Ausgabe 
26.7.1922
 
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der Brigade Ehrhardt an, entfloh nach Ungarn, kehrte nach der Amnestierung zurück und war bann zunächst in der Orgesch und hierauf im vberfchlesischen Grenzschutz tätig.

Die Löhne der Bergarbeiter.

Berlin, 26. Juli. Wie dieSozialderno- kratische Korrespondenz" berichtet, wurde gestern im Reichsarbeitsministerium ein Schieds­spruch gefällt, der die Löhne der Bergar­beiter tin Ruhrgebiet durchschnittlich um 65 Mart pro Schicht einschließlich des Sozial­lohnes erhöht. Bon dieser Summe erhalten die 'Bergarbeiter der Reviere Riederschlesien 85 Pro­zent, Oberschlesien 90 Proz., Freistaat -Sachsen 94 Prvz., Aachen 87 Proz., Bayern-Pechkohle 90 Proz. und Bayern-Steinkohle 90 Proz. Die Lohnerhöhungen für die anderen Reviere und auch für die mitteldeutschen Bergwerke werden wahrscheinlich am Mittwoch festgesetzt.

Ein Totengraberftreik bei der Beerdigung der Mörder Rathenaus.

D e r l i n, 25. Juli. Bei der Beerdigung der Mörder Rathenaus auf dem Friedhof des Dorfes Saaleck lehnte laut demLokalanzeiger" der zuständige Totengräber ab, dos Grab auszuheben. Die dadurch entstandene Ver­legenheit wurde erst beseitigt, als Studenten, die aus Leipzig, Halle und Jena erschienen waren, sich daran machten, das Grab auszuheben. Schließlich wurde das Grab von einem Arbeiter aus Saaleck', der sich noch im letzten Augenblick zur Verfügung stellte, fertig ausgehoben.

Zeitungsverbot.

H ild b u r g ha u s e n, 25 Juli (WTB.) Der Rcgierungskommissar von Meiningen hat auf Grund des Paragraphen 21 des Gesetzes zum Schutze der Republik das Erscheinen derDorf­zeitung" wegen elned Leitartikels über die neue 'hreuhische Verwaltungspraxis auf vier­zehn Tage verboten.

Auslosung einer sozialdemokratischen Orts­gruppe.

fpd. D a d E m s, 25. Juli. Infolge innerer 'Streitigkeiten, die schon den Ausschluß der Führer der Mehrheitssozialisten, Gebr. Kaffine, durch den Bezirksvorstand zur Folge hatten, sind 'jetzt auch fünf Stab tverordnete aus der sozialdemokratischen Fraktion aus­getreten und haben sich zu einer Arbeits­gemeinschaft zusammengeschlossen. Rach einer stür­misch verlaufenen Versammlung der sozialdemo­kratischen Ortsgruppe wurde diese von dein Sekre­tär Kaernisch für aufgelöst erklärt.

Aus Hessen,

Aus dem Finanzausschuß.

rm. Darmstadt, 25. Ha'i Sc: Finanz­ausschuß des Landtags beriet heute nach­mittag zunächst das Gesetz über die hessischen Wasserstraßen. Es fand Annahme mit dem Wunsche, daß entgegen d:r Bestimmung des Reiches, welches Hessen unbrrücksichtigt läßt, v.i Mainz eine Wasserbaudirektion er­richtet wird. ----

Aus dem besetzten Gebiet.

Inspektionsreise Marschall Faholles Lurch das Rheinland.

Grz. Paris, 25. Jul-, Wie verlautet, macht Marschall F a y o l I e gegenwärtig eine Inspek­tionsreise durch das besetzte Gebiet. Gr hall sich augenblicklich in Mainz auf und wird am Montag seine Reise sortsehen, um die Luftstreitkräfte am Rhein zu besichtigen.

Aus StßM' und Land.

Gießen, den 26. Juli 1922.

Einkommensteueranteile

Her Gemeinden des Kreises Gießen.

