb der Stadl Memel wohnen, müssen, wenn sie die Posten­kette pass eren wollen, einen von der Militär­behörde beglaubigten Ausweis haben. D.c Aussprache über die Ernährungslage der Stadt Memel ergab, daß diese auf vier bis sechs Wochen mit den notwendigsten Le­bensmitteln versehen ist.

K o w n o, 11. Jan. (WTB.) Die Litauische Telegraphen-Agentur verbreitet folgende Mitteilung: Weder reguläre noch ir­reguläre litauische Truppen über­schritten die memellandische Grenze. Die li*

*

München, 11. Jan. (WTB.) D-as Staatsministerium des Snnern hat für das rechtsrheinische Payern den näch­sten Sonntag zum vaterländischen Trauersonntag bestimmt und die öffent­lichen Lustbarkeiten an diesem Tage verboten. Außerdem versügte das SiaatSministerium das Verbot aller Faschingslustbarkeiten, Kostüm- und Trachtenfeste. Die PolizeiLirektion München gewährte den Mitgliedern der E n - tente-Kommissivnen besonderen Schutz und ersuchte die Bevölkerung, eine würdige Zurückhaltung zu bewahren.

ich bezahle nach de,

Dollar. 02 mnzki tntorftrajKjL-

Ein Beschluß der Gewerkschaften.

Berlin, 11. San. LautVossischer Zei» hing beschlossen die Spitzenorganisationen del Gewerkschaften aller Parte irich- tungen am Montag in allen deutschen Städten die Arbeit für 15 b i s 30 Mi­nuten als Protest gegen den Ge­waltakt Poincarös zu unter­brechen. Auch auf der Eisenbahn soll diese Arbeitspause eintreten.

***$

D ->a"' Lsllak'

I» 8 «wissens. ,

Alle Herzen erfüllt die ungeheure Bit­terkeit dieser Stunde, wo über wettere Telle : unfern Vaterlandes das Schicksal hereinbricht, bl« Leiden der Fremdherrschaft ertragen Im müssen. Vermehrte Rot für unser sorgen* 'M bedrängtes Volk muß der Einbruch in die Haupt- iflätten unserer Arbeit im Gefolge haben. Lim so bringender aber ergeht der Ruf an alle Volks­genossen: Erschwert nicht das Los der am har- dien betroffenen Landsleute. Erfüllet aufrechten MlPillenS und klaren Kopfes die Forderung des ' uges: Keine Handlung darf geschehen, die unsere .;erechte Sache schädigt. Schwerste Schuld am c oenen Volk würde auf sich laden, wer stch hm- r-ißen ließe, durch eine unüberlegte Tat bem Gegner in die Hand zu arbeiten. Don e i se r- iier Selbstbeherrschung jedes einzelnen hingen Wohl und Wehe der Gesamtheit ab. Setzt meßt als je leuchte uns das Beispiel der Würde unb der moralischen Kraft voran, das die Rhein- kmbe in fuhren des LeidenZ gegeben haben

Den treuen rheinisch-westfälischen Arüdem gilt heute vor allem aoberen unser 0 ruß. Ihr werdet die eießen.e,ie Fayigrett ve- hxib'.en, die euer alles Erbteil ist, und unge- l rochen werdet ihr diesen Wetterbraus uber- iauem, ihr, die kein Sturm der Weltgeschichte

'»ftckonb t dkriU uflri'S I ragt-' laufen-

*««» K

Juden Abends Ä* Kiff.»»

(ßW ßenen e,ro6(f

London, 12. San. (WTB ) Lieber die gestrige Sitzung des Kabinetts verlautet, daß es nach wie vor die Absicht der britischen Regie- rung sei, die Meinungsverschiedenhei­ten, die mit Frankreich in der Reparationsiroge herrschen, auf ein Mindestmaß zu beschrän­ken, und daß daher unter den augenblicklichen Llmsländen die britischen Truppen am Rhein und die britischen Vertreter in der Rl-ein- landkommission und in der Repai-ationskommri on sowie im Botschafterrat belaßen werden sollen. Den französischen Truppen sei die Erlaubnis er­teilt worden, sich durch das von den EnMndern besetzte Gebiet zu begeben.

