Ausgabe 
31.3.1922
 
Einzelbild herunterladen

snertfl tn vielen Teilen 5?r Stabt nur mit Len von der Entente vorgefchriedenen Qlrmbinben und Ausweisen. Am 28. März erschien am Rach- mittag vor der mit vier Schupobeamten besetzten Polizeiwache in Alstaden eine 8? b" - 100 Mann starke Abteilung belgO'.b:r So!o il.-n, von denen ein Offizier und jC nra die 'Wachstube betraten und den x mit vorgehaltener

Pistole unter der QLi. .. _iungHäiü>e hochl" erklärten, sie hätten Befehl, sie zu verhaften und mitzunchmen, da fic weder Ausweise noch Arm­binden hätten Als die Beamten nachwiesen, das; dies doch der Fall war, schien der Offizier msriedengestellt und verlieh die Wache. Am '-9. März wurde ein Wachtlaslkraftwagen, der jeden Mittag die Ablösung sämtlicher Ober­hausener Poli,eibeamten besorgt, bei dessen Rund­fahrt durch die Dewegungszone durch die Kaiser- strahe von einer belgischen Kompanie angehal- len. Sämtliche auf dem Wagen und der Wache tu Altstaden getroffenen Beamten, insgesamt 29, wurden verhaftet und sie sowie der Srafttoagen und die auf der Wache befindlichen Ausrüstungsstücke, wie Wachbücher, Handgrana­ten usw. mit nach Duisburg genommen. Der den Belgiern auf die Nachricht von ihrer Ver­haftung sofort nachgesandte Huadertschaftssührer versuchte vergeblich, die Freilassung der Leute zu erlangen. Der die belgische Kompanie be- ichligende Oberleutnant erklärte, er habe von dem kommg.ndierenden General des Brückenkopfes in Duisburg strengen Befehl, die im be° setzten Stad.teil ang tro f nenSchutzk oli. .e.beamten aL'.ufangcn und nach Dutsbura zu führen, gleich­viel ob sie Armbinden hätten oder nicht. Der Poli- eipräsident in Essen hat sich sofort mit dem bel­gischen General in Duisburg wegen der Frei­lassung der Beamten in Verbindung gesetzt und angeordnet, dah die Oberhausener Schutzpolizei

Dienst im besetzten Stadtteil einstellt. 3n» wischen wurden von den verhafteten Beamten drei, die zur Wache in Altstaden gehören und eine Armbinde hatten, freigelassen, die übrigen hatten keine Armbinden, da sie zum Dienst auf anderen Wachen bestimmt waren und daher das besetzte Gebiet nur vorübergehend bei der Durch- iahrt des Wagens berührten, ein Verfahren, das seit Monatei', geübt wurde und bisher von den Belgiern nicht beanstandet wurde.

Dus dem Reiche.

Des^lLsse des Reirbsrats.

Berlin, 30. März. (WTB) Der Reichs- i st hat in seiner heutigen öffentlichen Sitzung den Beschlüssen des Hauptausschusses des Reichs­tages zur Beamtenbesoldungsvorlage zugestimmt. Ferner nahm der Reichsrat den vorläufigen Han- ? elsvertrag zwischen dem Deutschen Reich und Fugoslavien an. Als Zuschüsse für die Länder zur Llnterstühung der notleiden­den Kleinrentner waren aus dem Rach- tragsetat für 1921 zunächst 50 Millionen bereit- gestellt worden unter der Bedingung, dah die Länder und Gemeinden ihrerseits das Doppelte, also hundert Mi.lionen aufwendeten. Der Reichs­rat erklärte sich damit einverstanden, dah auch die restlichen 50 Millionen unter denselben Be­dingungen bereitgestellt würden.

Die Untersuchung gegen Minister Dr. Hermes.

