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l> den 21. Juli 1922. 'eisuugeu.

H für unser untzr, rrMrissen leidendes .angenommen dat, iff 1 J'-t echchm. Danach^ bis I. Mai 1922 im lzeiten verteilt, in den 1921 wurde täglich linder in 1640 ©c- Bewältigung dieser icn, 8364 LpeisestÄen, ! neben dem bezahlten llige Helfer. Zur Her- ourden rund 22 000 el verbraucht. Davon erikanische Epen« 3 Mlionen Dollars egteruna steM bn innen Wehl und Zuller wen Mark. Der Se­en QHa^Iget betrug

Die gegenwärvH.e OsiL^men teaonnen ptembet. Durchschnitt« 000 Wahlzeiten Zusammenstellung läßt deutlich wertvoll diese werdende Bevölkerung Per ständig steigenden Irlich immer mehr an :ctc Durchführung ist ährleisten. Leider er- llsstoerkes nicht völlig

Entwicklung ir ^ürchwng nicht unge- , die Speisungen ui M auf »le toa können. Zu Änsang Ausdehnung schon aus en. Sie Spenden l»n pärlicher ein f j« enötigt. nanN^ Speisung uberhM »urben im Lause dre- Mark stadtrsche rlnundDerwa^K ; so bisher 35 ft® ernährten ,^nn Ä&-& licvvchandv^^^

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ritte" und finanziellen Hilfsmittel reichen noch ^ts zum Oktober ans. Ob und wie bann bas Hilfswerk weitergeführt werden kann, darüber leftebt noch keine Klarheit. Beträchtliche Mittel «ühten jedenfalls von der Stadtkasse zur Der- fügung gestellt werben, iinb es ist bringend z i Dünschon, daß die erforderlichen Summen bc- »eitgestellt werden können, um den traurigen Avlgen einer weiter fortschreitenden Unterernäh- -wng der minderbemittelten Bevölkerung vor- Mbeugen.

Die Teuerungszahlen in Hessen.

Die Teuerungszahlen in 24 hessischen Gemein- »en, berechnet auf Grund der Preise vom 21. Juni 1922 (24. Mai) betrugen für Mainz 3811 (3353), Harmstadt 3491 (3093), Offenbach 3610 (3102), Worms 3607 (3057), Gießen 3438 (3186), Heu- .Sfenburg 3583 (3237), Friedberg 3512 (3190), Lampertheim 3732 (3449), Da d - R a u h e i m 3683 (3489), Viernheim 3632 (3073); Durchschnitt der 10 größten Gemeinden 3610 (3223), Bensheim 3730 (3023). Bingen 3799 (3234), Alzey 3723 (3205), Rüsselsheim 3516 (3069), Heppenheim 3281 (2903), (Dieburg 3331 (2870), Groh-Gerau 3856 (3280), Alsfeld 3684 (3307), Butzbach 3489 ((3095). Lauterbach 4017 (3179), Oppenheim 3456 (3107), Büdingen 3436 (3092), Erbach 3709 (3157). Schotten 3489 (3017); der Durchschnitt aller Gemeinden beträgt 3609 (3167). Die Durch­schnittsteuerungszahl für die 24 Gemeinden setzt sich aus folgenden Posten zusammen: Ausgabe einer fünfköpfigen Familie für Brot 417,00 (386,98), Mehl 91,61 (86,64), Aährmittel 265,97 (241,01), Kartoffeln 380,13 (438,75). Gemüse 421,16 (301,36), Fleisch 311,84 (245,75). Schellfisch 44,14 (36,47), Speck 228,17 (175,00), Fett 433,13 (384,49), Salzheringe 18,80 (16,68), Dörrobst 127.33 (115,24). Lucker 124.10 (98,34), Eier 57.48 (44,51), Vollmilch 265,76 (209,80). Brennstoffe 309,61 (281,77), Leuchtstoffe 53,61 (45,80), Wohnung von zwei Zimmern und Küche, monatlicher Mietpreis 59,15 (55,80). 3m Monat Juni sind die Preise wieder allgemein in die Höhe gegangen. Rur die Kar- roffelpreise sind gefallen.

