(3n einem Teil der Auftage wiederholt.)
Die Taktik der englischen Regierung.
Paris, 29. 3uIL (WTB.) Der „Petit Pari- sien" schreibt, es scheine tatsächlich, daß die letzten Beratungen der englischen Regierung in der Reparations frage sie zu dem Entschluß geführt hat, das) noch eine gewisse Zeit erforderlich sei, bevor man die Regelung der gesamten Reparationsfrage in Verbindung mit der Frage der interalliierten Schulden anschneiden könne. Sn dem Matze, in dem man in der Lage sei, den Plan, der noch nicht vollkommen festgelegt sei, vorauszuahnen, erkenne man, dah die englische Regierung bei dieser Operation in zweiCtapper v o r g e h e. Die erste Etappe sei die, datz die englische Regierung mit Amerika Wer die Konsolidierung seiner eigenen Schulden verhandele im) erst nachher in Unterhandlungen mit seinen europäischen Alliierten eintreten wolle, um entweder die Herabsetzung der deutschen Schulden durch ein« ganze oder teilweise Streichung der englischen Fvr derungen an Deutschland oder etwa die Herabsetzung der Arrnullierung der Forderungen Eng- lands an die Alliierten zu liquidieren. Dcnnit würden sich ltvatürlich ziemlich delikate Verhandlungen abspielen, da die englische Regierung wahrscheinlich auf die Frage der Sanktionen und auf die Dauer der Besetzung des Rhein- landes zu sprechen kommen werde. 3m ganzen scheine also England mehr und mehr geneigt, eir weitgehendes Arrangement in der Reparationsfrage ins Auge zu fassen.
Danberlip über Amerikas Haltung.
München, 29. Juli. (WTB) Der ameri- llmische Finanzpolitiker Vannderlip erklärte dem Mitarbeiter der „München-Augsburger Abendzeitung", datz Amerika vor der neuen Präsidentenwahl keine entscheidenden Schritte unternehmen werde, und zwar einmal, weil in Europa keine moralische Führerschaft vorhanden sei. Das europäisch: Problem lasse sich nicht festhalten, und es wäre zwecklos, dem europäischen Wirtschaftsleben finanzielle Injektionen durch kleine Anleihen zu geben. Amerika werde solange zurückhalten, bis eine Lösung gefunden sei. Aeber den Gesamteindruck gefragt, gab Vanderlip zu, dah er sehr pessimistisch denke, einfach deshalb, weil Amerika, bevor sich die Lage in Deutschland und Europa nich zur Klarheit durchgerungen habe, nicht eingreifen könne. Frankreich habe vor einein ersterbenden Deutschland Angst. He mehr Deutschland sich wieder auf eigene Fütze zu stellen vermöge, um so gröber werde die Angst Frankreichs. Der Repräsentant dieser deutsch-französischen Einstellung sei Poincare. England wolle dem Weltmarkt neues Leben geben und die Weltwirtschaft über die Weltpvlitik stellen. Der Exponent dieser englischen Auffassung sei Lloyd George. Vanderlip meinte, dah sich zwischen diesen beiden Exponenten niemals werde eine Brücke schlagen lassen, sondern es bleibe nur noch die Revision des Versailler Friedens. Amerika wolle keines Volkes und keines Landes Feind sein, aber dort, wo die moralische Führerschaft fehle, könne Amerika nicht helfen.
Die italienisch« Kabinettskrise.
Rom, 29. Juli. (WTB.) Rach einer Ste- phanimeldung soll de Mava in Aebereinstim- mung mü Orlando an der Kabinettsbildung arbeiten. Die sozialistische Parlamentsgruppe, die für die Mitarbeit an der Regierung ist, hat eine Tagesordnung angenommen, in der mit ernsten Mahnahmen gedroht wird, wenn die Krise nicht entsprechet den Beschlüssen der Kammer gelöst wird, d. h. die Rechte bei der Kabinettsbildung ausgesc^ossen bleibt
Ein Aufstand in Italien.
