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folgende Antwort:Es ist richtig, daß die Anti­pathie gegen Frankreich seit dem Kriegsende be­deutend zugenommen hat. Ich glaube, das) man den Grund in der französischen Poli - t i k suchen muh. Während und nach dem Friedensschluh hat Frankreich Deutschland nieder ged rückt und ihm unausführbare Be­dingungen auferlegt, die die Existenz des deutschen Volkes bedrohen. Die französische Politik hat auherdem die Ehre des deutschen Volkes verletzt, und es ist deshalb nicht erstaunlich, daß die deutschen Patrioten durch dieses Vorgehen verärgert sind. Die Franzosen sehen in dem Wiedererwachen des patriotischen Geists in Deutschland eine Bedrohung. Deshalb sehen sie sich zu immer weiteren Mahnahmen gegen Deutschland gezwungen und diese Mahnahmen er­regen wiederum die Animosität gegen Frankreich. Sache Frankreichs ist es, den ersten Schritt zu tun, um diese Animosität des deutschen Volkes Mm Verschwinden zu bringen.

: Wenn Frankreich endlich zu begreifen anfängt, ! daß die Ilnterdrückungspolitik gegen Deutschlandbeide Rationen zumRu- i n f ü h r t , dann wird es früher oder spater dazu übergehen müfsen, seine Politik gegenüber Deutsch­land zu ändern. Ich bin davon überzeugt, wenn man dem deutschen Volke eine neue Zukrnft in Aussicht stellen könnte, die auf gemeinwirtschaft- lichen Interessen mit Frankreich beruhen wurde, dah dann das deutsche Volk gemeinsam mit Dem französischen Volke an der Wiederaufrichtung Eu­ropas zum größten Nutzen für beide Staaten ar-

durch das Verhalten der Anglvbank und der zen­traleuropäischen Länderbank, die ihre Beteiligung an der Aativnalbank von der vorherigen Beonlli- gung eines ausländischen Kredites abhängig ge­macht 'hätten. Die Londoner Konferenz habe Oesterreich insofern eine Enttäuschung gebracht, als sie die österreichische Frage an den Völkerbund verwiesen habe. Es gelte also den Leidensweg, dessen Stationen das österreichnche Volk schon öfters kennen gelernt 'habe, von neuem »u gehen. Das sei keine Kleinigkeit angesichts eines Brotpreises von mehr als 4000 Kronen. Immerhin sei es schon ein erfreuliches Zeichen, dah die Reparationskommission beschlossen häbe, einen Teil der Pfänder freizugeben, nämlich das Erträgnis aus den Zollen, Salinen, Forsten, Do­mänen sowie aus dem Tabakmonvpol. Im übri­gen sei die Reise keine Dettelreise, sondern eine Informationsreise. Es- handle sich nicht darum, für den unmittelbar vor dem Zusam­menbruch stshenden Staatshaushalt Hilfe zu erbitten. Die Fortführung des Haushalts sei vielmehr für die nächste Zeit gesichert.

DieRundreise des österreichischen Bundeskanzlers.

Berlin, 23. Aug. (Wolff.) Die offiziellen Besprechungen der österreichischen D eleaation mit den Mitgliedern der deut­schen Regierung haben heute vormittag ihren Fortgang genommen. Die Vertreter Oester­reichs setzten der deutschen Regierung ihren Standpunkt auseinander. Im ßaufe des Vormit­tags will der österreichische Finanzminister den erkrankten Reichsfinanzminister aufsuchen, atm 1 IHjr fand ein Frühstück beim Reichskanz­ler statt, an dem eine Reihe offizieller Persön­lichkeiten und österreichischer Diplomaten teilnahm. Im Anschluh daran wurden die Verhandlungen

Bayern und das Reich.

Da» Ergebnis der neuen Verhandlungen.