V

** Amtliche Personalnachrich­ten. Ernannt wurden am 20. Juli 1922 zu Polizeiwachtmeistern die Polizeiwachtmeister auf Probe bei dem Polizeiamt Dad-Äauheim Anton Herth aus Rockenberg (KreisFried­berg), Heinrich Runheim aus Offstein (Kreis Worms), Friedrich Münch aus Als­feld, mit Wirkung vom 1. Juli 1922; die Poli- zeiwachtmeister auf Probe bei dem Polizei­amt Reu-3senburg Ludwig Schnabel aus Bürstadt (Kreis Bensheim), Wilhelm Hai­ner aus Butzbach, mit Wirkung vom l.Aug. 1922. Ernannt wurde am 20. Juli der Stu­dienassessor an der LiebigS-Oberralfchule zu Darmstadt Karl Schmidt aus Reinheim i. O. zum Studienrat mit Wirkung vom 1. August 1922 ab. Ernannt wurde am 25. Juli der Lehrer Peter Weber zu Erbach i. O. zum Rektor an der Bolksschule daselbst. 3n den Ruhestand versetzt wurde am 20. Juli 1922 der Landesgestütsaufseher Heinrich A e e b bei der Hessischen Landgestütsdirektion zu Darmstadt unter Anerkennung seiner dem Staate gelei­steten Dienste mit Wirkung vom 1. Oktober 1922 an.

* Zahlung der Militär renten durch das Postamt (Bahnhof st rahe). Sämtliche Militärrenten werden kümstig am 29. des dem Fälligkettsmonat vorhergehenden Monats von 71/2 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags und von 27 Uhr nachmittags gezahlt. Wenn die­ser Tag auf einen Sonntag oder allgemeinen Feiertag fällt, erfolgt die Zahlung am 28. Die Beträge für März werden am 26. bzw. am 25. Februar gezahlt. Auf die kostenfreie Zu­stellung der Gebührnisse durch die Besteller ins Haus der Zahlungsempfänger sei nochmals hin- gewiesen. Vordrucke zu den Anträgen können bei der Rentenzahlstelle während den Schalterdienst­stunden in Empfang genommen werden.

** Vorsicht bet Briefen ins besetzte Gebiet. Da die Driefzensur im besetzten Gebiet neuerdings wieder auherordentlich scharf iäu sein scheint, empfiehlt es sich, mit der größten Sorgfalt alles zu vermeiden, was der schnellen Weiterleitung der Post und dem Adressaten zum Aachtell gereichen müßte. Wie wir aus anderen ©tabren hören, sind in letzter Zeit mehrfach Ge- durch solche Verzögerungen empsindlrch geschädigt worden.

** Das Gießener Bataillon des c ' an"'Regimen Ls trifft morgen abenö um 7.37 Uhr nach mehrwöchiger Ab- Wesenheit aus dem Truppenübungsplatz Senne­lager wieder hier ein.

Bornotizen.

Lageskalender für Donners­tag. Astoria-Lichtsprele:Der Roman der Ehrl- sttne d. Herre" undDie siebente Großmacht" Lichtspielhaus, Bahnhofstraße.Das schwarze Kuvert".

Landkreis Gietzen.

X Wieseck, 26. Juli. Auch hier Härten bie zahlreich versammelten Mieter tm Saal von Dierau einen Vortrag von Reallehrec Heber- me hl-Gießen, der eingehend alle einschlägigen Fragen behandelte. Ein M i e t e r s ch u tz v e r - ein wurde gegründet. dem wobl die Entstehung eines H'u.'b sitz erverein s bald folgen toib

Kreis Lauterbach.

z. Crainfeld. 25. Juli. Dem Gemeinde- rechner Fritz wurde in der lllacht vom Sonntag auf Montag ein Dreack. welches hinter dem Hause stand, gestohlen. Von den Tätern fehlt jede Spur.

z. Schlechtenwegen, 25. Juli. Dem hie­sigen Lehrer Adolf, der die Ferien bei seiner Familie in Crainfeld zubrachte, wurden während seiner Abwesenheit die Betten, sämtliche Wäsche, Kbeider und ein paar Schuhe g e st 0 h l e n. Man bringt diesen Diebstahl mit einem jungen Burschen in Verbindung, welcher vor einigen Tagen bei hiesigen Ortsbewohnern nachfragte, ob der Lehrer zu Hause sei.

Kreis Schotten.

