Büchertisch.
— Erinnerungen des Kronprinzen Wilhelm. Aus den Aufzeichnungen, Dokumenten, Tagebüchern und Gesprächen. Herausgegeben von Karl Rosmer, 3. G. Cottafche Buchhandlung Aachf., Stutt- gart. — In wechselnder Stimmung, aber immer mit Heimweh und Sorge um Deutschland im Herzen, sind diese Erinnerungen des Kronprinzen in der Einsamkeit seiner Verbannung geschrieben. Der Leser, der ohne Voreingenommenheit zu dieser Bekenntnisschrift greift, wird in dem so oft oberflächlich und unreif Gescholtenen und Geschmähten einen von Aatur warmherzigen und tief empfindenden, durch Leid gereiften, seinem schweren Schicksal gewachsenen, Eitra einen ganzen Mann entdecken. Einen Menschen der sich ehrlich mit sich und der Welt auseinandersetzt, eine Persönlichkeit, die eigene Fehler nicht verschweigt und fremde fein abwägend beurteilt, ohne Hatz und Verfolgungssucht. Dah das Buch autzerdem von beträchtlichem geschichtlichen Wert ist, versteht sich bei der Stellung, dir sein Verfasser eingenommen hat, von selbst.
— Kanzlist Krehler. Tragikomödie in 3 Akten von Georg Kaiser. Verlag Gustav Kiepenhauer. Potsdam. — Georg Kaiser, dessen poetische Fruchtbarkeit in letzter Zeit einigermaßen beängstigend wird, ruft auch mit diesem Werk ein zwiefaches Gefühl hervor: Bewunderung für seine Erfindungsgabe, seinen Ideerrreichmm, Verwunderung über die Gesuchtheit seiner Sprache und darüber, wie er seine Gedanken zerflattern läßt, ohne sie zu einem einheitlichen Ganzen zu formen.
— Die rechteHand des Kaufmanns (Teismans KontvrhandbuH). Das gesamte kaufmännische -Wissen nach dem neuesten Stande. 6. verbesserte Auflage 1922. Gebr. Teisman Verlag, Osnabrück. Das Buch ist für den praktischen Kaufmann ein Aachschlagewerk in allen Fragen des täglichen Geschäftslebens, für ben werdenden Kaufmann ein praktisches Lehr-- und Lernmittel, das ihm in mehr als 15 Kapiteln das gesamte kaufmännische Wissen einschließlich Kontorpraxis vermittelt.
(3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Bonar Law für dis französisch-englische Entente.
London, 23. Mai. (WTB.) 3n einer unter dem Vorsitz Dort Lord Derby tagenden Versammlung der englisch-franzö fischen Gesellschaften führte Bonar Law aus: Es würde eine f cl st undenkbare Tragödie fein, wenn eine Schwächung des englisch-französischen Bund- nisses und 'eine Lockerung der Entrnte stattfinden würde. Dies würde ein grotzes iln- glüd für die beiden Ländern sowie eine Bedrohung des künftigen Weltfriedens sein. Undenkbare Dinge seien jedoch schon vorgekommen. Wenn die Entente ausrechterhalten werden solle, müsse auf beiden Seiten des Kanals nicht nur Sympathie, sondern auch Verständnis auf Seiten der einen Aation für die Gedanken und Gefühle der anderen Aation vorhanden fein. Seiner Ansicht yach sei die Verkennung der Verhältnisse Groß-Britanniens in Frankreich noch eher erträglich als die Verkennung der Gefühle Frankreichs in England. Bonar Law legte sodann dar, daß er bei seinem sechsmonatigen.Aufenthalt in Frankreich Tag für Tag in den Blättern gelesen habe, daß England aus dem Kriegs viel gewonnen habe, und erklärte, England habe eine Steuerlast zu tragen, bie schwerer sei als die der anderen Aationen. Auch "Sie Zahl der E r werbslosen zeige, was der Klieg England gekostet habe. England habe Palästina und Me sopotamien erhalten, und die Franzosen hätten Syrien bekommen. Bonar Law fuhr fort, wenn er andererseits in England Angriffe auf den französischen Militarismus bedroht werde. Er bäuerlich wären und nicht