Rom, 28. Juli. (WTB.) In Ravenna besetzten Lestern die F a s z i st e n die Arbeitskammer und ercich-eten dort ihr Hauptquartier. In der Rächt überfielen sie das neue Genossenschaftsgebäude und brannten es nieder. Der Aufstand dauert fort. Die Eisenbahner von Rom und Tivoli kündeten gestern infolge eines Zusammen stotzes mit den Faszisten einen eintägigen Aus st and an. In Rom haben heute zum Zeichen der Solidarität mit den ausstänüischen Metallatcheitern die gesamten Arbeiter ihre Beschäftigung ni^evgelegt.
h
olduna.
en c*Ntat intr m, nMisderhesfisL ß* Ä
Ä^erscheinen dvn
5)16 seit gedruckte xr- .Weitere Sr-
Atzung der Bezüge rk und weitere Teuere vielen Wenschen. iftW Wlg 31 verschiedener Dch
ist lD9 ein, i’Wt zu
Au
kn 6ebiet I'T?«- ,&,«ä
in
feinte*6*
rstatte ich mir daraus jchkeü die finanMe mtenschaft trostlos ift: ! dem Papier und rs ng der neuen Kzüge »erdeni mir ist jedoch höherer Dennter in s gleiche Gehalt ic im April d. 38.1 jener Dsunte zu er- mlenbe, wobei es sich dun und Zuti handel' mcht allein diese Saftigen GeldsvÄeiMgeii : zurück bis zum Jahre >r 1921, Besoldung der
t verallgemeinern, ob bin, bab & tint r gleichen üblen Lag« bei bet svrtschreÜW- > bedeutet, brauche ich ßbenimWrale dom
wegen dieser Hebel' .eicht aber tragen diese afiaehenber Stelle Der»
nd Land.
Den 3L3un 1922.
«MXto
TSMäS Stss t Ausdruck, vckl njn»
aösage
»tag-
VittSneiWY^A
«bE, Kämmschen
-USV
chjerunge" l
s »„-et
* a bewe^ ßchon-
-- v- «L
t M
'u -.-fstrvlneN-
Ȁb-l-pz
fto •“
mc. Frankfurt a. W., 30. Juli. In der Eschersheimer Landstraße drangen D i e be in einen Keller und entwendeten, während der Besitzer nur eine Viertelstunde abwesend war, für 200 000 Mk. Auto-Gummireifen
fpd. Heftrich (Taunus), 30. Juli. Auf dem diesjährigen auherordenllich start mit Groß- Vieh beschickten Iakobimarkt wurden geradezu märchenhafte Preise erzielt, weniger im offenen Handel, als unter der Hand. Der Markt war trotz seiner starken Beschickung in -wenigen Stunden bis auf das letzte Kälbchen ausverkauft. Es kosteten hochträchtige Kühe durchweg 45 000 Mk., verschiedentlich auch über 50 000 Mk. hinaus, >2 in der bis 32 000 Mk., Färsen bis 25 000
Turnen, Sport und Spiel.
Radsport.
Der Gau 9a des Bundes deutscher Radfahrer veranstaltete gestern seine Fernfahrt „Rund im Gau", 150 Kilometer auf der Strecke: Marburg,
Kirche Und Schule,
mc. F r a n k f u r t a. M., 30. Juli. Die katholische Gemeinde Frankfurt-Ost hat in der Riederwaldkolonie einen großen Bauplatz angekauft, auf dem eine neue katholische Kirche baldigst errichtet werden soll. Ein Teil des Daukapitals ist schon vorhanden.
Giehen, Herborn, Eibelshausen, Laasphe, Biedenkopf, Marburg.
Der Starter, Gaufahrwart Marx- Gießen, entlieh um 61/» Ahr morgens 34 Fahrer. Im flotten Tempo ging es über die Berge nach Giehen. Dis dahin hatte sich das Feld schon ziemlich auseinandergezogen. In der Spitze liegend, muhte hier Mödiger-Giehen -infolge Kettenbruchs ausgeben. Dis Wetzlar bestand^ die Spitze nur noch aus drei Mann, Deibel- Giehen, Roll-Kirchhain und Mu hl-Giehen, aber kurz vor Werdorf muhte Muhl auch diese ziehen lassen und nachher infolge eines Anfalls aufgeben. Die nur noch aus Deibel und Roll bestehende Spitze blieb bis auf den Mandler Derg zusammen, wo Deibel sich mit Aeberlegen- heit absonderte und dann durch ganz hervorragendes Fahren mit 14 Minuten Vorsprung, ein großes Rennen fahrend, am Ziel eintraf. In den Seniorklassen blieben die bekannten Alters- fahren E st e r -- Kirchhain, Sen I. und Gg. Sauer- Giehen überlegene Sieger. Die Resul-
*r5)er GaS°pr«iS wird nach etner 'fle- HgMSmrvchung in unserer Ausgabe vvm festen Gamstag auf 6,50 Mark für den Ku - fctTnLeter erhöht.