München, 23. Aug. (WTD.) lieber die neuerlichen Besprechungen zwischen dem Reiche und Bayern in Berlin geht derBayerischen Staatszeitung" von amtlicher Seite ein Be­rscht zu, dem folgendes entnommen ist:

Die neuerlichen Besprechungen vom 19. unö 20 August führten zu einer weiteren Klä­rung in wichtigen Punkten und zu einer Er­gänzung des seitherigen Verhandlungsergebnisfts. Das Ergebnis der neuerlichen Besprechungen wie auch eine Anzahl bereits fi-üher ^vereinbarter I Punkte wurde in geeigneter Weise ^13^1$ feft«- gelegt. Das Ergebnis ist in der Hauptsache

Erklärungen Ludendorffs an Frankreich.

Paris, 24. Aug. (WTB.) Der Berliner Berichterstatter desEcho de Pans batte | eine Unterredung mit dem General 2 u ö e n 3 | 5orff, in der er dem General sagte, man nehme in Frankreich an, dah die deutschen Ge - Heimorganisationen mit militärischem Zuschnitt gegen Frankreich gerichtet seien. Was denke der General darüber? Lu d en dorff er­widerte:Ich habe bereits öfters erklärt, dah Deutschland Me Waffen und das Kriegsmaterial vollkommen weggenommen worden sind, dah die deutsche Kriegsindustrie zerstört ist und schon aus diesen Gründen ein Krieg Deutschlands gegen die französische Armee, die mit allen modernen Kampfmitteln versehen ist, eine Sache sei, an die man nicht vor langer Zeit denken kann Es ist für mich vollkommen unbegreiflich, das) es in Frankreich jemand geben konnte, der in den 'deutschen Organisationen eine Gefahr sieht, die sich die Aufgabe gesetzt haben, Deutschland gegen

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Berlin 1590 bis 1630 Frankfurt a. M. 1620 biS 1630

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm hohe für Anzeigen v 34 mm Breite örtlich 150 Pf., auswärts 180 Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 500 Ps. Bei Platz­vorschrift 20 °/? Aufschlag. Hauptschriftletter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Giehen.

^^^^Deim Staatsgerichtshof wird ein süddeutscher Senat gebildet. Die Er­nennung seiner Mitglieder erfolgt nach Benehmen mit den beteiligten Lan­desregierungen. Ihm werden drei baye­rische Landesrichter und eine entsprechende Zahl bayerische Reichsgerichtsräte angehören. Als Laienrichter können ausschliehlich oder zum Teil Personen vorgeschlagen werden, welche die Befähigung zum Richteramt besthen. Der Senat kann auf Grund eigener Beschluß­fassung nach Belieben auch an süddeutschen Orten tagen. ..I

2 . In Fällen, in welchen die Zuständigkeit des süddeutschen Senats gegeben ist, wird das Begnadigungsrecht vom Reichspräsiden­ten im Benehmen mit der Landes­regierung oder auf deren Anregung aus- geübt. . ...,

3 Rach Fühlungnahme mit der bayerischen Regierung wird ein bayerischer Beamter der Reichsanwaltschaft als Referent des Oberreichsanwalts bestellt.

4 . Es wurde neuerdings mit Rachdruck be­tont, dah die Aeberweisung der Strafsachen an die ordentlichen Gerichte die Regel bilden werde Die bayerischen Staatsanwälte werden angewiesen, bei Vorlage der Wen an Öen Ober» reicksanwalt sich darüber zu äußern, ob sich die | Sache zur Behandlung vor dem Staatsgerichts­hof oder vor den ordentlichen Gerichten eignet. Ihre AeuHerungen werden von der Oberreichs- anwaltschaft sachgemäß berücksichtigt. I

5 Weder die Reichsregierung noch eine Landesregierung darf auf die Ent­scheidung des Staatsgerichtshvfes in Verwal­tungssachen irgendwelchen Einfluh nehmen.

