Ausgabe 
24.4.1922
 
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Bei

Edward

ge-

wurden.

e.

r.

Wietorhe ste! lang unb die

taaten, lotete

Wollig, strichweise Rieder ckläge, später auf' klärend, kühl, nordwestliche Winde.

liche Höhe erreicht hat. Mein erfreulich für den

be­

tont der

Ver­don

die zu

Eine französische

Verteidiqunqsnote

Botschaftsgebäude von einer Berliner CBanf tauft hat

östlich. Auf seiner Rückseite werden wir stärker^ Riederschläge zu erwarten haben.

an Frankreich.

Genua, 23. April. (WTB.)

An'.e.ilc»; 6'g'au i»f. wer.« Ich brauche wo! l nicht erst ou.zusprechen, wie sehr tch die Ehre des mir von dem Präsidenten der Derelmgten Staaten erteilten Auftrages emp'inde, der mich auf diesen Posten bei Euer Exzellen- Regierung entlaubte. Auf Grund meiner Instruktionen bin tch "berufen, den freundschaftlichen Der - lehr zwischen D^u'.schlrnd und den Bereinigten

zu sprechen kommen.

Wettervoraussage

für Dienstag.

'^ornotizen.

Tag es kalend er für Montag. Cas6 Leib, 8 11$-: Oesfentlichr Versammlung der SozialdemoKatiichen Parti Astoria-Licht­spiele. ab heute:Sappho" und5 Minuten vor 12". Lichtspielhaus. Bahnhofftrahe, al» heute:Memoiren eines Kammerdieners".

Aus dem Stadttheaterbureau. Aus die Aufführung de" Schwankes'S)' Pariser- Reis" durch daS Elsässische Theater am kommen-- den Mittwoch sei nochmals ganz ausdrücklich hin» gewiesen. Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, daß tor Vorstand der Elsässischen Th a'e''g' up;.-e Wert darauf legt, bekanntzugehen, das) die Vorstellung des Elsässischen Theaters volkstümlich sei und volkstümlich wirken soll.

Die Volkshochschule lädt zu cine\ Besprechung über das neue Semester auf morgen. Dienstag.abend ein. RähereS siehe An ­zeige.

Der Gabelsberger Stenogra­phenverein beginnt heute einen neuen An- sängcr-Lehrgang. (Näheres s. Anzeige.)

Kreis Schotten.

s^lVom oberen Wettertal, 22. April. Die diesjährigen Au sichten auf die Ergeb­nisse der Jagd find durch den ungewöhnlich langen kalten Winter sehr gering geworden. Infolge des Mang'.lZ anAesung" sind 11 ic Kreaturen"ein egargen", offenb rc durch Hur.- ger verendet. Besonders gi t dies vom Reh­wild. Man hat verschiedene von diesen ver­endeten Stücken ..aujgebrochen" und gesunden, baß der Mageninhalt au8 nichts weiter als auS Fichtsnnadeln bestand. Auch scheint eine Seuche unter dem Rehwild ju t.e rschen. Wegen der schlechten Ernähru lg hiden bi? 21 ebb öde schlechtcu'gcsch tDo kommen die Jagdpächter nicht entfernt auf ihre Rechnung, da die Jagd­pacht im leisten Jahr überall eine aü,erortont-

sehen, durch die öffentliche Meinung und durch die Rachwelt angeklagt zu wer­den. ein Rachlassen des guten Willens in der Erreichung des Zieles gezeigt zu haben. Schanzer schloß mit dem Ausdruck des Vertrauens auf Er­folg der Konferenz und mit der Ditte an Weltpresse, dem internationalen Frieden dienen.

