m. u Swettes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen)Zreltag, 3t Istärz |922
Deutscher Reichstag.
198. Sitzung, 1 Uhr nachm.
Berlin, 30. März 1922.
Zur Beratung steht zunächst ein Antrag oller Parteien, mit Ausnahme der Unabhängigen und Aommueiften, der den Rentenempfängern der Invaliden- und Angestelltenverlicherung in- sofern eine erhöhte Unterstützung zubilligen will, als da? Ges.imtcinkommen des Empfängers einer Znvalide? ober Altersrente oder eines Ruhegeldes jährlich 4300 Mark betragen soll, während die Witwenrente auf 3300 Mark, die Waisenrente uuf 2000 Olfarf festgesetzt wird.
Abg. Kersten (U. S.) fordert, das) in allen Fällen ein Rechtsanspruch auf die Unterstützung gewährt wird und die Frage der Bedürftigkeit oder W indigkeit außer Betracht bleibt. Auch die Höhe de-, Zuschusses sei völlig ungenügend.
3m taufe der Debatte betont Ministerialdirektor Di Ritter, dah die Finanzlage uns Zwinge, uns in den Grenzen des Möglichen zu DGÜen. Der Antrag Kersten würde unS 10 Milliarden Mark kosten
Abg. Kersten (11.6.) bestreitet, dah die Höhe dieser Summe zutrifft.
Der Antrag Kersten wird abgelehnt und »er ursprüngliche Antrag in erster und zweiter Lesung angenommen. Die endgültige dritte Lesung scheiterte an dem Widerspruch des Abg. Kersten. Präsident Lobe stellte dies fest mit dem Bemerken, bah es damit unmöglich gemacht werde, den Invaliden i.och zum 1. April die Zuwendungen zu gewähren. (Hört, hört!)
Darauf wird die Besprechung der Regierungserklärung über
die Ablehnung der Forderungen der Reparationskommission sortgesetzt.
Abg. Leicht (Bahr. Dpt.) bedauert, dah bet unseren Gegnern noch nichts von einem wahren Friedenssinne und dem Wunsch nach einem raschen Wiederaufbau zu spüren sei. ES zeige lich mir immer wieder der Geist des Hasses. Dir begrüßen es, dah der Reichskanzler sofort mit den Ministerpräsidenten der einzelnen Lander Länder Fühlung genommen hat und dah sich Einmütigkeit gezeigt hak in der Auffassung über die Unmöglichkeit der Erfüllung der gestellten Forderungen, wie über den entwürdigenden und entehrenden Charakter des Tones und die Zumutungen des Begleitschreibens. Der Redner bedauert, daß diese Einmütigkeit sich nicht auch tm Reichstag gezeigt hat und polemisiert gegen die Ausführungen des Abg. Dreitscheid über die Beseitigung der einzelnen Bundesstaaten. Wie soll denn gespart werden? Etwa durch Streichung der Säuglingsfürsorge, oder der neuen Zulage für Angestellte, Beamte und Arbeiter? Der- schärst die Entente noch die Gefahren, welche die neue Steuer- und Teuerungswelle über uns gebracht hat, dann dürsten Unruhe und Empö- rung an den Grenzen Deutschlands nicht Halt machen! Mögen also diejenigen, welche Europas Geschicke lenken, dafür sorgen, dah Frieden und Wiederaufbau, nicht aber Chaos und Untergang das Schicksal Europas werden!
Abg. Levi (Komm. ArbeitSgem.) erklärt, gegen das Mihtrauensvotum stimmen zu wollen und spricht seine Freude aus über die Wendungen Stresemanns und Rathenaus gegenüber Ruhland.
Abg Fröhlich (Kom.) nennt unsere bisherige SrfüllungSpolitik eine Ausplünderung der deutschen Wirtschaft und der Arbeiterschaft. Daran trage die Sozialdemokratie die Mitschuld. Bon Rathenau, diesem reinen Vertreter des internationalen Kapitalismus, sordern wir eine klare Stellungnahme zur russischen Politik.
