halbes Pfund Mar -
10. Fortsetzung.
(Nachdruck verboten.)
Als Heinz keine Antwort erhielt, kehrte er auf diese Erde zurück. Der Baalstempel versank mit seinen goldenen Zinnen in dem brausenden Ge-- woge des Nichts.
Lene sagte ihm Lebewohl, ilnb draußen hatte es zu schneien begonnen.
Heinz riß das Fenster auf. Es schneite, gottlob, es schneite I Die Luft war kalt und rein Der Mittag schwamm wie ein schwarzer Schwan in den Abend hinüber, auf der Straße war ein Nebel von fallenden Flocken.
Hinaus auf die Straße!
„Dem hätte ich die Augen ausgekratzt, wenn tch das gehört hätte," rief die Lene wild.
„Da wirst du dich daran gewöhnen müssen, liebes Kind," bemerkte Heinz gelassen. „Aber du wirst es nicht hören — und vor allen Dingen mir nicht zutragen!"
Die Tante reckte den Oberkörper.
„Also achthundert Mark. Was kostet deine Wohnung T
„Hundertfünszig."
„Aa, hör' mal, das ist aber Verschwendung für einen einzelnen Herrn! Die Wohnung könntet ihr beibehalten, und die Wirtshausbrennerei hört auf, das ist ohnehin billiger — ja, da wär' es vielleicht am besten —"
Sie schwieg und sah die Lene an.
„Ja, am besten," wiederholte die zögernd.
Heinz lieh sie ruhig ausreden. Wie sie so sein Geld einteilten, sein Geld, das er mit seiner Kunst verdiente, da regte sich etwas in ihm von dem Zorn Simsons, als er in die Hände der Philister geraten war.
„Diel Kleider braucht die Lene ja nicht," sagte die Tante, „And dex Heinz hat alles so nobel — da könnt ihr noch zurücklegen."
Er stand auf und dehnte und reckte lachend die Arme und sah kraftvoll und schön aus wie ein junger Gott in diesem Augenblick.
„Meinen Sie? Dis jetzt bin ich noch nie ausgekommen mit meiner Gage!"
Lene wurde kreideweiß.
Die Tante aber lehnte sich stocksteif zurück.
„Was hast du denn da gemacht?"
„Dorschuh genommen."
(Fortsetzung folgt)
„Hast du den Zahn?" fragte die Tant' scharf, als Lene erhitzt und doch kalte Schneelust mit sich führend in das öde Hotelzimmer hineinplatzte.
Die Lene pflanzte sich groß vor ihr auf.
„Tant'I Ich hab' dich angelogen I Ich war gar nicht beim Zahnarzt! Beim Heinz war ich! And du muht es heute noch herausbringen, wie es mit seiner großen Gage steht. Denn entweder es wird geheiratet, oder es wird nicht geheiratet. Aber das sag' ich dir, Tant' — auf die lange Dank wird's nimmer geschoben, sonst wird der Heinz am Theater noch vollends verrückt!"
„Wär' er Llnterlehrer geblieben," sagte die Tant'. Sie zürnte der Nichte durchaus nicht mehr. Die war ja gottlob ganz vernünftig.
And was bietet die Presse für den bescheidenen Bezugspreis ihren Lesern! Wer könnte es wagen, die vielfachen Vorteile der Zeitung, die sie der Oeffentlichkeit auf allen Gebieten des privaten und öffentlichen Lebens bietet, zu bestreiten? Jeder denke nur an die hundertfachen Gelegenheiten, wo er h e r s ö n l i ch aus der Zeitungslektüre Nutzen gezogen hat! And wenn er sich das recht überlegt, dann sollte er sich auch unter den neuen Verhältnissen sagen, daß. es Pflicht ist, die Presse in ihrer schwersten Zeit zu unterstützen und zu fördern — der Gesamtheit und auch sich selbst zum Dortell!
Hessische Maßnahmen gegen den Ausverkauf durch Ausländer.