Berlin, 31. März. (Prio.-Tel.) 3n der gestern abgehaltenen Sitzung des älntersuchungs- oüsschusses gegen den Reichsfinanzminister Dr. ^H e rmes entschied, wie die Blätter melden, die 'Mehrheit des Ausschusses gegen die Stimmen *>er Vertreter der sozialistischen Parteien, dah T)ie Anschaffung des 1. und 2. Automobils «für das Reichsernährungsministerium nicht als Verfehlungen des Ministers angesehen wer­den können. Der Ausschuß beschäftigte sich sodann mit dem Fall Augustin. Es wurde beschlos­sen, neben der Einforderung einiger Akten aus dem Reichsernährungsministerium Staatssekretär Dr. Ramm, Staatssekretär Dr. Huber. Oekonomie- rat Maus und Regierungsrat Dittong am 5. 'April als Zeugen über den Briefwechsel und die Gespräche des Ministers Hermes, sowie über dgn Fall Augustin zu vernehmen. Am 5. April soll auch die Erörterung der Wein- und Zucker- angelegenheiten beginnen.

Sin Streik in der Mannheimer Metall­industrie.

Berlin, 31. März. Wie dieBost. Ztg." aus Karlsruhe meldet, hat das vom Reichs- arbeitsministerium zur Beilegung des Konfliktes in der Mannheimer Metallindustrie eing:s tzte Schiedsgericht einm 0 cf) i e ds spru ch gefallt, der die bisherige 46stündige Wochen­arbeitszeit auf 48 Stunden verlängert. Gleich­zeitig JoH eine Rotzulage gewährt werden. Die älrabstimmung in den Betrieben von Mannheim und Ludwigshafen hat eine Mehrheit für die Ablehnung des Schiedsspruches und für den Streik ergeben. Der Ausstand, an dem rund 25 000 Arbeiter beteiligt sind, wird heute beginnen.

Hessischer Landtag.

St. Darmstadt, 30. März.

Am Regierungstisch: Staatspräsident UI» 1t ch, Minister des Innern v. Brentano, Arbeitsminister Raab und Regierungsvertreter.

Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 9% Hfjr. Erster Gegenstand der Tagesord­nung ist der Antrag der Abgg. Lux u. Gen., die Abänderung des Artikels 9 des Landes- steuergesehes bett. Rach dem Ausschuh­bericht, den Abg. D i n g e l d e h erstattet, wird der Antrag der Regierung als Material über­wiesen.

Kleine Vorlagen.

Rach Artikel 32 der Geschäftsordnung werden zur Kenntnis des Hauses gebracht die vom Aus- schuh angenommenen Regierungsvorlagen: Ein­richtung von Wohnungen in der östlichen Abtei- scheune zu Seligenstadt; Einrichtung eines Luft- und Lichtbades zu Bad-Salzhausen; Ausstellung eines Verkaufshäuschens an der ilfabrücfe zu Bad°Rauheim; Staatszuschuh zur Zentrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge; die Geschäfts­verhältnisse der Handwerkskammer; Bewilligung eines weiteren Zuschusses aus dem 20-Millionen- fonds zu den Kosten der Räumung des Land- und Scheidgrabens im Kreise Groh-Gerau; Er­richtung einer Scheune für die Deterinärkliniken in Giehen betr.

Die Wahl des Präsidenten, eines Gegen­luchhalters und dessen Stellvertreters zur Staats­schuldenverwaltung gemäß Gesetz, die Verwal­tung der Staatsschuld betr., vom 27. Ok­tober 1919, fällt auf die Herren Reumann, bzw. Werner, bzw. Wagner.

Zweite Lesungen.

Zur zweiten Lesung der Regierungsvorlage, Gesetz über die Erhöhung von Abgabe n-

und GebüPrendeträgen nach Maßgabe der Geldentwertung betr., hat nach dem Bericht Les Abg. Dingeldey der Ausschuß für die Befreiung von der Fahrradsteuer ein Einkommen bis zu 25 000 Mark festgesetzt. Der Antrag wird angenommen. Das Gesetz ist damit erledigt.

In der Fassung der ersten Lesung wird an­genommen die Regierungsvo rlage ü^er die Ölen­de rung des Gesetzes vom 12. Oktober 1921 über die Wohnungsbauabgabe.

