Ausgabe 
29.7.1922
 
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gibt

deren

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Nachweisungen bei Eigenbau - Arbeiten. Da« K r e i s a m t (Versicherungsamt) bekannt:

verfassungs- und vertragsmäßigen Rechte Landes sowie die wohlerworbenen Rechte früheren badischen Eisenbahnboamten geschützt vertreten werden.

Waffeufunde.

Berlin, 28. Juli. (IDotff.) Beamte

die Schulamtsanwärterin Josephine H e l b i g aus Köln a. Rh. zur Lehrerin an der Volksschule zu Dietesheinc, Kreis Offenbach. Ernannt wurden am 24. Juli 1922 zu Polizeiwacht­meistern : die Polizeiwachtmeister auf Probe bei dem Polizeiamt Offenbach Adam Röder aus Reuengrvnau (Kreis Schlüchtern), Ioh. Wald-

;umachen. Eine Auflösung des Reichstages hätte dem Volke, das seit Jahren zur Pas­sivität verurteilt ist, wieder einmal Gelegen­heit gegeben, aktiv politisch mitzu- wirken. Nachdem wochenlang im Reichstag taktisch manövriert worden war, wäre die verspätete Auflösung ein Fehler gewesen. Das Vorgehen der bayerischen Regierung gegen das Reich erfordert eine energische Stellungnahme der Reichsvertretung, wenn das Vertrauen zur Republik im Irr- und Aus­lande nicht aufs Schwerste erschüttert werden soll. Die Arbeiterschaft wird der Regierung in diesem Kampfe gegen alle reaktionären Sonderbestrebungen entschlossen zur Seite stehen. Die Annäherung der S. P.D. und der ll. S. P. D. begrüßen wir miss freudigste. Sm Kampfe zur Erhaltung und Sicherung der Republik soll uns jeder ehrliche Demokrat, gleichviel, welcher Partei er angehört, als Mitkämpfer willkommen sein.

GlnvruchSdiebsiahle.

fpd. Frankfurta. M., 23. Juli. Sn der Nacht zum Donnerstag schlugen Diebe die Erkerscheibe eines größeren Geschäftshauses an der Zeil ein und holten mit einem Haren aus der Schaufensterauslage zwei Pelzmän­tel und ein weißes Kleid im Gesamtwert von 130 000 Mark heraus. Aus einem Geschäft der Schäfergasse wurden in der letz­ten Nacht durch Einbruch vier wertvolle Schreibmaschinen gestohlen.

Ein kostspieligerScherz".

fpd. Frankfurt a. M.» 28. Juli. Aus Aebermut schlug vor einiger Zeit ein halb­wüchsiger Bursche die Scheibe eines Feuermelders ein und alarmierte da- )urch die Feuerwehr. Der Bursche wurde er­mittelt und mußte nun die durch die Alar- mierung entstandenen Unkosten in Höhe von 1 400 Mark zahlen. Außerdem sieht er einer Desttafung wegen Sachbeschädigung entgegen.

Aus Stadl und Land.

Gießen, den 29. Juli 1922. Der oberhessische Prorünzial-Haushalt für $922.

