abzuhalten, bi die Kosten zu stark gewachsen seien. Früher habe ein Derbandstug kaum 1000 Mk. gekostet, der in Alsseld werde sich auf 12—15 000 Mirk stellen. Die ersparten Gelder könnten bedürftigen Kameraden zugeftihrt werden. Auch die Bezirke würden dadurch entlastet. Der nächste Berbandstag würde also 1924 stattsi.rden. Die Staffelung beim Pslichtbezug des „Hessischen Kameraden" soll zugunsten der Heinen Vercrne anderweicig geregelt werden. Der Hassiabezlrk Friedberg stellt den Antrag, den „Hess. Kamerad" monatlich nur einmal erscheinen zu lassen oder hierfür die Zeitung des Ky.fhüuserbundes einzu- führen. Es würden dadurch Kosten gespart und der Jahresbeitrag könne für das Mitglied aas 2 Mk. herabgesetzt werden. Groh-Gerau stellt den Antrag: „Regimentsvereine werden in die Kriege, kameradschaft Ha.sia nicht ausgenommen." (Linen wichtigen Punkt der Verhandlungen bildet die Fürsorge für Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene. Vortrags- wesen und tinterstühungswesen, die wieder im Aufleben begriffen sind, werden ebenfalls einen gröberen Teil der Verhandlungen bilden. Aus der Dr. Dogt-Zubiläumsstiftun^ werden in Kürze mehrere Kriegerwaisen Llnterstühung erhalten.
Kreis Spotten. *
b. Schotten, 22. April. 3n einer stark besuchten Versammlung in der Turnhalle sprach der bekannte hessische Geschichtsforscher Pros. D. Dr. Diehl, Friedberg, in einem aas- gezeichneten, h amorgewürzten Vortrag über Schottens Vergangenheit, insbcsondr:e über seinen nach dem 30jährigen Krieg genommenen Aafschwung.
Kreis Büdingen.
nd. Vad Salzhausen, 20. April. Der Landamtmann beim hiesigen Siedlungsamt Dr. Lhurn ist aus dieser Stellung ausgetreten, um als Landesforstrat des Fürsten von Hohenzollern in Sigmaringen die Leitung des Forstwesens dort zu übernehmen.
Hessen-Nassau.
J l Marburg, 21. April. 3n einer bis in die späten Abendstunden dauernden Sitzung beschästigten sich die Stadtverordneten mit dem von ihnen häusig abgelehnten, vom Magistrat aber wieder auf genommenen Antrag, den Spielplatz der Henselstistung zu einem modernen Sport- und Spielplatz für Stadt und tiniversität et zurichten. Die Kosten der Instandsetzung und ©rbauung einer Wärterwohnung auf diesem in herrlicher Lage im Lahntal zu Fühen der Stadt und des Land- grosenschlosses liegenden 24 000 Quadratmeter groben Gelände stellen sich auf rund 800 000 Mk., wozu die Stadt 225 000 Akk. geben soll. Die tini« versität hat sich einen bedeutenden Staatszuschuh gesichert. 3n der Begründung wurde gefaxt, dab der Sportplatz für Stadt und tiniversität eine grobe Zugkraft ausüben würde. Di« Vorlage wurde schlieblich angenommen. Bemerkt sei, dah im vorigen Jahre sich die Vereine eigene Sportplätze zugelegt haben.
ra. Anspach, 20. April. Die Vorbereitungen für die am 14. und 15. Mai Hierselbst stattfindende Hauptversammlung des Gewerbevereins für Rassau (Karttllorga- nisaton nassausiicher Fachverbände. Innungen, G<werbeveerine und gewerblicher Genossenschaften» sind im Gang. Das gastfreie Anspach rüstet mit Eifer, die gesamte Einwohnerschaft hat sich »in den Dienst der Sache gestellt, um den Besuchern -für einige Tage Freiquartiere zu verschaffen. Für 5diese Hauprversammlungim 76. Derbandsjahr hat Land.agsabgevrdneter Malermeister Fr. S t o l- ' b e r g ° Hannover daS Hauptreferat: .tinsere berufsständischen Sorgen und der Kariellgedanke in der deutschen Handwerkerbewegung" übernommen Als zweiter Dortrag steht auf der Tagesordnung: „Die Technische Rothilfe unter besonderer Berücksichtigung der Verhältnisse im besetzten und unbesetzten Gebiet" (Referent Maurermeister Hofch- Diedenkopf).
