(3n einem Teil der Auflage wiederholt.)
Die Lage im Osten.
London, 29. Sept. (WTB.) General Maurice drahtet der „Daily News" aus Konstantinopel, die Lage in Tfchanak werde ständig verwickelter. Immer mehr türkische Truppen überschritten die Grenze und stünden jetzt überall in Fühlung mit den britischen Truppen in einem Halbkreis mit einem Radius von etwa 10 Meilen, dessen Mittelpunkt Tschänak bilde. ES könne jetzt kein Zweifel mehr darüber bestehen, daß diese Truppen auf Befehl von Smyrna handelten. Sie hätten Anweisung, so nahe wie möglich, an die englischen Truppen heranzugehen, ohne aber zu kämpfen. General Maurice wiederholt, daß die brittsche Lage in Tschanak, vom militärischen Standpunkt aus gesehen, sicher sei. Die Vertreibung der Türken aus der neutralen Zone würde jedoch äußerst gefährlich sein, schon aus militärischen Gründen. ES bleibe kein anderes Mittel übrig, als weitere alliierte diplomatische Derhand- lungen. Eine unverzügliche Aktion sei unbedingt notwendig, wenn der Friede gesichert werden solle. Die griechische Revolution habe eine neue Lage geschaffen, und die unruhige Lage in Ostthrazien sei ein angemessener Grund für die Zulassung türkischer Truppen in Trazien. Maurice ist der Meinung, daß der Krieg noch vermieden werden kann, wenn 'dem britischen Befehlshaber, General Harrington, gestattet wird, sofort mit Mustafa Kemal Abmachungen bezüglich der Ueber-
Biichertisch.
— Der blaue Teppich Roman von F. R. Nord. (Stuttgart, Deutsche Verlags- Anstalt.) — Vor dem Krieg war Rußland der einzige Rivale Englands In der Ausbeutung noch ungenutzt gebliebener Erdschätze der gewallt;en Länderkomplexe Jnnerasiens. Das Aufbaumeu eines zu jedem Kampfmittel entschlossenen Willens gegen die Uebermacht der einander ent- gegenarbeitenden Großmächte ist der interessante Stoff von F. R. Nords neuem Romane Der blaue Teppich. Dieses legendäre Gewebe ist der Träger uralter, überkommener asiatischer Geheimweisheit, dem gläubiger Fatalismus die okkulte Kvaft zuspricht, die Völker Asiens unter der führenden Hand seines Besitzers zu einen. Aus diesem Grunde dient er als Symbol und Deckname für eine polittsche Verbindung, die, unter Leitung eines von den Engländern ver- folgten Mädchens stehend, der Minierarbeit englischen Beamten und Agenten entgegenzuwirken sucht. Neben dem Milerleben eines äußerst spannenden Geschehens übermittelt der Roman eine gründliche und auf Tatsachen beruhende Kenntnis von Land und Leuten Jnnerasiens.
Handel.
Berlin, 29. Sept. Börsen st immungS- bt I b. Die Devisenkurse neigten etwas zur Schwäche, behaupteten sich aber zunächst im offiziellen Verkehr. Der Dollar schwankte zwischen 1625 und 1550. Am Montanaktienmarkt gaben rheinische Kaufe den Anstoß zu einer sehr kräftigen Aufwärtsbewegung einzelner Hüttenpapiere. Die Führung hatten Phönix, für welche voraussichtliche hohe Dividende und angeblich bevorstehende Kapitalserhöhung anregten. Das Papier gewann über 500 Prozent. Eine leichte Steigerung erfuhren Hösch-Aktien, während Harpener 250, Deutsch-Luxemburger 110 Prvz., Bochumer 140, Riebeck Montan 225 Prvz. gewannen. Sonst war die Kursbewegung auf dem übrigen 3n- dustrieak!ienmarkt nicht gleichmäßig. Besserungen und Rückgänge mäßigen Umfanges hielten sich allgemein die Wage. Hervorzuheben ist aber die Steigerung von 100 Proz. bei Anglo Continental Guano und noch 1100 Proz. für Norddeutsche Wolle. Andere Textilwerte waren gleichfalls stark begehrt. Hammersen stellten sich um 150 Prozent höher. Für Stöhr & Co kam ein amtlicher Kurs wegen zu großer Nachfrage bei mangelndem Angebot nicht zustande. Ziemlich lebhaft ging es auch am Schiffahrtsaktienmarkte bei schwankenden Kursen zu. Dankwerte behaupteten ungefähr ihren KuiSstand. Dalutapapiere hatten keine gleichmäßige Kursbewegung. Türkische Anleihen gaben weiter nach. Oesterreichische Goldrente fetzte ie Aufwärtsbewcgung fort. Inländische Anleihen erfuhren nur wenig erhebliche Aenderungen. — Gegen Schluß des offiziellen Verkehrs erfuhren am Montanaktienmarkt bei lebhaften Umsätzen die Papiere eine weitere stürmische Aufwärts- bewequng unter Führung von Phönixaktien, die den Kurs von 4100 erreichten. Rheinstahl schlossen sich kräftig an. Auch Schiffahrtsaktien waren stark begehrt, namentlich Hainburg-Paketfahrt. Ferner stellten sich Petroleumwerte und einzelne Kolonialpapiere wesentlich höher, während anbei"e Kolonialpapiere wie Pomona nichtiger waren.