Das Aufkäufen von Waren, darunter zum Teil von solchen des dringenden Lebens- bedarfs für die einheimische Bevölkerung, durch Ausländer nimmt infolge derherr- chenden Geldentwertung in letzter Zeit in bedrohlicher Form überhand. Die hessische Regierung hat daher Anweisung gegeben, diesen Auswüchsen durch streng st eHand- habung der für die Ausländer gültigen Paß - und Meldebesttmmungen nach Möglichkeit entgegenzutreten. An den B a h n- Hofen größerer Städte soll eine f o r t l a u- ende Kontrolle des reisenden Pu- bltkums stattfinden. Dabei sind Ausländer, die ich gricht im Besitz eines gültigen Passes befinden, anzuhalten; die Kreisämter sind ermächtigt, die Landesverweisung gegen diese Leute auszusprechen und durchzuführen. Ferner soll eine geeignete Aeberwachung des Automobtlverkehrs (ausländische Kennzeichen und Nummern!), namentlich an der Grenze des besetzten und unbesetzten Gebietes, wirksam einsetzen. Falls von den Kreisämtern eine Aeberwachung der Züge für notwendig und zweckmäßig gehalten wird, sollen entsprechende Anordnungen getroffen werden.
Die neuen Eisenbahnfahrpreise.
den Betrag für ein heute mit 120 Mk.
*• Die Trocknungspreise für Frisch- obst bei den Elektrizitätswerken werden im heutigen Anzeigenteil angegeben.
** Für La st fuhrwerke. Eine Bekanntmachung im heutigen Anzeigentell teilt mit, wann die Fuhrwerkswage am Neustadter Tor geöffnet ist.
** Der Gaspreis wird nach einer De- machung des heutigen Anzeigenteils vom 1. September ds. Zs. ab auf 9,20 Mk. für den Kubik- Meter erhöht.
** Erwischter Kupferdieb. Gestern wurde hier ein Arbeiter aus Wißmar festgenommen, der bei einer auswärtigen Firma beschäftigt ist und dort Kupfer im Werte von etwa 10 000 Mark entwendete, das er bei einem hiesigen Althändler zum Verkaufe anbot. Das Kupfer wurde beschlagnahmt und konnte der Firma wieder ausgehändigt werden. Der Täter wurde dem Gericht zugeführt.
** Fahrraddiebstahl. Gestern nach mittag gegen 33/< Ahr wurde aus dem Hinteren Gastzimmer einer hiesigen Wirtschaft ein Kihr- vad gestohlen, das dem Täter, nachdem er es einem hiesigen Fahrradhändler zum Verkaufe an- geboten hatte, wieder abgenommen und dem Eigentümer zurückgegeben werden konnte.
** Gestohlen. 3n der Nacht zum Sonntag wurden aus einem verschlossenen Garten durch Aeberst eigen zwei fast noch neue Kartoffelsäcke und ein Prinzehrockchen im Werte von 300 Mk. gestohlen. Der eine Sack ist in der Mitte auf beiden Seiten mit dem Namen Otto Scheel gezeichnet (Tintenstift).
rm. Keine vierteljährliche Vorauszahlung der Deamtengehälter. Wie amtlich mitgeteilt wird, ist die Nachricht, daß die Gehäller der hessischen Beamten vom 1. Oktober ab vierteljährlich im voraus, und zwar im September bereits am 21., ausbezahlt würden, unrichtig. Ebenso entbehrt die Mittei-
decken noch nicht einmal Pfund Seife, das man bezahlen mutz, oder für ein ______ .