Die Beträge für die Einkommensteuer­anteile für das Rechnungsjahr 1922 sind wie folgt festgesetzt- Albach 400 Mk.. Men­dorf a. d Lumda 900 Mk., Allertshausen 800 Mark, Alten-Buseck 2100 Mk., Annerod 1600 Mark, Arnsburg, Bellersheim 3600 Mk., Beltershain 1600 Mk., Bersrod 250 Mk., Bet­tenhausen 1200 Mk., Beuern 700 Mk., Birklar 2900 Mk., Buibhardsfelden 2400 Mt., Climbach 500 Mk., Daubringen 3200 Mk., Dorf-Güll 2300 Mark, Eberstadt 4300 Mk, Ettingshausen. Garbenteick 4300 Ml., Geilshausen 1200 Mk.,' Gießen 866 400 Ml., Göbelnrod 1300 Mc.. Großen- Linden 20 300 Mk., Grünbecg 13 600 Mk., Grü- nIngen 3700 Ml., Harbach 800 Ml., Hallenrod 500 Ml., Hausen 2300 Mk., Heuchelheim 30 900 Mart, Holzheim 6200 Ml., Hungen 16 300 Mk., Inheiden 1500 Mk., Kesselbach 1400 Mk., Klein- Linden 10 700 Mk., Langd 1600 Mk., Lang- Göns 7500 Mt., Langsdorf 2000 Mk., Lauter 1100 Mk., Leihgestern 6900 Mk., Lich 13 500 Mk. Lindenstruth 1000 Mk., Lollar 18 900 Mk., Lon­dorf 3400 Ml. Lumda 1200 Mk., Mainzlar 3600 Ml. Münster 1500 Mk., Muschenheim 2400 Mark. Rieder-Bessingen 1000 Mk Ronnenroth 500 Ml., Obbornhofen 3600 Mk.. Ober-Bessingen

900 Mk., Over-Hörgern 3800 Mk., Odenhausek 700 Mk., Oppenrod 600 Mk., Queckborn 2400 Mark, Rabertshausen 900 Mk., Reinhardshain 900 Ml., Reiskirchen 1700 Mk., Rodheim a. d. Horloff 1000 Mk , Rödgen 2200 Mk., Röthges 500 Ml., Rüddingshausen 1200 QHL, Rullers- hausen 1200 Mk., Saasen 2800 Mb, Stangenrod 1100 Mk., Staufenberg 450 Mk., Steinbach 3000 Mark, Steinheim 1500 Mk., Stockhausen 2500 Mark. Trais-Horloff 2600 Mk., Treis an der Lumda 2300 Mk., Trohe 800 Mk., Lllphe 2400 Mark, Villingen 800 Mk., Watzenborn-Steinberg 13 200 Mk., Weickartshain 2100 Mk., Wellers- Hain 2100 Mk., Wieseck 12 900 Ml., Winnerod 450 Mk. Zusammen 1 155150 Mk.

Neue Bezeichnungen bei der Eifenbahnverwaltung. Reichsbahnbirektion". abgekürzt RBD, hei­ßen in Zukunft die Eisenbahn-Generaldirektionen und Eisenbahndirektionen. Der Ortsname wird nach einer Verfügung des Reichsverkehrsmini- steriums beigefügt z. B.Reichsbahndirellion Berlin". Die eyemals landesherrlichen Gene- raldirektionen Dresden, Stuttgart, Karlsruhe und Schwerin haben damll eine einheitliche Bezeich­nung mit den ehemals preußischen Direktwnen gefunden. Die übrigen Stellen, d. h. die zen­tralen Aemter, Detriebsdireltionen, Inspektio­nen usw., sowie die Dienststellen, bei denen die Zugehörigkell zur Reichsbahn nicht aus der Be­zeichnung hervorgeht, führen vor ihrer bisherigen Bezeichnung die WorteDeutsche Reichsbahn", z. CB.: Deutsche Reichsbahn Eisenbahn-Betriebs- amt Berlin 1. Die Anschriften an den Gebäu­den, insbesondere die Schilder, sind damit sofort in Üeberernstimmung zu bringen. Bei alten Schil­dern genügt es nicht, Bezeichnungen, wie König­lich preußisches, zu überstreichen. Es muh das ganze Schild neu gestrichen oder neu angefertigt werden. Sind mehrere Stellen in einem Ge­bäude untergebracht, so genügt bei zusammmen- stehenden AnschriftenDeutsche Reichsbahn" ein­mal. Die Zusätze über die Zugehörigkeit zu den Ländern sind zu beseitigen. Die Dienstsiegel und Dienststempel der Reichsbahndirektionen sind so­fort zu ändern.

