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bet Beifall nach jedem Vortrag und als der letzte, stellt ein gutes Spiegelbild der Gegenwart Ton verhallt toar, zogen spontan die Massen ihre | bar und zeichnet sich namentlich durch eme

Reihe schöner Innen- und Naturaufnahmen

erobert.

Tücher aus der Tasche und schwenkten sie unter Hoch- und Heilrufen. Keine Lorbeerkranze bil­deten den Lohn der Wiener Gäste, aber sie hatten sich die Herzen der Berliner im Sturm

amtliche Material von dem Feindbund die Revision des Friedensvertrages von Ver- ftlilles zu fordern?"

Wahlen zum Waldeckschen Landtag

Corbach, 22. Mai. (Wolff.) Bei den tzestrigen Wahlen zum Waldeckschen Landtag entfielen lautWaldeckscher Lan- deszeitung^ auf die Liste der Sozialdemokra­ten 3773, der Demokraten 2339, die Liste der Unabhängigen 1330, des Landeswahlverban­des 9064, und der Wirtschaftlichen Bereini­gung 1587 Stimmen. Die 'Abgeordneten ver­teilen sich auf die verschiedenen Parteien wie folgt: Sozialdemokraten 4, Demokraten 2, An­abhängige 1, Landeswahlverband (Deutschna­tionale, Deutsche Volkspartei und Handwer­kerbund) 9, Wirtschaftliche Bereinigung 1.

die Söhne des mit uns innig verbundenen öster­reichischen Brudervolkes. Möa» I'^ Besuch das uns umschliessende Band fester knüpfen und zeigen, daß wir als Träger deutscher Kutter, Arbeit und Kunst weiter zusammen den Weg gehen wollen, der durch das Dunkel der Gegenwart uns einer schöneren Zukunft entgegenführt.

Der Präsident des Vereins K r u e ck l dankte namens der Wiener Sänger dem Reichspräsiden­ten für diefreundlichen Worte und führte aus: Seitdem wir zuletzt 1906 in Berlin waren, haben wir dasdeutscheLiednach Amerikage­tragen, haben es an Weimars Fürstengruft, in Rom und zuletzt in München gesungen und weil man innnmer wieder zu seiner alten Liebe zurück­kehrt, haben wir nach München unsere Reise ins Reich wieder begonnen. Rach Deutschland zog uns das Herz und im deutschen Lied zeigt sich auch die Kullurgemeinschaft der beiden Länder, denn Zeid­ler in Berlin ist es gewesen, der zuerst die Sänger versammelt hat zuLiedertafeln" und in Oester-

§ Kirschgarten, 22. Mai. Die Rück­kehr eines Kriegsgefangenen aus Rußland, wie sie von hier gemeldet wurde, hat sich als eine bloße Aufbauschung er­wiesen. Wahr ist mir, daß die betreffenden Leute eins Depesche mit der gemeldeten Nach­richt empfingen, die gleichfalls erfunden war. Nun steht der Verheiratung der Kriegerwitwe mit ihren landwirtschaftlichen Gehilfen nichts mehr entgegen.

Kreis Schotten.

Laubach, 22. Mai. Am verflos- enen Samstag hielt der Hiesige Zweigver­ein des D. H. C. eine außerordentliche Hauptversammlung ab. Der wichtigste Gegen­stand der Beratungen war die Neuwahl des Vorstandes, wozu die Bersetzung von Prof. Weißbart an das Gymnasium zu Büdin­gen die Beranlassung gegeben hatte. Die hohen Verdienste des Scheidenden wurden durch seine Ernennung zum Ehrenvorsit­zenden gewürdigt. Zum Vorsitzenden wurde Tierarzt Dr. Wachtel gewählt. Nunmehr be­ginnt der Wahlkampf für die Stichwahl zum neuen Bürgermeister. Zu dem Zweck hielt der eine Kandidat, Architekt Schmid, gestern abend im Schützenhof eine Versammlung ab, worin er sein Programm eingehend erörterte. Lieber den voraussicht­lichen Ausgang der Wahl läßt sich noch nichts sagen.

