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Feuilleton.
Deues zur Entstehung der Grimmschen Märchen.
Die Grimmschen Märchen, dies klassische Werk unserer Märchenliteratur, ist aus der eigenen Märchenkenntnis der beiden Brüder und aus den Sammlungen entstanden, die sie und ihre Mitarbeiter im Volke veranstalteten. Gar manches kostbare Märchengut ist von ihnen in der Ämgegend von Höxter und Corvey gesammelt worden, und es ist daher eine zeitgemäße Erinnerung zum 1100jährigen Jubiläum dieser beiden -Orte, wenn die „'Heimatblätter der Roten Erde" in ihrem „Sonderheft Corvey-Höxter" einen Beitrag zur Entstehungsgeschichte des Märchenbuches bringen. G. Schumacher macht hier auf den Anteil aufmerksam, den die Familie von Haxthausen auf Bökendorf im heutigen Kreise Höxter und der westfälische Friedensrichter Wiegand aus Höxter an der Sammlung hatten. -Wilhelm Grimm hatte Werner von Haxthausen in Halle kennen gelernt, und im Jahre 1811 lud Werner den Freund nach Bökendorf ein. Doch mußte er, der dem Tugendbund angehörte und daher von den Franzosen verfolgt wurde, schon vor Wilhelm Grimms Ankunft nach London fliehen. Wilhelm fand in Bötendorf einen Kreis, wie er selbst sagt, „schlicht und einfach, aber so Wstlich und überreich an kleinen Freuden und Genüssen, daß dagegen die rauschenden Vergnügungen der Welt ihren trügerischen Reiz völlig verloren. Unter diesem wirtliä^n Dache hatte die Romantik sich häuslich niedergelassen: ihr Pulsschlag war fühlbar im heimischen und flefeHIigen Kreise". Abends, wenn der große Hof von dem blendenden Glanz des 1811er Kometen beleuchtet war, saßen die zahlreichen Familienmitglieder mit ihren Gästen vor der Tür und sanken mit den Mägden und Knechte.' die alten schönen Volkslieder. Auch Jakob kam später öfters nach Bökendorf, und die beiden Brüder haben hier den größten Teil ihrer westfälischen
alS dringend ^forderlich daß das Publlküm der Polizei bei der Fahndung auf die flüchtigen Mörder behilflich ist. Wie das Blatt weiter erfährt, sind die drei Täter im Besitze großer Geldsummen.
Weitere Ausschreitungen.
Ein Gewaltakt in Worms.
Worms, 28. Juni. (WTD.) Gestern nachmittag setzte sich im Anschluß an eine Demo n st r a t i o n ein -Zug n a ch d e r „W o r m ° s e r Zeitung" und nach der Wohnung des verantwortlichen Schriftleiters in Bewegung, um btefcm die Mißbilligung zu dem im Montag- Abendblatt erschienenen Arttkel „Wer sind die Mörder?" zum Ausdruck zu bringen. Unter Zurusen einer tausendköpfigen Menschenmenge und unter der Versicherung einer Abordnung, daß dies die einzige Möglichkeit sei, eine Beschädigung des Betriebes zu vermeiden, wurde der Schriftleiter veranlaßt, eine Erklärung abzugeben, daß er den Artikel zurücknehme und widerrufe. Inzwischen waren eine Anzahl Demonstranten in die „Wormser Zeitung" eingedrungen, beschädigten die Maschinen und warfen stehenden Satz durcheinander.
