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Nr. 225

Erscheint täglich, äuget Sonn- und Feiertags, mit berSomshiqsbeilagc: ViehanerFamilienblätter Rmnttliche vezuqspreist: Mit. 75.- und MK.5.- TrLgerkochu, durch dieDost LDlk 75. -, auch bei Nnht- erscheinen einzeln sr Num­mern infolge höherer Gewalt. - Fernsprech- Auschwfft. MrdieSchrist- lettmtg 112, für Verlag «nb EeschäfiLfieÄe 51. Anschrfft für vrobtnach- nchte«: Anzeiger liegen.

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Montag, 25. September 1922

172. Zahrgang

Erstes Bktt

GiehenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Dorf mrt> Dedeg: Brfi^fW UnK.-Smh- tut» Sfchtfrnttterti «. £<my. S*riffleiteng, ®0d|äftsffcSe und Bntderei: Stfrnlftraftt 7-

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Verschärfte Lage im Orient.

Kemaliftische Kavallerie in der neutralen Zone.

Konstantinopel, 24. September (Wolff.) Reuter meldet: Kemalistische Kavallerie ist gestern in der Rahe von T f ch a n a k in die neutrale Zone eingedrungen. Gin bri­tischer General ist heute früh mit türkischen Parla­mentären zu einer Besprechung zusammengekommen. Man hofft, die Türken auf freundschaftlichem Wege zum Rückzug zu veranlaffen.

Konstantinopel, 24. September (Wolff.) Reuter. Das Eindringen der Kemalisten in die neutrale Zone erfolgte bei dem Dorf Eren» keuy in Kanonenschuhweite von der britischen Linie. General Harrington lieh den Vertreter von Angora zu sich bitten, dem er nahelegte, dah es ratsam sei, die kemalifttschenTruppen z u m R ü ck- zug zu bewegen.

Griechenland rüstet sich zur Verteidigung in Thrazien.

A t h e n, 23. Sept. (Wolff.) Nach einem amtlichen Bericht traf die Regierung durch­greifende Mahnahmen zur Reorganisa­tion und Verstärkung der thra- zischen Armee. Die Presse betont,Grie­chenland müsse zeigen, dah es allein in der Lage sei, Thrazien zu verteidigen.

Serbische Trnppenhilse gegen die Kemalisten?

Paris, 23. Sept. (Wolff.) Wie dieChicago Tribüne" aus Belgrad meldet, sollen starke südslawische Truppenabteilungen an der Südostgrenze Südslawiens zusammengezogen to orden und bereit sein, entweder gegenBulgarien oder zur Unterstützung der Alliierten aufKonstan- linopel zu marschieren.

England sperrt den Schiffsverkehr.

Paris, 23. Sept (WTB.) Rach einer Mel­dung desRew Bork Herald" aus Konstantinopel ist jeder Verehr zwischen Konstantinopel und dem Schwarzen Meer sowie zwischen den Mar- mara- und Bosporushäfen eingestellt. So­gar die Fähren zwischen den beiden Stadtteilen von Konstantinopel dürfen nach 4.30 Uhr nach­mittags keine Fahrgäste mehr aufnehmen. Die Be­hörden erklärten, dah die britischen Kriegs­schiffe auf jedes Fahrzeug feuern werden, das sich diesen Anordnungen nicht fügt.

Die Richtlinien dcrAngora-Regieruug.

Paris, 23. Sept. (Wolff.) Das Orien- 'talische Infvrmationsbureau veröffentlicht ein Telegramm, in dem es heißt:Die Regie­rung vonAngora wird jede Gewaltmah- nahme vermeiden, bevor sie das Resultat der Pariser Konferenz erfahren hat. Sollten in­dessen die Alliierten den T ü r k e n n i ch t die Zugeständnisse machen, die in dem Pakt der nationalistischen Regierung nie­dergelegt sind, dann wäre natürlich ein e n e r - gisches Eingreifen der türkischen Armee zur Befreiung Konstantinopels und Thraziens unvermeidlich.- *

Lloyd George über die britische Politik.

