Ausgabe 
31.1.1922
 
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Dienstag, 51. Januar 1922

Erstes Blatt

172. Jahrgang

erscheint

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zwischen den Nationen.

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Die Neubautätigkeit in Deutschland.

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zum Frieden gelangen. Hieraus kritisierte der Red­ner die Koalitionsregierung, deren Ideen, wie er sagte, sich alle paar Wochen änderten. DaS Programm der Arbeiterpartei bezüglich der aus­wärtigen Politik sei: Internationaler Friede, Stabilisierung der wirtschaftlichen und polnischen Verhältnisse Europas und die Wiederherstellung vertrauensvoller und freundschaftlicher Beziehun-

Er. 26

Der Siebener Anzeiger

ofort mit ihm aufnimmt.

Berlin. 30. Jan. (Wolff.) Der erweiterte Dorsland der Fachzewe.k.chast der deutschen Gisenbahnverkehrsbeamten in gehobe­ner Stellung nahm zu der Frage des Streiks der Reichsgewerkschaft Stellung und e klärte, daß der Verlauf der Sitzung der Reichsgewerkschaft nicht geeignet sei. Vertrauen zu der Entschliessung <u erwecken, daß ferner der Streikbeschluß eine Verletzung der Satzung dec Reichsgewerkschast be­deute. da mindestens eine Urabstimmung dem Streikbeschluß hätte vorausoehen müssen. Die Fachgewerkjchaft erwartet deshalb von ihren Kol­legen. daß sie sich an der Streikaktion nicht be­teiligen werden.

Eine dringende Warnung des Reichskabinctts.

Berlin, 30. Jan. (WTB.) Das Reichs- kabinett hat sich heute abend eingehend mit dem angedrohten Streik eines Teiles der Reichs­bahnbeamten beschäftigt. Man war sich darin einig, daß die unvermeidliche politische Wirkrmg dieses Streiks eine Zerstörung der Vor­rechte des deutschen Beamtentums sein müsse. Es ist die geschlossene Auffassung der Reichsregierung, daß der Streik mit den Brstim- mungen und dem Wesen des Beamtentums völlig unvereinbar ist. Die Reichsregierung richtet des­halb an alle in Betracht kommenden Kreise die dringende Warnung, sich nicht zu Hand­lungen verleiten zu lassen, die für die Gestaltung ihrer Zukunft verhängnisvoll sein würden. Die innere und äußere Lage unseres Landes duldet es nicht, daß von verantwortungsloser Seite durch die Lahmlegung des Eisenbahnverkehrs' die Hand an die Gurgel des Staates gelegt wird, wie der von radikaler Seite beliebte Ausdruck lautete. Die Regierung wird deshalb im gegebenen Falle mit äußerster (Snergte gegen solche Bestrebungen vorgehen.

Augenblicklichen sei.

Der Pariser Berichterstatter desDaily Chronicle' schreibt, die d -itsche Regierung habe das Recht, zu hoffen, daß nicht im Aus­lande getan werde, um ihren Bestand zu schwächen und zu gefährden. Es sei für alle Be­teiligten wesentlich, dem Sturm im Innern zu trotzen und ihre Derpfllchtungen nach außen zu erfüllen.

Die furchtbare ßnqe Oesterreichs.

Wien, 30. Ian. (WTB.) Das 3 e n t r a I- komiteedeSinternationalenMetall- arbeiterbundes hat einen Beschluß ange­nommen. in welchem cs heißt, daß das Zentral­komitee der Metallarbeiter aus 19 Ländern mit tiefer Ergriffenheit von der wirtschaftlichen Lage, in welcher sich ganz Oesterreich be­findet, zur Kenntnis nimmt. Die Bevölkerung fei von der äußersten Gefahr des Zusammenbruchs bedroht. Das Zentralkomitee wendet sich im In­teresse der europäischen Wirtschaft und Kultur an die Regierungen der alliierten Länder mit dem Ersuchen, die Kredite endlich flüssig zu machen, damit die Arbeiterschaft Oesterreichs vor großer Arbeitslosigke t die gesamte Bevölkerung vor ungeahnten Heimsuchungen und Prüfungen und Europa vor der Katastrophe bewahrt werde. Der englische Delegierte forderte Henderson tele­graphisch auf, auf die englisch? Regie ung einen Druck auszuü^en damit Lester, eich geholfen werde.