Frankfurt a. M., 29. Sept. Börsenslim m u n g S b i l d Dollarkurs im Frühverlehr 1660—1640, im Verlaufe 1620. Die Umfätjc in ausländischen Zahlungsmitteln waren heute nicht groß: die Stimmung war schwächer. Am Gffekten- l markt war die Grundstimmung uneinheitlich, das ■ Geschäft gegenüber den Vortagen ruhiger. Cber- ik"schlesische Werte neigten zur Mschwächung. Gelsenkirchen, Phönix fest. Autoaktien unterlagen v gleichfalls Schwankungen. Die führenden Papiere der chemischen 3ndustrie wiesen Kursabschwächungen von 50—30 Prozent auf. Besser gehalten waren Anilinwerte. Am Markt der Elektrizitätswerte vollzog sich die Kursbewegung nicht einheitlich. Niedriger waren QL G. G., Siemens u. Halske, Schuckert. Bei den Bankaktien waren die Veränderungen nicht erheblich. Metallbank büßte 10 Prozent ein. Otavi-Mienen 6900, Türkenwerte schwächer, fest lagen 5prozen!ige Bulgaren. Wegen Schwierigkeiten In der Limiterneuerung wird die Frankfurter Börse am Montag, 2. Oft, geschlossen. Devisen und Noten toerben notiert Dollarnotierung um 1 Uhr: 1630.
Marktkotierungen.
Datum: 1.7.14. 28.9. 29. 9.
Zürich Fr. 125.40 -,32 -.33
Amsterdam Fl. 59.20 -.15 -.16
Kopenhagen Kr. 88.80 -,31 -.32
Stockholm Kr 88.80 -,23 -.25
Wien Kr. 117.80
Prag Kr. 117.80
London Sh. 97.80 0,024 0,027
Neuyvrk r 23.80 -.06 0.06
Paris. ........ Fr. 125.40 0,80 0.80
Frankfurt a. M. Schlub- tiurs
Datum:
S°/o Disch. NetchSanlethe 4% Dergleichen 3'/»% Dergleichen 3"/n Dergleichen
Dtscb.Svar-Bräm.-Anl. 4'7, Preußische KonsolS 4°/0 Hessen 3*/«e/o Hessen 37o Hessen
Berlin
Schluß. Schluß. Äurs Muts fturs 28.9. 29.9. 28.9. 29.9. 77,50 77,50 77,50 77,50 200,- 195,- 200,- 200,- 110,— 115,- 115,- 108,— 380,- 362,- 385,— 376,- 79,50 80,- 79,30 79,30 86,- 87,50 85,- 82,- 73,50 74,- 73^0 73,50 -,- 67,- -,-
67,- 66,— 67,- 66-
4% Holltürken .... -,- 1090,- 1200,- 1055,-
5% Goldmerikaner . 21200,- 21300,- 21300,-
Berliner HandelSges. . 1550,— 1550,— 1500,— 1550.— Commerz u. Privatbk. 825. 325,— 320,— 322,—
Darmü.u.Nationalbank 307,— 305,— 312,— 312,— Deutsche Bank 615,— 625,— 610,— 625,— Deutsche Bereinöbank. 212,— 212,— —,— — ,— DiSconto Coinniandit . 420,— 425,— 435,— 425,— Metallbank 1220,- 1240,- -,- -,- Miueldent. Creditbank 310,- 312,- 310,- 316,- Oesterr. Creditanstalt. 324,- 305,- 31t- 805,- Bochumer Guß -,- 2470,- 2575,- 2600,- Buderus 1368,- 1390,- 1350,- 1400,- Caro 1170,- 1175,- 1075,- 1130.- Deuisch-Luremburg. . . 