Der Prvvinzialtag für Oberbessen hat in seiner jüngsten Sitzung den Voranschlag der Pro­vinzialkasse der Provinz Oberbessen für das Rech­nungsjahr 1922 festgestellt. Die Rechnung schließt mit 13 646 788.77 Mk. ab. Die Einzelposten des Voranschlags werden folgendermaßen ausgewie­sen: Einnahme aus älmlage'b eiträgen und Zuschüssen 11 500 000 Mk., aus einem Re ch - nungsrest 300 114.20 Mk. Die allgemeine Verwaltung weist 443000 Mk. an Einnahmen und 1 341 630 Mk. an Ausgaben auf. Für die Unterhaltung der K r e i s st r a ß e n sind 15 878.57 Mark Einnahmen und 8 832 757.15 Mk. auf der Ausgabenseite vorgesehen. Unterricht, Wis­senschaft und Kunst sind mit 9920 Mk. auf dem Ausgabeplan zu finden. Das Kapitel Ge­sundheitspflege weist 1 340 437 Mk. in Ein­nahme und 2 672 662 Mk. in Ausgabe auf. Die Rechnung für Landwirtschaft, Gewerbe und Verkehr zeigt 12 000 Mk. Einnahmen und 17500 Mk. Ausgaben an. Den Ausbau von Wasserkräften in Oberhessen zur Nutzbar­machung elektrischer Energie will man mit einer Aufwendung von 30 000 Mark fördern, die so­ziale Fürsorge ist mit 73 207 Mk. bedacht. Sn Einnahme und Ausgabe gleichen sich aus die kulturellen Aufgaben mit 11 359 Mk., die Kapitalzinsen mit 24 000 Mk. Kursgewinne, Kurs­verluste, Zinsvergütung und Reichsstempel- und Kapitalertragsteuern stehen mit 8000 Mk. in Aus­gabe, dem Reservefonds sind 405 353.62 Mk. zu­gedacht, als Betriebskapital (bar) find 220 C00 Ml. vorgesehen, die uneinbringlichen Posten und Nach­lässe sind mit 400 Mk. eingestellt.

Aus dem Reiche.

\ Badische Wünsche.

Karlsru h e, 28. 3ult (WTB.) Der ba­dische Landtag befaßte sich in seiner heu­tigen Sitzung mit einer Interpellation des Zen­trums und der Sozialdemokraten betreffend die älmwandlung der Eisenbahn-Gene­raldirektion Karlsruhe in ei ne Reichsbahndirektivn. Die Interpellanten beklagen sich über Eingang der Selbständigkeit der ^Karlsruher Eisenbahngeneraldircktion und über Zurücksetzung der früheren badischen Ei'en- bahnbeamten. Darauf erwiderte der Finanzminister Köhler:Es handelt sich darum, daß der j Staats vertrag über den Heb er gang an das Reich -und das Deschluhprvtokvll eingehalten wird. Da- I gegen verstößt aber eine Verfügung des Reichs» j verkehrsministeriums vom 6. Juli d. 3- bett, i Aufhebung der BezeichnungEisenbahngeneral­direktion". Linser Protest geht nicht vereinzelt !nach Berlin: Württemberg und Sachsen teilen unfern Standpunkt. Wir haben an der Llmwandlung der Bezeichnung ein formelles und isachlicheS Interesse. Die Zuttlcknabme der aus­geführten Verfügung muß umgehend erfolgen. Ich kann die badische Beamtenschaft versichern, Lay die badische Regierung ihre Pflicht erfüllen l wird. Sicher ist, daß wir an den Staatsgerichtshof gehen, wenn man unseren berechtigten Wünschen * nicht entsprechen sollte.

, Nach einer längeren Aussprache wurde in einem einstimmig gefaßten Beschluß die Hal­tung der Regierung gebilligt. Sie wird ersucht, mit allen Mitteln darauf hinzuwirken, .daß die

3. Zum Eintritt in den Tierschutzverein wird er­neut aufgefvrdert. Jahresbeitrag nur 2 Mark. 4. Eine Reihe von empfehlenswerten Büchern wird verlesen. 5. An alle Schulen ergeht ein Mahnruf gegen das Zigaretten rauchen der Ju­gend. Die Lehrer sollen wiederholt auf die ge­sundheitliche und volkswirtschaftliche Schädigung des Dolles Hinweisen. 6. Durch die Zweiteilung des Kreisschulamtes wird eine Neuregelung der Wahlen zum Kreisschulaint notwendig. Es wer­den durch Zuruf Sprengel - Bellersheim als Vertreter, als Stellvertreter Welter- Nonnen- roth und Keller- Lollar gewählt. Darauf ver­abschiedet sich Prof. Alles von der Versamm­lung. Lehrer W e st p h a l - Wieseck feiert ihn als einen hervorragenden Vorgesetzten und Freund deS Lehrers.

