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TXr «ietzener Anzeiaer erschein» täglich, außer Sonn- und Feiertags. Monatlich« Btjitgsprcife: Ulli. 9.50 einschl. Träger- lohn, durch die Post Ulk. 10.- einschl. Bestell- gelb, auch bei Nichterschei­nen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. tr«rn sprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; tot Druckerei, Verlag unb Geschäftsstelle 5L Anschrift für Drahtnach- richten. Anzeiger Stehe«.

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Frankfurt a. Bl. 11688.

Erster Blatt 172. Jahrgang Samstag, 28. Januar 1922

Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer vi» zum Nachmittag vorher »hnejede Verbindlichkeit Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v 34 mm Breite örtlich 70 Pf, ausa>artf 90 Pf.; für Neklame» Anzeigen von 70 mnj Breite 3^0Ps. Bei Platz- Vorschrift 20 °/e Aufschlag, tzauptschristleiter: Aug. Goetz PerantwortUch für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Karl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Beck,

vrvS nnb Verlag: »rvhl'scht Unlv.-Vnch- unb Steinbruderei IL Lauge. Schriftleitung, Geschäftsstelle unb Druckerei: Schulftraste I. ,a»>,Uch in

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

l'ion Huguenin überreicht und voraussichtlich in den Sonntagsblättern veröffentlicht wer-

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Konsequenzen sind. AlS ob sich auch im Volksschichten

etwas beigetragen zu dem vom Reichskanzler erwähntenWerke der Rechtfertigung und

abschließend zu würdigen.

Des Reichskanzlers Auseinandersetzungen mit dem neuen französischen Kabinettschef und seine Betrachtungen über Lloyd Georges GesinnungS- und Programmwechsel waren von kluger Mäßigung geleitet und darum im all­gemeinen recht wirkungsvoll. Man kann sich als deutscher Minister ganz gut einmal auf den Standvunkt stellen, daß die immer mehr mit Haberstroh sich füllenden nationalistischen Speicher Frankreichs von deutscher Hand un- angetastet bleiben müssen. Gehen sie über kurz oder lang doch einmal in Flammen auf, so wollen wir in der Drandstifterkomödie keine Rolle spielen. Auch nicht mit dem Dolch im Gewände, sagte Herr Dr. Wirth sehr hübsch, gehen wir nach Genua. Aber was in dem Pariser Speicherwust an willkürlichen Ver­drehungen der Sachlage herumlregt, das dür­fen wir offen hervorholen und dem heilsamen Sonnenlicht aussetzen. Indem Wirth das große Magazin der französischen Schuldverläum- dungSpvlitik für diesmal umging die Wahr­heit wird und muß kommen legte er im einzelnen dar, daß die Behauptung PoincareS, Deutschland habe noch nicht begonnen, seine Wiederherstellungsverpflichtungen zu erfüllen, eine grobe Anwahrheit sei. Er gebrauchte keinen harten Ausdruck, lieh aber die Tat­sachen sprechen. Auch in der Frage der Kriegs- beschuldigten fand der Reichskanzler treffende Sätze der Zurückweisung.

Roch wichtiger und wohl auch nützlicher denn in Frankreich sind jetzt nur taube Ohren war die Anknüpfung an Lloyd Ge­orges Rede. Das von dem englischen Staats- mann darin so oft wiederholte Wort vom internationalen Vertrauen erklärte Wirth nicht als ein bloßes Wort, sondern als ein großes politisches Bekenntnis aufzunehmen. Er unter- strich noch einmal mit entschuldbarer LIm- ständlichkeit die Grundlinien der Friedens- Politik, nach der die Völker dürsten und Lloyd George hat von Deutschland eine Ant­wort, die ihn auf seinen Wegen ermuntert. Der Reichskanzler setzte sich für ein enges Einvernehmen der arbeitsfähigen Län- der mit Rußland ein und warnte davor, dieses nur als eine Kolonie zu betrachten und »u behandeln. In Moskau wird man den Einwurf zweifellos gern vernehmen. And wir haben das lebendigste Interesse, mit dem rus- siscken Rachbar auf schnellstem Wege lautere und friedliche Beziehungen anzubahnen.

