mit Den Ergebnissen Dieser Besprechungen befassen. Dem Blatt zufolge nimmt man tn parlamentarischen Kreisen an, das) nach lieber» Windung der letzten Schwierigkeiten eine Einigung bis zum Ende der nächsten Woche erzielt werden toirb;
Berlin. 24. Febr. Bei den gestrigen Besprechungen der Kvalitionsparteien über das Steu erkornpronilß ergab sich, daß der vorliegende Entwurf des Mantelgesehes sich aus zwei Hauptbestandteilen zusammen'eht, nani- lich aus den Steuergesehen und aus dem Teil, der sich auf die Zwangsanleihe bezieht. Hier ist besonders das sogenannte Ermächtigungsgesetz hervorzuheben, durch welches die Aeichsregierung in die Lage versetzt wird, die Anleihe durchzu- führen. Laut dem „B.T." hat nach dem Entwurf dieses Gesetz etwa folgenden Wortlaut: Die Reichsregierung wird die Mittel für die Kredite, die durch das Rrichshaushciltsgrieh für das Hahr 1922 bereitgestellt sind und nicht für die Der- kehrsanstalten bestimmt sind, im Wege einer in Reichsmark einzuzahlenden und in den ersten drei Jahren unverzinslichen Zwangsanleihe tn Höhe des Gegenwertes von einer Milliarde Gold» mark flüssig macheit. Wie das Matt weiter mitteilt, soll der Zinsfuß für die Anleihe nach Ablauf der drei Jahre in einer Besprechung der Parteien festgesetzt werden.
Das KörperschaftSsteuergefetz.
B e r I i n, 24. Febr. (WTB.) 3m Reichs- tagSausschuß für Steuerfragen wurde heute das Körperschafts st euergesetz verabschiedet und darauf die zweite Lesung der Ao- volle zum Timsatzsteuergesetz begonnen.
Die Tabaksteuer für Zigaretten.
Berlin, 24. Febr. (Wolff.) Durch eine Verordnung des ^eichsministers der Finanzen vom 23. Februar wird die Tabak st euer für Zigaretten im Klcinverkaufspreis von 25, 30, 40 und 50 Pf. pro Stück mit Wirkung vom 15. März dieses Jahres ab um 20 d. H. ermäßigt.
Aus dem Auswärtigen Ausschuß.
Berlin, 24. Febr. (WTB.) Der Auswärtige Ausschuß des Reichstags besprach heute die Organisation der Sachleistungen, die im laufenden 3ahr auf Reparationskonto von Deutschland zugunsten der Entente ausgeführt werden müssen und deren genaue Feststellung durch eine Vereinbarung mit der Entente noch zu geschehen hat. Staatssekretär Dr. Mü'ler vom Wiederaufbauministerium machte ausführliche Darlegungen über den Gegenstand. In der hierauf folgenden Besprechung sprachen die Abgeordneten Helfferich (D.-Aatl.), Gothein (Dem.), Dauch (D. Vpt.), Klöckner (Ztr.), Dr. Heim (Bahr. Dolksp.) und Mi l er-Franken(Svz.). Zum Schluß faßte der Vorsitzende S t r e s e - mann die Resultate der vertraulichen Ausführungen für ein Protokoll zusammen.
Eintritt der Kommunisten in die sächsische Regierung?
Berlin, 25. Febr. (Privattel.) Wie die »Deutsche Allg. Ztg. aus Dresden meldet, schweben seit längerer Zeit Verhandlungen der sozialdemokratischen Parteien in Sachsen über einen Eintritt der Kommuni st en in die sächsische, aus Mehrbeitssozia'.isten und Unabhängigen bestehenden Regierung. Die Kommunisten sollen sich bereit erklärt haben, einen Minister zu stellen.
Aus Stabt und Land.
Dießen, den 25. Febr. 1922.
•* Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurde am 17. Februar der Polizei- wack?tmeister auf Probe Karl Friedrich aus Offenbar a. M. zum Polizeiwachtmeister beim Pclizeiamt Offenbach mit Wirkung vom 16. Februar 1922 an. — Ernannt wurde am 21. Februar der Kanzlelgehilse Wilhelm Peter» mann auS Darmstadt zum Kanzleiassistenten bet dem Ministerium des Inr.ern mit Wirkung vom 15. Feb uar 1922 an. — Uebertragen wurde am 20. Februar dem Dchulamtsanwärter Georg Strauch auS Heppenheim eine Leh^rstelle an der Volksschule zu Löhrbach, KreiS Heppenheim. — Am 21. Februar 1922 wurde der Oberbau» sekretär Wilhelm Reeg zu Darmstadt auf sein Aach suchen vom Tage des D ienstauStrittS an aus dem Staatsdienste entlassen.
** Hur noch zwei Briefbestel- lungen. Vorn 1. März ab werden, wie uns von amtlicher Seite mitgeteilt wird, die Ortsbriefbestellungen in Gießen um 71/. Mr vor- mittags und 2 Mr nachmittags beginnen. — Die Post setzt also ihre Tarife hinauf und ihre Leistungen herab. Der Fortfall der bisherigen Bestellung am Spätnachmittag erscheint namentlich im Interesse der Geschäftswelt bedauerlich.
•• Kapitalkleinrentner, die die Fürsorge in Ansp uch nehmen wollen. werden in einer amt' chen D kan tmochu g im Heu i ei An^elg^n- teile ausgefordett, sich bis zum 6. März im Stadthause zu melden oder ein schriftliches Gesuch an das Woil.ahrtsamt einzureichen.
” Ve rkauf des Hotels Einhorn. Wie uns mitgeteilt wird, hat Herr S e e b o 1 d sein Anwesen „Hotel Einhorn" an eine Frankfurter Grvßfirma verkauft. Die Uebergabe erfolgt am 31. März.
4 Beneidenswerte Gemeinden. Gemeinden, die sich heute in glänzender finanzieller Lage befinden und sich keine Gedanken um Bilancierung ihres Haushaltes zu machen brauchen, durften heute zu den größten Seltenheiten gehören. Da klingt es geradezu märchenhaft, wenn von der einen oder anderen Landgemeinde die Kunde kommt, daß ste trotz der Aot der Zeit keine Gemeindeumlagen zu erheben braucht. Bekannt ist das schon lange von Ettingshausen in unserem Kreise. Das Dorf wird als die wohlhabendste Gemeinde Oberhessens angesprvchen. Der Wohlstand zeigt sich nicht nur darin, daß keine Gemeindesteuern erhoben werden, sondern daß daneben noch großzügige Kulturaufgaben ihre Erledigung fanden, eine Anlage von Wasserleitung und elektrischem Licht und Erbauung eines modern eingerichteten Schulhauses; außerdem ist noch die Errichtung einer Klein» kinderschule geplant. Zur Steuerfreiheit kommt noch die angenehme Uebervaschung, daß jeder OrtSbürger eine bettächtliche Menge Brenn
holz zum niedrigsten Tarifpretse erhält; in diesem Jahre handelt es sich um 4 Raummeter Buchen- und um 4 Raummeter Fichtenholz. Die Quelle des Wohlstandes der Gemeinde Ettingshausen ist der große Waldbesitz, der in diesem Winter allein schon rund eine Million Mark für Bau» und Werkholz abgeworfen hat. — Ettingshausen hat nun ein Seitenstück im Kresse Friedberg gefunden. Dort ist die Gemeinde Langenhain-Ziegenberg im Taunus durch ihre Einnahmen, über die toir_ gelegentlich schon berichtet haben, in die glückliche Lage gekommen, dem Finanzamt Friedberg auf seine Anfrage nach der Festsetzung der Gemeinoe- umlagen hin mitzuteilen, daß man von der Erhebung von Gemeindesteuern absehen könne. Die Einnahmen der Doppelgemeinde setzen sich zusammen aus den reichen Erträgnissen des Waldes, des Gemeindeobstes und der Jagd; die letztere bringt allein 63 000 Mk. ein.