' Rosenthal, 20. April. Unsere Stadt wird bald einen neuen Schmuck erhalten, nachdem das C h r e n d e n k m a l für die gefallenen Krieger an dem Gemeindehaus fertig gestellt und die Kirche neu hergerichtet ist. Die städtische Vertretung beschlvh in ihrer Sitzung am 18. d. MtS. einstimmig, das ehrwürdige Rathaus von Grund auf herzustellen und es in seinem ursprünglichen Bau- st i l mit den charakteristischen Ecktürmen wieder erstehen zu lassen. Die Ausführung soll in aller Kürze stattfinden.
Schlichtungsausschutz der Provinz Oberhessen.
Sitzung vom 21. April 192 2.
Die Dahnhofsbuchhandlung Julius Vaternahm soll ihre Angestellten imBahn- h o f Dieben nach der Vereinbarung für den (Siebener Kleinhandel vom Z. April 1922 entlohnen.
Laut Vereinbarung der Fabrik feuerfester Steine 'S ch e i d ha u e r & Giebing A G. in Mainzlar und ihres Arbeiter russchustes vom 31. 12. 1919 sind Akkordarbeiter zum Mindestlohn Plus 20 v. H anderweitig zu beschäftigen, wenn sie stundenweise wegen Materialm ingels, Betriebsstörungen oder sonstiger Ursachen nicht auf Allord arbeiten können. Diese Vereinbarung wurde durch den § 42 des Reichsarbeitsvertrages für die Industrie der Steine und Erden Deutschlands, der vom 1. Mai 1920 an galt, aufrechterhalten. Der Betriebsrat verlangte ihre weitere Einhaltung seit Ablauf des Reichsarbeitsvertrags infolge Kündigung. Der Schlichtung sauSschub er-
Bärte sie jedoch für hinfällig geworden durch die Kündigung des Reichsarbeitsvertrages. Für die Zukunft vereinbarten die Parteien eine neue Fassung. — Der Lohnabzug von je 4 Stunden, den die Werksleitung zwei Arbeitern wegen tin» fleides entsprechend dem Leistungsausfall gemacht hatte, wurde nicht, wie beantragt wurde, als Strafe im Ohm der Arbeitsordnung und des § 80 Absatz 2 des Betriebsrätegesehes anerkannt, die gemeinsam mit dem Arbeiterrat hätte festgesetzt werden müssen.
Zwei Kellner des aufgelösten Hotels Einhorn in (Sieben, die eine Entschädigung beanspruchten, weil die Absicht des Derraufs ihnen gegenüber seinerzeit abgestritten worden sei und sie sich dadurch nicht rechtzeitig eine andere Stelle hätten suchen können, wurden auf den Rechtsweg verwiesen.
In der Einspruchssache eines Arbeiters der Klinkelschen Mühle in Gießen wegen Kündigung vereinbarten die Parteien eine A findung.
In drei weiteren Sachen verständigten sich die Parteien vor der Verhandlung.
Landwirtschaft.
LKD. DermittlungvonStammbuch- Saugfohlen durch die Landwirt- schastskammer. Die Landwirtschaftskammer wird in diesem Jahre erstmalig die Vermittlung von Stammbuch-Saugfohlen durchführen. Sie hat sich bereits mit einem besonderen Rundschreiben an die an die Landwirtschaftslam ner angeschlossenen Pferdezüchtervereinigungen mit der Ditte gewandt, ihr die von den Mitgliedern anfallenden Stammbuch-Saugfohlen, die zum Verkauf bestimmt sind, als solche anzumelden. Die Anmeldung bei der Landwirtschaftskammer kann durch alle Mitglieder des hessischen Pferdestammbuchs auch unter Verwendung der „Geburts- und Der- änderungsanzeigen" durch den Zusatz „verkäuflich" geschehen. Außerdem können die Pferdestammbuchbesitzer auf jeder zwanglosen Mitteilung die Anzeige an die Landwirsichaftskammer erstatten. Damit auch die Richtmitglieder von Pferdezüchtervereinigungen genügend berücksichtigt werden, nimmt die Landwirtschaftskammer die Mitteilungen auch direkt von alten Züchtern entgegen und bittet, vorbehaltlich weiterer Regelung zur Deckung der tinfoflen, Porto und Papier 3 Mark in Briefmarken bei jeder Anfrage und Anmeldung beizufügen.