Zum Entwurf eines Gesetzes, die Erhebung Oorläu.i er Grund- und Gewerbesteuern für die Rechnungsjahre 1921 und 1922 betr., hat der Ausschuß sich nach denr Weicht de£ Abg. Dingeldey zu dem -"Antrag Hoff­mann gegen die Rückwirkung der «Steuer auf den Standpunkt gestellt, dah die Gemeinden im Interesse ihrer Finanzen das Recht die Steuer rückwirkend zu erheben, haben müssen. Für die Rachzahlung sollen «Er­leichterungen gewährt werden. Die «Gemeinden sollen auf die wirtschaftlichen Verhältnisse weit­gehend Rücksicht nehmen. Den Steuerpflichtigen soll ein Rechtsanspruch auf Stundung oder Erlaß der Steuer gewährt werden und .im Falle der Ablehnung das Verwaltungsstreitrerfahren in Tätigt.it traten. Mit dieser Aende.ung empfiehlt der Ausschuh Annahme der Vorlage.

Abg. Hoffmann (Ztr.) bittet nochmals um Abstimmung über fernen Antrag, da seine Be­denken noch nicht zerstreut sind.

Abg. Dr. Osann (D. Vpt.) äußert ebenfalls schwere Bedenken gegen die nachträgliche Steuer­erhebung, deren Verteilung und Abwälzung auf die Konsumenten in den meisten Fällen sehr schwierig fein wird. Allerdings muß man die Rot der Gemeinden in Rücksicht ziehen.

Finanzminister Henrich: Was die Vor­redner über die Härten gesagt haben, ist durch­aus richtig, aber die Annahme des Antrages Hoffmann Würde die Schwierigkeiten ntcht be­seitigen.

Abg. Widmann (Soz.) tritt für die Vor­lage ein.

Der Antrag Hoffmcrnn, für 1922 die gleiche «Steuer wie 1921 zu erheben, wird angenom­men. Damit ist der Ausschußantrag gegenstands­los, die Vorlage angenommen.

Finanzminister Henrich erklärt, e s i st d i e Frage, und die Regierung wird diese Frage prüfen, obdasGesehjehtüber- Haupt einen Wert Hat-

Ja der .Fassung der ersten Lesung werden angenommen die Vorlage betr. Besoldung usw. tec israelitischen Religionslehrer und Erstreckung des F i n a n z g e > e h e s für 1921.

Rach dem Ausfchuhantrag erledigt, bzw. für erledigt erklärt werden: Antrag der Abgg. Dr. Osann u. Gen., Derfügungstellung von Holz zu Wohnungsbauten; Antrag der Abgg. .Ebner und Rink, Brennholzversteigerungen aus den hessi- chen Staatswaldungen; Antrag der Abgg. Borne- mann, Widmann und Schildbach, Preistreiberei bei Brennhvlzversteigerungen; Antrag der QTbqg. Ebner und Rink, die Renten der Kriegsbeschä­digten betr.

Rach der Pause wird zunächst eine kleine Anfrage erledigt. Abg. Knoll (Ztr.) fragt an, was die Regierung zu tun gewillt ist für die Altpen- ionäre und Rentenempfänger. Minister des Innern d. Brentano erwidert, der Regie­rung sei die Rot bekannt und sie prüfe zur Zeit Mittel und Wege zur Abhllfe.

In den parlamentarischen Ernährungsbeirat werden gewählt die Abgg. Lang, Dickel, Reu­mann, Frau Steinhäuser (Soz.), Obenauer (Dem.), Hoffmann-Seligenstadt, Lang (Ztr.), Hahn, Schott (D. Dp.), Fenchel, Dr. Müller (Dbd.).

(Schluß folgt)

Aus Stabt und Land.

Gießen, den 31. März 1922.

Preisanfgabcn der Landes-Universität.

Aus dem Zinsertrag der Osann-Beul- wih-Stiftung der Universität Gießen wer­den Reise st ipendaen für Studierende und andere wissenschaftliche Bewer­ber aller Fakultäten vergeben. Die Be­werber müssen eine von der Pflegschaft ausge­schriebene Aufgabe bearbeitet und dafür den Preis erhalten haben.

