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1 Am Riegelpfab. Ecke Ludwig-

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Jakob Dany.

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Ernst Merlau,

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Th. Schlierbach, Kolonialwaren

8. Frankfurter Str., Ecke Klinik-

Jakob Maternus,

straße

Kolonialwaren

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10. Friebrichstraße 3

Heinrich Weber, Zigarrengeschäft

ll.Hammstrahe 16

Fritz Euler, Metz- gerei u. Wirtschaft

12. Kaiserallee 18, gegenüber

Christian Kuhn,

Molttestrahe

Kolonialwaren

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Zigartenhaus

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I. Reinhardt,

Kolonialwaren

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Heinr. Kalbfleisch, . Koloniallvaten

16. Linbenplatz 5

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Kolonialwaren

18 Ludwigstrahe, Ecke BiSmatck-

Filiale Petersen,

sttahe

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Jakob Häuser, Kolonialwaren

20. Marburger Sttaße 29(Laden)

Frau Jakob

21. Marktsttahe 7/9

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Karl Wetzel, Zigarrengeschäft

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Heinrich Driesch

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Otto Rachttgall, Kolonialwaren

26. Stephansttahe 42,Ecke Bleich-

Ernst Balke,

strahe

Kolonialwaren

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29. Wilhelmstrahe 48

Justus Woelke, Buchbinderei

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Konrad Männche, Kolonialwaren

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Johann Bohl, Kolonialwaren

Feuilleton.

Deues zur Entstehung der Grimmschen Märchen.

Die Grimmschen Märchen, dies klassische Werk unserer Märchenliteratur, ist aus der eigenen Märchenkenntnis der beiden Brüder und aus den Sammlungen entstanden, die sie und ihre Mitarbeiter im Volke veranstalteten. Gar man­ches kostbare Märchengut ist von ihnen in der Ämgegend von Höxter und Corvey gesammelt worden, und es ist daher eine zeitgemäße Erinne­rung zum 1100jährigen Jubiläum dieser beiden -Orte, wenn die'Heimatblätter der Roten Erde" in ihremSonderheft Corvey-Höxter" einen Bei­trag zur Entstehungsgeschichte des Märchenbuches bringen. G. Schumacher macht hier auf den Anteil aufmerksam, den die Familie von Haxt­hausen auf Bökendorf im heutigen Kreise Höx­ter und der westfälische Friedensrichter Wie­gand aus Höxter an der Sammlung hatten. -Wilhelm Grimm hatte Werner von Haxthausen in Halle kennen gelernt, und im Jahre 1811 lud Werner den Freund nach Bökendorf ein. Doch mußte er, der dem Tugendbund angehörte und daher von den Franzosen verfolgt wurde, schon vor Wilhelm Grimms Ankunft nach London fliehen. Wilhelm fand in Bötendorf einen Kreis, wie er selbst sagt,schlicht und einfach, aber so Wstlich und überreich an kleinen Freuden und Genüssen, daß dagegen die rauschenden Ver­gnügungen der Welt ihren trügerischen Reiz völlig verloren. Unter diesem wirtliä^n Dache hatte die Romantik sich häuslich niedergelassen: ihr Pulsschlag war fühlbar im heimischen und flefeHIigen Kreise". Abends, wenn der große Hof von dem blendenden Glanz des 1811er Ko­meten beleuchtet war, saßen die zahlreichen Fa­milienmitglieder mit ihren Gästen vor der Tür und sanken mit den Mägden und Knechte.' die alten schönen Volkslieder. Auch Jakob kam später öfters nach Bökendorf, und die beiden Brüder haben hier den größten Teil ihrer westfälischen

alS dringend ^forderlich daß das Publlküm der Polizei bei der Fahndung auf die flüch­tigen Mörder behilflich ist. Wie das Blatt wei­ter erfährt, sind die drei Täter im Besitze großer Geldsummen.

Weitere Ausschreitungen.

Ein Gewaltakt in Worms.

