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K

X. 259 SVetter Blatt

Neue Weqe und Ziele.

3n brr 1oekiQ>eeiofrattf*en

*lBcft|ä{'.|$e>i Älrtt<tatt5fonrfponbenj ttnben mir «inen Artitef bti getaut* < Qtöcrt. be# bekam,len ItKioZifrtkben TDlrt- fchatt«Pvliliker« duno ?>or(enba4>, der keine« Ursprung« »cQen eon beionberem (Yniereflc if, und bem mit in al'em voll und gan* belffimmcn können 3« hei bl btn: u a

Die kehlen Tage haben nun enbgültla ben Zu- mcnbruCb ber bcP b-nbcn sozialen unb koke:» nlichen Machwerhölt nisse in Dcuc'chland qe- dy Da« übrig geblieben isl ein Trümmer- ten Wan kann nicht behaupten bah NH bie'e« auspiei in Schönheit vollzieht <5* t't ein lange« £!um unb wirb ein schmerzvolle« Snb. netmci -abroenbbar unb unrrbittiid» Dofhtcb sih die iltalung. unb e« tommt daraus an, b.n Mui zu den. die neuen Dege zu suchen, die un« oU Volk len Sinnen

Zunächst gilt e« eine 'Bilaiu zu ziehen Die nhe tragt! dx Schuld befiehl Pari i. baf) man ') m Deutschland nichl frei machm konnte von

alten CYbeoloaien Ärieg unb Tt.-Dolation Nnb rneggebrnuft, aber bi. allen Anschauungen link«

>b recht« sind gtMiebm

Diese« Bild gab ber Deulsihc RcZ>«t ia al« er ch weigerte, au«er«nderzugehen. obwohl seine

Längft erfüllt ttxtr Stall z u hanbeln.

r bc gerebet Stall Snlfchluste zu ftnbcn, irbe Pa,lamentiert Glatt bie Äräfte gege- bie u'xm politische Rot zusammenzuschkiohen, atzten .c Fraklivntzhäupllingc ihre allen Mühlen kn . cvcgung Di« Lage ift zu cm ft unb zu ver- ncifett, um nach ben bi «hörigen Methoden bie ruation nach meistem zu wollen Unb ba« Boll virtet stumm unb geduldig Ratio« unb hilflo« ihcn bie Ttegterenoen in ben Ministerien unb .VirLamenten ben Dingen ihren Lau!

Alle« Hal seine Grenzen Auch mH ber txirla- nonlarischen Politik ist c« zu ®nbe tocn.i ber otcn nichl mehr zu entwirren isl, lonben, u rchgehauen werden must Verzwciseit schm

b da« Bolk nach einem Führer der stehn« Ai*- nach einer Handvoll Menschen, bie die

rgic haben, mit aust rordentlichni Mitteln ba« ? .-rorben UtdK durchzusühren

Die pvttlischen Parteien unb bk 'S Gierungen - en gewüstet mit bem Bert raum unb mit der

.nnunfl de« beutldxm Boll,-«! Unlrn aus der .alle wächst etwa« heran«, ba« anber« Ift, ,14

bisherige Dort laut ber abgeftempdUi:

luprog ramme

3una4;fl btt den Arbeitern! Der Arbeiter Hal Baterlanb? Die ®pig^nenfübr;r haben bi« , cn Moslem nochgesy rochen Da« Wort war

d oi bamalS nicht richtig, aber hmle ist c« zur gewvrtxn Fragt die Menschen an Rhein

Tkuhr, die Heimat unb Ctaentum, Arbeit und rllc verlassen haben, ob nicht der deutsche Ar- M- doch dewustl national empfinden gc- ernt Hal. wenn ihm auch nationalistische Phrase rentb ist unb fremd bleiben wird

Diese nationale deutsche Grundstimmung wird 'ich ,mmcr stärker kurt-letzen, zumal jct)t. wo je- Vr ba# harte Bein Poinear4« gehört und her- :cnben Hai <S* wird unmöglich sein, gegen da« a agitieren, tna# den Massen da« innerliche Br- ' bin ein gehämmert Hal 2Lu* diesem Bewustlsein <rau«, deutsch zu sein unb deutsch bleiben za inollen, sind auch jene moralischen Energien lroy- nllcbem stark genug geblieben, durch eigene Äraft ba# Schicksal zu formen.