Wort genommen und feine Zufriedenheit aus­gedruckt über die friedlichen Erklärungen von Seiten des Herrn B r a t i a n u, die er namens der K l e i n e n E n t e n 1 e gemacht habe. Lloyd George führte weiter aus, daß er auf das engste mit den alten Alliierten zusam- menartoiten wolle, man müsse jedoch darüber vollkommen klar sein, diese Zusammenarbeit sei nur dann möglich, wenn Jie im Sinne einer vollkommen friedlichen Politik erfolge. Wenn das Gegenteil der Fall wäre, wenn man jeden Augenblick Zwischen­fälle schaffen wolle und einen Zu- ftanb der ständigen Beunruhigung Tufrechterhalte in Europa, so würde die englische Demokratie nicht fortfahren können, mit den alten Alliierten zusammenzuar­beiten und ihre Handlungsfrei­heit zurück nehmen müssen.

Eine Aufforderung Schanzers.

Einer Meldung des Berliner Lokalanzeigers aus Genua zufolge hielt Außenminister Schau- z e r am Sonntagabend bei einem Presseempfang in der Villa Alberti eine Rede, die sich beson­ders mit der Arbeit der Presse auf der Kon­ferenz beschäftigte. Rach vielen freundlichen Wen­dungen au die Weltpresse führte Schanzer etcoa aus: Die Rationen, die des Blutvergießens und der Gewalt müde sind, fühlen die gebieterische Rolwendigkeit eines nicht nur wahren Friedens, sondern auch dessen, was die wirlliche Befriedi­gung der Herzen der Menschheit herbeiführen fann, day der Friede aufrecht erhalten wird und das) die Aufgaben der wirtschafllichen Wieder­herstellung Europas mit voller Hoffnung auf Er­folg der Verwirklichung entgegengeführt werden können. Schanzer betonte weiter, man dürfe nicht vergessen, day der Grund weshalb die Konferenz einberufen wurde, so wesentlich für die Zukunft und die Existenz Europas und für die Wieder­herstellung einer normalen Wirtschaft ist. daß sie Erfolg haben müsse. Ein Fehlschlag der Konferenz würde ein llnglürf für d i e Welt sein. Alle in Genua ver­sammelten Rationen mühten dringend wünschen, ein solches älnglück zu ver­meiden. Keine von diesen Rationen könne wün-

Aus Hessen.

Der 1. Mai schulfrei.

Darmstadt, 23. April. Der Staatspräsi­dent hat angeordnet, bah mit Rücksicht auf die voraussichtlichen Deurlaubungen der Schulunter­richt am 1. Mai ausfallt.

Das Tiefdruckgebiet über tor Rordsee be-' Weidmann war der diesjährige gute herrscht auch morgen unsere Wetterlage. Es zieht »Schnepfen strich, der nunmehr zu Ende gebt.

-französischen Delegation an Sie gerechter haben soll. In diesem Schriftstück wird, wie mir mit» geteilt wurde, in Bezug auf mein Schreiben von gc.fi ern die Wendung allegations rnenfongeres (lügenhafte Behauptungen) gebraucht. Sollte dieser Ausdruck wirklich gefallen fein, so sehe ich mich gezwungen, entschieden Einspruch gegen diese beleidigende Anschuldigung zu erheben, wo urch der an dem besonders festlichen Tage tor Konferenz von Ihnen Herr Präsident, so nachhaltig betonte und so tatkräftig vertretene Geist von Genua am schwersten verletzt wird. Genehmigen Sie... . Wirth.

Ein Besuch des Königs von Italien.

Genua, 22. April. (Spezialbericht des Ver­treters tos WTB.) Der italienische König ist heute srüh an Bord eines Panzerschiffes in Genua eingetroffen. Rach 9 äkhr begab er sich cm Land.

Die Delegationen bei einem Frühstück.