Die Fernsprechgebühren nach dem Ausland betragen jetzt nach dem Satze von 100 Mk. für den Franken mit Dänemark 150525 Mk., Litauen 25400 Mk., Luxemburg 75325, den Riederlanden 75350, der Schweiz 23363, Ungarn 150, Belgien 94238, Frankreich 56 bis 1350, Italien 275700, Rorwegen 638863, Schweden 3381013 Mk. Es kostet nun ein ein­faches Tagesgespräch zwischen Frankfurt a. M. und Kopenhagen 525, Amsterdam 225, Basel 263. Brüssel 238, Paris 300, Stockholm 713; zwischen Hamburg und Kopenhagen 375, Amster­dam 225, Basel 313, Brüssel 238, Paris 400, Kristiania 788, Stockholm 563 ML

Wettervoraussage für Donnerstag

Vorwiegend heiter und troffen, etwas wärmer, westliche Winde.

Vom atlantischen Ozean her naht eine neu-: Depression, die wahrscheinlich, wieder eure Ver­schlechterung des Wetters veruißachen wird.

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** George Seibel, ein Förderer des Deutschtums in Amerika. Vor 50 Jahren wanderte der Hesse Seibel aus Dutenhofen nahe bei Gießen nach Pensylvanien aus und gründete sich dort yne Existenz. Er lebt noch heute hoch- betagt. Sein Sohn George hat sich in Amerika nicht nur als Dichter und Dramatiker, sondern auch als Förderer des Deutschtums einen Ramen ge­macht. Sein SchauspielThe Aper" ist in vielen Stäben der Vereinigten Staaten mit starkem Er­folg aufgeführt worden. Reben seinen Dichtungen, worin auch die Lyrik einen hervorragenden Platz einnimmt, sind George Seibels BücherBacon versus Shakespeare",The Fall",The Mormon Saints" undThe Wine Dills of Omar Khayyam" mehrfach aufgelegt worden. Als Rezitator wird George Seibel nutzt minder geschäht. Unter seinen Vorträgen, die die verschiedensten Wissensgebiete berühren, nehmen seine Vorlesungen über Goethe, die deutsche Literatur, über deutsches Wesen die erste Stelle ein, wie denn Seibel unermüdlich tätig ist, die Kenntnis der deutschen Psyche unter dem amerikanischen Voll zu vertiefen.

Dienstjubiläum. Der in der Eisen- bahn-Rebenwerkstätte beschäftigte Heinrich Oßwald, Lahnstraße 5 R., kann heute auf eine 25jährigeTätigkeitm diesem Be­triebe zurückblicken.

** Westdeutsche Studienfahrt Lahn Mose l". Die Gießener Veranstal­tungen unter der Leitung von Professor Dr. Ernst Küster wurden am 25." Juli mit einem Ausflug auf den Schiffenberg beschlossen. Der überaus zahlreich versammelten Lehrerschaft aus dem Rorden und Osten des Vaterlandes einen Genuß besonderer Art zu bereiten hatte Pro­fessor Küster die Gießener Waldbühne gebeten, den Gästen Riebergalls unvergänglichen Datte -

Wichtige neue Ausgrabungen in Griechenland.

Von den neuesten bedeutenden Fanden, die bei den Ausgrabungen dieses Jahres auf den llassi- schen Stätten des alten Hellas gemacht wurden, ist bereits Einiges bekannt geworden. An der sog. Mauer des Themistokles in Athen wurden einige Skulpturen sreigelegt, die die schönsten Beispiele der- archaischen Plastik irr Attika sind. Man forschte an dieser Stelle weiter und fand noch einen dritten Marmorblock, der aber kein plastisches Relief, sondern eine Malerei enthalten hatte. Aus den Spuren, die noch erhalten waren, konnte man fest stellen, daß nur die Vorderseite -geschmückt worden war und baß hier eine sitzende Gestalt im Profil sich befunden hatte. An den Seiten der Gestalt und hinter ihr waren zwei Anschriften. Die Gestatt sowohl wie die Inschrif­ten sind sorgfältig mit einem Instrument mit scharfer Spitze ausgekraht worden. Deshalb ist von der Inschrift nur wenig zu entziffern. Rur so viel steht fest, daß. sie der zweiten Hälfte des 6. vorchristlichen Jahrhunderts angehört. Ein Seil der Inschrift scheint .in Hexametern verfaßt ge­wesen zu sein; der andere Teil enthält die Sig­natur des Künstlers, und zwar ist der Rame besS berühmten Bildhauers Endeies noch zu lesen. Rach all dem ist es sckhr wahrscheinlich, daß das Gemälde entweder den Tyrannen Peisistrates oder einen seiner Sohne, Hippas oder Hipparch, dar- flellte. Wenn es eine sitzende Figur der Athene gewesen wäre, so würde kein Anlaß gewesen Jein, das Bildnis abzu kratzen; dagegen ist es bei