LKD Beschäftigung ausländischer Wanderarbeiter. Rach dem Erlab des Reichsarbeitsministers vom 13. August 1921 bedarf die Beschäftigung ausländischer Landarbeiter der vorherigen Genehmigung des zuständigen Landesamts, für Hessen des Landesamts für Arbeitsnachweis in Frankfurt a. M. Unter ausländischen Landarbeitern sind neben den Land- arbeitern aus dem Osten auch die ausländischen Schweizer und Oberschweizer schweizerischerRatio- nalität zu verstehen. Die Genehmigungspsllcht des Lanoesamts für Arbeitsnachweis bezieht sich nicht allein auf neu einzuführende Landarbeiter, sondern auch auf solche, die bereits aus der Arbeitsstelle tätig sind. Für diejenigen Landwirte, die bis jetzt nicht im Besitze einer Genehmigung zur Beschäftigung ihrer ausländischen Landarbeiter sind, ist es zur Vermeidung von entstehenden Rachteilen unbedlngt notwendig, die ausstehende Genehmigung alsbald zu erwirken.
Vermischtes.
♦♦ Dressierte Seesterne. Die Seesterne, die allen Badegästen der Rordsee wohlbekannt find, stehen auf der untersten Stufe der tierischen Entwicklung. Desto verwunderlicher ist es, dab man selbst diese primitiven Organismen, die kaum den Eindruck eines lebendigen Wesens machen, dressieren kann. Von diesen eigenartigen Dressurversuchen berichtet Dr. W. Goet- fon in einem Aufsatz der „Raturwissenschaftlichen Wochenschrift". Die Sinnesappar.tte der Seesterne befinden sich an den Armspitzen, und ein Reiz 'des einen ober andern Armes genügt, um dem ganzen Rervensystem die Richtung anzugeben, nach der sich die Bewegung der Füßchen einzustellen Hal. Reizt man nun zwei entgegengesetzte Arme des Tieres gleichzeitig, so geht es dem Seestern wie dem Esel zwischen zwei Heu- bündeln: er weih nicht, nach welcher Seite er sich wenden soll: die Doppelreizung hebt die Wirkung auf, die eine einseitige Beeinflussung Hervorrufen würde. Läht man aber einen Seestern erst einmal nach einer bestimmten Richtung kriechen, so wird diese Seite bei einem zweiten Versuch bevorzugt, wenn zwei Seiten gleichzeitig gereizt werden Ist bei einem früheren Versuch ein Arm gereizt worden und werden nun zwei Arme auf verschiedenen SÄten gereizt, so neigt sich das Tier nach ganz kurzer Zeit noch der Seite, auf der sich der nach dem ersten Versuch gereizte Arm befindet. Aus solchen Versuchen läht sich beweisen, dah selbst bei diesen so tiefstehenden Tieren ein Eindruck längere Zeit haften bleiben kann. Auf diesem Haftenbleiben von früheren Eindrücken beruhen nun die Untersuchungen über das Wenden der Seesterne. Legt man das Tier auf den Rücken, so krümmen sich zunächst alle Arme etwas ein und tasten hin und her, bis dann durch ein Uebergewicht auf der einen Seite das ganze Tier herumschwingt und wieder auf die Bauchseite kommt Man kann nun Seesterne nach zwei Wochen „täglichen Unterrichts" so weit bringen, dah sie Immer nach derselben Seite hei-umschlagen. Infolge dieser „Dressur" bildet sich eine Gewohnheit heraus, die noch eine Woche lang nach dem Aufhören der Abrichtung deutlich bestehen bleibt. Die Seesterne werden durch 10—12ma'iges täg'icheZ Wenden auf ganz bestimmten Armen bei Behinderung der anderen Arme dazu erzogen, sich immer nach berfeiben Seite herumzuwenden, und sie behalten
dann dieK» Richtung auch noch eine Zeitlang bei, trenn die Behinderung aufgehoben ist. So erweist sich also die Möglichkeit einer Dressur selbst bei diesen allerprimitivsten Organismen.