Berlin, 28. Juni. (Wolff.) Rach den Demonstrationen im ßuftgarten ist es an verschiedenen Stellen der Stadt zu kleineren Ausschreitungen gekommen. Gegen 41/* Uhr erkletterten zwei junge Burschen die Berolina und hingen dort eine Strohpuppe auf, die einen schwarzen Anzug und eine schwarze Mühe mit dem Hakenkreuz trug. Die Puppe wurde von Schutzpolizisten entfernt. Um 5 Uhr nachmittags durchzogen etwa tausend Personen die Potsdamer Straße. Die Geschäfte hatten meistens geschlossen. Dor dem Huwelengefchäft von Schölzke, Potsdamer Straße 35, das ebenfalls geschlossen war, sammelten mehrere Demonstranten sich an und zertrümmerten zwei Schaufensterscheiben. Die Schutzpolizei zerstreute die Demonstranten, wobei fünf Personen, die Widerstand leisteten, festgenommen werden muhten. Um 6 Uhr nachmittags durchzogen etwa 1500 Per onen die Tauenhien- strahc. 3n der Rähe der Kaiser Wilhelm-Ge- dächtniskirche fielen sie über einen jungen Mann her, der eine Schülermühe mit schwarz-weiß- rotem Bande trug. Zwei Beamte konnten die Menge von seiner Mißhandlung nur zurückhalten, indem sie ihre Schußwaffen zogen. Die Menge wurde dann durch ein größeres Aufgebot der Schutzpolizei zerstreut.
Hamburg, 28. Juni. (WTD.) In Elmshorn kam es gestern nach Beendigung der Demonstration anläßlich der Ermordung Rathenaus, an welcher etwa 3000 Personen teilnahmen, zu mehreren Zwischenfälllen. Mehrere junge Leute, die durch das Verhalten einer Anzahl Schüler herausgefordert worden sein sollen, drangen in die Dismarcksschule und in das Lyzeum ein, rissen die Bilder der Heerführer und andere Gemälde von den Wänden, vernichteten sie und warfen sie aus dem Fenster. Aus dem Lyzeum wurden außerdem zwei schwarz-weih-rvte Fahnen herausgeholt und zerrissen. Teilnehmer des Demonstrationszuges drangen in das Privattontor des Verlegers der „Elmshorner Rachrichten" ein und verlangten die Herausgabe von Kaiserbildern, die zerrissen und auf die Straße geworfen wurden. Außerdem wurde das Personell einiger Danken gezwungen, die Geschäftsräume zu verlassen. Die Geschäftsführer wurden veranlaßt, ihre Geschäfte zu schließen.
Löbau (Sachsen), 28. Juni. (Wolff.) Bei den gestrigen Kundgebungen anläßlich der Ermordung Rathenaus kam es hier zuAus- schreitungen. Die demonstrierende Menge drang in das Grundstück deS „Sächsischen Po- stlllon" ein und suchte den Verleger und den verantwortlichen Schriftleiter Witte, den sie schließlich ausfindig machte. Als Witte einen Schreckschuß ckbgab, fiel die Menge über ihn her, wobei Witte eine Kopfverletzung davon- ttug. Witte wurde dann auf einem Wagen durch die Sttaßen gefahren, bis er im Amtsgericht Aufnahme fand.
Die Ausnahmeverordnungen im bayrischen ßanbtag,
München, 26. Juni <Wolff - Der bayrische Landtag beschäfttgte ii-ch am Mitt- wvcy ’m Anwesenheit der Mitglieder der Re
gierung mit den Inrerpellatronen Der Bayrischen Dvllspartei und der Bayrischen Mittelpartei, in denen eine Erklärung der bayrischen Staatsregierung über die Stellungnahme zu der Verordnung des Reichspräsidenten vom 24. 6. über den Schuh der Republik gefordert wird. Die Interpellation der Bayr.schen Volks- Partei wurde von S t a n g begründet, der unter lebhafter Zustimmung J.iner Partei den Mord an Rathenau wie überhaupt jeden Mord als verabscheuungswürdiges Verbrechen brandnrarkte. Der Redner erinnerte daran, daß durch den Druck der ehemaligen Feinde eine Atmosphäre.geschaffen worden sei, in der der Mordgedanke bei unreifen Menschen und Fanatikern erwachsen sei. Der Redner mahnte zur Einheit und Geschlossenheit des Volkes auf dem Boden christlicher Rächstenlrebe. Jur Verordnung übergehend erklärte er, seine Partei lehne sie, weil sie sich nur gegen rechts richte, a b. Seine Partei verlange von der bayrischem Regierung sofort Schritte, damit die Verordnung gesetzlich so gestaltet werde, wie es die Rücksicht auf die einzelnen Länder erheische.
