Ausgabe 
29.6.1922
 
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(3n einem Teil der Auflage wiedrcholt.)

Kundgebungen und Ausschreitungen in Karlsruhe.

Karlsruhe, 21. Juni. (WTD.) Heut», nachmittag i/g4 Mhr fand auf dem Marktplatz vor dem Rathaufe eine Kundgebung antählich der Ermordung Rathenaus statt. 2&g. Stock (Soz.) sprach von der Aathaustribüne und zu gleicher Zeit vom Altan des Hotels Grobe da Kommunist zu der Menge. Trupps von Arbei­tern zogen durch die Straßen und rissen Schil­der mit Hoftiteln und Kronen herunter und zertrümmerten sie auf der Straße. Zu besonders schweren Ausschreitungen kam es vor dem Hause der Geschäftsstelle der Deutschnationalen Rwlks- partei in der Waldstraße. Hier wurde der Roll­laden gewaltsam emporgehvben, die große Schau­fensterscheibe zertrümmert, sämtlich^ Mobiliar kurz und klein geschlagen und 'auf- die Straße geschleudert.

Die Lage in Wien.

Wien, 27. Juni. (WTD.) Der Eisen, bahn - und Po st verkehr sind heute früh in vollem Umfange wieder ausge­nommen worden. Dte elektrische Straßen­bahn verkehrte heute vormittag yicht.

Grey über die schwebenden Fragen.

London, 28. Juni. (WTD.) 3et seiner Oberhausrede tarn Lord Dreh aus die Repara- tionsfrage zu sprechen. Diese Frage sei mit Recht nicht auf das Programm der Genueser Konferenz gesetzt worden, da die Konferenz nicht der geeig­nete Ort dafür gewesen wäre. Solange aber das Reparationsproblem über die Politik und dem Wirtschaftsleben hänge, würden Konferen­zen nach der Art der von Genua keinen Fort­schritt bringen. Diele Reparationen seien für England viel weniger wich­tig als für Frankreich, aber England habe anfangs in der Reparationsfrage den Schritt­macher gemacht. Lloyd George habe seiner­zeit in Bristol erklärt, Deutschland müßte bic gesamten Kriegskosten bezahlen, Frankreich fei um seine Sicherungen besorgt, weil das Garantte» abkommen mit England und den Bereinigten Staaten nicht zustande gekommen sei. Frankreich habe nichts Wesentliches /für die Wiederherstellung der zerstörten Gebiete erhalten, die es aus ferner eigenen Kasse bezahle. Man könne die Repara­tionsfrage mit Frankreich nur dann m erfolg­versprechender Weise besprechen, wenn man die französische Lage txl t mmen b gr ife. Weiteres Geld lasse sich in erheblichem 'Maße nur durch eine internationale Anleihe beschaffen. Für eine solche bedürfe man aber der Mitwrp- kung der Bereinigten Staaten. Grey fuhr dan» fort: Ru ßlan ds Gesundung wird unendllch langsam von statten gehen. Die Bereinigten Staa­ten sind zur Milwirkugg bereit, verlangen aber mit vollem Recht die vorherige Untersuchung der Wahren Lage in Rußland durch einen Sachver­ständigen-Ausschuß. Bor einer derartigen Unter­suchung hätte man nicht versuchen dürfen, zu einem Abkommen mit Rußland zu g lgngen. 3m wei­teren Verlaufe seiner Rede fragte et, ob die russische Regierung gefragt worden fei, ob eme Regierungsanleihe nicht in Frage komme? Grey schloß, Europa treibt in gefährlicher Weise da­hin. Auch in Genua haben wrr keinen festen Grund unter die Füße bekommen. Wäre der Völkerbund mehr gefördert worden, fo würden wir viel besser dastehen.

Eine Kundgebung der englischen Arbeiter- » Partei.