Während der fast bm, tim Digen Ausführungen deS Abg. Fröhlich ist ein Antrag Marx (Ztr.) u. Gen. eingegangen, der Reichstag wolle beschlichen. Der Reichstag verwahrt sich gegen die in der Rote der Reparationstommission vom 21. 3. 1922 dem deutschen Dolke «angesvnnenen unerträglichen Forderungen und billigt daher dir von der Reichsregierung die zu dieser Rote abgegebene Erklärung. Ferner liegt das Mißtrauensvotum der Deulschnationalen vor, in dem dem .Unannehmbar“ der Rote zugestimmt, im übrigen der Regierung aber das Vertrauen versagt wird, da die Fraktion weder tn der Frage der 720 DoldmiNionen tn bar und der 1460 Millionen tn Sachleistungen, noch in der Frage der Sicherstellung des deutschen Privatbesihes im Ausland irgendeine Sicherheit für die Fortsetzung dieser Haltung erlemit. Die Deutschnationalen beantragen ferner, in dem Zentrumsantrag den letzten Satz zu streichen. Ein weiterer Zusah- antnig der Deutschnationalen zum Zentrumsantrag wendet sich gegen die Eingriffe der Reparativ nskommiss ton aus die Souveränität des Deutschen Reiches und gegen die Deutschland auf-
Vie Pforte öes Paradieses.
Roman von Sngeborg Dollquartz.
Berechtigte Ueberfefcung au« d m Dänischen.
23. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)
Aber so war es jederzeit, sobald sie allein war. Sie hatte keine innere Ruhe, wenn sie fern von ihrem Rlann und ihren Kindern war. D ets hatte sie ein Gefühl, als versäume sie eine Pflicht, wenn sie nicht irgerrdwie für sie arbeitete oder an sie dachte.
Und was konnte sie denn für sie tun? Richts. Ha. sie konnte sich in der täglichen Tretmühle für sie aufreiben, damit sie es daheim nett und gemütlich hatten, sie konnte m materieller Hinsicht gut für sie sorgen, aber das toar auch alles. Sie konnte allerdings ihre Hoffnungen, ihre Gedanken, ihre Enttäuschungen und Klagen teilnehmend mitanhören, aber ihnen helfen, aufrichtig helfen, wie man denen, die man mehr liebt als daS eigene Leben, gerne helfen möchte, das konnte sie nicht.
Was sie am meisten quälte, war aber nicht ihre Unzufriedenheit mit sich selbst über ihr Verhältnis zu ihrem Mann und ihren Kindern an sich, sondern eine Art von nagender Gewiyheit, dah es gar nicht so zu fein brauchte, batz sie ihnen wirllich ganz gut fein könnte, was sie ihnen so gerne gewesen wäre und was sie-auch vielleicht von ihr erwarteten, wenn sie nur itzne Gaben und Kräfte out die richtige Weise arrzuwenden verstünde.
„Sie Angst raubt einem alle Straft, und wenn man selbst bange ist, kann man andern nicht helfen,“ hatte Tante Ellinor gesagt.
erlegten Kontribuiionsleistungen. Die Kommunisten stellen zum deutschna Zonalen Antrag einen Abänderungsantrag, alle übrigen 5kUe zu streichen und nur zu sagen: Ser Reichstag versagt der Regierung das Vertrauen, dessen sic zur Führung der Geschäfte bedarf.
Abg. H e r g t (S.-QL) begründet die Anträge feiner Fraktion damit, dah die von ihr gewünschte Klarstellung zur Frage der Reparationsleistungen und wegen des Schuhes des Pri- vatbesihes nicht erfolgt sei
Abg. Henke (USP.) betont in der Erklärung seiner Partei, batz sie die gegenwärtig zur Entscheidung stehende auswärtige Politik der Regierung Wirth in der großen Linie zwar billige und insbesondere den angedrohten Eingriff in die deutsche Finanzhoheit und die Kontrolle über die deutsche Wirtschaft für unerträglich halte, dah aber die innerpolitifche Fundierung dieser auswärtigen Politik, insbesondere durch das Steuerkompromih mit der gros-kapitalistischen Seullchen Dolkspar^ei schär'stm Widerspruch herausforde^b. Seine Partei lehne daher den Mitztrauensantrag der Deutschnationalen ab, werde sich dagegen gegenüber den Antrag Marx der Stimme enthalten.
Abg. Stresemann ("D. V. P.) bedauert, dah die Seutschnationale VottSpartei in einer solchen Situation so weittragende Anträge eingereicht habe: da es notwendig fei, hinter das „Rein" der Regierung eine möglichst breite Front des Reichstages und des deutschen Volkes zu setzen, stimme seine Partei dem Antrag zu und lehne die Abänderungsanträge ab.