Unser Schicksal aber ist die Wirschaft- Die Politik durchdringt die Oetonmnie. die Wirtschaft soll gewist unsere 3teenbitbung nicht zerschlagen, feil un# nicht versinken lasten im Material i«mu« unt fceniMftänbig orientierten Interestenkämpf-en. der die gefühlsmästigen ideellen Werte sind nutz- ' - zu machen für tic nächsten gemeinsamen Aus­galen. für den OLnibau unserer Wirst Hall

Da« Vertrauen hc« deutschen AibcttSvolle« »um Gtaal ist zu Bruch gegangen, weil man nicht krastvoll genug gew.-sen ift. tic schaffende Ar-

: »u schüfen Orlebt haben in diesen Zeiten t<r Art ter Gd»i.b;r. ber Spekulant, ber Parasit D-cdarll hat t c ehrlich: 2,beit Da« Proletariat ist ein gerne,esomer Sjmmcltxarirf geworten sür atl? bie zu hrlick unt zu anständig waren sich aus Äfften ber Allg.meinheit zu bereichern

Hinweg mit Ler Luterwirstchalst Himoeg mit ter Zaghaftigieit. k ort zuzupack.n. wo Kapital unb Besch leisturgSsöhtg genug sind herzugeben toa# not tut Hcrou« mit ter A r i - i t 6 Pf I i d) t1 Der nickst arrcitj, seil auch nicht cf cn.

2;teit#fürlorgc für ben, t ?t arbeite., will rr» lann' Soziale Hilfe für kiejenfgen. die am D.gr liegen' Zn# Arb.ilöhiu« ot:r Zuchthaus mit tenicnigen, die für ehrliche Arbeit «u un- ' h.g unb zu verkommen find' C/.rt gilt <* mi;

rtem ®rilf zuzupacken' W.r oiefc Führung oeminnnt muh ton allen Hemmungen befreit fein.

tziktzettn AnMg« iSalaai-Lllfeigu für Vderheffea-

Samstag, 5. IIooanb«l923

Dann, aber auch nur bann, wird sich ba# deutsche Volk mit ganzer Hingabe in bte Sach« be# Vater lande« stellen, unb nur bann ist der Wiederaufstieg Deustchlarrt# möglich

Frauen heraus.

Dran letze Leib unb Bial, Ära ft, Macht Gewalt unb Gut. Dein Vaterland zu retten

<Han« Sach« i

.Dein Vaterland zu retten" das ist ber Ge­danke. ber un« heute alle erfüllen unser. Herzen trennen machen muh Dculsd)land. unk Araber- lanb. darf nicht untergeben e« geh: aber zu­grunde. toerw, wertvolle Teile be« deutschen Drl- ke«, wenn auch nur euic ober bte andere Schicht vernichtet woben Diele Demichtun^ hat b reit« t-egmnen bi« materiell« Vot wäch i von Tai '> Taa. ja von Stunde zu Stund.' in» Ungemestenc Vicht mir da« graue Glend, sonbm ber Tob in seiner tragischsten Destult. in ber bc» Hunger« f:ht burf unsere Vethen unb lässt un« er- anen Da« ist aber die grösste Defahi in bi een T ag.-n. bah wir un« von dem Furchtbaren am un« herum lähmen lassen nur di: eigene Vol, sehen ober ihr Äommcn furchten dem ®1enb um un« herum stumpf g-genüberstehen oder davor verzagen, hilflo« unb tatenlo» ben Schrecken wachsen sehen

