Mittwoch. 3. ©Höbet 1928
113. Zahrgmg
GietzenerAnMger
General-Anzeiger für Oberhessen
ttretf mb Dtrlet: vrShffch« Uitoerfltält-Bwd)' und Stetabmderd R. Lange tw Dietzen. Schriflletlnn- unö DeschLstrftele: 5ch,l»ratze 7.
nr. 232
Srsche nr logll©. e»b« Sonn, tmb 3*lertagi, wittKrSomotaosMIog« GtrhenrrFamtltend lütter • o*twBt$e|s»telt 20 Toll tonen Mark ein. ich Netzt- Trügerlohn, auch b. Nichterichelnen tinjtbt. Dummern btfolgel)6l>ere Gewalt. - 3ern Ipte©» »oschlllss.-fürdieLchrift» leüung 112. für Verlag ■nb t5elchast»st»üe 51. Knfchrist für Drahtnachrichten Luzetger Metze«.
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Das Schicksal des hessischen Staates.
Ton Pros Dr Sommer. Veh. Tteblatnalrai tn Dietzen')
Seit der Besetzung von Abeinhessen durch die Franzosen ist die Lage de« hessischen Staate» Immer schwieriger geworden Der jetzige hessi'che Staat, der den südlichen, am Anfang de» vorigen Zahrhundett« durch Rheinhessen erweiterten Teil de» alEti hessischen Staate» darsteUt. besteht au« den Provinzen Starkenburg und Rheinhessen sowie der Provinz Oberhessen, die seit 1866 durch preutzische« Gebiet Don dem südlich des Maine« gelegenen Teil de« Lande« getrennt ist Diese Zerteilung de« Staate« In eine nördliche und südliche Änsel. zwischen denen da« grotze Der- kehrSzentrum Sranfhirt lieg«, bat im hessischen Staat«leben weitgehende Solgen gehabt Trotz dieser Schwierigkeiten hat der hessische Staat von jeher al« Wittel- und Bindeglied zwi- schen Bord- und Süddeutschland eine viel grotzerr politische und kulturelle Bedeutung gehabt, al« e« feinem bn Bergleich zu Preutzen und Bayern geringen Umfang entspricht Sine Zerreitzung tx-6 hessischen Staate« wäre in jeder Beziehung in der Organisation von Deutschland ein schwerer Fehler Schon Ende de« Jahre« 1918 war diese Defahe vorhanden, al« zuerst der von den Franzosen begünstigte Plan einer rheinischen Republik auftauchte Damals, kurz nach der Revolution, war Deutschland tatsächlich tn eine grobe Wenge von Beinen Demeinwesen unter Leitung von Arbeiter. und voldatenräten ausgelöst, und e« erhob sich die Frage, wie der Reubau de« Reiche« geschehen sollte.
In diesem Zusammenhang habe ich am 21 Dezember 1918 iin .Siebener Anzeiger" unter dem Titel Drvtz-Hessen auSgeführt. datz die Reugliederung de« Reiche» aus slanrmeSge'chicht- llcher und wirtschastSpoltttscher Grundiagc erfolgen müsse, und datz die Zusammenfassung von (Horb- und Südhessen nebst Waldeck. Hesf-n- Rassau, Frankfurt a. TL. dem «reise Wetzlar und am besten auch der linksrheinischen Pfalz zu einem erweiterten hessischen Staat notwendig sei. Sm Anschlutz an meinen Aufsatz kam ein Zusammengehen mit dem vorher in Kassel gegründeten £yefHMxn Volksbund zustande, dessen Vertreter mehrfach in Dietzen zusammen mit denen von Oberhessen und dem südlichen Hessen getagt haben Dietzen war dabei da» Bindeglied zwischen Torf* und Südhessen Die>e lebhaft begonnene Bewegung ist seitdem von verschiedenen Seiten gestört und von anderen, die an der Erhaltung de« hessischen Staates lebhafte« Interesse haben sollten, nicht genügend gefördert worden. Datz die hessische Regierung, mit Rücksicht aus da» Verhältnis zu Preutzen im Reich, sich dabei ganz zurückgehalten hat. ist erklärlich Auch war durch die französische Besetzung von Rheinhessen unb Teilen von Hessen-Rassau da« weitere Betreiben dieser rein deutschen Angelegenheit, die auf Grund de» § 18 der deutschen Reichsverfassung gelöst werden mutz, sehr er- schw--rt. weil tm besetzten Gebiet jede Agitation für Srotz-Hessen in den Anschein eine« franzoienfreundlichen Separatismus kommen konnte