** Oberhessische r Kun st verein. Die Otto Ubbelohde-GedächtniS-AuSstellung hat sich täglich eines ganz außergewöhnlich regen Besuches zu erfreuen. Snsbesondere nimmt der Besuch auswärttger Kunst­freunde täglich zu. Für Korporationen, welche die Ausstellung gemeinschaftlich, und Schu­len, die sie klassenweise besuchen, beträgt das Eintrittsgeld nur 2 Mk. per Person.

" Gehaltsverhandlungen im Handelsgewerbe. Auf Grund freier Vereinbarung wurde zwischen dem Arbeit­geberverband des Kleinhandels und den An- gestelltenvrganisationen ein neues Gehalts- abkvmmen für Juli geschlossen, nachdem die Gehälter der Angestellten in der Industrie bereits am 27. Juni für Juli geregelt wur­den, und zwar ebenfalls auf Grund freier Vereinbarung. Jedoch sind die Gehaltsver­handlungen im Großhandel vorläufig geschei­tert; diese Regelung dürfte durch Schieds- spruch erfolgen.

* Die Errichtung einer Zwangs­innung der Bauunternehmer des Landkreises Gießen ist beim Kreis­amt beantragt worden. Alle selbständigen Handwerker des Kreises sollen in der Zett vom 1. bis 14. August mündlich oder schrift­lich beim Kreisamt erklären, ob sie sich für oder gegen die Errichtung der Zwangsinnung aussprechen. Die Abgabe der mündlichen Er­klärung kamt an Wochentagen von 912 Ahr vormittags in den Diensträumen des Kreis- amtS, Zimmer Nr. 1, erfolgen. Die Abgabe einer Aeußerung ist auch für die Handwerker erforderlich, die den Antrag auf Errichtung einer Zwangsinnung gestellt haben. Nach Ab-j

lauf der ErklärungSfrist eingehende Aeuherun- gen sowie solche Erklärungen, die nicht er­kennen lassen, ob der Errichtung einer Zwangsinnung zugesttmmt wttd oder nicht, bleiben unberücksichtigt.

** Wieder Seife in den v -Zügen Seife gab es einst in den V-Zügen umsonst. Sie erscheint jetzt wieder, wird aber durch die Dienstfrauen verkauft, das Stück zu 3,50 Mark. Der Verkaufspreis ist auf den Umhül­lungen aufgedruckt. Der Dienstfrau verbleiben 40 Pf. als Verdienst.

Wettervoraussage

Meist heiter, trocken, bei Südwestwind Wür­mer, später erneuter Wetterumschlag.

Heute erstreckt sich hoher Druck keilförmig von Frankreich bis Norwegen Stark fallender Baro­meterstand der englischen Stationen läßt ein mit ziemlicher Geschwindigkeit vordringendes Tief er­kennen, das bereits morgen unsere Wetterlage be­einflussen kann.

Bornotizen.

Tageskalender für Samstag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, heute und mor­gen:Seefahrt ist Not", undDer Dolchstoß"

Aus dem Stadttheater­bureau. In der ErstaufführungFrauen­kenner", Lustspiel von Leo Lenz, am Dienstag, 1. August, im Stadttheater, sind, außer dem bereits erwähnten Herrn Goll, der die Tttelrolle spielt, beschäfttgt die Damen MarckS, Keller, Türk, Engel und die Herren Feigel, Lambertin und Mann. Die Spielleitung führt wieder Adolf Telekh.

Landkreis Gießen.

* Göbelnrod, 28. Juli. Am vergangenen Sonntog wurde unser Kriegerdenkmal e i n- geweiht. Der Festzug, <n dem sich die Ge­meinde und auswärtige Gäste in großer Zahl beteiligten, bewegte sich um 2 IIbr nachmittags nach dem Fttedhof. Reg.-Baumeister Schnei­de r vom Kreisbäuamt Gießen enthüllte das Denkmcrl, das auf einem besonders abgegrenzten EhrenstiedHofe steht. Aus einem 1,20 Bieter qjo dratischen Sockel erhebt sich sine 21/3 Meter h)he eckige Säule mtt einem Aufsatz, der ein in (Diem gehauenes Eisernes Kreuz , trägt. Acht Steine in über Sockelgröße sind zu beiden Seiten der Säule gruppiert, von denen jeder einen Namen Iber 8 Gefallenen des Ortes trägt. Der Entwurf des würdigen Denkmales, dessen Kosten sich auf etwa 20 000 Mk. belaufen, stammt vom Bild- hauer Leonhard - Grünberg. Pfarrer D ö l l hielt die Gedächtnisrede. Darauf folgten Ver­träge der Gesangvereine und der Schullinder. Der- Kriegerverein gab eine Ehrensalve ab, und zahlreiche Kränze wurden am Fuße des Dentt mals niedergelegt. Nach dem Liede:Ich hatt einen Kameraden", das von den Ktt^gsttilneh- mem gesungen toirbe, schloß ein gemeinsamer Choral unter Begleitung des P)sauncnchorS die eindrucksvolle Feier.

