Ausgabe 
29.5.1922
 
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Tuche

5

Astoria-Lichtspiete

5229c

Ab morgen:

wcrlWtSMtkn grsu ober Süäbtfiei!

'Liadtrecht bringen im ganzen preußischen Staat, in dem zur Zeit, abgesehen von dem Droh-Berliner Gesetz, acht verschiedene Städte-

Gießener Thenterverein.

Gastspiel des Hessischen LandestheaLerS. Auber:Ira Diavolo".

Gießen, 23. Mar 1922.

Das gestrige Operngastsprel deöH e s s i s ch e n Landestheaters brachte Anders graziöse Lustspieloper$ra Diavolv" in einer Auf- führung, die lerbcr nicht ganz auf der Höhe der beiden vorhergch^nden (Freischütz" u. .Bar­bier von Bagdad") stand. Gerade axtl wir durch die Darmstädter Gäste bvshrr so verwöhnt waren, ist diesmal sestzustellen, daß sowohl in der Wiedergabe deS Werkes als Ganzes gesehen, wie auch in' den Einzelleistungen sich Schwächen zeigten. Auf voller Höhe stand dagegen wiederum das Orchester, dem Georg S z e l l ein verständnis­voller und zielsicherer Leiter axir; alle Fein­heiten der Partitur kamen unter seiner Stabfüh­rung voll zum Ausdruck und zur Geltung.

3n der Titelrolle bewähr» sich Paul S t ie- ber-Walther als ein Sänger von Geschmack und Können. Ginzusehen vermochte man aber nicht, warum er in seiner Schlußszene von der überlieferten und entschieden wirksameren Form des Absturzes vom Felsen nach hinten abcvich Die Zerline gab Henny Hungbauer, sympa­thisch w) Spiel und Gesang, arobei man ihr nur

WiN. BWö das schon gedient hat. tagsüber gegen gute Be­zahlung gesucht. 5137 Herrn. Roll.

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die Gartenarbeiten ver­sieben. 2 btS 3 Tage wöchentlich gesucht. <*mi

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Dr. Mabuse II. Teil

AxfugBielten: 3, 5s/(, and */i9 ühr.

Gießener Strafkammer.

Gießen, 23. Mai.

Der Wilhelm H. ans Rodheim v. d. H. hatte einen Straf befehl über 500 All. erhalten, weil er im August 1921 der Wohnungst'm- mission den Zutritt zu fernem Ha tf« da du rch verweigert hatte, daß er beim Rahen der Kommission die Haustüre zuschDtz.

Westdeutschland schlägt Rord » deutsch land 5:3 (1:2). 3n Essen begeg­neten sich am Sonntag vor ungefähr 10 000 Zu­schauern die repräsentativen Fußballmannschaf­ten von West- und Mitteldeutschland int Fre in£>- schuftsspiel. Rorddentschland. welches das ein- heitlichere Spiel zeigte, war anfangs überlegen und tonnte mit 2:0 in Führung gehen. Dts zur Pause holte der Westen ein Tor auf. Durch scharfes Spiel der Aorddeutschcn muf'tcn zwei Spieler von 'Westdeutschland ersetzt werden. Der eine dieser Ersatzleute, Lücke (.Union Düsseldorf) vermochte in der zweiten. Hälfte dann allem vier Tore zu schießen, dem Rorddentschland nur noch eins entgegensetzen konnte.

