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ich unserer Demählung e erwiesenen Aufmerkl- nken wir herzlich.
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echa, geb. Spier.
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erksambeiten anläßlich ing danken herzlichst
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Bereiches nicht an »er Klemen Talente. bTB.i Tichchvslowalisches >n Konferenz der einen Entente und le Vvlitischen Fragen, die >er lommenden Session des Md die an der Konserm gieren, durchberalen. & aebereinstimmmg der Qfc. schlossen, dah bei der Zes. ! die Delegierten dieser vier Kontaft bleiben sollen. Sie litteleurvpas und die all« e Lage waren Gegenstand rg. Infolge der durch die reignisse entstandenen poli- ichöi Lage wurde neuerlich es einheitlichen Dorgehens Aunzen waren vom Geiste ät und Freundschaft ge- vollkommenes Einvemeh- jersicherung ausgesprochen, n weiterhin in derselben binbung an Interesse des pc uno in Europa über- heute geschlossen.
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Die Reparalionskonferenz in Paris
5.
Einzelnummer
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2 Llhr nachmittags.
zur Gewährung des beantragten Zahlungs
3.50, 4.—.
importieren kann, zu schweren Unruhen, wenn nicht gar zum politischen Umsturz. Es mag zutreffend se'n, daß viele Einzelpersonen in Leutsch- land .infolge des Verkaufes von Mark sich im Besitze von Devisenbeständen befinden, aber die
vertrag.
Die deutsche Regierung hat dann sofort die maßgebenden Vertreter der Kohlenindu- st r i'e nach Berlin zusammenberufen und hat gestern mit ihnen ein g r u n d sähliches Einvernehmen darüber erzielt, die Verhandlungen dahin fortzuführen, daß die Lieferungen von privatwirtschaftlichen Organisationen übernommen werden. Hierbei haben Formulierungen über Einzelheiten noch nicht aufgestellt werden können. Man ist vielmehr davon ausgegangen, daß es sich mehr empfiehlt, diese Formulierungen alsbald in Verhandlungen mit den abnehmenden Stellen der alliierten Mächte zu suchen. Die
Sitzung des Reichseisenbahnrates
Eine Erklärung des Staatssekretärs Schröder.
Paris. 30. Aug. (Wolff.) Sn der heutigen Sitzung der Reparationskommission gab bet deutsche Bevollmächtigte Schröder folgende Erklärung ab:
Die Reparationskommission hat der deutschen Regierung anheimgestellt, sich vor ihrer Entscher- düng noch mündlich zu äußern. Die deutle Regierung hat von dieser Gelegenheit gern Gebrauch gemacht und mich zu diesem Zwecke hierher entsandt. Sch werde mich kurz fassen. Durch die Ermittlungen, die das Garantiekvmrtee m Berlin anstellte, und durch die Snformationen die überdies von Mitgliedern der Reparationskommisswn in Berlin eingezogen wurden, ist die Repara- tionskommission eingehend über die Lage Deutschlands unterrichtet worden.
Sch möchte zurückgreifen auf die Verhandlungen, die Minister Hermes im Mai hier geführt hat. Damals wurde in einer schwierigen Lage die Lösung gefunden:
1. Für die Gesundung des deutschen Reichs-
der den Oberbefehl über die aufständischen Truppen übernommen hatte, im Mai d. 3- von den Deputierten zum Emir von Bucharaernannt. Snfolge seiner Popularität gelang es ihm, den Anschluß der gesamten Bevölkerung an die nationale Regierung zustande zu bringen. Rach den letzten Wahlen schloß sich ein anderer revolutionärer Führer, dec Fürst Schrr Mohammed Betz, mit seiner Armee von 80 000 Mann Enver Pascha an, dessen Heer nunmehr 150 000 wohlausgerüstete und bewaffnete Leute umfaßt. Rachdem Svwjet- rußland infolge eines älltimatums Enver Paschas die älnabhängigkeit des neuen Staates anerkannt hat, werden nunmehr die Grenzen des unabhängigen Turke st an gebi det durch Chinesisch-Turkestan im Osten, Afghanistan und Persien im Süden, die russischen Provinzen am Kaspischen Meer im Westen. Sm Rorden verläuft die Grenze parallel mit dem Aral-See und umfaßt die Städte Buchara, Dahsan und Samarkant.