Edinburg, 27. Juni. (WTD.) Die 22. Iahreskvnferenz der britischen Arbeiterpartei wurde heute morgen eröffnet. Es waren etwa 200 Delegierte anwesend. 3n seiner Eröffnungs­rede sagte der zum Präsidenten gewählte Iowett u. a., Lloyd George habe nicht den Mut gehabt, auf den Vertrag zu ver­zichten, obgleich er sich bemüht habe, sich der Konsequenzen des Vertraaes zu ent­ziehen. 3n Großbritannien herrsche eine dauernde wirtfchaftlicheDepression. die zum Teil auf den Verlust des britischen Außenhandels und auf die Verminderung der Arbeiterlöhne zurückzuführen sei.

Die deutsche Polizeifrage im englischen Anter- Hause.

London, 27. Juni. (WTB.) Ein Parla­mentsmitglied fragte gestern im MnterhauS, oB die deutsche Regierung die Absicht zum Aus­druck gebracht habe, eine Polizeiorgani­sation aufrechtzuerhalten, die zweimal so stark sei wie die ihr zugestandene und wenn ja, welche Aktion die Regierung und die Alliier­ten in dieser Frage besichtigten. Don Regie­rungsseite wurde erwidert, man verfüge über keinerlei Informationen darüber, daß die deut­sche Regierung über eine zweimal so starke Po­lizeiorganisation verfüge wie die von den Al­liierten gebilligte. Die zweite Frage habe sich somit erübrigt. Die Frage der Organisation ber Polizei toerbc jedoch von der interalliierten Kom­mission erwogen.

Verschlimmerung hn Befinden Lenin-.

London, 28. Juni. (WTD) Reuter mel­det aus Reval: Den letzten Berichten zufolge, die aus Moskau in Reval eingetrvffen seien, habe sich das Befinden Lenins während der letzten Tage sehr verschlimmert. Er soll nur sehr mühsam sprechen können und seine Ge­danken versagten teilweise derartig, daß er nicht imstande sei, die Menschen um ihn herum zu erlernten. Zwei bekannte deutsche Aerzte sollen sich auf dem Flugwege nach Moskau unterwegs befinden.

Eine Besprechung der Ministerpräsidenten der Länder.

Berlin, 27. Juni. (WTD.) Die Mi­nisterpräsidenten der Länder sind aus Donnerstag nachmittag zur Besprechung der po­litischen Lage mit der Reichsregierung eingeladen worden.

veranlassen, bei gleichen .Erfahrungen ihre Zu-i vorigen Oktober die Scheidung c.;l um April stimmung Ümdzutun, um darauMn Besprechungen I gber versöhnten sie sich wieder. Bald brachen

Körperschulung

Berlin

Schluß- 1-Mhr- Schluß- Anf.-

Kurs Kurs Kurs

Brief

2766.50

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I

mit seiner Frau in Anfrieden, und da er oft

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100 Kr.

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1 £

Bad.Anilin-u. Soda Höchster Farbwerke. Allg. Elektc.-Gef. .

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Börsenkurse.

Frankfurt

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5552,90 7515,55 89»8,75

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350,06

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125,45 226,70

168,50 4718,-

Büchertisch.

Gymnastik im Bild.

neue Streitigkeiten aus, und an einem Mor­gen hörten die Nachbarn Schüsse. Sie fan­den die Frau mit schweren Wunden am Kopf, während der Mann, ebenfalls an Kopf und Körper verwundet, am anderen Ende des Zimmers lag. Jedes hielt einen Revolver in der Hand, so daß man annehmen muß, daß ein Duell zwischen beiden stattgefunden hat.

Betreffs des Inhalts des Eingesandts vom Samstag erlläre ich mich vollständig einver­standen damit. Es wäre sehr wünschenswert, daß die lleinen Kinder nicht so früh zur Schule müßten und auch die Rachmittage frei hätten.

Frau Max Rosenthal. Frankfurter Straße 53.