B. Gedern. 23. Juli. Zu einer Abschieds- feier für den in den Ruhestand tretenden Post­meister Christian Mehring fanden sich die Be­amten des Postamts Gedern im GasthofZur Traube" ein. Oberpostschaffner Birx widmete dem Scheidenden Worte der Anerkennung und des Dankes. Postmeister Mehring gehört über 49 Jahre der Post an und wirkte seit 1882 am Postamt Gedern

Hessen-Nassau. Mieterprotest gegen bie Magistratsverordmmg.

fpd. Frankfurt a. M.» 26. Zull. Auf dem Römerberg fand heute nachmittag eine Vvm Mieterschutzverein einberufene Pro­test Versammlung gegen die vom Ma­gistrat erlassene Verordnung über die Miets­zuschläge statt, die ohne Zwischenfall verlief.

Die ewige Fahneusrage.

wd. Frankfurt a. M.. 26. 3di. Aas Wunsch des Rcichsrninisters des Innern sind die mit der Herstellung nud den Verkauf von Fahnen- stoft und fertigen Fahnen befaßten Spezial­geschäfte aufg.fctbert worden, sowohl Fahnen- st0ffc wie auch geeignete Farbstoffe in größeren Mengen wie bisher vorrätig zu halten, da in nächster Zeit mit größeren Anforderungen zu rechnen sein wird.

Die Entfernung der Kaiserbüste aus dem Dürgersaal.

fpd. Frankfurt a. M., 26. Juli. Auf Anordnung des Stadtverordnetenvorstehers Hopf sind seit Dienstag zahlreiche Arbeiter am Werk, um die 60 Zentner schwere Marmorbüste Kaiser Wilhelms I. aus dem Dürgersaal zu entfernen. Zur Bewerkstelligung des Transportes sind schwere Zugletten, Flaschenzüge usw. nötig. Das hervorragende Kunstwerk (von Kaupert) soll in einer verborgenen Ecke des Rathauses Aufstellung finden. Die Entfernung der Statue erregte bei den augenblicklich hier weilenden Deutsch-Amerikanern, die in Hellen Scharen das Rathaus besuchen und dabei Zeuge des Vorganges sind, gewaltiges Auf­sehen.

Starker Fremdenbesuch m Frankfurt a. M.

fpd. Frankfurt a. M., 26. Juli. Der Besuch von Ausländern in Frankfurt steht augenblicklich auf dem Höhepunkt. 0n den Hauptverkehrsstraßen sieht man sie scha­renweise mit dem roten Daedecker bewaffnet. On der Hauptsache sind es Amerikaner und Holländer, die augenblicklich hier weilen und von Frankfurt aus die Sehens­würdigkeiten der Umgebung besuchen.

mc. Frankfurt a. M., 26. Juli. Auf der Zeil werden augenblicklich in der Rächt Schweih- arbeiten ausgeführt. Zu diesem Zwecke werden kleine Zelte errichtet. Gin total betrunkener Chauffeur fuhr mit seinem mit mehreren ebenfalls betrunkenen Personen besetzten Wagen in ein solches Zelt Zwei Arbeiter wurden leichter, der Chauffeur schwer verletzt. Die plötzlich nüchtern gewordenen Insassen verschwanden in der Dämmerung. Die Verletzten wurden nach Feststellung ihrer Personalien ins Krankenhaus überführt. Das gericht.icheRachsoiel folgt natürlich.

mc. Frankfurt a. M., 26. Juli. Die Margarinepreise werden abermals um 5 QKt pro Pfund erhöht. Der niedrigste Preis beträgt künftig 64 Mk.

1 Woche noch nicht vollständig unter Dach gebracht I I werden können. Sie fällt besser aus. als man' anfangs befürchtete. Es fehlt am warmen Sonnen­schein. 3n vielen Häusern werden die Zimmer geheizt. Das Regenwetter ist der Winter- und Sommerfrucht recht zustatten gekommen. Roggen und Weizen stehen gut Gerste steht sehr schön. Hafer ist im allgemeinen kurz geblieben. Erbsen zeigen einen guten Stand. Die Kartoffeln stehen letzt in voller Blüte. Auch die Hackfrüchte ver­sprechen reichere Erträge alS im vorigen Jahre.