Berlin, _ _

wärtige Ausschuß des Reichstages trat heute zu einer Besprechung der Rote der Reichsregierung an die Reparations- k o m m i s s t o n zusammen. Zunächst berichtete Staatssekretär Schröder vom Reichüfinanz- ministerium über den Inhalt der deutschen Rote, die voraussichtlich bald veröffentlicht würde. ES sprachen hierzu noch die Abgeord­neten Helfferich (Deutschnat.), Stamp- fer (Soz.), Dernburg (Dem.), undDauch (D. DolkSP.). Auch der Reichskanzler nahm zu einer kurzen Ausführung das Wort. In Vertretung des erkrankten Abgeordneten Stresemann (Deutsche Volkspartei)führte Müller-Franken den Vorsitz. Den Verhand­lungen wohnte auch R a t h e n a u bei, der sich aber nicht an der Aussprache beteiligte.

gar bald empfindlich bemerkbar will man dem unersättlichen

Die deutsche Antwortnote an den Wiederherstellungsausschuh.

Berlin, 28. Jam Wie dieDeutsche Allgem. Zig." meldet, wird die Rote der Reichsregierung an die Repara- tionskommission heute nachmittag dem Berliner Vertreter der DeparationSkommis-

Die neue Regierung Schober.

Wien, 27. Jan. (WTB.)Rachdem Wahlvorschlag deS HauPtauSschusseS setzt sich das neue Kabinett wie folgt zusammen: Bundeskanzler und Inneres: Schober tm übrigen aber keine Veränderung, nur daß der

nämlich wörtlich:

»Die Entente kann nicht die Fabrik des Herrn T oder daS Landgut des Herrn V zugunsten des Reparationskvntos versteigern lassen; aber sie kann von Deutschland die Maßnahmen verlangen, die notwendig sind, um ihre Forde­rungen sicherzustellen. Die Fähigkeit des Staates, Verpflichtungen zu übernehmen, beruht aus seinem Recht, von seinen Bürgern Abgaben einzutrclben, und von diesem Recht muß er Gebrauch machen, wenn ec sich nicht dem Vorwurf aussen will, daß er sich seinen Verpflichtungen entziehe."

ES ist nicht gerade ein nationales Helden­stück von dem sozialdemokratischen Organ ge­wesen, der Entente so unumwunden zuzuge­stehen, daß man frischzugreifen" müsse. And alles dies, um die hungrigen Mäuler der pro­grammatischen Desitzverschlinger in der Par- teibewegung zu befriedigen!

Man einigte sich schließlich auf die Zwangsanleihe in der Höhe einer Gold­milliarde und mischte die Karten des Kom­promisses auch in den übrigen Partien des zur Debatte sielenden SteuerprvgrammS. Der EinigungSw7.le der beteiligten Kvmpro- mißparteien verdient ein Wort der An­erkennung. Wer oder was hat denn nun aber im Streit der Meinungen und in dem notwendigen und erfolgreichen Abschluß der heißen Verhandlungen gesiegt? Ost es das konsequent durchgeführte Prinzip Wirths von derErfüllung" bis zum letzten Möglichen oder ist es eine Rotwendigkeit, eine Schick­salsberechnung aus Faktoren, die außerhalb deutscher Parteiklugheit lagen? Wer hat denn eigentlich in den letzten Jahren immer erfüllt"? AnS dünkt: Die Entente an uns Deutschen. Wir waren Objekt, wir muhten uns fügen; wir konnten uns nicht recht weh­ren. Wer in Deutschland einer Katastro- phenpolitik das Wort redete, der hat

freilich unklug und falsch geraten. Aber die Gegner Wirths waren keineswegs durchweg Katastrvphetrpvlitiker. Reber das Wie der Er­füllung läßt sich viel sagen und streiten. Man konnte Erfüllungspolitik treiben mit dem Mut und Glaubenseifer altchristlicher Gladiatoren man konnte das Unausweichliche aber auck erleben und mitmachen mit der Hand an der

kalen Parieipropaganda das Rachdenken über die volkswirtschaftlichen und außenpolitischen unbedenMch zu opfern geneigt nicht heute jede Desitzsteuer Lebensunterhalt der ärmeren

Wochenrückblick.