durch ähnliche Angriffe auf den englischen Premier gerechtfertigt seien, so sie dies schlimm genug. Es gäbe jedoch etwas Schlimmeres, wenn er läse, daß man vom französischen Miliarismus bedroht werde. Er glaube das nicht. Ein Land, das vor so kurzer Zeit über l’i Million der Besten seiner Bevölkerung verloren habe, kenne keinen anderen Wunsch, der so stark sei wie der Friedenswunfch. Es sei nicht Militarismus, es sei'Furcht. Und'das sei kern Wunder: denn während der Lebensdauer jetzt lebender Menschen sei Frankreich zweimal von demselben Volke überrascht und verwüstet worden. Aber die Franzosen wüßten wie die Engländer, dah, wenn der Krieg vorüber fei, Frieden fein müsse. Es könne kein größerer Fehler gemocht werden, als zu glauben, daß bte britische Regierung oder das britische Volk wünschten, ihre früheren Feinde zu Freunden yi machen, indem sie zugleich Gefahr liefen, ihre bisherigen Freunde zu Feinden z i machen. Bonar Law fuhr fort: 3ch würde gern über eine andere Seite dieser Frage ein Wort sagen. Während einer ganz kurzen Zeit nach dem Kriege hat man sich in England einer Täuschung hingegeben. Jedermann, den man getroffen hat, sprach davon, dah Deutschland die gesamten Kriegsschulden zahlen müsse. 3ch habe dies alles durchgemacht. Eine ganze Zeit lang habe ich die Sympathien meiner eigenen Anhänger im ilnterljaufe verloren. Aicht etwa, dah ich es nicht gern gewollt habe, aber ich habe gewußt, dah es unmöglich ist. Jedermann weih, dah es unmöglich ist. Die Deutschen sind dagegen in das andere Extrem verfallen: das ist ebenfo töricht, wenn nicht noch törichter. Die Deutschen können die gesamten Kriegsschulden nicht bezahlen, sie können jedoch einen groben Teil davon bezahlen. Jedermann muh sie bezahlen, und es ist nur gerecht, dah die Deutschen bezahlen, was. sie bezahlen können.
Die internationale Anleihe für Deutschland.
Paris, 23. Mai. (WTB.) Unter dem Vorsitz des belgischen Vertreters in der Aeparations- kommission ist ein europäisch-amerikanischer Finanzausschuh zusammengetreten, um die Mittel zu prüfen, mittels deren Deutschland seinen Verpflichtungen nachkommen könne. Die Finanzleute werden versuchen, sich über die Bedingungen zu einigen, unter denen es möglich ist, Deutschland die pekuniäre Hilfe zu bringen, deren es bedarf.
Ministers Ser Finanzen vom II. Mar 1921 — fli U 5343 — (Reichssteuerblatt 1921 S. 272- orit der hier vertretenen Auffassung un Widerspräche stehen sollte, kann er als zutreffende Auslegung des § 177 der Aeichsalxiabenord- krung nicht anerkannt werden.
Die Verfügung des Finanzamts, die die Aus- runftserteilung onorbnet und eine Geldstrafe zur Erzwingung dieser Anordnung androht, sowie die Vorentscheidung, die diese Matznai-men billigt, waren daher auf die nach §§ 283, 202 der Deichsabgabenordnung statthafte, frist- und formgerecht eingelegte Dechtsbcfchwerde des Betroffenen aufzuhehen."
Schkichtungsausschutz der Provinz Oberhessen.
Sitzung vom 2 3. Mai 192 2.
Die Gerbereien Becker und Lotz in Gießen sollen vom 1. Mai an den gehonten Arbeitern 16,25 Mk., den Angelernten 15,20 und den Ungelernten 13,50 Mk. Stundenlohn zahlen. Die bisherigen Löhne waren 12,50, 11,70 und 9,30 Mk. Aach einem Jahr ununterbrochener Tätigkeit in demselben Betriebe so'nen zwei Werktage Urlaub unter Fortzahlung des Lohnes gewährt werden und nach jedem weiteren Zahr ein Tag mehr, bis zu 8 Tagen. Der geprüfte Heizer des BAciebes Becker soll, soweit er als Heizer tätig ist, als gelernter Schlosser entlohnt werden.