London, 23. Sept. (WTB.) 3n einer An­sprache an Journalisten erklärte Lloyd George, das Ziel der britischen Poli- t i k sei, vollständige Freiheit der Meer­engen unter der Oberaus sicht des Völ­kerbundes im Interesse aller Rationen. Lloyd George sagte:

Alles, was wir in den letzten paar Tagen unternommen haben, hat nichts zu tun mit den Fragen von Recht und Unrecht im griechisch- türkischen Streit, dessen Beilegung Gegenstand einer Konferenz zwischen den Alliierten und den Kriegführenden sein wird. Das britische Vor­gehen entspringt zwei obersten Gesichtspunkten. Erstens nämlich ist eine wesentliche Bedingung für den Weltfrieden, dah die Freiheit der Meeren gen gewährleistet wird. Der Zweck des englischen Vorgehens ist, zu sorgen, dah diese Freiheit auf keine Weise bedroht werde. Grvhbri- tannien unternimmt damit keine Sonderaktion, sondern führt nur die Politik aus, die es im Oktober 1918 mit den Alliierten vereinbart hat. Wir sind nicht ein Iota von der Haltung ab­gewichen, die wir damals eingenommen haben. Unser zweites Ziel war, die Ausbreitung des Krieges nach Europa zu verhindern. Wenn der Krieg nach Thrazien und unter Rivalitäten zwischen Türken, Griechen, Bulgaren und Serben übergreifen würde, könnte dies un­absehbare Folgen haben. Mit Rücksicht auf diese beiden Ziele hat England seine Position an den Meerengen verstärkt. Was die neu­trale Zone angeht, so haben wir uns gegen Griechen wie Türken völlig unparteiisch verhalten. In seiner Warnung an die Griechen, als diese neulich drohten, auf Konstantinopel zu mar­schieren, .bediente der englische Oberkommandie­rende sich derselben Ausdrücke, die er Kemal gegenüber für das Tschanakgebiet gebrauchte, nämlich, er könne ihnen nicht gestatten, die neu­trale Zone zu betreten. Was die Unterstellung angeht, wir provozierten durch unser Ver­bleiben in Tschanak einen Konflikt, so möchte ich sagen, dah stach der Meftrung unseres militärischen Ratgebers es unbedingt richtig ist, Tschanak zu halten, um die Freiheit der Meer­engen für unbewaffnete Schiffe zu sichern. Wir wollen Gallipoli und Tschanak nicht allein der englischen Interessen wegen halten und wir

möchten nicht, dah Großbritannien dort allein die Verantwortung trage. Wir glauben, die Frei­heit der Meerengen sollte vom Völkerbund im Interesse aller Völker gewährleistet werden. Lloyd George fuhr fort: Wir nehmen nichts davon zurück, was wir darüber gesagt haben, dah Konstantinopel türkis ch bleiben soll. Wir brechen keinen Streit über die Zugehörigkeit Ostthraziens vom Zaun, aber erst muh der Friede hergestellt sein. Wir werden unser Bestes tun, eine sofortige Konferenz al lei be­teiligten Mächte zustande zu bringen, damit ein dauernder Friede hergestellt wird. Der Friede (ft unser Ziel. Wir betrachten den Krieg als Unglück. Daher ergreifen wir die wirksamsten Maßnahmen, ihn abzuwendeii.

England zu Zugeständnissen an Kemal Pascha bereit.

Paris, 23. Sept. (WTB.) Rach einer Mel­dung derChicago Tribüne" aus Konstantinopel teilt die Pforte mit, dah vorgestern der Drago- man der englischen Oberkommission den tür­kischen Auhenminister IzzetPascha davon in Kennt­nis gesetzt hat, dah England bereit sei, den tür­kischen Rationalpakt zu akzeptieren, wenn Kemal für die Wahrung der Neutralität der Meerengen Garantien gebe und die Re­gierungen von Angora und Konstantinopel ver­einige. England sei zu einer Konferenz mit den Vertretern Kemal Paschas in Konstantinopel be­reit und schlage als Zeitpunkt den 26. September vor.

Eine gemeinschaftliche Note der Alliierten an Mustafa Kemal.

Paris, 23. Sept. (WB.) Rach Havas ist die ursprünglich aus 2 Uhr angesehte Orient- konserenz auf 2V< Ähr, und nach einer Mit­teilung von neuem aus y25 Uhr vertagt worden, da Lord Curzon noch ein Telegramm seiner Regierung erwartete. Um 5 Uhr hatten bann die Verhandlungen begonnen. Vor der Sitzung habe Poincare den jugoslawischen Ge­sandten in Paris empfangen. Wie der Temps" meldet, werden bei den Orientbespre­chungen die Bedingungen geprüft, unter denen die Angoraregierung aufgefordert werden wird, zuerst die Bedingungen für einen griechisch-türki­schen Waffenstillstand festzulegen und bann an einer Orient«riedenskonferenz teilzunehmen.