Genua, 22. Aprll. (WTB.) Spezialbericht des Vertreters des WTB.) Der italienische König ist heute vormittag 8 älhr 20 Minuten an Bord des PanzerkreuzersEonte di Eavour" im Hafen von Genua angekommen. Kurz nach 9 Uhr begab sich der König an Land und fuhr unter dem Donner der Geschütze, dem Läuten der Glocken und den herzliche Onnttoncn tor Be­völkerung durch die reichgeschmückten Straßen der Stadt nach der Präfektur, wo er von den italieni­schen Ministern begrüßt wurde. Hm 12 älhr 30 Minuten gab der König an Bord tos Panzer­kreuzersDante Alighieri" zu Ehren tor Führer tor hier anwesenden Delegationen ein Frühstück. Von tor deutschen Delegation waren Reichskanzler Dr. Wirth, die Minister Ra- thenau, Hermes und Schmidt und tor Präsident des ReichÄbankdirekkoriums Haven- stein erschienen. Die russische Delegation wurde durch Tschitscherin und Krassin vertreten. Wäh­rend des Essens saß der italienische König zwischen Lloyd George und Darthou. Heute abend fährt der König nach Sizllien weiter.

Eine englische Warnung

die als unentbehrliches Wechselgeld aul jeder Konferenz zu betrachten seien, mühten in feiner Weise weitere Beschlüsse in bezug auf jene Garantien nach sich ziehen, die Frankreich für unerläßlich halle. Um die unter ton gegenwär­tigen Umständen schwierigen Ausgaben durch,zu- sühren, stütze sich die französische Delegation auf die f »anz ö s is che öffentliche Meinu n a. die ruhig und maßvoll sei und überstürzte Urteile vermeiden möchte. Die Uneinigkeit der Verbün­deten, die Isolcerung Frankreichs und das Zu- siantokommen einer toutsch-rusfischen Gruppe, alles dies stelle folgenschwere Möglichkeiten dar, die durch die Konferenz von Genua zur Aus­wirkung kommen müßten. Man werde mit kaltem Blut tot Zukunft ins Gesicht sehen in der für die Zukunft Europas und Frankreichs entscheidenden Stunde.

Poincar«.

Paris, 22. April. (WTB.) Havas teilt mit, einige Blätter hätten heute morgen ein gestern in Genua verbreitetes Gerücht wieder- gegeben, daß Poincarö demnächst nach Genua tammen werde. Rach Erkundigungen an zu­ständiger Stelle beerb, ich tigt der französische Mi­nisterpräsident nach wie vor, demnächst nicht an ton Arbeiten der Konferenz teilzunehmen. Vr fei wie früher tot Ansicht, daß er vor der Rück­kehr des Präsidenten der Republik nach Paris int Anfang Mai unmöglich Frankreich verlassen könne. Aber $obtcar<? verfolge darum nicht we­niger aufmerksam die Vorgänge in Genua. Außer­dem könne man sagen, daß er mit Hilfe tor In­struktionen, die er täglich tor französischen Dele­gation zugehen lasse, gewissermaßen tätigen An­teil an ton Konferenzberatungen nehme.

Paris, 23. April. (WB.) Ministerpräsident P o i n c a r ö ist heute mittag in Begleitung tos Ministers Raibel nach Rancy abgereist.

Ein deutsches Dementi.

Paris, 23. April. (WB.) Die tonische Bot­schaft in Paris ist ermächtigt, in kategorischer Form das Gerücht zu dementieren, demzufolge eine deutsche Militärabmachung mckRuß- land abgeschlossen sein soll. Die von einigen englischen Blättern und von sranzosßchen Zet­tungen wiedergegebenen Röhrichten hierüber ent­behren jeder Grundlage Zwischen Deutschland und Rußland besteht keinerlei Militär vertrag, noch ist darüber verhandelt worden. Der Wortlaut eines angeblichen Abkonmtens, wte es von englischen Zeitungen veröffentlicht wor­den ist, ist ebenso eine Fälschung und von Anfang bis zu Ende erfunden, wie die als Stütze tor Beweisführung wiedergegebenen Schriftstücke.

Eine französische Fälschung.