Als der zweite Interpellant Dr. Hilpert, die Interpellation der Bayrischen Mittclpartei begründete und seine Rede ebenfalls mit der Derurteilung des politischen Mordes etnleitete, fielen lebhafte Zwischenrufe von der äußersten Linken. Die sozialistischen Parteien und die Kommunisten verließen gemeinsam den Sitzungssaal. Dr. Hilpert lehnte bei der Begründung der Inter- pellation der Mittelpartei 'die Verordnung als Ausnahmegesetz gegen rechts und als Eingriff in die Justiz- und Polizeihoheit der Sauber ab Darauf nahm
Ministerpräsident Graf Lerchenfeld das Wort und sagte u. c.: Die bayrische Regierung drückte die Derurteilung der feigen und unseligen Mordtat an Rathenau in ihrer Tell- nahmekundgebung an die Regierung aus. Die bayrische Regierung wandte sich sof.rt auf die Rachricht von der Ermordung Rathenaus an die Reichsregierung mit dem Ersuchen, keinerlei Verordnung ohne vorherige Verständigung mit den Ländern zu erlassen und drückte gleichzeitig aus, daß sie für Bayern keinen Anlaß zu außerordentlichen Maßnahmen, namentlich nicht zur Verhängung des Ausnahmezustandes, sehe, daß vielmehr Ais- nahmevorschriften eine beunruhigende Wirkung haben würden. Es wurden ihr die Entwürfe der inzwischen erlassenen beiden Verordnungen vorher mündlich beBarm(gegeben, wobei Bayern feinen Standpunkt durch seinen Vertreter noch ausdrücklich hervorheben ließ.
Die Verordnungen seien unter den ersten Eindrücken mit einseitiger Einstellung ergangen. Die Reichsregierung war von dem Streben geleitet, die vor allem in Berlin und größeren Industriezentren gewaltige Erregung der Masten durch Derartige Maßnahmen zu bannen. Ich halte es für meine Pflicht, diese Absicht der Reichsregio rung besonders hervorzuheben. Dadurch, daß in der Hauptvervrdnung der Re ichs m i n i.st e r des Innern ermächtigt wird, seinerseits Maßnahmen zu verlangen, und daß über eine .solche Verordnung endgültig der Staatsgerichtshof zu entscheiden hat, ersteht im ganzen eine Verschlechterung gegenüber der früheren Verordnung gemäß der der Reichsrats ausschuh zu entleiben hatte. Die bayerische Regierung könne sich mit dem Inhalt der Hauptverordnung aus nachfolgenden Gründen nicht einverstanden erklären. Die wesentlichsten Punkte seien die Ausdehnung des Schuhes auf die früheren republikanischen Regierungen und deren Mitglieder, die entbehrlich erscheine, um die bestehende Verfassung zu schützen. Sie könnte gerade in Bayern zu Strafverfolgungen führen, die dem allgemeinen Dolksempfinden aufs Schärfste widersprechen. Der Vollzug der Verordnung er- öffnederAngebereiTürundTor. Das Strafmaß von drei Monaten Gefängnis als Mindest strafe sei zu hoch gegriffen. Die Vorschriften über den Staatsgerichtshof seien ein schwerer EingriffindievonderReichsverfas- sunggarantierteIustiz-undPolizei- hoheit der Länder. Dem S t a a t s g e - richtshof fehle vor allem auch die föderative Grundlage. Mit der Iuftizhoheit der Länder unvereinbar sei endlich die starke Ausdehnung des Begnadigungsrechtes des Reichspräsidenten, die sich aus der letzten Zuständigkeit des Staatsgerichtshofes ergebe. Allerdings könne im Vollzug Manche Bestimmung gemildert werden, was aber als ungenügend anzusehen wäre. Es handelt sich, fuhr Graf Lerchenfeld fort, um
Märchen erhalten. Wilhelm erzählt aus den Vorarbeiten zum zweiten Band von einem Besuch auf dem Köterberg bei Corvey, bei dem ihm der Schäfer, der auf der kahlen Kuppel seine Herde weidete, einige Kleinodien aus dem Vollsmärchenschatz zum Besten gab. Zu den Sammlerinnen auf Bökendorf gehörte auch die damals 16jährige Annette v. Droste -Hüls- hofs, deren Mutter eine geborene von Haxthausen war. Ein toeiterer Helfer war der Friedensrichter Paul Wiegand, ein Jugend- u.i'O älni- verfitätssreund der beiden Grimm: sie hatten ihm gebeten, auf die Sitten und Gebräuche feiner Gerichtsinsasfen zu achten, Liebes- und Räuberlieder auszuschreiben, Sprichwörter und bildliche Redensarten, Sagen und Märchen zu sammeln. Das hat er auch redlich getan, und so hat überhaupt dieses an volkskundlichen Ueberlieferungen so reiche Gebiet Wichtiges zu dem großen Werk der Grimms beigetragen.