Zur neuesten türkischen Offensive.
Athen, 31. Aug. (WTD.) Der Kriegs«. Minister Theotokis und der Snnenmcnister Stratos sind gestern nach Smyrna abgereist, um sich mit dem Oberkommandierenden zu beraten. Den Blättern zufolge vollzog sich die Räumung der griechischen Stellung in voller Ordnung; alles Material konnte mitgenommen wehren.
Paris, 31. Aug. (WTB.) Aus Angora wird berichtet, daß die Stadt E s k i s ch e h i r von der türkischen Kavallerie nach er- bittertemKampfebesetzt worden ist. Der türkischeVormarsch hält auf allen Fronten ün. Sn der größten Tiefe erreichte er 70 Kilometer.
Neues aus Sowjet-Rußland.
Lvndon, 31. Aug. (WTB.) Aach einer Meldung aus Moskau wird dort demnächst ein Bureau eröffnet werden, das Ein- und Ausfuhrbewilligungen an Privatpersonen erteilt.
Ein japanischer Kreuzer untergegangen.
Tokio, 30. Aug. (WB.) Reuter. Die Admiralität gibt bekannt, daß der Kreuzer Riikaka" am 26. August in einem Taifun än der Küste, von Kamtschatka mit fast der g e - samten 300 Mann zählendenGBe- sahung untergegangen ist.
Ur. 204
Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit derSamstagsbeilage: GießenerFamilienblätter Monatliche Bezugspreise: Mk. 29.- und Mk. 3.- Trägerlohn,durch diePost MK.32.—, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt.- Fernsprech- Anschlüsse: für die Schrift» leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Eiehen.
postscheäkonto: Frankfurt a. M. 11686.
deutsche Regierung schlägt deshalb vor, dah sofort zu diesem Zweck unmittelbare Verhandlungen -wischen den abnehmenden Stellen der alliierten Mächte und den liefernden Syndikaten, vertreten durch die Herren Hugo S t i n n e s, Peter Klöckner, Lübsen mü> Silverberg unter Beteiligung der Reichsregierung, a.lsgenom- men werden und schlägt als Verhandlungsort Wiesbaden vor. Die Verhandlungen über die Lieferungen von Holz könnten sich dann unmittelbar an die Verhairdlungen über die Kohlen anschließen, nachdem sie in entsprechender Weise durch Erörterungen zwischen der Reichsregierung
im Mai angenommen wurde.
Die äleberwachungs Maßnahmen
3s. August 1922 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher > ohne jede Verbindlichkeit.
preis für 1 mm höhe für Anzeigen v. 34 mm Breite örtlich 150 Pf., auswärts 180 Pf.; für Neklame- Anzeigen von 70 mm Breite 500 Pf. Bei Platz» Vorschrift 20 °/0 Aufschlag. Hauptfchriftleiter: Aug.
Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Bietzen.
Paris, 30. Aug. (WTD.) Sn der heutigen Rachmittagssitzung der Reparativ nskommission führte der deutsche Bevollmächtigte. Staatssekretär Schröder, folgendes aus:
Als bei den informatorischen Besprechungen mit Sir Hohn Bradburh und Herr Mau- eiere deutscherseits der Vorschlag gemach wurde, die Holz- und Kohlenlieferungen durch privatrechtliche Verträge unmittelbar mit den Lieferanten zu sichern, hatte vorher nur mit einem gerade in Berlin anwesenden Vertreter der Kohlenindustrie gesprochen werden können, der. grundsätzlich einverstanden war. Die Anregung der deutschen Regierung geht dahin: Es sollen feste Lieferungsverträge zunächst bis Ende 1923 über die für diese Zeit festgesetzten Beträge in gleicher Weise abgeschlossen werden, in welcher konst im geschäftlichen Verkehr derartige Lieferungs- Verträge abgeschlossen zu werden pflegen. Es würden hierbei insbesondere auch die im geschäftlichen Verkehr sonst üblichen Sicherungen vorgesehen werden können. Ein solches Verfahren würde einen sehr erheblichen Unterschied gegen das bisherige darstellen. Bisher mußte die deutsche Regierung die von Zeit zu Seit durch die Reparationskommissivn