7440,65

8909,85

780 -

1588,-

1538,35

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Brüssel-Antw. . Christicmia . . . Kopenhagen .. Stockholm. . . . HelstngforS. . . Italien.....

London .....

Reuyork.....

Paris......

Schweiz.....

Spanien.....

Deutsch-Oesterr» Prag......

Budapest.... Buenos Aires . Bulgarien . . . Japan ......

Rio de Janeiro

625,-

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630,-

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400, -

80,-

730,-

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9011,25 786,-

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35,15 125,80 2'7,30 109,50

4872, -

Wechsel auf Holland.......

Deutschland . . . . Wien........

Prag........

Paris........

London .......

Italien.......

Brüssel.......

Budapest......

Reuyork. ...... Agram.......

Warschau.....

26.6.

77,50 106,50 145,-

81,20 393.-

290,25 295,- 285,- 522,-

414,50 308,-

248,-

15,20

1,52 ,28

3,42

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung) Doch einmal die Erfahrungen in der

Einheitsschule."

Die Form des Eingesandts (in Ar. 146) habe ich mit Vorbedacht gewählt. Ich kann nicht verlangen, daß auf Grund der Erfahrungen bei einem Kinde eingreifende Aenderungen vor­genommen oder Elternversammlungen einberufen werden. Ich habe mich auch nicht etwa mit Vor-

Schlichtuugsarrsschutz der Provinz Oberhessen.

Der Handlung vom 27. Juni 1922.

Die Mitglieder des Arbertgeber-Ber- bandes für Handel und Gewerbe in Dreßen (Großhandel) sollen für den Monat Juni die Gehälter der kaufmännischen An­gestellten, wie sie durch den Schiedsspruch vom 16. Mai für den Monat Mai festgesetzt worden find, um 30 v. H. erhöhen, ebenso die Lehr­lingsvergütungen. Der Angestellte über 28 Jah­re erhält hiernach in der Klasse I (z. D. Hilfs- buchhalter) 3900 Mk., in Klasse 11 (Buchhalter usw.) 4680 Mk., und in Klasse TU (abschlußsichere Buchhalter usw.) 5304 Mk. Die Zulagen der Ver­heirateten von bisher monatlich 200 Mk. und der alleinstehenden Ledigen von 150 Mk. wurden in dieser Höhe belassen. Suren Schiedsspruch für den Monat Juli wünschen die Streitteile nicht. Sie erhielten eine Woche Frist zur Erklärung Über Annahme oder Ablehnung des Schieds­spruches.

Bei der Kun st kvhlefabrik Schunk L Ede, Windhof bei Heuchelheim, führten Mei- nungsverschiedenheiten zwischen Betriebsleitung und Arbeiterschaft darüber, ob die Arbeiter vor Beginn der Arbeit die Kontrolluhr oder nach dem Anlegen der Arbeitet eidung stechen sollten, zur Arbeitsniederlegung. Der Schlichturgs-Aus- schutz, den der Deutsche Metallarbeiterverband zur Vermittlung angerufen hatte, erließ aus Grind des § 75 des Detriebsrätegesetzes folgenden Schiedsspruch als bindende Dienstvorschllft: »Da die Parteien darüber einig sind, daß die Mm» kleid^eil nicht als eigentliche Arbeitszeit gelten soll, ist zur Vermeidung von Streitigkeiten über Einhaltung des Arbeitsbeginns e fo.dorlich, daß . rechtzeitig vorher die Kontrolluhr g e st o che n wird. Diese Feststellung ist jedoch nur dann zuverlässig möglich, wenn tm unmittel­baren Anschluß an das Stechen der Mhr der Arbeitsplatz auf gesucht w r- den tonn, und dies erfordert wiederum, daß der Arbeitnehmer sich vor Stechen der Mhr um» gekleidet hat."