^Pall Mail and ©lobe berichtet noch über die gestrige Sitzung, daß B o n a r Cato den Vorsitz führte und seinen Bericht über die Pariser Konse-enz unterbreitete. Hierauf erörterten dic Minister die durch ben französischen Vormarsch geschaf fne Lage. Es werden weitere Zusantmen^ fünfte des Kabinetts in dieser äußerst wichtigen F age stattfinden. Sn der Dacht seien keinerlei Beschlüsse gefaßt worden. Großbritan iien, das seine Handlungsfreiheit bewahre, sei Frankreich von Herzen freundschaftlich zugleich torrbe aber die ton ihm unternommene Sonder- aktion stark gemißbilligt. Heber F nanz- a b Wirtfchaftssachi.^rständige habe diesen Stand­punkt der britischen Regierung geteilt und erflärt, die französische Politik sei dazu angetan, vielleicht verhängnisvolle Folgen sowohl für Frankreich als auch für England und die anderen Alliierten zu zeitigen. Von gewissen Mitgliedern der Re» gieiung werde die Ansicht besonders stark ver­treten, daß die Frage, ob sich England aus dem Rheinlande und der Reparationskommission zurückzi-rhen solle, um bie britisch« Regi-erung von der Politik und der Action Frankreichs zu tren­nen, ohne große Verzögerung erwogen merken müsse. Gestern sei in offiziellen Kreisen der Meinung offen Ausdruck gegeben wo -den, baß ein Weiterbesetzthalten der britischen Zone unter den augenblicklichen Llmständen noch größere Ge­fahren für die Entente in sich berge als die Annahme einer Politik, die Frankreich in seiner Aktionsfreiheit lasse, die es nicht haben könne, solange die britischen Streitkräfte am Rhein blei­ben. Während noch keinerlei Beschlüsse gefaßt worden seien und auch mindestens für einige Tage nicht gefaßt werden würden, bie britischen Truppen vom Rhein zurückzuzichen, berede sich bei britische Kriegsminister doch vor. das Pro­gramm für die Zurückziehung der Truppen aus dem Rheinlande auszuarbciten.

Der irische Älttsstand.

London, 12. San (WTB.) SrischeAuf­ständische fotzten den Bahnhof Sligo in Brand, der mit 2 Pers onenzügen zer­stört tour.e. Die ganze Rächt hindurch dauerte! her Kampf in Sligo an. \

ein und richteten nach Wiederaufnahme des Fern- I sprech- unb Telegraphenverkehrs eine Kontrolle I ein. Die Personen, die sich bei der Besetzung der | Post im Gebäude befanden, wurden festgehallen und nach etwa einer Stunde wieder freigelaffen. Unter den Festgenommenen befand sich auch der Vertreter der Associated Preß. Das Kohlen- syndikat, das sich ebenfalls in der Rähe des Bahnhofs befindet, wurde durch größere Kaval­lerieabteilungen sofort besetzt. Danach rückten neue Truppen ein, an deren Spitze sich der General Rampond befand. Der General, von zahlreichen Offizieren begleitet, ritt an der Zug­spitze ein. Hinter ihm folgte Kavallerie, eine Radfahrerabteilung, Pan.er wagen und Infan­terie. Der militärische Zug unterband längere Zeit vollständig den Verkehr, insbesondere den Straßenverkehr. Die Bevölkerung ver­hielt sich beim Truppeneinzug voll­kommen schweigend. Die Geschäfte waren im Stadtzentrum ebenso wie in den Außenbezirken geschlossen. Die einziehenben französischen Trup­pen marschierten auf den Rathausplatz. Rach längeren Vorverhandlungen begab sich der fran­zösische General in das Amtszimmer des Ober­bürgermeisters Dr. Luther. Der französische General teilte Luther mit, daß er im Auftrage seiner Regierung gewisse Maßnahmen in Essen durchzuführen habe, und zwar im besonderen die Besitzergreifung öffentlicher Ge­bäude, sowie des Eisenbahn-, Post- und Tele­graphenamtes und der Kanalbaudireklion. Er erklärte weiter, daß er beabsichtige, einen Teil der Truppen wieder aus Essen zu­rückzuziehen, wenn tu Besetzung darch- geführt sei und die Ruhe und Ordnung nicht gestört werde. Zum Kommandanten für öffent­liche Sicherheit und zum Verbindungsoffizier be­stimme er den Obersten Clemencon. Auf die Mitteilung des franzosischeii Generals erklärte Dc. Luther, er füge sich nur unter dem Zwange der militärischen Gewalt. Ramens der Stadtverwaltung erhob er gegen die Ausübung dieser Gewalt Einspruch. Der General nahm die Erllärung des Oberbürger­meisters schweigend zur Kenntnis. Damit war die Unterredung zu Ende, die sich äußerlich in kor­rekten Formen abspielle.