Asquith über Herabsetzung der Fordernnnen.

London, 30. Jan. (WTB.) Asquith erklärte in einer Rede in Bolton, seiner An­sicht nach müsse im gemeinsamen Interesse der voneinander abhängigen Rationen der Welt eine sehr große Herabsetzung des Betrages der Forderungen er­folgen, die qn die früheren Feinde gestellt werden, desgleichen eine völlige Strei­chung der Schulden zwischen den euro­päischen Alliierten und die Wiederherstellung der offenen Märkte und freien Beziehungen zwischen allen Ländern der Welt.

Wie der »Lokalanzeiger" hört, sind Schrittelter nach Washington zu gehen, sondern "Flamentarifd^n | xn ®crnn zu bleiben. Man nehme an, daß Hcr- ' " der eventuellen Ambildung des

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Lnnahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit, preis für 1 mm höhe für Anzeigern) 34 mm Breite örtlich 70 Pf, auswart, 90 Pf.; für Reklame, Anzeigen von 70 mm Breite 3^0Pj. Bei Platz» Vorschrift 20u'e Aufschlag. Hauptschriftleiter: Ang. Goetz Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Karl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Drehen.

Die Konferenz von Genua.

P a r i S, 31. Jan. (WTB.) Wie die Ha- vasagentur mitteilt, macht sich von Tag zu Tag in den alliierten diplomatischen Kreisen der Gedanke immer mehr geltend, daß der Zusam­mentritt der Konferenz von Genua et- was hinauSgezvgert werde. Auch die britische Regierung zieht ohne Bedenken eine Ver­tagung in Betracht, da damit die Aussichten für einen guten Erfolg sich mehren würden.

Helsingfors, 30. Jan. (WTB.) Aus Moskau wird gemeldet, daß die Sowjet­regierung kurz vor dem Beginn der Konferenz von Genua eine Erklärung veröffentlichen wird, nach welcher den Flüchtlingen volle Amnestie zugesichert wird, falls sie sich zur Heimkehr entschließen. Mehrere Zeitungen be­haupten mit Bestimmtheit, daß es zwischen Lenin und Trotzki zum Bruch gekommen sei und daß Trotzki sich in naher Zukunft zu­rückziehen werde. _ ,

Paris 30. Ian. (Wolff.) DerReuyott Herald" meldet aus Reuyork auf äl m f r a g e r-es Blattes sprach sich eine Anzahl Gouverneur e, Bürgermeister. Akademiker und andere hervorragende Persönlichkeiten mit überwältigen- der Mehrheit für die Terlnahme der Ver­ewigten Staaten an dec Konferenz von Genua aus Im Repräsentantenhause sei bie Mehrzahl bet Mitglieder den Argumenten für bie Teilnahme zugänglich.

Amerika als Gläubiger.

Washington, 30. Jan. 0m Senat wurde heute die Frage der allirerten Schulden an Amerika besprochen. (Senator Dorah erklärte, in den Veremigten Staaten und im Auslande seien machllge finanzielle Einflüsse am Werk, deren Zie es sei, daß die alliierten Ratwnen die den Vereinigten Staaten geschuldeten 11 Milliar- den Dollar niemals zurückzahlen sollen. Borah sagte, wenn man der Kommission für die Schulen an Amerika die Vollmacht gebe, das Datum für die Zahlung der Zinsen zu verlängern, so würde die Folge sein, daß wah­rend 5 oder 6 Jahren keine Zinsen eingehen würden. Das würde auf neue Darlehen an die Schuldnernationen hinauslaufen, auf Kosten des amerikanischen Steuerzahlers, denn die Folge dieses Zustandes würde eine Er­höhung der Steuern in Amerika sein.

Der deutsche Botschafterpoften iit Amerika.