Starkenburg und Rheinhessen.

wd. Offenbach a. M., 22. Mai. Ein schwerer Anfall ereignete sich am Haupt- bahnhvs. Ein Postschaffner, der den abschüs­sigen Weg zu den Bahnsteigen mit seinem Karren fuhr, glitt aus und fiel so unglück­lich, daß ihm die Aufstellstütze des Karrens in den Rücken drang. Er trug schwere innere Verletzungen davon und mußte durch das Santtätsauto ins Stadtkrankenhaus überführt werden.

machten.

tt. Areis a. Lda., 22. Mai. Bei dem gestern in Angersbach stattgefundenen Sän­gerwettstreit erhielt der hiesige Männer­gesangverein Liederkranz, der unter der Leitung des hiesigen Lehrers Eberle steht, den 2. Preis, bestehend aus einem Diplom und einer silbernen Fruchtschale.

Kreis Alsfeld.

Heiter, trocken, warm, Neigung zu Gewittern, südliche Winde.

Der hohe Druck über Mittel- und Osteuropa, dessen Kern jetzt im Osten liegt, bedingt weiter das Einströmen warmer Lustmasten.

Landkreis Gießen.

i. Ettingshausen, 22. Mai. Vom herrlichsten Wetter begünstigt, feierte heute der hiesige Gesangverein Concordia sein 40jährigesStiftungSfest, zu dem die Vereine des Sängerbundes Ehattia, dessen Mitglied unser Gesangverein ist, vollzählig er­schienen waren. Am Mvrgengottesdienst nahm der Verein, der den Stamm des Kirchenchors bildet, geschlossen teil und verschönte den Gottesdienst unter Leitung von Lehrer Dör­rn e r (Lich), seinem früheren Dirigenten, durch einen wohlvvrgetragenen Ehor. Der Ortsgeist­liche begrüßte den Verein mit dem Wunsche, dah er auch weiterhin seine kirchlichen Dienste zur Erbauung nicht versage. Am Nachmittag bewegte sich ein großer Festzug durch das Dorf nach dem Festplatz. Nach einleitenden Worten des Bürgermeisters Keil begrüßte der Bereinspräsident Zoh. O p P e r die Fest­versammlung und gab einen Aeberblick über die 40jährige Geschichte des Vereins. Sodann ergriff der Verbandsvvrsitzende der Ehattia, Lehrer Wolf (BerSrod), das Wort zu einer Ansprache, die die Aufgaben und Ziele die­ser Sängergemeinschast schilderte. Ein Lied leitete über zur Festrede des Pfarrers Nies, der die Glück- und Segenswünsche für den feiernden Verein zum Ausdruck brachte. Vor­träge von Massenchören und von den Ein­zelvereinen folgten in bunter Reihe.

tt. Treis a. L., 21. Mar. Am ihre Leisttingen gegenseitig kennen zu lernen und zu erproben, hielten heute dahier die unter der Leitung des Dirigenten Nikolaus- Großen - Buseck stehenden Gesangver- einen von Albach, Burkhardsfelden, Grvßen- Buseck, Mainzlar und Treis ein Probe- singen ab, wobei Musikdirektor Professor Trautmann - Gießen die Kritik ab hielt. Jeder Verein sang zwei vorgeschriebene und zwei selbstgewühlte Chöre, die durchweg als gute Leistungen anzusprechen waren und den Vereinen und ihren Dirigenten alle Ehre

Kreis Wetzlar.

ra. Kinzenbach, 22. Mai. Am Sonn» tag nachmittag fand die Generalver- ammlung der hiesigen Spar- und Darlehnskasse statt, die ttotz des herr­lichen Maienwetters recht gut besucht war. Als Vertteter des Verbandes der rheinpreu- zischen landwirtschafttichen Genossenschaften und der Genossenschaftsbank in Bonn nahm Der Geschäftsführer der neuerrichteten Ge- chäftsstelle der Genossenschaftsbank in Wetz- ar, Herr W a l d s ch m i d t, teil. Den Vorsitz führte der Präsident des Aufsichtsrats, Gemeindevorsteher Schäfer. Den Jahres­bericht erstattete der Rechner Lehrer Eber­hard. Der Amsatz in 1921 betrug 1 780 000 Mt. Der Stand der Mitglieder war Ende 1921 108 und ist heute 112. Die aufgestellte Vermögensbilanz wurde einstim­mig angenommen.

Heffen-Nasian.