gar ine, die jetzt auf 180 Mk. pro Pfund steht oder für einen Viertelliter 7" " - “' '
Was bedeutet der neue Bezugspreis unseres - Tickes im Verhältnis zu den anderen, heute überall geläufigen Warenpreisen? Bedenkt man. daß das Schweineschmalz heute 240 Mk. ^ro Pfund kostet, so kann man errechnen, daß der Bezugspreis des (Siebener Anzeigers im ganzen Monat nur wenig höber als der Dietelpfundpreis für Schmalz st.ht. Tatselbe Verhältnis trit! zutage, wenn man den Butterpreis von 240—250 Mark pro Pfund in Vergleich mit dem Zeitungs- prers stellt. And wie ist es mit anderen Lebens- 2^11^6^"? ®in Matjeshering kostet 21 Mk.. die Kosten für vier dieser Fische überschreiten also den Abonnementspreis unserer Zeitung. 75 Mk. monatlich für das doch auch lebensnotwendige Blatt sind gleichbedeutend mit li/4 Pfund Nudeln ober Reis ober (SrMen, mit H/2 Pfund Mehl oder Ma lzkaffee. 75 Mk. Monatsabonnement
ober etwa 8 Eier hinreichen zur Bezahlung des I setzten rheinischen Gebiets ohne weiteres die Post- September-Bezugspreises für den (Siebener An- Überwachung ausüben lassen. Nach den bisherigen Seiger. Denkt man schließlich gar an die Steige- ----------- - - - y
rung der Schuh-, Kleider- und Wäschevreise.
so kann nicht bestritten werden, dab die Zeitung, auch im Verhältnis gerechnet, noch am aller- bescheidensten in der Preisentwicklung nach oben geblieben ist.
Baalsfempel.
Roman von Margarete v. Oerhen F Ü n f g e l d.
' triebsrate-Generalversammlung den heutigen Schritt billigen und sobald wj? möglich eine ® Versammlung einberufen werde, die den Reichs- betnebsratekongreb vorbereitet. Andernfalls soll der Kontrollausschuh eine Vollversammlung einberufen und den Betriebsrätekongreb organisieren.
Die Teuerungsattion
der Beamten und Staatsarbeiter.
Berlin 31. Aug Einer Abordnung von Dsamten und Staatsarbeitern, die im Reichs- finanzmrnisterium ihre Wünsche um Erhöhung öer i,®Hcrun9^äuI<ige vortrug, wurde von Regie- rungssette erklärt, dab die Regierung von sich aus bereits den Entschluh gefaßt habe, Er - n^Le.n e r Bezüge vorzunehmen. Am nächsten Dienstag sollen die Verhandlungen im Reichsftnanzministerium beginnen, in denen auch über die Erhöhung der Nebenbezüge, wie der Aufwandsentschädigung, Desahungszulage, Nacht- dtenstgebuhren usw. gesprochen werden soll.
UUDUVIII OiSyengei
' Wahrnehmungen verfährt sie auch dementsprc- . chend und läßt auf bestimmte oder unbestimmte , Zeit bald in diesem, bald in jenem Orte des be° : setzten Gebiets eine Aeberwachung des ' P 0 st v e r k e h r s in mehr oder weniger grobem Umfang eintreten. Da die Anordnungen über : Ort und Zeit derartiger Postüberwachungen ganz 1 von dem jeweiligen Belieben der Belatzungs- ■ behörde abhängen, lassen sich nähere Angaben darüber nicht machen. 3n letzter Zeit sind 1 derartige Aeberwachungen besonders fettens der französischen Desahungsbehörde in erhöhtem Maße ausgeübt worden. Wenn auch die Aeberwachung in den meisten Fällen nur einige Tage gedauert hat, so scheint sie doch infolge ihres unvermuteten Einsehens Ergebnisse gezeitigt zu haben, die für die davon betroffenen Perso'nen unangenehme Folgen haben können.
Neben dieser offenen Postüberwachung, die den Empfängern der davon betroffenen Sendungen durch Derschlußstreifen bekannt wird, erfolgt zeitweise an einzelnen Stellen noch eine weitere heimliche Aeberwachung, ohne daß die ihr unterworfenen Sendungen äußerlich gekennzeichnet werden. Von der Geheimzensur werden besonders Sendungen von und an Behörden und von und an Handelsfirmen erfaßt. Derartige Fälle sind insbesondere bei der Zensurstelle, die diss ftanzösische Besatzungsbehörde bei dem Postamt in Düsseldorf eingerichtet hat, und bei der von der belgischen Desatzungsbehörde in Duisburg eingerichteten Postüberwachungsstelle festgestellt worden. Aber auch Vorgänge bei anberen Zensurstellen haben die Annahme bestätigt, daß die Postüberwachung vielfach zu einer geheimen Handelsspionage aus- genuht wird. Es ist daher dringend geboten, datz besonders Absender von Briefen nach dem Drük- kenkopf Düsseldorf größte Vorsicht beobachten und Mitteilungen, dje ben Desatzungsbehörben NM bekannt werden sollen, nicht auf einem De- örderungswege an die Empfänger gelangen lassen, der die Sendungen der Gefahr einer Er- offnung durch die Desatzungsbehörben aussetzt. Auch bei Sendungen nach den übrigen Orten des besetzten rheinischen Gebiets müssen sich die Absender immer der geschilderten Sachlage bewutzt bleiben und in ihren Mitteilungen alles vermeiden, was im Falle einer Durchsicht ihrer Sendungen ihnen selbst und insbesondere den ■ Empfängern zum Nachteil gereichen könnte.
