Einzelbild herunterladen

Das Relchsmletengesetz.

(Schluß.)

XI. Mietervertretung.

Tine besonders zu beachtende Neuerung schuf chaS Gesetz durch Einrichtung einer Mieterver- itretung. Die Mieter eines Hauses sind berech­tigt, einen oder mehrere von ihnen mit ihrer Vertretung in Mietangelegenheiten zu betrauen. Leider hat es das Gesetz unterlassen, ausreichende Bestimmungen für die Wahl und die Dertre- tungSbefugnisse zu treffen. Mietervertretungen können bei Häusern mit einer gröberen Anzahl von Miettvvhnungen zweifellos sehr viel Gutes im Interesse von Mietern unb Vermietern er» 'reichen. Abgesehen davon, baß sie durch den Zu» sammenschluh eine einheitliche Regelung der gleichartigen Mietverhältnisse erleichtern, können sie bei richtiger Auffassung ihrer Ausgabe sehr wohl vermittelnd in dem gegenseitigen Jnter- elfenflreit -wischen Mieter und Vermieter wirken. Aufgabe der Mietervertretunq Ift es. im Streit­fälle den Sachverhalt nach Möglichkeit zu klären und eine gütliche Einigung herbeizuführen, um dadurch ein Anrufen des Mieteinigungsamtes tunlichst zu vermeiden.

Die hessischen Ausführungsbestimmungen sehen vor. daß die Mieter von Mteträumen mit Sammelhei^ung und Warmwasserversorgung einen Mielerausschuy von 13 Personen zu wählen haben. Von der vorzunehmenden Wahl sind sämt­liche Mietparteien in Kenntnis zu sehen. Die Wahl erfolgt formlos. Wahlberechtigt sind sämt­liche Mieter. Der Mieterausschuh hat bei dem Einkauf, der Lagerung und Verwendung der Heiz­stoffe mitzuwirken.

Die Wahl einer Mietervertretunq ist mit Ausnahme der Häuser mit Dammeflelzunq und Marmuxrsservrrsorgung in das freie Telieben der Mieter gesellt. Da das ReichZmietengefetz leider eine Regelung der Wahl und des Um- scrnaes der Dertretungsle'ugnis vermissen läßt, dürfte unter Anlehnung an die Dorsch-siten des Bürgerlichen Gesetzbuches (§ 662 ff.. 161 ff ) ettva folgendes anzunehmen sein. Einfach liegt die Sache, wenn sämtliche Mieter der Destellung einet Mielerrertretung und den zu bestellenden Perscnen zustimmen Irn Falle ter Destellung durch Wahl teerten wohl sämtliche Mie'er auch die, die nicht die gesetzliche Miete zählen: mit .ter Dornähme ter Wahl und damit, dah die Personen, die die meisten Stimmen erhalten, als Rliotervertretung letellt sein sollen, einver­standen sein müssen. Kommt durch Witersptnich auch nur eines Mieters eme ®;nigung in ter an­gegebenen Weise nicht zustande, so dürste eine Mioei Vertretung nicht engerichlet werten können. Zwaifelhaft ist. ob auch Untermic'er bei ter Bildung ter Mietervert e ung nritzuwirken be­rechtigt sind. Gewählt köimen nur Mie'er des HauseS werten: im Falle ie3 AuZzugs schnten sie als Mitglieder der Mie'e.Vertretung au 5. Jeter Mieter wird nach allgemei e t rechtlichen Gesichts» puntten wohl berechtigt sein, der Mieterve-^rr- tung die Befugnis, ihr zu vrrtre'en, jederzeit zu entzichrn, wenn nicht etwas anderes etwa Mch.heitsteschlüsse ausdrücklich vereinbart ist. Aechnlich wird dir Rechtslage der nach der Wahl ÄUökljenten Mie'er zu beurteilen sein. Schließlich ist noch darauf hinzuweilen, dah ter Mieter­vertretung Rechtspersönlichkeit nicht ?ukornml; sie kann daher nicht Im eigenen Ra men auftreten (Gericht, Mietcinjgungsamt).

Die aufgeworfenen Fragen zeigen, wie man­gelhaft das Reichzmietenge.eh die Mietervertre- mng geregelt hat: hierdurch wird einer ersprieß­lichen Tätigkeit ter Miete -Vertretungen zweifel­los manche Schwierigkeit be.eilet werten.