Worms, 28. Juni. (WTD.) Gestern nach­mittag setzte sich im Anschluß an eine De­mo n st r a t i o n ein -Zug n a ch d e rW o r m ° s e r Zeitung" und nach der Wohnung des ver­antwortlichen Schriftleiters in Bewegung, um btefcm die Mißbilligung zu dem im Montag- Abendblatt erschienenen ArttkelWer sind die Mörder?" zum Ausdruck zu bringen. Unter Zu­rusen einer tausendköpfigen Menschenmenge und unter der Versicherung einer Abordnung, daß dies die einzige Möglichkeit sei, eine Beschädi­gung des Betriebes zu vermeiden, wurde der Schriftleiter veranlaßt, eine Erklärung abzu­geben, daß er den Artikel zurücknehme und wider­rufe. Inzwischen waren eine Anzahl Demon­stranten in dieWormser Zeitung" eingedrungen, beschädigten die Maschinen und warfen stehenden Satz durcheinander.

Berlin, 28. Juni. (Wolff.) Rach den Demonstrationen im ßuftgarten ist es an ver­schiedenen Stellen der Stadt zu kleineren Ausschreitungen gekommen. Gegen 41/* Uhr erkletterten zwei junge Burschen die Berolina und hingen dort eine Strohpuppe auf, die einen schwarzen Anzug und eine schwarze Mühe mit dem Hakenkreuz trug. Die Puppe wurde von Schutzpolizisten entfernt. Um 5 Uhr nachmittags durchzogen etwa tausend Personen die Potsdamer Straße. Die Geschäfte hatten meistens geschlossen. Dor dem Huwelengefchäft von Schölzke, Potsdamer Straße 35, das ebenfalls geschlossen war, sammelten mehrere Demonstranten sich an und zertrümmerten zwei Schaufensterscheiben. Die Schutzpolizei zerstreute die Demonstranten, wobei fünf Personen, die Widerstand leisteten, festge­nommen werden muhten. Um 6 Uhr nachmittags durchzogen etwa 1500 Per onen die Tauenhien- strahc. 3n der Rähe der Kaiser Wilhelm-Ge- dächtniskirche fielen sie über einen jungen Mann her, der eine Schülermühe mit schwarz-weiß- rotem Bande trug. Zwei Beamte konnten die Menge von seiner Mißhandlung nur zurückhalten, indem sie ihre Schußwaffen zogen. Die Menge wurde dann durch ein größeres Aufgebot der Schutzpolizei zerstreut.

Hamburg, 28. Juni. (WTD.) In Elms­horn kam es gestern nach Beendigung der De­monstration anläßlich der Ermordung Rathenaus, an welcher etwa 3000 Personen teilnahmen, zu mehreren Zwischenfälllen. Mehrere junge Leute, die durch das Verhalten einer Anzahl Schüler herausgefordert worden sein sollen, drangen in die Dismarcksschule und in das Lyzeum ein, rissen die Bilder der Heerführer und andere Gemälde von den Wänden, vernichteten sie und warfen sie aus dem Fen­ster. Aus dem Lyzeum wurden außerdem zwei schwarz-weih-rvte Fahnen herausgeholt und zer­rissen. Teilnehmer des Demonstrationszuges drangen in das Privattontor des Verlegers der Elmshorner Rachrichten" ein und ver­langten die Herausgabe von Kaiserbildern, die zerrissen und auf die Straße geworfen wurden. Außerdem wurde das Personell einiger Danken gezwungen, die Geschäftsräume zu verlassen. Die Geschäftsführer wurden veranlaßt, ihre Geschäfte zu schließen.

Löbau (Sachsen), 28. Juni. (Wolff.) Bei den gestrigen Kundgebungen anläßlich der Er­mordung Rathenaus kam es hier zuAus- schreitungen. Die demonstrierende Menge drang in das Grundstück deSSächsischen Po- stlllon" ein und suchte den Verleger und den verantwortlichen Schriftleiter Witte, den sie schließlich ausfindig machte. Als Witte einen Schreckschuß ckbgab, fiel die Menge über ihn her, wobei Witte eine Kopfverletzung davon- ttug. Witte wurde dann auf einem Wagen durch die Sttaßen gefahren, bis er im Amts­gericht Aufnahme fand.