6 Der bundesstaatliche Charakter . des Reiches und die Staatspersönlich- leit und Hoheit der Länder wurden neuerdings anerkannt. Diesen wurde wieder­holt zugesagt, dah das Reich die Hoheitsrechte der Länder nicht unter Abänderung der ver- fassungsmähigen Zuständigkeit des Reiches an sich

führte und von Berlin nach Italien führen wird, erklärt sich daraus, dah wir in unserer Rotlage das Bedürfnis haben muhten, und über die Stimmung bei unseren wichtigsten Rachbarn Aufklärung zu verschaffen, also auch in der Tschechoslowakei, die ja die Führung in &er Kleinen Entente hat, und ebenso in Italien, als der einzigen Ententegrohmacht, die unmittel­bar an unsere Grenzen stoßt. Rach dem Bundes- .. kanzler ergriff Finanzminister S e g u r das Wort, te r l n

Die Rcparationsvcrharidlnngen in Berlin.

Berlin, 23. Aug. (Wollf.) Wie die B. Z a M" erfährt, sei es Tatsache, dah in der Besprechung des Reichskanzlers mit den beiden Vertretern der Repara11 ons kom­mt s s i o n gestern abend Vv r s chl a g e von deut­scher Seite gemacht worden seien, die auf einer anderen Linie als der sxiramentarischaus- traabaren produktiven Pfander lagen, die^heute Gegenstand weiterer (Beratung bildeten Die Erkundigte Chefbesprechung der bei­den Ministerien habe heute vormittag begonnen. An schlich end würden die Vertreter rationskommission die Beratungen mit Minister Hermes und Staatssekretär Bergmann ftttsehen Die beiden Vertreter der Reparations-

Mi ^ würden heute nachmittag zu einer neuerlichen Besprechung vom Reichskanzler emp­fangen werden.

IN bet gestrigen MmitWJM Reickskabinetts standen, wie die heutig«. Bei liner Moigenblätter berichten, die Verhandlungen ^t dem österreichischen Dundeskanz- l^r und mit dm Deauf t ragten der Repa- raNonskommissionzur Beratung. JMan Mit es in unterrichteten Kreism für toabr $etn= Hrh dah die Richtlinien der deutschen Erklärungen an die Abgesandten der Repa­rationskommission erörtert wurden. Die Beratun­gen werden heute vormittag fortgesetzt^Im An- sthluh an die Kabinettssihung hatte der Reichs- kmizler Dradbury und Mauclere emv- fangen.__

DerTemps" gegen England.

Paris, 23. Aug. (Wolff.) DerTemps^ antwortet auf einen weiteren Artikel des D ai l y Cbronicle", m dem Frankreich der Vor­wurf gemacht wird, dah es feine Politik auf seine dauernden Bedürfnisse nach Rüstung gründe und in dem behauptet wird, England werdq seine Forderungen an Frankreich nicht aufgeben, wenn Frankreich nicht seine militärischm Aus­gaben vermindere. DerTemps" betont, dah man also in dem Augenblick, in dem Hindenburg hi München die deutsche Jugend öffentlich er-

die Berliner Besprechungen an.

Paris, 23. Aug. (WB.) Wie derTemps aus Wien meldet, hat die franzosi che Regierung Benesch g b:tm, das Kabinett Seipel in wirksamer Weise bei seiner Aktion zu unterstützen, die es unternommen habe im die politische und wirtschaftliche E x i st e n z Oesterreichs zu retten. Auherdem sei Seipel eingeladen worden, zu Besprechungen nach Paris zu kommen.

Budapest, 23. Aug. (WTB.) In der gestrigen Sitzung des A u s s ch u s s e s f u r a u s- toärtige Angelegenheiten inteichellier- ten mehrere Abgeordnete über die Reise des Bun­deskanzlers Seipel. Die ganze Debatte wurde ür vertraulich erllärt. Rach derAzest erklärte Auhenminister Graf D a n f f h auf die Ausfüh­rungen der Interpellanten, Ungarn warte voll­kommen die Entwicklung der Dinge ab. Die unga­rische Regierung habe übrigens von der öster­reichischen Regierung eine Aufklärung über den Zweck der Reise Seipels erbeten. Ungarn steye infolge der Agressivität der Rachfolgestaattn vor schweren Prüfungen. Es müsse m diesen sthwrnen Zeiten wachsam sein, damit es zur geeigneten Zeit die richtige Orientierung finde. Q ..