XII. Ausgleichsfonds.

Das Gesetz sieht die Möglichkeit vor, dah Ge­meinden mit Zustimmung ter obersten Landes- behörte einen Ausgleichsfonds einrichten. auS dem für grobe Instandsetzungrarteiten, di: mit den fest­gesetzten Zuschlägen nicht gedeck: werten können, an wirtsch. silich schwache Vermieter D i^ilsen nach billigem Ermessen darlcheirsweise ote? ohn» Rückerstatlu.rg gewährt werten tonnen. Die Mittel hierzu find durch einen besonderen Zu - schlagzu dem nach.dem Gesetz über die Erhebung einer Abgabe zur Förderung des Wohnungsbaues vom 26. Januar 1921 den Gemeinten - fliehen­den Zuschlag zu der Abgabe zur Förderung des Wohnungsbaues -.u lefchasfen (83 b eibt vor ehcsi- ten, von dieser Möglichkeck. die allerdings ei-e er­hebliche Reubelastuiig der Mieter bedeutet, im Dr- darfsfalle Gebrauch zu machen.

XIII. Mietenverzeichnis.

Für die Stadt Giehen wird ein Verzeichnis ter Friedeirsmieten sämtlicher Gebäude angelegt werten. Zu diesem Zweck ist ter Dermie'er ver­pflichtet, eine Anzeige gemäh vorgeschriebenem Vordc-uck an das städtische Wrhnungsam' zu er­statten: sie ist vorher den Miet m . u B scheinr- gung der Kenntnisnahme durch 11 <ter chrift vor u- legen. Es liegt im Inte.esse ter Hauste.iher. diese Arbeiten rasch und möglichst genau zu erledigen. Unter dem ßreiheitsbaum.

Roman von Clara QM<big.

3. Fortsetzung. (RckchbruS-ver boten.)

Die beiten Freundinnen teilten sich in die Gunst des französtschm Kapitäns, der f^orenfilr» rend. das schwarze Bärtchen als Fliege am Kinn, elegant in knapp anliegenden Reithosen, neben ihnen hersch.itt. Hauptmann d'Aubry hatte keinen Blick für die an ihm vvrtelströmente Menge: hochmüiig streifte sein Auge fluchtig das Gerätst des Galgens. bei dem französisch: Soldaten Berge von Reuig schachteten. Das Gerüst sollte brennen. Ein Galgenarm war schon herunteraeschlagen, lachend hatte man ihn hecabpoltern sehen, ein dreister Junge hatte ihn durchgesägt. Run hing ter Bube oben am Querbalken, bleckte die Zunge heraus wie einer, der gehängt worden, verdrehte die Augäpfel, dah man nur mehr das Weihe sah. rmb lieh den schlanien Körper hin unb her schlen- Zern. wie ter Wind manchesmal den entseelten Leib eines Gerichteten bewegt hatte Die Zu­schauer klatschten Beifall. Sintere Zeiten! Dank ter neuen Gesetze bedurfte man des Galgens nicht mehr, Gerechtigkeit und Frieden kamen von Frankreich herüber, sie würden herrschen, und niemand mehr würde sündigen.

Die beiten Demoisellen kicherten: solch an­mutig gedrechselte Komplimente hatte ihnen noch kein Trierer Jung' gesagt. Die schvarze Suzette wurde ganz elegisch wenn sie daran dachte, dah le doch eigentlich Herrn Friedrich Adami, dem lssessoc beim Tribunal zu Koblenz, ihre Hand zugesagt hatte. Ach ter war so weit weg, eine genze gewundene Moselstrecke lag zwischen ihm

temtt bei Festsehurrg ter Mieten Verzögerungen ju ihren Ungunften nicht eintreten. Das so fest» gelegte Mietenverzeichnis kann als Grundlage für die verschiedensten Berechnungen dienen.

XIV. Ausnahmen.

Die Dorsch Iften deS Reichsrnietengesetzes fin­den auf Reubauten oter durch Umbau- oder Reu» bauten, neugeschafsene Räume, to-enn sie nach dem 1. Juli 1918 bezugsfertig geworden sind, feine Anwendung: insoweit besteht also feine Beschän- fung hinsichtlich der Mictpretsb.ldung (HauS- fonten). Ss muh sich jedoch um wirkliche Reu- schafsuna von Räumen (Ausbau von Schuppen, neues Stockwerk), hanteln: Teilen vorhandener Wohnungen und Räume genügt nicht.