Die Stunde der Bewährung ist gekommenI Stauen, die mit Mut und Tatkraft trotz eigener Lasten e« unternehmen, anderen Schwäd>er-n tra­gen zu helfen, werden auch berufen sein, für die .Befreiung Deutschland« au« St-mach undLchand m.tzukämpfcn Deutfich«, latent» ir.tigc Zügen d bie ihrem eigenen Voll In Stunden höchste V"t freiwillig dient wirb dereinst die FesselnDeulch land« zerbrechen Eirmcn

Darum, kein feige« Zurückschrecken kein 2u>- gehen in der eigenen Sorge Zeder suche unb ach. er biaucht nicht lange zu suchen wo Hille nettut 2rbeit«loligfol Äinb.rclcnb, |i* hosche, b.c Hilse aller betet die noch fall zu essen haben, noch ein warme« Zinnner b fitzen noch nich da» graue Slcnb am eigenen Leibe spür n Und bann' Mittelftanb»nrt Ventnonot! Sie ist nächst tem Äinberfttrben die ttagilchste Erscheinung unserer Zot. Handelt c« sich doch hier um die Vernich­tung von Äulturträgrr.i unsere« Volke«, um b c Äieisc. b.c bie solide Grundlage unsere« Dolk«- kben» schufen Deutsche Jugmb muh sich barübrr klar werden, bih ih Besitz an ibe-ilcn Gi'-tern. an geistigem Leben au« dielen S rel I c n stamm!, unb sie muh bie Verpflichtung okennen, zu helfen, Dankc»fchuld abzutragen S i <# bah fic au» ihrem Verdienst materiell: Hilfe gdit. fei c« dah sie durch perfönlidK Di mste Hilse leistet.

Aufgabe bet Frauen - und sie müflen Z:it und Äraf dafür finden ist e«. i in kleinen Steife Hilfe schleunigst in« Werk zu setzen Der Staat und die Demeinden werden nottoendig versagen gegenüber der sprunghaften Entwicklung ber Geldentwertung und Preissteigerung Die gc- zahlten Unterstützungen reichen oft nicht, um ein einzige» Beot zu kaufen Private HUfe von Mensch zu Mensch ist der einzig mögliche Weg um durch- zufinben Wer noch täglich eint warme Mahlzeit für ftd> unb die Seinen befdyiffen kann, teile sie wenigsten« einmal in der Woche mit einem Hun­gernden. der kaum da« trockene Brot hat <$« ist ferne Zeil, um noch irgmdwekche grossen 2pparatc zu schaffen, e« muh bejentralifiert werden unb im kleinsten Äreise bet Stadtbezirke, ja der Hättfer, ber Vot nachgegangen werden S« gibt überall Frauenvevein:. deren Frauen die Initia­tive besitzen, um schnell zuzugreifen Die Verständi­gung md den vetschicdmen ®nippen am gleichen Ort ist leicht Herzust eilen, um ein Durcheinander zu verhindern. Vur schnell« Hilfe tut not. bah nicht Verzweiflung bk Hungcmben über­falle. unb lieber zunächst zwo mal zu viel al« ein­mal zu wenig geben Darum Frauen herau»!

M S

Aus Griechenland.

Von Professor Dr Doehler, Stuttgart

In diesem Sommer war e# mir zum ersten- mal seil bem Äri.ge wieder vergönnt, zu willen- sck-afsiichen Studien auf einige Monate in den Süden zu trnunen

Ich machte die Aeise nach Dticchcnland über Italien unb empfand nach all den Shwierig- kiten de« Leben« in Deutschland die Freude be« Dasein« in Italien, da« ich vom Brenner bi« Brindisi mit dirzerem Aus n!halt in Trient unb längerem in Bologna durchfuhr