Berlin, 30. Jan. Wie dieDossische opituna hört, teilte der Reichsfinanzministcr Hermes vor einigen Tagen der ReiwS- ^qierung mit, daß er aus persönlichen Grün­den vorziehen würde, nichtalSBvtschaf-

flage wiederholt.) gtprogramm.

s meldet, die deutsche m Vorsitzenden &s Berlin seinen Ah hat, lungsprvgram- Lieferungen für das iching der Steuer chen Unterlagen über- von Trumes von bet gt hat

zur Kanzlerredr.

DW.) Ser Parla- laili) Chronicle" ung Wirths vor wirtschaftliche Sagt n London einen emaefji habe. Sie fei i Jeron- dafür, daß Wer Dr. Xat&enau in Smixm inr Der itten, dem Miner sei. Die Bereiischast de als ein gutes den Erfolg der er« vrschlage für die Ab- ufionen, die von den mühten, und auch für rbeit Deutsch' jyt Diederherstellung vm Germa.

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abhängige W ; Stimmen. MN" chatten demmch^- »emotralen 6, '

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Die Eisenbahnerbewegung.

<3 p r H n 31 3an. Wie das ..Tageblatt" hört, bat cest'ern der Geschäfts führendeVorstard der Reich -g we.fichaft d u scher Etfe b h v>am!^r den Hauptvorstand der Gewerklch ftt er. ent be­auftragt, den Streik zu verkünden falls die in dem Ultimatum gestellten abgelehnt werden. Der Hauptvorstand hat Straus hin seine Mitglieder zu einer dringlichen v.tz mg für heute nachmittag ein-berafen.

Die Blätter melden, daß die E i s e n da h n- Verwaltung alle Maßnahmen getroffen yu, um den Eisenbahnverkehr soweit wie möglich aus recktzue h-ll.n, in.b s.md rr um ir Lebens­mittel- und ftobrent>crforgjnfl 5-J sichern. Alle zur LolOmotivführang befähigten Eisenbahnangeste'.lten, auch die lei.enden Beam­ten, sollen, ohne Rücksicht auf ihre sonstige Ver­wendung. einspringen und auch dieTech nische R o t h i l f e zum raschen Ein etzen bevi geholt n werden. Zum Schah der Arbeitswilligen soll Schutzpolizei aufgeboten unb zur verschärften Bahnbewachung roch besonders geeignetes ar- beitswllliges Persorttl he.angezogen werden.

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Die Orientprobleme.

Paris, 31. Jan. (WTB.) Havas mel­det: 3n der Frage des Zeitpunktes der Kon­ferenz der Außenminister Eng­lands, Frankreichs und Italiens zur Behandlung der Orientprobleme kam es heute nachmittag zu einem Meinungsaus­tausch zwischen den drei beteiligten Regierun­gen. Wahrscheinlich wird die Zusammenkunft nicht vor dem 9. Februar stattfinden, da am 7. Februar die Sitzungen des britischen Par­lamentes wieder ausgenommen werden. In­zwischen werden Lord Curzon und della To- retta Gelegenheit haben, die französischen Be­merkungen, die am Samstag dem britischen und dem italienischen Kabinett mitgeteilt wur­den, einer Prüfung zu unterziehen und sich gegenseitig über ihre Auffassung zu unter­richten.

Paris, 30. Jan. (WTB.) Minister­präsident P o i n c a r e empfing heute nach­mittag den italienischen, den spanischen und den deutschen Botschafter sowie die Botschaf­ter der Vereinigten Staaten in London und Paris.

P a r i s, 30. Jan. (WTB.) Wie die Ha- vasagentur mitteilt, hat die französische R e g i e r u n g erst gestern den Kabinetten von London und Rom das Memorandum zu- oehen lassen, in dem sie chren Standpunkt in der Orientfrage gegenüber dem englischen Standpunkt, der in Rom und Paris mitgeteilt wurde, auseinandersetzt. Lord Curzon habe verlangt, daß die Zusammenkunft der drei Außenminister um einige Tage verscho­ben werde zur Prüfung des französischen Memorandums. Desgleichen habe MarguiS dellaTorretta eine Vertagung für oppor­tun gehalten, damit die vorgesehene Minister- zusammenkunft auf Grund voller Kenntnis der verschiedenen Auffassungen stattfinden könnte.