Die Ausnahmeverordnungen im bayrischen ßanbtag,

München, 26. Juni <Wolff - Der bay­rische Landtag beschäfttgte ii-ch am Mitt- wvcym Anwesenheit der Mitglieder der Re­

gierung mit den Inrerpellatronen Der Bayrischen Dvllspartei und der Bayrischen Mittelpartei, in denen eine Erklärung der bay­rischen Staatsregierung über die Stellungnahme zu der Verordnung des Reichspräsidenten vom 24. 6. über den Schuh der Republik gefordert wird. Die Interpellation der Bayr.schen Volks- Partei wurde von S t a n g begründet, der unter lebhafter Zustimmung J.iner Partei den Mord an Rathenau wie überhaupt jeden Mord als verabscheuungswürdiges Verbrechen brandnrarkte. Der Redner erinnerte daran, daß durch den Druck der ehemaligen Feinde eine Atmosphäre.geschaf­fen worden sei, in der der Mordgedanke bei unreifen Menschen und Fana­tikern erwachsen sei. Der Redner mahnte zur Einheit und Geschlossenheit des Volkes auf dem Boden christlicher Rächstenlrebe. Jur Verordnung übergehend erklärte er, seine Partei lehne sie, weil sie sich nur gegen rechts richte, a b. Seine Partei verlange von der bayrischem Regierung sofort Schritte, damit die Verordnung gesetzlich so gestaltet werde, wie es die Rücksicht auf die einzelnen Länder erheische.

Als der zweite Interpellant Dr. Hilpert, die Interpellation der Bayrischen Mittclpartei begründete und seine Rede ebenfalls mit der Derurteilung des politischen Mordes etnleitete, fielen lebhafte Zwischenrufe von der äußersten Linken. Die sozialistischen Parteien und die Kommunisten verließen ge­meinsam den Sitzungssaal. Dr. Hil­pert lehnte bei der Begründung der Inter- pellation der Mittelpartei 'die Verordnung als Ausnahmegesetz gegen rechts und als Eingriff in die Justiz- und Polizeihoheit der Sauber ab Darauf nahm

Ministerpräsident Graf Lerchenfeld das Wort und sagte u. c.: Die bayrische Re­gierung drückte die Derurteilung der feigen und unseligen Mordtat an Rathenau in ihrer Tell- nahmekundgebung an die Regierung aus. Die bayrische Regierung wandte sich sof.rt auf die Rachricht von der Ermordung Rathenaus an die Reichsregierung mit dem Ersuchen, keinerlei Verordnung ohne vorherige Ver­ständigung mit den Ländern zu erlas­sen und drückte gleichzeitig aus, daß sie für Bayern keinen Anlaß zu außerordentlichen Maß­nahmen, namentlich nicht zur Verhängung des Ausnahmezustandes, sehe, daß vielmehr Ais- nahmevorschriften eine beunruhigende Wirkung haben würden. Es wurden ihr die Entwürfe der inzwischen erlassenen beiden Ver­ordnungen vorher mündlich beBarm(gegeben, wo­bei Bayern feinen Standpunkt durch seinen Ver­treter noch ausdrücklich hervorheben ließ.

Die Verordnungen seien unter den ersten Ein­drücken mit einseitiger Einstellung ergangen. Die Reichsregierung war von dem Streben geleitet, die vor allem in Berlin und größeren Industrie­zentren gewaltige Erregung der Masten durch Derartige Maßnahmen zu bannen. Ich halte es für meine Pflicht, diese Absicht der Reichsregio rung besonders hervorzuheben. Dadurch, daß in der Hauptvervrdnung der Re ichs m i n i.st e r des Innern ermächtigt wird, seinerseits Maß­nahmen zu verlangen, und daß über eine .solche Verordnung endgültig der Staatsgerichtshof zu entscheiden hat, ersteht im ganzen eine Verschlech­terung gegenüber der früheren Verordnung ge­mäß der der Reichsrats ausschuh zu entleiben hatte. Die bayerische Regierung könne sich mit dem Inhalt der Hauptverordnung aus nachfol­genden Gründen nicht einverstanden erklären. Die wesentlichsten Punkte seien die Ausdehnung des Schuhes auf die früheren republikanischen Regierungen und deren Mitglieder, die entbehrlich erscheine, um die bestehende Verfassung zu schützen. Sie könnte ge­rade in Bayern zu Strafverfolgungen führen, die dem allgemeinen Dolksempfinden aufs Schärfste widersprechen. Der Vollzug der Verordnung er- öffnederAngebereiTürundTor. Das Strafmaß von drei Monaten Gefängnis als Min­dest strafe sei zu hoch gegriffen. Die Vorschriften über den Staatsgerichtshof seien ein schwerer EingriffindievonderReichsverfas- sunggarantierteIustiz-undPolizei- hoheit der Länder. Dem S t a a t s g e - richtshof fehle vor allem auch die födera­tive Grundlage. Mit der Iuftizhoheit der Länder unvereinbar sei endlich die starke Aus­dehnung des Begnadigungsrechtes des Reichs­präsidenten, die sich aus der letzten Zuständigkeit des Staatsgerichtshofes ergebe. Allerdings könne im Vollzug Manche Bestimmung gemildert wer­den, was aber als ungenügend anzusehen wäre. Es handelt sich, fuhr Graf Lerchenfeld fort, um