2475,- 2625,- 2500,— 2500,— Gelsenkirchener Bergw. 2550,— 2750.— 2700,— 2770,— Harvener Bergbau. . . 5240,— 5490,— 5150,— 5270,— Kaliwerk Aschersleben. 1780,- 1780,- 1768,- 1700,- Kaliwerk Wesicreg-ln . 2245,— 2200,— ——,— Vaurabütte 3850,— 3700,— —!M0,— Oberbedarf 1520,- 1530,— 1500,— 1575,- Pbönir Bergbau 3250,- 3750,- 3300- 3775,- Nheinstahl 1350,- 2700,- 2405,-
Ntebeck Montan .... 3025,- 2875,- 8100,-
TelluS Bergbau 997,- 958,- -,- -,- Hamburg-Amer. Paket 790,— 835,— 780,— 890,— Norddeutscher Lloyd. . 542,- 555,- 540,- 547,-
ZementiverkHeidelberg 1198,— 1185,— —,— —,— Philipp Holzmann . . . 700,— 690,— 790,— —,—
Anglo-Cont-ttluano. . . —,— 2975,— 2785,— 2875.— Badische Anilin 1649,- 1645,- 1654,- 1655,- Ot'ldschmidl 1370,- 1350,- 1375- 1400,- C4rievbeliner Clectron. 1287,50 1295,- 1265,- 1295,- Hochsier Anrluverfe . 1270,— 1280,— 1294,— 1299,— Holzverkohlung 1002,— 995,— —,— —,— 9lütgerStverke 964,— 960,— 950,— 950,— Lcheideanstalt 1638,— 1600,— —,—
AIlg. ClektrizilätS-Ges. —,— 820,- 835,— 835,— Bergmann 800,— 795,— 800,— 810,— schlickert 1250,— 1235,— 1230,- 1285,- 2iemenü L HalSke. 1920,- 1920,- 1890,- 1900,-
Adlerwerke Kleyer. . . 500,— 495,— 51t— Daimler Motoren.... 525,— 530,— 517,50 Heyltgenstaedt 1050,— 1040,- —,— Meguin —,— 1100,— 1150,—
Metallges. Frankfurt. . —,— 1815,— —,— Schuhfabrik Herz.... 550,— 570,— —,—
Sichel 598,- 600,-
Nell stoss Waldhof .... 975,- 975,- 960,- Huckersabr.r>rankenthal 948,— 950,— —,—
Zuckerfabrik Waghäusel 948,— 938,— —,—
945,
524, 545,-
Derliner Devisemuartt.
Geld Brief Geld Brief
Datum: 28. September 29. September
Brüssel-Antw. 11785,2511814,75 11635,40 11664,60 Christiania ' 28614,15 28685,85 27989,95 28060,05 Kopenhagen ’ ' 34406 90 34493,10 33587,95 33672,05 Stockholm ' . 43845.10 43954,60 42946,25 43053,75 HelstngforS ' ' 3745,30 3754,70 3625,45 3634,55
Italien .... 6991,25 7008.75 6881,35 6898,65 London 7415,70 7434,30 7220,95 7239,05 Aeuyork. ... 1665,41 1669,59 1627,96 1632,04 Paris 12559,25 12590,75 12359,05 12390,50 Schweiz 30861,35 30938,65 30486,80 30563,20 Spanien 25068,60 25131,40 24569,25 24630,75 Deutsch-Oestett. 2,13 2,17 2,13 2,17
Prag . 5228,45 5241,55 5003,70 5016,30
Budapest . . . . 63,92 63,08
Buenos Aire». 592,25 593,75 579,75 581,25
Bulgarien ... —,— —988,75 991,25
Japan 789,- 791,- 781,- 783,-
Rio de Janeiro 189,76 190,24 187,76 188,24
Züricher Devisenmarkt.
29. 9. 30. 9.