Das Parkhotel in Dad-Aauheim zog auf Grund einer angeblichen Vereinbarung der Tarifv.rt agspart irn in Bad-Rauhrirner Hotelgewerbe seinen 42 Dedienungsangestellten ein Zwölftel ihres vereinbarten Bedienungsauf» schlaggeldes von 12 v. H. der Preise ab, um diesen Betrag an das fest besoldete Küchen- und Hilfspersonal zu verteilen, und kündigte ihnen, als sie damit nicht einverstanden waren. Das Gewerbegericht gab Dem Anspruch ber 42 An­gestellten aus das fehlende Zwölftel als erste gerichtliche Instanz statt. Der Schlichtungs­ausschuß erklärte auch di? Kündigung gemäß § 84 Abs. 1 Ziff. 4 des Detriebsräte­gesetzes f ür ungerechtfertigt, denn er sah in der Geltendmachung des Lohnairspruches der Arbeitnehmer auf gesetzlichem Wege, auch wenn er ungerechtfertigt wäre, und in den Derhält- nissen des Betriebes keinen Kündigungsgrund. Lehnt das Hotel die Weiterbeschäftigung ber An­gestellten ab, dann muß es sie mit entern Zwölftel ihres letzten Iah e a b:itsveidienstes für jedes Jahr der Beschäftigung in feinem "Sctrieb bis zum Höchstbetrag von sechs Zwölftel ober mit dem entsprechenden Bruchteil bei einer Beschif- tigungsda rer von weniger als einem Jahr ent­schädigen, soweit es sich nicht um Betriebsrats­mitglieder handelt, denen mangels Zustimmung des Betriebsrates nicht gültig gekündigt ist, so daß ihre Weiterbeschäftigung nicht abgelehnt wer­den tonn. Die Entscheidung ist endgültig nach § 87 des Delriebsrätegesehes.

Dem Einspruch desBetriebsobmannes der Kiefelgurgrube Beuern be5 Süd­deutschen Isolierwerkes gegen fristlose Ent­lassung wegen Bedrohung des Betiirbs- führers konnte nicht stattgegeben werden.

In der Kündigungssache eines Hotelangestellten in Bad Rauh.im »>r- ständig!en sich die Parteien.

Kurs

28. 6.

77,50

107 75 150,-

82,50 394,75 295,- 295,- 285, 505, 412,» 311,- 248,50 285,-

1Ü45, 550,- 948,-

1000,- 1788,-

822,- 575,-

1165,- 719,50 628,- 650,- 682,- 645,- 430,- 395,-

79,40 760,-

1.7.14.

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59.20

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88.80

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Datum:

5% Dtsch. Kriegsanl. 4°/gDtfch. Reichsanl. 3°/o Dtsch. Reichsanl. 4°/0 Preuh. Konsols Hamburg-Pakets.. . Rorddeutscher Lloyd Eomm.u.Privatbank Darmstädter Dank . Deutsche Bank . . . Disconto-Gefellschaft Dresdner Bank. . . Mitteld. Crehitbank. Äationalbank f. D.. Boch. Gußstahlwerke Bud.- Eisenw.-Akt..

Berliner Devisenmarkt.

Geld Dries Geld

28. 6. 2d. 6»

Schweizer Franken

Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Stockholm . Wien.... Prag.... London. . . Reuyork . . Paris. . . .

27. 6.

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26. 6.

77,50 107,50 146,-

82,10 396,- 295,- 295,50 287, -

525, 410,- 314,-

247,50 287,- 1051,-

560,- 951,-

10C0,- 1798,-

830,- 586,-

1163,- 712,- 620,- 639,- 711,- 629,- 420,- 402,-

80,- 740,-

2776.90 2/83 10

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Datum: 26. Juni. 28. Juni.

Amstd »Rotterd 13483,10 13516,9013383,25 13416,75

=a 2803 50

5667,10

Marknotierungen.

Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt:

Der Anregung in Ihrem Blatte unterDie Erfahrung in ber Einheitsschule" stimme ich gerne bei; es wäre eine gemeinschaftliche Besprechung

senbe nicht nur ben verpfändeten Tr au° ring, sondern auch seine goldene Mhr mit Kette ab. 3m Laufe des nächsten Tages wurde dem Reisenden die Mhr von einem Frauen­zimmer wieder entwendet. Er gab heute die Wegnahme zu, behauptete jedoch, damals sinn­los betrunken gewesen zu sein und daher nicht schuldhaft gehandelt zu haben. Die Beweis­aufnahme gestaltete sich sehr zu seinen Gunsten, so daß bas Gericht schließlich zu der Mebcrzeugung kam, daß der Angeklagte infolge des übermäßigen Alloholgenusses sich möglicherweise in einem Zustantk: befunden habe, der seine freie Willensbestimmung ausschloß. Er erkannte daher im Zweifel auf Freisprechung.

Ein Fellhändler von hier hat trotz mehrfacher polizeilicher Verwarnungen in seinem in der Walltorstrahe befindlichen Lager eine grö­ßere Anzahl frischer Schaffelle und K u h- unb Kalbshäute aufbewahrt, obwohl die betr. Lagerräume nach bestehender Vorschrift minde­stens 300 Meter von bewohnten Teilen der Stadt angelegt sein müssen. Er wird deshalb zu G e l ö­st r a f e n von insgesamt 4 5 0 Mark verurteilt.

Don der Anklage des Kettenhandels freigesprochen wurde ein Händler aus Gie­ßen, der von einem Landwirt 50 Ztr. Roggen zu 250 Mk. den Zentner gekauft und an einen hiesigen Kaufmann zu 270 Mk. weiterverkauft hatte Das Gericht war der Auffassung, daß tn diesem Sich-Einschieben des 2Ingeflagten zwi­schen den Produzenten und den direkt an den Verbraucher verkaufenden Kaufmann kein Ketten­handel zu erblicken sei, weil der Produzent nicht gewohnt sei, seine Produkte ohne einen Zwischen­händler abzusetzen und weil fein übermä­ßiger Gewinn und daher auch keine Preistreiberei durch Kettenhandel vorliege. Dagegen wurde der Händler zu einer Geld­strafe von 100 Mark verurteilt, weil er ohne die erforderliche Erlaubnis mit Lebensmitteln gehandelt hat.

Anmerkung der Redaktion: Mas gingen in derselben Frage drei Einsendungen zu, die wir im Interesse einer gerechten Lösung gerne wiedergeben:

Ich stelle mich ganz auf den Standpunkt des Herrn Einsenders in der Rr. vom 24. d. Mts. Besonders ungerecht finde ich es, daß die kleinen Kinder bereite um IV2 Mhr in der Schule sein müssen, so daß manche, die einen wetten Weg haben, um 6 Mhr schon aufstehen müssen, um noch knapp rechtzeitig in die Schule zu kommen. Dor allem finde ich es jedoch nicht richtig, daß die größeren Jungens der höheren Schule erst um 8 Mhr zu kommen brauchen, und von dem Grundsätze aus, gleiches Recht für alle, hofse auch ich in diesem Sinn eetne Besserung.

Siegfried Weil, Bahnhofstraße.

Handel.

Berlin. 28. Juni. Börsen st irnmungs- b i l d. Die Tendenzz des Deoisenmarttes war fest. Rach dem ruhigen Vormtttagsverkehr setzte die Mittagsbörse wieder mit einer entschiedenen Aufwärtebewegung ein. Der Dollar erreichte zeit­weilig 350. Der Industrieaktienmartt wurde hier­von aber kaum berührt. Dort herrschte vielmehr wegen der Mnklarheit der innerpolitischen Lage wettgehendste Zurückhaltung. Die Kursbewe­gung, durch Zufallsgeschäfte bestimmt, war un­gleichmäßig und hielt sich in meist bescheidenen Grenzen. Lebhafteres Interesse trat nur für Petro­leumwerte bei anziehenden Kursen hervor. Da­gegen waren Kaliaktien vorwiegend gedrückt, weil eine Preisbesserung angeblich vorerst nicht in Aussicht steht. Ausländische Renten schwächten sich nahezu durchweg ab, insbesondere öster­reichische und ungarische. Deutsche Anleihen waren gut gehalten. Die 3proz. Reichsanleihe notierte 3 Prvz. höher. Bankaktien waren wenig ver­ändert, Deutsche Dank e:was abgeschwächt. Schisf- fahrtsaktien neigten teilweise nach unten.