Berlin, 23. April. (WTB.) Tardieu imEcho Rational" vom Sonntag bringt die angeblich wörtliche Wiedergabe der Red e, die Rathenau am 20. l. M. in tor Pressesitzung in der Reichskanzlei gehalten hat. Von deutscher amtlicher Seite ist bereits durch die Votschast in Paris an die Agentur Havas und einige Berliner Zeitungen ein ausdrückliches Dementi gegeben worden. Die Veröffentlichung erweist sich als in unerhört plumper Weise ver­fälscht. Die Fälschung ist um so unvorsichtiger, als die einzige Pressesitzung, um die es sich handeln fann, im weitesten Umfange zugänglich war und daher die Vertreter fast der ganzen deuffchen Presse Zeugen der Fälschung sind. Ein­zelne Stellen verdienen zur Kennzeichnung des lächerlichen tendenziösen älebernalionalisrnus, der sich in der Fälschung kundgibt, angeführt zu wer­den. Von Driand soll Rathenau gesagt haben: Es war ein richtiger Gaunerstreich (une veritable fourberie), den Franzosen die Tatsache vorzuent­halten, daß die Befutzungskosten von ton Repara­tionskosten in Abzug gebracht werden sollen." Von der Konferenz in Cannes wird eine Schilde­rung gegeben, die darin gipfelt, daß Lloyd George Rathenau bei der 1'/.stündigen Unterredung sein Handexemplar der Entscheidung der Reparations­kommission über die Dekadenzahlungen übergeben habe, das noch jetzt in der Reichskanzlei sei, und auf dem sich von Lloyd Georges Hand die Worte befänden:Impossible, fi l'univers n'ouvre Pas de Credit aux Allemande." Schließlich habe Ra­thenau ton Vertrag von Versailles als ein Schandwerk bezeichnet, das aber nach einer Reihe von Jahren auch nur ein Fetzen Papier sein werde. Die Fälschungen sind ein beredter Beleg dafür, mit welchen Mitteln tor französische Ratio­nalismus zur Zeit gegen Deutschland arbeitet.

Die Pariser Pressehetze.

P a r i s 22. April. (WTB.) DerTe m ps" sch ei't am Schluß c n?r Be p >chu ig tor ussisch n Antworrnvte, die Berlin-Moskauer Entente könne sich nur in einem Gewaltstreich auswirfen. Die Moskau-Berliner Entente bedeute Krieg. Dieser Kriegwerto heimlich vorbereitet werden. Die deutsch : Metallindustrie würde zuerst in Rußland in Sicherheit vor allen Rachsor- schungen Waffen fabrizieren. Sie würde strategi­sche Eisenbahnen bauen, um die Waffen rasch heranzubringen. Glaubt man wirklich, schließt das Blatt, daß Die Sowjets ihren unbezahlten Gläu­bigem und künftigen Geldgebern ernste Garan­tien bieten werden?

Freundschaftliche Ansprachen zwischen dem neuen amerika­nischen Botschafter und dem

Reichspräsidenten.

Berlin, 22. April. (WB) Bet dem heu­tigen Empfange Les au ero fr n li ,ea Be- vollmacht gten um) Botschafters der Ver­einigten Staaten von Amerika, Alan- fon Bizelow Houghton, durch den Reichs­präsidenten hi.lt der Botschafter folgende Ansprache: Ich habe die Ehre, in Ihre Hand das Schreiben zu legen, durch welches ich bei Ihrer Regierung als außerortontliher Bevollmäch­tigter u b Botscka ter d r Der inigten Staaten

Paris, 24.April. (WTB.) Havas breitete gestern eine Rote aus Genua, ____

der angenommen wird, daß sie von dem ersten Delegierten Frankreichs, Barthou, diktiert worden ist. In tor Rote wird ausgeführt, trotz der unternommenen Versuche, den Riß zu mas­kieren, der durch die Konferenz von Genua neuer­dings durch das deutfch-nifsische Manöver hin­durchgehe, fei dieser für jeden aufmerksamen un­parteiischen Beobachter zu erkennen. Weder die

deutsche noch die russische Antwort sei vorla ifig zufriedenstellend und beruhigend. Die französische Abordnung werde alsbald die Vorbe­halte aussprechen müssen, auf denen sie voll bestehe. Sie lause zwar auf diese Weise Ge­fahr, daß alle diejenigen sich von neuem gegen sie vereinigten, die selbst mit Hilfe der schlimmsten Zweideutigkeiten den Erfolg der Konferenz wollten und die, wie die Deutschen und Russen, hauptsächlich des­

