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Pflichtversicherungs-Verbandes der Stadt- gemeinden Mitteilung gemacht.

Die Spaltung in der Kommunistischen Partei.

Deriin, 2$. San. Nachdem aus der kommunistischen Partei noch die Abgeord­neten Geyer junior, Eichhorn, Malzahn, Braß, Fries, Plättner und Berthels ausgeschieden sind, ist die K o m m u n i st i s ch e Arbeits- gemeinschaft.zu der die Ausgetretenen übergingen, auf 1 5 Mitglieder, und so zur Fraktionsstärke anaewach- s e n. Die übrig gebliebenen elf Mitglieder da­gegen haben die Rechte, die den Fraktionell zustehen, verloren.

Preußischer Landtag.

92. Sitzung vom 24. Januar.

Dor Eintritt in die Tagesordnung beantragt Abg. Ebersbach (Deutschnatl.) die sofortige 'Beratung eines Gesetzentwurfs, der den preußi­schen Beamten und Lehrern die gleichen 2wsgleichszulagen gewähren soll wie sie den Reichsbeamten bewilligt worden sind. Der Antrag wird widerspruchslos in allen drei Lesungen de- battelos angenommen.

Die von allen Parteien mit Mrsnahrne der Kommunisten beantragte Verdoppelung der Teuerungszuschläge für Notare, Rechtsanwälte und Gerichtsvollzie- yer wird gegen den Widerspruch der Kommuni­sten in erster und zweiter Beratung angenommen.

Dann wird die Aussprache über die D e r - yältnisse im besetzten Rheinland fort­gesetzt. Der Staatskommissar für Vollsernährung berichtet über die Maßnahmen, mit denen die Re­gierung den schiften Ernährunasverhällnissdn im besetzten Rheinland abhelfen will. Die Futter- mittelernte sei dort völlig mißraten, die Kartoffel­ernte zum großen Teil.

Abg. Haas (Soz.) wendet sich dagegen, daß die Gemeinden im besetzten Gebiet selbst einen großen Teil der Desatzungszulagen auf­bringen sollen.

Abg. Dankler (D.Dp.) richtet an die Re­gierung die Ditte, die Minister und Räte möchten recht oft das besetzte Gebiet besuchen und mit den an der Wirtschaft 'Beteiligten in rege persön­liche Fühlung treten.

Abg. Frau Dönhoff (Dem.) schließt sich namens ihrer Fraktion den gestellten Anträgen an und beklagt die besonders in den kleinen Orten zutatze tretenden üblen Wirkungen der Drsetzung.

Abg. Ulmer (11©.) wendet sich gleichfalls gegen die liebergriffe der Desatzungsbehörden, be­hauptet aber unter dem Widerspruch der Mehr­heit, daß viele Lehrer tatsächlich den Unterricht nicht im Geiste der Völker versöhnung treiben.

Zur Beratung kommen dann zwei deutsch- nationale Anträge, in denen verlangt wird, daß den durch die Polen von ihrer Scholle vertrie­benen Ansiedlern eine Entschädigung gewährt wird. . und dann die aus dem besetzten Gebiet vertriebenen Landwirte bei der Neuverpachtung der preußischen Domänen nach Möglichkeit berücksichtigt werden.

Die 'Beratung wurde abgebrochen, und es folgte die namentliche Abstimmung über den An- t trag der Geschäftsordnungskommission auf Ge° 7 nehmigung zur Strafverfolgung des kommunisti- fdjen Abgeordneten Schönbeck. Der Antrag auf Genehmigung wird mit 176 gegen 133 Stim­men der drei sozialistischen Parteien bei drei Stimmenthaltungen angenommen. Das Ergebnis wird von den Kommunisten mit stürmischen Pfui­rufen ausgenommen.

Die dann folgende namentliche Abstimmung über den Fall Eberlein ergibt mit 263 gegen 45 Stimmen der Unabhängigen und Kommunisten die Genehmigung zur Strafverfolgung des kom­munistischen Abgeordneten. Die Genehmigung zur sofortigen Berbaftung wird mit 172 gegen 134 Stimmen der drei sozialistischen Parteien be­schlossen. Dagegen stimmen auch einige Deutsch- Demokraten. (Lebhafte Pfuirufe der Kommunisten begleiten die Verkündigung des Abstimmungs­resultats.)