Die Preisaufgaben für das Jahr 1922/23 find folgende:

1. Für Studierende, die mindestens im Sommer 1922 oder im Winter 1922/23 an der Universität Gießen immatrikuliert sind: Aus dem Gebiet der theologischen Fa­kultät:

»Das Problem des Leides bei den israeliti­schen Propheten des 8. Jahrhunderts."

Aus dem Gebiet der juristischen Fakultät: »Die Ueberleitung der Rechtsprechung in den durch den Versailler Frieden abgetretenen Gebieten."

Aus dem Gebiet der medizinischen Fa­kultät: (

1.Es soll an der Hand des Materials der Gießener Augenllinik festgestellt werden, rote lange die an Alters st ar operierten Patien­ten die Operation überleben."

2.Die Untersuchungsmethoden des Dogrn- gcmgapparates und ihre klinische Bedeutung." Aus dem Gebiete der veterinärmedizini­schen Fakul tät:

Heber die Bedeutung der «Senkungsgeschwin­digkeit der roten Blutkörperchen für die kli­nische Diagnostik der infektiösen Anämie der Pferde."

Aus dem Gebiete der philosophischen Fa - tu I tät:

1.Die öffentliche Meinung m Rhein Hessen wahrend der Revolution 18451851.

2.Die Begegnungen des Propheten bei der Rachtreise und Himmelfahrt sind unter Zu­grundelegung des Berichts in der Propheten­biographie des Halabi "(Kairo 1320, Dd. i.

S. 365419) darzustellen und zu unter­suchen."

3.Die Beschreibung und Erklärung der Wahr­nehmung im 2. Buche von FichtesBestim­mung des Menschen" soll "dargeftellt und kri­tisch gewürdigt werden."

4.Verwitterungsbildungen bet Gießen."

I«. Für andere wissenschaftlich ge­bildete Bewerber, und zwar:

1. Dozenten der Universität Gießen, soweit sie nicht Mitglieder des Ge­samtsenats sind, die wissenschaftlichen Beamten der Universitäts-Biblio­thek, die Assistenten der Hnf&erjt- t ä t, soweit sie nicht Studierende find, b i e Lek­toren und Repetenten'

z. f r uh e r e Studierende der U iri­ver s 11 ä t Gießen:

> Aus dem Gebiet der theologischen Fa­kultät:

Die Bedeutung der pistis für. das Verhält­nis des Gläubigen zum erhöh en Christus nach der Anschauung des Paulus."

Aus dem Gebiet der j u r ist ische n Fakultät: Die Bedeutung des Schiedsspruchs im neuen deutschen A.b.itseech:."

Aus dem Gebiet der medizinischen Fa- k u l t ä t:

Der Wasserhaushalt im Säuglingsalter. Es wird die Ausgabe gestellt, zu ermitteln 1. wie im Vergleich zum Erwachsenen beim Säug­ling die Verhältnisse in bezug auf den Wasser­gehalt des Organismus, die Wasserzufuhr und Wasseraussch idung liegen, 2. durch welche Faktoren der Wasserhaushalt Kim Säug­ling geregelt wird und 3. durch welche Maß­nahmen er beeinflußt werden kann."

Aus dem Gebiet der philosophischen Fa­kultät:

Das Recht des Individualismus tn der Pä­dagogik."

Voraussetzung für die Bewerbung unter h ist, daß die zu 1. Genannten mindestens tm Sommersemester 1922 oder im Wint ersemester 1922/23 an der Universität im Amte stehen, für die unter 2. Genannten, daß sie ihre Studien zu einem erheblichen Teil an der Universität Gießen gemacht haben.

Die Preisarbeiten müssen m deutscher Sprache geschrieben sein und dürfen nur einen Ver­fasser haben. Die Arbeiten find nach Wahl der Verfasser entweder unter Rennung des Verfassers oder in der für die Bewerbung um,bie staatlichen Preisarbeiten üblichen Form vor dem 1. April 1923 beim Universlääts-Sekretanat einzureichen. Frühere Studierende haben dabei den Rc^hweiö zu liefern, daß die Voraussetzungen der Bewerbungen e -füllt find.