halb nach Genua gekommen seien, um im Trü- , .. ______v_...______o ___ ___

den z u fischen. Die französische Abordnung Pflege des Vertrauens zu förtoin, das werde trotzdem nach den ihr gegebenen Richt- zwischen beiden Ländern bestehen sollte. Es . _ (inten weiter verhandeln. Die förmlichen Zuge- i reitet mir aber au ' ertom besondere Freude, ständnisse, die sie vielleicht gemacht habe, und I Euer Exzellenz zum Ausdruck zu bringen, daß

Aus Stabt und Land.

Gießen, den 24. April 1922.

Kehraus im Stadttheater.

Mit einer in allen Teilen wohl gelungenen Aufführung vonM aScottchen" hat gestern unser Stabttheater seine Pforten für die Spielzeit 1921/22 geschlossen. Das Haus war dicht gefüllt, und das Publikum brachte ton in tor Operette beschäftigten Mitgliedern des Ensembles, namentlich den Damen W i s sen d or f und O tte, sowie den Herren Goll, Richter und Hellborn, stürmische Ovationen und reiche Gaben an duftenden und auch an soweit man dies vom Zuschauerraum her beurteilen konnte wohlschmeckenden Ge­schenken dar. Auch Kapellmeister Knübel wurde verdientermaßen geehrt. Diese letzte Vorstellung zeigte ebenso wie die am Sams­tag, in der für den Duhnenvolksbund T u r a n d o t in Szene ging, sämtliche Dar­steller noch einmal voll auf tor Höhe ihres Könnens. Wir werden auf das, was wir in der vergangenen Spielzeit im Stadttheater zu sehen und zu hören bekamen, noch eingehend

heutigen englischen Presseempfang hat englische Pressechef Sir Ed .Grigg folgendes erklärt: Der englische Mi­nisterpräsident Lloyd George habe in der heutigen Sitzung der Signatarmächte das

Ein deutsch-finnisches Wirtschaftsabkommen.

Berlin, 22. April. (WTD.) Im Aus­wärtigen Amt ist nach mehrtägigen Verhand­lungen zwischen der d e u t s ch e n und tor f i n - nischen Delegation von Ministerial­direktor im Auswärtigen Amt von Stockham- mern auf deutscher Seite, und tomLZräsitonten des finnischen höchsten Verwaltungsgerichts, Dr. Rautapaese, dem Direktor der finnischen Staatsbank von Frenkell, und dem Leiter der handelspolitischen Abteilung des finnischen Auswärtigen Amts, Saari, auf finnischer Seite das Abkommen unterzeichnet worden, wel­ches die Regelung dringender wirt­schaftlicher Fragen betrifft. Es bezieht sich insbesondere auf die Regelung des gegen­wärtigen Verkehrs von Handlungsreisenden, gewisser Fragen des beiderseitigen Schisf- fahrts- und Eisenbahnverkehrs und der De- fugnisse der beiderseitigen Konsularbehörden. Das Abkommen enthält ferner eine Erklärung, nach welcher beide Teile berechtigt sind, dem­nächst in Verhandlungen über ein Wirtschafts­abkommen auf breiter Grundlage einzutreten. Das Abkommen unterliegt der Ratifikation durch die beiderseitigen Parlamente und tritt mit dem Tage des Austausches der Ratifika­tionsurkunden in Kraft.