Für die Arbeiter derWebereienin Alsfeld, Lauterbach und Schlitz werden 25 v. H. Lohnerhöhung ab 1. Mai vorgeschlagen. Soweit darüber hinaus eine Aufbesserung der Arbeiterinnen und Zugendlichen angezeigt erscheint, sollen die Parteien sich darüber verständigen. Die Leinen- und Wollweber über 23 Zähren kommen nach dem Schiedsspruch im Zeitlohn auf 14,69 Mk. Stundenlohn, die Scheuertuchweber auf 13,38 Mk. Der Akkordgrundlohn beträgt 3,00 Mk.
Die Woll-Spinnerei und Weberei A. G o - dosarr in Georg en Hammer bei Lauter soll ihre Löhne ob 8. Mai um 20 v. H. erhöhen. Die Arbeiter über 33 Zähren erhalten hiernach 14,22 Mk. Stundenlohn.
Die Arbeiter der „H e s s i s ch e n Hutstoffindustrie" in Lauterbach sollen vom 1. Zuni an 30 v. H. Zulage und damit 15,60 Ml. Stundenlohn erhalten . 3m Akkord sollen 20 v. H. darüber verdient werden. Die Lohnregelung soll 'erstmals spätestens am 15. zum 30. Zuni kündbar sein.
3n allen Sachen erhielten die Parteien eine Woche Grkläru"gsfrist.
3n der Lohnsirci fache eines Quarzitbruch^ in Steinberg verständigten sich die Parteien vor der Verhandlung.
Der Schlichtungsausschuh erklärte sich für unzuständig, eine nachträgliche Erhöhung der vertraglich feftgI?gten Vergütung des Dul len- halters d.r Gemeinde Burg-Gemünden vorzuschlagen, und verwies den Antragsteller zunächst an das Kreisamt.
Aus dem AmtÄ»erkündigungsblatt.
*• Das Amtsverkündigungsblutt Ar. 65 vom 23. Mai enthält: Deparationsliefe- .rungen, — Wohnungsbauabgabe. — Verkaufspreis für Tetanusserum, Meningokokkenserum und i Diphtherieserum. — Gebühren der Schornsteinfeger. — Einkommensteuer vom Arbeitslohn. — I Personenstandsaufnahme der in Hessen ansässigen österreichischen Staatsangehörigen. — Fortbil- ' dungsschule. — Walzarbeiten. — Eisenbahnunfälle. — Dienstnachrichten. — Feldbereinigung Ullendorf a. d. Lahn.
Wegen Vornahme von Walzarbeiten wird die Kreisst raße Gießen — Reiskirche n von der Abfahrt Oppenrod bis zum Bahnübergang vo^n 19. ds. Mts. ab bis auf weiteres für jeden Auto- und Fuhrwerksverkehr gesperrt. Der Berkehr wird über Oppenrod— Durchardsfelben oder Beuern—Bersrod und um- gekehrt geleitet. Die Sperrung vorn Bahnübergang im Gießener Wald bis zum Abzweig der Kreisstraße nach Annerod wird aufgehoben.
3n der Gemeinde Düdelsheim (Kreis Büdingen) ist die Maul- und Klauenseuche ausge» brochen. Die erforderlichen Sperrmahnahmen sind angeordnet. — Aachdem die Maul- und Klauenseuche in der Stadt Lauterbach erloschen ist, wurde n^h Ablauf einer Schutzfrist die Sperre über den Händlerstall des Michael Zakob aufgehoben. Ebenso wurde der Sperrbezirk Steinweg in Lauterbach aufgehoben. Das Beobachtungsgebiet Lauterbach-Stadt wurde mit sofortiger Wirkung aufgehoben. — Die Maul- und' Klauenseuche in den Gemeinden Buchenau, Obereisenhausen und Rvdheim a. d. Bieber (Kreis Biedenkopf) ist erloschen. Die Schutz- und Sperrmaßnahmen sind aufgehoben. — Die Maul- und Klauenseuche 'm der Gemeinde Krofdorf (Kreis Wetzlar) ist erloschen. Die Eperrmaßnähmen sind aufgehoben.