S. Trohe, 28. Juli. Gestern starb hier, ohne daß der Arzt die Todesursache feststellen konnte, die Ehefrau deS Weißbindermeisters Heinrich Noll von hier. Das Ehepaar war erst 14 Tage verheiratet.

Starkenburg und Rheinhessen.

fpd. Sprendlingen (Kr. Offenbach), 28. Juli. Aus der hiesigen Kirche wurden durch E i n h r u ch Teppiche, Altarläufer und Leuchter gestohlen. Als der Tat dringend ver­dächtig wurde der Kesselschmied Jakob Kord festgenommenJ

Hessen-Nassau.

Durchsuchungen nach monarchischen Abzeichen.

fpd. Frankfurt a. M., 28. Juli. Sämtliche Frankfurter Schulen werden augenblicklich von einer aus Stadt­verordneten bestehenden Kommission daraufhin besucht, ob sich in den einzelnen Räumen noch monarchische Erinnerungen usw. vorfinden. Wo derartige Erinnerungszeichen noch vorhanden sind, werden sie sofort ent­ern t.

[bet letzte Krieg sie gesehen hat. Dieie sollen wicht dem Frieden dienen. Sie sind bestimmt, Bürger anzugreifen, unbewaffnete und unge= wehrte Einwohner. Wenn die Kirchen Christi /in ganz Europa und Amerika dulden würden, /daß sich etwas derartiges ereignet, so würden sie -besser ihre Tore schließen. Der nächste Krieg ' wird, falls es so weit kommen sollte, gegen die l Zivilisation selbst geführt werden. Großbritan-- : nien hat seine Rüstungen zu Ganbe, zur See und in der Luft herabgesetzt noch unter die vor dem Kriege vorhandene Stärke. Wenn jede Nation auf der Erde dasselbe tun würde, dann würde es keine Gefahr für« den Frieden geben

London, 28 Juli. (WB) Bei dem Früh­stück der nonkonformischen Geistlichen sagte Lloyd George Wetter: Aber es ist sehr schwer für eine Nation, ohne Verteidigung zu bleiben, während andere Na­tionen zum Kriege rüsten. Ich gehöre zu denen, die große Hoffnungen auf den Völker­bund setzen. Wenn der Völkerbund mit einem Mißerfolg endet, ist die Zivilisation zum Tode verurteilt. Nur die öffentliche QKeinung tonn dem Völkerbünde Kraft geben. In dieser Be­ziehung könnte die Kirche ihren Einfluß gellend machen.

Die Völkerbundsfrage.

London, 28. Juli. (Wolff.) In 6er gestri­gen NachmittOPssitzung des Friedenskon­gresses wurve die Frage des Völkerbundes behandelt. Robert Cecil trat in feiner Rede für die Verstärkung der Autorität des Bundes ein. Solange die Reparationsfrage nicht geregelt sei, könne von einer Wiederherstellung des Frie­dens in Europa nicht gesprochen werden. Die Zulassung Deutschlands zum Völkerbünde würde einen großen Fortschritt bedeuten. Es sei wichtig, daß die britische Regierung sich für diese Politik erklärt habe. Deutschland konnte, um zu beweisen, daß es für den Frieden der Welt arbeiten wolle, nichts Besseres tun, als Mitglied des Bundes werden. (Beifall.)