lung, daß ein Vorschuß von 200 Mk. auf ben Kopf ber Familie als Deschoffungsbeihilfe für die Winterverforgung mit Kartoffeln und Kohlen gewährt werben solle, jeder Unterlage.
** Zu den Tarifverhanblungen in Großhandelunb Industrie wird uns von Angestelltenseite geschrieben: „Nachdem ber Großhandel sich zunächst bereit erklärt hatte, über ein« Gehaltsfestsetzuna zu verhandeln, hat er Nachtrag, lich eine Verhandlung mit den Angestelltengewtt?« schäften abgelehnt und ein Angebot nicht gemacht. In ber Industrie fanden auf Wunsch ber Arbeitgeber gestern nochmals Verhandlungen statt, die aber wiederum ergebnislos verlaufen sind. In den Kreisen der kaufmännischen Angestellten harscht über das Scheitern jeglicher Verhandlungen mit Industrie, Großhandel und Kleinhandel eine außerordentliche Erregung. Hinsichtlich des Groh- Handels^ wurde der Schlichtungsausschuh an-
fjöne Anstellung, Wohnung und Holz frei, und wr könntet heiraten. Jetzt schwätzen sie schon im Dorf, daß noch nicht Hochzeit gemacht wird, und mit, dem vielen Geld, das du verdienen sollst, hätt' es wohl auch seine Dewandtnis. And da möchf ich dich halt fragen, wie es damit steht."
Heinz blickte von einer zur andern. Versunken der Traum von weißem Schnee und schwarzen Hüten, versunken die Vision von dem goldenen Baalstempel —
„ Frau Tant'," sagte Heinz fast fröhlich, „wie Sie wissen, hat mein Studium viel Geld verschlungen, und noch heute mutz ich an jedem (Sage* tag ein hübsches Sümmchen an den Professor abschieben — ich tu's ja nicht imiper,“ schloh er lachend.
„Ja, und die Gasch' wie hoch wär' beim die?" fragte die Tant' toternst.
„Achthundert Mark."
Sie Lene konnte es nicht hindern, daß ihre Wangen zu glühen anfingen.
Die Tante nickte ein paarmal.
»So! Das Singen ist ja ganz schön, aber etwas Sicheres ist es eben doch nicht. Du kannst Mne Stimme verlieren. Oder du bekommst kein Engagement."
,tf »0?' rnf wollen überhaupt das Schlechteste hoffen, warf Heinz trocken ein.
„Man gefällt auch nicht allen Leuten. Ich hab' gestern in der Garderobe einen von dir sagen Horen, deine Stimme sei ihm zu dunkel — ja zu dunkel." 1 '
..Es trinkt mancher lieber Pilsener als OKün- ^ener, sagte Heinz grimmig. . Deshalb ist das Pilsener nicht besser."
Die Interalliierte Rheinland-Kommission in Koblenz hat sich im Artikel 11 ihrer auf Grund deä Abkommens über die militärische Besetzung der Rheinlande erlassenen Verordnung Nr. 3 vom 10. Januar 1920 das Recht zugesprochen, jederzeit die Aushändigung von Briefen und Postsen- düngen von den deutschen Behörden fordern zu können. Die Interalliierte Kommission kann also 2222221112*' an j^em beliebigen Orte des be-
Erhöhung der Kohlenpreise.