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Aus den parlamentarischen Ausschüssen.

Berlin, 28. Jan. (Pttv.-Tel.) 3m Reichstagsausschuh für Verbrauchs­steuern wurde heute zunächst die Zucker­steuer in zweiter Lesung erledigt und die Steuer entsprechend dem Steuerkomprvmiß mit 50 Mk. für den Doppelzentner bestimmt. Auf Anfrage eines deulsch-vollsparteilichen Ab­geordneten wurde von einem RegierungSver- treter festgestrllt, daß auch in Zukunft ein steuerfreier Veredelunqsverkehr (Raffination von ausländischem Rohzucker und Ausfuhr desselben) nröglich sei. Auf Antrag der Deutschnationalen und der Deutschen Volkspattei wurde eine Entschließung ange­nommen, die die Regierung veranlaßt, in den ordentlichen Haushalt eine Summe von fünf MUlionen Mark zur Förderung des Rüben­baues und insbesondere zur wirtschaftlichen Förderung der Zuckerindustrie einzusetzen. Von deutschnationaler Seite wurde besonders die unbedingte Erhebung des Einfuhrzolles neben der Zuckersteuer gefordert, da nicht nur ine deutsche Landwirtschaft, sondern die ganze Volkswirtschaft die größten Belange an der umfangreichen Ausdehnung des Zuckerbaues hätte. Untere Ernährung stehe und falle mit dem weitgehendsten Schutz der Landwirtschaft. Das gleiche Interesse wurde für den Stärke- zucker in (Steuerungen verlangt. Im Laufe der Beratungen wurde festgestellt, daß die Reichsregierung, wenn sie beabsichttge, die Steuerfreihett der Ausfuhr zu versagen, dies alljährlich svätestens am 1. Oktober für das kommende Wittschaftsjahr bekanntgeben wer­den müsse. Alsdann trat der Ausschuß in bie -weite Lesung der Kohlensteuer ein, die gleichfalls gemäß dem Steuerkomprvmiß auf 40 Prvz. erhöht wurde, worauf sich der AuS- schuß vettagte.

Im Ausschuß des Reichstages für W o h - nungspolitik wurde die Novelle zum Ge­setz über die Erhebung einer Abgabe zur Förderung deS Wohnungsbaues in erster Le­sung mit einer von demokrattscher Seite oe- anttagten Aenderung angenommen, wonach die Vorschrift über die Defteiung von der Abgabe oder deren tellweisen Erlaß dann angewandt werden kann, wenn das Einkommen des Abgabeschuldners 10 000 Mk. nicht über­steigt. m ...

Berlin, 30. Ian. (Wolff.) Der Reichs tagsausschuß für die Verbrauchssteuern bat beschaffen, denStrafpa tagt a P den .es Süßst affgeseYes zu verschärfen. Danach