dem Vorträt eines Tyrannen leicht begreiflich-, daß man nach der Vertreibung der verhaßten Peisistratiden ihr Andenken vollständig auslöschen wollte und daher die ihnen gewidmeten Denk­mäler nach Möglichkeit vernichtete. Dies geschah auch in Rom noch dem Tode unbeliebter Herr­scher. Die wichtigste Tatsache, die aus diesem neuen Funde hervvrgeht, ist die. daß Endeies schon unter Peisistratos geschaffen hat. Bisher wußte man nur. daß er in der Zeit nach der Vertreibung der Peisistratiden arbeitete. Wahrscheinlich war die Statue, die auf diesem Marmorblock ursprüng­lich gestanden hat, ein Werk dieses Bildhauers. Weitere Ausgrabungen beschäftigten sich, wie der Berichterstatter des Manchester Guardian aus Athen mitteilt, mit der griechischen Vorge­schichte. Die Italiener veranstalteten Grabun­gen an der Südwestecke der Akropolis in dem Gebiet, das im AltertumPelargikon" hieß. Man wollte Spuren der frühesten Kultur entdecken, die im alten Athen bestanden hatte. Die Ergeb­nisse waren überraschend. In der Rahe der Stoa des Eumenes fand man Lleberreste einer Ansied­lung aus der jüngeren Steinzeit; ebenso wurden grotze Mengen von Scherben aus Oxhdian und Ton aufgedeckt. Die Tongefahe gehörten zu einem Typus, der bisher tn Mittelgriechenland noch nicht bekannt war; die Scherben zeigten einen polychromen Dekorationsstil, wie er in T^ssalien gefunden worden ist. Die Ureinwohner von Athen scheinen also zu den Völkern be£ Rordens in Beziehung gestanden zu haben. Die Engländer haben in Mazedonien an der Chauchllsa ge­nannten Stätte Grabungen veranstattet. und deck­ten einen Friedhof der älteren Eisenzeit auf. In

rich vorzusühven. Die Darstellung löste starken Beifall aus. Herr Rasp als Datterich hatte die Führung der Handlung mit wirklicher Meister­schaft übernommen und stattete die dankbare Rolle mit hundert drolligen Zügen aus. Die Auffüh­rung fand im Freien statt wobei sich die Ro­mantik des Klosterßoses und die wandernde Sze­nerie als äußerst wirksam erwiesen.

** Haltet die Straßen rein! Sell neuerer Zell ist wieder die Unsitte eingerissen, Papier, Obstschalen, Obstkerne und sonstige Abfälle auf Bürgersteige und Fahrbahn zu werfen. Schon das ReinlichkeitSgefühl sollte jeden von einem solchen Lun abhalten. Doch müssen sich diese Gleichgülttgen vor allem einmal klar machen, welche Gefahren für den Verkehr durch die auf der Straße liegenden Obstreste usw. entstehen. Schon mancher ist durch solche Nachlässigkeiten eines Mitmen­schen zu lebenslänglichem schweren Schaden gekommen.

*'* * Für die Anmeldung von Brän- öen und Unfällen gibt eine Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil sehr beachtenswerte An­weisungen.

** Der Schorn st einsegerbezirkGie- h e n I ist an den Schornfteinfegermeister Alexander Takacs in Gießen übertragen worden.

** Paketverkehr mit Oberschle­sien. Mit dem 25. Juli wird bet Paketverkehr sowohl von Deutsch-Oberschlesien als auch vom übrigen Deutschland nach Pvlnisch-Oberschlesien und in umgekehrter Richtung ausgenommen. Wei­tere Auskunft erteilen die Postanflatten.