»
Wie die deutsche Musik nach England kam. Wenn man England „das ßanb der Musik" genannt hat, so kann das nur ben Sinn haben, daß eigenschöpferische Leistungen aus diesem Gebiete in den letzten Jahrhunderten kaum zu verzeichnen waren. Was Liebe und Pflege der Musik anbetrifft, so gibt es in ®rob- ‘-Eutairnkrt ein sehr interessantes Publikum das besonders der deutschen Rkusik die größte Verehrung entgegenbringt. Diese Musikmode ist aber verhaltmsmäßig jung. Der Musikhistoriker der alnlversität Cambridge Edward Dent erzählt im neuesten Heft der Zeitschrift „Faust" aus feinen mgenen Erinnerungen davon, wie die klassischen Meister Der deutschen Musik in England bekannt wurden. Während das „alte lustige England" zu Shakespeares Zeiten von Melodien wiederhallte und noch im 18. Jahrhundert die Uni- berfitäten Mittelpunkte der Musikpflege waren wurde das Land während des 19 Jahrhunderts ganz unmusikalisch. „Gonbon hatte in ben Tagen Disraelis Dickens und Chackerays eine reiche und
vornehme Gesellschaft, die nach den Regeln Lord Chesterfields lebte", schreibt Deut. „Wenn sie Musik hören wollte, bezahlte sie langhaarige ölige Ausländer, die ihnen welche vormachen mußten. In Oxford und Cambridge erhielt sich das Ama- teurtoefen bis zu einem gewissen Grade. Mein Vater erinnerte sich an die musikalischen Abende des exzentrischen Professors Walmisley um 1845, der die Bedeutung Dachs erkannte. „Je betrunkener er war, desto vollendeter spielte er." Sein Rachsvlger Sterndale Bennett, Schüler Mendelssohns und jugendlicher Freund Robert Schumanns, führte den Bach-Kult fort. In diesen Sagen antwortete ein schüchterner Jüngling, an den ich mich als alten Lehrer erinnere, auf die Frage eines freundlichen alten Professors nach seinem Hauptinteresse: „Musik" — und erhielt die charakteristisch? Antwort: „Musik, Sir, ist ein sehr harmloses Vergnügen für einen Mann, der nicht dazu taucht, hinter den Hunden zu reiten." Auch in London war Bennett für feine Bach-Propaganda auf die Amateure angewiesen. Miß Helen Ionston, eine etwa 20jährige Enthusiastin. übersetzte die Matthäus-Passion ins Englische, kopierte die Gesangs- und Orchesterstimmen und spielte so offenkundig das ^Mädchen für allesdaß einer der Berufsviolinisten naiv fragte: „Ist das Mrs. Bach? In Cam° bribg. begann unter Stanford in den 70er Jahren die Pflege Schumanns, den man damals in England tauni verstand. Die Faust-Musik und andere ferner großen Werke wurden zuerst in Cambridge englisch aufgesühct. Oxford und Combridge waren auch die Hauptmittelpunkte der Brahms-Verehrung.' Don dem damaligen Stand der Dinge erzählt Dent: „In meiner Kindheit wurde es für einen Gentleman als ungewöhnlich angesehen, wenn er musikalisch war. ausgenommen nur die Geistlichen, die Orgel svielten. Klavier zu spielen galt als weiblich. Als Die Rorman-Reruda zuerst nach England kam, galt die Violine für ein Instrument, das für Damen nicht passend war. Unb nun gar erst eine Cello svielende Same!“ Die sog. „Renaissance" der englischen Wustt nahm von