'Berlin, 31. Aug. Der Reichsk 0 hlen- fa t hat in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, entsprechend der starken Steigerung der Selbstkosten die Preise für rheinisch-westfälische Kohle auf 2413 Mk. mit Steuer und 1723 Mk. ohne Steuer je Tonne festzusehen. Die Preiserhöhung geht wesentlich über das ursprünglich beabsichtigte Maß hinaus. Die Preise für die übrigen Reviere werden auf ähnlicher Grundlage festgesetzt werden.
General v. Francois überfallen und schwer mißhandelt.
B e r l i n, 30. Aug. Der 68jährige General der Infanterie v. Franyois wurde, wie dem ^.Lokal-Anzeiger" aus Leipzig berichtet wird, gestern nach einem militärischen Bor- träge in Zwenkau bei Leipzig von einer in den Saal eingedrungenen Rotte üb er fallen und schwer mißhandelt. Er trug nicht weniger als fünf Kopfverletzungen davon und muhte sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Der Deutsche landwirtschaftliche Genossenschaftstag.
Berlin, 30. Aug. (WTB.) Der Deutsche landwirtschaftliche Gen offen schäft-- tag ist heute in Stuttgart eröffnet worden und dauert bis zum 2. September.
Aus Stabt und Land.
Gießen, den 31. 2lug. 1922.
Der Zeitungspreis im Verhältnis zu anderen Warenpreisen.
Dem überaus schweren Drucke der wirtschaft- llchm Entwicklung nachgebend, mußte ber September-Bezugspreis für den Gießener Lbrzeiger auf 75 Mark ausschließlich Trägerlohn festgesetzt werden. Einige Ziffern über den katastrophalen Gang dieser Entwicklung haben wir unseren Lesern gestern zur Kenntnis gegeben. Danach kostet allein das Druckpapier heute das 350fache des Vorkriegspreises, nicht das 300fache, wie es in unserem gestrigen Blatte infolge eines Druckfehlers hieß. Der Bezugspreis deckt noch nicht einmal die Kosten des Papiers das der Leser int Laufe des Monats in Gestalt be$ (Siebener Anzeigers erhält. Alle anderen: Kosten für die Herstellung des Blattes, die ebenfalls in die Hundert tau sende gehen, sind bei dieser Betrachtung noch gänzlich ausgeschattet, ob= ^wohl doch auch diese Betröge gebest werden . müssen!
Neben der bereits angekündigten Verteuerung der Reichsbahn-Güter- und -Tier- tarife um 50 v. H. zum 1. September werden auch neue Erhöhungen der Fahr- preise im Personenverkehr zum 1. Oktober durchgeführt werden. Diese Erhöhung soll ebenfalls im allgemeinen 50 v. H. auf die jetzt geltenden Sätze betragen. Anter Zugrundelegung eines Kilometerfahrpreises von 2,025 Mk. in der 1., von 1,125 Mk. in der 2., von 0,675 Mk. in der 3., und von 0,45 Mk in ber 4. Klasse werden die Preise für Ginzel- fahrkarten sich vom 1. Oktober wesentlich Der» teuer". Bei Benutzung von Schnellzügen und zuschlagpflichtigen Eilzügen werden noch folgende Schnellzugzuschläge treten: In der 1. Zone für die 3. Klasse 15 Mk., für die 1. und 2. Klasse 30 Mk., für die 2. Zone in der Z-Klasse 30 Mk., in der 1. und 2. Klasse 60 Mark, und in der 3. Zone in der 3. Klasse 45 Mark, und in ber 1. und 2. Klasse 90 Mk. Es kosten etwa die Fahrten von Berlin nach l., 2., 3. und 4. Klasse: 1169 Mk., 650 Mk., 390 Mk., 260 Mk.,; nach Frankfurt a. M. 1092 Mk., 607 Mk., 364 Mk., 243 Mark; nach Königsberg 1209 Mk., 672 Mark, 403 Mk., und 269 Mk. Neben diesen Erhöhungen sollen gleichzeitig ab 1. Oktober noch Fahrpreiserhöhunqen für die Z e i t -, Monats-, Wochen - und Arbeiterrückfahrkarten sowie für die SchülermonatS- karten eintreten, doch stehen hierfür die Erhöhungen noch nicht fest. Der Fahrpreis für Hunde wird auf die Hälfte des Fahrpreises 3. Klasse festgesetzt, während der Preis der Bahnsteigkarten in Zukunft 1,50 Mk sein wird.