Auf ber Uebersahn nach Dri<ck)cnlanb hatte Idi Damplertocchsil unb Aufenthalt in Ä o r f u. I-a« ganze Bild dort ist griechisch echt arte- d isch, nie und nimmer trotz aller veaezianlsch.'n (Irinnerungen italienisch Der Aufenthalt reichte

zum Besuch be# Tempel«, den Kaiser Wilhelm II mit Pros Dörpseld zusammen auigearaben hat, unb be# Museum« mit dem Hochtäler.slanten Diebel schmuck der Dvrgo, der uralten, vermutlich orientalischen Srnnengotthelt Am Hasen ist da« alte ®etnebe unb bte alte UebervvitcUungösucht ber Booiölcutc, bie ihre Taren heute kolossal gjd>raubt haben Sie verlangen ba« 10- bl« 20- fadje gegenüber früher, tnbe# man sonst in Drie- dt-.nlanb etwa da« 6- bi« 8|ad>e. in Italien da« 4- hi« öfache von früher zu bezahlen bat In Äcrfu bestieg ich zur Deiiersahrt nach meinem ersten A.iseziel, der Insel Ceuta», einen Hei­nen griechischen Dampfer, ber bi« zum Unter- sinken beladen war mit etwa 500 griechischen Flüchtlingen au« der Degend von Trapezuni Sie skllcn nach Karawaslara am Ostend? be« ambro­sisch--, n Delle# «Dols von Arta). um dort in den Tatafidb.rn ron Agrinion zu arbeiten Di le in- si-ige bce türkischen 2terneuere ter Driechcn mo­bil g.wcrderttn .Proslbvge«' üb.r eine Million Leute, darunter viele nicht Arbeitsfähige, sind für ta« kleine Driechenland eine schwer.' Beia- fhing, insclgedesicn auch nicht gerade sehr beliebt Ucheran si.ht man ihre Aotwvhnunge,. Barak- kn. Zelle unt noch einsad>cren Ünlenünfte

Aus Ceuta«, wo ich srüher mehrere Zahre hinturch lic 2u«gnabung<m unb Forschung_-n Pro- fester Dvrpselb» mitgemach! habe, komm! b:i tem ub.TJuftaudcn nach Zähren all ti. Treue unb Anhänglichkeit de« unverbildeten griechis hcu B iu- ein zum AuSbruch Sieden eiirsame Wdch n kin- xentrierkt Arbeit verlebte ich auf bet Infel in Um Hause bei Aidri. ba« ein ft Kaiser Wil­helm II für unsere 2u#ginbungcn gefck:nki bat Von ter Aubenw.lt hörten wir in bi esc > Wochen tren .g Ader grieck siche Zeitungen funcn ab unb zu Da« griechische Z.ltungSwcs.a ist ja in: all- gcmein.n sehr entwickelt Zahlreich uni groh im Format |inb sie. aber der politisch Inhalt ist mit tr.nigcn Ausnahm.n gaaz rcgi.rangelt.-u nnb bringt die auswärtige Politik in französifchrr Be­leuchtung Alle# b.htrrschte,, im 6 mm?r bie Fricb.n«verhar.dlungcn in Lausanne lieber die 2 u b r kam sehr wenig unb meist nur Aebensäch- hd?e# oder svanzösilchc Ausfassungen So kommt <#. Iah ber Drieche cig ntsich keine Ahnung Hot von tem, wa« dort vor sich geht Unb doch will er so gern wissen, wo« die Zranzolen dort tun Wir klären unermüdlich aus, ta« ist biingznb nötig, da man in Driechenland sich ba« gan, burm- Icj vorstellt Kein Volk ber Welt ist in Driechen- lanb so unbeliebt, wie die .Dalli' Si. sind vor allem schuld, tah der Friede v^-n Lausanne Iich so hir.zieht unb Iah die Driech n genötigt sind, solang, ein grohe« Hder mobil zu halten ^Un- vergess.n ist aber auch da« Benehmen ter Fran­zt sen im Krieg g.gcn König KonstantinoS unO bie Schüsse, die sie von Phaleron nach Athen g.lanb: haben; kann ihr Verhalten vor und im n-ucst.a lüikisch-griechischon K i.g Die icrzcisig. Aegi.- rung sreilich ist slanzosensoeundlich. aber die für len Winter bevorstehenden Wahlen zur Kam- mer, bte cntsich kommen müflen. werden bas Bild wesentlich änbem Die Stellung der derzeitigen "Regierung zu Frankreich ist nicht einfa-ch darzu- ftcllen. «bensv nicht ba# Verhältnis be« i > Paris Ul-ntjn VenuzclvS zu Frankreich Der sehr ver- trrcilclcn Verstimmung, j-a dem Hast gegen Frank­reich entspricht eine aufrichtige Hinneigung weiter, auch mahgebenber Kreise zu Deutschland Im gric- ck ischen Volke ist der Dlaube an Deutschland« Wiebeiaufstieg ganz allgemein Ich hörte sogar Stimmen, bie Deutschland al« Hort ber Gerech­tigkeit in der Welt nicht missen wollen. Heule, da Italien in dieser schroffen Welle gegen Di lechen- lanb Dcrgcgan n ist werben die Driechcn ba# Fehlen Dcutssi and« im Kreise ter Völker be­sonder« schmor sich vermissoi. .Eine solch kolossale Mackt, ein solch begabte# Voll kann nicht unter- gch.n', hörte ich immer wieder sagen Ueb'rhaupt Halen wir Deutsche in groben T.ilen be# AuS- lanb« ein Kapital an Achtung, dessen uns würdig zu erweisen wir in ber Heimctt un# alle Mühe geben müssen