Mit einer Revolutionierung unserer jetzigen RegierungSpraxiS wäre dem Reiche nicht gedient. Evolution ist auch hier das Mittel, zu gesunden Fortschritten, zu gelan­gen. Darum halten wir die R e b e r w i n - düng der inneren Krisis, wie sie sich an den beiden letzten Tagen im Reichstag voll­zog und kundtat, für nützlich und erfreulich. Den Reichshaushalt in Ordnung zu bringen, soweit die Kräfte reichen, die Defizite zu beseitigen, das war gebieterische Rotwendig- tett, die sich äußerlich und innerlich aufdrängte. Der Reichskanzler sagte ganz richttg, daß das deutsche Volk und seine Regierung das gleiche Interesse an diesen Reformen hätte, wie der Oberste Rat und der Wiederherstel- lungSauSschuß. Rur über das Wie war unter den Parteien ein Streit entbrannt, der durch ein Kompromiß beseitigt werden mußte, das schließlich auch zustande kam. Zurückblickend auf diese Verhandlungen und die Begleit­musik in der Presse hat man leider wieder schlechte Sitten und blinden Rebereifer fest­zustellen. Die Sozialdemokratie wollte in agitawrischer Absicht neben den indirekten Steuern einschneidende Desitzenteignungen verschiedener Art. Run ist die Heranziehung des Kapitals und Besitzes eine glatte Selbst- verständlichkett; ihre Form zu finden, war jedoch nicht einfach, sondern peinlichster Rn- tersuchungen wert. Einfach Vermögenskür­zungen in großem Mahstabe zu empfehlen, das bleibt Leuten Vorbehalten, die der radi-

nontmen.

Die Ausnahme der Rede Wirths in Frankreich.

Paris, 27. Ian. (WB) Zur Rede deS Reichskanzlers schreibt der .Temps", bu Bedeutung der Rede sei eine parlamentarische Kundgebung, ein diplomatischer Akt und efn Finanzerposö gewesen. In parlamentarischer Htn- sictt habe die Methode schwieriger Verhand­lungen ihren Ab'ch.uh in einem wahren Gr^lg des Kabinetts Wirth gesunden, to dl über man sich ausrichtig zu freuen habe. Der »Temps" empfindet einen ausgesprochenen Gegensatz zwr- fd)en den Worten des Reichskanzlers Wirth, die er Frankreich und denen, die er England gewidmet habe. Im ersteren Falle tritifiere Dr Wirth, im letzteren stimme er zu und lächle. Wird diese A r g l i st wirklich die Engländer »ersühren, s) fragt das Blatt. Der .Temps" zweifelt daran. Er will aber nicht eine Polemik mit Polemik beantworten, denn das bringe Frank.eich fUU GDidmarL ein und vermindere den 'Bankn)ten- umläui um keine Papiermark. Ene Stelle btt Rede deS Reichskanzlers g^ällt dem Blatt be- sonderS Gr habe getagt, wenn Deutschland be­reit sei, den französischen Interest en tn brr Wiederaufbaufrage und den anderen Fragm Rechnung zu tragen, so sei das, w.''.l man h)fte daß Deutschland von den B f rift agen b.fr.ll werde, die es bis jetzt hinsichtl'ich seiner Freche.t als Staat und der Integrität seiner Länder hätte haben müssen. Die'enigen unter uns, so bemerkt das Blatt, die gegen jede Herabsetzung des französischen Heeres protestieren, die die Be­setzung der Aheinlande verlängern wollen unb die sich gegen die Aufhebung der militärischen Sanktionen ausgesprochen haben wären in Der- legenheit geraten, wenn der Reichskanzler Wirth etwa gesagt hätte, man sei bereit, ^ankreich Genugtuung zu geben, weil man durch mora­lische Verpflichtungen dazu gezwungen sei, und weil man, selbst wenn kein materieller Zwang auf Deutschland lastete, bztfrfb nicht weniger entschlossen träte, lückenlos diese moralische Ver­pflichtung zu erfüllen. Der Reichskanzler habe etwas ganz anderes gefügt Er habe unumwunden er Härt, daß Deutschland zahle, wei l es bis ieftt Furcht gehabt habe, unterworfen odL zerstückrit zu werden. Welches Atau- ment gegen die Entwaffnung, welcher Swß gegen die Resolution von Eannes und gegen