Aus die nach dem Reichsmietengesetz zustehen- ten Rechte kann nicht verzichtet werten: Verein­barung besonderer Rachei.e bei Ausübung dieser Rechte sind ungültig.

XV. Hundertsähe zur Drundmiete.

Die Festsetzung ter Huntertsätze ab 1. Juli 1922 ist in den nächsten Tagen durch das KreiSamt Gießen. bei dem die Angelegenheit im Slnspruchs- verfah en zur Zeit anhängig ist, zu erwarten: ihre Derösfon.lichung wird dann alsbald erfolgen.

Schöffengericht.

Giehen, 19. Dez. 1922.

Ein Schütze des hiesigen Regiments wurde trotz seines Leugnens für überführt erachtet, einem Leutnant, dessen Bursche er während seines Auf­enthalts in Berlin gewesen war, einen goldenen Ring, und einem Rittmeister, dem er während se nes Aufenthalts bi enem M.-G.-Kuftus in Jüterbog ebenfalls als Bursche zugeteilt war, den Betrag von 1200 Mk entwendet zu haben. Er wird dafür zu einer Gesamtgefängnis- strafe von 3 Monaten 2 Wochen ver­urteilt. Von ter Anklage weiterer Diebstähle zum Rachteil von Kameraden wurde er trotz schwer­wiegender Derbachtsgrünte mangels nicht völlig ausreichenden Beweises freigesprochen.

Ebenfalls des Diebstahls zun Rachteil eines Kameraden ist ein anderer Schütze deS hiesigen Regiments angeklagt. Die Verhandlung wurde zwecks Herbeischaffung weiterer Beweismittel vertagt.

Die Frau eines Formers von hier ist beschul­digt. einem hi s gen Gärtner-Ehepaar zwei Trau­ringe gestohlen zu haben. Trotz Vorliegens mancher Verdachtsgrünte erging Freisprechung, da die Hauottelastungszeugin nicht glaubwürdig genug schien.

Ein Gisenbahnschasfner von Wieseck ist in drei Fällen auf nach Marburg bzw. nach Fulda fahrende Güterzüge aufgesprungen und hat unter­wegs aus Eisenbahnwagen, deren plombierte Türen er gewaltsam geöffnet hatte, Kisten mit Zigarren, Ballen mit Stoffen und Packen mit Leder im Gesamtwerte von über eine Million herausgeworfen. Mit ihm im Bunte stand ein Händler von hier, der auf vorherige Verabredung hin an den genau bezeichneten Stellen, an denen die Gepäckstücke heran-geworfen wurden, diese in Empfang nahm, sie in Gemeinschaft mit einem Frauenzimmer, mit dem er ein Verhältnis unter­hielt, nach Hause schaffte und sie alsdann an einen unbekannten Händler veräußerte. Der Schaffner wurde zu 1 Hahr 6 Monaten, ter Händler zu einem Ha h r und testen Geliebte zu S Monaten Gefängnis ver­urteilt.

3m März und April 1920 tourte hier eine Reihe von SinbruchSdiebstählen begangen, bei denen grobe Mengen Wäsche unb Kleidungsstücke, Uhren, Ringe, Zigarrentehä tnisse, Ra rungs- mittel usw. entwendet wurden. Ein Teil dieser Degenstänte wurde später bei einem vielfach vor­bestraften Bergmann aus Essen beschlagnahmt, als dieser in Altena in Westfalen wegen eines in Betzdorf begangenen Ein nuchsdiebstahls verhaftet worden war. Trotz se.nes Leugnens wurde ter Angeklagte heute sämtlicher Diebstähle ü erführt und unter Einbeziehung einer Zuchthausstrafe von 4 Jahren 8 Monaten, die er zur Zeit in Diez verbützt, zu einer G e sa m t z u ch t h a u s- st r a f e von 8 Jahren 8 Monaten ver­urteilt. Gleichzeitig wurden ihm die bürger­lichen Ehrenrechte auf 10 Jahre ab­erkannt und feine Stellung unter Polizei­aufsicht für zulässig erklärt.