Unter archäologische« AcichS > >, sti - tut in Athen unter Leitung von Professor Dr Busch or erfreut sich bank ber Persönlichkeit siine« Leiter« unb feine« früheren lanqiäbrtjcn Leiter«, Wilhelm Dörpselb, der jährlich mehrere Monate in Driechenland ^ubrtngl. eine# hohen Ansehen# ®e soll auch Venizelo« unvergessen blei­ben, bah er la# Institut nicht lang? nach bem Krieg den D u sichen ^ururfg.-g: ben hu Ausgra­bungen sreisich sinb un« nur in kleinem Mahstab möglich Aber die wsilcnschaflllche Arbeit ge­deiht, und deutsch: Archäologen stellen sich ill- mähllch in gröherer Aahl wieder ein Sv hat fie­le« Zahr Profoslor Bulle- Würzburg mehrere Monate #u Thcaterstudien dort getoeilt Zunge Ardarlogen soweit sie richt da# Aeichostip ndium holen gcch -n Unterricht an her fehl erfreulich auf- blühenden beu tfchen Schule, die von vielen Driechen besucht wird.

Behörden, Belanntmachnnge», und Publikum.

In zahlreichen Zuschriften au# unteren Betet« kreise wirb an der Art, wie seit einiger Zeit bte Bekanntmachung behördlicher Anordnungen er­folg l. lebhafte Kritik geübt Dte Beschwerden richten sich sowohl gegen die städtische BeSannt» ntachungzgepslogenhe en wre auch gegen ba« Ver- sahrön. ba# von anderen Behörden, namentlich von der Steuerbehörde, hinsichtsich .der Unter­richtung der Oeffentlichkeit über di« Art, ben Umfang unb den Zeitpunkt ber zu erfüllenden Verpflichtungen angewandt irxrb Uebcrdnfttm- menb wirb betont, öah bie teyigen Zustande Im Bekanntmachungswesen unhaltbar sind und drtn- genb einer 2Ienberung bebürsen die ben berech­tigten Ansprüchen der Bevölkerung nach ein­facher. zeitsparender unb umfassen­der Unterrtchlung über die amtlichen Matstuih- men unb Anforderungen Befriebtaung Derfdaffl Die beanstandeten Zustände verbienen tn bet Tat. einmal von verschiedenen ®dld>t«puntten au« nähei betrachtet zu werden