** Flugpost gebühren nach Ruß­land. Die Absender von Flugpostbriesen und Flugpostkarten nach Rußland werden erneut daraus hingewiesen, daß der Flugzugschlag für solche Sendungen nicht 40 Pf. wie im sonstigen Auslandsflugpostverkehr, sondern 8 Mk. für Post­karten und für jede 20 Gramm eines Briefes be­trägt. Außerdem werden die gewöhnlichen Aus- ttnbr gebühren erhoben. Es kosten also eine Flug­postkarte nach Rußland 3,50 Mk. gewöhnliche Ge­bühr und 8 Mk. Zuschlag, zusammen 11,50 Mk., ein Brief bis 20 Gramm 6 Mk. und 8 Mk. Zu­schlag, zusammen 14 Mk., ein Brief über 2040 Gramm 9 Mk. und 16 Mk. Zuschlag, zusammen 25 Mk., ein Brief über 4060 Gramm 12 Mk. und 24 Mk. Zuschlag, zusammen 36 Wk. usw.

T^rnotrzen.

Tageskalender für Mittwoch. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Das schwarze Ku­vert" undCharly Chaplin".

Landkreis Gießen.

Ej Grünberg, 23. Juli. Heute morgen schlug der Blitz in d i e elektrische Lei­tung der hiesigen Steinrnühle (Besitzerin Heinrich Zimmer Witwe). Jedoch wurde fein weiterer Schaden angerichtet. Die landschaft­liche Schönbell unseres ,.B r u n n e n t a l s" ist sehr beeinträchtigt worden durch die Verände­rung derW ildcn Grub c", deren Damm durchbrochen wurde Der schilfverwachseneWasser- spiegel dieses Teiches, am stillen Rande des kleinen Waldes, bildete früher einen prächtigen Tlbschluh der schönen Anlagen. Ungern entbehren die hiesigen Spaziergänger das stimmungsvolle frühere Landschaftsblld. Da dieWilde Grube" (woran sich auch die Sage vomWildemann" und derWildesrau" knüpft) auch für rationelle Fischzucht, insbesondere Forellen, früher ergiebige Gelegenhell bot, so dürfte eine Wiederherstellung des Dammes sich löhnen. Die Kosten der Wieder­herstellung sind allerdings hoch. Jedoch dürfte eingerneinsarnesVorgehenberInter- e f s e n t e n einen schönen Srfölg versprechen. Die hiesigen Bewohner hoben sich ja niemals llein- lich benommen, wenn es galt, etwas für die Allgemeinheit zu tun. Wo ober ein Wille ist, da ist auch ein Weg!

* Saasen, 25. Juli. Zu Ghrenfeld- schützen unserer Gemeinde wurden Ludwig Schmitt III. aus Dollnbach und Georg Glatt­haar II. von hier verpflichtet.

Kreis Friedberg.

am. Rieder-Florstadt, 25. Juli. Am letzten Sonntag hatten wll hier einen hervor­ragenden musllalischen Genuß. Herr Musikdi- rettor Müller- Friedberg war mit seinem Männerchor zu einem K irchenko nzert er­schienen. Außerdem wirkte eine Solistin aus Frankfurt mit. Sämtliche Darbietungen 'befrie­digten in hohem Maße die zahlreich Erschienenen. Der Reinertrag von ungefähr 1000 Mk. fließt dem Fonds zur Errichtung eines Kriegerdenk­mals zu.

am. Staden, 25. Juli. Am letzten Sonn- tag röurde in hiesigem Orte für die evangelische Altershilfe gescunmett. Das Ergebnis war für die nur 332 Evangelische zählende Gemeinde recht befriedigend, war doch eine Summe von 412 Mark zusammengebracht.

am. Stammheim, 25. Juli. Die Haus­sammlung für die evangelische Altershilfe erbrachte in hiesigem Orte 485 Mark.

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den Gräbern befanden sich Gegenstände aus Ton, Bronze, Gold und Eisen mit Schmuckformen, die mit demgeometrischen" Stil von Südgriechenland eng Zusammenhängen. In der Rähe dieser eifen­zeitlichen Begräbnisstätte wurde eine große An- siedlung ausgegraben. Die Drvnzeornamente und auch die goldenen Fundstücke gehörten alle zu einem vorgeschichtlichen Typus, wie man ihn an der Donau gefunden bat. Die Spuren der Eisen- zell waren in der Ansiedlung nur gering, und unter der schmalen eisenzelllichen Schicht traten sehr bedeutende Funde der Dronzezell zutage, die durch das plötzliche Auftreten der Eisenzeit ein jähes Ende genommen balle. Diese Stücke der Dronzezell zeigten einen engen Zusammenhang mit den nördlichen Balkanprovinzen. Von diesen Grabungen aus fällt Licht auf die frühe mazedo­nische Geschichte. Die Kultur der Eisenzell drang hier um etwa 1000 v. Ehr. in eine Wett, die sich noch ganz in der Dronzezell befand. Das Doll dieser Drvnzekuttur wurde dann weller südlich nach der eigentlichen griechischen Halbinsel ge­drängt.