Heinrich A tz b a ch aus Steinbach wurde zum Feldschützen der Gemeinde Steinbach ernannt und verpflichtet.
Kirche und Schule.
i. Mücke (Oberhessen), 22. Mai. Heute f<m5 hier unter Vorsitz von Dekan Röschen eine Pfarrkonferenz des Dekanats Grunberg statt, zu der auch der Superinten- deut von Oberhessen, D. Petersen, erschienen war. Aach Besprechung geschäftlicher An- gelegeitheiten hielt Pfarrer Hoffmann- Lvndorf einen Vorttag über „Seelsorge an Seelsorgern", der eine lebhafte Aussprache auslöste. Mitgeteilt wurde weiter, daß die Pflegegelder für Erziehungsvereinszöglinge auf 1200 Mk. festgesetzt wurden, und daß eine entsprechende Nachzahlung statlfindet.
* Darmstadt, 22.Mai. 3m Lehrerin- nenheim in der Gervinusstraße fand die diesjährige Hauptversammlung des Vereins „Hessisches Lehrerinnenheim" statt. Dem Jahresbericht, den Frl. G l e n z erstattete, ist zu entnehmen, dah das Heim zur Zeit von 16 Insassen bewohnt wird. Vierzehn dieser Damen, von denen viele über 70 Jahre zählen, sind Lehrerinnen im Ruhestand; nur fünf beziehen eine Pension. Am Mittagessen nehmen noch 6 Damen aus der Stadt teil. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde das He-m von 84 Personen zu vorübergehendem Aufenthalt aufgesucht. In Anbettacht der großen Teuerung muhten die Pflegesätze bedeutend
erzielte Mehreinnahme bei weitem nicht aus,
amerikanische etwas im Verlaufe, während andere gleichwertige Aktien nachgaben. Bankaktien waren vernachlässigt, aber ungefähr behauptet. Ausländische Anleihen waren im Zusammenhang mit der Mattigkeit des Dr
alle Kosten zu decken, so dah man auch im verflossenen Geschäftsjahr gezwungen war, das Vermögen des Vereins anzugreifen. Dah die Inanspruchnahme des Kapitals nicht in noch höherem Mähe nötig wurde, ist der Freigebig-
erhöht werden. Trotzdem reichte die dadurch! einzelten Umsätzen Industriewerte ab. Von
—rvn.vt—Schiffahrtsaktien besserten sich Hamburg-Süd-
feit verschiedener hochherziger Gönner zu verdanken, z. B. der Fürsorge-Wteilung des Alice-Frauenvereins, dem Deutsch-Amerikaner Herrn Sttrn, der durch die Beschaffung von Koks es überhaupt erst ermöglichte, dah in diesem kalten Winter die Zentralheizung in Betrieb gesetzt werden konnte; auch aus der Helene-Lange-Stiftung floh dem Heim ein ansehnlicher Betrag zu. — Den Kassenbericht sowie Voranschlag erstattete Herr Oberinspektor Decher. Der Voranschlag sieht 139100 Mark in Einnahme und Ausgabe vor; eS bleibt ein Fehlbettag von 55 000 Mk., für den Deckung beschafft werden muh. Von einer Erhöhung der Mitgliederbeittäge, die aus der Versammlung heraus beantragt wurde, will man zunächst noch einmal absehen; statt dessen ist ein von Frl. Marie Müller, der Vorsitzenden des Vereins, verfaßter Aufruf an die Lehrerinnen Hessens hinausgegangen, der zur Sammlung von Spenden für das bedrängte Heim auffvrderl.
Vermischtes.