Man wirb ben Beschsrdeführern vom Stand­punkt ber Allgemeinheit aa« nicht unrecht gebt n können, wenn sie bie jetzige Art der Bv- kanntmachung«veröffentlichung ober richtiger ge­sagt, viesiach -Aichtveröfsentlichung al« ein Ver­fahren bezeichnen bei bem da« Publikum gar zu sehr, im Vachteii ist. Die S t a b t ve r wa l t u n g B bringt nur emen Teil ihrer Bekttnnttnachun- f|cn In ber Prelle, bem einfachsten unb toirt- amften W-ege zur öftent sichen Äemttni«. bk übrigen Kundgebungen läftf f'te an Tafeln zum An'chlag bringen, unter den letzteren befinden sich Verlautbarungen, die für einen breiten Ted der Tinwohnerschafl oft von fehr arotter 2M<6- tigkeit find Dem Bürger wirb durch diese« Ver- fahien Augemutet, täglich ein- oder zweimal zu ben An'-iagtafcln wenn er überhaupt weih, wo diese sich befinden zu pilgern, um dort rach'ulehen wa« füi ihn Wichtige« etwa ange­schlagen ist Viele DctlhättSleut« haben, tote gn« brieflich unb münblid) erklärt wurde, tn dieser anspannung«reichen Zeil nicht die srite Stunde, den Weg >ui Tafel zu machen >nb dort die stäbtilchen Be l'iutf-aiungen ab ulcticilen Wie kei DeschäsiS» weit, gebt c« auch ?.l:n aaderen 8iru>obnem TTa.! 5< ( gcnb.it b>t. in tc:i verschiedensten Krei­sen i.r Burg ischast hriumzubörea. kvird sinden bah IsiShrt nicht allzu viel« Vkitbürger bie Bc- kanntn achunge.inlchlagc an ben Tafeln beachtet Hai n, c# ist eben nicht lebermannS Sach« unb Möglichke t eine Stehkur Der ten Anschlagtafeln , u nutUm unb lort a ich noch mit Bleistift unb Cd.r..bpat'«r zu hant: ren Bei bieser Sachlage ta1 ein lehr grober Teil der mit erheblichem B'aierial-, Kraft- unb Zeitaufwand h? itzutage r|k# sehr knstlpi lige Dinge' hergestellten An- |d läge sein: Wirkung lieber oWllg verfehit bie Bchörbe erreichte ihren Zweck nur unvvllkoaonen unb ten Bürgern «.ntfuinben durch Tterfämmitlte mancherlei Schaden und Verbrüh Zeder Tag kann nun ten ®intriti strengen Winterwetter# brin­gen Sollen die Bürger In dieser schlechten Wit- t<rung#perrobc auch auf den Dey zur Anschlag­tafel nngetoi.fen fein, wenn sie entchöptend er- fahren wollen, wo# die Stadtverwaltung mttteikt, unb sollen sie an Tagen an denen eiliger Winb durch die Straften fegt, oder Schncege'wber oder Vegcnfälle den Aufenthalt im Freien Dertetben, Abschriften der stäb'sichsr An'chiage machen? Danz zutreffend werden derartige vrtoägungen mancher Briefschreiber von diesen mit der Be­hauptung beantwortet, bah der einfachste, billigste unb auch wirksamste Weg die Veröffentlichung der Bekanntmach­ungen InderPressewäre. ber einfachste unb billigste, weil bei diesem Verfahren viel Schreibpapier unb Bureaumaicrlal tSchreibmaschi­nen. Vervielfältigungen ustv) erfpart werden fcnrn, ba# heute s.hr viel Dcld kostet, unb weil man die Arbeitskräfte, bie man für ben Anschlag in B Wogung fehl, mit anderer Tätigkeit nutz­bringender zu defchäfligen vermag der wirk- f a m ft c, well durch tic Prelle olle "Bert ff ent- Ild ungen dem breitesten Bürgerkrei# zu De» fid)l kommen, denn erfahrungSgemäh wird die Zeitung nicht mir von den Abonnenten, fanber® aud noch von vielen TRitiefem täcllich durchae- s<h n. unb hierdurch werden die Absichten ber Behörde rn weitgehendster Weise bet Verwirk- lidung nah«gebracht 3« ist un« natürlich be­kannt. tah die Stabtverwaltung ihr biSheriae« Verfahren mit SparfamkeitSmctiven beerünDet Aber c« erscheint doch febr zweifelhaft, oo unter ten heute cbtoalterC. PretSverhältnissen für Matc-rcal unb Arbeitskräfi« die Ersparnis wirk­lich so umfangreich ist. bah man ihr ,ul leb, b.r Bürgerscha'! täglich erheblich: Widrigkttm. mangclnbe Unterlid)tung unb Der TtertödlLing I selbst mir einen bescheidenen Teilerfolg ihrer Pläne

Zwei Freunde.