Aussperrung in der Frankfurter Metall­industrie.

fpd. Frankfurt a. M., 22. Mai. Di« Gewerkschaften haben heute nachmittag nach langen Verhandlungen die Vorschläge des Verbandes der Metallindusttiellen für Hessen- Nassau, Hessen und die angrenzenden Gebiete auf Einführung der WvchenarbeitSzeit bis zu 48 Stunden abgelehnt. Das bedeutet nunmehr die Aussperrung von rund 46 000 Metall­arbeitern in dem Bezirk Frankfurt a. M^ zu dem die Orte Frankfurt o. M., Offenbach, Ha­nau, .Darmstadt, Oberursel und Bad-Hom- burg gehören. Mit der Aussperrung wurde be­reits heute abend begonnen.

Frankfurts Schulden.

fpd. Frankfu rt a. M., 21. Mai. Der Stand der schwebenden Schulden der Stadt Frankfurt hat sich nach Mitteilungen, die der Stadtkärnmerer im Hauptausschuß machte, erheblich vermindert- Cs ist im Zähre 1921 gelungen, 140 Mill. Mark Schulden in langfristige Darlehen umzuwandelm Die Obligativnsschulden der Stadt betragen rund 339 Mill. Mark, die schwebenden und langfristi­gen Darlehen ungefähr 330 Mill. Mark. Dei der Bewertung vor dem Krieg stehen einem Ver­mögen von 794 454 000 Mark Schulden in einer Gesamthöhe von 697 458 500 Mk. gegenüber. Der bei der Aufstellung des diesjährigen Etats sich ergebende ungedeckte Betrag von 76 Mill. Mark dürfte sich durch die Erhöhung der Gehälter und Löhne auf 150 Mill. Mark erhöhen, für dm eine Deckung durch Tariferhöhungen und Steuer- fleigcntngen erfolgen soll. Es kann damit ge­rechnet werden, dah 27-30 Proz. des Ergebnisses der Reichseinkommensteuer und Körperschafts­steuer auf die Stadt entfallen. Es werden ca. 175 bis 200 Mill. Mark erreicht werden gegen 120 Millionen Mark garantierten Mindestertrag.

Landwirtschaft.»

HAusdemOhmtal,22. Mai. Der reicher Dlütenpracht unserer Ob st bäume hat der altgewohnte Hintergrund im Felde, die Rapsvlüte, vollständig gefeh't. Der Raps ist völlig im Winter zugrunde gegangen. Damit sind die Dienen um ihre beste Frühlingstracht gekom­men. Wohl ist die Obstbaumblüte herrlich, aber sie ersetzt niemals die Rapsblüte. Das Obst hat sehr günstig abgeblüht, nun erschließen die Qlepfa

aus.

* Müller'fche Badeanstalt. Wasser­wärme der Lahn am 23. Mai: 18 Grad R.

Bornotizen.

TageskalenderfürDienstag. Astoria-Lichtspiele, ab heute:Dr. Mabuse, der Spieler". _ f.

Operngast sPiel des Hess rs chen Landest Heaters. Wie man uns mitteilt, war der Vorverkauf für dieFra Diavolo"- Aufsührung am kommenden Samstag, den 27. Mai, bis Montag astend noch so gering, daß die Ver­anstaltung von Operngastspielen im nächsten Winter in Frage gestellt wird. Der Theater- verein ist nicht imstande, die durch ungenügen­den Besuch der Vorstellungen entstehenden be­deutenden Fehlbeträge zu decken. Sollen diese Operngastspiele bestehen bleiben, was doch wohl in den weitesten Kreisen gewünscht wird, so müssen die Mitglieder des Theatervereins von denr ihnen zustehenden Recht, Eintrittskarten für bestimmte Plätze zu bekommen, auch Gebrauch machen. Der Vorverkauf für die Mitglieder lauft bis Dienstag abend. Am Mittwoch früh beginnt der Vorverkauf für Richtmitglieder.

Wettervoraussage

< Svnderzüge zu ermäßigten Preisen. Die Reichsbahn wird, um weiten Kreisen eine Erholungsreise zu ermöglichen, in der Zeit von Juni bis August, also un­abhängig von den Ferien, Svnderzüge zu ermäßigten Preisen fahren. Die Züge führen nur 3. Kl-asse. Auf der Hinfahrt müssen die Svnderzüge benutzt werden, während auf der Rückfahrt die gewöhnlichen Züge benutzt werden können. Bei Schnellzügen ist der übliche Zuschlag zu lösen. Die Preise der Fahrkarten sind um rund ein Viertel er­mäßigt und berechnen sich nach den zur Zeit geltenden Tarifen mir ov Pf. für das Kilo­meter Hin- und Rückfahrt. Die Geltungsdauer der Karten bettägt 2 Monate. Die Fahrtaus­weise können nach bekannten Erholungsorten auch dann ausgegeben werden, wenn dies: mit dem Sonderzug nicht unmittelbar zu er­reichen sind. Die Svnderzüge werden dem­nächst bekanntgegeben.