Abg Könen (Komm.) betont, seine Partei verlange darüber Klarheit, wer Wirths Politik der Erfüllung auf Kosten der Arbeiter unterstützen wolle. Saher beantrage seine Partei ein klares Misttrauensvotum.
Abg. Sr. Levi (Komm. A.-G.) lehnt das Misttrauens Votum ab, da seine Partei die Bett- gemeinschaft mll den Seutschnationalen leid sei.
Abg Schulz- Dromberg begründet die späte Einbringu g ter deutsch ationa.en Abänderung! - anträge damit, dast der Zentrumsantrag se.bst erst kurze Zeit vorliege. Seine Partei sc he in dem Zentrumsantrag weniger ein Vertrauensvotum als die Umgebung des Vertrauensvotums. Seshalb wäre bei den bestehendem Unk a' hciten eine Vertagung zweckmästig, um eine Einigung zu suchen.
Rach dem die Abgg. Wels (Soz.) und St. Marx (Ztr.) alle Abänderungsanträge zum Zentrumsantrag abgelehnt und erklärt haben, dast eine Teilung des Vertrauensvotums nicht möglich sei, spricht auch Abg. Stresemann (S. Vp.) gegen den Gedanken einer Vertagung aus und kennzeichnet den Antrag Marx ebenfalls als ein unteilbares Ganzes. Ser Antrag soll der ReichSrsgierung der Möglichkeit ge'en, bei den auhenpoli ischen Situationen, die sich vorbereiten. sich aus die 3ufltmmung stutzen zu können. 3n diesem Sinne haben wir dem Antrag Marx zuzustimmen: andere prinzipielle Fragen müssen ausscheiden. 3d> bebaute, dast die Deutsch- nationalen es nicht verstehen, m einem solchen Augenblick ebenso zu handeln. (Lebhafter Beifall.)
Abg. Leicht (Daher. Dp.) bedauert, dah man Zwietracht in die Reihen derjenigen Kreise bringen wolle, welche dem Ernst der Situation gerecht werden. (Stürmischer Beifall bei der Mehrheit. Unruhe unb Proteste bei den Seutschnationalen.) Sen Ernst der Situation, den ich in meiner RÄ>e gekennzeichnet habe, und dem auch Sr. Stresemann gerecht geworden ist, verlangt, dast in einem solchen Augenblick, wo es sich um die Entscheidung über "Deutschlands Zukunft bandelt, wo unsere Abordnung nach Genua geht. Die Regierung eine Mehrheit bekommt, die sie dort gebraucht. (Stürmische Unterbrechung rechts: Zwischenruf des Abg. Helfferich: Zuruf von kommunistischer Seite: Schweigen Sie, Verbrecher!)
Die Abgg. Künstler (Stemm.) und Hoffmann (Komm.) werden deshalb zur Ordnung gerufen.
Annahme
des Vertrauensvotums mit 248 gegen 81 Stimmen. Ser kommunistische Antrag auf ein glattes Misttrauensvotum findet nicht genügend Unterstützung. Ser Zusatz der "Deutschnationalen zum Zentrunisantrag wird sodann mit 312 gegen 60 Stimmen abgelehnt, ebenso der deutschnationalc Abänderungsantrag zum Zentrumsantrag mit 3.2 gegen 60 Stimmen bei 2 Stimmenthaltungen. Ser Antrag Marx selbst wird schliehlich mit 248 gegen 81 Stimmen bei 45 Stimmenthaltungen angenommen. 1
Cs folgt die zweite Lesung des Rachttags zum Demntenbesoldungsgesetz.
Abg. Segler! (Sntl.) befürwortet einen Abänderungsantrag feiner Partei, der über die Ausschutzbeschlüsse in einigen Punkten hinausgeht.
Finanzminister Sr. Hermes bedauert, dast nach den ausführlichen Verhandlungen im Ausschuh der Vorredner noch mit neuen Wünschen komme. Sie Regierungsvorlage habe schon 30 Milliarden erfordert Die Ausschutzbeschlüste feien um etwa 20 Milliarden barubet hcnau--gegangen: der Antrag Seglcrf aber würde noch 12 Milliarden mehr aus machen Er bitte daher um Annahme der Ausschustbeschlüsse.