Vermischtes.

Raubmord.

München, 28. Dez. 3n der Rächt zum 27. Dezember wurde auf ter Bahnstrecke Gar- mischMittenwald, nahe ter S.a.ion Klars ter Kaufmann Reinhard Daum aus Düsseldorf ermordet und beraubt. Der Tat dringend verdächtig sind zwei Relsebegleiter, und zwar ter 1902 in Kiel geborene Erich Innenkamp und ter 1899 In Düsseldorf gebotene Julius Kaepe, beite in Düsseldorf wohnhaft. Geraubt wurden die Geldtasche mit Inhalt sowie verschiedene Pap;e.e.

Dampferbrand br Hamburg.

.Hamburg, 28. Dez (Priv.-Tel.) Wie das Achtuhrabeudblatt" meldet, brach im Hasen kurz nach Mittag an Bord des DampfersArca - d i a" Feuer aus. das den ganzen Unterraum des Vorderschiffes zu erfassen drohte. Da sich unter den Stückgütern auch Kisten mit fomprt- mierter Luft befand, bestand außer- ordentliche Explosionsgefahr. Die Feuerwehr stellte mit sieben Schlauchleitungen in dem brennenten Raum eine Wasserwand her, die die Kisten schützte. Hinter diesem Schuh wurden die Kisten ins freie geschasst. Das Schiss hat Der- hältniSmähig wenig gclit.en.

Ein vermißter Dampfer.

Hamburg, 28. Dez. (WTB) Der am 2. Dezember von Rorfolk abgegangene Ham­burger DampferHeinrich Kayser" mit 4 4 Mann Besatzung ist bis heute nicht eingetroffen. Das stark überfällige Schiff ist vermutlich verloren. Der ter gleichen Reederei gehörige DampferJeanette Kayser", der am 8. Dezember von Rorfolk abging, ist heule mit lecker Dorpiek im Hamourger Hafen eingetroffen.

Explosionen.

G l o g a u, 28. Dez. 3m MunitionSzerlegewerk Klautsch explodierte heute früh 8 Uhr eine Mine beim Durchschneiten unter Wasser. Zwei Arbeiter wurden hierbei getötet.

Trient, 28. Dez. (WTB.) Rach einer Havasmeldung flog infolge ter Explosion von österreichischen Bomben, die entladen treten soll­ten, ein Militärgebäude in die Luft und begrub sieben Arbeiter und einen Soldaten unter den Trümmern.

* W i e das Mahagoni aufkam lieber die merkwürdige Art, durch die d.e Mote der Mahagonimöbel sich entwickelte, erfahren wir Räheres aus einem Aufsatz inHeber Land und Meer". Zu Anfang des 18. Jahrhunderts brachte ein englisches Segelschiff ein paar D u nslämme von Westindien nach Lvnten. dir als Dil.'ast ge­dient hatten. D^r ter Bruder des Kaaitäns, ein Arzt namens Gibbons sich gerate ein Wohn­haus baute, schenkte ihn tec Kapitän die Stämme, die ihren Zweck erfüllt hotten, danit er fie Die.-, leicht als Bauholz verwenden könne. Die Zimmer- laute aber. Die die westindischen Stämme be­bauen wollten, fanden dos Holz so hart, daß fie fie liegen ließen. So lagen die Bäume lange Zeit unbeachtet und wären wahrscheinlich als Brenn­holz benutzt toorten, wenn nicht die Scan des Arztes einen Kasten hätte haben wollen, tei fie zum Au,bewahren von Kerzen brauchte S.e ließ sich daher aus dem unbenutzt daliegen ei Holz einen solchen Kasten verfertigen. Die eigena tlje Färbung und schöne Maserung die'e? Käst ns erregte nun allgemeine Be vunterun i. Dee Arzt selbst te teilte sich sofort bei ten Tisch er einen Schreibtisch aus diesen westindischen Hölzern und als das Möbel' nun in seinem S rechzimmer stand, da. sprach man allgemein von diese n köst­lichen Schmuckstück. Die Herzogin von Ducknz- harn, die sich den Schreibtisch ansah, wir dnron so entzückt, daß sie eine ganze Zimmereinrichtung aus dem wunderschönen Holz ha en wo sie Dazu reichten die noch vor,eandenen Stä n ne nicht mehr, und ter Kapitän brachte daher von se.ner nach en Reise nach Westindien größere Men e i mit D»e neuen Möbel sanden allgemeinsten Ank ang ü er all verlangten die feinen Leute nach den schonen Hölzern, und so war das noch heute allbeliebte Mahagoni gefunden.