"Von der Ortsgruppe Gießen der Gewerkschaft hessischer Gemeinde- beamten wird unS geschrieben: Zu der Rotlz über die Gewerkschaft der hessischen Gemeindebeamten und deren Bestrebungen in Ar. 46 des Gießener Anzeigers muß folgendes gesagt werden: Die he.sische Eemcindebeamtenschaft hat sich im Frühjahr vergangenen Jahres zu'ammenge- schlossen, um ihre wi.tichaftlichen und geistigen Interessen in gemeinsamer Arbeit zu fördern. Sir umfaßt neben den Städ'ebc amten alle übrigen Landgemeindebeamten des F.eistaates Hessen. Die Bezirkssparkassebeamten sind ihr als Fachgruppe angeschlofsen. Der Ortsgruppe Gießen gehören weiter an die Beamten der Kreis- und Provin- zialverwallung. Die Gewerkschaft • ist politisch völlig neutral. Reben Orga .i a.ionssragen bildet seit Monaten die Revision der Desoldungsord-- raing den Hauptgegenstand langer Verhandlungen. Obwohl das Reich und der Freistaat Heisen ihre Besoldungsordnung schon seit langer Zeit mit Erfolg einer Revision unterzogen haben, befinden sich die hessischen Gemeindebeamten in dieser Beziehung noch in einem empfindlichen Rachteil dadu. ch, daß die Revi'ion der Besoldungsordnung der Gemeinden bis jetzt noch nicht durchgeführt worden ist. Die Be Handlungen mit den übrigen Interessentenverbänden, als dem Bund der technischen Angestellten und Beamten. Gau Hessen, dem Deutschen Werkmeister-Verband, dem Verband Deutscher Beim sfeuerwehrmänner, dem Verband Deutscher Techniker, dem Landesverband der Polizei^-e.'waltungsbeam'en Hessens, der Gewerkscha't der Polizeibeamten und der Landesgruppe Hessen des Be ufsvereins der höheren Kommunalaeamten, ve?.ögerten sich dadurch, daß die Interessen der cinzel.ien D ru,so ganisationen zunächst in gern, infame Anträge zusammengesaßt werden mußten. Durch gemeinsame Beratungen zwischen u .serer Gewerkscha't und den angeführten übrigen Beamtenorgani'ationen einerseits und den otäbtct-ertDcI u igrn Hessens anle seits ist der Entwurf eines Mantel a. iss zustande gekommen, der noch der Genehmigung bedarf. Durch die fortschreitende Geldentwertung leiden die Gemeindebeamten in ihrer wirtschaftlichen Lage aufs empfindlichste, zumal i£e Beamten des Reichs und des Staates bereits in den Genuß ihrer Bezüge der revidierten Be'vl ungsordnunz gelangt sich, worauf die Gemcindebeamtrn noch heute zu warten haben. Es ist eine falsche Auffassung, daß die Gewerkschaftslri ung eine wesentliche Höherstellung der Städtebeamten erstrebt. Die Gewerkschaft erwartet lediglich eine Besoldungs-Regulierung innerhalb der Reichs- bzw. Staatsbesol- dungSordnung. Die tatsächlich bestehenden besonderen De hältnisse wie überhaupt die Eigenart einer größeren Gemeindeverwal ung erheischen nach Auffassung der Gewerkschaft selostverständlich Berücksichtigung.
*♦ Der Mitteldeutsche Sä na er- verband hielt am Sonntag im Hotel Kobel seinen zweiten Dertretertag seit dem Ende des Krieges ab. Große Lücken hat der Krieg auch in die Reihen der Verbandsvereine gerissen. Aber Liebe zum Gesang und Treue zu dem deutschen Volksliede haben die Sänger wieder zusammengeführt, und so wurde die Tätigkeit mit erneuter Zuversicht wieder ausgenommen. Die Satzungen wurden vereinfacht und den neuen Verhältnissen angepaßt. Da der Verband sich in der Hauptsache aul vberhessischen Vereinen zusammen^eht, wurde der Aame in „Oberhessischer Sängerverband" umgeändert. Die Vorstandswahl hatte folgendes Ergebnis: Vorsitzender: Rektor Val. Muller (an Stelle des als Polizeidirektor nach Offenbach berufenen Regierunas- rates Dr. Sieg ert), Chormeister: älniv.-Mu'ik» dlrektor Prof. Trautmann (wie seither), Schriftführer: Hans Götz, Vorsitzender der Konkordia Gießen; das Amt des Rechners blieb in den bewährten Händen des Lehrers Römer- Großen-Linden. Dieser engere Gefchäftsvorstand fügt sich ein in den Gesamtvorstand, der aus Vertretern der dem Verbände angehörenden Bünde und Vereine usw. besteht, älnterstützt werden die Bestrebungen der Vwbandes weiterhin durch eine Reihe dem Musikleben nahestehender Persönlichkeiten in Gießen und anderen Städten Oberhessens. — Am 14. Mai unternimmt der Verband eine Sängerfahrt nach Lollar; deren Einzelheiten werden durch einen am 26. März daselbst stattfindenden Sängertag geregelt werden. Die Ausführung des Festes hat, wie wir schon gemeldet haben, die Sängervereinigung Lollar übernommen.