< Verlegung einer Eisenbahn­brücke. Am Sonntag wurde am Bergwald die eiserne Eisenbahnbrücke, die über die Frankfurter Straße führt, mehrere hundert Meter in südlicher Richtung auf die neuen Brückenpfeiler verschoben. Zu diesem inter­essanten Vorgang hatte sich eine größere An­zahl Zuschauer eingefunden. Drei schwere Eisenbahnwagen von je 700 Zentner 'Trag­kraft waren am alten Standort mit Gerüsten unter die Brücke geschoben worden und wur­den dann von einer Lokornottve nach dem neuen Standort gebracht. Die Verlegung ging ohne jegliche Störung des Zugverkehrs und ohne Anfall vor sich.

* Gerichtspersonalien. Ernannt wurden die Kanzleisekretäre Otto Geilfus und Franz Tippel und die Kanzleiassisten­ten Banse und Gartenschläger zu Iustizsettetären, die Kanzleiassistenten Kon­rad Lauer und Josef Geck zu Oberassisten­ten, alle am Landgericht Gießen, mit Wir-

rm. Gernsheim, 22. Mai. Ein i if>te Blütenkelche. Der Maikäfer tritt in letzteren Eisenbahnunfall ereignete sich an dem 1arit b auf la auf. Maikäferjahr ein gutes Jahr

Bahnübergang bei Klein - Rvhrherm. Ed» Fuhrwerk mit einem Ehepaar aus Stockstadt wollte den Aebergang benützen, ba_ die Schranke nicht geschlossen war, als plötzlich ein Güterzug herankam und den Wagen zer­trümmerte. Beide Personen wurden verletzt und kamen nach dem Krankenhaus Worms. Lebensgefahr scheint nicht vorhanden zu sein. Antersuchung über die Arsache des Anglücks ist im Gange.

* Mainz, 20. Mai. Verkehrsun- all. Gestern abend rannte von Wiesbaden ommend, ein Mainzer Laustauto mit vier Halbstück Wein beladen in Biebrich in die Wiesbadener Straße hinein und stieß gegen ein Haus. Durch den Anprall stürzten die Fässer vom Wagen und entluden ihren In­halt auf die Sttaße. Dann rannte das Auto wetter und stteh mtt einem landwirtschaft­lichen Fuhrwerk zusammen. Der Lenker des­selben wurde am Bein schwer verletzt. Das Fuhrwerk wurde zertrümmert und das Pferd verletzt. Der Chauffeur des Autos erlitt leich­tere Verletzungen. Der Schaden ist bedeutend.

Der Wiener Mannergesang­verein beim Reichspräsidenten.

Berlin, 22. Mai. (WB.) Der Reichs ° Präsident empfing heute nachmittag den Wiener Männergesangverein zum Tee im Garten seines Hauses. Erschienen axircn der Reichskanzler, die Reichs- und preußischen Staatsminister, der Präsident des Reichstages Löbe, als Vorsitzender des österreichisch-deutschen Dolksbundes mit zahlreichen Freunden dieses Bundes der österreichisch? Gesandte Riedl, Mitglieder des Reichstages, sowie Vertreter der Literatur, Kunst, MM and Der Presse. Der Reichspräsident hielt folgende Ansprache:

Es ist mir eine große Freude, Ihnen hier einen recht herzlichen Willkommengruß entbieten zu können. Der Empfang, den Sie aus Ihrer Reise durch Deutschland and gestern in Berlin fanden, hat Ihnen gezeigt, daß mit Ihren Lands- leuten das ganze deutsche Voll Sie freudig be­grüßt. Der- Wiener Männergesangverein steht nach seiner Geschichte und nach seinen hohen Leistungen in den ersten Reihen der deutschen Sänger. Er hat nicht nur für Wien und Oester­reich, sondern für die gesamte deutsche Sänger­schaft in friedlichen Zeiten den Ruhm des deut­schen Männergesanges und den Klang des deut­schen Liedes weit in die Welt, hinausgetragen. Schon deshalb begrüßen wir Sie nicht als Fremde. Wir bringen Ihnen von Herzen brüderliche Empfindungen entgegen und freuen uns, nun selbst zu hören, daß trotz der Röte unfern- schweren Zeit der Ruf des Wiener Männerge­sangvereins auch heute noch wohlbegründet ist, daß Ihre uns allen so liebe Heimatstadt, der unsere Musik so viel schönes verdankt, weiterhin ein Hort deutschen Geistes und edler Kunst ist. Wir wissen, wie sehr Ihre Kunst in Wien volkstümlich ist, daß sie nicht auf einsamem Gipfel thront, sondern ihre starken Wurzeln in den Massen des Volles hat: Volk und Kunst waren stets in eng­stem Bunde. Heute aber kämpfen das schöne lebensfrohe Wien und Oesterreich einen schweren Kampf. Groß ist die Rot in Ihrer Heimat: wir ringen schwer um unser Dasein. Durch den Krieg und seine Folgen verarmt, gefesselt und mit Lasten überbürdet, sind unsere Schwesterrepubliken gehin­dert, ihre staatlichen Beziehungen so zu gestalten, wie es der Wille unserer Völler unzweifelhaft V verlangt. Geblieben ist uns aber die G ewi ß - -He i t untrennbarer Zusammen gehö- * r i g f e i t. Den Glauben an unsere gemeinsame Zukunft lassen wir uns aber nicht nehmen. Das gemeinsame Geschick muß unsere beiden Völker immer enger zusarnmenführen. Brüderlich wollen wir, wie bisher, einander helfen mit allen Kräften und unser gemeinsames köstliches Gut, unser Deutschtum, hochhalten. Sv danke ich Ihnen denn, meine Herren, daß Sie gekommen sind, und begrüße in Ihnen die Vertreter schönster deutscher Kunst

Marburg, 22. Mai. Am 3., 4. und 5. Juni (Pfingsten) soll hier der 2. Zäger - tag stattsinden. Alle Kameraden vom frühe­ren Kurhess. Jäger-Bataillon Nr. 11 und seiner Kriegsfvrmationen, sowie alle Ange­hörigen der im Weltttiege 19141918 Ge­fallenen der Marburger Jäger-Bataillone und der aus ihnen hervvrgegangenen Feld- fvrmationen sind dazu eingeladen. (Nähere Auskunft erteilt It. heutiger Anzeige für Gie­ßen, Kamerad Marquardt, Bahnhvfstt. 27.)

fpd. Frankfurt a. M., 22. Mai. Der 19jährige Metallarbeiter Heinrich Hardt zog sich bei einem Kopfsprung im Freibad am Osthafen derart schwere Kopfver­letzungen zu, dah er kurze Zett nach der Einlieferung ins Krankenhaus verstarb.

wd. CBi haben, 21. Mai. Einen eigen­artigen Besuch hatte am Donnerstag das hiesige neue Museum, dessen Leitung es den Zöglingen der Blindenanstalt erntog- lichte, zunächst einige Abteilungen von Stein­denkmälern aus älterer und neuerer Zeit unter Leitung ihrer Lehrer zu besichtigen oder richtig gesagt, zu betasten. Die dort aufgestellten Gegen­stände Grabdenkmäler, Opfersteme, tastbare Inschriften, Meilensteine, römische Wasserleitung, Taufbecken waren ausnahmslos der Wahr­nehmung durch den Tastsinn zugänglich und es war eine Freude, zu sehen, mtt welch l^haftem Interesse, oftmals mit dem Ausdruck des Stau­nens und der Bewunderung in Wort und Ge­parde die Blinden das Dargebotene in sich auf­nahmen, ihnen bereits bekannte Lebensformen am kalten Stein wieder erkannten oder ihre Führer mit immer neuen Fragen bestürmten.

kung vom 1. April 1920 ab. ;

** Pflichtfortbildungsschule für : Mädchen. In Bezug auf die Verpflichtung ' zum Besuch der Mädchenfortbildungsschule cheinen, wie man uns von unterrichteter Seite chreibt, vielfach noch irrige Meinungen zu be- tehen. Insbesondere scheint die Ansicht ver- >reitet zu sein, daß der Besuch einer Handels­chule oder einer ähnlichen Anstalt, die für >aS nachschulpflichtiqe Alter bestimmt ist, ohne weiteres von dem Besuch der Mädchenfort- rildungsschule entbinde. Dem ist jedoch nicht v. Vielmehr sind alle zu Ostern d. I. aus >er Schule entlassenen oder ausgetretenen Mädchen meldepflichtig. Die Schulbehörde ent­scheidet dann, ob die Betreffenden ganz oder nur teilweise vom pflichtmähigen Fortbil­dungsunterricht befreit werden sollen. Die Mädchen, die sich bis jetzt noch nicht gemel­det haben, haben daher die Meldung als­bald nachzuholen, wenn sie sich Weiterungen ersparen wollen.