Heber die Zuerkennung der Preise entscheidet die Pflegschaft aas Grund von Gutachten der Fakultäten. Die Urteile werden bei der Jahres­feier der Universität im Jahre 1923 verkündet. Die eingereichten Arbeiten bleiben Eigentum der Verfasser.

Die Preise betragen: für die Gruppe i je 600 Mk., für die Gruppe 11 je 1500 Mk.

** Oberhessisches Museum und Gailsche Sammlungen. Rach einer An­zeige in der heutigen Rümmer find die Mu­seen vom kommenden Sonntag an wieder regel­mäßig geöffnet: am 1. Sonntag im Mo­nat 111 Uhr; Erwachsene 50 Pf., Kinder frei; 35 Uhr: Erwachsene 1 Mk., Kinder 50 Pf. An den übrigen Sonntagen: 111 Uhr Erwachsene 2 Mk, Kinder 1 Mk. Wochentags: Erwachsene 3 Mk., Kinder 2 Mk. Meldung Sonnenstrahe 2. Durch mannigfache Ge­schenke haben die Sammllingen im Laufe des Winters ansehnliche Bereicherung erfah­ren, über die demnächst genauer berichtet wird. Die vorgeschichtliche Abteilung wird Mitte April im nordöstlichen Vogelsberg, dessen Denk­mäler bisher noch wenig erforscht sind, Aus­grabungen vornehmen, von denen man sich in wissenschaftlicher und musealer Hinsicht guten Erfolg versprechen darf. Der Ausbau der Mufeu ni Sbe stände, für den in diesen trau­rigen Zeiten etatsmähig nur spärliche Mittel vorgesehen werden können, wird erfreulicherweise hin und wieder durch private Zuwendungen ge­fördert; zu nennen sind vor allem die dankens­werten Stifungen von Frau Fabrikant Poppe- Gießen und von dem Gießener Zweigverein des D. H. E., die für Zwecke der Ausgrabungsabteilung bestimmt wurden.

** Der Oberhessische Geschichts- Vereinzu Gießen macht durch Anzeige in der heutigen Rümmer darauf aufmerksam, daft seine Mitglieder mit ihrer engeren Familie in den Sammlungen des O b e r Hess i s ch e n Mu­seums sonntags während der öffentlichen Besuchszeit gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte freien Eintritt haben; er teilt ferner mit, dah Band 24 derMitteilungen des Vereins im Druck ist und daß von April an den Mit­gliedern monatlich die hessische Heimat» ZeitschriftHol über!, die im Buchhandel mindestens ßO Mk. kosten w.ird, unentgeltlich zugehen wird. Der Jahresbeitrag beträgt 10 Mk. (für Gießener 12 Mk.). Reuanmel­dungen nehmen entgegen: Geheimerat Prof. Dr. Behaghel, Hofmannstraße 10, undStud.- Ass. Dr. Kunkel, Liebigstvaße 84.

* Ober hessische Konzertvereini­gung. Im Rahmen einer in der Gründung begriffenen Oberhessischen Konzertvereinigung ver­anstalten der Volksbildungsverein Lauter­bach, der Musikverein Büdingen und die Gesellschaften der Musikfreunde in Schotten und Gedern von Freitag, den 31. März bis Sonntag, den 2. April d. I. vier Konzerte der gefeierten Primadonna des Hessischen Landes­theaters Darmstadt, Frau Johanna Hesse, die kürzlich auch im Gießener Konzertverein einen sehr starken Erfolg zu verzeichnen hatte.