* Eine Gef äng nisidylle in der S ü d s e e. Das Gefängnis der Stadt Suda auf den Fidschiinseln macht einen stattlichen und Respekt elnflöbenden Eindruck. Eine mächtige Steinmauer bietet sich zunächst dem Blicke dar, und dann kommt man durch ein grobes Tor mit schweuen Riegeln, gerade wie in den europäischen Gefängnissen. Ist aber die Eisentür hinter einem ins Schloh gefallen und man hat die schauerliche Empfindung des „Laht. die Ihr eintretet, alle Hoffnung fahren", überstanden, dann sieht man, dah alles nur ein Witz war, einer der vielen Witze des Strafsystems der Südsee. Die mächtige Maner umschlieht das Gefängnis nämlich nur auf drei Seiten: die vierte Seite ist vollkommen offen, und man kann ungehindert durch Dusch und Hügel streifen. Ausreihen wäre deshalb für die Sträflinge von Suva keine schwere Sache, aber sie ziehen es vor, im Gefängnis zu bleiben, denn sie haben es dort wahrhaftig nicht schlecht. Ihre Arbeit besteht darin, die Rasenplätze und Wiesen in der Umgegend der Stadt abzumähen. Da stehen sie nun bei ihrer leichten Arbeit dicht beieinander, alle in hübsche leichte Kittel gekleidet, plaudern und lachen. Wem es zu langweilig ist, der schlendert ein wenig herum kauft sich etwas, denn Geldsendungen werden den Sträflingen, stets aus- gehändigt. Eilig aber haben sie es nur, wenn es ins Gefängnis zurückgeht. Die schwerere Eisen- Pforten des Gefängnisses von Susa werden nämlich um 6 Uhr geschlossen, und einige Minuten vorher kann man ganze Scharen von Gefangenen sehen, die in aller Hast nach Hause eilen. Sind sie nämlich nicht um Punkt 6 da, dann wartet ihrer die schlimmste Strafe, die es in diesem idyllischen Zuchthaus gibt: sie toerben ausgeschlossen. Des Abends nach Sonnenuntergang rann man dann immer einige Nachzügler an der groben QHauer vor dem festverschlossenen Tore sitzen sehen, wie sie warten, bis am Morgen, toieber die Tür zu ihrem Gefängnisparadies öffnet.
Sandel«
Frankfurt a HL, 24. April.
Berliner Devisenmarkt.
Geld Dries Geld Bries
Datum: 21. April. 22. April.
Amstd.-Rotterd. 10887,-- 10413,- 10187,3510212,75 23i2,05 2347,95 2297,10 2302,90 5223,4) 5236,50 5123 55 5136,45 5827 70 5842 30 5717,80 5732,20 7116 5 7133,95 69'2 , iO 6943,70 5.3,35 504,65 496,85 498,15 1473,15 1476,85 1443,15 lt46,8S 12/8,45 1211,55 1178,50 1 81,60 273,27 273,97 266,53 267,21 254 ,30 2550,70 2491,^5 2498,15 5jOU,i6 5314,15 5z 15,95 6229,05 42j.-,70 4220,30 4149,80 4160,20 3,55 3,59 3,48 3,52
543,30 544,70 520,30 521,70 34,95 35,05
Brussel-Antw. . Christiania . . . Kopenhagen . . Stockholm. . . . HelstngforS. . . Italien London Reuyork Paris Schweiz Spanien Deutsch-Oesterr. Prag Budapest.... Buenos Aires . Bulgarien . . . Japan Rio de Janeiro
97,- 97,25
192,75 193,25
129,30 129,70
3720, - 3730,-
34,85 34,95
94,75 95,-
191,75 192,25
3657*50 3667^50
Züricher Devisenmarkt.