Abg. Dr. Reinhard (Dntl.) tritt für die deutschnationalen Anträge ein, deren Beratung hierauf wieder ausgenommen wird.

Abg. Hoff (Dem.) spricht den vertriebenen Landwirten die Sympathie seiner Freunde aus und erkennt an, daß Preußen In erster Linie die Ehrenpflicht habe, sich dieser Märtyrer des Deutschtums anzunehmen. Er stimmt den deutsch- nationalen Anträgen zu.

DieBeratung wird hierauf abgeschlossen. Der Antrag über die Fertigstellung der Königsberger Hafenanlage geht an den Derkehrsausschuh.

Das Haus vertagt sich. Nächste Sitzung Mitt­woch 10 Uhr Dorrn. Einbringung des Etats durch den Finanzminister. Schluß 6Vt Uhr.

Aus Hessen.

rm. Darmstadt, 24. Zair Der Minister des3nnern v. Brentano läßt den Blättern auf die bdannten Angriffe eine Erklärung- gehen, in der er zunächst bestreitet, daß er jemals mit Leuten in Verbindung gestanden hätte, die Deutschland zu zerstückeln beabsichtigen. Er be­zweifelt im übrigen, daß man diese Annahme aus dem. (Briefe des Grasen Dothmer herauslesen könne. Aus der Tatsache, daß er einmal vor zwei Jahren ohne seine Veranlassung mit Graf Doth­mer sprach, könne die Verbindung nicht hergeleitet werden. Das damalige Gespräch habe sich um die sehr aktuelle Frage der Gründung der Rheinischen Republik' als deutschen Gliedstaat, völlig unabhängig von Frankreich gedreht. Der Gedanke einer hessischen Rep ublik Hessen-Nassau als b e u 11 dj, e ©lieb» staat fei noch heute in der Ueberfcug ;ng vieler Deutscher ein g-t.r, weil er Lints-Hes en trauf­lösbar mit dem rechtsrheinischen ©.biete ver­binden würde, v. Br. sprach damals öfter die An­sicht aus, den Rhein als trennenden Strom durch eine möglichst feste und lange Brücke, etwa durch das ßanb Worms-Dingen und rechts bis Rüdes- heim, zu überwinden u d die links- und rech s- rheinischen Teile zum Heile Deutschlands zu ver­ankern."

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 24. Han. 1922.

Der St. Paulstag.

Der 25. Januar bildet einen wichtigen Feiertag unserer katholischen Mitbürger. Er ist dem Gedächtnis des Apostels Paulus ge­weiht, der an diesem Tag? im Jahre 36 von einem Saulus sich zu einem Paulus bekehrte und aus dem strenggläubigen, die Jünger Jesu verfolgenden Pharisäer selbst zum Christen wurde.

Wie die meisten kirchlichen Feste, ist auch der St. Paulstag, der nach alten Dokumen­ten schon im 9. Jahrhundert gefeiert wurde, mit allerhand Gebräuchen verknüpft. Sv wurde dieser Tag beispielsweise in der Ober­lausitz als dieHochzeit der Vögel" gefeiert, wobei die Kinder am Vorabend einen Teller mit allerhand Süßigkeiten vor das Fenster setzen. Natürlich durften die Kleinen, was die Vögel nicht aufgezehrt, am nächsten Tag selbst vernaschen. Auch für die Witterung legte man dem St. Paulstag große Dedeu- tung bei, die in allerlei Bauernregeln ihren Ausdruck fand. Vor allem wünscht sich der Landmann am Tage des Heiligen klaren Himmel und Sonnenschein, dann darf er auf eine gute Getreideernte und auf ein Ge­deihen des Weins hoffen. Wind am St. Paulötage soll zahlreiche Regenfälle im Ge­folge haben, auch Rebel ist am 25. Januar nicht gern gesehen. Mit dem Tage der Be­kehrung Paulus haben wir nach der An- stcht der Dauern die Hälfte des Winters hin­ter uns, wenigstens läutet ein alter Spruch: Pauli Bekehr halber Winter hin, halber Winter her.