Der Kongreß hat hierauf in einer Entschlie­ßung die Hoffnung ausgesprochen, daß Deutsch­land ein erfolgreiches Gesuch um Zulassung Mm Völkerbünde stellen werde.

Berliner politischen Polizei beschlag­nahmten in den letzten Tagen mehrere Waffen- lager. So wurden in einer Villa in Lichterfelde drei Maschinengewehre, zwei Maschinenpistolen, 120 Gewehre mehrere Pistolen, Handgranaten. Stahlhelme, Seitengewehre, und zahlreiche Muni­tion gefunden. Nach den bisherigen Feststellungen sind eS Waffen der früheren Lichterfelder Mn- wohnerweyr. Ferner wurden bei einem Ber­liner Schankwirt in der Hochstraße, der zugleich kommunistischer Stadtverordneter ist, ein dort ein» gemauertes Waffen- und Sprengstofflager be­schlagnahmt, bestehmd aus 2025 Kg Spreng­stoff ladung, 400 Meter Zündschnur, 3 Maschinen­pistolen. 8 Gewehren, 4 Karabinern, 4 Hand­granaten und Munition.

Derqarbeiterlöhne.

Essen, 28. Juli. (WTB.) In den heu- . ttgen Verhandlungen zwischen Vertretern des Zechenverbandes und der Dergarbeiterver- bände wurde hinsichtlich der Lvhnordnung im rheinisch-westfälischen Steinkohlenrevier ab 1. August folgendes vereinbart: Die Lohn­erhöhung beträgt insgesamt 26Pro­zent ohne Soziallöhne. Das Hauöstan^geld chettägt 7 Mark pro Schicht, das Kindergelt [8 Mk. pro Schicht, ferner für jedes Kind eine jSonderzulage von 3 Mk. pro Schicht. Für die Hinter Tage beschäftigten Arbeiter stellt -sich der M i n d e st l 0 h n der Gedingearbei­ter auf 286,90 Mark. Der Lohn der Ge- jdingearbetter soll im Durchschnitt an jedem Einzelnen Schichttage bei normaler Arbeits­leistung mindestens 347,30 Mark be° 'tragen. Davon entfallen auf den Grundlohn 17 4 Mark. Schlepper im Gedinge einer Ka­meradschaft erhalten aus dem Gedinge im ersten Halbjahr 12,50, und im zweiten Halb­jahr 11 Mk. pro Schicht weniger.

Echeidemann über die Lage.

, Kassel, 28. Juli. (WTB.) In einer Mitgliederversammlung der Sozialdemokrati- schen Pattei referierte heute abend Reichs­tagsabgeordneter Scheidemann über die

mann aus Weinheim (Kreis Alzey), die Poli­zeiwachtmeister auf Probe bei dem Polizeiamt Lampettheim Angelo D e l t r a m i aus Zwingen­berg (Kreis Bensheim), Adam Becker aus Ur» berach (Kreis Dieburg) und Alois Thum aus Schwarzenbuch mit Wirkung vom 1. August 1922. Ernannt wurden am 24. Juli 1922 zu Polizei- wachtmeistern: die Polizeiwachtmeister auf Probe bei dem Polizeiamt Offenbach a. M. Ludwig Winkler aus Peterswirth (Bezirksamt Dil- (ingen), Jakob Best aus Heppenheim a. d. B., Heinrich S ch m i d t aus Rainrod (Kreis Alsfeld), Michael H 0 r e t h aus Sairdbach i. O., Oskar Lück aus Stargard L P., Michael Bertsch aus Groß-Gumpen (Kreis Erbach) mit Wirkung vom 1. August 1922 an. Ernannt wurde der Oberjustizsekretär Ritter in Lich zum Justiz- inspeltor bei dem Amtsgericht Lich.

* Die diesjährige ordentliche Versammlung des Kreistages fin­det am nächsten Mittwoch, vormittags 10ys älhr im Sitzungssaal des Regierungs- aebäudeS statt. Auf der Tagesordnung stehen: Rechnung und Verwallungsbettcht der Kreiskasse für 1920, Voranschlag der KreiS- kasse für 1922, Organisation her Kveisfür- sorgestelle, Fürsorge des Kreises im Woh- nungsbauwesen; hier: Wohnungsbauabgabe, Finanzierung des Kvmmunalverbandes durch den Kreis im Erntejahr 1922/23.