22. 4. 24. 4,
Wechsel auf Schweizer Franken
Holland 100 Fl. --- Iüj.15 195. -
Deutschland 100 Mk. — 1.88 1.975
Wien 100 Kr. — 0.06 0.06
Prag 100 Kr. --- 10.10 10.05
Paris 100 Fr. ---- 47.87 47.92
London 1 £ = 22.72 22.73
Italien 100 L. = 27.87 27.92
Brüssel 100 Fr. = 44.05 44.16
Budapest 100 Kr. — 0.67 0.66
Reuyork 100 $ = 514.- 514*25
Agram 100 Kr. = 1.825 1.95
Warschau 100 Är. = 0,13 0,13
Marknotierungen.
Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt:
Datum:
Zürich Fr.
Amsterdam Fl.
Kopenhagen Kr.
Stockholm Kr.
Wien Kr.
Prag Kr.
London Sh.
Reuyork $
Paris Fr.
1.7.14 21.4. 2274.
125.40 1,87 1,91
59.20 0,96 0,98
88.80 1 75 1,79
88.80 1,42 1,47
117.80 2795,-
117.80 18,25
97.80 1,18
23.80 0,35 -.37
125.40 3,90 4, -
Büchertisch.
— Der Gröhe Zeitungs-Katalog der Annoncen-E pedition Rudolf M sse ift soeben wieder erschienen. Der als stattlicher Band vorliegende Katalog enthält das sinngemäb und übersichtlich für den Gebrauch des Inserenten geordnete Dei-zcichnis der Ze tu gen und Zeitschriften nebst allen für den Inserenten wissenswerten Angaben. Au er statt ischem, zeitungstechnischem und tariflichem Material ist in seinem textlichen Teil manches Reue unö Wertvolle enthalten, und so dürste der Katalog in den Kreis en der Rellcrmeverbraucher eine freundliche Aufnahme finden.
— „Wer ist es?" betitelt sich ein interessantes Preisaussch eiben das in der soeben er- schienmen Rümmer 43Z2 der LeipzigerIllu- ft r i e r t e n Zeitung (I. I. Weber) veröffentlicht wird. Wie bei einem Maskenfest haben zehn abgebildete Männer allerlei Verkleidungen angelegt, die zu durchschauen Aufgabe der Leser ist. — In gewohnter Reichhaltigkeit bringt die Rümmer auherdem viele Bilder zur Tages
geschichte, eine stattliche Reihe von 'Beiträgen zur Belehrung und Unterhaltung, darunter die reich illustrierten Artikel „200 Jahre Osterinsel", „Wil- hhelm Dusch als Maler", „Musik und bildende Kunst" u. a., sowie eine Anzahl ein» und mehrfarbiger Kunstblätter..
(In einem Teil der Auflage wiederholt.)
Die französische Presse zur französischen Protestnote.
Paris, 22. April. (WTB.) Der Sonderberichterstatter des „Oeuvre" schreibt zu der Protestnote, die der erste französische Delegierte in Genua, Darthdu, an den Mrnister- präsidenten de Facta gegen die deutsche Antwortnote gerichtet hat, dab alles geschehe, am den französischen nationalistischen Dloa zufrieden zu stellen, der die Ausgabe zu haben scheine, Frankreich lächerlich zu machen und es von der gaü'ze-n Welt verachten zu lassen. Der deutsch°r issischs Zwischenfall sei geregelt gewesen, aber Frankreich habe ihn wieder eröffnet. Man brauche kein großer Rlairn zu fein, um vorauszusehen, dab auch diesmal die Einmütigkeit gegen Frankreich sein werde und dab biejenigen, die foor 2 Tagen gegen Deutschland geschrieben hätten, Frankreich morgen begreiflich machen würden, datz seine Forderung sie erregte. Was das r u 1111 d?e Problem anb.lange, so behandele es Frankreich genau so lächerlich. Die Russen seien bereit, in allen wesentlichen Fragen nachzugeben, Frankreich verliere keine Gelegenheit lediglich, um seine Festigkeit in Detailfragen ohne Bedeutung zu zeigen. DaS Blatt fährt fort: Die Konferenz von Genua war eine grobe Hoffnung. Heute aber mutz man zogestrhen, dab ihr Wert mehr und mehr sinkt. Wer wird die Verantwortlichkeit dafür tragen? Diejenigen, die an sie glauben, oder diejenigen, die alles getan haben, um sie zum Scheitern zu bringen? Ist es nicht seltsam, daß die Konferenz von Genua genau so zum Untergang Der urteilt za sein scheint, wie der Oberste Rat von