Ausnahmeoestlmmungen, bte nach der ausdrücklichen Erklärung des Reichsjustizministers Radbruch im Reichstag gegen :^chts. also gegen einen bestimmten Teil des deutschen Volles gerichtet sind. Ausnahmebestimmungen haben erfahrungsgemäß etwas Bedenkliches unb sollten möglichst dild verschwinden. Ruw soll die Hauptverordnung zum Schutze der Republik bald von einem entsprechenden Gesetz abgelöst werden. Es ist Aar. daß die gegen die Verordnung bestehenden Bedmlen in verstärktem Maße für das Gesetz zutreffeu würden. Die bayrische Regierung verlangte beschall) möglichst bald über die geplanten Vorschriften unterrichtet za werden. Sie wirb hierbei im Benehmen mit den anderen Ländern ihren Standpunkt mit Rachdruck vertreten. Der Reichskanzler berief auf morgen eine Besprechung der Ministerpräsidenten zu diesem Zwecke ein. Es ist leider unbestreitbar, daß war die Verwilderung der politischen Sitten beklagen müssen. Den letzten Grund dieser bedauernswerten Erscheinung erblicke ich tn den Rachwehen des Krieges und tn dem unmöglichen Vertrag von Versailles, sowie dem unerhörten Druck, dem unser Vaterland seit deut 28. 6. 1919 ausgesetzt ist. Heute darf es sich nich: um die Republik oder Monarchie handeln, weder um rechts noch um links. Wenn überhaupt Vorschriften erlassen werden, so muffen sie den Titel „Schuh der Verfassung" tragen. Dann könnten alle Bürger hinter die Dorschrif- ten treten, die geeignet sind, die Ausbrüche der politischen Hetze und Lüge zu bekämpfen. Wir wünschen, daß die Urheber Hes feigen und politischen Mordes ihre gerechte Strafe finden. Die bayerische Regierung wird kein Mittel unversucht lassen, in diesem Sinne zu wirken und mit dem Bewußtsein gerechter Abwägung aller Verhältnisse für die Erhaltung der deutschen DoW- gemeinschaft im Reich einzutreten. Die bayerische Regierung hat aber Die ernste Pflicht, die Ruhe und Ordnung sowie die verfassungsmäßigen Zustände in Bayern aufrechtzuerhalten und dafür zu sorgen, daß die gesicherte Entwicklung unseres staatlichen Zustandes von keiner Seite eine De einträchtigung erfahre. (Beifall rechts.)
Ackermann (S.), der nach Graf Lerchen- seld das Wort ergriff, bezeichnet die Mordtat in Berlin als Ausfluß einer zielbewußten Hetze. Kein Staat könne daraus verzichten, mit außerordentlichen Mitteln solche Angriffe abzuwehren.
Abg. Rickisch (Ll.S.P.) erhob gegen die Münchener Polizeidirektion den Vorwurf, daß sie mit allen politischen Mördern Verbindung habe In Bayern fei zum Schuhe der Republik nichts zu erwarten, denn der große Teil bei bayerischen Beamten sowie auch ein Teil der Minister seien ausgesprochene Monarchisten: ebenso sei die bayerische Reichswehr monarchistisch.