* „Womit soll ich dich vergleichend' Unter diesem Titel veröffentlicht unter anderem auch das in Olmüh erscheinende tschechische Blatt „Pozvr" in seiner Folge vom 6. d. M. die folgende Flugschrift des Slowakenführers Ieh- litschka gegen die tschechische Republik: „Womit soll ich dich vergleichen? Womit soll ich dich vergleichen, du lächerliche, cflige Republik Masarhks? Denn wenn man deine Lanbkarte betrachtet, so muß man lachen. Du siehst wie eine mißratene Gans aus. Du bist einem häßlichen Krokodil ähnlich. — Womit soll ich dich vergleichen? Du Räuberhöhle, du Tränental der Slowaken, du Mischmasch verschiedener VölkerI — Du auf Betrug gegründetes und durch weiteren Betrug erhaltenes Scheusal! — Du Eiterbeule am Körper Europas! — Du Schande und Schmach des 20. Zahl Hunderts! — Du Ausgeburt gvtllofer und verräterischer tschechischer Pepici! — Du aus militärischem Eidbruch geborenes Angeheuer! — Du ohne Gott erbautes Haus! — Du Schmach der Zivilisatton! — Du Schlupfwinkel von Räubern! — Du Aest der Gottlosigkeit und sittlichen Aieder- tracht! — Du Schweinestall der Pepici und Pepi- cinnen! — Du stinkender Stall! — Womit soll ich dich vergleichen? — Das slowakische Volk hat dich mit einer Kuh verglichen, die in der Slowakei weidet.und die in Böhmen gemolken wird! — Du ähnelst einem erkrankten Blinddarm! Von diesem erkrankten Blinddarm aus würde der gaiue Leib Europas erkranken und daran zugrunoe gehen, und daher muht du aus diesem Körper mit Feuer und Schwert herausgeschnitten und auf den Misthaufen geworfen werden, wohin du gehörst!"
* Sin peinlicher B r i es ma cken - Druckfehler. Druckfehler auf Briefmarken sind in Sammlerkreisen sehr beliebt, weil sie der Marke einen großen Seltenheitswert verleihen. Für die Post Verwaltungen, bei denen diese Druckfehler Vorkommen, sind sie aber recht unangenehm. So find jetzt durch die Verstümmelung eines einzigen arabischen Buchstabens fünf Millionen neue ägyptische Briefmarken unbrauchbar geworden und müssen eingestampft werden. Einige wenige sind mit dem Drucksehler in den Handel gekommen und werden sehr hohe Preise erreichen. Aus diesem Anlaß erzählt Douglas Armstrong, der Herausgeber der englischen „Monatsschrift für Briefmarkensammler", von einem anderen peinlichen Driefmarken-Druckfehler. Solche Fehler kommen am häufigsten vor, wenn die Aufschrift in einer fremden und ungewöhnlichen Sprache ist. So lieh die Aeuseeländische Post vor einiger Zeit Briefmarken mit Ueberb-rud für die Aiue-3nsel Herstellen. Die Schrift lautete für die 1 Schilling- Marke in der Sprache der Arue „Taha e Slleni", aber durch ein Versehen kam das mittlere „e“ an das erste Wort heran, so dah es nun hieß „Tahae ©ileni“. Da aber „Tahae" in der Sprache der Arue „Dieb" bedeutet, so erregten die Marken die größte Entrüstung und muhten eingezogen werden.
Visenmarktes bei geringerer Lebhaftigkeit als gestern niedriger, jedvcb bestand für Türken- h)fe, Ungar. Staatsanleihen von 1913/14, und ferner für Süoösterr. Etsenbahnprivriläten zu höheren Kursen Nachfrage. Deutsche Anlechen waren bei ruhigem (Verkehr fest. 3prvz. Reichsanleihe gewannen 2 Prozent.
e Frankfurt a. M., 23. Mai. Dörsen-- stimmungSbild. Der Devisenmarkt zeigte im Frühverkehr eine unsichere Haltung. Der Dollar wurde mit 305 genannt. Im Verlaufe machte sich unter Schwankungen eine mäßige Befestigung bemerkbar, er zog später auf 308 an, lieh aber zum Schluß wieder nach. Im freien Verkehr wurden u. a. folgende Kurse genannt: Benz zirka 500, Brvwn-Botveri 395, Ufa 295. Mäßigen Abschwächungen unterlagen Daimler. Montanaktien waren vorwiegend gut behauptet. Elektrizitätspapiere zeigten lustlose Haltung. Am Kafsa-Industtie- aftienmarft verringert sich das Geschäft von Tag zu Tag. Nur wenige Spezialpapiere ragten aus dem allgemeinen Rahmen heraus. Schiffahttsaktten konnten sich befestigen. Teilweise schwächer lagen Zuckerfabrikaktien. Das Geschäft hielt sich in der zweiten Dörsenstunde in engen Grenzen. Der Dollar wurde 305 genannt. Privatdiskvnt 41/» Prozent.