— Reue Gebühr für die Kessel- hei-ger-Prüfung. Eine neue Verordnung KeS hessischen Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft setzt die Gebühr für die Prüfung eines Kessell-eizers und die Stellung einer Bescheinigung über ihr Ergebnis auf 30 Mk. fest. Die Verordnung ist sofort in Kraft getreten.
•• Eine Obst- und Gartenbauausstellung des Kreises Gießen am 30. September und 1. Oktober zu veranstalten, beschloß vorgestern der Vorstand des KreiS-Öbst- und Gartenbauvereins in einer Sitzung. Die Ausstellung soll in Gießen ftattfinden. Es wurden Ausschüsse gewählt, die sofort die nötigen Vorbereitungen tn Angriff nehmen sollen.
•• Eine Schneider - Zwangs- tnnustg für den Kreis Giehen ist beim Kreisamt beantragt worden. Alle selbständigen Schneidexhandwerker sollen in der Zeit vvm 1. bis 14. August mündlich oder schriftlich erklären, ob sie für oder gegen die Zwangsinnung sind. Mündliche Erklärungen sind auf dem Zimmer 1 des Kreisamtes anzubringen. Die Abgabe einer Aeuheruna6 ist auch für die Handwerker erforderlich, die den Antrag auf Errichtung einer Zwangsinnung gestellt haben. Rach Ablauf der Frist eingehende Aeuherun- gen sowie solche Erklärungen, die nicht erkennen lassen, ob der Errichtung einer Zwangsmnung zugestimmt wird oder nicht, bleiben unberücksichtigt.
"EinneuesLichtspieltheater wird am 11. Lbigust im seitherigen Hotel Einhorn eröffnet werken. Der große Festsaal wird zu diesem Zwecke hergerichtet. Das neue Lichtspielhaus soll etwa 1000 Besucher aufnehmen können. Auch die übrigen Räume des ehemaligen Hotels werden in Zukunft anderen Bestimmungen dienen. So ist ein grvher Teil des Hauses von einer Möbelfirma gemietet worden.
fpd. Das Reich und die Lernmittelfreiheit. Auf eine Eingabe der Stadt Frankfurt a. M an den preußischen Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, in der um Einleitung von Schritten gebeten wird, dah mittels reichs- und landesgesetzlicher Regelung die Bereitstellung von Mitteln zur Durchführung der L e r n» Mittelfreiheit und des ungehinderten Zuganges Minderbemittelter zu den mittleren und höheren Schulen ermöglicht werden soll, hat das Ministerium geantwortet, dah, so lange ein solches Gesetz nicht vorhanden ist, die Beschaffung der notwendigen Lernmittel in erster Linie Sache der Ellern, oder der Länder und Gemeinden sei, da sie „Echulverwaltungsbehörden und Schul- lastenträger" seien. Außerdem könne das Reich bd seiner äußerst angespannten Finanzlage keine Deihtlfe zur Durchführung der Lernmittelfreiheit gewähren.
Bornotizen.
— Tageskalender für Montag. Astoria-Lichtspiele, ab beute: „Das Geheimnis des Lord Perswal* und „Der Abenteurer". — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße, ab heute: „Das fletne Modistenmädel" und „Der Raureiter von Desert Paß".
— Aus dem Stadtttzeater bu r ea'r. Ts sei nochmals empfehlend auf die morgen, Dienstag abend 7 Ahr, ftattfintenbe Erstaufführung der Lustspielne^heit von Le) Lrnz, .Frauenkenner", hjbgwtsrn.
Hefferr-Naffau.
Kommunalpolitisches aus Frankfurt a. M.
fpd. Frankfurt a. M.. 29. Juli. Der Magistrat stimmte dem Bau einer neuen Wohnhausgruppe im Riederwald zu, die 14 Häuser mit zusammen 55 Zweizimmer- und 15 Dreizimmer-Wohnungen umfassen | soll und deren Baukosten „gegenwärtig" auf 36 Millionen Mark veranschlagt sind. Anabhängig von diesem Plan sind augenblicklich 325 städtische Wohnungen im Dau begriffen. — Don der im ganzen Stadtgebiet erforderlichen Gesamtzahl von rund 30 000 Wassermessern sind bis jetzt etwa 15 000 eingebaut. Dis zum 1. April 1923 sollen 18 000 <3tüd im Betrieb sein. Schon jetzt macht sich die Einwirkung der Messer dahin bemerkbar, dah überall, wo sie vorhanden sind, ein bedeutend sparsamerer Wasserverbrauch zu bemerken ist. — Sa die Müllabfuhr durch Pferdegespanne sich immer unwirtschaftlicher gestallet geht die Stadtverwaltung in aller Kürze dazu über den MM mll vier Slektromobilvorspa'nn- wagen aus den Straßen zu sammeln und den Abladestellen zuzuführen.