Sowrit bisher bekannt, wurden in Drede - neh Quartiere für 3020 Mann und 1000 Pserte angfordert, in Altenesfen für 2 Generäle, 30 Ossiziere und 220 Mann. Die Quartierzachle.? für Essen find noch nicht bestimmt. Es kann an­genommen werden, daß noch weitere Truppen in Essen oder in den Außenbezirken der Stadt eintreffen.

Die französischen Truppen ließen sofort nach dem Eintreffen in Essen Plakate mit einem Aufruf des Kommandierenden Ge icrals D e - g ou 11 e, dessen Hauptquartier sich in Düs'el- bori befindet, anbringen. In dem Aufruf wird mitgeteilt, daß im Ruhrgebiet zur Durchführung der dem Ingenieurko.ps an?e t bauten Mandate französisch: und belgische Truppen ftation'e t wür­den. Lim bie Ruhe und Ordnung aufrechterhalten zu können, werde der Belagerungszustand über das ganze von den französischen und belgi­sche Truppen besetzt Gebiet vephänqt. In dem Aufrus wird toriter mitgeteilt, daß die deutschen Gesetze in Kraft blellei, insbesondere wird auf die Sozialgesetzgebung Armewiesen. Es wird auch ausgedrückt, daß der Achtstundentag bei- be'halten werden solle. Die Dchorden müssen ihre Funktionen weiter ausüben; für alle Personen des Rührreviers wird ein Personalausweis gefordert. Der Verkehr soll grundsätzlich frei blei­ben, doch bleibt eine besondere Verfügung Vor­behalten Die Presse wird nicht zensiert, doch werden Artikel, die zu'Ru^'törnngen oder Be­leidigungen der Besatzungstrupfen aussordern, be­straft. Das gleiche gilt für Flugblätter. Der Post- und Telegraphmverkehr wird nicht be­hindert. Schließlich werden Mitteilungen über die Kriegsgerichte gemacht.

DerS'eqcr'* von Essr'n.

Lieber das Aullreten des an der Spitze der Desatzu.rgstruppen in Essen eingezv'enen fran­zösischen Generals berichten die Blätter: Er erschien vor dem RathauZ und schickte den Haus­meister zum Oberbürgermeister Dr. ßutfjenmü dem Befehl, der Oberbürgermeiftermöge herunterkommen und ihn auf den Stufen des Rathauses empfangen. Dr. Luther ließ dem General sagen, daß er in se nein Dienst- z immer zu sprechen sei. Rach einigem Warten be..u ernte sich der General dazu, den O erbürger» meister in dessen Amtszimmer aufzufuchen.

Eine 9J?rtffcnt?crfflmnth!ita vor dem Einmarsck der ^-ran^osen.

Essen, 11. San. (WTB.) In einer von allen politischen Parteien einberufenen Ver­sammlung, die von vielen Tausenden Essener Bür- g e r besucht war, führte Reichsminister a. D. Dr. Dell, Llnterzeichner des Friedeirsvertragrs, u. a. aus: Aach unwidersprochenen Veröffent­lichungen der französischen ZeitungenRadical" und ^Pvpulaire" erklärte Poincare damals zu den Iou rnallsten: Wir gehen ganz einfach einer dauernden Besetzung Les Rheinufers ent­gegen. Mir für meinen Teil würde es wehe tun, wenn Deutschland zahlt, denn dann müßten wir das Rheinland räumen, und so würden wir den Rutzen unserer Experimente verlieren, die wir unternehmen, um friedlich, aber mit den Waffen in der Hand, die Bevölkerung am Grenzfluß zu erobern. Komme, was kommen mag, ein Sechzig- millionenvolk von der Bedeutung und der Kultur- traft der deutschen Ration kann nicht untergeben, unb auch deni unerhörtesten Gewaltdruck archt unterliegen, solange es sich nicht selbst aufgibt Will man uns Fnmdienste aufzwingen und uns

Die Haltung Amerikas.