Prag, 23. August. (WTD.) Die Zeitung Praaer Presse" meldet: Gelegentlich der Reise des Östen-eichischen Bundeskanzlers Seipel wur­den. zwischen dem tschech Ministerpräsidenten, dem Minister oe» Aeuhern Benesch und dem italienischen Auhen-

Ptrngen. die gemeinsam unterfertigt wurden, beharren.

ziehen wolle.

Darüber hinaus wurde zugesichert, dah die Reichsregierung von den noch nicht ausgeschöpften Zuständigkeiten nicht ohne Rot und nicht ohne Zustimmung des Reichsrats Gebrauch machen werde, und dah sie nicht willens sei. die bisherigen Ausgaben der Länder in der Verwaltung des Reiches durch neue Reichs-Mittel- oder Reichs- Unterbehörden zu übernehmen. Zu den Punkten l, 2 und 3 waren schon bei den ersten Besprechun­gen bestimmte Grundsätze vereinbart worden. Wenn man den Gang der Verhandlungen und ihr schließliches Ergebnis zusammensaht, läht sich nicht leugnen, bah nunmehr Bayern zum Schuhe seiner Staatlichkeit und seiner! Hoheitsrechte sehr wertvolle Siche­rungen gegeben wurden. Bayern erklärte, dah an fernem grundsählichab lehnend en Standpunkt zu den Schutzgesehen nichts geändert werde und dah namentlich der Staatsgerichtshof fein ordentliches, son­dern ein an herordentliches Gericht sei, dessen baldigste Wiederbeseitigung dringend not­wendig erscheine. Auf der anderen Seite ist nicht zu verkennen, dah riunmehr der Staatsgerichts­hof in seiner ganzen Einrichtung sehr erheblich verbessert wurde und dah infolgedessen die ur­sprünglichen Bedenken praktisch zu einem groben I Teile beseitigt sind. Auf dem Gebiete des Poli­zeiwesens sind die bayerischen Wunsche im Rahmen der Gesetze erfüllt. Dre grund­sätzliche Erklärung über die föderative Gliederung des Reiches wurde erheblich vertieft und er­weitert. Es darf nach alledem wohl mit der demnächstigen Aufhebung der bayeri­schen Verordnung gerechnet werden.

Berlin, 23. Aug. (WTB.) In den Räu­men der österreichischen Gesandtschaft fand heute nachmittag ein Presseempfang statt, bei wel­chem Bundeskanzler Seipel und Finanzminister S e g u r den Vertretern der Berliner Presse ein- gdbenbe Mitteilungen über Anlah und Zcveck ihrer Reise machten. Bundeskanzler Seipel hielt eine Ansprache, in welcher er zunächst bemerkte, dah 'er sich froste, der erste österreichische Bundeskanzler zu sein, der nach Berlin komme. Seine Reise habe jedoch nicht allein Berlin zum Ziel. Vorher habe ein Besuch in Prag stattge- fsnden, und auch 'heute erfolge seine Weitersahrt nach Italien, wo in Verona eine Zusam­menkunft mit Auhenminister Schanz er statt- finde. Unsere Reise, so führte der Bundeskanzler weiter aus, rief in Ungarn eine gewisse Er- I regung hervor und soll sogar zu einem Protest in Paris Anlah gegeben haben, als ob wir einen I Eintritt in die Kleine Entente vollzogen hätten. I Der Protest wurde aber keinen Gegenstand finden. Unsere Reise dient überhaupt nur der Orien­tierung. Ich brauche aber auch nicht erst I zu sagen, dah der Anschluh an die Kleine IEntente nicht in der Linie unserer i P v l i t i t liegt. Es ist ein besonderes Zusam- I mentreffen, dah unser Besuch gerade in einer Zeit I erfolgt, in welcher die "für Deutschland so wichtige Entscheidung in der Reparationsfrage fallen soll. Wir trafen aufrichtigen Dank dafür, dah die Regierung des großen Deutschen Reiches, das uns nicht nur dem Blute, sondern auch dem Herzen nach a m n ä ch st e n steht, trotz der eigenen schweren Sorgen Zeit für die unsrigen hätte. Dah unsere Reise uns zunächst nach Prag