Ebonit Sieger int Deutschen Traberderby. Der Kampf um dasblaue Band" der Traber ist entschieden. Ebonit, als Zweijähriger ungeschlagen, hat es dank der Steue­rung des Meisterfahrers G. Wiltshire davonge­tragen. Das Gestüt Ringenwalde war überhaupt in großer Form, denn neben dem Derbysieger waren Francisco im Preis von Damsbräck und Pupille im Preis von Dabendorf, die sämtlich Wiltshire steuerte, für die Farben des Stalles erfolgreich. Die kleine Ruhlebener Dahn war bei prachtvollen Wetter kaum imstande, die Massen der Zuschauer zu fassen.

worfen. Diesem gelang es. durch eine Seiten- tüvc zu entweichen. Die Monge drängte nach und warf mit Steinen nach dem Flüch'enden. Das Gericht war dcr Ansicht, daß das Tatbestands­merkmalöffentlich" durch vorlieee.iden Tat­bestand nicht Erfüllt sei und verurteilte die An­geklagten mit Ausnahme von zweien, von denen der eine in der Maschinenwerkstätte als Arbeiter beschäftigt gewesen war. also dort nicht unbefugt weilte, und der andere nicht überführt werden konnte, daß er tatsächlich in die Maschinenwert­stätte cingedrungen war, wegen Haus­friedensbruches nach § 123 Abf. 2 zu Geld st rasen von je 3000 M k.

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Oöttcvmaun. 5T)7

RachmutagSsitznng wurde zunächst der vom Geschäftsführer des Städtetag s. Mihlasf. erstattete Geschäfts­bericht ohne Aussprache genehmigt.

Daraus wurde der Entwurf der neuen 1 Satzung durchberaten, den der Borsland vvr- gelegt hat. Tie a>escntlichsten Aenderungen sind die, daß Mitglieder deS Städtetages nunmehr auch Städte mit 10000 Einwohnern werden kön­nen. Die Beiträge sollen in Zukunft nach der Einwohnerzahl, nicht nach der Stimmenzahl be­rechnet werden.

Lin sozialdemokratischer Antrag will die Zahl der Stimmen verdoppeln und die Hälfte der Stimmen den Mazistratsmit- glicdern, die andere Hälfte den Stadtverordneten Vorbehalten. Rachdem StadtverordnetorT h i e n st aus Lech: den Antrag begründet hatte, stellte der Geschäftsführer fest, daß der Städtetag durch die Annahme deS Antrages eine Gröhe erlangen würde, die ihn aktivnSunfähig machen würde. Gegenüber dem Anträge des Vorstandes, ein Drittel der Vorstandsmitglieder den Stadt- verrrdneten zu überlassen, beantragten die So­zialdemokraten äleberlasiung der Hälfte der Sitze an die Stadtverordneten. Die Abstimmung führte zu einer ausgiebigen Geschäftsordnungs­debatte, weil der Stadtverordnetenvorsteher Redlich- Do: tmund das Abslimm.tngSvrgcbnis im Hinblick darauf anzweifelte, dah auch eine An­zahl Richtstimmberechtigter an der Abstimmung teilgenvmmen hätte. Rachdem darüber Klarheit geschaffen worden war, wurden die sozial­demokratischen Anträge abaelehnt: ebenso ein Antrag des Bürgermeisters Schmidt- Düsseldors und ^Zulassung der Beigeordneten und Stadträte zum Städtetag.

Die Satzungen wurden darauf in der vom Vorstände vorgeschlagenen Form angenom­men.

Za Beginn der

Sormabend-Sitzimg

gibt Obc-bürgerm-.t,'ter Doeß - Berlin zunächst folgende Anträge bekannt:

Die kommunistische Gruppe verurteilt, daß neben her Außerachtlassung der Forderungen des Proletariats wesentliche Verschlechterungen des bestehenden Rechtes durch den Entwurf ein­getreten seien, verurteilt ferner die Schafftmg eines Mehrstimmenwahlrechls für Unternehmer unter Entziehung des Rechts für die nicht seß-- toften Arbeiter. Außerdem vermißt die Partei in dem Entwurf Bestimmungen über die Möglich­keit der geeigneten Erfassung der Sachwerte der Besitzenden. Die kommunistische Grupp: beantragt daher, der Städtetag möge den Entwurf der Städteordnung ablehnen.