Paris, 23. Sept. Havas. Die Orient- konserenz hat ihre Arbeiten beendet. Sie hat die Fassung einer gemeins cha ftlichen Rote festgesetzt, die sofort an die Türkei ab- gehen wird, um sie endgültig zur Friedens­konferenz einzuladen. Die Einladung an die Türkei erkennt die Mar itz a- G renze mit Einschluß Adrianopelsan, auherbem die türkische Souveränität über bi e Mee r engen unter der Kontrolle ihrer Reu­tralität unter ber Bebingung, bah die tema- listischen Arme en die neutrale Zone nicht überschreiten.

Paris, 24. Sept. (WB.) Wie Havas meldet, ist Lorb Curzon heute nach L o n - b o n gereist. Auf dem Bahnhof erklärte er Journalisten, er hoffe fest, dah die Rote an die Türkei der Beginn einer endgültigen Lö­sung der Orientfrage sein werde. Jetzt habe Mu­stapha Kemal das Wort. Er (Lord Cur­zon) sei überzeugt, dah angesichts des Einflusses. Den die französische Regierung auf die Angora- regierung habe, Kemal Pascha die Vorschläge annehmen werbe. Auf bie Frage, ob über bie Teilnahme Ruhlands an den Friedens- Verhandlungen etwas beschlossen worben fei, er­klärte Curzon, bah von Ruhlanb gar nicht gesprochen worben sei.

Ein französischer Spezialgesandter unterwegs zu Kemal Pascha.

Konstantinopel, 23. Sept. (WTB.) Reuter. Die französische Regierung te­legraphierte am Kemal Pascha burch Funk- spruch, er möge vor der Ankunft des beson­deren Abgesandten, ber am 22. September von Paris nach Smyrna abgereift ist, kein e r- lei Aktion unternehmen. Der franzö­sische Kommanbierenbein Konstantinopel teilte bem britischen mit, er werde für die Aufrechterhaltung ber Ordnung in <3tambuI sorgen, falls es in Konstantino­pel zu Unruhen kommen sollte. Die fraruö- fische Garnison in Stambul wurde durch ein Ba­taillon von der Tschatalbschalinie verstärkt.

Mustafa Kemal für eine Konferenz in Kleinasien.

Paris, 25. Sept. (WTB.) Wie eine Nachrichtenagentur aus Konstantinopel meldet, will MustafaKemalPascha der in Aussicht genommenen Konferenz per­sönlich beiwohnen. Da er aber Asien, wo seine Truppen operieren, nicht verlassen wolle, könne die Zusammenkunft mit den De­legierten der alliierten Mächte nur in Kleinasien stattfinden.

Die südafrikanischen Nationalisten lehnen ab.

L v n d o n, 23. Sept. (Wolff.) Reuter mel­det aus P r ä t v r i a. daß der nationalistische Führer Roos über die Orientfrage die Er­klärung abgegeben hat, die nationale P a r t e i werde g e g e n d i e E n t s e n d u n g auch nur eines einzigen Afrika­ners nach dem Osten kämpfen, sowie auch ge­gen die Ausgabe eines einzigen Pfennigs für diesen Zweck.

Ein russischer Protest an die britische Regierung.

London, 23. Sept. (Wolff.) Reuter veröffent­licht den Wortlaut einer russischen Rote an die britische Regierung, bie sich mit bem Konflikt im Orient beschäftigt. Darin wird gegen die Durchfahrt fremder Kriegsschiffe durch die Meerengen nach dem Schwarzen Meer Protest erhoben und erklärt, die russische Regierung werde keinen Friedensvertrag anerkennen, an dem sie keinen Anteil habe. Die russische Regierung ver­folge mit großer Sympathie den Kampf der Türkei gegen den Vertrag von Sevres, sie wünsche aber einen baldigen Frieden und würde gerne alle Anstrengungen unternehmen, um zum Abschluß eines solchen Friedens zu helfen, doch laffe leider die Politik der Ententemächte keine Hoffnung a iftemmen, daß es der Entente ernstlich darum zu tun fei, eine friedliche Regelung des Levante­problems herbeizuführen.

Ein regierungsfeindliches Komplott in Athen entdeckt.

P a r i S, 23. Sept. (WTB.) Rach einer Tempsmeldung aus Athen wird dort die Entdeckung eines Komplottes zum Sturz des gegenwärtigen Regi­mes berichtet. Ein Oberstabsarzt Corylos sei verhaftet worden; weitere Verhaftungen ständen bevor. Die royalistischen und Regie­rungspolitiker verlangten die Verkündigung der K r i e g S g e s e tz e.

Belagerungszustand in Sofia.