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* Der Annahmeschluß bei der Gü­tern bf ertigung wurde, um die Verladung und Abbeförderung der aufgelieferten Güter noch am Tage der Auflieferung sicherzustellen, von heute ab auf 4'/> Uhr nachmittags festgesetzt. Um ehre schleunige Abfertigung zu erreichen, empfiehlt es sich, die Güter nicht brrz vor dem Annahmeschluß, sondern in den Vormittags­stunden anzuliefern. Hierdurch wird auch einer sonst nötigen weiteren Früherlegung des An­nahmeschlusses bor gebeugt.

* Verbesserungen in der Schal-- terbedienungan derDahn. Eine Neu­ordnung der Fahrkartenausgabe regt ein Mi­nistererlaß des Reichsverkehrsministeriums allgemein an. Bekanntlich ist von Reisenden vielfach darüber Klage geführt worden, daß die Zahl der Fahrkartenschalter auf den Bahn­höfen zu gering ist. Bisher waren die Fahr­kartenschalter derart eingerichtet, daß jeder Beamte der Fahrkartenausgabe in der Regel seinen eigenen Schalter hatte, der also wäh­rend der Zeit, in der der Beamte nicht im Dienst ist, auch geschlossen bleibt Durch die Neuordnung kann der Schalter durch Verwen­dung drehbarer Schränke mehrfach besetzt wer­den, so daß auch die Zahb der Schalter durch Einsetzen neuer Beamten in den Stunden des Hauptverkehrs vermehrt werden kann. Ebenso sollen auch Fahrkartendruckmaschinen in größe­rer Zahl als bisher Verwendung finden.

Feuilleton.

Archur Dikisch f.

Leipzig, 24. Jan. (Wolff.) Professor Arthur N i k i s ch ist in der Nacht zum Diens­tag an Grippe und Lungenentzündung ge­storben.

Arthur Nikisch wurde am 12. Oktober 1855 zu Lebendy-Szentmiklos (Ungarn) geboren. Sein musikalisches Talent trat so frühzeitig hervor, daß er bereits 1867 mit feinem Studium am Wiener Konservatorium für Musik begann. Zwei Jahre später, als 13jähriger, errang er bereits dort als Komponist die Goldene Medaille, sowie einen ersten Preis als Geiger und einen zweiten als Klavierspieler. 1878 kam er zum erstenmal nach Leipzig und zwar als MusiDirektor am Stadt­theater. Bold begann er auf Kunstreisen seinen steigenden Ruhm zu mehren. 3m Zahre 1889 gab er die Tätigkeit in Leipzig ganz auf und unter­nahm eine mehrjährige Konzertreise durch die Ver­einigten Staaten an der Spitze des Bostoner Sin­fonie-Orchesters. Erst 1893 kehrte er wieder nach Europa zurück, wo er nunmehr Leiter der Kgl. Oper in Budapest wurde. Jedoch schon 1895 kehrte er wieder nach Leipzig zurück, als Direktor der ©ewandhauskvnzerie und Lehrer am dortigen Konservatorium. Seit 1898 war er gleichzeitig Dirigent der Philharmonischen Konzerte in Ber Leipzig, und zwar als Musikdirektor am Stadt» 1901 wurde ihm der Titel Professor verliehen.

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Frankfurter Theater.

Frankfurt, 23. Jan.