** War tburgverein. Auch das zweite Wohltätigkeitskonzert nahm trotz der fast beängstigenden älebersüllung des Iohannessaals einen recht befriedigenden Verlauf. Daß es dem Mandolinen- und Guitarrenverein auch gestern in gleicher Weise wie am Vorabend gelang, die Aufmerksamkeit der Zuhörer zu gewinnen, bewiesen die zahlreichen Einlagen und Zugaben, mit denen die Spieler die stürmischen Beifallskundgebungen beantworten durften. Unter anderem wurde die Wiederholung des Potpourri aus £er Oper „Martha" mit großer Begeisterung ausgenommen, ebnso das anmutig-zierliche „Stelldichein" von Aletter, dem im Ausdruck die Stimmung wundervoll abgelauscht war. äleberhaupt konnte man an dem im reichen Maße vorhandenen Einfühlungsvermögen in Eharakter und Idee beS betreffenden Musikstückes seine Freude haben. Dabei überraschte beim Dortrage der italienischen Volkslieder die deren weicher Stimmung angevaßte harfenartige Begleitung der Guitarren und bei dem den Abschluß des schönen Programms bildenden ungarischen Eharakterstück Die rhythmischen schwierigen Stellen durchaus gewachsene Klangfülle der Mandolinen. Im Mittelpunkte des Abends stand eine Phantasie für
Harte. Sie wurde vom Harfenisten Wigger in technischer Fertigkeit und künstlerischer Vertrautheit mit der hehren Schönheit seines Instrumentes zum Vortrag gebracht, so daß ihm ein nicht geringes Verdienst an dem schönen, wohl- gelungenen Abend gebührt. So konnten die Zuhörer sowohl in dem Bewußtsein, einer guten Sache verdiente Beachtung geschenkt zu haben, als auch in dem freudigen Gefühle, einen musikalisch genußreichen Qlbenb verlebt zu haben, nach Hause gehen.
Bornotizen.
— Tageskalender für Samstag. Stadttheater. 4 Mr: „Wilhelm Teil". — Hörsaal 44 des Dorlesungsgebäudes, 8V2 Mr: Vortrag des Oberhessischen Geschichtsvereins. — Astoria-Lichtspiele, heute und morgen: „Der Zirkuskönig" 2. Teil: „Der Kassenraub im Zirkus King". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, heute und morgen: „Danton" und „Rummel u. Eie."
— Tageskalender für Sonntag. Stadttheater, 3 Mr: „Sneewittchen und die sieben Zwerge".; 61/2 Mr: „Mascottchen". — Reue Aula, 5 Mr: Achtes Konzert des Gießener Konzertvereins. — Hotel Einhorn, 5 Mr: Oefsentliche Versammlung der Sozialdemokratischen Partei.
— Gießener § t u d en t e n h i l s e. Die angekündigte Uraufführung des „Laws" zum Besten der Gießener Studentenhilfe soll ein Auftakt zu der im Sommer geplanten Aufführung des König Oidipus von Sophokles bilden. Der Verfasser hat die Vorgeschichte, die Sophokles für seine Zuhörer voraussehen konnte, die aber vielen heutigen nicht mehr geläufig ist, dramatisch gestaltet. Professor Dr. Henle wird die beiden Stücke durch Schuberts wundervolle E-Moll-Sonate verbinden. Die Spielleitung hat Dr. von Faber du Faur übernommen.