Cannes? Und dab es auch diejenigen sind, die unsere Angelegenheiten in Genua führen, die seinerzeit Cannes zum Scheitern gebracht haben? Zu anderer Zeit könnte diese Lage statthaft sein. In diesem Augenblick ist sie tragisch. — Dem Schritt Darthous stimmt der Berichterstatter des „M a t i n“ zu, der im Gegenteil findet, datz der Protest von Barthou nicht genügend s e i. Er schreibt: Die Ungerechtigkeit Deutschlands gegenüber der Konferenz würde ein strengeres Vorgehen verdienen, und es würde zu nichts führen, über die russische Frage zu verhandeln unter dem Zeichen einer stillen Erpressung fettens Deutschlands, das schon einen Vorteil aus dem Vertrage mit Rust land gezogen habe. Gegen dieses neue Gleichgewicht der Kräfte fn Europa, das Frankreichs Kräfte in der Gegenwart antaste und seine Sicherheit in der Zukunft bedrohe, könne und müsse die französische Re gierung ihren Alliierten d i e Matz- nahmen Vorschlägen, ti> no w nd g s un, oder sie allein ergreifen. Das seien Entscheidungen, die nicht nur die Instruktionen, sondern auch den Charatte'r der französischen Delegation überschritten. — Der Genueser Berichterstatter des „Echo de Paris" schreibt: Cs ist zugestanden worden, dab Frankreich einen Hauptfehler am vorigm Montag dadurch Begangen hat, dab es nach Veröffentlichung des Brr- tvages von Rapallo seineDelegation nicht zurückgezogen ha t. DU der Lage der Dinge hat Barthou von PoincarH nur unvollständige Instruktionen erhalten. Er hat sich nicht das Recht zuerkennen wollen, eine E -tsch-i)ung zu treffen, die der Regierungschef nicht formulierte. Das ist eine Trennung der Funktionen und der Verantwortlichküten, der ein Ende bereit t werden mutz. Entweder mutz Poincard im 'Stande fein, von Paris aus zu den Ergebnissen in Genua Stellung zu nehmen, oder er matz selbst in die Konferenzstad: kommen, um die Leitung dec französischen Politik ?u übernehmen.
Par is, 22. April. (WTB.) Der Abgeordnete Messer hat dem Ministerpräsidenten in bei Kammer eine Interpellation angekündigt. Gr sagt, er werde die Frage stellen, ob angesichts des Vertrages von Rapallo Frankreich in vollem Einverständnis mit siinen Alliierten zu einer vollkommenen oder teilweisen Besetzung Deutschlands schreiten wolle, um ihm durch eine interalliierte Diktatur die Zahlung seiner Schulden, die Auflösung feiner wiedererstehenden Mi itärorganifationm, die Reu» ordnung feiner Finanzen und die CBteDerberftele lang seines geldlichen Systems aufzuzwingen, ober ob bie Regierung die Möglichkeit ins Auge fasse, durch diplomatischen Druck die notwendige Befriedigung ihrer Forderungen zu erzielen. In diesem Falle: Welches seien dieVorsichtsmabnah- men, die bie Regierung zu ergreifen gebende, um jedem neuen Angrif fsvers uch vonD.utsch- land zu begegnen?
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Ist es nicht beschämend und niederbrückend zugleich, wenn man seine eigenen Vorsätze aus Mangel an Energie nicht achtet? tinb doch ist dies meist nur ein Zeichen schwacher Rerven!
Der Rervöse ist verdriehlich, wankelmütig, ungerecht gegen sich und andere. Gerade die ihm nahestehen, haben am meisten darunter zu leiden. Das Familienleben wird getrübt. Im Beruf kommt er nicht vorwärts, weil ihm das Vertrauen zu sich selbst fehlt sowie Ausdauer und fester Wille. Deswegen ist der Rervöse stets im Rachteil Wo der Energische zielbewutzt, klar, vuhig handelt zu seinem Vorteil, da schwankt der Rervöse hin und her oder übereilt sich Hastig zu eigenem Rachteil. Die schlechten Folgen ärgern
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