'mnan von Wilhelm Regelet

10 Fortsetzung (Aachdruck oorboten )

HanS Hane erstaunt, förmlich verlea.-n diese Trflärung mit angehört. die bn Munde seiner 'Vutter so seltsam unb zugleich wie ein Deftändnt« jrg Unb a>enn KlauS auch sei t guter Freund . so hätte er eS doch lieber gehabt, w.nn sie - ;f,m allein getagt hätte Später aber erhoben ibu Worte in diesei Zett bei DchmcrzeS um I -nie unb bo« Vichtbegrelfenkv inen# noch oft e Stimmen Unb immer quoll Glück und Schn- -ach, bmau# al« trugen sie eine Verbothung

Cungc roai Hans nicht mehr bei Gbenstock« "cirvter Durch den Umgang Im Dewerthlchen ufc war felr Intereite an ber Gärtnerei <m- c.hlich eingeichlaen Unb Flau Agne#, die 'n ich Klau« oon feiner Freundschaft mit Annte ähren hoben mochte, hotte nicht auf gehört, ihn c-jgicrlg zu fragen unb zu necken Seitdem bunt tr sich fern

Sine« Tage« vertraute Klau« ihm or^ bah '" ein Schwesterchen bekommen hatte Aber c# ***r nicht toic andere Kinder sondern, da e« zu ''üb gut -Sten gekommen, so zart unb gebrechlich.

man e« gleich hatte in Watte wicbeln müllea -Inb schon am nächste Morgen erfuhr Han«, bah ** Sestorben fei ____

Vach bei Schule such* er «einen alten Freund, den THefftri Obenftod auf ben er rxfcen denn Hau« in etnci Hof,da rocke .mrrcf tn der bte

Bukett« unb Kränze gebunden wurden ®r hatte einen 6traut weiter Roten oor sich liegen dir letzten, meist spitzkelchigcn Knospen be« Herbste« Tine Dame war bei ihm unb wahrend Han« be­scheiden in bei Tür stehen blieb, horte er In logen

.Aber getobe bie möchte ich haben"

.Ich kann sie Ihnen nich: lallen Aber ich habe ebenso l<hön» bunkelrote Sehen Sie nur. gnädige 5rau."

.Gewif». sie sind auch lehr tchön. Aber sie posten nicht für mcme-i Zw^ck"

tut mir herzlich leib Vielleicht kann ich Ihnen mit weiften Lhiytanthemen bienen."

.Vein, e« müsten weit.' Roten s-Z.n. Worum wollen Sie sie mir nicht Lallen? Sinb sie Ichon ort tauft?"

.Sie sinb nicht verkauft Ader ich brauche sie für mich selbst "

. Zc> wenn Sie Ihre besten Blumen für sich brauchen erwiderte bte Dame unb ging be­leidigt davon

. Die kommt nicht wieder," sagte Herr »ben- stack bekümmert .Unb « war eine gut? Kundin Warum habe ich nicht gesagt, fte wären schon verkauft?"

Han« streckte bem Meister feine Hand htn.

.Ich wollte Ihnen nur Jagen. Herr 8 ben ft ad. e# tut mir so leib Sie sind gewth tehr traurig."

.Za. Han«. Ich hatte mich so auf ba« Glück gefreut, unb nun ist ein Unglück darau« geworden."

.W'e geht H Ihrer Frau?"

.Schlecht. Ich hatte gehofft, da« Kindchen würde sie gelund machen. Der Doktor hatte auch gemeint, da« aaäre leicht möglich Unb mm hat H so kommen müsten. Ich versteh'« nicht."