Paris, 25. Sept. (WTB.) Rach einer Meldung derChicago Tribüne" aus Kon­stantinopel ist in Sofia der Belage­rungszustand verhängt worden infolge von richtigen Schlachten, die sich am Frei­tag und Samstag in den Straßen der Stadt abspielten, wobei sechs Personen ge­tötet und etwa 10 0 verle tzt wurden. Ab- gevrdnete und Parteiführer befinden sich unter en Opfern. Der Führer der Oppo­sitionspartei sei verhaftet worden.

Belgien gibt sein Unrecht in Oberkassel zu.

Berlin, 23. Sept. (WTB) Dem Gesandten Dr. Lanbsberg in Brüssel wurde laut den 2D entblättern mitgeteilt, baß bie abgeschlossene Untersuchung bes Falles in Oberkassel bie Annahme eines beutschen Verbrechens a u s s ch l i e ß e. Minister H a s p a r fügte feiner Mitteilung hinzu, baß er glücklich fei, biefe Er­klärung zu machen.

Brüssel, 23. Sept. (WB.) Agence Belge. Die Gerichtskommission hat ihre Unter­suchung über ben Vorfall in Oberkasfel ab­geschloffen. Ihr Bericht stellt fest, baß in Er­mangelung von Augenzeugen bes Dramas bieses sich nur durch Vermutungen erklären lasse. Die wahrscheinlichste Annahme sei, baß ber Sergeant Stas beim unvorsichtigen Han­tieren mit bem Revolver, ben ihm ein gewisser Rogiers ohne bie geringste Warnung gab, wider seinen Willen ben Todes Oobaten Bouck- huygt verursachte. Nachdem ihm das Un­glück zum Bewußtsein gekommen fei, habe er in seiner Verzweiflung die Waffe gegen s i ch selbst gerichtet. Der Bericht erklärt, es liege keine Veranlassung vor, in der Angelegen­heit weitere Schritte zu tun.

Paris, 23. Sept. (WTB.) Rach einer Mel­dung desPetft Parisien" aus Brüssel hat der gestern abgehaltene Kabinettsrat end­gültig bie These fallen lassen, ben Deut- s chen eine Schulban ben Vorgängen in O ber- kassel zuzuschieben. Angesichts der vorliegenden Berichte würbe festgestellt, daß die Vorgänge den Belgiern zur Last fallen. Es wurde auch beschlossen, sofort bringende Maßnahmen zu er­greifen, um derartige Vorgänge für die Zukunft zu verhindern.

Dubois zurüüryetrelen.

Paris, 23. Sept. (Wolff.) Wie das Echo National" mitteilt, hat Dubois am 2. September, weil er mit Poincarv über die Reparationsffage n i ch t e i n i g war, feine Demission eingereicht.

Paris, 23. Sept. (WTB.) DerIn- transigeant" bestätigt, daß Dubois am 2. September alsPräsidentderRepa- rationskommissivn zurückgetre- t e n ist. Man habe den Versuch gemacht, ihn zu halten, er sei aber bei seinem Entschluß ge­blieben.

Parts, 25. Sept. (WTB.) Wie das Journal" meldet, spricht man vom wahr­scheinlichen Rücktritt des zweiten fran­zösischen Delegierten in der Repa­rationskommission,Mauclere.

Die Bereinigung der U. 5. P. mit der 5. P. D.

Gera, 23. Sept. (Wolff.) Der Partei- tag der Unabhängigen Sozial­demo k r a t e n hat mit 192 gegen 9 Stimmen folgenden Antrag Crispien angenommen: Der Parteitag beschließt auf Grund des vorliegenden Akttonsprogramms und der vorliegenden organisatorischen Vereinbarun­

gen die Vereinigung mit der Sozial­demokratischen Partei Deutsch land S."

Die Wiederverheiratung des Kaisers.

Berlin, 23. Sept. (Wolff.) Wie bei B. Z. a. M." gemeldet wird, ist die offiziell Bekanntgabe der Verlobung des frühe ren deutschen Kaisers in aller Kürze zu erwarten. Als Termin sei der 5. N v v e m ber in Aussicht genommen. Die Vermählung werde nach dem holländischen Zivilrecht vor genommen.

Aus dem Reiche.

Der Reichskanzler in Urlaub.

Berlin, 23. September. (WTB.) Dec Reichskanzler hat gestern seinen mehr

Die deutschen Schatzwechsel für Belgien.

B e r l i n, 23. Sept. (Wolff.) Die deut scheu Schatzwechsel werden, wie den Blättern mitgeteilt wird, am Montag überge ben werden. Ausgestellt wurden im ganzen 1 0 Wechsel: vier auf je 10 Millionen, fällig an 15. Februar, einer auf 7,4 Millionen, ebenfall­fällig am 15. Februar, weitere vier zu zehn Millionen, fällig am 15. März, und einer aui 8,6 Millionen, ebenfalls fällig am 15. März

4. Landesparteitag der Deutsch nationalen (Hessischen)

Vvlkspartei.