* Die Vollendung deS Innwer- keS. Aus München wird uns geschrirben: Das Innwerk, Bayerns zwe'ckgrötzleS Kraftwerk, geht nunmehr seiner Vollendung entgegen. ES ist zum Unterschied vom Wal- chen- und Mittleren-Osär-Werk durch private Initiative, durch die baherischr Aluminium» A. G., ins Leden gerufen worden. Durch Aus­nützung deS Inn-GefälleS zwischen Töging und Jettenbach wird die gewalttge Energie von 100 000 ?. 8. gewonnen, wodurch 465 Millionen Kilowatt-Leistung erzeugt wird. Die Leistung ist also dreimal so groß wie die des Walchensee-, fast genau so groß wie die deS Mittleren-Isar-Werkes. Die umfangreichen Erdarbeiten, an denen seit 1919 zeitweise fast 7000 Arbeiter beschäftigt waren, sind fast vol­lendet. D e Entnahme des InnwasserS erfolgt bis Jettenbach, wo ter Inn durch ein mäch­tiges Wehr gesperrt wird. Ein 20 Kilometer langer Kanal führt das Wafser dem Wasser­schloß bei Töaing zu. DaS so gewonnene Ge­fälle beträgt 34 Meter.

Handel.

Berlin, 28. Dez. Börsen st im- mungSb ild. Am Devisenmarkt hielt im VvrmittagSverkehr die feste Sttmmung bei

unb ihr, Berge und Täler und wieder Berge, man fuhr mit dem Schis schm drei Tage fast. Und gar mit ter Diligence! Wer weiß, ob man sich überhaupt Wiede; sah die Wage waren so unsicher, es trieb sich viel Gesindel herum, verfprengte Marodeure sie tourte Herrn Adami gar nicht zuraten, so bald die Reise nach Trier zu wagen. Und werm's etwa wahr wäre, daß er als frie- tepsricher in den Kanton Lutzerath verseht würde? Maria Josef, sie unkte sich wohl hüten, da oben in Lutzerath, dem 5ten Eifelnest, ihre Jugend und Schönheit zu vertrauern.

Feuriger wurden dir Blicke, bte fie mit d'Aubry tauschte. Der war eigentlich ein Mar­quis, aber feinen hohen Titel hatte er fallen lassen, ter paßte nicht in die Zeit, nur dasde" hatte er bribehalten.

Die blonde Minette mit ten goldenen Locken tourte gam eisersüch tg: sollt? es nicht wahr fein, was ter schöne Hauptm>e>m ihr gestern am Gatter ihaes Därtchms zugeflüstert hat le als er Dorbel- tilt und sie gerate Blumen schnitt? Sie hatte immer etwas zu tun im Garten, wann er Dorteiritt in seine Kasernr im Kloster ter Minoriten. Daß sie die Schönste ter Schönen fei. eine blonde Sonne, hatte er geflüstert und ihre Hand geküßt mit einem solch saugenden Druck seiner Lippen, daß es sie durchschauerte wie nie zuvor.

D'Aubry teilte heute seine Gunst: Tag und Rächt taufte er scherzend die teiten Freundinnen auf einen holden Tag, eine süße Rächt. Sie verstanden recht gut Französisch Der Kapitän bot betten den Arm, es war nötig hier irn Gedränge.

Einen Augenblick wallte es in Suzette auf: toemt Adami das erfuhr, daß fie einem anderen

am Arm hing! Und Minette kam es plötzlich daß es doch nicht recht fei, mit einem Franzos fo zu spazieren. Aber das waren nur fluch ige Be­denken Schon dämmerte es, ter frühe September­abend begann sich zu senken.

Am Weg, unweit des Waldes, ter an die Flur grenzte, hielt ter Burfchr auf seinem Gaal, mit dem Pferd des Haup-tmanns am Zügel. Die ©tutefilterte war unruhig, so lange zu stehen, das ve trug fie nicht. Auch Iean-CIaute war ärgerlich, er riß die Stute im Maul, daß fie schäumte und auch fein Klepper unter ihm zu tänzeln tegann Er wollte zum Ball, er wollte sich auch amüsieren.