Abg. Bender (Eoz.) bittet, bald neue Verhandlungen zu eröffnen, um der Deaintennot besser abzuhelfen, als _p8 bisher möglich gewesen sei.
Abg. Feuermann (S. Dp.) bedauert gleichzeitig das Vorgehen des Abg. Segler! und erlläri. dast sich dü( Beamten zum Teil in unwürdiger Abhängigkeit von den Gewerkschaften befunden hätten.
At'g. B r c u n i g (USP.) befürwortet bei den untersten Gehaltsstufen eine Erhöhung der Teuerungszulage auf 80 Prozent, während der Abg. Schuld (Sem.) sich von der Annahme der Ausschustbeschlüffe eine Beruhigung in der Beamtenschaft verspricht.
Abg. Heidemann (Komm.) richtet die heftigsten Angriffe gegen die Regierung, welche nichts weiter fei, als ein Arbeitsausschuß des Kapitals.
Rachdem noch Abg. AHekotte (Zentr.) sich für die Ausschustbeschlüsse eingesetzt hat, wird die Vorlage unter Ablehnung aller Abände- rungeanlräge nach den Beschlüssen des Ausschusses in zwener und dritter Lesung angenommen.
Ser Entwurf über die Aenderung des Pen- sions-Ergänzungsgesetzes und des Wehrmacht- Versorgungsgesetzes wird in zweller Lesung erledigt, ebenso das Kohlensteuergefeh in dritter Lesung.
So Abg. Höllein (Komm.) die Deschlust- sahigkeit des Hauses anzweifelt, schlägt Präsident Löbe vor, die Abstimmungen auf morgen zu verschieben. Das Haus schlleht sich dem Vorschläge an.
Freitag, mittag 1 Uhr: Anfragen, dritte Lesungen und Abstimmung zum Kohlensteuer- geseh.
Schluß gegen 11 Uhr abends.
Gießener Frühjahrs-Pferdemarkt.
G lest en, 29. März
Der heutige Frühjahrs-Pferdemarkt litt, was die Vorführung der angemeldeten Pferde der Zahl nach anbetraf, stark unter dem harten Welter. Vielfach wollten die Besitzer von wertvollen Tieren di Ze nicht der Kälte aussetzen und blieben infolgedessen zu Hause, Infolgedessen war der Markt nur von etwas über 120 Pferden beschickt, obgleich nahe an 200 an gemeldet waren. Trotz des gegen 9 Uhr vormittags einsehenden Schneegestöbers war der Marktplatz von Interessenten und Reugie i^en sehr stark während der ganzen Marktzeit besucht. Ser Markt hat trotz bei austerordentlich hohen Prelle, die für Pferde bezahlt werden muhten, für den Handel nicht schlecht (^geschlossen, jedoch ko inte der Markt, der sehr früh zu Ende ging, nicht geräumt werden.
Auf dem Vorführungsplahe fjerr chte das regste Leben. Sie Prämiierungskommisfion unter Leitung von Oekonornierat Hofmann — es war der erste Markt, an dem der Vorsitzende des Preisrichter-Kollegiums, Oekonomie- rat Müller-R.uhof, w gen eines Trauerfalls in der Familie nicht anwesend war — war bestrebt, ihres Amtes gerecht zu walten. Oester muhte der Präsident des Landes-Pferdezucht - veieins, Oberstleutnant S ch ö r k e - Darmstadt, der jeden Markt in Giesten besucht, zwischen die Widerstreitenden Ansicht der Preisrichter vermitteln. Als Vertreter der Landwirtschastskammer war Generalsekretär Oekonornierat "Wagner anwesend
Sie Prämiierung hatte folgendes Ergebnis :
Reitpferde unter dem Sattel. Ambrosius Peil-Mölln (brauner Hengst, 4jätyng) 1. Pr. — Wilh. Hch. Fenchel-Griedel (Rappstute, 6jährig) 2. Pr. f
Wagenschläge, paarweise. S. Michel- Giesten (dunkclbr. Stute und Wa'lach 4- unb Sjährig) 1. Pr. — 3. Kaufmann-Rieder-Weisel (dunkelbr. Stute und Wallach, 3- und 4jährig) 2. Preis.