Don den Frankfurter Schauspielbühnen ist, was das Niveau der Aufführungen angeht, durch­weg Erfieuliches zu melden. Schmerzlich berühren muß jedoch den Theater- und Kunstfteund zweierlei: daß Gerda Müller und Karl Ebert, diese beiden Hauptträger des tragischen Spiels, deren Individualität schwer ersetzbar fein wird, unser städtisches Schauspielhaus verlassen wollen, und daß ferner die, Frankfurter Kammer­spiele", die, vor l1/. Jahren begründet, vor­wiegend volkstümlichen Bestrebungen zugewandt waren, mit Ende der Sommerspielzeit, wie ver­lautet, auherkünsllerischen Zwecken dienstbar ge­macht werden sollen. 3m Neuen Theater wurde Shakespeares »Zähmung einer Wider­spenstigen" mit prächtigen Einzelleistungen und in trefflichem Zusammenspiel aller Kräfte in Georg Herweghs sprachkräftiger Uebersehung gegeben, und das alte Stuck, dem das märchen­hafte Vorspiel beigegeben war, hatte einen großen ehrlichen Erfolg. Der trotzigen blonden Katha­rina Hilde Walls trat, nicht minder eigensinnig, der Petrecio Karchows gegenüber, der das Er­wachen eines ganz anderen, weiblich dienenden und demutvollen Katchens glaubhaft zu machen wußte. Das Szenenbild, mit guter Absicht ganz einfach gehalten und nur auf leichte Andeutungen im Dekorationswechsel gestützt, entsprach fcemBe­griffSha'espearebühne", die Aufführung machte dem ©astspielleiter Dr. Wolfgang Hoffmann Har­nisch alle Ehre.

Bei einem großen Teil der Hörer fand Paul Kornfelds TragödieHimmel und

** Bettriebene aus den ehemali­gen deutschen Ost Provinzen. 3n allere nächster Zeit tritt die Vorprüfungsste >e für Der- drängungsschäden, die in den ehema igen deut­schen Ostprovinzen (Ost- und Westpreußen, Posen, Schlesien sowie Schleswig-Holstein) entstanden sind, in tgieit. Verdräng e aus den bezeich­neten .Gebieten, welche ihre Schäden noch nicht eingereicht haben, seien da aus arsmerksam ge­macht. daß die Frist zur Schadenanmeldang am 1. Zum d. ablaust. D.e Dotprüsmg liegt in den Händen der jeweiligen 3nteressenvertretun- gen; im angeführten Falle also ist derDeutsche Ostbund" die berufene Vertretung. Die Vor­prüfungsstelle Tarmstadt ist für alle im Freistaat Hessen wohnenden Flüchllinge zuständig.

" Viehhandelserlaubniskarten. Das Kreisamt weist daraufhin, daß die Gül­tigkeit der für das Kalenderjahr 1921 aus­gestellten Diehhandelserlaubniskarten bis zum 28. Februar 1922 verlängert ist.

a D ie Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde veranstaltete gestern abend in dem großen Hörsaal der Universität ihren ersten Vortragsabend. Herr Töpelmann wies darauf hin, daß dies feit dem Kriege die erste 2kre anstaltung der Gesellschaft sei, und gedachte mit einem warmen Nachrufe des verstorbenen ersten Vorsitzenden Geheimrat Prof. Dr. Sievers. Hierauf ergriff Professor Klute das Wort zu seinem Vortrag über den Kilimandscharo, den er durch ausgezeichnete Lichtbilder veranschau­lichte. 1848 wurde der Berg zum ersten Male durch den Missionar Rebmann erstiegen. Umgeben ist der Kilimandscharo von einer spärlich bebauten Steppe, in der noch große Wildherden hausen. Hier wohnt der Stamm der Massai, ein kaukasi­scher Vollsstamm, der sich mit Viehzucht be­schäftigt. Mit der von Deutschland erbauten Eisen­bahn gelangt man in 12 Stunden von der Küste an den Berg. An den unteren Abhängen wohnen die ackerbautreibenden Watschaggas, die etwa 100 000 Seelen zählen. Hier haben sich auch Euro­päer niedergelassen, die hauptsächlich Kaffee pflan­zen 1912 hat der Redner zusammen mit Eduard Oehler das Gebirge durchforscht, das ein Gebiet von der Ausdehnung etwa von Marburg bis Darmstadl und vom Hoherodskopf bis Gießen umfaß t. Allmählich schoben die Forscher ihr Lager mit den eingeborenen Lastträgern auf 4400 Meter- Höhe empor. 3n 4200 Meter Höhe hatten die Forscher eine Wetterwarte errichtet. Zuletzt ge­lang es ihnen, die höchste Spitze des Kibo zu besteigen und wertvolle Beobachtungen und Auf­nahmen zst machen. Die Tierwelt in den Regionen des Gebirges ist arm, die Ellenantilope, einige Assen- und Vogelarten, das ist so ziemlich alles. Die Ursache liegt wohl darin, daß die Wasser- terhältnisse ungünstig sind. Die Lichtbilder, die der Dorrragende zeigte, veranschaulichten in bester Weise seine Schilderungen. Nach lebhaftem Beifall dankte Herr Töpelmann dem Redner und forderte die alten Mitglieder auf, dem Verein treu zu bleiben und neue Mitglieder für die Ge­sellschaft zu werben.