Briefkontrolle im besetzten Gebiet.
vmn 1. April 1922 ab zum planmäßigen ordentlichen Professor in ber philosophischen Fakiltät ber Landesuniversität Gießen. — Am 25. August 1922 wurden ernannt mit Wirkung vorn 1. April 1922 an die Obervermessunassekretäre Georg G a h n e r zu Alsfeld, Philipp R i p p e r zu Als- few, Jakob Kärcher zu Büdingen, Konrad Schmidt zu Büdingen, Johannes Klos zu Büdingen, Ferdinand August E i ch l e r zu Friedberg, Ludwig Hartmann zu Friedberg, Heinrich Schäfer zu Gießen, Johannes Ludwig Jager zu Gießen, Karl Philipp Weith zu Gießen, Valentin Sommer zu Lauterbach zu Vermessungsinspektoren bei einem Feldbereinigungsamt; die Geometer 2. Klasse Heinrich Acker ma nn zu Darmstadt, Engelbert Dauer zu Darmstadt, Karl Gottwald zu Darmstadt, Eduard Kemmerer zu Darmstadt, Philipp S ch m a h l zu Darmstadt, Heinrich R i e - b e l zu Alsfeld, Wilhelm Kneipp zu Alsfeld, Georg Nau II. zu Büdingen, Philipp Gemünde zu Büdingen, Heinrich D i l l e m u t h zu Büdingen, Wilhelm L e h r zu Gießen, Eduars Schäfer zu Gießen, Emst Keppel zu Gießxn. Heinrich Zeig e r zu Gießen, Ferdinand Möller zu Gießen, Tobias Embach zu Gießen, Heinrich S ch e p p zu Gießen, Hans Reich zu Gießen, Peter Feldmann zu Lauterbach, Friedrich Rühl zu Lauterbach zu Obervermesfungs- sekretären bei einem Feldbereinigungsamt. — Ernannt wurde am 26. August 1922 der Justiz- Inspektor Peter Andreas M ü l l e r in Darmstadt zum Ministerialoberrevisor bei dem Ministerium der Justiz. — Eduard Korb zu Dieburg wurde mtt Wirkung vom 1. April! 1922 an zum Kanzleigehilfen bei der Oberförsterei Dieburg ernannt — In ben Ruhestand versetzt wurde am 16.~ August ber Gendarmeriewachtmeister August Iä k e lin Groh-Karben auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Oktober 1922 an. — In den Ruhestand versetzt wurden am 18. August der Lehrer an der Volksschule zu Bickenbach im Kreise Bensheim Georg Friedrich Held, am 19. Aug. ber Rektor an ber Volksschule zu Offenbach Kari Sander auf ihr Nachsuchen unter Qlnerfennung ihrer dem Staate geleisteten Dienste mit Wirkung vom 1. September 1922 ab.
Dies Zimmer war ihm zuwider geworden Hier hatte sie gekniet und dort in die Kissen hinein geweint und dort das nasse Taschentuch hingeworfen — Lene! Seine Lene!
Vor ihm auf dem Schnee gaukelte jenes rätselhafte Wiffen, das immer wieder feinen Weg kreuzte, ohne daß es ihm gelang, es zu fassen und zu halten.
Er dachte „Lilh" nicht als Weib. Er dachte sie als Dust, als Klang und Farbe, als Licht und Schatten. And vor allem, viel, viel Schatten. Den siebte er ja so. Er liebte bas tiefe Schwarz der Vacht, das Schwarz der Onhxsteine, bas Schwarz von seidenem Samt, das Schwaz, bas tief im Schoß der Rosen schläft.
. Sie hatte einen schwarzen Hut. Es packte ihn wie eine Sucht, sich diesen Hut immer wieder vorzustellen und auszumalen. —
Fünf Ahr! Heinz erschrak. Blieben anderthalb Stunden für die Lene. Er kaufte ein paar gleichgültige Blumen und begab sich ins Hotel.