Frankfurt a. M., 28. Juni. D ö cf en» stimmungsbild. Im heutigen Dörsenverkehr blieb die Gesamtstimmung recht unregelmäßig. Es vermochte sich auch heute keine lebhaftere Be­wegung herauszubilden. Die Börse steht immer noch unter dem Druck der polttischen und wirt­schaftlichen Verhältnisse. Die Rachfrage nach fremden Valuten hat nachgelassen. Der Dollar Wurde mit 342, 339 bis 346 genannt. Spater unterlag er wieder mäßigen Schwankungen, 345. Ruhiges Geschäft machte sich auf dem Renten- marfte bemerkbar. Wenige Mmsätze kamen im freien Verkehr zustande. Deutsche Petroleum 2025, Benz 435, Gebe. Fahr 470. Montanpapiere lagen zum Teil schwächer. Die Werte der Anilin­aktien waren hn wesentlichen behauptet. 3n Schisfahrteaktien jpar eine freundlichere Stim­mung zu ernennen. Am Kassa-Markt ermangelte ber Verkehr jeglicher Anregung. Der Schluß war bei meist ruhigem Geschäft behauptet. Pri- vatbiskont 41/2%.

3r an Ff utt a. M., 29. Juni.

durch Gymnastik, 5 Lehrtafeln für Alle. Von Hans Suren. In 60 ganz hervorrager^en und jeden Beschauer entzückenden Bildern hvchvoll- enbeter gymnastischer Mebungen bringt Sur4n seine neuartige Körperscfmlung.

Elisabeth Werner:2151 etflug, Hansa-Verlag für moderne Literatur, Berlin- Tegel und Leipzig. Die Gestalten, wie sie Elisa- bech Werner im Adlerflug schildert, sind so lebenswahr, daß man mitertebt und mitempfinbet. Auch köstlicher Spott würzt diesen lesenswerten Roman.

Deutsche -Turnen. DaS Reck. 12 vorbildliche Mebungen von Meistern ber deut­schen Turnkunst. Don Turnlehrer H. F. D 0 r - chert. Verlag von Dieck & Co., Stuttgart. Reuartige und wertvolle Ratschläge für Turner gibt in einem ganz wundervoll zusammenge» fteEUten Album der in Turnerkreisen bestens be­kannte Turnlehrer H. F. Borchert.

Serafine Dstschh: Orchidea. Ro­man aus der Kunstwelt. Verlag Dr. Eysler L Co., Berlin Sw. 68. Serafine D4tschy bringt nach längerer Pause tDieber ein neues, aus ihren Lebensbeobachtungen entstandenes Buch. Die an­fangs sanft und humoristisch dahingleitende Schil» derung eines eigenartigen, freiheitsliebenden Cha­rakters steigert sich im Berlauf des Inhalte zu größter Spannung, bis zum erschütternden Schluß.

SlatinPascha, Feuer und Schwert im Sudan. (Band 16 der SammlungReisen und Abenteuer".) Die Erlebnisse, die Slatin Pascha während seiner jahrzehntelangen Tätig- fett in Afrika hatte, berichtet er in dem Werke Feuer und Schwert im Sudan, von dem soeben ein Auszug in der bekannten Sammlung2tei° sen und Abenteuer" als Band 16 erschienen ist. Durch die gedrängte Darstellung ist das aufsehen­erregende Werk womöglich noch packender ge­worden.