ELne Forderung dre sächsischen Regierung. Dresden, 28. Juni iWB.) In der Rach- mittagssihung des Landtages verlas der Minister des Innern Lipinski'eine Erklärung der Regierung, in der zunächst die Teilnahme der sächsischen Regierung anläßlich der Ermordung Rathenaus arsgedrückt wird. Mit der Reichs- regierung ist aich die sächsisch: Regierung der Auffassung, daß der Mord wohlvordsreitet und überlegt ausgeführt wurde. Die Mordbuben werben durch writverzwrigte Organisationen unterstützt und gedeckt, die alle mit der Deutsch- nationalen Volkspartei zusammenhängen. Die sächsische Regierung hat bereits alles getan, um die Ruche und Ordnung aufrecht zu erhalten und hat alle nationalistischen Äunbgebrngcn verboten. Sie wies aber darüber hinaus tn einer Protestnote an die Reichsregierung darauf hin, daß die Reichswehr die monarchistische Agitation durch das Stellen geschlossener Formationen zu den Regimentsfeiern begünstigt und daß dies vom Reichswchrminister cmgwrdnet wurde ohne vorherige Keimtliis 'bet sächsischen Regierung. Sie machte daraus aufmerksam, baß die Reichswehr trotz des Mordes keine Dorbeugirngsmaßregeln traf und verlangte, daß die Demonstrationen der Reichswehr bei den Regimentsfeiern und die Agi- tation hierfür verboten würde. Die sächsische Regierung hält es für geboten, durch einen Wech - sel in der Person des Reichswehrministers bte Voraussetzung dafür zu schassen, daß die Reichswehr ein Mittel zum Schuhe der Republik toetbe. Weiter heißt cs in der Regierungserklärung: Die sächsische Regierung werde es begrüßen, wenn der Landtag die noch ausstehenden Gesetze und den Etat ohne viele Worte
den beiden älniversitäten ihren Ausgang. Seit dem Kriege ist das ernste Interesse für Musik in England außerordentlich gewachsen.
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— Das weitere Vordringen zum Everest. Kapitän Finch von bei- Mount Everest-Expedition der mit Kapitän G. Druec zusammen mit Hilfe von Säuerst offapparaten eine Höhe von 27 300 Fuß erreicht hat. gibt in englischen Blättern einen Bericht über ferne Erfahrungen. „Die Wirkung des Sauerstoffes war sehr deutlich zu spüren," schreibt er. »Wir erreichten den Rord-Col, den Sattel zwischen dem Everest und dem niedrigeren Gipfel des Changfle, in vollkommener Frische. Wir hatten gehofft^ unser Lager tn 26 000 Fuß Höhe aufschlagen z i können, aber da sich ein Sturm erhob und Schnee fiel, mußten wir das Lager tn 25 500 Fuß Höhe errichten. Rach dem Sonnenuntergang wurde der Sturm so stark, daß Pas Zelt tn feinen Grund stützen erschüttert und von Zeit zu Zett deutlich emporgehvben wurde. Wir durften nicht schlafen, sondern mußten daS Zelt festhalten und bi: Türe zuhalten, bannt sie nicht aufgerissen würbe. Hätte der Wind das Zelt gepackt, so würde er uns Tausende von Fuß auf den östlichen Rongbuk-Glet- scher heruntergeschle udert haben. Am nächsten Tage dauerte der Sturm mit anberminberter Stärke fort. Wir verbrachten in der Hohe eine zweite Rächt, indem wir unsere Saiuerstoffappa- rate mit zu Bett nahmen and ras von Zei zu Zeit stärkten. Als wir am nächsten Tage 'um 6 älchr 30 füh aufbrachen, war unser Gurkha- träger völlig erschöpft, und wir mieten ihn zu- rüctschicken. In diagonalem Aufwärtsklimmen er reichten wir um Mittag einen Punkt in 27 300 Fuß Höhe. Sturm und Kälte waren nun so heftig, das; wir umkehren mußten, da toir tn den Füßen überhaupt kein Gefühl mehr hatten. Bei furcht barem Wetter erreichten wir das Lager am Rord- Col um 4 älhr nachmittags und stiegen dann zum dritten Lager hinab, so vollkommen „erledigt^, daß keiner von uns auch nur einen Schritt hätte weiter tun können."
Gespannte
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