Märchen erhalten. Wilhelm erzählt aus den Vorarbeiten zum zweiten Band von einem Be­such auf dem Köterberg bei Corvey, bei dem ihm der Schäfer, der auf der kahlen Kuppel seine Herde weidete, einige Kleinodien aus dem Vollsmärchenschatz zum Besten gab. Zu den Sammlerinnen auf Bökendorf gehörte auch die damals 16jährige Annette v. Droste -Hüls- hofs, deren Mutter eine geborene von Haxt­hausen war. Ein toeiterer Helfer war der Frie­densrichter Paul Wiegand, ein Jugend- u.i'O älni- verfitätssreund der beiden Grimm: sie hatten ihm gebeten, auf die Sitten und Gebräuche feiner Gerichtsinsasfen zu achten, Liebes- und Räuber­lieder auszuschreiben, Sprichwörter und bildliche Redensarten, Sagen und Märchen zu sammeln. Das hat er auch redlich getan, und so hat über­haupt dieses an volkskundlichen Ueberlieferungen so reiche Gebiet Wichtiges zu dem großen Werk der Grimms beigetragen.

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Wie die deutsche Musik nach England kam. Wenn man Englanddas ßanb der Musik" genannt hat, so kann das nur ben Sinn haben, daß eigenschöpferische Leistungen aus diesem Gebiete in den letzten Jahrhunderten kaum zu verzeichnen waren. Was Liebe und Pflege der Musik anbetrifft, so gibt es in ®rob- -Eutairnkrt ein sehr interessantes Publikum das besonders der deutschen Rkusik die größte Vereh­rung entgegenbringt. Diese Musikmode ist aber verhaltmsmäßig jung. Der Musikhistoriker der alnlversität Cambridge Edward Dent erzählt im neuesten Heft der ZeitschriftFaust" aus feinen mgenen Erinnerungen davon, wie die klassischen Meister Der deutschen Musik in England bekannt wurden. Während dasalte lustige England" zu Shakespeares Zeiten von Melodien wieder­hallte und noch im 18. Jahrhundert die Uni- berfitäten Mittelpunkte der Musikpflege waren wurde das Land während des 19 Jahrhunderts ganz unmusikalisch.Gonbon hatte in ben Tagen Disraelis Dickens und Chackerays eine reiche und

vornehme Gesellschaft, die nach den Regeln Lord Chesterfields lebte", schreibt Deut.Wenn sie Musik hören wollte, bezahlte sie langhaarige ölige Ausländer, die ihnen welche vormachen mußten. In Oxford und Cambridge erhielt sich das Ama- teurtoefen bis zu einem gewissen Grade. Mein Vater erinnerte sich an die musikalischen Abende des exzentrischen Professors Walmisley um 1845, der die Bedeutung Dachs erkannte.Je betrun­kener er war, desto vollendeter spielte er." Sein Rachsvlger Sterndale Bennett, Schüler Mendels­sohns und jugendlicher Freund Robert Schu­manns, führte den Bach-Kult fort. In diesen Sagen antwortete ein schüchterner Jüngling, an den ich mich als alten Lehrer erinnere, auf die Frage eines freundlichen alten Professors nach seinem Hauptinteresse:Musik" und erhielt die charakteristisch? Antwort:Musik, Sir, ist ein sehr harmloses Vergnügen für einen Mann, der nicht dazu taucht, hinter den Hunden zu reiten." Auch in London war Bennett für feine Bach-Propaganda auf die Amateure angewiesen. Miß Helen Ionston, eine etwa 20jährige Ent­husiastin. übersetzte die Matthäus-Passion ins Englische, kopierte die Gesangs- und Orchester­stimmen und spielte so offenkundig das ^Mäd­chen für allesdaß einer der Berufsviolinisten naiv fragte:Ist das Mrs. Bach? In Cam° bribg. begann unter Stanford in den 70er Jahren die Pflege Schumanns, den man damals in Eng­land tauni verstand. Die Faust-Musik und andere ferner großen Werke wurden zuerst in Cambridge englisch aufgesühct. Oxford und Combridge waren auch die Hauptmittelpunkte der Brahms-Vereh­rung.' Don dem damaligen Stand der Dinge erzählt Dent:In meiner Kindheit wurde es für einen Gentleman als ungewöhnlich angesehen, wenn er musikalisch war. ausgenommen nur die Geistlichen, die Orgel svielten. Klavier zu spielen galt als weiblich. Als Die Rorman-Reruda zuerst nach England kam, galt die Violine für ein In­strument, das für Damen nicht passend war. Unb nun gar erst eine Cello svielende Same! Die sog. Renaissance" der englischen Wustt nahm von