*

I n einem englischen Duchladen. Ein in England lebender Holländer hat sich in einer holländischen Zeitschrift über den englischen Buchhandel geäußert, und ein interessanter Absatz wird in derDeutschen Verleger-Zellung" wieder­gegeben.Vergeblich suche ich nach echtem Duch­Handel in Liverpool oder sonstwo in England," heißt es da,nach einem Duchladen, der inter­national ist, wo man herumschnüfseln und alles finden kann. Das gibt es hier einfach nicht. Die Duchhandlungen sind angefüllt mll Dickens und

Kreis Scharren.

o. Schotten, 25. Juli. Am vergangenen Sonntag fand hier unter großer Beteiligung zahlreicher Gesangvereine der Umgegend der 1. Säng ertag des Riddatalsänger b u n d e s statt. Rach vorherigem Probesingen und Vortrag eines wirkungsvollen Massenchors vor der Kirche setzte sich der Festzug nach der Turnhalle in Bewegung, woselbst nach Be­grüßungsreden des Bundesvorsihcnden Schäfer, Lehrers Li.ick und Bürgermeisters Menget das Wertungssingen der Vereine unter Leitung des Musikdirektors Kern (Frankfurt) begann. Die gelungenen Lieder legten Proben von der eifrigen Gesangstätigkeit in den 'Vereinen und von der ! erfreulichen Wiederbelebung und Pflege des i>euh schen Aedes ab. Dem Schülerturnen wirL j neuerdings hier besondere Ausmerksamkell ge­schenkt. Reben dem Turnen in den Schulen erfolg! . die weitere turnerische Ausbildung in verschiß denen Knaben- und Mädchenabteilungen burch ben hiesigen Turnverein. Die Stabt hat für bas ! Schülerturnen eine Reihe von Geräten (Bock. Schülerbarren usw.) auf eigene 'Kosten beschafft.

wg. Gebern, 26. Juli. Eine lebhafte Bau­tätigkeit entwickelt sich hier seit etwa einem Jahr. Auf bem früheren PfarreigeländeBrühl' welches zur Behebung der Wohnungsnot an bi. bürgerliche Gemeinde verlaust wurde, wurde eine neue Straße angelegt. Bis jetzt sind 8 Wohn­häuser fertiggestellt. Die Eisenbahnverwaltung wird demnächst mit dem Bau eines großen Wohn hauscs für Eisenbahnangestellte beginnen; außer dem werden noch 2 Gendarmerie-Wohnungen er-- richtet. - Der hiesige Leseverein, welche- nahezu 50 Jahre lang bestand und feine Mi! glieder mit guten illust.i.rttn Zcitschri.ten vc sorgte, muhte sich leider austösen, da die Preu: für die Zeitschriften unerschwinglich geworden sind

wg. A l r i ch st e i n, 2H. Juli. Das Iah resfest des Schotten er Zweigver­eins der Gustav- Adolf-Stiftung wird voraussichtlich am 20. August hier ge­feiert werden.

Starkenburg und Rheinhessen.

Dudenhofen (Kr. Offenbach), 24. Juli. Seit dem 26. Juni d. Is. wird der am 4. Juni 195Z in Stockheim geborene Georg F u ß m a n n r> e r =; \ mißt Rachrichten über seinen Verbleib werden an die hiesige Bürgermeisterei erbeten. Der Ver­mißte ist an folgenden Merkmalen zu erkennen. Schmales Gesicht, hellblondes Haar, graue Augen Bekleidung: Rormalhemd, graugestreifte Tuch- jc.de, blaue Hose (Lappen auf dem Knie).