Da sagten sieFreiheit und Gleichheit" war das Freiheit, wenn er hier wir ein Sklave ausßarren mußte? War das Gleichhait, wenn er nicht auch ein hübsches Mädchen in ten Arm nehmen durste? Drüdrrlichleit wenigstens eine von ten Zweien hätte tec d'Aubry ihm überlassen formen. Heterhaupt ter! Es wollt? dem Bur- schm gar nicht so scheinen, als fei ter Kapitän etwas Rechtes. Was Der für Starten auf dem Rücken hatte! Er hütete sich zwar, sie zu zeigen, ater ter Bursch? hatte sie doch gesehen. Unb Sietendarten hatte ter, Flüche, wie ter gemeinste Fuhrknecht!

3ean°Elaute .Schankelödchen hatte ihn seine Mutter genannt, er war von ter Grenze zu Haus ritt langsam auf und nieder Dom Salgen her tönte lauter Gesang, Kreischen und Lachm; im Fauersch in sah er hüpfende Gestalten. Die tanzten wohl gar? Aus ter (Bürener Höhe krach e und knatterte eS plötzlich hoch bäumten die Pferde sich auf; droben wurde geschossen.

ziemlich lebhaftem Geschäft zunächst an. Der Dollar stieg bis 8050, gegen mittag gewann eine etwas freundlichere Auffassung der politischen Lage Boten und die Kurse gaben demgemäß etwas nach. Der Dollar ging auf 7575 zurück, erholte sich aber bald wieder etwas.

Frankfurt a. M, 28. Dez. Börsen- stirnmungsbild.. Heute werten nur Devisen und Sloten an ter Börse notiert. Die Teirteuz hierfür war fest, doch kam es nicht zu großen Umsätzen. Der Dollar tourte Vvrmillags 7900 bis 8100 genannt, später 7900 bis 7 <50. 'Der Verkehr von Bureau zu Vureau blieb rahig. Kurse werten nicht genannt, doch sollen sie größ­tenteils höher lauten. Kaslawerle lagen ruhig. Chemisch? Aktien find gesuchter, Zuckeraktieu be­gehrt. SZalutapapiere unterlagen der Preisbe­wegung ter ausländischen Zahlungsmittel. Der Dollar tourte gegen 1 Uhr 76507625 genannt.

Märkte.

Berliner Produktenmarkt.

Berlin. 28. Dez. Im Zusammenhang mit der Devisensteigerung herrschte vormit­tags für Getreide eine recht feste Stimmung und die Forderungen vom Inlands lauteten wesentlich höher. Im Mittagsverkehr schwächte sich die Haltung merklich ab. Die Preise konn­ten sich aber noch meist über dem gestrigen Stande behaupten. SLeizen wurde auf ver­mehrte Rachfrage von Südteutschland höher bezahlt. Für Roggen wurden vormittags we­sentlich höhere Preise verlangt, die aber hier nicht durchgesetzt werten konnten. Das An­gebot blieb infolge Zurückhaltung der Provinz mäßig. Gerste hatte bei ruhigem Verkehr feste Haltung. Hafer zog im Preise aus vermehr­ter Stad;frage für den Westen an; d.e Mais­preise richteten sich nach Len Schwankungen der Valuta. Sehr feste Meinung bestand für Mehl und Kleie, ebenso für Hülsensrüchte und an­dere Artikel.

Frankfurter Schweine- und Kleinviehmarkt.

Frankfurt a. M., 28. Dez. (Amtlich.) Marktverlauf: Kleinvieh lebhaft und ge­räumt. Der geringe Schweinebestand wird zu Preisen deö Marktes vom 27. 12. 22 abgesetzt. Im einzelnen ist zu bemerken: Aufgetrieben waren 586 Kälber, 177 Schafe und 123 Schweine. An Preisen wurden angelegt pro Zentner Lebendgewicht: Kälber, beste Quali­täten, 65 00070 000 Mk., mittlere Qualitä­ten 60 00065 000 Mk., geringe Qualitäten 55 00059 000 Mark. Schafe 32 000 bis 45 000 Mk. Schweine nicht notiert. Außerdem wurden 37 Rinder ohne amtliche Preisnvtie- rung gehandelt. Die Preise liegen um so viel über den Stallpreisen, als sie die nicht uner­heblichen Gewichtsverluste, Spesen und Händ­lergewinn in sich schließen.