Die äl.S.P.D. gibt in einer Entschlie­ßung ihrer Enttäuschung über den Entwirf Ausdruck, der nicht den Forderungen aus Demo- trotifierung entspreche, die in Verfolg der Reichs- Verfassung zu stellen seien. 'Die Entschließung fordert weiter die Beseitigung aller Bestimmung gen, die das Selbstverwaltungsrecht der Etad'e einschränken. einheitliches Bersaffnngsrechl für Land- und Stadtgemeinden, Einkammershstem, Wahl des Vorstandes durch di» Vertretung der Wäh'er, kein Beflätigunasrecht des Staa es.

Die sozialdemo/ratrsche Frattton hält die < usan'-menfassung des gesamten Gemeinde- versasfungsrechtes für ganz Preussen für richtig und eine einheitliche Regelung für das ganze Reich für erstrekenswert.

Eine weitere Entschließung der il.©. P.D. richtet sich gegen die Uebcrfeitung des ge­samten Polizeiwesens an den Staat, wovon neu­lich in der Presse berichtet wurde. Sie fordert wei er Aufhebung des Poliztigesetzes von IS58 und des Polizeiparagraph-.-n des Landrechts.

Rach längerer Aussprache werden in der Abstimmung die sozialdemokratischen und kommunistischen Anträge abge- lehnt, die Anträge des Vorstandes und die Richtlinien der Referenten angenommen. Angenommen wurde auch ein Antrag, die rheini­schen Beigeordneten und Stadträte selbständiger zu machen.

Es folgte dann die DorstandSwahl. Statt der bisherigen Zwölf Mitalieder wurden auf Grund der neuen D ich üsfe 24 Mitglieder geaä.Il, darunter sechs Abgeordnete.

Gegen die Art der Wahl protestierte im Ramen der sozialdemokratischen Fraktion Stadt­verordneter Baer, Frankfurt a. Rl, der Ver­bal niswahl forderte. Auf eine Abstimmung über ; diesen Vorschlag wurde jedoch verzichtet, nachdem Oberbürger-meister B o e ß, Berlin, erklärt hatte, daß beim Ausscheiden von Mitgliedern des Vor­standes Stadtverordnete der verschiedensten Par­teirichtungen berückfich.igt werden f:Ilten.

Rach Dankesworten des Oberbürgermeisters B e t m s, Magdeburg, an den Vorstand, ins­besondere an Oberbürgermeister Doeß, wurde die Tagung geschlossen.

ordneten

21.111m 1922.

enuerf amm* inet Vihung zu> ,ng alö einziger i der Desvl« ädtifchenVe- lärtmuig feite« die Wgc ohne genommen, ähren wir hierzu . und etngehendc " und frittioncn rfprünflM* auch erörtert worden m ^Bereinigung, einem Teil der diifche Dcamten- inigte man s>4 i den oberen inderte Doo mmen worden >!>.

bericht V' , Keller, Dm'

genommenen Referaten wurde die Aussprache über die Städtevrdnung auf Samstag vertagt, damit die einzelnen Gruppen (Parteien) genügend Gelegenheit haben, vorher dazu Stellung zu neh­men. Bei dieser Gelegenheit forderte der Ber­liner Siadtverordnetenvorstcher Dr. Caspari alle diejenigen, die sich nur von kommunalpoli- tischen und nicht von parteipolitischen Gesichts- Punkten leiten lassen wollen, sich ihm anzuschliehen.

Der Vorsitzende, Oberbürgermeister Doeß, teilte noch mit, daß sich Gruppen der Mechcheits- frzialisten, der älnabchängigen, der Kommunisten, les Zentrums und der Demokraten geblldet haben^

Turnen, Sport und Spiel.

Reit- und Fahrwettdewerb zu Gießen.