tob. Worms, 25. Juli. Die gestrige Stadt verordnetenversammlung eröffnete de Vorsitzende Oberbürgennci er Köhler mit ein?- Gc-dächtnisansprache zum Tode Watt r Rathe­naus. Während dieser Ansprache hatte sich b c Versammlung von ihren Si,.en erhoben Von fo zialbemokratischer Selle wurde ein Antrag ge­stellt, bic Kaiser Wilhelm-St'.ay: in Walle - Rcllhcnau-Straße umzutaufen unb schwarz-ro'.- go(bcnc Fahnen für bie städtischen Gebäude za beschaffen. Weller wurde von gl-.icher Selle b:r Antrog gestellt, gegen einen städ.ischen De am - ten, der sich anläßlich der Ermordung Wolter Rathenaus geäußert haben soll: ..Das ist noch nicht genügend, es müssen noch mehr herunter * eine Äntersuchang einzll iten. Der Wohnmgt- kommrssion wurde einmütig das Vertiarea ber Stadtverordiretenve- sammlui g ausgesprochen. Währenb der Aussprache wurden dirch lie ver­schiedenen Kommissionsmitglieder erschütternd' Bilder des herrschenden Wohnungsele.ides enthüllt unb ber Appell ai bie Bevölkerung ge­richtet, helfend durch F eimachung entbehrlicher Räume einz.'greifen. Während vor kurzem rocd 750 Wohnungen fehlten, ist iie Za'^l der notwen­digen Wohnungen jetzt aif über 903 gestiegen. Um einen früheren Wohnungsbouplan der Stab'- Verwaltung borchzuführen, Hütte c3 5 10 Iah:- bedurft, um einigermaßen einen Ausgleich ;i schaffen. Rach ber jetiicn Statistik braucht man aber, wenn auf Derselben Basis welle'gebaut würbe 20 Jahre, um diesen Ausgleich herbei- zuführen. Die übrige Tagcsorbnung wurde oh": wcsentliche Debatte angenommen, so auch ki? wcr- terc Erhöhung ber Fahrpreise für bi elektrische Straßenbahn.

Hessen-Nassau.

Straßen-Llmbenevmmg in Frankfurt.

mc. Frankfurt a. M., 25. Juli. Der seitherige Theaterplatz wird künftig Wal­ter-Rathenau-Platz heißen. Der Dahnhofsplatz erhalt voraussichtlich den Aa- menPlatz der'Republik". Außerdem gibt es noch eine Erzberger-Straße, deren Lage noch nicht bestimmt ist.

Rotwohnungen in einer Kirche.

mc. Frankfurt a. M., 25. Juli. Die alte Karmeliterkirche, die seither als Koulissenmagazin des Schauspielhauses Dienste tat, soll jetzt teilweise in Notwoh­nungen umgebaut werden.

Scott in Leder, Halbleder, in Rot, Grün oder Violett, in Halbleinen, Leinen usw., und auf ben Ladentischen Prangen die letzten dreihundert span­nenden Liebesgeschichten neben .den Magazinen mit zwölf vollständigen Geschichten für ein Schil­ling (Art: Sherlock Holmes), bie zahllosen Bück er ' über den Hausgarten, die fürchterlich Volkstum- - lichenilmriffe der Wissenschaften" und die nur Aum Prunken gebrauchten Kleinigkeiten an Ge- schenkbüchern. Sprachen kennen die Lcutehiernach! Bestellt man in einer Buchhandlung ein nicht englisches Buch, so mu.ß man den Titel buchsta­bieren. Goethe? Davon haben sie kaum etwas gehört. Schopenhauer? Wer ist baS? Riehschc das ist der verd . . . Hunne, der mit Schutt * am Kriege ist (denn das sagen die Zeitungen' Oh! England ist in mehr al8 einer Beziehung eine Insel."

Der Omnibus in der Wüste. Ein regelmäßiger Automobilomnibusverkehr ist zwi- fchen Bagdad und Aleppo eingerichtet worden, obwohl der angelegte Automobilweg offlliell un= beschützt ist. Die Omnibusse, die acht Sitze für Passagiere enthalten, fahren über Mosul und legen eine Strecke von etwa 800 Kilometer zu­rück. Die Fahri geht durch die Wüste und dauert I fünf Tage. Bisher ist der Verkehr ohne Lieber- fälle durchgeführt worden, denn man hat sich mit den arabischen Schecks in Verbindung gesetzt, und sie haben gegen bestimmte Summen versprochen, die Omnibusse nicht zu behelligen.