festgesetzten Lie erungs- mengen auf die Produzenten verteilen und von ihnen die Lieferungen fordern. Eine solche Forderung konnte mit privaten, sonst übernommenen Verpflichtungen auf Lieferungen kollidieren, und es konnten sich infolgedessen bei der Disposition über die produzierten Mengen für den Produzenten erhebliche Schwierigkeiten für die Möglichkeit der Reparationslieferungen ergeben. Wird dagegen ein unmittelbarer Lieferungsvertrag von dem Produzenten sofort für sämtliche Lieferungen bis Ende 1923 übernommen, .dann haben die Lieferanten bei der Tlebernahme sonstiger Liefe- rurgsverpflichtungeir diese von ihnen übernommenen privatrechtlichen Repara.ionsver- pflichtungen von vornherein zu berücksichtigen und können ihre Gesamtdirpo iIonen hiernach treffen. Damit ist eine unmittelbare und bedingungslose Gewähr der Durchführung gegeben, ebenso wie für jeden anderen privatrechtlichen Lieferungs-
Berlin, 30. Aug. (WTB.) Sn der Sitzung < des Reichseisenbahnrates stand die Vorlage des Reichsverkehrsministers über die orga- . nische Einarbeitung der seither in der Form ein- heillicher Zuschläge durchgeführten Erhöhungen ; desGüter-undTiertarifszur Beratung ; die tags zuvor bereits dem zuständigen Ausschuß des Reichseisenbahnrates vorgelegen haben. Der ; Vorlage liegt der Tarifaufbau vom 1.2. 1922 zugrunde. Für den neuen Tarif sind eine horizontale Staffel (d. h. das Spannungsverhältnis der Klassen untereinander auf der Grundentferni'ng) und eine vertikale Staffel (d. h. eine allmähliche Absenkung der Frachtsätze nach Entfernungen) m Verhältniszahlen festgelegt worden, die so gebildet sind, dah sie bei etwaigen weiteren Tariferhöhungen noch brauchbar sind. Rach eingehender Debatte über die einzelnen Berhältniszahlen der horizontalen Staffel (Tarifklassen) und der vertikalen Staffel (Versandweiten) wurde die Vorlage der Reichsbahn hinsichtlich der ordentlichen Tarif- llassen angenommen. Von den Vertretern der Sn- dustrie wurde hierbei wiederholt betont, daß die Selbstkosten der Reichsbahn die untere Gr^ize für jeden Tarif bilden müßten; für die Reichsbahn müsse in erster Linie der Grundsatz der eigenen Wirtschaftlichkeit und Rentabilität stehen. Lediglich dem Vorschlag der Reichsbahn zum Ausnahmetarif (6) für Kohlen, der eine geringe Entlastung der nahen und eine mäßige Belastung der weiten Entfernungen bringen sollte, stimmte der Reichseisenbahnrat nicht zu und lehnte diese Aufbiegung der Staffelung im Sntereffe der Peripherisch gelegenen Wirtschaftsbezirke ab. Zu der viel umstrittenen Frage der W a s s e r u m - schlagstarife wurde eine Entschließung an- genommen, durch die der Reichsverkehrsminister ersucht wird, bis Ende des Zahres eine Dorlage einzubttngen, die unter Aufrechterhaltung der Staffeltarife den Belangen der Binnenschiffahrt Rechnung tragen soll. Zum Schluß nahm der ReichLeisenbahnvat die Mitteilungen des Reichsverkehrsministers über die Erhöhung und Reuberechnung der Personentarife der Reichsbahn zum 1. Oktober und 1. Dezember 1922 entgegen. Letzterer bringt eine Tariferhöhung von 60 Prozent zu den Ottobertarifen. Obwohl die Einheitssätze : der 4. 3., 2. und 1. Klasse sich alsdann auf . 72, 108, 180 und 340 Pf., für den Kilometer belaufen werden, mußte zugegeben werden, dah diese Sätze nicht entfernt mit der Geldentwertung Schritt gehalten haben zum Schaden des Güterverkehrs und der Straßen- und Kleinbahnen. Mit der Annahme eines Antrags, der Reichsverkehrs- minifter möge wohlwollend die Möglichkeit weiterer Erleichterungen im Vororts-, Berufs- und Bildungsverkehr prüfen, schloß die Sitzung gegen
An unsere Leser!