' W. Michel über Hölderlin. Man schreibt uns: Am Freitag sprach W. Michel aus Darmstadt vor geladenem Zuhörerkreis über Hölderlin als Ueberwi nder der An­tike". Hölderlin, der Griechenschwärmer, ist aus der Literaturgeschichte jedermann bekannt: daß Hölderlin in den Jahren bester Reife von Hellas den Rückweg in sein nordisches Vaterland ge­funden hat, war der leitende Gedanke des Vor­trags. Hölderlins 'Verhältnis zur Antike war dadurch gekennzeichnet, daß sich der Dichter mit unerreichtem Ernst dem Griechentum hingab, die Gotter des Olymps in sich gleichsam neu entstehen ließ, und das Leben der Antike wirklich erlebte. Seine völlige Hingabe an das Griechische gibt dem Wandel, Den sein Verhältnis zur antiken Welt erfährt, besondere Bedeutung: die Antike überlebt sich in ihm und stirbt für ihn. Auf dem Wege einer gleichmäßig vorschreitenden Entwick­lung kommt er von den allmählich verblassenden griechischen 3bealen zu einer entschlossenen Be­jahung seiner eigenen abendländischen Bedingt­heiten, und findet er von Hellas zu dem Reich zurück, in dem er die starken Wurzeln seiner nordischen Kraft weiß, zu Deutschtum und Chri­stentum. Hölderlin als Führer zu einer abend- ländisch-deutschen Lebensform erkennen zu lernen, war der Hauptgewinn des Abends. Die Erschie­nenen dankten dem Gaste für feinen gedanken­reichen, formvollendeten Vortrag mit herzlichem Beifall.

** 3n der letzten Stadtverord- netensihung stimmten einige Mitglieder der Freien Vereinigung gegen die Vorlage der Stadt­verwaltung über die Gebühren für Straßen­reinigung und Hauskehrichtabfuhr, nicht die ganze Vereinigung, wie man aus unserem Bericht ent­nehmen könnte.

Vornotizen.

Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater, 7 Uhr.Die Schmetterlingsschiacht".

Astoria-Lichtspiele. .Goliath Armstcv'g' und Menschen". Lichtspielhaus, Dahrhosttraße: Tas große Radiumgeheimnis".

(Sin Bunter Abend mit Sonder- tonzert findet morgen abend im CafeErnst Ludwig" unter Mitwirkung von Frl. Willen dorfs und Richard Hrilborn vom Stadttheater ftatt; der Reinertrag soll wohltätigen Zwecken zage führt werden.

Volkshochschule. Am kommenden Sonntag 29. Januar, beginnt eine neue Vor tragsreihe aus der Plchsiologie. Prof. "Dr. Türker wird an der Hand von Versuchen über das interessante Thema ,Verbauang und Ernährung" sprechen. Alles Nähere über Ort, Zeit, Gebühren usw. enthält eine An zeige in dieser Nummer, auf die hingewiesen wird mit dem Bemerken, daß selbstverständlich jedermann, nicht bloß die seitherigen Besucher der Volkshochschule, Zutritt haben.

Ter Mie terverei n hält am kom menben Freitag im großen Saale des Kathol. Vereinshauses seine Hauptversammlung ab.