Wechsel auf Schweizer Franken
Holland 100 51. =» 208.- 208.-
Deutschland 100 All. -- 0.32 0.32
Wien 100 Kr. 0.0075 0.0076
Brag 100 Kr. ---- 16.50 16.60
ariS 100 Fr. = 40.55 <0.65
London 1 £ — 23.55 23.51
Stallen 100 L. - 22.65 22.75
Brüssel 100 Fr. = 38.40 38.20
Budapest 100 Kr. = 0.21 0.21
2leuyork 100 > --- 536.12 537.-
Agram 100 Kr. = 1.85 1.85
Warschau 100 Kr. — 0.06 0,06
Mainzer Börse.
' Mainä, 29. Sept. Bei fester Tendenz aber ruhigem Geschäft, veranlaßt durch das Anziehen der Auslanddevisen, notierten auf der heutigen Börse per 100 Kilo locv Mainz: Weizen 6300 bis 6700, Roggen 5200—5800, alter Hafer 7000—7200, ffienci" Hafer 5200—5600, Braugerste 5600—6400, Weizenmehl Spez. 0 10 500—10 900, Roggenmehl 7800—8200, La Plata-Mais 7000, Mix^-Mais 6200, Weizenkleie 3400—3500, Roggenlleie 3400 bis 3500, Weizenfutterme'hl 4400—4500, Trocken» schnitzel 3800, Torfmelasfe 1900—2000, Luzerne 38 000-45 000, ital. Rotll.e 45 000—50 0C0, Esparsette 12 000—14 000, Wlesenden, lose, 2200, Wie- senheu, gepreßt, 2500—2700, Kleeheu 2200 Haser- stroh 1650—1700, Rrggenstroh, geb., 1700, Roggenstroh, drahtgepr., 2200, Kartoffeln, weiß, 825, Kartoffeln, gelb, 850, weihe Bvhnen 10 000 bis 10 500, ungeschälte Erbsen 12 000, Linsen 16 000 bis 16 500, Burma-Reis II. 10 500, Graupen 12 000, Auslandzucker 17 000.
Berliner Produktemnartt.
Berlin, 29. Sept. Am Produktemnartt war die Haltung schwächer, ba sich zu gestiegenen MaiSpreisen bte Kauflust zurückgezogen hatte und vermehrtes Angebot herauskam. Die Ermäßigung der Devisenpreis« trug bazu bei. Für Roggen waren die gestrigen Preise nicht mehr zu erzielen. Für September Neuerung bestaub aber für alle Artikel noch Nachfrage. Weizen wurde zu etwas ermäßigten Preisen mir wenig umgeseht. Bon Gerste behaupteten sich gute Qualitäten, Hafer hatte st illeres Geschäft, das Snlandange- bot blieb sehr Mäßig. Mehl war sehr ruhig. Für Erbsen und Oetfaaten ist das Geschäft stiller geworden. Die Preise für Futterartikel neigten zur Abschwächung. — Weizen, märkischen, 3350 bis 3450 Mk. (etwas matter), Roggen, märkischen, 3000—3050 Mk., mecklenburgischen 3025 Mk. (matter), westpreuhischen 2950—2975 Mk-, Sommergerste 3200-3250 Mk.. Wintergerste 2900—3000 Mark (behauptet), Hafer, märkischen, 3400—3500 Mark (ruhig), Mais, La Plata, loco Berlin 3350 bis 3400 Mk. (matter), Weizenmehl (100 Kg.) 9100—10 000 Mk. (ruhig), Roqgenmehl (100 Kg.) 7600—8200 Mk. (behauptet), Weizenkleie 1900 Mk. (behauptet), Roggenlleie 1900—1950 Mk. (behauptet), Raps 4500 Mk. (fest), Biktoriaerbsen 5700 bis 5900 Mk., kleine Erbsen 4400—4700 Mk., Futtererbsen 3100-3300 Mk., Peluschken 2900 bis 3100 Mk., Ackerbohnen 2900—3100 Mk., Wicken 3500—3800 Mk., Lupinen, blau 1900 bis 2200 Mk.. gelb 2200—2400 Mk., Rapskuchen 2000 bis 2200 Mk., Leinkuchen 3200—<3300 Mk., Trockenschnitzel 1850—1900 Mk., Kartoffeln (weiße u. rote) 310-320 Mk.. gelbe 340—360 Mk. Rauhfutter: Weizen- und Roggenstroh, drahtgeb. 900—950 Mark, Haferstroh, drahtgepreßt 900—950 Mk., Stroh, strohseilgcbündelt 900—950 Mk., Wiesenheu, gut, gesund und trocken, Bormahd 620 bis 670 Mb, Nachmahd 550—620 Mk.
setzung der Türken nach Thrazien zu treffen, im Austausch gegen einen türlischen Rückzug aus der neutralen Zone. Dies fei eine Frage von äußerster Dringlichkeit.