Ausnahmeoestlmmungen, bte nach der ausdrück­lichen Erklärung des Reichsjustizministers Rad­bruch im Reichstag gegen :^chts. also gegen einen bestimmten Teil des deutschen Volles gerichtet sind. Ausnahmebestim­mungen haben erfahrungsgemäß etwas Bedenk­liches unb sollten möglichst dild verschwinden. Ruw soll die Hauptverordnung zum Schutze der Republik bald von einem entsprechenden Gesetz abgelöst werden. Es ist Aar. daß die gegen die Verord­nung bestehenden Bedmlen in verstärktem Maße für das Gesetz zutreffeu würden. Die bayrische Regierung verlangte beschall) möglichst bald über die geplanten Vorschrif­ten unterrichtet za werden. Sie wirb hierbei im Benehmen mit den anderen Ländern ihren Standpunkt mit Rachdruck vertreten. Der Reichskanzler berief auf morgen eine Besprechung der Ministerpräsidenten zu diesem Zwecke ein. Es ist leider unbestreitbar, daß war die Ver­wilderung der politischen Sitten be­klagen müssen. Den letzten Grund dieser bedau­ernswerten Erscheinung erblicke ich tn den Rach­wehen des Krieges und tn dem unmöglichen Vertrag von Versailles, sowie dem un­erhörten Druck, dem unser Vaterland seit deut 28. 6. 1919 ausgesetzt ist. Heute darf es sich nich: um die Republik oder Monarchie handeln, weder um rechts noch um links. Wenn überhaupt Vorschriften erlassen werden, so muffen sie den TitelSchuh der Verfassung" tragen. Dann könnten alle Bürger hinter die Dorschrif- ten treten, die geeignet sind, die Ausbrüche der politischen Hetze und Lüge zu bekämpfen. Wir wünschen, daß die Urheber Hes feigen und poli­tischen Mordes ihre gerechte Strafe finden. Die bayerische Regierung wird kein Mittel unver­sucht lassen, in diesem Sinne zu wirken und mit dem Bewußtsein gerechter Abwägung aller Ver­hältnisse für die Erhaltung der deutschen DoW- gemeinschaft im Reich einzutreten. Die baye­rische Regierung hat aber Die ernste Pflicht, die Ruhe und Ordnung sowie die verfassungsmäßigen Zustände in Bayern aufrechtzuerhalten und dafür zu sorgen, daß die gesicherte Entwicklung unseres staatlichen Zustandes von keiner Seite eine De einträchtigung erfahre. (Beifall rechts.)

Ackermann (S.), der nach Graf Lerchen- seld das Wort ergriff, bezeichnet die Mordtat in Berlin als Ausfluß einer zielbewußten Hetze. Kein Staat könne daraus verzichten, mit außer­ordentlichen Mitteln solche Angriffe abzuwehren.

Abg. Rickisch (Ll.S.P.) erhob gegen die Münchener Polizeidirektion den Vorwurf, daß sie mit allen politischen Mördern Verbindung habe In Bayern fei zum Schuhe der Republik nichts zu erwarten, denn der große Teil bei bayerischen Beamten sowie auch ein Teil der Minister seien ausgesprochene Monarchisten: ebenso sei die bayerische Reichswehr monarchistisch.