** Güterverkehr mit den Saar - bahnen. Von unterrichteter Seite wird uns geschrieben: In Kreisen tor Verfrachter und selbst bei Cffenbahndienst stellen außerhalb des Saar­gebietes ist die Ansicht verbreitet, im Wechselver- kehr der Saarbahnen mit der deutschen Reichs­bahn mußten für die Saarbahnstrecken Franken- flachten gezahlt werden, oder es würden die deutschen Markfrachten bei Zahlung im Saar- gebiet zu einem sehr ungünstigen Kurs umge- rechnet. Beide Ansichten sind falsch. Rur Di* Frachtsätze tos Binnenverkehrs der Saarbahn-n sind in Franken gestellt. Im Verkehr mit tor Deutschen Reichsbahn sind die Marktarife bei- behalten worden. Die Erhebung tor Frachten auf den Saarbahnen muß wohl in Franken er­folgen. Es wcrderc hierbei aber die Maickjrachten nach einer amtlich bekanntgegebenen, dem Tages­kurs ungefähr entsprechenden Kurs umgerechnet. Eine wesentliche Verteuerung der Frachten tu ch die Umrechnung ist hiernach ausgeschlossen. Un­verständlich ist es daher, daß viele Versender, um vermeintlich Fracht zu sparen, ihre Sendungen an Spediteure an der saarländischdeutschen Grenze richten. Durch die älmbehandlung auf der Grenzstation verteuert fich die Fracht in jedem Falle mehr als durch die -Umrechnung, abgesehen von der. Vergütung für den Spediteur und der Verzögerung, die die Sendung erleidet. Bei einem älmrochnungskurs von 6 Ets. für 1 Mk. wie er D. am 2. Februar bekanntgegeben trat, wurden für 1 Waggon Kartoffeln von Magveburg nach caarbrüden bet einer älmbehandlung an der Grenze rund 400 Mk. mehr zu zahlen sein, al5 trenn die Sendung direkt nach Saarbrücken abref- fiert worden wäre.

* Deutfch-amerikanische Spende. Der Hessen-Darmstädter älnterstüzungsvereia in Chicago hat für die notleidenden Kinder Hessens ein Vollssest veranstaltet uitb von dem Ertrag 2470 Mark hierher überwiesen. Dieses werktätige Gedenken der Chicagoer Freunde ist mit Dankbar­keit und Freude zu begrüßen und zeigt wiederum, daß die hessischen Landsleute jenseits tos großen Wassers ihre schwer ringende Heimat nicht ver­gessen haben.

** Der Wartburgverein veranstaltete am Sonntag einen Familienabrnd im Markussaal, bei dem Missionar Walther- Beuern in der Hand ethnographischer Gegenstände über tos Leben in unserer ehemals deutschen Kolonie Ka­merun sprach. In anschaulich lebhafter Weise führte er seine Zuhörer auf mannigfachen Pfaden durch dies Land, zeigte u. a. das Rest eines Webervogels, erzählte von den buntschillernden Kolibris und von ton cngerlingartigen Tieren, die .in abgestorbenen Palmbäumen hausen und eine beliebte Rahrung der Schwarzen sind. Beim Zeigen von Früchten der Palme, des Kaffee- und Kakaobaumes ließ er ein Bild von ton mächtigen Plo.nl2geN- der Kolonie erstehen und gab eine deutliche Schilderung von der Bearbeitung und Verwertung ihrer Produkte, wobei bi? Zuhörer erfuhren, welcher Schaton unserem Daterlande burch den Verlust unserer ehemaligen Kolonie Kamerun entstanden ist. Sodann wandte sich der Vortragende der Tierwelt besonders zu und be­richtete unter anderem von den giftigen, grünen Baumfchlangen. Mit besondrer Spannung tour'-« die Schilderung eines Kampfes mit einer Riesen­schlange vernommen, die in den Schaf stall tor Missionsstation eingebrochen war und die nachher unter dem johlenden Gesang tor Wilden^(den Missionar Walther sehr drastisch wiedergab), ver­zehrt wurde. Sek>r interessant war auch was er weiterhin über Die wohldisziplinierte, aber mit­unter lebensgefährliche Tätigkeit der Ameisen­heere erzählte. Alle f;ine Schilderungen wurden in unterhaltender und zugleich belehrender Wüse durch die Wiedergabe von Pflanzen- und Sier- märchen der Schwarzen belebt: warum z B. dis Kolibri ein Rest baut, warum die ozi.itßftucht in einer Hülle steckt und tos Märchen Dom Wettsauf zwischen Zwerganrilope und Schild' rrötc. Schließlich führte Missionar W a l t b e r die Zuhörer in die Hutten der Schwarzen selbst hinein, lieh sie teilnehrnsn an ihren Mahlzeiten und gab ein Vilb von ihren Zauberbräuchen und von ihren mannigfachen handgrwerblichen Ar­beiten. Zur Illustration von alledem hatte er einen ganzen Rucksack von Anschauungsgegei'.- Üänden aus Kamerun mitgebracht. Pfarrer Decket dankte dem Dortragenden für seine Aus­führungen. die bei den Zuhörern reichen Veisall ausgelöst hatten. Umrahmt wurde der Dertrag von musikalischen Darbietungen, die dem Abend feinsinnig angepaht und dankbar ausgenommen