Dor einem Angestelltenstrei? in Frankfurt <l M.?
fpd. Frankfurt a. M, 29. Juli. Rach Ablehnung des Schiedsspruches des Schlichtungsausschusses über die Iuligehälterhöhe beschlossen mehrere Versammlungen der Angestelltenverbände, am Montag in den einzelnen Betrieben eine Abstimmung darüber vornehmen zu lassen, ob in den Streik eingetreten werden soll. Der Demobilmachungskvmmifsar hat den Schiedsspruch für verbindlich erklärt. Es erscheint sehr zweifelhaft, ob die Angestellten sich diesem Spruch fügen werden. Man rechnet allgemein mit dem Ausbruch eines Angestelltenstreiks.
Schöffengericht.
Gießen, den 27. Juli 1922.
Ein Laufmädchen von hier hat einem hiesigen Juwelier, bei dem es beschäftigt war, eine Reihe von Schmuckgegenständen im Gesamtwert von 700 Mk. entwendet und hiervon zwei silberne Ringe seiner Mutter geschenkt. Letztere erhielt wegen Hehlerei an Stelle der an sich verwirkten Gefängnisstrafe von 5 Tagen eine Geldstrase von 200 Mark, während das wegen Diebstahls bereits vorbestrafte Laufmädchen zu zwei .Wochen Gefängnis verurteilt wurde.
Ein Arbeiter von Rödgen hat seiner Schwester, einer Kriegerwitwe von da, nach und nach einen Anzug ihres verstorbenen Mannes und eine Reihe von Bett- und anderen Wäschegegen- ständen entwendet. Da die Destohlene heute ihren Strafantrag zurücknahm, muhte das Verfahren e i n g e st e l?i werden. Die Kosten wurden der Antragstellerin zur Last gelegt. Ein in derselben Sache wegen Hehlerei ange klagten Althändler von hier, der den Anzug zu 300 Mk. gekauft hatte, wurde mangels ausreichenden Beweises freigesprochen.
Verschiedene Arbeiter von hier, die zum Teil wegen Diebstahls schon vorbestraft waren, haben auf dem Bahnhof dahier aus einem dem städt. Gaswerk gehörigen Eisenbahnwagen Kohlen gestöhlen. Da es sich hier um Gegenstände handelte, die sich zur amtlichen Aufbewahrung an einem dazu bestimmten Orte befanden, und der Diebstahl in gewinnsüchtiger Absicht geschah, kamen die erhöhten Strafen des § 133 Abs. 2 St.G.D., dessen Mindeststrafe drei Monate Gefängnis beträgt. Jeder von ihnen muhte deshalb zu dieser Strafe verurteilt werden.
Wegen Beleidigung und Hausfriedensbruch wurde ein Dienstmann und Händler von hier zu 3 Geldstrafen von zusammen 7 0 0 Mark verurteilt. Die Arsache waren Streitigkeiten zwischen Vermieter und Mieter.
Ein Gewerbeschüler hat einem Kameraden mittels falschen Schlüssels aus dessen verschlossener Schublade den Betrag von 1995 Mk. ge stöhlen und wird deshalb mit 3 QI? onat en 2 Wochen Gefängnis bestraft.
Wegen. Diebstahl und Anterschla- g u n g zum Rachteil von Kameraden erhält ein Reichswehrsoldat von hier eine Gesamtgefängnis- strafe von 2 Monaten 1 Woche. Außerdem wiro auf Dienstentlassung erkannt.
Ein Landwirt aus Hörnsheim, der im Auftrag eines dortigen Viehhändlers mit seinem Fuhrwerk 4 Kälber nach Giehen brachte, ohne im Besitz eines Gesundheitszeugnisses zu sein, wird zu einer Geldstrafe von 10 0 Mark verurteilt.