das Ideal, bad Lloyd George tn Eannes reali­sieren wollteI so ruft der .Demos" aus, Inbem er ferner fragt: Welchen Weg mühten die bei* schen Republikaner noch zurückleaen, bevor ste eine Außenpolitik betreiben wurden, die ihren Grundsätzen entspreche und die notwendig sei für die Konsolidierung ihrer Republik. Schließ- lich sagt der .Temps" in Besprechung des |Inan- Mellen Programms, daß alles, was In Deutschland geschehen solle, nicht genügen werd«, toen;i nicht eine internationale Kreditoperation erfolge.

Dasßodrnal des DedatS" glaubt dem Reichskanzler aufs Wort, daß Deutschland nicht nach Genua gehe mit dem Dolch tm Ge­wände und mit hinterlistigen Absichten. Deutsch­land habe das gar nicht nötig, um in Genua den Vertrag von Versailles zu zerreißen. ES könne ihm genügen, die Vertreter der 43 Staaten, die zu dieser Konfe^nz eingeladen seien, reden zu lassen. Roch einigen Wochen würden die Dele­gierten der besiegten Völker unb der Vertraten, die dem sacro egoismo ergeben seien, dazu kom­men, die Rngelege-Hellen auszuleben, die der Krieg geschaffen habe, und die Beseitigung bei wirtschaftlichen und finanziellen Klar s la. wenn nicht gar der territorialen Klauseln, der Vertrage des Sieges zu fordern. Wenn die französische Regie ung es vrritandm Hütte, das unvergleichliche moralische Prest ge. das fie nach dem Waf^astillstand be'esten habe ausrechtzuer­halten, tann hätte eine derartige Diskussion nicht eingelellet werden können; zunrindest ab.-r hätte man sie so gesüh-t, daß nichts Rach'eiliges für Frankreich daraus hervorgegangen wäre

DieSibert 6" schreibt, die Deutschen hät­ten endlich herausgefunben, daß der Reichskanzler Dr. Wirth der Mann sei. Der die beste deutsche Politik mache, und bewiesen ihm wegen der Er­gebnisse, die er bereits erzielt habe, ihr Ver­trauen. Wirth sei der erste Staatsmann, der in Deutschland nach der Riederlage dieses Ramens würdig erscheine.

DerIntransigeant" vertritt den Standpunkt, daß man daS Gefühl habe, daß Deutschland alles, waS eS vor der Konferenz von Genua unternehme, für provisorisch halte Das Steuerkomvromiß sei nichts anderes als ein Kompromiß de Passage. Der Reichskanzler Wirth habe feine Gedanken nicht verheimlicht. Er hoffe, daß auf der Konferenz von Genua durch das Studium des Problems der Wellwirt- schäft auch das Reparationsprvblem in seiner wahren Bedeutung erschrine und daß die Repa­rationsfrage zum Ruhen Deutschland- Fortschritte machen werde. Für ihn stelle sich da- Problem von Genua so dar: Einverständnis zwischen den 6,-egern und Besiegten, um die Kriegsopfer zu beseitigen.

Eine Nede Lord Greys.