— Dem Bühnenvolksbund, der erst seit kurzem hier eine Ortsgruppe besitzt, ist es nun auch gelungen, eine Theatergemeinde zr gründen. Man bittet uns, darauf hinzuweisen, daß es außerordentlich wichtig ist, daß sich Teilnehmer baldigst melden, da die erste Theater» tojtel.ung, bei genügender Beteiligung, schon am 13. März flattfin.en soll. (Siehe Anzeige.)
— Die Frauengruppe der Deutschnationalen Dolkspartet hält am kommenden Mittwoch im Postkeller eine Der- sammlung ab. Lieber Jugendpflege spricht Frau Pros. Kramer, Über Bodenreform Frau Dr. Adolf, Über Steuern Frl. Rennert.
Landkreis Giestcn.
= Albach, 25. Febr. Zu dem gemeldeten He berf all auf ein Mädchen von hier wird weiter mitgeteilt: Die Gendarmerie der ganzen Umgegenb ist in eifriger Tätigkeit, am die Schandbuben zu ermitteln. Trotz ihrer schweren Mißhandlungen seitens der Llmnenschen konnte die üebevfallenc jetzt nähere Angaben machen. Der eine der beiden ilebeltäter ist ein kleiner Mensch mit einer Patschkappe. Beide sind hinter einem Stoß Wellen Im Walde berborg.'fommcn. haben das Mädchen überfallen, und nachdem sie es in viehischer Weise mißbraucht hatten, mit Schlägen auf den Kopf traktiert und seinem Schicksal überlassen. Daß die Täter die Absicht hatten, das Mädchen zu töten, steht zweifellos fest, denn der eine hatte gesagt: „Laß sie mir liegen, sie ist tot!“ Sie warfen das an Händen und Füßen mit Stricken gebundene bewußtlose Mädchen in einen Wassergraben. Als es später zu sich kam, konnte es sich mit vieler Mühe bis auf die Wiese schleppen, wo es die Kräfte verließen. Auch ihrer Barschaft war das Mädchen beraubt worden. f
X Wieseck, 24. Febr. Ho ch betagt wurde heute unser langjähriger früherer Sch fer Johannes Stumpf zu Grabe gebracht. 1842 in Beuern geboren, wurde er Schäfer in verschiedenen Dörfern der Wetterau und ging 1868, wie andere Hessen, als Straßenkehrer nach Paris, wo et tn der deutschen evangelischen Gemeinde getraut wurde, in die Pfarrer Friedrich von Bodelschwirgb. der sp tere D g ün'er der Bielefelder Anstalten, frisches Leben gebracht hatte. Bei Kriegsausbruch ausgewiesen, ging er als Schäfer nach Wohnbach und Echzell, und zog 1876 hierher, wo er sich in seinem Dienst und auch nach DeMen Riederlegung (1E94) großer Wertschätzung erfreute. Auch die Kirchengemeindevertretung verliert ihn ihm ein reges Mitglied; in ihr tritt an feine Stelle Frau Luise Kirchner, das dritte weibliche Mitglied der Körperschaft.
Kreis Friedberg.
4 Butzbach, 24. Febr. Die seither für 675 Mk. verpachtete Markjagd der Gemeinden Cleeberg und Weiperfelden am Hausberg erzielte bei der Reuverpachtung einen Preis von 15 300 Mk.
Starkenburg und Rheinhessen.
rm. M ü m l i n g - G r u m b a ch i. O^ 24. Febr. Tödlich verunglücks ist der in den hiesigen Gummiwerken tätige Werkmeister Meckbach. Er kam durch ^Vorsichtigkeit in eine Maschine und wurde von den Walzen erdrückt.
wd. Mainz, 24. Febr. Im Laufe des gestrigen Nachmittags hat sich der Streik der Metallarbeiter weiter verschärft. Nunmehr ist die gesamte Arbeiterschaft in der Metallindustrie der Bezirke Mainz und Wieöbaden-Rheingau ausständisch. In hiesigen Bezirken streiken etwa 15 000, und im Bezirk Wiesbaden-Rheingau etwa 3000 Metallarbeiter. — Heute vormittag ist die Stteiklage unverändert.