Unterdessen haben sich nicht nur die Verhält- niste im Westen de« Reiche«, sondern auch die Beziehungen von Preutzen. Sachsen und Bayern aus innerpolitilchem Debiel so zugespitzt, datz jeder politisch Slnsichttge tn Hessen sich über da« zukünftige Schicksal unsere« Staate« klar werden mutz Wirb Rheinhessen vom jetzigen hessischen Staat abgetrennt. was hoffentlich gerade durch die Bestrebungen de« Hellilchrn Volksbunde« noch verhindert wird, so ift der jetzige hessische Staat fium lebensfähig, und besonder« für die Universität Sieben ergibt sich tn diesem 3uktnrmenlwing eine gro*"e Gefahr Daher werden seit längerer Zeit im Gegen- s a y zu den Bestrebungen de« Hessischen VollSbunde« Pia-re erörtert, d'e auf folgende Kombinationen binauölaufen Starkenburg soll zu Baden oder Bayern kommen. Ober- Hessen entweder zu Preutzen. »ir Rheinischen Republik oder nach neuester Version zu Bayern Tatsächlich bat ein preußischer Agitator in Kastel, Atme Die .Rheinisch-Westfälische Fettung' die An- oerleibung von Ober helfen in Preutzen bett ieben Von anderer Seite wird Ober Hessen da» zwischen Fulda und Limburg liegt, in die Rheinische Republik cingeorbn.-t. Datz Ober- besten bayerisch werden soll, bedeutet die Umkehrung de« prcutzischen AnnexionlSmu« in der Richtung nach Horben.
Allen dieser Pläaen gegenüber will ich die Stellung de« Hessischen BolkSbunde« zu dielen Fragen hier kurz bezeichnen 1 Wir lehnen eine Einordnung de« hessischen Llnate«. und zwar de« ganzen sowie be» ober hessischen Telle«, in eine rheinische Rrpubll' völlig ob. 2. Wir protestieren gegen die Abtrennung von Rheinhesten sowie gegen eine Zerreißung des hessischen Staate» mit Austeilung an Baden oder Bayern einerseits. an Preutzen oder Boyern anbcrerfelt«, ebenso scharf wie gegen das Ausgehen in einer rheinischen Republik. 3. Wir befürworten im Rahmen de« Deutschen Reiche«, gestützt aus den § 18 ber Reich«Verfassung, einen Anschlutz sämtlicher alt- hessischen Gebiete, sowie von Waldeck, Hessen - Rostan. Frankfurt a W, dem Krei« Wetzlar und. .roch meiner Urberzeugung. zweckmätziger- weifc auch der Rheinpfalz an den be st ebenden hessischen Staat. IedensallS hat. wie
') Wir geben ben Ausführungen trotz der hochgelvannlen politischen Lage Raum, weil wir bollen datz er auf Älärunc der Situation bet- tragen wird. D Red
au« verschiedenen .feile- bevoorgebt. die Schick- salSstunde be;. helsischei Staate« geschlagen. 2Li Stelle seiner Vernichtung durch Au-teilu.ig mutz Ergänzung auf dem Boden der ReichSoerfassung gelchehm Delbstver- ständlich Hallei wir im Hinblick auf diese eine Volksabstimmung in den genannten Gebieten für aotDenblg.
Die Rolle der Franzosen am Düsseldorfer Blutsonntag.