In der Rächt vom 31. Juli auf 1. August 1921 vereinbarten mehrere Insassen des hiesigen Landgerichtsgefängnisses einen Ausbruch. Als sie bereits ein Loch in die Dacksteinmauer des Kamins gebrochm hatten, wurden sie erwischt. Drei von ihnen sind bereits abgeurteilt, der vierte, ein Arbeiter aus Rieder-Florstadt, erbielt heule w:gen Zusammen rott rng die Min- destrafe von 6 Monaten Gefängnis.
HochschulNKchri<yren.
— Die Landsmannschaft Ehattia hier feierte in diesen Tagen ihr 40jähriges S t i ftu n g s f e st verbunden mit Hausein- Weihung. Heroorgegangen aus eine • schwarzen Verbindung, schloß sie ftch noch vor dem Kriege der deutschen Landsmannschaft an in der Erkenntnis, dah nur der Rückhalt an einem großen studentischen 'Verband ihre Weiterentwicklung sicherstelle. — Der Festkommers in den Räumen des Gesellschaftsvereins, zu dem über hundert Alte Herren aus allen Gauen Deutschlands erschienen waren, erreichte seinen Höhepuntt in einer zu Herzen gehenden Ansprache des 1. Vorsitzenden des A-H.-Verbandes, Pfarrer Dernbeck und der markigen Rede des Alten Herrn, Finanzministers a. D. Dr. Becker. Anter nicht endenwollendem Beifall der Versammlung gab dieser bekannt, dah ihm aus Anlah des 40jährigen Stiftungsfestes seiner Landsmannschaft „Ehattia" Freunde aus der rheinifch^w^stsali chen Ind ist ne die Summe von 15 0 0 0 0 M k. für die mensa academica (Speisung unbemittelter Studenten) der hiesigen Aniversität zur Versügung gestellt hätten. Wenn er diese Gabe dem Herrn Rettor zur Verfügung stelle, so bitte er, dies als den Aasdr rck seiner Aeberzeugung zu betrachten, dah Hochschullehrer und Studentenschaft untrennbar zusammengehörten. Auf diese Zusammengehörigkert und daraus, dah sie sich stets m der Erziehungs- arbett «treudeutscher Gesinnung zeigen möge, kommandierte er einen Salamander. Prof. Dr. Brüning, der nicht als QJertreter der Ani- veftität, sondern seiner Landsmannschaft erschienen war, übernahm es unter Worten wärmsten Dankes, diese Mitteilung an die nichtvertretene Aniversität weiterzugeben. .
(QBarf, Jährlinge bis 15 000 Mk. Offenes Geheimnis war die Tatsache, daß ein Vieh-, Händler an einer Kuh 15000 Mk. verdiente, j tote sindf
<Tun tören: 1. Aug Deibel. 1885 hen, 4 Std. 51,40 Mtn., 2. E. Roll, Kirchhain, 5 Std. 5,15 Min., 3. I. Reitberger (Germania), Giehen, 5 Std. 12,50 Min., 4. Herrn. Dift, Marburg, 5 Std. 12,50 Min., 5. Konr. Ehrhardt, Kirchhain, 5. Std. 22,05 Min., 6. L. Franz, Marburg, 5 Std. 22,10 Min., 7. E. Pfeiffer. Siegen. 5 Std. 31 Min., 8. W. Zinher (1885), Giehen, 5 Std. 31,10 Min., 9. Gg. Zinher (1885), Giehen, 5 Std. 33 Min., 10. K. Jakobi (Wanderer), Giehen, 5 Std. 38 Min., 11. H. Pausch, Kirchhain, 5 Std. 39,10 Min., 12. E. Heh (1885), Gießen, 5 Std. 39,20 Min., 13. H. Röhrig (1Dan!>erer), Giehen, 5 Std. 45 Min., 14. H. Köhler, Marburg, 5 Std. 46 Min.
Senioren I. 1. H. Ester, Kirchhain, 5 Std. 50 Min., 2. O. Kompf (1885), Gießen, 6 Std. 10 Min.
Senioren II. 1. Georg Sauer, Gießen, 5 Std. 50,2 Min.52, 2. Ad. Arun aller, Marburg, 6 Std. 24 Min., 3. I. Heims (Germania), Gießen, 6 Std. 28 Min., 4. K. Saul, QKarburg, 6 Std. 52 Min. .