Die unterzeichneten Zeitungen deS De-r zirks Oberhessen und des anschließenden Gebietes sehen sich genötigt, auch ihren Preis der Markentwertung anzupaffen. Daß es sich um keine ungerechtfertigte Erhöhung handelt, braucht man heute nicht zu sagen, da gerade die Zeitungen mit ihrer Aenderung der Preise o vorsichtig wie möglich vorzugehen pflegen. Das Publikum weiß bereits, daß die Presse vor einer Katastrophe steht. Die unerhörte Steigerung der Papierpreise zwingt auch diesmal zu einer wesentlichen Erhöhung des Bezugspreises, die freilich der Entwertung der Mark auch diesmal nicht ganz folgen kann.
Wir hoffen, daß das Publikum für diese Lage volles Verständnis hat und seiner Zeitung treu bleibt.
Allgem. Anzeiger, Büdingen. Dad-Rauhei- mer Zeitung. Butzbacher Zeitung. Dill- Zeitung, Dillenburg. Gießener Anzeiger. Grünberger Anzeiger. Herborner Tageblatt. Hessische Landeszeitung, Marburg. Hinterländer Anzeiger, Biedenkopf. Hungener Zeitung. Kirchhainer Zeitung. Lauterbacher Anzeiger. Niddaer Anzeiger. Oberhessische Zeitung, Alsfeld. Oberhessische Dollszeitung, Gießen. Oberhessische Zeitung, Marburg. Schottener Kreisblatt. Weilburger Anzeiger. Wetzlarer Tageblatt.
Die Not der Presse.
Berlin, 30. Aug. Dem „Berl. Lokalanz." zufolge zwingt die ungeheure Papierverteuerung die bisher zweimal erscheinenden Dresdener Tageszeitungen, am 1. September zum einmaligen Erscheinen uberzugehen Trotzdem muß der Preis noch erheblich erhöht toerben. . ,
Berlin 30. Aug. Die täglich steigende Rot im Zeitungsgewerbe hat den Verlag der Täglichen Rundschau" gezwungen den Redakteuren wie auch dem Personal zu kundigen. Sn dem Wunsche, das Blatt zu erhalten, hat sich das Biatt an Hugo Stinnes gewandt. Sm Zusammenhang mit dem Rachnchtenapparat der „Deutschen Allgemeine Zeitung" soll der Versuch gemacht werden, die „Tägliche Rundschau" weiter erscheinen zu lassen.
Die Vorgänge in gentral-Asien.
hin und wieder auftretenden hohen Schätzungen !>es Gesamtbetrages dieses Devisenbesihes fino icherlich übertrieben. Die große Masse des deut- chen Volkes ist nach wie vor auf die Papiermark angewiesen und vom Schicksal der Papiermari direkt abhängig. Schon heute kann man sagen daß das gesamte mobile Kapital Deutschlands vernichtet ist.
Das ergibt sich vor allem auch aus den Kursen der deutschen S n d u st r i e a k t i e n. Rur wenige sind gegenüber dem Friedenswert bis aus das ZwanziAache gestiegen. Die Mehrzahl der Aktien weist eine nur geringe Steigerung auf, etwa auf das Drei- bis Vierfache. Bedenkt man, daß heute das Verhältnis der Goldmark zur Papiermark mindestens wie 300 zu 1 ist, so wird ohne weiteres erkennbar, dah auch die Besitzer deutscher Aktien an ihrem Geldkapital ungeheure Einbußen gehabt haben. Die Dividenden der großen Sndustriegesellschaften unb~ Banken fce» tragen, auf die Goldlage zurückgeführt, zur Zeit sämtlich nur einen Bruchteil eines einzigen Prozentes. Die Besitzer von Rentenpapieren erlitten fast einen Totalverlust. Diese Folgen soll Deutschland dder die deutsche Sndu- strie absichtlich herbeigeführt haben? Dah jemarto noch kurz vor seinem Tode Selbstmord begeht, glaube ich zwar bei einem geistvollen Schriftsteller wie Maupassant gelesen zu haben; es kann aber nicht in der Politik eines großen Volkes liegen. Sn Wahrheit ist die Vernichtung des Markkurses auf die außenpolitische Lage und die immer längere Verzögerung der praktischen Losung der Reparationssrage zurückzuführen. Die Heilung kann nicht durch Zwang und Drohung oder Diktat herbeigeführt werden, sondern nur durch die Wiederherstellung des Vertrauens auf der Grundlage der Verständigung und Zusam-
und den Produzenten vorbereitet sind.