Conbon. 2. Okt (Wolff.) Der .Daily Telegraph" veröstentlicht einen Bericht seine« Sonder- becichlerstalter» in Düsteldvrf. in dem sestgestellt wird, datz die Schutzpolizei, al« sie zur Wiederherstellung der Ordnung ihren Standort verlieh, von den Separatisten sofort bei ihrem 8r- scheinen mit s cha rsen Schüssen empfangen wurde. Die Schutzpolizei habe diese erwidert. aber ibce Rude bebalten unb »»nächst in die Lust gefeuert AlS ste der an
dauernden Schietzerci bet' Separatisten auSgeietzl war. habe sie energisch eingreifen müssen Die Tatsache, datz sich unter den 10 Getöteten und 70 Verwundeten drei getötete und 13 verwundete Polizisten bclanben, fei ein Beweis dafür, datz dir Polizei einem entschiedenen bewaffn et en
Widerstand geqenäbergefianbex
habe Der Berichterstatter erklärt, ss fei wichtig, dir« zu betonen, da eine Darstellung der Separatisten weit verbreitet worden sei, derzufolge da« getarnte Vorgehen der Polizei vorsätzlich geplant und brutal durchgefühtt worden wäre Dem Berichterstatter zufolge wird txc Tötung der beiden Polizisten durch Separatisten vor den Augen der französischen Kavallerie vollkommen bestätigt durch einen amerikanischen Studenten au« Oxford. der diese Episode auS kurzer Entfernung milerlebte
Der Düsseldorfer Berichterstatter der .Xbnef" schildert, tote
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wollen Unter diesen Umftänbcn hat sich dir Lage
Die Krise des Kabinetts Stresemann.
Das Verlangen des Kabinetts nach erweiterten Vollmachten. — Sozialdemokratie und Mle^rarbett Die Frage der ganz grohen Koalition. — Rücktritt der Minister Dr. Luther und von Raumer.
Berlin, 3. Okt. (Pitv-Tel) Der Reichskanzler bat Dienstag vormittag 10 Ubr eine Be- lpiechurg mit den Führern der KvalltionSparleren unter Hinzuziehung eine« Vertreter« der Bayerischen VolkSpartei gehabt In dieser Besprechung hat der ReichSlanzler den Inhalt der Rede skiz- zieit, die ursprünglich am DienSIag nachmittag im Reichstage gehalten werden sollte Die Einzelheiten der Ausführungen de« Reichskanzler» waren die Wahnahmen, die zur Steigerung der Produktion notwendig find
Die Reichsregierung beabsichtigt. wie der Kanzler den Parteiführern mitteilte, im Reichstag ein GrmächtiguogSgeseh efuzuhrmgtn, do« bet» Kabinett Dollmachien geben soll, selbständige Maßnahmen auf sozialpolitischem, s in anziel, lern wnb wirtschaftlichem Gebiet zu treffen. Die Regierung glaubt, datz sie in der gegenwärtigen gespannten Lage einer selchen Ermächtigung bedürfe, um ohne die Hemmungen de» normalen Gesetzgebung»!^! riebe» rafch arbeiten und die schwere Aufgabe, die die öanlcrung der Währung und de« Sla'.S ihr stellen. ohneVerzögerung durchführen zu lönneii Zn erster Linie denkt man an eine Vereinfach arg be« Sleueilystem«. Abbau de» Beamtenköiper«. Vereinfachung und Verbilligung der Sozialveilicherung. auf ber anderen Seile Befreiung der Wirifchaft von gesetzlichen Hemmungen wie DemrbilmachungSbestim- mungen und dergleichen, bie Möglichkeit besserer Ausnutzung der Arbeitszeit innerhalb de» Rahmens be« Achtstunbenlag«». vielleicht auch Verlängerung der A>b-i's^eil im Bergt - - bann lleberwachung der PreiSprliiik der Önnbifate und Vionopole durch eine An von Knrtellgeletz Die Verordnungen, die die RZch.Sregierung auf Grund be« Ermächtigungsgesetze« e lätzt. s. llen auf Verlangen be« Reickö'ageo a.itzer Kraft gesetzt wer- ben können Die Eimächtigungen sollen zunächst biS zum 31 Wärz 1924 gelten
Schon über ben .Umfang dieser Ermächtigungen ergaben sich
weitgeherde WeduwgLversthiedenheitea.