Berlin. 26. Juli. Infolge der großen Trockenheit während der Zett von Mai bis Mitte Juli ist in weiten Gebieten des Westens eine vollkommene Fehlernte zu verzeichnen, die besonders in großmi Teilen der Rheinprovinz und der bayerischen Pfalz zu Rot­ständen geführt hat. In Berücksichtigung dieser Verhältnisse hat das ReichSmttiisterium für Er­nährung und ßani>toirtfdjaft nach Besprechung mit den zuständigen Landesstellen eine wesent­liche Ermäßigung des für die preußische Rhein- Provinz, die bayerische Pfalz und Rheinhessen ursprünglich festgesetzten Getreideumlagesvlls ver­fügt.

Sandele

Berlin, 26. Juli. (Wolff.) Börsen­stimmungsbild. Bei der durch Bayerns Sondervoraehen geschaffenen innerpolitifchen Spannung rann es!zu Aenderungen in der lust­losen, abwartenden Haltung der Börse nicht kommen, zumal heute wieder die bekannten Geldsorgen der Spekulation wegen des Ul­timo stärker betont wurden. Bei der hochgra­digen Geschäftsstille senkte sich unter diesen Umständen der Kursstand wieder durchschnitt­lich um 10 bis 20, vereinzelt 30 bis 40 Pro­zent. Dagegen wurden Eanada, Baltimore und Ohio über 100 bzw. 200 Prozent höher ge­setzt. Vorübergehend kam es in Rheinstahl­aktien erneut zu lebhafteren Umsätzen, ohne daß aber deren Kursstand dabei wesentlich verändert worden wäre. Am ausländischen Rentenmarkte nahmen die Umsätze gleichfalls keinen größeren Umfang an. Die Kurse konn­ten sich bei Schwankungen ungefähr behaup­ten, nur lombardische Prioritäten stiegen wei­ter erheblich. Das Geschäft am Devisenmärkte war bei später einttetender Befestigung un­bedeutend.

Frankfurt a. M., 26. Juli. (Dorsen- stimrnungsbilb.) Im heutigen Börsenver­kehr fehtte es wieder an regerer Geschäftstätig­keit Die Tendenz gestaltete sich uneinheitlich, doch konnten sich die Kurse verschiedentlich be­festigen. Die Spekulation zeigte geringe Unter­nehmungslust. Auch in Devisen war das Geschäft bescheiden. Der Dollar, der im Vormittagsver­kehr mit 508514 genannt wurde, stellte sich an der Börse auf 509517514. Im freien Verkehr sind bei geringen Umsätzen verschiedent­lich Abschwächungen zu verzeichnen. Benz 515, Brown-Boweri 370380, Ufa 220225, Inag 390. Am Montanaktienmarkt machte sich für

handelt.

Fr. 125.40

27 7.

Schweizer Franken

Wechsel auf

Agram

755, 1230,

100

100

100

100

-,2O

2,37

1.7.14.

125.40

59.20

88.80

88.80

117.80

117.80

97.80

23.80

1450, 805, 716, 739,

Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Stockholm . Wien.... Prag.... London. . . Reuyork . . Paris. . . .

100 Kr.

100 Kr.

2u0,- 81,60

445 330,- 284,- 268,- «77,- 390,- 284,- 242,-

268.-

Dad.Anilin-u. Soda Höchster Farbwerke. Allg. Elektr.-Ges. . . Felten L Guilleaume Schuckert-Werke. . . Adlerwerke......

Daimler.......

4°,0 Hess. StaatSanl. Electron Griesheim Dtsche. Vereinsbank

Holland. . . Deutschland Wien . . . . Prag

Paris. . . , London. .. Italien . . < Brüssel . . < Budapest. , Reuyork. . .

. . 100 5L

. . 100 Mk.

. . 100 Kr.

.. 100 Kr.

. . 100 Fr.

. . 1 £

730,

755, 840, 790, 475,

436,

76, 820, 180,

Kurs

26. 7.

77,50 117, 202,-

81,50 445,- 324,- 281,- 270,- 470,- 389,«

282,- 243,- 273,-

1340,- 799,-

1215,- 133C.-

3025,

87C,- 681,-

1430, 795,- 711,- 731,- 810,- 765,* 461.-

419,50

74,50 755,-

204.60

1.03

0.017

11.85

43.60

23.43

24.10

41.45

_ 0.35 520-50

1.70

0,085

760, 468, 415,

76, 790, 180,

26.7.