Die Weiterführung der Verhandlungen mit den Sndustriellen hat natürlich nur dann einen Zweck, wenn uns die Reparationskommission jetzt wenigstens einen Fingerzeig dafür geben kann, ob überhaupt die Aussicht besteht.
Haushalts;
2. für die äleberwachung der deutschen Finanzen durch die Reparationskommission.
Die Forderungen, die die Reparationskommission für die Gesundung des deutschen Reichshaushaltes ausgestellt hatte bestanden vor allem darin, dah die schwebende Schuld auf den Stand vom 31. März ds. Zs. beschrankt bleiben sollte zuzüglich der Erträge, die für Devisenzahlungen auf Grund des Vertrages von Versailles aufgewandt werden. Der Zuwachs sollte zunächst durch eine innere Anleihe beglichen werden. Die deutsche Regierung hat diese Lösung unter der Voraussetzung angenommen, dah ihr in angemessener Frist eine ausreichende äußere Anleihe bewilligt werden würde. Diese Anleihe ist leider bisher noch nicht zustande gekommen. Trotzdem hat die deutsche Regierung unabhängig hiervon auf die Einschränkung der schwebenden Schuld hingearbeitet. Trotz des steigenden Dvllarkurses hatte sie folgende Erfolge: Für Devisenzahlungen waren bis zum 30. Juni 21,5 Milliarden Papiermark aufzuwenden. Die schwebenüe Schuld hatte bis zum 30. Juni gegenüber dem 31. März nur um 23 Milliarden zugenommen, so dah sich ein Rettozuwachs der schwebenden Schuld ergab, der durch die bereits vorbereitete Ausgabe von langfristigen Schatzanweisungen gedeckt werden sollte. Minister Hermes hatte ferner bei den Pariser Verhandlungen die Einnahmen aus den Zöllen und Steuern aller Art für 1922 auf rund 149 Milliarden Papiermark geschäht. Hiervon ging man bei der Verständigung aus. Die tatsächliche Entwicklung in den ersten vier Monaten des Rechnungsjahres von April bis Juli hat erheblich höhere Zahlen erdacht, und zwar wachsend von Monat zu Monat und noch nicht stark beeinflußt von dem Fallen der Mark. Sn diesen vier Monaten sind bereits mehr als 70 Milliarden Papiermark eingegangen, so daß bei gleichbleibenden Verhältnissen mit einem Jahres- ertrag von mehr als 210 Milliarden Mark gerechnet werden konnte. Dazu tritt das Ergebnis der Zwangsanleihe mit zunächst 40 Milliarden Papiermark im Jahre 1922. Hiernach dürste erwartet werden, daß für die Reparationskommissivn aus den Einnahmen des Reiches ein erheblich höherer Betrag verfügbar sein würde als
Der Bezugspreis des Gießener Anzeigers für den Monat September beträgt Mk. 75.—, die Austragegebühr
Samstagsnunnner
Verlag des Gießener Anzeigers.
aufschubS bis Ende 1922 kommen kann. Man kann nicht verlangen, daß etwa jetzt schon fertige Lieferungsverträge vorgelegt werden, ohne dah man weih, wohin derartige Verhandlungen führen. Wenn etwa die Reparationskommission der Ansicht sein sollte, dah der ganze Gedanke der Lieferungen nicht ausreiche, um einen Zahlungsaufschub za gewähren, so würde die putsche Regierung die genannten Sndustriellen nicht erst zu Reisen und Einzelverhandlungen veranlassen. Es muh wenigstens eine Hoffnung dafür gegeben fein, dah die Reparationskommission den Zahlungsaufschub für den Fall bewilligt, dah über die Einzelheiten noch eine Verständigung erzielt werden wird. Sch bitte daher die Reparationskommissivn, mir zunächst eine Antwort auf eine Frage zu geben:
Ob ihr der Gedanke der Lieferungsverttage geeignet erscheint, als Bedingung für den Zah- lungsauffchub zu dienen.