Auf BichlerS Hardt fand gestern, durch schön­stes Wetter begünstigt, der Reit - und Fahr- wettbewerv des Reit - und JahrklubS Gießen und älmg. statt, zu dem sich zahlreiche Zuschauer eingefunden hatten. Man bekam vor­zügliches Pferdematerial und tüchtige Leistungen zu sehen. Die Einzelergebnisfe waren folgende Eignungsprüfung für Reitpferde: a) leichte Pferde: 1.2t. Gabbs (Gießen) br. W. Serenissimus (Reiter: Besitzer), 2. E. Heims (Franks.) F.°W. Sonntagsjunge (Besitzer), 3. Kon­sul Kohenbergs (Franks.) Fuchs-W. Graf Holk (Hr. Andreae): b) schwere Pferde. 1.D Hoffmanns (Hof-Güll) br. W. Har^, (Besitzer), 2. Rudolf Zülchs (Gießen) F.-Hengst Hans (Des.), H. Weitzels (Griedel) F.-Sl. Irene (Besitzer). - Fah rwettbewerb für Einspänner: 1. Gebr. Schwans (Gießen) Sch.-St. Walküre (Fahrerin Frau Riemann), 2. Fr. W. Fixs (Fechenheim) F.-D. Darling (Frl. Luise Fix), 3. Gebr. Schwans (Gießen) F.-W. Wotan (Herr Riemann). (Es folgte ein von Unteroffizieren und Mannschaften des Infanterieregiments 15 aus- geführtes Figurenreiten.) W e r n e r B i ch- ler-Erinnerungspreis (Geborsamsprii'.- gen): 1. Waller Hoßfelds (Oblt. Marburg) vr.W Taugenichts (Rei.cr U-F.ldw. Wohlfeil), 2. Dr. Gg. Garls (Gießen) F.-W. Hol (Herr Bieler). 3. Konsul KotzenbergS (Franks.) F.-St. Ilse (Hr. Andreae). Fa h r toc 11 b e to e r b für Zwei-- spänner: 1. Fr. W. Ftxs (Fechenheim) F.-W DarllngF. W. Teddy (Frl. Luise Fix), 2. Gebr. Schwans (Gießen) F.-W. WotanF.-St. Wal­küre (Hr. Rtemann), 3. V. Hoffmanns (Hof-Güll) dlbr. Sl. Muckedkbr.W. Alex (Hr. Hoffmann). 6. Landwirtschaftliches Trabr eiten 1. L. Fttzüngers (Llnter-Schmitten) F.-St. Elfe (Hr. Gregon), 2. W. Drühnes (Fleckcnbühl) dr. St. Schwemme (Besitzer). Dressurprüfung Klasses: D. Hoffmanns (Dors-G llt) br. W. S)and (Des.), 2. M. Zakobis (Franks ) br. W. Moritz (Oblt. Detzel), A. Lessers (Franks.) Sch.-W. Conde (Des.). Schausahr en für Arbeit s- ges Panne: H. Gottmanns 5-St. OlgaF.-St. Thekla (landwir.schaftl. Kastenwagen) (Fahrer K. Rabe): 4. (M.-G.) Komp. Inf. Regt. 15 (Gießen) zweispännig sM.-G.°Fahrzeug) (Gesr. Förster): Waltens (Lang-Göns) br. 6L Ledabr. St. Anna (Oekonomiewagen) (Wilh. Wallen). Gewandt- heits Prüfung: Es erhielten Plaketten als Erste: Hauptmann Anlebs (Gießen) bfbr. St Relle (F ldw. Lipsert), Oblt. He"f lds tMar- burg) br.W Taugenich s ('Unt:r-Fel^w. Wohlfeil) und 3. Esk. Fahr. Art. 5 Kassel R.-St. Luise (Fahrer Winter). Adolf - Fischer-Crinne- rungspreis (Jagdspringen) A. Lessens (Frkf.) Sch>W. Conde (Herr Andreae), 2. 4. (M.-G.) Komp. Znf.-Regt. 15 (Gießen) br. St. Rokoko (2t. Scheuerpflug), 3. Konsul Kohenbergs (Franks.) F.-St. 3Üe (Hr. Andreae), 4. Hauptmann Lüters' (Gießen) br. W. Reslor (2t. Sch.merpflug), 5. A 2essens (Franks.) F. W. Mauerblümchen (Herr Andreas). Eine von Mitgliedern des Gießener Reit- und Fahrklübs und Offizieren des Ins.- Regts. 15 gerittene Fahrschule schloß die in allen Teilen wohlgelungene Veranstaltung.