In dem Radrennen München —Berlin siegte der Berliner Fahrer Richard Huschle, der die Strecke von 701,7 Klm. in 26 ©hrnben, 12 Min. und 18 Sek. zurücklegte. In der Fernfahrt Berlin —Dresden, über 200 Klm., siegte Lon gard- Berlin in 7 Stunden, 22 Mm., 15 Seku nden.
Vermischtes.
Hinrichtung
des Heidelberger Bürgermeistermörders.
mc. Bruchsal (Baden), 30. Juli. Am gestrigen Samstag wurde der Eisenbahnarbei- ter S i e f e r t von Heidelberg, der die beiden Bürgermeister in der Rühe des Kümmels- bacher Hofes ermordet hat, hingerichtet.
Biicherlisch.
— Lifel Handle: „Der Weg." Verlag Alexander Fischer, Tübingen. — Eine Frau von reichstem Innenleben gibt hier in rhhtmischer Form em Bild ihrer seelischen Entwicklung. Sprachschönheit und Frische geben dem Werke einen besonderen Reiz.
— Der Iahresschau deutscher Arbeit in Dresden widmet die soeben erschienene Rümmer 4079 der Leipziger „Illustrierten Zeitung" (I. I. Weber) einen hochinteressanten Artikel, der von ganz vorzüglichen Abbildungen begleitet wird. Wie es hinter den Kulissen der Pas- sionsbühne in Oberammergau aussieht, zeigt eine ganzseitig wiedergegebene lebensvolle Zeichnung Schwormstädts. Des weiteren finden wir die gegenwärtige Ausstellung der Dresdner Kunst- genossenschaft auf der Drühlschen Terrasse durch hervorragende Reprvduttionen berücksichtigt. Die im Dllde vorgeführten Schätze der staatlichen Porzellansammlung in Dresden verdienen besondere Beachtung. Aus dem überaus reichen Inhalt dieses Heftes sei noch erwähnt ein fesselnd geschriebener reich bebllderter Aufsatz von Franz Graf v. Larifch „Meeresbrandung", ein mit Radierungen von W. Zeising geschmückter Artikel „Das Dresden der Gegenwart", sowie die lehrreichen Aufsätze „Wie st^t's um Flandern?", „Zur Geschichte der Staatsbankrotte" und „Eine Akademie für Philosophie" Dazu kommen prächtige belletristische Beiträge und ein reichhaltiger tages- geschichtlicher $dl.
Sandel.
Berlin. 29. Juli. B v r s en st im m u ngs- bild. Die Entwertung der Mark machte heute infolge der Besorgnisse vor dem zunehmenden Verfall der deutschen Wahrung starke Fortschritte. Die Parität mit Reuyork wurde hier bereits am Vormittag überschritten. Die Devise Reuyork setzte ungefähr mit 590 ein und erreichte weiterhin als höchsten Stand 610. Fast sämtliche am Devisenhandel beteiligten Firmen waren nur Käufer, so daß sich die Geldkurse ständig erhöhten. Fast niemand war Abgeber in der Befürchtung, daß vorher verkaufte Devisen bald darauf zu höheren Preisen zurückgekauft werden muhten. Die Stimmung war unter diesen Umständen recht nervös, und die Amsätze erreichten keinen großen Umfang. Entsprechend diesen Verhältnissen vollzog sich auch die ' Festsetzung der amtlichen Kurse auf dem erhöhten Stande, wobei bei Gdeldevisen der Rachfrage nur bis zur Hälfte entsprochen werden konnte. Im freien Effektengeschäft war bei mäßigem Besuch die Tendenz für die bekannten ausländischen Renten- papiere und alle Werte mit valutarischem Einschlag wie Baltimore, Olavis und die anderen Kolonialeffekten ausgesprochen fest, und es fanden auch mehrfach Abschlüsse zu den bettächtlich erhöhten Kursen hierfür statt. Für Industrie- Papiere, in denen aber fast kein Geschäft statt- fand, wurden anfangs höhere Kurse für Montan- und andere marftgängige Werte genormt, die aber später mit Ausnahme von Schiffahrtswerten nicht überall aufrecht erhalten werden konnten.
Frankfurt a. M., 31 Juli 1922.
9486,85
1,40
Marknotienmgen.
Fr. 125.40
28.7.
-,96
-.47
-,88
— .73
-,16
2,05
Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Stockholm . Wien.... Prag.... London.. . Reuyork . . Paris. . . .