Wird diese Frage verneint, daim hat die Verfolgung des Gedankens keinen Zweck. Wird die Frage grundsätzlich bejaht, so können die Einzelverhandlungen mit den genannten Sndustriellen sofort ausgenommen werden.
Parmentier wieder in Paris.
Parts, 31. 2lug. (WTB.) Der Vertreter der französischen Regierung, Parmentier, ist aus Amerika, wo er Verhandlungen wegen der französischen Schulden an die Vereinigten Staaten hatte, wiederinPa- r i s e i n g e t r v f f e n. Er stattete sofort dem Finanzministerium einen Besuch ab.
wurden in gemeinschaftlicher Verständigung zwischen dem Garantiekomitee und der deutschen Regierung in Berlin ausgearbeitet. Hierdurch hat die Reparationskommission die Möglichkeit erhalten, eine' rot en Einb if in die deu.scke Fi. aaz- wirtschaft zu jeder Zeit zu gewinnen. Das ganze Ergebnis wurde erzielt nicht durch Diktat, sondern durch verständnisvolle Zusammenarbeit zwischen der Reparationskommission und der deutschen Regierung. Der erwartete dauernde Erfolg der Maßnahmen wurde durch zwei Tlm- stände vereitelt, die auherhald des Machtbereichs der deutschen Regierung liegen, nämlich einmal durch das Mißlingen der Beratungen des An- leihekomitees und dann durch die E r m o r b u n g Rathen aus. Beide Ereignisse haben den Pessimismus und die Mutlosigkeit weitester Kreise in Deutschland und im Ausland in bezug auf die Finanzen des Reiches zu einer Panik gesteigert, die immer schlimmere Formen angenommen hat. Sn weniger als zwei Monaten ist der Dollar von etwa 300 auf über 2000 gestiegen und das englische Pfund von etwa 1300 auf etwa 10 000 Mark. Eine solche Entwicklung wirft selbstverständlich jedes Budget über den Hausen und macht jede Hoffnung auf Eindämmung der schwebenden Schuld für absehbare Zeit zunichte. Run wird von maßgebenden politischen Kreisen des Auslandes der Vorwurf erhoben, dah der Zusammenbruch der Mark von Deuffchland selbst absichtlich herbeigeführt worden sei, um sich der Reparation zu entziehen. Dieser Vorwurf richtet sich weniger gegen die deutsche Regierung als gegen gewisse Snteressengruppen. Eine solche Politik wäre Wahnsinn und eine Politik des Selbstmordes; denn die Vernichtung der Mark führt unmittelbar zur Vernichtung des gesamten wirtschaftlichen Lebens un. zum Absterben auch der Sndustrie, die den Snlandsmarkt immer mehr verliert und vom Ausland Rohstoffe nicht mehr
„ ... Paris, 30. Aus. Hav-s meldet lllls Buchara!
daß man auf der Grundlage dieses Gedankens Einzelheiten über die Q3organge in <5en-
- — - - *■ " r * 3 = 1 tra lafien. Danach wurde Enver Pascha,!
Aus dem Reiche.
Ein ReichsbetriebsrAekongreß?
Berlin, 30. Aug. (WB.) Eine Vollversammlung der Dettiebsräte Groß-Berlins in welcher über 5000 Betriebsräte vertreten waren, hat beschlossen, in einem offenen Briefe an das deutsche Proletariat ihrer älnzufrieden- heit mit den bisherigen Maßnahmen der Gewerkschaften Ausdruck zu geben und in welchem vom A. D. G. B. die Einberufung ettresReichs- betriebsrätekongresses irmerhalb vier Wochen gefordert wird, der aus Tlrwcchlen hervorgehen soll. Außerdem wurde ein 15-gliedriger Konttollausschuh gebildet, der bei den Behörden und der Reichsregierung auf energische Schritte gegen den Wucher bringen soll. Die Versammlung gab ferner der Hoffnung Ausdruck, daß die von der steigewerkschastlichen Betriebsräte» zentrale auf ben 4. September einberufene Be»
Heutiger Stand des Dollars
10 Uhr vormittags:
Berlin 1750, Frankfurt a. M. 1810.
172. Jahrgang Donnerstag,;
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
vnick nnb Verlag! Srühl'lche Unw.-Vllch- und Stelndruckere! n. Lange. Schriftleitnng, Geschäftsstelle und Druckerei: Lchulltratze r.