*4 DaS Stadtparlament beschäf­tigte sich gestern in einer bedeutsamen Sitzun; mit zahlreichen wichttgen Fragen unserer Stadt. Der Bericht über die Sitzung unter­richtet unsere Leser über alle diese Dinge in erschöpfender Weise.

** Auf eine Sonderausgabe von Mehl und Trockenmilch weist eine Be­kanntmachung des heuttgen Anzeigenteils hin.

** Das Gießener Bataillon des 15. Infanterie-Regiments kehtte gestern abend aus dem Sennelaaer zurück. Eine große Menschenmenge hatte sich zu der angegebenen Zett in der Nähe des Bahn­hofes eingefuitden und harrte geduldig aus, bis dann endlich gegen 9 Uhr das Bataillon mit klingendem Spiele vom Bahnhof abrückte. In allen Sttaßen, durch die die Truppe mar- schiette, stand die Bevölkerung, meist meh­rere Reihen, dicht Spalier, und verschiedent­lich wurden begrüßende Zurufe laut.

** Geldspenden-Sammlung in­nerhalb der hessischen Beamten­schaft. Daö Ministettum des Innern hat dem Vorstand des Hessischen DeamtenbundeS, Landeskattell Hessen des Deutschen Beamten­bundes, Darmstadt, die Erlaubnis zur Sammlung von Geldspenden durch Aufrufe und Werbe sch reiben, insbesondere durch die Veranstaltung eines Opfertages inner-- halb der Beamtenkreise des VvlkSstaales Hes­sen bis zum 15. Oktober 1922 erteilt.

s. Lehrerversammlung in Gießen. Im Schulhaus in der Schillerstraße fand gestern eine Lehrerversammlung statt. Dor dem Beginn eigentlicher Verhandlungen wurden die Srzeugnisie des 14tägigen Arbeitsschulkursus un­ter Leitung von Lehrer D e n z e r in WvrmS be-

fpd. Frankfurt <l M., 28. Juli. Die Umwandlung der Schupo in die blaue Polizei wird, wie wir hören, noch in die- em Herbst erfolgen. Bekanntlich soll auf An­ordnung der Entente die Schutzpolizei wieder die blaue Uniform erhalten. Berlin wird den Anfang machen. Die vorhandenen grünen Stoffe werden umgefärbt, die alten grünen Uniformen werden aufgettagen.

][ Marburg, 28. Juli. Die Vorgänge ge- legenllich deS ArbeiterdemonstrationS- z u g e s am 4. Juli hatten bereits daS erste ge- richlliche Rachfpiel. Der Student, dessen Schuß­waffe sich bei dem Zusammenstoß mtt Zugteil­nehmern enttaden hatte, wurde wegen unbefugten Waffenbesitzes in eine Geldstrafe von 350 Mk. ge- genommen. Dem in seinem Besitz befindlichen Waffenschein wurde die Gültigkeit abgesprvchen. Ferner wurde ein schon vorhestrafter Mann, der sich bei einer Bäuerin als Rechtsanwall Dr. Schmidt aus Marburg aufgespielt und diese arg beschwindelt hatte, zu zwei Jahren ®e-, fängnis verurteilt.

sichtigt. Prof. Alles macht folgende Mtttei- tungen: 1. Dom 6.12. August findet in Gießen wieder eine Heimatwvche statt, $u Teilnahme der Vorsitzende aufforbert. 2. Die Teilnehmer am ArbeitstorsuS werden gebeten, in ihren Bezirken Dorsührungen zu veranstallen.