3m Gemeindefrauenverein wird Pfarrer D. Cremer--Potsdam am kommenden Freitag, abends 8 Uhr, im Zohannessaal sprechen über das Thema:Recht undPflicht bereigenenberufsständigenDertre- tung ber evangelischen Hausfrauen". Es handelt sich um die Organisation der evang. Hausfrauen. Der Hausfrauenberuf wird heute in seiner Bedeutung immer mehr als vollwertiger Berus anerkannt. Die evang. Hausfrauen müssen daher eine Vertretung haben, es ist Zeit, die christlichen Hausfrauen zu sammeln unb den ihnen gebührenden Einfluß im öffentlichen Leben zu sichern. Mitglieder anderer Frauenvereine sind eingeladen. (Siehe heutige Anzeige.)

Kreis Schotten.

a. Ober-Lais, 24. Zan. Am letzten Sonn­tag unternahm der neugegründete Zweigver­ein des D. H. C. seine erste Wanderung unter Führung von D. H. C.-Druder Louis Wer ner. Sie führte fast alle Mitglieder bei schönstem Winter weiter über Cichels achsen Zwies alten- Streithain nach Steinberg. 3n St'-eithain wurde dis Ziegelei besichtigt, wobei D. H. C.-Druden Simon die Anlagen fachkundig erklärte. Nach kurzer Rast bei Gastwirt Bechtold-Steinberg ging es über Glashütten zurück nach Ober-Lais, wo man sich in. bester Stimmung über den schönen Verlauf des Nachmittags mit einem fröhlichen Frischauf" trennte. Die zuerst geplante Wan berung auf den Hoherodskopf wurde auf später verschoben. Dem kürzlich an dieser Stelle ge­meldeten Vorstand des Vereins gehört als zweite, Vorsitzender auch Bürgermeister Schauer­mann an.

o. Aus dem südlichen Vogelsberg 24. Han. Bei einer kürzlich in Nidda abgehaltener Holzversteigerung wurden bisher nock nicht dagewesene Holzpreise erzielt. Das Mete? Scheitholz kam auf 300 Mark.

Kreis Friedberg.

fpd. 5 r i e b b e r g, 24. Zan. Ein bis jetzt nrch ermittelter, etwa 40jähriger Radfahrer, der mei­stens eine Postmütze trägt, hat sich als Spezialitä den Diebstahl von Telegraphenlei tungsdrähten erkoren. 3n den Monaten No- vember und Dezember schnitt er bei Ober» unk Niedererlenbach die Leitungsdrahte ab. 3n der letzten Zeir entwendete er an den Bahnstrecken fcc Gießen, Butzbach und Friedberg die Kabelkästen für den Post- und Dahntelegraphen und nahm auch die Luftleerpatronen, die sog. Blitzableiter, in denen sich wertvolle Platinstifte befinben: Zur Ausführung der Drahtdiebstähle benutzt der ©air ner sogar Steigeisen.

Starkenburg und Rheinhessen.

rm. Babenhausen, 24. Jan. Bei dem vor einigen Tagen bei Heigenbrücken stattgehab­ten Dahnzusammenstoß wurden bekannt­lich zahlreiche Güterwagen beschädigt. Durch einen Zufall blieb aber ein Wagen, in dem sich ein Rennpferd, das auf etwa 000 Mark bewertet wird, unversehrt. Eigentümlich ist, daß bis jetzt der Eigentümer des Pferdes nicht festgeftellt werden Forinte.

rm.. Stadecken t Rheinh., 24. Jan. Ein seltenes Pfandobjekt hat sich das Kreis­amt in der hiesigen Gemeinde gesichert, indem cs die Streitfrage wegen einer dem Kvmmunal- verband für eine Fleischlieferung aus der Kriegs­zeit zu stehenden Forderung kurzerhand durch Pfänoung des Gemeindebullens erledigte.

ß. Mainz, 24. Jan. Einschwerer" Diebstahl. Bor einigen Tagen wurde im Nachbarort Nackenheim in einer Kapselfabrik erngebrvchen und sämlliche Treibriemen sowie vier Zentner Zinnblocks gestohlen. Der hie- sigew Kriminalpolizei gelang es, die aus meh­reren Personen, darunter zwei Mädchen, be- stehen.de Einbrecherbande zu ermitteln und festzunehmen. Als Hehler kommt ein Main­zer Handwerksmeister in Bettacht.