(3n einem Teil der Auslage wiederholt.) Der englische Schatzkanzler über die Ziele

seiner amerikanische Mission.

London, 28. Dez. (SVTB > Die heute er­folgte Abreise der britischen Finanz» leu t e nach den Vereinigten Staaten und die Ver?/ugsercklärung Deutschlands durch die Reparativnskommissiort werden von ter Presse als zwei Sreignisie bezeichcet, die toa'br» sch inlich einen wichtigen Einfluß auf die bevor­stehende Premiermirtisterkonferenz haben würden. D-er Kritische Schatzkairzscar Baldwin erHärte vor seiner Abreise nach Amerika in Unter­redungen mit Presse;.ettretem, er werde alles tun, um die bestmöglichsten Bedingungen zu er­halten und mit einer Regung zurückzukehren, die für beite in Betracht fomme itea Teile be­friedigend fei; denn eine solch? Regelung werde das Wietecauflebea te3 WesiHantel.t u.;gemein fordern. Auf Die Frage, welche; feine Haltung gegenüber ten ame ikanischan Vorschlägen sei, eine internationale Kommission zur Prüfung der Lage Du schlands zu er re men, die die Repara kionssorterungen im Lich e einer sol­chen Untersuchung neu sessie'zen solle, antwortete Baldwin, ein solcher Vorschlag sei offiziell noch nicht gemacht Worten, aber wenn ec gemacht werte, während er in Washington sei, werte er sich warm 'dafür interesfieren. Ec ho e zu einer dauernden Regelung tezüglich ter Dadingungen ter britischen Schulten an die Te einigten Staa­ten zu gelangen. Wenn er Erfolg habe, hoffe er, daß Amerika zu einer wich­tigen Mission geneigt fei, die Donar Law bald zu unternehmen gedenke, und Zwar der Reparativ nsregelung. Es fei von höchster Bedeutung für Europa, daß das Interesse Amerikas in zahlreichen ver­wickelten fragen eriest werte, Die jetzt die Auf­merksamkeit der Staatsmänner ternspruchen.

Unb jetzt flammte das Freutenfeuer eines mäch« tigen Holzstohas.

Sacre nom de dieu!" Der Bursche fluchte, beinahe hätte die Liberts einen Marrn umge- flößen, ter gebückt am Rain stand. Raten ihm tauchte jetzt noch ein zweiter auf. Unwillkürlich hielt ter Bursch? bl? Pferde fester: was wollten die? Scheu suchte er sie zu erkennen Busch- fleptec? Aber dann lachte er. Di? teiten Männ­lein tn langen Röcken, abgegriffenen hohen Hüten und mit Ziegenbärten hatten nichts Erschreckendes an sich

Schöne Peerd," sagte Mohses Mohnsam aus Vrldel. und Herzchen Rosenblatt aus R.-il ftrei- ch?lte unter leisem Schnalzen ter Zunge die Liberty.Gott ter Gerechte, was kann der Ollosjö reiten die wilden Peerd," meinte Moyses be­wundernd.

Dec junge Mensch fühlte fich geschmeichelt; seine Reitkunst war nicht weit her, eh? die Fran­zosen ihn angeworben, hatte er mir auf tem Schneider bock gesessen. Sein Hauptmarm korri­gierte immer an feinem Sitz. Aha. nun sah man's aber doch baß er gut reiten formte! Leute, die fo flüchtig Do rübergingen, sprachen ihn schon sogar bat auf an. Er hatte keine Ahnung davon, daß die zwei ihn fchon lange te." ugten.

Hinterm ersten Waldbusch hatten sie nietet* geduckt gesessen, sich leise wispelnd einanter mit­geteilt: wenn ter Buckler vielleicht, ober em anderer von jenen, so cm Pferd kriegen könnte! Dreißig Karvlin und mehr wäre dran zu ver­dienen, ter Buckler war nicht fnaulerig Ob nichts zu machen war hier m» 'nem Hantel?

(Fortsetzung folgt.)