1,03 -.60 -.93 ,78

6535,- 8,60 2,29

-,19 2,35

220 - 79,-

452,-

332,- 280,- 270,- 477,- 388,- 284,- 244,- 270 -

Datum:

5°/0 Dtsch. Kriegsanl. 4°/,Dtsch. Reichsanl. 3°/o Dtsch. Reichsanl. 4e/0 Preust Konsols Harnburg-Paketf.. . Rorddeutscher Lloyd Eornm.u.Privatbank Darmstädter Bans . Deutsche Bank . . . Disconto-Gesellschaft Dresdner Bank. . . Mitleid. Creditbank.

Kurs 23.7

77,5» 11725 200,-

81,x0 442,50 327,- 287,- 270,- 470,- 393,- 290,- 244,- 273,-

2350,- 805,-

1255,- 1360,- 3125,-

900, 700,-

1480,- 815,- 727,- 750,- 821,- 800,- 4 60,

425,

74,25 794,-

24. 7.

1,05

,51

,95

-,79

6635,-

8,90

Kurs Kurs

25.1. 26. 7

77.50 77,50

116,50 116,25

204L5 1.- 0X117

12.- 48.50 23.42 24.05 41.30

0.35

527.- 1.65

0,085

ßanbtoirttoaft,

fl. Aus bem oberen Vogelsberg, 26. Juli. Die Heuernte, welche nahezu beendet

Fr. Fl. Kr. Kr. Kr. Kr. Sh. -

L.

Fr.

Kr.

Gietzener Strafkammer.

Gießen, den 25. Juli 1922

Der Artist I. W. Kl. verfolgte Berufung g egen ein Sirte i t des Schöffengerichts Gießen, durch das er zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden war. Er hatte in einer Reihe von Städten Geichäftsleute, namentlich Juweliere, auf eine überaus geriebene Weste um hohe Werte, meist goldene Uhren, betrogen und schwer geschädigt. Die Art seiner Betrügereien in der Öffentlich­keit wiederzugeben, empfiehlt sich um so weniger, als er erklärt hat, durch Gerichtsberichte feine Tricks gelernt zuhaben. Mit der Berufung be­zweckte er Herabsetzung der Strafe; er habe nicht nur aus Gewinnsucht, sondern auch ausSport" gehandelt. Die Strafkammer fand darin keinen Mildeiungsgrund, zumal der Angeklagte wegen Eigentumsvergehen mehrfach vorbestraft war. Die Berufung wurde zurückgewiesen.

Ein bisher unbestrafter Kaufmann hat als Geschäftsführer (Bevollmächtigter) nach und nach namhafte Beträge veruntreut, den Schaden aber nach der Entdeckung wieder voll­kommen gedeckt. Gr erhielt 5 Monate Gefängnis.

Auf ihre Berufung wurden frei­gesprochen ein wegen Holzdiebstahls verur­teilter Landwirt und ein wegen Preistreiberei verurteilter Handelsmann. In beiden Fällen fehlte es an ausreichenden Beweisen.

Schlichtungsausschnß der Provinz Oberhessen.

Sitzung vom 25. Juli 1922.

Wegen anbertoeiter Festsetzung der Ent­lohnung der Schirmnäherinnen der Firma Spieß u. Co., G. m. b. H., Gießen, hatte der Deutsche Holzarbeiterverband Gießen an gerufen. Es wurde den Parteien durch Schieds­spruch vvrgeschlagen, die Entlohnung auf der Grundlage der in den Gießener Damenschnei­dereien geltenden Lohnsätze von der lausenden Lohnperiode an mit einem Zuschlag von 20 Pro­zent vorzunehmen.

In der Antragssache des Deutschen Holzarbeiterverbandes gegen Firma Reger in Lich wurde die Verhandlung aus­gesetzt, um vom Gewerbeaufsichtsamt in Gießen eine gutächtliche Aeußerung darüber herbeizu­führen, ob der Betrieb dem überwiegenden Cha­rakter nach den Sägewerksbetrieben oder den Schreinereibetrieben zuzurechnen ist.

Die Lvhnstreitsache der Genossenschaft für Häute- und F e 11 ver we r t u n g , Reben stelle Gießen, wurde zur weiteren Verhandlung der Parteien ausgesetzt, da die An­tragsteller bestritten, daß eine vollständige Smi- guag im Sinne des Antrags erzielt sei.