** Die Deutschnationale Volks­partei beging gestern in einer in allen Teilen wohlgclungenen Stier Bismarcks Geburts­tag. Der Vorsitzende eröffnete mit begrüßenden und einführenden Worten den Abend. Rach Deklamationen und Gesangsvorträgen der Damen Ida Stammler und Frau Dr. Blank, denen Herr Julius Hahn ein feinsinniger Begleiter war, und einigen von Mitgliedern der Reichs­wehrkapelle flott gespielten Marschmelodien nahm Pfarrer Julius Werner- Frankfurt das Wort zur Festrede. Ein aufrechter, deutscher Mann sprach hier in klaren, eindrucksvollen und oft mit feinem Humor gewürzten Worten über das Leben, die Taten und die Art des Mannes, dessen Lebenswerk die Einigung des Deutschen Reiches und Volkes war, und zu dessen Geist wir zurück- kehren müssen, wenn wir wieder in die Höhe wollen. Die Worte des Redners werden in den Herzen ferner Zuhörer nachhallen und in ihnen den Willen geweckt und gestärkt haben, zu wirken jeder an seinem Teil im Geiste des Alten von Friedl, ichsruh.

** Sie Schußzeit für Waldschnep­fen ist für das ganze Gebiet des Volksstaates Hessen bis zum 15. April einschließlich verlängert worden.

** Der Kleinverkaufspreis für Vollmilch wurde infolge Erhöhung des Stall- preifes sowie der allgemein gestiegenen älnkosten vom 1. April ab auf 7,50 Mark für 1 Liier Voll­milch festgesetzt.

* Sein 40jähriges Jubiläum begeht am 1. April auf Burg Gleiberg der > Burgwirt Riebergall. Am 31. März 1882 >

hatten sich die Mitglieder des Gleioergver- eins mit ihren Dajnen auf der Burg eingefun- den, um die Eröffnung der Wirtschaft festlich zu begehen; am nächsten Tage, einem Sonn­tag, wurde vom Durgwirt das erste Faß Bier angestochen. Mögen der Burgwirt Riebergall und dessen Ehefrau noch lange ihres Amtes walten.

** Gardinendiebstähle. In letz­ter Zeit sind wiederholt Fenstergardinen aus den Treppenhäusern, besonders in den äußeren Stadtteilen, entwendet worden, ohne daß es bisher gelungen ist, den Täter oder die Täterin sestzustellen. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die hiesige Kriminalpolizei entgegen.

Tagestalende r für Freitag Stadttbeoter 7 5JbrRomeo ""<> ' -Tin". Astvria-Lichtspiele, heute bis einschließlich Sonn­tag:Dor den 51inten der Cowvotz" "undLa -uuijeine . uiaui+AieiiKUiä,äiijjiijüi |traBe: ..»e indische Grabmal", 2 Teil.

Aus dem Stadttheaterbureau. Es fei darauf hingewiesen, daß am Sonntag, den 2. April, nachmittags keine Vorstellung statt­findet und daß die auf dem alten Spielplan angegebene Aufführung vonTurandot" ausfällt.

Die Dismarckfeier der Deut­schen Volks Part ei, die morgen («Sams­tag) abend in der Turnhalle stattfindet, muß Pünktlich um 8älhr beginnen, da Pfarrer Derk nach der Versammlung noch nach Mainz zurückfahren muh. Das Programm erfährt in­sofern noch eine Erweiterung, als sich an der. Bismarck-Marsch noch derZapfenstreich" (Ick bete an die Macht der Liebe") anreiht.

Vortrag über Frauenberufe Da die heutige wirtschaftliche Gage die schul- entlassenen Mädchen tn den Beruf hinemzwingt. haben die Gießener Frauenvereine sich die Auf­gabe gestellt, in einem Vortragsabend im Katho­lischen Vereinshause am «Samstag die Berufs- Möglichkeiten für die weibliche Jugend klar zu legen. Ein Besuch des Vortragsabends kann Eltern and schulentlassenen Mädchen warm emp fohlen werben. (Siehe Anzeige.)

Der Gernhardtsche Zither- und Mandolinenchor gibt am Sonntag sein Frühjahrskonzert. Geboten werden Werke erster Meister für Zithersolo und Ensemble, Zitherorchester, Streicherchor, Mandolinen und Gitarre sowie Gesang und Dellamation mit Zitherbegleitung. (Räheres siehe im Anzeigenteil Landkreis Gics;cn.