Der 'Beginn der Wohnung? krapphcU Deutschland fallt in die letzten Jahre des Ktteges. Doch in der ersten Kriegszeit war eine Zunahme des WohrungSangrbotes zu bemerken. Allmählich änderte sich jedoch das Bild. Das nahezu völlige Darniederliegen der Rcubrutätigkeit n ach!« s ch bemerkbar Während vor dem Kriege in Deutsch- land jährlich nahen 2000C0 Wvhnurgrn h.r- gestellt wurden, kam die Herbaitätigt it ettra vom Jahre 1916 an fast vollständig zum 2.111° stand. Die im Jahre 1918 v.-ranstaltcte Reichs- wohnungszählung ergibt bereits eine starke Ab­nahme der leetttehenden Wohnungen. Dre zu­nächst noch immerhin erträgliche Wohnungs- knappheit verschärfte sich in rascher Weise nach Abschluß 7x>3 Waffenstillstandes. Die zuruck- kehreriden Truppen, "Lte heimkehrenden lKri gs- unb Zivilgefangenen traten als Wvvrungssachende auf dem Wohnungsmarkt auf. Die Zahl der Ehe­schließungen stieg beträchtlich. Hinzu kam ter parke Zustrom deutscher Flüchtlinge aus dem Aus­lände und den abgetretenen dzw. besetzten Ge­bieten Die Wohnu7-gstna.ppheit wurde zur Woh­nungsnot. Die Zahl der fehlenden Wohnungen wurde bereits im Zahre 1920 auf mehr als 1 Million geschäht. Infolge der zu- nehmenden Teuerung und der ^insicher- heit der ganzen wirtschaftlichen Verhältnisse, die keine genügende Sicherheit für die Verzinsung des in einem Reubau angelegten Kapitals gab, unterblieb trotz der Wohnungsnot nahezu iede Bautätigkeit durch Privatunternehmer. Die Reichsregierung entschloß sich daher, um einen völligen Stillstand der Bautätigkeit zu verhm- dern, aus öffentlichen Mitteln Zu­schüsse zum Dau neuer Wohmingen sowie zur Aufführung von Rot- und Behelfsbauten zu geben. Im Reichshaushalt für 1919 wurden zunächst 500 Millionen Mark für diesen Zweck bereitgestellt. Die Verteilung der Gelder erfolgte nach den Bestimmungen des Bundesrats für die Gewährung von Baukostenzuschüssen Mis Reichs- mitteln vom 30. September 1918 /Aentralblatt für das Deutsche Reich S. 1163). Zuschüsse sollten darnach an Gemeinden, gemeinnützige Bauunter­nehmungen, ins besondere Daugenofsensch^en und Pttvatbauunternrhmer gegeben werden. Voraus­setzung war, daß neben dem Reich das einzelne Land und die betreffenden Gemeinden ihrerseits oder zusammen die weitere Hälfte des Zuschusses

Der englische Arbeiterführer Henderson über die Lage.

London, 30. Ian. (WTB.) Der Arbeiter­führer Henderson hielt heute nachmittag in Manchester eine Rede, die als die offizielle Ant­wort der A,Leiterpartei auf die^lich von Lloyd George, Churchill, Asquith und Chamberlain ge­haltenen Reden angesehen wird. Henderson sagte, er sei trotz der amtlichen Widerspruche der Mei- nung, daß die Koalition schnell ihrem Ende entgegengehe. Lieber die Frage der auswärtigen Politik sagte er, die Arbeiterpartei trete genau so für d i e Konferenzvon Genua ein, wie sie für die von Washington eingetreten sei. Wenn die Regierungen den Tat­sachen ins Auge blicken und nicht mit ahnlicyen Ideen nach Genua gehen würden, wie sie seiner­zeit in V e r s a i l l e s triumphiert hatten, so wurde die Konferenz von Genua für die wirtschaftliche Wiederaufrichtung Europas sehr verheißungsvoll fein. Zur Frage des e n g l i s ch-f r a n z ö s i s ch e n Paktes fagte Henderson Frankreich wolle mit Großbritannien einen Bündnisvertrag ab schließen, der ihm militättsche älnterstühung im Falle eines nichtprovozierten deutschen Angriffes sichere Die Arbeiterpartei könne diesem Pakt n i ch t 3 u st i m» men denn ein solcher Pakt würde möglicherweise andere Völker in einen Krieg hineinzieyen, der die Folge einer Politik Frankrelchs f e i n f o n n e, auf bie Großbritannien keinen Ein­fluß ausüben könne. Außerdem seien England und Frankreich Mitglieder des Völkerbundes. Die mllitättschen Bündnisse seien mit den Grund­sätzen des Bundes unvereinbar. Heutzutage zeige sich die Reigung, zu den Argumenten der alten Dolitik bezüglich des europäischen Gleichgewichts zurückzukehren. Aus diesem Wege werde man nicht

ReichSkabinettS das Reichsernährung S° Ministerium beibehalten werde.

Die deutsche Antwort au den Wiederherstellungsausschusi.

Paris, 30. Jan. HavaS meldet: Die Reparationskommission hat heute abend den alliierten Regierungen die Denk­schrift des Reichskanzlers Wirth übermittelt. In dem Begleitschreiben der Kommission wird den Regelungen anheim­gestellt, ob sie sich direkt über die deutschen Vorschläge äußern oder die Reparationskom- mission mir deren Prüfung betrauen wollen. In dem Schreiben wird keinerlei Urteil über den Wert der deutschen Vorschläge geäußert. Ministerpräsident Poincarö wird zweifel­los morgen dem Ministerrat die Angelegen­heit unterbreiten.