Berlin, 23. Aug. (Wolff.) Zu Ehren des Bundeskanzlers Dr. Seipel und des öster­reichischen Finanzministers hat der österreichische Gesandte Riedl gestern abend auf der Gesandt­schaft ein Abendessen gegeben, zu dem auch der Reichspräsident, der Reichswirtschafts­minister Schmidt, der Präsident der Reichsbank Havenstein, v. Glasenapp, V^epräsident der Reichsbank, vom Auswärtigen Amt Staatssekre­tär v. Simson und der Letter der Presseabteilung Direktor Müller erschienen waren. Der erkrankte Reichssinanzminister Dr. Hermes lieh sich durch den Staatssekretär Zapf vertreten. Aach dem Essen haben sich der Reichspräsident und die beiden Kanzler sowie die Minister zu einer ein­gehenden Besprechung für die im Lause des morgigen Tages stattfindenden Verhandlungen in der Reichskanzlei zurückgezogen.

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erschwert.

Vcrnderlip sprach dann von den m t er alliierten Schulden und erflärte: Amerika nimmt die Haltung Europas sehr schlecht auf. Wenn seine Schuldner zu ihm gekommen wärm, und ihm gesagt hätten: Ich kann nicht bezahlen, o und so sieht es bei mir aus, dann wären die Rückzahlungsbedingungen sicherlich gnädig ge­wesen; man hatte selbst neue Anleihen bewil­ligen können. Aber die Diskussion, die be­züglich der Schulden in Europa begonnen hat, hat die öffentliche Meinung der Vereinigten Staaten beträchtlich abgekühlt, denn diese Diskussion bezweifelt den ameri­kanischen Altruismus. Uebrigens soll man nicht Übertreiben. Die europäischen Ra­tionen, mit Ausnahme Englands, haben in ihren Budgets nichts für Rückzahlungen ihrer Schulden an Amerika vorgesehen, so dah man sich sagen kann, dah die Schuldenfrage heute der Schlüssel der Finanzlage ist. Ich schliehe damit, dah ich sage: Ich sehe im Augenblick kein Heil­mittel für Europa, und der Horizont weiter voller Wolken.

Vanderlip über die Reparationsfrage.

Paris, 22. Aug. (WB.) DieInforma- tion" veröffentlicht eine Unterredung mit dem amerikanischen Bankier Vanderlip über die Reparativ ns frage, in welcher dieser u. a. Jagte: Die Lage Italiens und Ungarns ist schwierig, aber in Deutschland ist sie am kritisch- 1 e n. Hier ist das dringlichste Problem Europas. Riemand bestreitet die Gerechtigkeit der franzl^ ischen Ansprüche, aber es ist offensichtlich, dah Deutschland die Summen, bie man von ihm verlangt, nicht bezahlen kann. Mag der Sturz der Mark fteiwillig sein oder nicht, Deutsch­land nähert sich dem Augenblick, wo es die Kosten dafür zahlen muh. Es ist vom finanzielleii Zusammenbruch bedroht. Der Riedergang bei Mark wird industrielle Depression, Arbeitsein­stellung, Preissteigerung im Innern und ernst­hafte soziale Unruhen im Gefolge haben. Ich wiederhole noch einmal: Die Haltung Frankreichs in der Reparationsfrage ist durchaus begreiflich; aber indem es viel verlangt, läuft Frankreich Gefahr, wenig zu erhal­ten, denn ein ruiniertes Deutschland wäre ein a(x schreckendes Beispiel für seine gröberen Rach- barn und sogar für ganz Europa. Im Juni dieses Jahres waren die Aussichten für die Unterbringung einer bedeutsamen internationalen Anleihe auf dem amerikanischen Markte ver hältnismähig günstig; Frankreich hätte einen Teil davon bekommen können. Aber es war un­möglich, Deutschland einen Kredit zu gewähren, solange unter seinen fi­nanziellen Lasten die Reparativ neu mitl32 Milliarden Mark stehen. Heute sind die Aussichten viel schwieriger, denn bei Riedergang der Mark hat die Lage Deutschlands