Höll e, die im Schauspielhause erstmalig ge­geben wurde, willige Gefolgschaft, während zahl­reichen anderen der Weg und das Verständnis zu ihr verschlossen blieben. Gehemmt wird die brama» tische Wirkungskraft dieser Dichtung, die sich die hohen Ziele eines Menschheitsdramas seht, durch manche mystische Dunkelheiten und die wahre Ueberfülle der Gesichte", die gestattet werden sollten. Paul Kornfeld tritt mit eigenem Kunst- Willen das Erbe Schillerschen Schwunges und Schillerscher Sprachtönung an. ohne dabei die Befruchtung durch die Bibel, Strinbberg, Dosto­jewsky oder die Einflüsse der zeitgenössischen Literatur verleugnen zu können Seine Sprache findet mühelos den Aufstieg von der Prosa zum Vers, und die Diktion übersteigt überall die Aus­drucksweise des Alltags. Vieles ist groß und kühn gedacht, aber eine gewisse Hypertrophie min­dert oen Eindruck der Handlung: zudem erregt der Gras Umgeheuer, um dessen Seelenrettung der Vorwurf geht, wenig 3ntereffe, weil er selbst keine handelnde Person ist, sondern durch die Güte von drei Frauengestalten zu Faustschen Höhen emborgeleitet wird. Gesviät wurde die feltfame Dichtung von Gerda Müller, Ebert und Fritta Brod, der geistesverwandten Frau des Dichters, geradezu vollendet. Weicherts Regie ging den 3deen der Tragödie mit feinstem Nach­empfinden nach und hall auch über den Dichter hinaus dem Theatermaßigen zu seinem Recht.

Dr. Georg Schott.

Witzwvrte von Gril.l pa^zer. Grillparzer, der als tragischer Dichter sein Höchstes geleistet, war im gewöhnlichen Leben sehr witzig.

Wie Wilhelm Scherer erzählt,belebte ein ganz eigener Humor und gutmütige 3ronle, gegen sich selbst und gegen andere, seine Rede". Einige solche Bonmots des Dichters feien_ bei der 50. Wiederkehr seines Todestages angeführt. So sagte er von einer Französin, die ihm in einer Gesril- schaft von Wiener Damen schwärmerisch hul­digte:Diese Dame hat es sehr viel leichter als die anderen, denn sie versteht kein Deutsch und glaubt, daß ich ein Dichter ersten Ranges bin." Als man üjm bortoarf, er habe für alle mittel­mäßigen Dichter, die um sein Urteil bäten, ein gutes Wort, meinte er: »Wissen S' wenn man jemand nur nicht gesagt hat: du bist ein Esel! so geht er hin und erzählt, ich hab' ihn gelobt." 3m hohen Alter war er ins Herrenhaus be­rufen worden und man erkundigte sich bei ihm, ob 'er bei seiner Schwerhörigkett immer richtig zu stimmen wisse. Da antwortete er:3d) schau' nur immer auf ben Fürsten Windischgrätz: steht der auf, so bleib ich sitzen, bleibt er sitzen, so steh ich auf."

Einsteins Expedition nach den Weihnachtsinseln. Albert Einstein, der Schöpfer der Relativitätstheorie, wird, wie Lon­doner Blätter wissen wollen, selbst an der Expe­dition teilnehmen, die zur Nachprüfung feiner Theorie bei der nächsten Sonnenfinsternis nach ber Weihnachtsinsel im 3ndischen Ozean aus gerüstet wird. Einstein wird nach diesen An­gaben sowohl mit der britischen wie einer hollän­disch-deutschen astronomischen Expedition arbeiten und die einzelnen Beobachtungen und Derechnun- gen kontrollieren. Andere Cxs>editionen, die zu diesem Zweck veranstattet werden, gehen von den Bereinigten Staaten und von 3ndien au&