Auch die Buchbinderlohnft reitsache ge^en verschiedene Druckereien und Buchbinder­geschäfte in (Sieben wurde zunächst vertagt, da zentrale Verhandlungen unter Mitwirkung des Reichsarbeitsministeriums im Gange sind.

Mit Rücksicht auf die mit dem Reichsarbeits­ministerium schwebenden Verhandlungen wurde auch die L 0 h n st r e i t s a ch e d e r 2 a cf f a b r i f Megerle in Friedberg zunächst abgesetzt.

Markuotterunge«.

Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt:

Züricher Devisenmarkt.

26. 7.

Frankfurt a. M., 27 Zuli 1922.

Börsenkurse.

Frankfurt Berlin

Schluß- Schluß- Schluß- Schluß-

war, ist noch durch ungünftige Witterung sehr Agram . beeinträchtigt und wird auch im Laufe dieser | Warschau

Rationalbank f. D. . .

Doch. Gußstahlwerke *365, Bud-Eisenw.-Akt.. 8'0, D.-Luxemb. Bergw.. ^25°# Gelsenkirch. Dergw.. ^00, 1310, Harpener Bergbau. 3200, 3000, Oberschl. Eisenb.-B. Ü05,- 875, Oberschles. Eisenind. 701,- 700, Phönix-Bergb.-Akt. 1490, ~ ' " 810,

Westeregeln regere Kauflust geltend. Harpener waren billiger zu haben. Kleines Geschäft hatten chemische Mtien. Elektrizitätspapiere lagen lust­los bei schwächerer Tendenz. Autowerte gaben ebenfalls nach Metall- und Zuckerfabrikaktien erniedrigten bei bescheidenen Umsätzen ihr Kurs­niveau. Am Einheitsmarkt war die Haltung verwiegend behauptet. Der Schuß gestaltete sich ruhig; nur Auslandswerte wurden lebhaft ge- Privatdiskvnt 5 Proz.

Berliner Devisenmarkt.

Geld Brief Geld Brief

Datum: 24. Juli. 26» Juli.

Amstd.-Rotterd. 19525,5519574,4519950. - 20000, - Brüssel-Antw. . 3985 - 8995,- 4044,9a 4055,10 Christiania . . . 8t 14,35 8435,55 8679,16 8700,v0 Kopenhagen . . 10761,50 10788 50 11076,1011103,90 Stockholm. . . . 13008,75 13041,3013383,25 13416,75 HelstngforS. . . 1029,70 1032,30 1065,65 1068,35

Italien..... 2322,05 2321,95 2352.05 2357,95

London..... 2232,20 2237,80 2292,10 2297,90

Reuyork..... 499,37 500,63 513,35 514,65

Paris......42z2^2C 4232,80 4269,65 »280,35

Schweiz..... 9538,05 9551,95 9742,80 9767,20

Spanien..... 7786,25 7804,75 7950,05 7969,95

Deutsch» Oesterr. 1,45 1,49 1,43 1,47

Prag...... 1137,55 1140,45 1193,50 1196,50

Budapest.... 32,75 32,85 83,7j 33,80

Buenos Aires. 182,75 183,L5 188,53 189,-

Bulgarien . . . 324.55 325,4" 330,55 331,45

Japan...... 238,50 239,50 2*3,50 244,50

Rio de Janeiro 6816, 6884,- 6941,- 6059,-

(In einem Teil der Auflage wiederholt.)

Die Entschließungen der Reparations- kommission.

Paris. 26. Juli. (WTD.) DaS .Iommak des Debats" teilt mit, daß das Garantie- Komitee erst heute abend in der Lage sein werde, den ersten Teil seines Berichtes, der sich auf die Kontrollrnahnahmen bezieht, zu über­geben. Die Reparationskommission werde allerdings schon heute in die Prüfung des Berichtes eintreten, und es werde angenommen, daß sie im Laufe der kommenden Woche eine Entscheidung zu treffen imstande sein werde. Das Blatt glaubt, daß die Reparationskommission die Frage mit einem begründeten Vorschläge ihrer­seits an die Regierungen verweisen werde. Ent­gegen der ursprünglichen Annahme, daß die Kom­mission noch vor der Besprechung zwischen Lloyd George und Poincars ein vorläufiges Urteil ab­geben werde, scheine sie jetzt die Ergebnisse der Londoner Besprechungen abwarten zu wollen. In englischen Kreisen sei man ohnedies der Ansicht, daß die Frage zunächst von den Re­gierungen geprüft werden müsse. Von dieser Auf­fassung sei man auch in französischen Kreisen nicht sehr weit entfernt.