größere Sicherheit gewünscht hätte. Der Lorenzo Alexis af EnehielmS blieb zum Schaden seiner sonst zufriedenstellenden Qciftung etwas farblos Opne jede lÄnschränknng gelobt müssen werden He.rrich Hölzlein (Lord Kootburn) und Anna Zacobs (Pamrlia): namcmlid) tbr Duett im ersten All gelang köstlich fern. Heinrich Kuhn und Hans Siegfried stellten ein Paar »wür­dige" Banditen auf die Bühne. Dedauerlich bleibt was aber natürlich keine Schuld der Darsteller, sondern des Buches und der klassisch gewordenen Extempores ist daß, wie immer, auch diesmal nieder durch die Späße der BravoS manche Fein­heit der Musik in den gleichseitig von anderen ^rsonen des Werkes gespielten und gesungenen Szenen verloren ging.t.

Heute bis etnschl. Donnerstag: 823

Olaf Fönß ß der große nordische Künstler, in: \tj| Toscoi

Drama in 5 Aufzügen.

Ferner: C3

topirctas ScMäM i

Lustspiel in 2 Akten.

Jüngerer Hausbursche zum so?. Eintritt neinckt. Vobn nach Tnrti. [52i)5D He ff. Heilstätte üir Nervenkranke. (Siehe», Sicher Straße 166.

Ehrlicher, kräftiger B n r s ch e 16ISiöbrifl, für Vager- und Hotardcit gefuttit. pari Ocrni. Walther, («. Ul. b. <*., 0SM8 Frankfurter Strane 29.

;/ Honte letzter Tag des großen erfolgreichen Programms.

rM i. Die schönste und verwegenste Y Schauspielerin Lee Parry in Die Liebesabenteuer

' derschönen Evelyn. ? Die Jagd nzchderWahrheit

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Preuhischer Städtetag.

TU. Goslar, den 29. Mai 1922.

Der neunte Preuhis che Städtetag legarm heute vormittag seine Verhandlungen in dem von geschichtlichen Erinnerungen aus der ersten deutschen Kaiserstadt reichen Saal des Kaiser-Hauses. An der Tagung nehmen etwa 500 preußische Städte teil

Oberbürgermeister Doeß- Berlin eröffnete -md begrüßte um 1/311 Uhr die Versammlung und gibt dem Schmerze Ausdruck über den Verlust so vieler preußischer Städte infolge des Friedens- vertrageS. Er glaube, die Meinung der Versamm­lung wiederzugeben, wenn er hoffe, daß der Zeit­punkt nicht fern sein möge, an dem die verlorenen Städte wieder in den KreiS des Städtetages treten werden. (Allgemeines Bravo I)

Rach einigen geschäfllichen Mllteilungen bringt der Vorsitzende folgende E n t s chl i e ß u ng des Vorstandes ein:

Die Verzögerung des neuen Landesstcucr- aesehes beunruhigt die preußischen Städte schaxr, well die Ungetri ibeif über die gemeind­lich« Steuerzuständigkeit und über bic Höhe des Gemeindeanteils an den Reichssteuern eine solde, sichere Finanzpol til der L t.dte unmög­lich mad>t. Der Preußische Städtetag fordert unverzügliche Bekanntgabe des neuen Gesetz­entwurfes. damit rechtzci ige Stellungnahme der Städte b'rbcigcf"bd weriten kann.