Die Sozialdemokraten erhoben öiniren- düngen gegen die Ausdehnung auf wirtschaft«- unb sozialpolitisäze Gegenstände, auf der anderen Seite verlangte die Deutsche VolkSpartei. datz die Regierung sich in der Erklärung von den Fesseln de« Achtstundentages gänzlich srei- mache Der Reichskanzler- selbst wollte e» dagegen der Regierung überlasten, die Arbeitszeit tm Rahmen grundsätzlicher AneOennung de» Achtstundentage« gegebenensall« den De> hältnissen anzupaslen
Autzenpolistsch beruht bi: Regierungserklärung ouf Einschüssen von nutzet ordentlich weittragender Bedeutung Ci » rht ditz Konsegu. nz-n auS einer zweif.'ISf:ei gegebenen Lage ES ist Har. datz bie französische Regierung nicht verbandeln will, sondern auch nachEinstellung be« passiven Widerstande« den stur« ihrer bisherigen Politik weiter verfolgt Dabei ist namentlich die Art. wie sie dir Wiadeieinstel- lung ber deutschen Beamten behandelt, für Deutschland unerträglich
Der Diensteid, den man den Beamten ans. zw'ngen will, dedentet einen uuverhullteu Gin« griff in die deutschen HoheitSrechte. Gs ergibt sich an« der ganzen bisherigen Regierung«, polttik von sechst, dah da« Kabinett diesem
Vorgehen nicht ruhig znsehen wird.
Die RegierungSeivärung lätzt keinen Zweifel daran, datz da« Kabinett entfchlosten ist ouf M« nanzosische Vorgehen die einzig mögliche Ani- wvN zu erteilen, nachdem nunm hr ber endgültige Beweis dafür Dodiegt. datz di französische Regierung in keiner Weile bereit ist, über die Regelung ber Wiederauf 'ahm? der Arbeit in ben besetzten Geboten mit Deutschland zu verhandeln Der 6toatö|efictär be» AuSwürligen Amte« hat in den letzten Tagen zahlreiche Besprechun- gen mit dem französischen Botschaf - i e r über dir Frage drr Wiederaufnahme der Arbeit gehabt ohne datz viSber auf ganz bestimmte deutsche Vorschläge irgendeine Antritt erteilt wäre Frankreich Hai also die Abltcht. rücksichtslos an Rhein unb Ruhr feine Wacht - ftellung auSzunutze-n. unb England schalnl. ab- gesehen von e Niger beruhigenden liberalen Preffe- ftimmen, Franktech vorläufig nicht stören zu
im Ruhrgebiet wesentlich ander« entwickelt, al« man bei dem plötzlichen Abbruch be« passiven Widerstande» vrnau«fetzte.
Br« beute haben die in Betracht kommenden wirtschaftlichen Organisationen ber Arbeit.-r. Arbeitgeber. Angestellten und Beamten e» abgelebni. ouf bie von ben BesatzungSbeHörden und der Siscnbahnrezie aufgefl.'lltcn Bedingungen einzu- gchc. Dam-.! ist brwlrsrr., datz der Widerstandswille im Ruhrgebiet gegen «ine vollständig« Kavitnlation noch vorhao» ben ist
Die vom Reichskanzler über die auSwärlige Politik vvrgebrachten Anschauungen haben bann beton ber» die Vertreter der Sozialdemokraten veranlatzt. von einer sofortigen Stellungnahme. die sonst in dielen Besprechungen üblich ist. nbzusehen Auch die bayerische Frage ergab weitere Differenzen zwischen So- zialdemvkralie und Regierung Während bie Regierung glaubte, zunächst von einem unmittelbaren Einschreiten absehen zu sollen, verlangten die Sozialdemokraten, datz durch ReichStagSbefchlutz oder durch Eingreifen de« ReichSprälidenlen bie bayerische AuSnahmeverordnung alSbald aufgehoben unb Gewähr dafür geschaffen werde, datz daS Reichsrecht auch in Bayern angewandt werde