Schwerere Arbeits sch läge, paarweise. S. Kaufmann-Rieder-Weiiel (braune
und FuchSstute, 4- und 6jährig) 1 Pr — Heching- Kirchhain (Fuchsstuten, ö.äh.ig) 3 Pr.
Leichte Arbeitsschläge. paar- w eise. Aug Frenkdorf-Giehen (br. Wallach und ©tute, 6- unb 5jä. g> 1. Pr. — "S. ©ames-Dad- Olaubcim (br. ©.ui: unb Wallach) 3 Pr.
Schwere A r b c i t s s ch l ä g e. einzeln. ©. Kaufmann-Rieder W isel (br © utc, 4jährig, 1. Pr. — Derselbe (Fuchsnute. 6;äbcig) 2. Pr. - Derselbe (Fuchsslute, 6 äh.ig) 3 Pr
LeichteArbeiteschläge, einzeln. A Zrensbors-Dietzen (br. Wallach, bjäbrig) 1 Pr - derselbe (br. ©tute, 4iährig> 2. Pr. — H Mlchel-Giesten (dunkelbr. ©:utc) 3 Pr. — Tkner Heching-Kirchhatn (schw. © utei. 3. Kaufmann- Riedcr-Wcisel (br. © ute. 6.ährig). Aug Zrens dvrs-Giesten (br. ©tu:c, 6 ä v{g) Anerkennungen.
Schwerere ArdeitSschläge. einzeln. (Sic Pferde müssen 6 llsto.ate in Belin von Landwirten sein, btc dem Lande>.-pserdezucht- verein oder einem landwirtschaftlichen Bezirks- verein in Hessen als Mi glird angehören.) Wisst Langsdorf-A.b,ich (Kostlfuchsi.ute, ICjäbrig) 2. Pr — Wilh. Wag .er Kirchg ns (Fuchs).ute, 4 ährt. 3. Pr. — Zoh. Hch. Huufer-Ried.r-Weifel (br ©tute, 8- unb 3jährig) 2 Anerkennungen — H A. ©trastheim-Griedet (br. ©tute, 7 äh-.ig) und Georg Rühl-Langsdorf (br. ©tute, I2jäh.iz) Anerkennungen.
Leichte Arbeitsschläge, ernzeln. (Sic Pferbe müssen 6 Monate im Desrtz von Landwirten sein, bie dem Lnnbespfe bezuchi-Der- ein ober einem I<r1 dwt.tscchisttichen Bezirksver.tn in Hessen als Mi glieb angehören.) Amb osiaS Peil-Mölln (br. Hengst, 12jäh.ig) 1. Pr. — Antvo Velten XVl-Lang-Göns (br. Stute, 4jäh tg) 1 Pr — Lubw. Konr. Lu H-Lang Göns (Rappst ute, 5- jührig) 2. Pr. — Z. W. "Benber-Sorl-Gill (br. ©tute, 3jährig) 3. Pr. — Wilh. 'Wagner ll.-Kirch- Göns (br. Stute, 3jährig) 3. Pr. — Ambrosius Peil-Mölln (schw. ©tute, kjäh.ig), H W. Stratz- Herm-Gricdel (braune Stute, lOsährig), A Vellen XLi.-Long-Göns (br. Stute, 5j .h i?), W H. Fenchel-G.i.bel (Rapp-'ute, 6 äh tg), berfefe (Rappvxrllach, 4jährig), Landwirtsch. Institut- Cirs'vn, (br. Stute, öjährig), dasselbe (br. Stute. 6jäfcrig), PH. Schudt-Londors (F chsstute), Fr. Walcher-Lllrperborn (Schimm.i :u c, 15,äh.ig), i? eine Anerkennung.
Schwere Arbeitsschläge, paarweise. (Sie Pferde müssen 6 Monate tm Delitz von Landwirten fein, die dem Landespferdezucht Verein ober einem landwirtschaftlichen D.ziiks- verein in Hessen als Mitglieder anoehören ) Wilh Wagner II.-Ki ch-Göns (4- unb 9 übrige braune unb Rotschimmelstute) 1. Pr. — 3. Fay IV.- Langsdorf (3- und 4jäh äae Fuchsstute) 2 Pr. — Wilh. Walter U.-La g ba:f (8 und 3 äh: iger Rotschiinmel und Fuchsstutr) 2. Pr. — Gg Rühl- Langsdorf 12- unb 2iübrige br. Stuten) 3. Pr.