Noch bevor er anklopfen konnte, hörte er drinnen einen Wortwechsel, und dann pochte er heftig unb schaffte sich Gehör, denn es wurde plötzlich mucksmäuschenstill im Zimmer.
Lene empfing ihn mit dem blanken Glanz in den Augen, den er so wohl an ihr kannte —
Nur die Tant' nahm sich nicht erst die Mühe, Liebenswürdigkeiten zu heucheln, unb steuerte auf ihr Ziel los, ohne einen Augenblick zu zögern.
„Lene, du setzt dich jetzt einmal ruhig hin und hörst auf mit dem Gezappel! Ich hätte mit dir zu reden. lieber Heinrich. Das ist auch der Hauptgrund der beschwerlichen Reis' gewesen. Man muh doch wissen, woran man ist. Wärst du Lehrer Leblieben, so hättest du. jetzt deine
Ar . , -r---------- Rüböl, ber 90 Mk.'
Ausgabe verursacht. Sieht man sich ben Preis für bie Kartoffeln (4Mk. pro Pfd.) oder den öT ?-!£r pro Stück) an so kann man rönnen. ^ie , sich leicht ausrechnen, daß 19 Pfund Kartoffeln jederzeit unb
Kaiserslautern, 30. Aug. (Wolff ) Die französische Desahungsbehörde hat ab 22. August beim Postamt Kaiserslautern eine Postüberwachungsstelle für Postsendungen eingerichtet.
Wettervoraussage für Freitag:
Wechselnd bewölkt, zeitweise leichter 'Regen, wenig kühler.
_ Die Depression über England hat sich unter Verflachung wenig nordwärts verlagert. Eine Teildepression hat sich über der Ostsee ab- geschnürt. Zeitweilige Druckstörungen der Tiefausläufer werden wechselhaftes Wetter bedingen.
** Amtliche Persvnalnachrichten. Ernannt wurden am 18. August 1922 der Lehrer Leonhard N i e b e l zu Brensbach zum Lehrer an ber Volksschule zu Lengfeld, Kreis Dieburg; am 19. August 1922 der Schulamtsanwärter Georg S ch m i d t aus Semd zum Lehrer an der Volksschule zu Dudenhofen, Kreis Offenbach. — Ernannt wurden am 19. August 1922 ber Vortragen be Rat in dem Landesamt für das Bildungs- Wesen Oberschulrat Geh. Schulrat Dr. Karl Dor- eld zum Ministerialrat in dem Lanbesamt für das Bildungswesen; der ständige Hllfsarbeiter bei dem Landesamt für das Bildungswesen Schulrat Friedrich Wilhelm D i e h l zum Vortragenden Rat in dem Landesamt für bas Dildungswesen mit ber Amtsbezeichnung „Oberschulrat"; beide mit Wirkung vom 1. April 1922 ab. — Ernannt wurden am 19. August 1922 die Gehilfen Heinrich Haber und Johannes Melchior, beide zu Darmstadt, zu Bureauassistenten bei der Landesversicherungsanstatt Hessen mtt Wirkung vom 1. Juni 1922 ab. — Ernannt wurden am 21 Aug 1922 bie Schulamtsanwärier Franz Schäferaus Mäinz unb Rudolf "W etfenberger aus Offenbach zu Lehrern an der DolksschuL zu Neu- Isenburg. — Ernannt wurde am 21. August 1922 der Schulamtsanwärter Karl Kröll aus Ham- chen. Kreis Büdingen, zum Lehrer an der Dollschule zu Steinbach i. T., Kreis Offenbach - tourbe am 21. August 1922 der Kanzleigehilfe Daniel Wilhelm Müller zu Darmstadt mit Wirkung vom l.Aprll 1922 an zum Kanzlei- assistenten bei ber Geologischen Landesanstalt. — Ernannt würbe am 23. August 1922 ber außerplanmäßige ordentliche Professor für Staats- Wissenschaften an der Landesuniversität Gießen yanoeis Dr. Friedrich Lenz zu Gießen mit Wirkung s gerufen.