Die ®ntfd;Lc jung fand einstimmige Annahme. Den Bericht über den

Entwurf der neuen preußischen Städteordnung

erstattete Bürgermeister Dr. G 0erdele r- Kö­nigsberg. Die neue Städteordnung soll einheit-

Das Schöffengericht setzte auf feinen Emlpruch hin die Strafe auf ICK) Mark berab. Die Straf­kammer hob das Urteil auf. Sie stellte > :>t, daß die Defichtigung an einem Sonntag vormittag batte stattfinden sollen, und ertlärte es für das gute Recht des Angeklagten sich mit einer Be­sichtigung zu einer solchen Zeit rricht einverstan­den zu erklären.

Der Äoufmaim Am ander E. hatte im Februar oder März 1920 bei einer hiesigen Möbelhand­lung ein Herrenzimmer und bei einer Privat­person ein ungebrauchtes Schlaizimmer erworben und nach Köln verfchicll. Es wird ihm zur Last gelegt, daß er die Möbel ohne Aus­fuhrgenehmigung ins Ausland habe verschieben wollen Der Strcr befehl Laukte auf 1 Monat Gefängnis und 25 000 Mart Geld­strafe. Das Schöffengericht Derurteilte den An­geklagten auf seinen Einspruch hin zu 3000 Mt. Gelds! rase. Die StrafLrmmer sprach ihn frei, stellte aber fest, daß ein hohes Maß von Verdacht vor­liege, daß er die ihm zur Last gelegte Tat be­gangen habe, nur seien die Verdachts grün de zu einer Verurtellung nicht ausreichend.

Der Schuhmacher Georg R. aus Rösberts erhielt auf sein Gesuch um Wiedereinstellung in den Ersenbahndienst von dem Reichsverlehrs- miniflertum abschläg gen D scheid. Er behauptete nun, ein Dclannter von ihm, der aber bis jetzt nicht aufzufinden mar, habe diesen Bescheid so abgeänbett daß sein Inhalt lautete: Die Wieder­einstellung in den Eisen bahn dien st tunn nur a r- g ec ebnet werden durch das Verk.hrSamt Lauter­bach. Diesen abgeänderten Bescheid reichte er mit einem erneuten Gesuch um Wiedereinstel­lung ein. Dir Fälschung war so plump, daß he bald auffiel. Das Gericht hielt dem Angellagtrn zugute, daß er in großer Rot gehandelt hab: und schon betagt sei, und verurteilte ihn zu d:r Mindeststrafe von einerWocheGefängnrS.

Reun Arbeiter deS Eisenwerks Buderus tn Hirzenhain waren angeklagt, aufangS Mar vori­gen Faires grmeinsdiafllich mit anderen ^lnbe­kannten öffentlich zusammengerottet zu haben und in der Abllcht, ©etoaltätig- teiten gegen Personen mit vereinten Kräften zu begehen, in die Maschinenwerkstätte deS ge­nannten Eisenwerks widerrechtlich eingedrungen zu sein. Anlaß zu diesen Vorkommniffen war. daß der Arbeiter H. aus dem Deuffchen Metall- a. bcitei-Vevband cu.g s' i -den u d dem christ- lil)en M ckallarbeiter-Verbund bmgetrrten war. Die Arl^i.erschaft drs Werkes, die fast aus- schließlich dem erst genannten Verbände angehört, erklärte daraufhin, nicht mehr mit H. zusammen- arbeiten zu wollen. Die Werkleitung lehnte ober eine Entlassung des H. mit Rücksicht auf die ge­setzlich gewährte O> grnisationssreihcit ab. Es sanden dann verschiedene Vc'rsammlur.gen statt, in denen dieser Fall "beraten wurde. Am 3. Mai wurde auch einen halben Tag lang gestreikt. Am 4. Mai wurde die Arbeit wieder ausgenom­men. An diesem Tage nun drangen bi? Arbeiter cms der Gießerei auf den R ff ,'llles heraus" unter lautem Schimpfen und Schreien in bi 2 Maschinenwerlstätte eil Gin Werkmeister trat ihnen mit erhobenen Händen entgegen und machte sie daraus aufnrerksam, daß sie sich eines Haus­friedensbruches schuldig machten. Die Menge hörte aber nicht auf ihn; es ertönte der Rus: S^alt die Fresse, heraus muß er!" und es wur­den Eisenteile, Schemel und'dergl. gegen H. ge-