Reuhvrk, 11. San. (WTB.) Durch Funk- spruch. Die .Reuyork World" berichtet aus Washington: Das Staatsdepartement gab die vorher verschwiegene Tatsache bekannt, daß es Frankreich mitgeteilt habe, es würde die amerikanischen Truppen vom Rhein zurückrufen, wenn Frankreich seine Drohung hinsichtlich des Einmar­sches in das Ruhrgebiet aus führe.

DieReuyork Tribüne" meldet aus Washing­ton, der Beschluß der Zurückziehung der ameri­kanischen Truppen sei nach einem in elfter Stunde unternommenen Versuch erfolgt, "Frankreich zur Aufgabe des Einmarsches zu über­reden und dessen Zustimmung zu einer Art der Reparationsbeitreibung zu erlangen, die Amerika genehm wäre. Alles deute darauf hin, daß die amtlichen Stellen über Frankreich mehr als je unwillig feiern

DerReuyork Herold" erfährt aus 'Washrng- ton, keine Stimme das Protestes fei im Kongreß gegen die Aktion des Präsidenten Harding laut geworden. Die einzige Kritik, die zum Ausdruck gekommen fei, habe in der Forderung na ch praktischeren Maßnahmen bestanden, um Frankreich davon zu überzeugen, daß Amerika die Anwendung von militärischer Gewalt miß­billige.

MM

6 Akt& wC mpti olle Brno Hutner, lern Viola Dana in Malle stspiel in 5 Akten.

konalß entwurzelt hat!

Ihr seid die Zeugen, wie Frieden und Recht von neuem gebrochen werden. Mit euch e, heben wir Protest vor der Well gegen den '>mch Les Xetcar^S, gegen der schwereren Bruch bti sittlichen Rechtes unseres Volles auf Leben, Island und Selbstbestimmung.

Eine schwere Zeit hebt an, wohl schwerer noch als die Jahre, die ihr feit dem Krieg durch- tebt. Wie lange die Prüfung dauern wird, ver- n ag niemand zu sagen. Rur das wissen wir. baß die Rot aefleigcrt und verlängert wird, wenn Äolk und Staat ihr nicht in untrennbarer Einhell begegnen. Aber das auch wiifen und hoffen wir, laß festes Zusammen stehen des gan­zen Volkes sie kürzen wird. Dazu wollen toic uns die Hände reichen und die Herzen stark nrnchen.

Sn Stadt und Land laßt uns den nächsten Sonntag unter all dem äußeren Druck der inneren Erhebung ui Linen und ü"e all furch alle deutschen Gaue in Haas und Hütte unseres Baterlairdes gedenken, feines Leides und seines Rechtes!

Berlin, den 11. Sanuar 1923.

Der Reichspräsident: Ebert.

Pie Reichsregierung: Dr. Cuno. Reichskartzler. Sr. Gcßler. Rcichsminister. Dr. Hermes, Reichs- ranifler. ©röner, Reichsminister, Dr. Brauns, Rrichsminister, Dr. Heinze. Reichsminister, Dr. v. Rosenberg, Reichsmrrister, Oefer, Reichs- ^Minister, Dr. Decker, Reichsminister, Stingl, Reichsminister, Albert, Reichsminister,

Dr. Lutcher, Reichsminister.

|3.0£ ttzciicral' »rrf«^5 SW?

denesj

bfiiü M1- unirre

er Bade* denen nl*i'en; taten; TfleitcU* ilane- druttei aniifl11 bednnl'

elf lififn erbend

»6 A i cnivy trrfli'8, Server-

iohei®:

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

vNkS vnb Verlag: VrShl'sche UnwerfifStz-Vnch- und ZteindruSerei R. Lange in Gießen. Zchnftleitung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7.

Piff

Jägssdiuh

Ersuche!

** ' ortrac- mungl. " |

-rsitäts-Cafe

otockFreitagv.4 -!! Ul.

)nzer<