Leichte Aröei t sschläge, paar weise. (Sic Pferde m sen mindestens 6 Monate im Besitz von Landwirten sein, bie Mitglieder des Landespserdezuchll Vereins oder eines landw. Bezirksvereins m Hessen sind.) Airton Velten XV i.-Lang-Göns (4- und 5jährige br. ©tuten) 1. Pr. — Ambrosius Peil-Mölln (8- und 4jährige schwarze Stute und brauner Hengst) 2. Pr. — H. K. ©tratzheim-Griedel (6- uni 2jährige br. ©taten) 3. Pr. — H. Gottmann- Giesten (7jähr. FuchSstuten) 3. Pr. — PH. Schudt-Londorf (9- unb 3jähr. FuchSstuten) 3. Pr. — Wilh. Hch. Fenchel-Griebel (4- u. Sjähr. Rappstute unb Wallach) Anerk.
31 ä h r. Fohlen, geb. 1 9 1 Wagenschläge. H. W. Denber-Dorf-Güll (br. Stute) 1. Pr. — PH. Schudt-Londors (br. ©tute) 2. Pr.
3 jähr. Fohlen, geb. 1919, Arbeitsschläge. Wilh. Wagner ll-Kirch Göns (braun« State) 1. Pr. — Hoh. Hch. Häuser-Rieber-Weisel (br. State) 2. Pr. — H.^Fay lV.-Langsbvrs (FuchS- st?a>te) 3 .Pr.
2jähr. Fohlen, geb. 192 0, Wagenschläge. H K. ©tratzh im-Griedel (br. State) 1. Pr. — Wilh. Bingel-Gruntngen (br. Wallach) 2. Pr.
2jähr. Fohlerr, geb. 1920, Ardeiks- schlüge Gg Rühl-Langsdorf (br. Stute) 1 Pr.
Zuchtstuten mit Saugfohlen ober mehrer. Rachkommen, Wagenschläge. H. K. Strastheim-Griedel (6jästr br. S ute mit 2 Rachkommen) 1. Pr. — PH. Schudt-Lonborf (9- jähr. Fuchsstutc mit 2 Rach kommen) 2 Pr. — Wilh. Dingel-Grünmgen (10j hr Ra^p ute.3 Pr — Canbto. Inslitut-Giesten (5zähr. br. Saite) An erkennung.
Zuchtstuten mit Saugfohlen oder mehrer. Rachkommen, A rbeitsschlägc Wilh. Wagner II -Kirch-Göns (9jühr Rotschimmei mit 2 Rachkommen) 1. Pr. — Georg Rühl-LangS- borf (12jähr. br. ©tute) zwei 2. Pr.
Zuchtstuten mit Saugfohlen obeß mehrer. Rachkommen. Wagenschläge. L. K. Luh-Lang-Göns (5jahr. Mippen) 1. Pr. — H W. Strastheim-Griebel (lOjähr. br. Stute-
Ha, Inger fühlte ganz wohl, batz ihr die eigene Furcht im Wege staub. Rach crusten war fte immer gelassen unb selbst beherrscht, aber in ihrem Innern stets voll Angst, sie könnte bie Aufgabe, die ihr nun einmal gestellt war, nicht richtig erfüllen.
So, nun waren ihre Gedanken wieder an dem Punkte angelangt, zu dem sie immer wieder zurücktehrten — an dem Versprechen, das sie damals ihrem Manne gegeben hatte, sie we'be die Schwermuk verjagen, die ihm stets dieWillens- krast geraubt unb seine Geistes gaben gelähmt hatte. Andern gegenüber tat sie noch immer so, als ob sie glaube, bie Verwaltung ber Erbschaft nehme ihren Mann vollständig tn Anspruch: aber nach weniger als einem halben Hahr hatte sie eingesehen, bat) er sich überhaupt nicht mehr mit den Geschäften obgab, die ihm anfangs so viel Vergnügen gemacht hatten. Zuerst war er ungefähr jeben Tag einmal in ba£ 'neugekaufte Haus gegangen, hatte sich mit den Handwerkern verabredet, hatte ihre Arbeit überwacht, mit den Mietern und mit dem Sachwalter verhandelt: ober dann hatte das alles plötzli-ch jegllchen Retz für ihn verloren, er war wieder stuntm und verschlossen wie zuvor, machte feine et famen Spaziergänge und war daheim so scheu und abweisend, dast ihn memanb zu stören wagte.