Teilnahme Belgiens an den Londoner Besprechungen.

London, 26. Juli. (WTD.) LautSimeS hat bie belgische Regierung in London und Paris den Wunsch ausgesprochen, an den Londoner Verhandlungen teilzunehmen. Wahr­scheinlich werde der belgische Außenminister I a s p a r nach London gehen.

Die 22. internationale Friedenskonferenz in London.

London, 26. Juli. (WTD.) Gestern wurde in Anwesenheit von 500 Delegierten, die 20 Rationen vertraten, die 2 2. internatio­nale Friedenskonferenz eröffnet. Der britische Vertreter Fisher erllärte in einer Rede, das Hauptziel der Konferenz sei bie Er­haltung des Friedens. Es liege nicht tm In­teresse der Zivilisation, daß die Welt in zwei Lager, in das der Sieger und das der Bc- siegten gespalten sei. Die britische Regierung wünsche, daß Deutschland in diesem Jahre um Zulassung zum Völkerbünde nachsuche (Beifall), damit der verschiedenllich erhoben? Vorwurf, der Völkerbund sei eine Einrichtung zur Wahrung der Interessen und der Politik der siegreichen Rationen, endgüttig und wirk­sam beseitigt würde. Die Welt sei in einem Zustand der Unruhe und der Erschöpfung. Cs sei höchste Zeit, daß ein wirklicher Fortschritt auf dem Wege des internationalen guten Willens gemacht werde. Die Welt müsse von der Last der Rüstungen befreit werden, damit mindestens während einer Generation ein neuer großer Krieg unmöglich sei.

Der König hat an den Kongreß, dessen Sitzungen am Freitag, den 28. Juli ihren Ab­schluß finden sollen, ein Degrühungstele- gramm gesandt. Der Kongreß hat 4 Kom­missionen ernannt: 1. Für den wirtschaftlichen Wiederaufbau Europas, 2. für den Völkerbund, 3. für die auswärtige Politik, 4. für aktuelle Angelegenheiten. Hierauf hat eine nichtöffent­liche Sitzung stattgefunden.

Die italienische Kabinettskrise.

Rom, 26. Juli. (WTB.) Angesichts des Widerspruchs der Demokraten und der Sozial­demokraten gegen ein Ministerium Bon 0 mi spricht man von einem Orlandos oder von der Rücllehr Factas als Ministerpräsident

Dom polnischen Parlament.

Warschau, 26. Juli. (WTD.) Im Sejm fiat die dritte Lesung der Gesetzesvorlage über die Wahlordnung begannen. Die Vorlage wurde nach der zweiten Lesung an einen Aus­schuß verwiesen, dieser hat eine Reihe von Aende­rungen beschlossen. Unter anderem soll die Zahl dec Abgeordneten von 432 auf 440 erhöht und die Zähl der Wahlkreise von 58 auf 54 herabgesetzt werden. Die Zahl der Sitze im Senat soll 110 betragen. Ein weiterer Beschluß des Wahlord nur.gsausschusses sieht als Termin für die Sesrn- Wahlen den 19. Oktober und für die Senatswahlen den 5. Rovember ds. Is. vor. Rachdem mehrere Redner zu Wort gekommen waren, schritt das Haus zur Abstimmung. Unter den heute ange­nommenen Artikeln befindet sich der Beschluß, daß die Zahl der Abgeordneten zukünftig 440 beträgt.

Das Austreten des Skorbut.

Berlin. 26. Juli. Wie die Morgenblätt« melden, hat das Reichsgesundheitsamt wegen des häufigen Auftretens des Skorbut einen Kreis Sachverständiger zusammen berufen, um mit ihnen über die gegen diese bedrohliche Erscheinung zu treffenden Dlaßnahmen zu be­raten. Von den Sachverständigen sind Vorschläge für eine reichliche Versorgung der Bevölkerung mit billigen pflanzlichen Rahrungsmitteln gemacht worden, die den zuständigen ZeMralbehörden vor- gelegt werden.

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