Kreis Wetzlar.
ra. Wetzlar, 24 Febr. Der Finanzausschuß unserer Stadtverwaltung ist dahin schlüssig geworden, zur Förderung des Wohnungsbaues 5 Prozent des Kapital- nuhungswertes vorzuschlagen. Man rechnet mit einer Summe von 41—42 000 Mk., die zur Finanzierung von Reubanten Verwendung finden soll. — Auf wiederholten Antrag findet demnächst eine Nachforschung in den Wohnungen statt, um der herrschenden großen Wohnungsnot zu steuern.
Hessen-Nassau.
mc. F rankfurt a. M., 24. Febr. An der Hauptwache stieß heute vormittag ein auswärtiger Kraftwagen miteinerAuto- droschke zusammen. Die Droschke wurde vollkommen zerttümmert, die beiderseitigen Fahrer schwer verletzt. Sin Tell des einen Wagens ist ausgebrannt. Der Schaden, der durch das Rasen der Autos in den Straßen entstan
den ist. beträgt mindestens 200 000 Mk. — An der Ecke der Hohenzollern- und Mainzer- Landstraße wurde heute mittag ein Mann von einem Lastauto zur Seite geschleudert und l e - benSgefährlich verletzt. Das Auw fuhr weiter, ohne sich um den Derletzten zu kümmern.
rm. K l. - O st h e i m, 24. Febr. Bon einem Zuge Überfahren wurde der Bahnarbeiter Ioh. Pfeifer in der Nacht zum DonnnerStag. Er war sofort tot. Die Ursache ist nicht bekannt, doch wird Selbstmord vermutet.
ra. Biedenkopf, 24. Febr. Dem hiesigen Elektrizitätswerk wurde aus städtischen Mitteln einDarlehenvonl05 930 OK t bewilligt. Das Werk nimmt dafür die städtischen Kriegsanleihestücke im Nennwert von 11? iOO Mk. zu SO Prozent in Zahlung.
* Kirchen, 24. Febr. Mißglückter Raubüberfall. Eine Bande von drei maskierten Männern versuchte,--Hie hiesige Bvlksbani auszurauben. Die Betzdorfer Polizei war jedoch von dem Plan benachrichtigt worden und hatte sich in dem bedrohten Hause versteckt. ES gelang, zwei der Banditen, die aus Betzdorf stammen, sofort, den dritten später, festzunehmen.
Wettervoraussage
für Sonntag:
Dunstig, vorwiegend trocken, mild, südliche Winde.
Das über Frankreich gelegene Hochdruckgebiet hat sich in östlicher Richtung verlagert. Sonst ist keine wesentliche Aenderung in der Luftdruckverteilung eingetreten. Die bestehende Witterung wird anhalten.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
Sonntag, 26. Februar. Estomihi.
In der S t a d t k i r ch e. Norm. 9 V? Mr '. Pfr. Decker. 11: Kinderkirche f. d. Mar'usgem.: Pfr. Decker. Abds. 6: Pfr. Mahr. Drichie u. Feier d. hl. Abendmahls f. Matthäus- u. Markus- gemeinde. — Montag, 2?. Febr.. abds. 8: Bereinigung d. kons. männl. Jugend d. Matthäus- gemeinde. — Montag, 21. Febr., abds. 8: Bereinigung d. kons. weibl. Jugend d. Markusgem — Dienstag, 28. Febr., nachm. 4: Frauenmissionsverein. — Mittwoch., 1. März, abds. 6: Passionsgottesdienst. Psr. Decker.
In der Iohanneskirche. Borm. 91/2übt Pfr. Ausfeld. 11: Kinderkirche f. d. Zohannes- gemeinbe: Pfr. Ausfeld. Abds. 6: Pfr, Dech- tolshelmer. Deichte u. Feier d. hl. Abendmahls f. Lukas- u. Iohannesgemeinde. Abds. 1' <>: Bereinigung d. konf. männl. Jugend d. Iohannes- <gemeinöe. — Montag, 27. Febr., abds. ZV?: Zugendvereinigung d. Lukasgememde (weibl, Abteilung). — Donnerstag, 2. März, abds. 8: Kirchliche Bereinigung d. Iohannesgemeinde im Io- Hannessaal. — Freitag, 3. März, abds. 5V>: Bereinigung d. kons. Mädchen d. IohannesgeTneindr.