Gr wischte Irin» beschlagene Bellte ab teeb

schüttelte traurig ben Kops Dann nahm er eine Knospe in seine hohle Hand, um sie nach ®ärlner- gewvhnhen ein wenig aulzublasen Ab- al« wenn sie ihm gerade in dieser geschlossenen Form am geeignetsten erschien,:, lieh er bie Hand wieder Irrten und schob ben langen Stiel durch die Kronzzweige

.Da« arme Würmchenl Die Mutter tonnt # nicht mal in ben Arm nehmen. Io Ichwach mar'e Abei weih man « denn - vielleicht mär'« nie |o start geworben, um all ben Kummer unb bte Sorgen, au« denen ba« Geben nun ma! bestchl. au eriragen.. Da« Kleine kann mir nicht leib tun Vur ein« versteh ich nicht. Han«, unb du verstehst e# auch ntch, Ihr mögt viel in der Schule lernen, aber ba« tonn einem niemand lernen. Ich hebe mh bem Plärrer gesprochen Herr Pfarrer, Jagte tch. wenn Gott nicht wollte, bah e« groh würbe, worum läh' er denn meine Frau bte Schmerzen au «stehen ? Warum tut er ihr bo« Oetb an? Za. Jagt der PJarrer, da« Lerb ist tx»u da. um bte Menschen zu läutern. Ohne ba« Leid würben sie übermütig. Ich bin nie über­mütig «»Zen Hon«, da« bannst du mf. glauben. Ich wäre glücklich genug, wenn sie e« träte. Und nun muh Ih-. ba« pafiteren Sollst leben, davon erholt fte sich nicht. Sie hat sich zu lehr gefreut Sie bot sich richtig festgeklammert an diele Hoff­nung Sie hat immer gesagt, ich weif, bestimmt. ti wird ein Mädchen. G« sollte Agne« bethen wie fte. Und fte hat ihm Kleidchen genäht, rota und hellblaue, wie fte fte trägt Unb nun nun muh ich ihr Jagen, d lebt nicht mehr Ich bring« nicht Jett'n Ich bring'« nicht fertig.

.Weih denn Ihre Fvou nicht baf) t» tot ist? .Bt« jetzt nicht Ste ist jo ta schwach haft

sie ton einer Ohnmacht in bie andere füllt Der Doktor logt, man muh c« ihr schonend bei bringen "

Titelt er 2 ben stock erhob den Kopl. und artl hochge? ^genei Stirn und aufgerillenen 3ugei Hon« anftatrenb, während c# um seinen Mund ttrsichen Weinen und hohn vollem Lach« zuckte sogt« er:

.Han«, ist e« nicht gerade al« sollte ich ihr Ichorend ein Messer in bk Kehle flohen 7"

Den ganzen Winter blieb Frau Gbenstock bettlägerig und wenn Hcm« sich nach ihr er­kundigte. hörte er nur. bo^ e« ihr immer noch nicht better ginge. Do« änderte sich aud) nicht ol« e« tote bet Frühling wurde

Sine« Mittag« aber, gegen Sn de April wollte Ha"^ seinen Freund einer Schulorb? wegen schn<,i eitoa« tragen Sr kletterte über die Mouer und lief In bte Gärtnerei Do fab er vor Rebstock am Hou« eine ihm fremde Gestalt, eingewickesi in ein g, aue« Umichlaaetuch au« bem mn da« Profil eine« hageren Köpfchen« bedeckt mit glanztotem, fuchsigrotem Haar, ba# hinten In einen dünnen Knoten zutammengewickelt war. hervvrbllckte

Srst al« sich der Kopf jetzt langsam zv isw hnNvondte und die rtefltegeiben Augen mh feit- lamer Schwere auf ihm ruhten erkannte er bat Gesicht Vor Schrecken unb an bringen ben Tränen toüre er am liebsten umgekehrt unb davvogeftürzt

er fühlte die iähe Angst auf feinem Gesicht verraten unb fühlte zugleich, bah er au« Barm­herzigkeit ndl der Kranken eine heitere TSteee armcpmeB vnb unbefangen erscheinen nruhte.

8»ttf«wmg folgt.»