London, 29. Sept. (WTD.) Die gesamte Morgenpressc weist auf den großen Ernst der Lage im 27 ah en Osten hin. Die „Times" schreibt, die vier bis fünf Mini- sterkvnferenzen, die unter Teilnahme der militärischen Berater der Regierung innerhalb der letzten 48 Stunden stattg'efunden hätten, seien ein genügender Beweis für die Schwierigkeit der Lage im Rahen Osten. Alle äußeren 2ln- zeichen deuteten darauf hin, daß die Lage, wie sie die Regierung sehe, viel schärfer sei als das große Publikum denke. — „Daily News" meldet, daß die Minister gestern so gut wie den ganzen Tag mit K o n f e r e n z e n in der Downing Stteet verbracht hätten. Die Lage im Nahen Osten werde als bedrohlich angesehen.
L o n d o n, 29. Sept. (WTB.) Reuter erfährt, daß nach einer durch den nationalistischen Bertteter in Konstantinopel empfangenen Information Mustafa Kemal Pa- s ch a sich auf dem Wege nach Angora befinde, um die Note der Alliierten persönlich der Nationalversammlung zu unterbreiten. Unter bieten Umständen sei es unwahrscheinlich, daß irgendeine Antwort vor nächster Woche ein- tteffe.
Eine neue deutschfeindliche Propagandarebe Poincares.
Pari«, 28. Sept. Havas. Bei einem Festessen zu Ehren elsaß-lothringischer Journalisten hielt Ministerpräsibent P o i n - ca r 6 eine Rebe, in bet er u. a. sagte: Wie unrecht hat Deutschlanb, daß eS fortfährt, bte Geschichte zu entstellen und dem Augenschein zum Trotz zu behaupten, daß imfere beiden Provinzen deutsches Land seien! Vergebens versteift es sich daraus, in der ganzen Welt, besonders in London unb Südamerika, Broschüren und Flugschriften zu verbreiten, um den Glauben zu erwecken, daß seit dem Friedensschluß noch eine internationale elsaß-lothringische Frage bestehe. Vergebens hat Deutschlanb ror einigen Monaten in Württemberg eine sogenannte Vereinigung ber ausgewiesenen Elsässer unb Lothringer gegrünbet, die, wie sie sich schon denken können, nur Württemberger umfaßt. Vergebens versammelt es in Bremen oder ’m Heidelberg ehemalige Studenten der Universität Straßburg, die sich ebenfalls Elsässer und Lothringer nennen, und die in Wirllichkell alte deutsche Studenten sind. Vergebens ermutigt es auf feinem Gebiet die Bildung von Gruppen, die sich den CRamen Vollzugsausschüsse der Republik Elsaß-Lothringen geben. Diese Kundgebungen sind ebenso kindisch wie unpassend. Wenn Deutschland tatsächlich einen Beweis ipazifistischer 2£b- sichten geben, unser 2krtraucn genießen und mit uns gutnachbarlicye Beziehungen Herstellen wollte, so würde es sich loyaler llveise mit einer Rückerstattung abfmden, die rricht wie seinerzeit der begangene lllaub em Akt der Gewalt, sondern em Werk der Gerechtigkeit war. Es würde dann darauf vernichten, den unabänderlichen Willen der beiden Prvvttrzen cmzuzweifeln. Dieser Wille bleibt so, wie er sich in den unvergeßlichen Tagen des JahreS 1918 gezeigt hat unb bei den Kanton-, Deputierten- und Senatswahlen, sowie unter allen Umständen, wo er Gelegenheit hatte, sich ttmdzutun. 3m wetteren Verlauf seiner Rede wies Poincars darauf hin, daß während des Krieges bzw. während der Dauer der Feindseligkeiten insgesamt 20 000 Elsässer und Lothringer, die die deu^che Staatsangehörigkeit besessen hätten, ins französische Heer cingetreten seien. Davon seien 8000 aus bem Schlachtfeld gefallen. Der deutschen Propaganda werde es nicht gelingen, die Stimmen, die aus diesen 8000 Gräbern hervordrängen, zu ersticken.
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