3 r a n ff urt a. HL, 24. Mai.
Börsenkurse.
Frankfurt Berlin Schluß- Schluß- Schluß- Schluß- Äurß Kurs Kurs Äur5
Datum: 2 '. 5. 23.5. 22.5. 23.5
5°/u Dtsch. Kriegsanl. 77,50 77,50 77,50 77,50
4*/<>Dtsch. Reichsanl. 95,90 94,- 94,75 95 -
3°/>fch.Reichsanl. 1'2,50 113,- 113,50 215,- 4"/« Preuß. Kvnsols £5,- 84 - 83,50 84,75
Hamburg-Pakets.. . 409.— 412,- 40d,- 408,- Aorddeutscher Lloyd 325, — 324 50 327, — 318,75 Comm.u.Privatbank 301,- 302,- -301,- 301,- Darmstädter Bank . 297,— 297,— 299,- 299,- Deutsche Bank . . . 604,— 603,^» 600, — 591, — Disconw-Gesellschaft 433,— 433,— 435,— 434, - Dresdner Bank. . . 321,— 318,* 324,50 324,56 Mitteid. Ereditbank. 262,— 262,— 261,50 262,— Uationalbank f. D. . 300, — 299, — 300, — 302, — Boch. Gußstahlwerke ■“»— —,— 1148,75 1065,—
Bud.-Eisenw^Akt.. 829,- 820,- 818,- 822,- D.-Luremb. Bergw. 1008, — 9)5,— 1020,— 995, — Gelsenkirch. Bergw.. 1045, — 1035,— 1050, — 1055,— Harpener Bergbau . 1830,— 1820,— 1830,— 1835,— Oberschi. Eisenb.-B. 840,- 840,- 848,- 835,- Oberschles. Äsenind. 6 6 - 650,- 660, - 635,— Phönft-Bergb.-Akt 1170,- 1165,- 1175,- 1140,- Bad.Anilin-u. Soda 770,- 762,- 761,- 764,- Höchster Farbwerke. 699,— 690,50 689,— 681,— Allg. Siektr.-Ges. . . 679,60 682, - 676,- 675,- Felten L Guilleaume 878,- 861,- 840,-
Schuckert-Werke. . . 630,— 627,50 635,— 645, — Adlerwerke 515,— 510,— 514,50 512,— Daimler 440,- 433,- 429,50 429,75 4° ° Hess. Staatsanl. 78,75 79,- 78,- 78,- Clectrvn Griesheim 775,- 775,- 788,—
Dtsche. Dereinsbank 223. 214,— —
Berliner Devisenmarkt.
Datum:
Geld Brief Geld Dries
22. Wal 23. Mai.
Amstd.-Rotterd. 12109,8012140,20 11760,2511789,75
Brüstel-Antw. . 2586,75 2593,25 2516,85 2523,15
Christiania . . . 5694,85 5712,15 5458,15 5471.85 Kopenhagen . . 6651,65 6665,35 6441 90 6458 10 Stockholm. . . . 8064,90 8685,10 7830,20 7849 83 Helstngfors. . . 645,15 646,85 637,20 637,80 Italien 1598,- 1602,- 154»,05 1551,95 London 1393,25 1396,75 1345,80 1349,2) Aeuyork 311,35 314,15 30),12 301, 8 Paris 2821,15 2828,55 2726,55 2 <33,45 Schweiz 5967,50 5982,50 5762,75 5777,25 Spanien 4993,75 5006,25 478- - 4801,-
Deutsch-Oesterr» 3,3ä 3,34 3,15 3,19
Prag 589,25 590,75 575/25 576,75
Budapest.... 36.55 36,65 35,35 35,45
Buenos Aires . 113,47 113,77 109,85 110,15
Bulgarien . . . 227,70 228,30 224,20 224,80
Japan 146,75 149,75 142,25 143,25
Rio de 3an«ro 4294,- 4306,- 4144, - 4156, -
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
Donnerstag, 25. Mai, Ehristt Himmelfahrt.
In der Stadtkirche. Bonn. 9y2 Ahr: Psarvassist. Becker.