London. 27. Ian. (WTB) Lord Grey hielt heute tn Edinburg eine Rede, in der er u. a. sagte, ein gutes Einvernehmen zwischen Frankreich und England sei eine wesent­liche Vorbedingung für den Wiederaufbau Eu­ropa«. Unleugbar besteht im gegenwärtigen Augenblick zwischen beiden Regierungen weniger Vertrauen und weniger Einvernehmen als je seit dem Iahre 1904. Diese ernste Tatsache sei auf die verkehrten Methoden zurück-usühren, mit denen die Beziehungen der beiden Länder zueinander und die auswärtigen Angelegenheiten im allgemeinen behandelt würden. Er meine, daß die M e t h o d k des Obersten RatS, die das Vertrauen unterhöhle. Reibungen verursache und auch Elemente der Rnstetigkeit in die Behandlung der auswärtigen Angelegenheiten bringe. Grey ver­wahrte sich gegen den Vorwurf, daß er mit seine, Kritik des Obersten RateS für die sogenannte alte diplomatische Methode eintrete. Er sei nur für größere Ruhe und Stetigkeit und teile durchaus die Meinung, daß die vor dem Kriege üblichen diplomatischen Methoden verbessert und den neuen Rmständen angepaßt werden könnten. Es sei sicher möglich, weniger unter Ausschluß der Öffent­lichkeit zu verhandeln, als das früher üblich war. Grey fügte hinzu, er sei nicht der Meinung daß der Ausbruch des Krieges bei veränderten drplo- matischen Methoden hatte vermieden wer en rön­nen Der Krieg sei unvermeidlich gewesen wetl in Deutschland nicht derselbe Dille zum Frieden be­standen hätte wie in England.

Amerika nnb die Konferenz in Genna.

London, 2L. I<m. (WTB.) ,Dallh Mail­meldet auS Reu York: Den Erwartungen entgegen vermied Präsident Harding nach Schluß der gestrigen Kabinettssitzung irgend etwas Etdgül- tir'es über die Annahme ober Ablehnung der Einladung zur Konferenz von Genua zu sagen. Er bemerite jedoch, es sei äußerst schwierig, über die zu befolgende Dolitik eine Entschei­dung zu treffen, da die Vereinigten Staaten in einem anderen Verhältnis als die übriaen Rationen zu der Konferenz stehen. Im Weißen Hause wurde erklärt, daß die amerikanische Re­gierung die Konferenz weder verhindern, noch verschieben wollte. _ x

Moskau, 27. 3an. (Wolff.) Die Sow­jetregierung wird auf der Konferenz von Genua durch Krassin, Litwinow und I v f f e vertreten sein.

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Höllenrachen der Entente blindlings das reine Korn überliefern, kann er nicht im Interesse einer notdürftigen Fortführung unserer VolkS- existenz auch mit K-Brot vorliebnehmen? Man mag und endlich eine Politik bescheren, die unseren Kredit verbessert; dann ist der Gedanke einer Anleihe, wie sie von den großen Faktoren unseres Wirtschaftslebens: Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft längst erwogen worden ist, bei weitem der beste unter den Plänen einer Heranziehung des Besitzes. Wir dürfen fordern, daß die Entente uns die Voraussetzungen bietet für die Ausnutzung des deutschen Wirtschaftskörpers zu Wiederherstellungszwecken. Aber man dient dem Vaterlande schlecht und besorgt nur die Geschäfte unserer Feinde, wenn man, wie der V o r w ä r t S" vor einigen Tagen, die deut­schenBesitzenden" ungebührlicher Drücke­bergerei bezichtigt und ausdrücklich konsta­tiert, der Vertrag von Versailles gestatte der Entente nicht nur den Zugriff auf das öffentliche Eigentum, sondern auch auf das private! DerVorwärts" schrieb

Weitere 31 Millionen Goldmark gezahlt!