yermetfier Krenzien, Detgeordn Dr Rosen- 6erg und 26 Stadtverordnete.

Der Oberbürgermeister eröffnet die Versammlung, stellt ihre Deschlußsähigkeit fest und »uucht ?xinn zu der zur Beratung stehenden Dor- fafle folgende Ausführungen:Bei Verabschie­dung der Desoldungsvrdnung für die Beamten der Stadt Gieße» faßte die Stadtverordneten-Der- tamnlung am 30. Hüll 1920 den Beschluß, daß diese Desoidungsordnung einer Rachprüfung zu unter­ließen fei, sobald das Reich und der hessische Staat die für die Reichs- und Staatsbeamten bestehenden DesoldungSordnungen einer Rachprüfung unter­zogen haben würden. Rachdem letzieres bereits seit längerer Zeit geschehen ist, hat die Stadtverwal­tung dec Stadtverordneten-Versammlung ent­sprechende Vorlage gemacht. Die Vorlage der Stadtverwaltung ist im Vorlchlagsausschuß und im Finanz-Ausschuß Gegenstand wiederholter, langer und eingehender Beratungen getoefen, deren Er­lebnis bei veränderte Entwurf eine« Desoldungsplanes darstellt, welcher der Sladtveroidneten-Dersammlung heute zur De- schlußfaffung vorliegt. Die von den Ausschüssen vorgenommenen Mänderungen beziehen sich hauptsächlich auf die unteren und oberen Gruppen, während in den mittleren Gruppen wesentliche Aenderungen nicht bewirkt worden sind. Die flei­ßige, mühevolle Arbeit, die von den Fraktionen und Ausschüffen in dieser Angelegenheit geleistet toorben ist, verpflichtet mich, diesen Körperschaften den Dank der Stadtverwaltung zum Ausdruck zu dringen, der umso lebhafter ist, als die nun vor­liegenden Beschlüsse von den Ausschüssen unter- Zurückstellung einzelner Wünsche einmütig gefaßt worden sind. Die einmütigen Anträge des Vorschlags» und Finanz-Ausschusses gehen dahin, die Stadtverordneten-Versammlung möge die von <bnen voigelegten Entwürfe eines D?soldungS- planeS und einer Desoldungsordnung für die (Be­amten der Stadt Gießen ebenso einmütig gut­heißen"

Die Versammlung nahm nunmehr die Vorlage «nstimmig an, woraus Ne öffentliche Sitzung ge­schlossen wurde.

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Dibnungen gelten. Dir wich'igsten Fragen in dem I Entwurf sind die Durchffiyrung der Eingemein- I düngen, die Gestaltung der Stadtverfas una die ! Beweglichkeit der Verwaltung und die Aege- i- lung der Staatsaufsicht. Mit der Dersaffungs- frage sind aufs engste verbunden Wahlrecht und Referendum.

Der Gegenberichterstatter Landgerichtsrat 6 ch u m a ch e r-Köln, Mitglied des Reichsrates, machte einleitend darauf aufmerksam, daß er die Frage der Städteordnung vöm Standpunkt des wahlberechtigten Bürgers bestuch- len wolle. Gr untersuchte, inwieweit dieser An­spruch habe, an der Verwaltung der Stadt teil­zunehmen.

Rach den beiden mit lebhaftem Beifall auf-

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