Schlietzlich ergab die Forderung der Deutschen Dolkspartei, durch Hiuzutritt von Vertretern der Denftch. nationalen Volküpartei zur sogenannten gan- großen Koalition zu erweitern, neue erhebliche WeinungSverfchiedenheiten Der Standpunkt der Deutschen VolkSpartei komm, in einer Zuschrift ihre« Verfitzenden Dr Scholz zum Ausdruck D« heitzt da u a. Bei der Besprechung ber Parteiführer wurde von mir die Frage zur Erörterung gestellt, ob in Anbetracht ber heutigen höchsten Rot de« Vaterland«« c« nicht angezeigt erscheine, die Regierung a u f breitest» Basi « zu stellen und tn ihr alle diejenigen Parieren zu vereinigen, bie auf bem Boden der staatlichen unb finanziellen Ordnung stehen In ber Frage, der ReichSvegierung weitgehende Ermächtigung zur Durchführung der notwendigen Gesetze auf finanziellem, wirtschaftlichem und sozialem Gebiet zu erteilen, vertrat ich ben Standpunkt, datz meine Fraktion vorauSfichtlich die Zustimmung zu dieser Ermächtigung von der anderweitigen Besetzung be« einen oder anderen Rcssort« abhängig machen müsse Endlich betonte ich. datz die alle Forderung der VolkSpartei nach Steigerung der Arbeitsintensität zweck« Erhöhung der Prod.iktivn, bie in gegenwärtiger Zeit be'ondere Bedeutung gewinnt, weiterbestehe. und datz man letzten Ende« auch nicht vor einer Verlängerung der Arbeitszeit in den dazu geeigneten Betrieben zurückschrecken dürfe Alle diefe Fragen wurden von mir erörtert Von ultimativen Forderungen, in«- befenbere dem Reichskanzler gegenüber, kann nicht bie Rede sein
Heber den Verlauf der sich dieser Besprechung cmfchliehenden
FrattionSsitzuogen tm Reichstag wird un« aus parlamentartfchen Kreisen folgende« berichtet 3n der FraktonS- fitzung der Deutschen VolkSpartei war der Reichskanzler selbst anwesend und legte der Fraktion sein Programm dar Diese stellte sich durchaus hinler seine Potiiil. Die Dcatt che Valks- r-artei sprach lediglich den Wunsch au«, datz bei einer eventuellen Aenderung imReichSornäh» r u n g S m in i st e r i u m die Wiedervefetzang durch eine Persönlichkeit erfolgen fall, die daS Vertrauen der weitesten landwirt'chattlichen Kreise genieße Rnch einer noch nicht verbürgten Pressemeldung sollen der ReichSernährungSminister Dr Luther und der ReichSwirtfch-aitsminister von Raumer zurückgetreten sein
Da« Zentrum hat ebenfalls beschlollen. dem Programm de« Reichskanzler« zuzusttmmen ES lehnte auch eine Erweiterung be 6 Kabinett« nach recht« nicht ab wenngleich e« ausgemacht fein dürfie. bah da« Zentrum auch an einer Mitarbeit ber sozial demokratischen Partei sestha11en möchte Die demokratische I Fraktic crflädc. datz sie auch an bei Persaner»-
frage nicht interessiert fei unb datz sie für da« vom Kabinett beabfichtigte Ermächtigungsgesetz stimmen würde, aber
nicht hi einem Kabinett mti btw Dentfch- nationalen zusammen bleiben würde. 3b diesem letzteren Sinn entschiede» sich a»ch bk
Sozialdemokraten.
die ferner bezüglich be« Ermächtigungsgesetz«« in'ofem eine zustimmende Haltung clnnebmeit al# e« sich auf bie Währung«- unb ZinanzpotttU bezieht Dagegen lehnen die Sozialdemokrat«» da« ErmächNgungSgefetz ab. soweit eS sich auf bfe wirifchastllchen und sozialen Fragen be- zieht Autzerdem halten sie daran sest, datz thee drei Minister im Kabinett verbleiben
Da« Reich« ka binett trat gestern abend 4> - Uhr zu einet nochmatigen Sitzung zusammen, um zu der durch die ErNärung der Statttow» gclchafsenen Lage Stellung zu nehmen. Die B»- ral ungen betiakn insbesondere die Frage b« Mehrbelastung der Wirtschaft, die da» Kabinett auf Grund deS ErmächitgungSgefetze« durchzuführen gedenkt Die soziatdmrokrattfch« KabinetiSmitgliedei werden über die getroffenen Vereinbarungen ihrer Fraktion Bericht erstatten, die ibrerfett« ihre Stellungnahme bt« heute mittag dem ReichSkanzl'u zur Kenntnis bringen wird. Rach bem Stande der Verhandlungen erscheint e» nicht ausgeschlossen, datz bie Stellung der Sozialdemokratie zu, bayerischen Frag« noch etne 2tai- berung erfährt unb datz eine Einigung über bk anderen in Betracht kommenden Fragen stch ermöglichen lätzt Die ReichSiagSsitzung wurde aus einen unbestimmten Termin vertagt.