L o n b o n, 33. Ian. (WTB.) Heber bie Rote der deutschen Regierung an bie Reparationskom­mission fd>reibt bieTime s", bie Antwort der deutschen Regierung könne im allgemeinen als ein hoffn ungsvolles Zeichen betrachtet wer­den. Ihre Bedingungen erforderten jedoch eine sorgfältige Prüfung. In England bestehe alle Reiguna, jeden ehrlichen Versuch von feiten Deuifchmnds anzuett'ennen, besonders in der schwie.igen Reparationsfrage, in der nie­mand genau weiß, was die wirkliche Grenze des

aufbrachten. _ , _ , .

Durch die Zuschüsse sollte dem BauherrnGrsah für den Teil der Baurosten gegeben werden, der in­folge der übermäßigen Verteuerung aufzuwenden ist. und zu dessen Verzinsung bie Miete nicht mehr ausreichen würde. Außer den bereits er­wähnten 500 Millionen Mark werden noch weitere 205 Millionen für das Jahr 1919 vom Reiche bereitgestellt. Hierzu tritt mindestens die ent­sprechende Summe von Ländern unb Gemeinden.

Im Jahre 1 92 0 wurden vom Reich im gan-.en 927 Millionen Mark für Bauklltenzuschüsse zur Verfügung gestellt, äleber die Ausgabe di:>er Mittel wurden vom Reichsrat neue Grundsätze erlassen. (Bestimmungen des Reichsrats über Ge­währung von Darlehen aus Reichsmitteln zur Schaffung neuer Wohnungen vom 10. Januar 1920 Zentralblatt für das Deutsche Reich Seite 56.) Die Mittel sollen nicht mehr wie bisher als verlorene Zuschüsse, d. h. ohne Ver­pflichtung zur Rückzahlung, sondern als Darlehen gegeben werden. Voraussetzung ist ferner, daß die Gemeinden gleichfalls mindestens 1/3 des Reichsdarlehens auf bringen. Unterstützt werden sollen in erster Linie Flachbauten mit hinreichen­dem Gartenland, dreigeschossige Mehrfamilien­häuser nur innerhalb der Städte ober der Landes­gemeinden. Bauten mit mehr als drei Geschossen dürfen nur mit Zustimmung der obersten Landes­behörde unterstützt werden. Die Hohe des Bau- darlehenS richtet sich nach der Quadratmeterzahl der Wohnfläche, doch bürfen nur Wohnflächen bis zu 70 Quadratmeter berücksicht gt werden. Ja Höhe der Summe des Reichs- und Gemeindedarlehens ist an dem Baugrundstück eine sogenannte Beihilfe- Hypothek zu bestellen. Die Hohe der Miete wird von der Gemeindebehörde festgesetzt. Bei einer späteren Erhöhung der Miete ift unter Umständen das Beibilfedarleben zu tilgen. (Ein zweiter Ar- tita über bie Neubautätigkeit im Jahre 1921 folgt.)

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Wie der .Lokalanzeiger" hört, sind SchrMe I eing:I?itet, um mit Hi. e des pirlamentarischen s______

TenmtenauischusfeZ rochmals bi? Tejierarg zu | m"e6 erneuten Verhandln ngen mit b.n Tertrc-

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tem der Spihenorganisationen zu bewegen. Dem­selben Blatt zufolge b<it der Deutsche Beamten­bund, dem die Reich gevertichast als Unter- verband angchött, gestern abend e.nen VorstandL- l-eschluß verö^fertlicht, in dem tec Deu sche De- amtenbunb He Gründe würdigt, die iie Reich?- t«>ertfchaft zu ihrem Ultimatum gchühtt hat Ter Deutsche B^mtenbund erwartet, daß die Rcichsrrgierung den d.oh'rden Kcnsl t. m l d r Reichsg-weikschafi roch cbrenb.t uib im Stnr.e der gestellten Forde mngen die Verhandlungen

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GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Gberhefsen

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