In der Z o Hannes kirche. Sorin. 9y2H1)r: Pft. Dechtolshettner.
In der alten Friedho fska peile. Aachm. 2 Ahr: Psarrafsist. Müller.
Himmelfahrt, 25. Mai, Dorrn. 10: Kirchberg. — Sonn. 10: Lollar.
Katholische Gemeinde.
Mittwoch, den 24. Mai, nachm. 5 la. abds. 8 Ahr: Gelegenh. z. t)L Deichte. — Donnerstag, den 25. Mai. Christi Himmelfahrt. Bonn. 61/2 Ahr: Gelegenh. z. hl. Beichte. 7: Hl. Messe. 8: Austeilung d. hi .Kommunion. 9: Hochamt m. Pr. 11: Hl. Messe m. Pr. Aachm. 2y3: Feiettiche Vesper.
Kathol. Gottesdienst. 25. Mai. Lich, Dorrn. 10, nachm. 2 Ahr. — Hungen, Dornt 8 Ahr.
Handel«.
Berlin, 23. Mai. Börsenstim- mungsbild. Heute vorliegende Nachrichten lassen die Aussichten für eine Verständigung über die Regelung der Reparationszahlungen sowie für das Zustandekommen einer internationalen Anleihe für Deutschland günstiger erscheinen. Daraufhin gaben die Devisenpreise schon im Vormittagsverkehr nach, worauf der Effektenmarkt gleichfalls mit Llbschwächung reagierte. Hierunter litten besonders einige Montanwerte, wie Kattowitzer, Köln-Deuesse- ner, Phönix, Rheinische Braunkohlen und Rheinstahl, die bis zu 70 Prozent verloren. Für einige Papiere bestand aber zu höheren Kursen Nachfrage, so.für Hanover Waggon und Rathgeber Waggon, Kaliwerke Aschersleben und Westeregeln Alkali. Im allgemet- nen aber bröckelten auch wetterhin bei nur ver-
Zü cicher Devisenmarkt. 2d. 5. 24. 5»
Wechsel auf Schweizer Franken
Holland 100 Fl. — 203.75 204.- Deutfchland 100 Mk. — 1.66 1.775
Wien 100 Är. — 0.05 0.05
Prag 100 Kr. — 9.925 9.95
Paris 100 Fr. --- 47.30 47.35
London I £ = 23.33 23.34
Italien 100 2. = 26.77 26.90
Vrüffel 100 Fr. — 43.65 43.90
Budapest 100 Kr. — 0.60 0.615
Aeuyork 100 $ — 524.22 524-50
Agram ....... 100 Kr. — 1-85 1.875
Warschau 100 Kr- = 0,12 0,12
Marktkotierungen.
Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Datum: 1.7.14. 22.5. 23.5.
Zürich Fr. 125.40 1,66 1,73
Amsterdam Fl. 59.20 Kopenhagen Kr. 88.80 1,55 1,60
Stockholm Kr. 88.80 1,26 1 24
Wien Kr. 117.80 -,-
Prag Kr. 117.80 17,05 17,22
London Sh. 97.80 -,- 132
Aeuyork $ 23.80 -,31 -'33
Paris Fr. 125.40 3,54 3,63
Märkte.
Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt.
mc. Frankfurt a. M, 23. Mai. Durch ansehnliche Zufuhren aus Erzeugergebieten mußten schon am letzten Samstag die Preise für Spinat, Salate usw. stark Nachlassen. Das setzte sich auch heute bei reichem Angebot fort. — Das Kartoffelgeschäft ist, obwohl der Preis etwas nachlieh, noch sehr schleppend. Der Zentner stand auf 270—310 Mark. Spinat kostete im Zentner 150—200 Mark (beim Großhandel) und 280—350 Mark (bei Erzeugern). Rhabarb«: 150 bis 180 Mark, Lattich das Pfund 3—6 Mark, Kopfsalat die Staude 3—5 Mark. Die Kräuter für Sauce 5—7 Mark. Der mittlere Preis für GemüsesparMl stand auf etwa 9—11 Qliarf. Die Butter hatte den Preis von 88—00 Mark. Eier kosteten das Stück 4^0—4,40 Mark.
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