die Ausführung dieser Weisungen meinen per­sönlichen Wünschen entspricht, u.tb daß ich mich in jeher Weise persönlich bemühen werde, ein auf­richtiges und wechselseitiges Sichverstehen zwischen Euer Exzellenz Land und bem meinigen hecbei- zuführen. Euer Exzellenz bitte ich, versichert zu sein, daß mich in diesem Punkte nicht nur amtliche,sondernauchperfönlicheDe- weggründe lei.en und to/k indem ich gleich­zeitig die berechtigten Interessen meines Landes im Auge habe. Sie mich in jeder Hinsicht bereit finden werden, diesen höchst erwünschten Zustand herzustellen.

Der Reichspräsident erwiderte mit folgenden Worten: Ich freue mich, aus Ihren Händen das B.glaub gungsschr i cn entgegen- zunehmen, durch welches tor Präsident der ^Ver­einigten Staaten Amerikas Sie als außerordent­lichen Deoollmäch.igten u.id Botschafter beglau­bigt. Für Ihre freundlichen Worte danke ich Ihnen von Herzen. Mit großer Genugtuung nahm ich davon Kenntnis, daß Ihre Regierung auf die Stärkung tor freundschaftlichen Beziehun­gen zwischen den Derei.ilgLLN Staaten von Ame­rika und Deutschland, sowie auf die Wiederher­stellung und die Pflege tos guten Einverneh­mens zwischen beiden Staaten bedacht ist. Seien Sie versichert, daß ich und die deutsch? Re­gierung von den gleichen Bestrebungen geleitet sind und alles tun werden, was in unseren Kräften steht, um Ihnen Ihre Aufgabe zu er­leichtern und sie zum Erfola zu führen. Beson­dere Freude bereiten mir Ihre Worte, daß Sie bet Erreichung tos Zieles, welches Ihnen amt­lich gesetzt ist, auch ein persönliches und rein menschliches Interesse entgegen?-ringen. Sie kön­nen überzeugt sein, daß Ihre Bemühungen einen freundlichen Widerhall nicht nur bei allen amt­lichen Stellen, sondern au.ch im ganzen Deutsch­land'finden und sie hier dem aufrichtigen Wunsche eines jeden einzelnen begegnen werden, daß die engen geizigen und wir.schändlichen Bande, d'.e ununterbrochen über JahrhunDerte hindurch zwi­schen beiden Landern bestanden, erneut und be­festigt werden. Romens des Deutschen Reiches heiße ich Sie, Herr Botschafter, herzlich will­kommen.

Hieran schloß sich eine längere Unterhaltung an, in deren Derlauf der Botschafter dem Reichs­präsidenten auch die übrigen Mitglieder tor Bot­schaft vorsteilte.

Einem Washingtoner Telegramm der Mon­tagspost zufolge ist das Berliner Grund­stück M o [ t f e fl r a ß e 3, in dessen Gebäude sich viele Jahre hindurch die österreichisch-ungarische Botschaft befand, von den De reinigt en S t a a t e n für 70 000 Dollar, nach heutigem Geld­wert etwa 19 Millionen Mark, angckauft worton und soll künftig als Palais des a m e r i f a n i f d; e n Botschafters in Ber­lin dienen. Das Geschäft ist durch ein schwedisches Konsortium getätigt worden, das das ehemalige