Anger war so vertieft in ihre Gedanken, dast sie erschreckt zufammenfuhr, als sich ein Arm unter den ihren schob. Als sie auftah, fcha-ite sie in bie fröhlichen Augen ihres Erstgeborenen.
„Mutter, was hat dich denn so vöMg hinge- nommen?“ rief er, indem er so unterge.ajt mit ihr weiterging und feinen Schritt dem ihrigen onpahte. .Ich habe dich schon von Uxitem kom
men sehen: t u bist dahergekornrnen wie tm Traum. Woran hast tu denn gedacht?"
.Unter anderm auch an dich," erwiderte Frau 3nger lächelnd.
„Senkst du wirllich immer noch so viel an mich, Mutter?"' fragte Orla und dructte ihren Arm zärtlich an sich. .Zch habe wahrhaftig geglaubt, du hättest mich längst oufgegeben.“
.Sich aufgegeben —7* Frau Dorris sah zu ihrem Sohne auf und schüttelte den Kopf. .Eine Mutter kann ihre Kinder niemals aufgeben, Orla.“
„Sonn habe ich vielleicht ehren verkehrten Ausdruck gebraucht, Miller," sagte er eifrig. „Glaubst du denn noch an mich — ich meine, glaubst du, dast noch etwas aus mir wird?''
„Go, das glaube ich. mein (Zunge." sagte Frau Inger ernsthaft a.ib nickte ihrem Sohne zu. „Sa hast alles in dir, woraus sich ein guter und tüchtiger Mensch entwickeln trrni. Su hast ein gut?s Herz, einen gescheiten Kopf, und du zeig>l auch Eifer, solange du Lust zu einer Sache hast —"
,(Za." unterbach er sie, „und bann geht es weiter: aber es fehlt dir an Willenckratt und Beständigkeit — ach, dieses Lied kenne ich.“
,Zch wollte es dir aber jetzt gerade nicht vorfingen," sagte Frau 3nger mit einem Irich en Seufzer. „Ich hatte mir eben im Grhen üb>rl?gt, tr-aä wir mit dir anfangen sollen, wenn dir das Singen verleidet ist.“
„Rein, Mutter, das) du das erraten hast I" rief Orla unb blieb vor Erstaunen stillsteh>n. „Das kann bvch auch nur eine Mutter! Eben heute habe ich die S u rden aufgesagt. Sas hatte ich nicht mehr aus! Zch habe seit mehreren Monaten nicht mehr geraucht — oder doch recht wenig —
unb ich habe mehrere Stunden am Tag geübt, aber er sagt, ich sei nicht fleifüg'genug. Rur aus Rücksicht auf Vater Hude ich nicht noch mehr gesungen: aber solche Fa m il ienrücks ichten kann man doch nicht fremden Menschen aut die Rase b irden, unb deshalb habe ich gefugt, es fei am besten, wenn ich ganz aufböre. Es dauert auch viel zu lange, Mutter. Rein, jetzt habe ich meinen EntschluN gefaht, und von dem laste ich mich nicht mehr ab bringen. Zch gehe nach Buenos Aires."
„Hast du wieder mit Jakob Aarsted gesprochen?" fragte Frau Jnger unb schaute Orla neugierig an.
„Rein, ich habe ihn nicht gesprochen." erwiderte Orla leise, und unter den Blicken feiner Mutter stieg ihm langsam das Blut ms Gelicht, trährend seine großen hellblauen Augen gan- verdächtig zu blinken ansingen.
„Was ist mit dir, Zunge l" rief Frau Dorr iS und sah ihn liebevoll an. „Su mutzt eS mtr sagen. Orla.“
.Ach, nichts weiter, ich habe — ich habe mich nur verliebt."
.Aber liebes Kind!", fing Frc»t Inger an, wurde jedoch von Orla unterbrochen.
„Zch Weitz wohl, datz alle sagen würden, ich sei verrückt, da ich doch nichts habe unb auch nichts bin, deshalb darfst bn es auch niemand sagen, Mutter."
„Rein, ich sage es gewitz niemand, mein Zunge," versicherte Frau BorriS.
(Fortsetzung folgt.)