Berlin, 23. Aug. (WTB.) Der Besuch des österreichischen Bündelkanz'ers Seipel und des ihn begleitenden Finanzministers Segur bei der Reichsregierung trugen den Charakter einer herzlichen nachbarlichen Freund­schaft. Die politischen Verhandlungen, die gestern abend beim österreichischen Gesandten Riedl ein- aeleitet worden waren, wurden heute mittag vor bem Frühstück, das der Reichskanzler den Vertretern der österreichischen Regierung gab, fortgesetzt und am Rachmittag beendet. Den Be­sprechungen wohnten auch die Finanzminister der Heiden Staaten und der deutsche Reichswirtschafts- minister bei. Der österreichische Bundeskanzler erörterte ausführlich die Lage, wie sie sicy vom politischen und wirtschaftlichen Standpuntt aus für Oesterreich nach dem Ausgang der Konferenz von London ergab. Bekanntlich wurde dort Oester­reich hinsichtlich der Kredttfvage an den V ö lker - bund verwiesen. Der Bundeskanzler legte dar daß Oesterreich nach Lage der Dinge selbst­verständlich seine Angelegenheit beim Völkerbünde mit allem Rachdruck betreiben werde, dab aber eine Verschleppung von größten Rachwirkungen nicht nur für Oesterreich, sondern auch für Zen- tixileuropa sein müffle. Die Besprechung ergab vollkommene llebereinftimmung dar­über, dab Oesterreich bis zur Erledigung der Kreditfrage trachten müsse, durch wirtschaftliche Maßnahmen, wobei es naturgemäß auf die Tlnter- stühung seiner Rachbam angewiesen sei in der Zwischenzeit über die gegenwärtigen Schwierig­keiten hinwegzukvmmen. Im Anschluß hieran wurde eine Reihe von Einzelfragen erörtert, wobei deutscherseits die freudige Dereit- Willigkeit hervortrat, im Rahmen des eigenen Könnens dem bedrängten Drudervolke wo irgend möglich 5) i J f e 8 u V e n Weitere Verhandlungen über die sich hierbei er­gebenden konkreten Aufgaben schließen sich an

Nach Paris zuriickqek-hrt.

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.Sem^S jneioei i ay? r, heule nacht von [er ergriff Finanzminister Segur bas Wort, I te r i "Paris, Lw M Y zunächst darzutun. daß es das Ziel seinen! Berlin kommend, m P a r i»

Erstes Blatt 172. Jahrgang Donnerstag, 24. August 1922

GietzemrAnzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

die bolschewistische Revolution zu Finanzpolitik gewesen fei,..Mnachst du^ An- schützen" spannung aller Kräfte der Selbst-

Der Berichterstatter fragte bann, wie Luden- Hilfe die Vor au s s etzung für Hi l f e v 0 n dorft die Geftihle des Has ses g egen Fr an k- außen zu schaffen. Seiber Ha^e 1

reich erkläre, die sich immer deutlicher in der > 15. August geplante ®^°f^"ng erfabren beutln Weiterung zeigten., und.erhielt d-r-tl s°n ^atumagarf eme D-MMK, LL