Die Sicherstellung der (Ernte.
Berlin. 3 Ott (WTB> Die Sicherheit»- oeihäUniste auf dem füzchen Lande nehmen auch die Aufmerkfamkell der ReichSvegierung in Anspruch. die in einem Rundschreiben an die Landesregierungen anregte. Vereinbar ittgen zur gegen! eiligen Hilfeleistung zu treffen, wo bie eigenen fßolueffrüft* nicht au»retchen einem besonderen Rotstande abzuhelfen Unbeschadet der Polizeihohetl der Länder wird tm Hinblick auf bie erhebliche Beteillauna be» Reiche« an ber Unterhaltung ber Pvlizeekräfte bi« 'Bertoenbuna ber Polizeiorgane ber Länder nicht nur für bie Interessen be« eigenen Lande«, sondern auch für da» deutsche ®efamti nie reffe tn Gestatt einer polizeilichen Grenzhllfe ertnactel
Außerbeur wirb »ach der» Vorbild« Preuße»« die Bildung eine« Fttrrfchutze« empföhle», em da« platte Saab vor gewaltsame» ebüDirbm» gen gegen Produktion und Ge»te W schütze». Em solcher Flurschutz soll hr ber Regel daS Gebiet de« DrmeinbebezirkS nicht überscheetten,- wenn auch im Einzellall gegen da« Zusammenwirken verschiedener Flurschllhabteilurwen nicht« emgewendel werden mag. so wird doch die Bildung eine« freiwilligen Flurfchatze« unter Führung eine« Landjäger« ober eine« Schupvboim- icn ben Schutz be« flachen Lande« gewährleisten Uebrigen« ist eine beschleunigte, ausreichend« Ablieferung der Ernteerträge durch bi« Erzeuger als da« beste, wirksamste Mitteigegen Plünderungen und Au«fchreitungen auf dem Lande anzusehen
Die AussSsoog deS sozialistisch«» TelbftschatzrS in Bayern.
München 2 Ok, <WTB> D«r B«lrtt» unb OrtSvvrstand München der Sozlaldemokratt- Ichen Partei bat bie Ortsgruppen von Südbayer« und Schwaben aufaefotbert. die SicherhettS- abteilunaen der Sozialdemokratischen Partei auf Erund der Verordnung be» Den er al^kurt« tom» miHar» al« a u f g e I ö ft zu betrachten. Den bisherigen Führern unb Manns chatten der Sicherheit »abl ei langen wird ber Dank der 'Partei ausgesprochen und bemerlt. datz man nur ber Gewalt gewichen fei, datz die Partei aber bie (t r « n g ft e Durchsührung der Auf- (b,ung»antoelfang verlange.
Wegen Verdacht« der Teilnahme an der kürzlichen Schietzerei tm Brüdermühloiertel. über die wir berichteten, wurde ber Apotheker Bouisson verbastel Boaiffon war bc r Ge 11 er ber ausgeh ob enen ! ozlaldemokra- tifchen Schutzabtetlungen, bvch hängt
Tragen vo» Waffe» berechtigt ist, der Berichterstatter jedoch »icht eetbeda toaste, ba» die 5ienef«» irgeidweiche Separatist»», bie tm Besitz vo» «affe» »et», behelligte».
Wie bet Berichterstatter schreibt, geben t* Franzofen zu, datz die Schietzeoei nicht von ber grünen Polizei eingelettet würbe, behaupten ajez. datz sie von .Agent« provoocucur«'' Hervorgerufe» wurde.
3n einem Schreiben an den Regierung Präsidenten tetlt General Denvigne« mit. dach die Düsseldorfer Schutzpolizei a u f g e l ö ftfete» die Stadtverwaltung verpflichte' werde, bte MW- murvile Polizei zu verstärken Heber menfetzung. Stärke und Beuxafsnu.^g der^Pol»« sowie über ben Zeitpunkt, H« zu welche» Vie Organtfattoa beendet sein müsse. Derbe btt d«. nMnhi»renbc be» omaertot1** aoch Ao» schriften erfassen Di« Angehörta«. der Sch»»» Pollzei sind talmriert.