Paris, 27. Jan. (WTB.) Havas mel­det: Die KriegSlastenkvmmission hat heute abend der ReparatwnSkommission mit» geteilt, daß die deutsche Regierung tn die von der Reparationskommission bezeich­neten Banken 31MillionenGoldmark, die Deutschland alle zehn Tage vorläufig zu leisten hat, entsprechend dem Beschluß der Konferenz von Cannes einbezahlt hat.

BerSffentlichung der deutsche» Vorkricgsnkten.

Berlin, 28. Ian. Die die »Tägliche Rundschau" zuverlässig erfährt, sollen Anfang Februar die Dorkriegsakten des Auswär­tigen Amtes veröffentlicht werden. Diesem Gnt- schluß liegt die Absicht zugrunde, der Welt ein Bild von der deutschen Außenpolllik in jenem Zeitalter zu geben, das man auf gegnerischer Seite als das Zeitalter des deutschen Imperialis­mus bezeichnete, der ang biich zur Weltkatastrvphe führte. Dle gesamten Dokumente über die diplo­matischen Verhandlungen seit 1871, also seit dem Bestehen des Deutschen Reiches, sollen veröffent­licht werden. Zunächst wird ein Teil dieser ge­heimen Akten in sechs Bänden erscheinen. Die Zusammenstellung des Materials hat Lepsius im Auftrage des Auswärtigen Amtes über-

Aufklärung", wodurch in der letzten Zeit man­ches erreicht wurde. Das neue Steuerkompro- miß ist nicht einfach die Krönung der Weis­heit unserer KoalitionSparteien. Wie es ge­staltet und wie es eingepflanzt wurde auf dem durch die Konferenz von Cannes vorberei­teten Boden darauf muß man schauen, wenn man den Dank veriellt an die Mit­arbeiter. Rur wenn in London, Washington und Paris die Polittk deS wirklichen Friedens mit fvrischreitet, kann das neue deutsche Re- fvrmprogramm gedeihen, und nur wenn die Reick^regierung persönliche und sachliche Ga­rantien dazu bietet die Deutsche Volks­pariei, die solche Forderungen stellt, denkt dabei wohl an die unbedingt notwendige Sa­nierung der großen StaatSbettiebe und eine ausreichende Äeberwachung der Reichsfinanz­gebarung wird es seinen Zweck erfüllen. Herr Dr. Wirth hat seinem privaten Mtt- arbeiter Dr. Rathenau eün großes Dankopfer dargebracht. In gewissen Grenzen können Reichstag und Voll dafür Verständnis auf­bringen: Wir kennen Rat Henaus Rede in Can­nes und wissen, daß er die finanzielle und wirtschaftliche Rot Deutschlands gut und ge­schickt dargelegt hat. Sonst sind seine Ver­dienste bisher zu sehr im stillen und geheimen geblieben, als daß des Reichskanzlers Komr^li- mente ein allgemeines Bravo erwecken könnten. Wir haben bisher auch gar nichts erfahren von dem Zahlungsplan, der gestern, am 27. Januar, von der Regierung dem Wie- derherstellungSauSschuß vvrgelegt wurde, und wir sind daher auch noch nicht in der Lage, die neuesten Leistungen deS Kabinetts Wirth

Bremse des Wagens; mit der nationalen fion Huguenm überreicht uno voraus,tcyrucy Sammlung des uns tief verletzten Rechts- 'N den Sonntagsblättern veröfsentltcht wer- gefühls, um nicht bloß die Materie, sondern den. Zu den Mitteilungen einzelner Ber­auch den Geist, die Gerechtigkeit, zur Geltung liner Blätter über den ^"9glichen Inhalt der zu bringen. And wer in den Tagen der! Reparationsnote bemerkt das B.att, daß diese Schmach das Gefühl für nationale Würde, Veröffentlichungen großleitteils auf Kombina- nicht fvrtwerfen wollte, der hat doch wohl auch ttonen, zum kleineren ~ede auf IndtSkretio- etwas beiaetraaen zu dem vom Reichskanzler nen beruhen. ______ .