1426,80
31,54
222,80
36S,5«r
29. 7.
-,86
-.43
-.79
-.66
Christiania . .. 5lopenhagen .. Stockholm. . . . HelstngforS... Italien London Reuyork Paris Schweiz Spanien Deutsch-Oeste«, Prag Budapest.... Buenos Aires . Bulgarien . . . Japan Rio de Janeiro
1,43
1243,40
33,2d 188,53 332,55 262,50
7515,-
12*6,60
33,30 189,-
333,46
263,50 7536,-
1423,20
31,46
222,20
367,50
Berliner Devisenmarkt.
Geld Brief Geld Brief
2,46
-,18 2,20
1.7.14.
125.40
59.20
88.80
88.80
117.80
117.80
97.80
23.80
Fr. Fl. Kr. Str. Kr. Kr. Sh. r
Datum: 28. Juli. 27- Juli.
Qlmflö .Rotterd 21173.5021226,50 23620,40 23679,60 SiS 4334 65 4245,45 4719 05 4730,95 9278,35 9361,65 10436,90 10463,10 11765,25 117*4,75 13033,65 13066,- 14272,10 14307,90 15830,15 1586985 1118,60 1121,40 1258,40 126160 2526,80 2533,20 2771,50 2778>0 2444,40 2450,60 2706,60 2708,40 550,31 551,69 605,24 606,76 <669,25 4680,75 5013,70 5026,30 10486,82 10513,15 11610,45 11689,55 8535,30 6560,70 9-463,15 9486^85 - "" 1,47 1,40 1,44
Zür8h« Devisenmarkt.
29. 7. 31. T
Wechsel auf Schweizer Franken
Holland 100 Fl. --» 203.60 203.25 Deutschland 100 Bll. =, 8.92 0.81
Wien 100 5tr. =■ 0.015 0.015
Prag 100 Kr. => 12.175 12.10 Paris 100 Fr. — 48.35 42.80
London \ £ — 23.38 23.35
Italien 100 L. — 24.123 24.025
Druffel 100 Fr. ■ 41.10 40-55
Budapest 100 Kr. =» 0.30 0-30
Reuyork 100 | --- 522 75 524-75
Agram 100 Kr. --- 1.65 1.62L
Warschau 100 Kr. — 0.085 0.085
Märkte.
Frankfurter Obst- und Gemüse markt.
mc. Frankfurt a. M., 28. Juli. Bel starker Zufuhr — vor allem in Kartoffeln und grünen Bohnen — ließen die Preise im Groh» verkauf um etwa 50—60 Mk. bei Gemüse nach Es kosteten Kartoffeln alter Ernte im Zentner 340—360 Mk., neuer Ernte 425—450—480 Mk., Bohnen 380—600 Mk., Wirfinq 280—450 Mk.. Spinat 380—500 ML., Kernerbseu 550—950 Mk. Römischkohl 200—^50 Mk., Zwiebeln 800 bis 900 Mk., Blumenkohl (hiesige) 8-22 Mk.. ausländische 20 Mk. das Stück, Kopfsalat die Staude 50 Pf. bis 1 Mk., Gelberüben bzw. Karotten 250—300 Mk., Salatgurken das Stück 5—10 Mk., Einlegegurken das Hundert 40—80 Mk., Rhabarber das Pfund 0.50—1 Mk., Kohlrabi das Stück 60 Pf., Schwämme das Pfund 10—15 Mk., Rettich das Stück 1—3 Mk. Der Obstmarkt war heute im Angebot etwas schwächer als die Tage voraus. Es kosteten Heidelbeeren der Zentner 1400 Mk., Dirnen 500—900 Mk., Aep'sel 1000 bis 1200 All., Johannisbeeren 1200—1400 Mk., StachÄbeeren 800—1200 Mk., Pfirsich das Pfund 12-14 Mk., Aprikosen 22-26 Mk., Mirabelleck 16 Mk., Pflaumen 22—26 Mk. - Auf dem Fischmarkt wurden Flußfische das Pfund mit 20—45 Mk., Seefische mit 14-22 Mk. bezahlt. - Lebende Hühner und Hahnen hatten den Preis von 25—140 Mk., lebende Gänse den von 280 bis 300 Mk. — Butter hatte im Großeinkauf den Preis von 105—106 Mk., Margarine den von 65—67.50 Mk. Eier wurden das Stück mit 7.60 bis 7.80 Mk. bezahlt.