Wies eck. 26. Febr., vorm. 9s/<: Gottesdienst. 11: Kinderkirche. — Donnerstag, 2. März, abds. 8: Iugendnbend (männl. Abteilung^
Sonntag, 26. Febr., vorm. 10: Kirchber g. t- Nach m. iy2: Mainzlar.
Katholische Gemeinde.
Samstag, 25. Febr., nachm 5 u. abds. 3 Xityr Gelegenh. z. hl. Deichte. — Sonntag, 26. Fcbr. Qutnquacefima. Vorm. 61/2* Gelegenh. z. Deichte. 7: Hl. Messe. 8: Austeilung d. hl. Kommunion. 9: Hochamt m. Pr. 11: Hl- Messe m. Pr. Nachm 3: Christenlehre; Darauf Andacht. Abds. 8: Abenc- unterbaltung des Vesellenveoeins. — Mittwoch, 71/4 Mc wird die geweihte Asche ausgeteilt. — Freitag abend 6 Uljc ist Fastenandacht.
Diaspora-Gottesdienst am 26. Fcbc. G r ü n b e r g, vorm. 91/2 älhr.
Kath 0 l. G 0 ttesdienst. 28. F chr. L i ch, vorm. 10 und nachm. 2 ilfyr. — Hungen, vorm. 8 Ähr. — 1. März: Aschenweihe In Lich.
Vermachtes.
Diebe im marttschen Mvsrum.
Berlin, 24. Febr. (WTB.) Im märkischen Museum ist gestern während der Besuchszeit eine Ditrine erbrochen worden. Die Diebe erbeuteten wertvolle goldene und silberne Münzen, im ganzen 23 Stück. Einige Münzen sind von ziemlicher Größe. Die wertvolle Sammlung besteht aus Freund- schaftsmedaillen, Medaillen zu kirchlichen Festen usw. Die Diebe werden vermutlich versuchen, sie. in Schmelzen oder bei Althändlern zu verkaufen.
Die Flucht des Doppelmorders Grup^n.
Berlin, 24. Febr. (Wolff.) Ueber die Flucht des Doppelmörders G r u p e n aus dem Hirscbberger Untersuchungsgefängnis berichtet die „B. 3.“: Das Gitterfenster der im zweiten Stock gelegenen Zelle wurde mit feinen Sägen durchschnitten; Grupen ließ sich an einem Sttohselle herab, kam auf das Dach des Dorgebäudes, das direkt an der Bergsttaßc । liegt, hat vermutlich das Riesengebirge er-1 reicht und kann nachts noch über die böhmische Grenze gegangen sein. Mit Grupen sind auch seine zwei Zellengenossen, die man , mit ihm zusammenbrachte, weil er schon einmal einen Selbstmordversuch unternommen hatte, mit Hilfe eines Sttohseils entflohen. Sie stellten sich heute morgen freiwillig, wodurch Grupens Flucht bekannt wurde. Grupen trug Gefängniskleidung. Man vermutet, daß er gleich nach seiner Flucht mit anderen Kleidern versehen wurde. Don der Gefängnisverwal- tung, der Polizei und der Staatsanwaltschaft sind umfangreiche Maßnahmen zur Wiederergreifung des Flüchtlings ergriffen worden.
Zusammenstoß mit einer Räuberbande.
Deuthen, 24. Febr. (WTD.) Heute abenbj] gegen 7 Mr Drängen fünf Banditen In ein Zlgarrengeschaf t in der Ärafauer StraßeJ ein und raubten einen größeren Geldbetrag, sowie andere Wertgegenstände. Der Heberfalli' wurde von einem Apo-Beamten bemerkt,: der sich den Verbrechern entgegenstellte. Die Banditen gaben Feuer. Durch die Schießerei wurden weitere Beamte aufmerksam, die Jagd auf die Banditen machten. Hierbei wurde ein Verbrecher getötet und ein anderer schwer verletzt; zwei konnten fest genommen werden, wähbend einer
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