Lich, 29. Mörz. GewaltigeStürme haben in den letzten Tagen in den Maldungen unserer Gegend erheblichen Schaden an­gerichtet und viele Bäume entwurzelt, so daß die Holzmacher erneut ihres Amtes walten müssen. Durchweichende Riederschläge hatten den Boden so gelockert, dah selbst mächtige Bäume dem Sturm zum Opfer fielen.

Kreis Lauterbach.

rr. Pfordt, 28. März. Ein Denkmal für die Gefallenen soll auch in unserem Orte errichtet werden. Es ist folgender Bau­plan vorgesehen: Das Denkmal soll auf dem Friedhöfe erbaut werden und soll bestehen aus einer Unterstufe, einem Sockelblatt, auf dem das Mittelstück, nach oben sich verjüngend, senkrecht in die Höhe führt. Gekrönt wird das- ganze mit einem Kapitäl, das ein kleines Kreuz trägt. Auf der Vorderseite ist ein Stahlhelm eingehauen. Auf den Feldern zur Rechten und Linken sollen passende Sprüche Platz finden, auf der Borderfläche die Namen der Gefalle­nen, auf der Rückseite die Widmung der Ge­meinde. Das Ganze ist ein Obelisk, etwa 3,50 Meter hoch, aus weißem Sandstein. Eine gärtnerische Anlage wird das GedächtniSmal einschließen; die Kosten werden auf rund 10 000 Mk. geschätzt.

Kreis Schotten.

Schotten, 29. März. Mit der ®r- bauung einer Forst erschule wird es nun end­lich ernst. Die Rohbauarbeiten werden in den nächsten Tagen in Angriff genommen.

Starkenburg und Rheinhessen.

rm. Darmstadt, 30. März. Lieber zwölf Zentner Akten wurden aus dem Gebäude des Ministeriums durch einen un­getreuen Amtsdiener g e st o h l e n. Die Ak­ten stammen von der Staatsschuldenverwal­tung und waren ausrangiert auf dem Boden aufbewahrt. Angeblich aus Rot hat der Dieb, ein verheirateter Mann, der schon längere Zeit im Staatsdienst ist, die Akten nach und nach verkauft.

Hessen-Nassau.

msc. Frankfurt a. M., 30. März. Der Heizer Paul Merkel von Kostheim und seine. Geliebte Klara Sauer wurden von der hie­sigen Kriminalpolizei fest genommen. Sie haben in Gießen viele Einbrüche verübt,' wobei die Sauer Schmiere stand.

Kirche unb Schule.

X Wieseck, 29. März. Der wie anderswo auch hier schon seit Jahren gehegte Wunsch, die Konfirmation auf den 2. Osterf eier- tag zu verlegen, verdichtete sich in diesem Jahre zu einer von fast allen Eltern unterschrie-- loenen Eingabe, die drei Väter dem Pfarrer überreichen; die Kürze der Zeit verbot die Ein­holung des Gutachtens der Kirchengemeindever- tretung. Das Oberkonsistorium hat nun die Öfter- fonfirmation mit Deichte am Nachmittag des ersten Festtages genehmigt; die Prüfung wird am «Sonntag Iudika stattfinden. Die Vorteile der Oststerkonfirmation liegen in der völlig veränder­ten Zeitlage (Teuerung, hohe Reisekosten von An­gehörigen ohne Ausfall von Arbeitslohn) be­gründet. Die Gemeinde, die die neue Regelung freudig begrüßt, muh sich jedoch darüber klar sein, daß Pinzuträglichkeiten, die aus etwaigen Feiertagsbelästigungen entstehen und geeignet fein würden, die Würde und Wirkung der Konfir­mationshandlung in Frage zu stellen, das Ober- konsistorium nötigen würden, die hier erteilte- Genehmigung zurückzuziehen.

^Ruppertenrod. 28. März. Hnferc Ge- zmeinde gehört neben ilnter-tSeibertenrod zum Kirchspiel Ober-Ohmen. Die Muttergemeindc hatte vor dem Kriege vier Glocken. Drei dieses Glockenquartetts wurden durch die Kriegsforde-- rung abg lie ert. Die zweitgrößte hatte ! i/io ischen Wert und blieb hier. Diese Glocke zersprang un-