Bad-Rauhe im, ben 24. Sepl

Vorn Freitag bis heute fanb in unserer Bado stabt ber aus allen Teilen des Landes zahlreich besuchte 4. Lanbesparteitag ber Den t s ch ^nationalen (Hessischen) Vvlkspartei statt. Die Tage waren fast ganz von ernster Ai beit in Anspruch genommen, für ausspannenbe Er­holung blieb nur wenig Zeit. Der ern>eliert> Vorstand besprach am Freitag bereits in einer ausaedoittnten Sitzung bie für ben Parteitag ein­gegangenen Anträge und Vorschläge. Der SarnS tagvormittag gehörte ben Unterausschüssen Der Lanbesf rauenausschuß befaßte sich mit ber Frage ber Werbearbeit, worüber Frau Dr. Schrnibt (Fechenheim) referierte, währenb ber Iugenbausschuß, ber sich neu gebildet bat, sein Aufgabengebiet in lebhafter Diskussion be­sprach. In 14 Tagen soll in Frankfurt a. M. noch, mals eine eingehenbe Aussprache des Landes jugenbausschusses ftattfinben.

Um 11 Uhr am Samstag wurde ber Par­teitag durch ben Lanbesvorsihenben Dr. Karl K l i n g s p o r (Offenbach a. M.) eröffnet. Er be­grüßte zunächst bie Vertreter ber Reichspartei leitung und benachbarten Lanbesverbände, unb gab daraus einen Ueberblick über bie Stellung er Partei zu ben großen Fragen ber äußeren unb inneren Politik. Der Rebner schloß unter stürmischem Beifall mit den ^Worten, baß bie Deutschnationalen unbeirrt von Schuhgesehen zu­sammenhalten werben im Kamps für ben beutschen Gebauten in beutschem Lande. Für bie Orts gruppe Bad-Nauheim hieß Pros. Dr. Webe, die Gäste aus bem ßanbe willkommen. Von der Reichsparteileitung überbrachte Prof. Dr. Pflug (Berlin) die besten Glückwünsche, während vom Badischen Landesverband Geh. Oberkirchenrat D Mayer unb vom Landesverbanb Hessen-Rassau Rcferenbar Huch (Wiesbaden) die freund-nach­barlichen Beziehungen zu den hessischen Partei^ freunden hervorhoben. Für bie Frankfurter Orts gruppe grüßte Lanbtagsabgeorbneter Martell, im Rainen ber Arbeitsgemeinschaft Hanau-Geln hauscn-Schlüchtern Oberßteutnant a. D. Wil helmi Es folgten darauf bie Berichte bes Lanbesgeschäftsführers Frhr. v. F o r.ft ner und ber Provinzialvorsihenden, die alle feste Zuver­sicht in bie Zukunft ber Partei zum Ausdruck brachten. Heber die Aufgaben ber Frau im Dienste ber Dcutschnationalen Vvlkspartei sprach die Vorsihenbe des Landessrauenausschusses Frau Klara K l i n g s p o r. Gin Bericht vvn stad, jur Zimmer (Gießen) befaßte sich dann mit bem Thema Student und Politik". Er begründete unter bem Beifall ber Versammlung, warum bie Beschäftigung ber studierenden Jugend mit der Politik unbedingte Rotwendigkeit fei. Rach kurzer Mittagspause begann bie Rachmittags sihung mit einem ausführlichen Bericht bes Abg Kinbt (Dam,stabt) über bie Arbeiten des Hessischen Landtages unter besonderer Berücksichtigung der Ausnahmegesetze. Ausführ­liche kam er dabei auf bie Arbeitsgemeinschaft mit bem Hessischen Dauembunb zu sprechen, verteibigtt den Dauernbunb gegen ben Vorwurf, er verfolge eine rein materialistische Interessenvertret ung, indem er an Hand des Abstimmungsmateriate betonte, baß die Mitglieder des Hessischen Bauernbundes allezeit mit großem Interesse sür die Kultuvaufgaben eingetreten seien. Bei den Ausführungen des Redners über die Ausnahme­gesetze unterstrich er ganz besonders die Tat­sache, daß durch bie Annahme einer von ihm eingebrachten Entschließung es jedem deutsch- nationalen Beamten möglich sei, auch weiterhin

Heutiger Stand des Dollars

10 Uhr vormittags

Berlin 1420, Frankfurt a. 1 14001428.