ELne Forderung dre sächsischen Regierung. Dresden, 28. Juni iWB.) In der Rach- mittagssihung des Landtages verlas der Minister des Innern Lipinski'eine Erklärung der Regierung, in der zunächst die Teilnahme der sächsischen Regierung anläßlich der Ermordung Rathenaus arsgedrückt wird. Mit der Reichs- regierung ist aich die sächsisch: Regierung der Auffassung, daß der Mord wohlvordsreitet und überlegt ausgeführt wurde. Die Mordbuben wer­ben durch writverzwrigte Organisationen unter­stützt und gedeckt, die alle mit der Deutsch- nationalen Volkspartei zusammenhängen. Die sächsische Regierung hat bereits alles getan, um die Ruche und Ordnung aufrecht zu erhalten und hat alle nationalistischen Äunbgebrngcn verboten. Sie wies aber darüber hinaus tn einer Protest­note an die Reichsregierung darauf hin, daß die Reichswehr die monarchistische Agitation durch das Stellen geschlossener Formationen zu den Regimentsfeiern begünstigt und daß dies vom Reichswchrminister cmgwrdnet wurde ohne vor­herige Keimtliis 'bet sächsischen Regierung. Sie machte daraus aufmerksam, baß die Reichswehr trotz des Mordes keine Dorbeugirngsmaßregeln traf und verlangte, daß die Demonstrationen der Reichswehr bei den Regimentsfeiern und die Agi- tation hierfür verboten würde. Die sächsische Re­gierung hält es für geboten, durch einen Wech - sel in der Person des Reichswehr­ministers bte Voraussetzung dafür zu schassen, daß die Reichswehr ein Mittel zum Schuhe der Republik toetbe. Weiter heißt cs in der Re­gierungserklärung: Die sächsische Regierung werde es begrüßen, wenn der Landtag die noch aus­stehenden Gesetze und den Etat ohne viele Worte

den beiden älniversitäten ihren Ausgang. Seit dem Kriege ist das ernste Interesse für Musik in England außerordentlich gewachsen.

Das weitere Vordringen zum Everest. Kapitän Finch von bei- Mount Everest-Expedition der mit Kapitän G. Druec zusammen mit Hilfe von Säuerst offapparaten eine Höhe von 27 300 Fuß erreicht hat. gibt in englischen Blättern einen Bericht über ferne Er­fahrungen.Die Wirkung des Sauerstoffes war sehr deutlich zu spüren," schreibt er. »Wir er­reichten den Rord-Col, den Sattel zwischen dem Everest und dem niedrigeren Gipfel des Changfle, in vollkommener Frische. Wir hatten gehofft^ unser Lager tn 26 000 Fuß Höhe aufschlagen z i können, aber da sich ein Sturm erhob und Schnee fiel, mußten wir das Lager tn 25 500 Fuß Höhe errichten. Rach dem Sonnenuntergang wurde der Sturm so stark, daß Pas Zelt tn feinen Grund stützen erschüttert und von Zeit zu Zett deutlich emporgehvben wurde. Wir durften nicht schlafen, sondern mußten daS Zelt festhalten und bi: Türe zuhalten, bannt sie nicht aufgerissen würbe. Hätte der Wind das Zelt gepackt, so würde er uns Tau­sende von Fuß auf den östlichen Rongbuk-Glet- scher heruntergeschle udert haben. Am nächsten Tage dauerte der Sturm mit anberminberter Stärke fort. Wir verbrachten in der Hohe eine zweite Rächt, indem wir unsere Saiuerstoffappa- rate mit zu Bett nahmen and ras von Zei zu Zeit stärkten. Als wir am nächsten Tage 'um 6 älchr 30 füh aufbrachen, war unser Gurkha- träger völlig erschöpft, und wir mieten ihn zu- rüctschicken. In diagonalem Aufwärtsklimmen er reichten wir um Mittag einen Punkt in 27 300 Fuß Höhe. Sturm und Kälte waren nun so heftig, das; wir umkehren mußten, da toir tn den Füßen überhaupt kein Gefühl mehr hatten. Bei furcht barem Wetter erreichten wir das Lager am Rord- Col um 4 älhr nachmittags und stiegen dann zum dritten Lager hinab, so vollkommenerle­digt^, daß keiner von uns auch nur einen Schritt hätte weiter tun können."

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