Walter von Molo, Till Lause- b u m s. Romantisches Lustspiel in drei Aufzügen. Hier schenkt uns Molo sein erstes Lustspiel, eine köstliche, bei aller graziösen Leichttgkett und son­nigen Heiterkeit künstlerisch sehr bedeutende Gabe seiner reifen Kunst, das persönliche und eigen­artige Werk eines echten Dichters, würdig, neben die wenigen klassischen Lustspiele geftellt zu wer­den, die wir Deutsche besitzen. Ein fröhlicher Erfolg auf unteren Bühnen ist diesem auch in seiner Gesinnung überaus sympathischen Lust­spiel sicher.

flunmung mndzutun, um varauiym ^«precyungei in der angegebenen Weise mit den Eltern anzu­regen. Richt an ständige Elternräte dachte ich dabei. Sie bestehen bei einigen hiesigen Schulen, aber sie scheinen, soviel ich wenigstens übersehen kann, in einen Dornröschenschtof Versalien zu fein, aus dem sie die Schulleitung von sich aus gewiß nicht aufstören wird. Ich wählte das Eingesandt auch nicht, um unerkannt zu bleiben; ich überlieh es der Redaktion, meinen Hamen auszuschreiben oder zu kürzen; sie wählte letzteres. Run mögen die Eltern, die mir zustimmen, sich bei mir oder der Zeitung melden.

Trümpert, Gartenstrahe 11.

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Vermischtes.

* Die Blutsverwandte der Kö­nigin Viktoria. In einem soeben er­schienen Memoirenbuche,Erinnerungen aus 80 Jahren, erzählt Chauncey Depew eine lustige Geschichte von der Zusammenkunft zwi­schen der Königin Viktoria von England und ßiludalani, der Königin der Hawaiinseln. Als sie beim Essen zusammensahen, sagte die far­bige Herrscherrin zu ihrer Wirtin:Majestät, ich bin eine Blutsverwandte von Ihnen. Wieso? lautete die erstaunte Antwort. Mein Großvater doch Ihren Kapitän Cvck, erläuterte ßiludalani.

* Der Rettungssprung aus dem Flugzeug. Der Fallschirm ist bildlich jutn Ret­tungsmittel für drei Insassen eines Fleugzeugs geworden, die von der abstürzenden Maschine noch zur rechten Zett heruntersprangen. Ein Flieger war zu Wichita in Kansas mit zwei Passagieren, von denen einer eine Frau war, aufgefliegen. Als man in einer Höhe von 3000 Meter war, versagte die Maschine und das Flug­zeug stürzte herab. Die drei Passagiere, die mil Falllschirrnen ausgerüstet waren, sprangen mit diesen von dem stürzenden Apparat herunter und kamen so ohne jene Verletzung davon.

* Das Revolverduell zwischen Mann und Frau. Daß Mann und Frau sich im Duell gegenüüertreten, und zwar nicht nur ein Mann und eine Frau, sondern ein Mann und seine Frau, ist immerhin etwas Reues. Eine solche Tragödie scheint sich in dem französischen Ort Sartrouvllle abgespielt zu haben. Sin Mann namens Emil Schwart ld>t

......Fr. 125.40

Züricher Devisenmarkt.

würfen gegen die Schule gewandt, sondern ich um unm qiua* uiw vu k.l u|i

wollte mich auch an die Eltern wenden und fie | lange abwesend war, leitete seine Frau im

575, D.-Luxemb. Bergw.. 952, Gelsen kirch. Bergw.. 1006, Harpener Bergbau.1^95, Oberschl. Eisenb.-D. 835, Oberschlef. Eifenind. 600, Phönir-Dergb.^Akt. 1160,

Gegen Fußschweiß und Wundtaufen KukirakFußbad!

beseitigt schnell,sich.

Drogerie Noll, Bahnhofstraße 51.