Eigenbau-Arbeiten sind Arbeiten, die Leuten übertragen werden, die sich bei der Hess.-Nass. Baugewerksberufsgenossenschaft nicht angemeldet haben, oder von ihr nicht als gewerbsmäßige Un­ternehmer angesehen werden. In diesen Fällen haben die Bauherren (Auftraggeber) die Un­fallversicherung zu regeln, d. h. sie gelten als Un­ternehmer und haben neben Befolgung der Un- fallverhutungsvorschriften der genannten Deruss- genossenschaft allmonatlich auf vorgeschrie­benem Formular (von der Sektion VI in Gießen zu beziehen) eine Nachweisung über die beschäf­tigten Arbeiter, sowie deren Tagewerk und ver­dienten Lohn bet der Bürgermeisterei einzrneichen, die sie an uns weitergeben wird. Desgleichen ist eine Nachweisung einzureichen, wenn eineSau­arbeit durch eigene Söhne, Verwandte, Knechte usw. ausgefühtt wird. Als Sauarbeit wird auch die Anfuhr von Baumaterial zu eigenen Bau­zwecken angesehen. Ist der Unternehmer (Bauherr) einer Dauarbett im Zweifel darüber, ob er einen Nachweis einzureichen hat, so wttd ihm empfohlen, die Einreichungsfrist nicht unbenützt verstreichen zu lassen, um nicht von den aus der Nichteinreichung eines vorzulegenden Nachweises sich ergebenden Nachteilen betroffen zu werden. Hierbei bleibt es ihm unbenommen, in der SpalteBemerkungen" des Formulars die Gründe anzugeben, and denen er feine Verpflichtung zur Einreichung eines Nach­weises bezweifelt. Unternehmer, die ihren Pflichten zur Einreichung der Nachweise nicht rechtzeitig nachgekommen, können mit einer Ordnungsstrafe bis zu 300 Mk. belegt werden, auch kann gegen Unternehmer Ordnungsstrafe bis zu 500 Mk. ver- jängt werden, wenn die eingereichten Nachweise unrichtige Angaben enthalten.

Die Daulustigen mögen diese Veröffentlichung genau beachten, damit sie vor Strafen und Nach­teilen bewahtt bleiben.

Erhöhnng der Renten aus der Jnvalideuverficherung. Roch Art. II und 10 des Gesetzes über die Bezüge von Sozialrentnern werden vom 1. Aag. 1922 an die Renten, die vor diesem Tage fest­gesetzt sind, bei Empfängern einer Invaliden-, Kranken-, Alters-,Witwen- (Witwer-) eb:r Wi wenkranken. ente um 200 Mart, b.i Empfän­gern einer Waisenrente um 100 '011 art mo­natlich erhöht. Die Rentenerhöhung bet Waisenrenten ist für jedes Kind zahlbar. Dir Rentenempfänger werdm ersucht, z.i den Zah­lungen am 1. August die Quittungen dm vor­stehenden Angaben entsprechmd au?z ifü.lm.

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" Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurde am 21. Juli der Oberkassen-In- >ektor bei der Klinik für psychische und nervöse Krankheiten an der Landesunioersität Gießen Ieinttch Wagner zu Gießen zum Oberkassen- Inspektor bei der allgemeinen Verwaltung der medizinischen Frauen- und Hautklinik der LZandes- unirerfitat Gießen, der Finanzprakllkant Friedrich R a s p zu Gießen zum Kasfeninspektor bei der Klinik für psychische und nervöse Krankheiten an der L.rndesunioersität Gießen, beide mit Wir­kung vom Tage deS Dienstantrttts an. Er­nannt wurde am 22. Juli 1922 der RechtSanwall und Notar Burkhard T h u r n in Lartterbach zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Lauterbach mit der Amtsbezeichnung Amtsgerichtsrat vom l.Aug. 1922 ab. Ernannt wurde am 16. Juni der

politische Lage. Gr faßte seine mtt großem Beifall aufgenommenen Ausführungen, an die ich eine lebhafte Diskussion anknüpfte, wie olgt zusammen: Wir müssen bedauern, daß g>edec bei der Getreideumlage, noch unmittel- Schulamtsanwärter Wilhelm Grossardt aus nach der Ermordung Rathenaus dem > Gonsenheim zum Lehrer an der Volksschule zu

Volke Gelegenhett gegeben war, durch Reichs-1 Nieder->Olm. Ernannt wurde am 24. Juli tagStvahlen die Fehler von 1920 wieder gut--