** Zur Weitergabe der Kon­trollabschnitte an die Kohlenhändler und Bezugsvereinigungen wird in einer Be­kanntmachung im heutigen Anzeigenteile auf­gefordert.

Gießener Waldbühne. Bei der gestrigen Besprechung des Erosfnungsspieles blie­ben aus Versehen zwei Aurnenelfen unerwähnt, die sich ebenfalls in den Rahmen des Gesamt­bildes allerliebst einfügten: Liselotte Roll als Gänseblümchen und Herta Spatz, die als Schnee­glöckchen mit kindlicher Anmut den Frühling ein­zuläuten wußte.

** Die Vereinigung ehemali­ger Angehöriger des Infanterie- Regiments Nr. 118 und seiner Ersatz- und Feldfvrmationen hielt im Hotel Kobel eine Versammlung ab, zu der auch einige aus­wärtige Gäste eingeladen und erschienen wa­ren. Die Versammlung verlief recht gemüt­lich. Leutnant ©ebb von der Reichswehr hielt einen Vorttag über die Anteilnahme des ' aktiven Regiments am Weltkrieg. Im Laufe ' des Monats August ist eine Familienfeier der . ehemaligen 118er geplant.

>* Der Mady-Christians-Film

in der Philharmonie sein erstes öffentliches Kon­zert unt->r Leitung des Chormeisters Karl ßu re. Der große Raum war biß auf den letzten Platz gefüllt und feierliche Stille herrschte, als die herrlichen ßieber eines Schubert, Reiter, Brück­ner und Hegar ertönten, alsLühows wilde Jagd" durch den Saal brauste und einige alte Volkslieder die Herzen der Tausenden mit Wehmut erfüllten. Vier-, fünf- und achtstimmige Chor­werke, bald in zartestem Pianissimo, bald in rauschendem Fortissimo, legten Zeugnis ab von der hehren Kunst der Wiener Sänger. Professor ßafite spielte u. a. die 12. ungarische Rapsodie .

mit einer Meisterschaft, die alle Zuhörer zu be-- ] ..Äinber bet Zeit »der aug«^^^!^ tm Licht- geisterten Ovationen hinriß. Aeberwältigend war l sptelhause tn der Bahnhofstraße gezeigt wird,

reich, in Salzburg, hat Haydn ein Männerquartett gegründet. Beide Ströme flössen zusammen in ein und demselben Geiste. Wir Sänger haben den Wahlspruch: Deutsches Lied und deutsche Kehle klingen in des Volkes Seele, klingen in des Volkes Mark, macht es einig, frei und stark. Solche Har­monie soll uns ein Zeichen fein innigeh Zusammen­hangs aller Deutschen, wenn sie auch hinter ver­schiedenen Grenzen wohnen, und soll auch einen Zusammenhang bedeuten nicht zuletzt zwischen Deutschland und Oesterreich. Wir sind, seitdem wir in Deutschland reifen, viel mutiger geworden in unseren Röten, denn überall sehen wir deutsche Arbeit, deutschen Fleiß und deutsche Kultur ein- sehen: und so wollen wir gern in die deutsche Arbeit eihtlingen und mit den deutschen Freunden ein Lied fingen, das ein österreichischer Dichter uns gesungen hat: Blut und Eisen mögen trennen, was im tiefsten Wesen gleich, aber freie Geister kennen keine künstlich-ird'schen Schranken und im Reiche der Pedanten sind wir doch ein Volk und Reich."

Pie Reden wurden von den Anwesenden mit lebhaftem Brifall ausgenommen. Die Wiener Gäste erfreuten die Anwesenden durch einige Darbietun­gen ihrer Kunst.

Berlin, 22. Mai. (WTB.) Der Wiener Männergesangverein gab heute abend

Aus Stabt und Land.

G ießen, den 23. Mai 1922.

** Das Adreßbuch der Stadt Gießen 1922 ist erschienen und gelangt durch den Adreßbuchverlag (Brühllsche Uni- versttäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange) zur Ausgabe. Es enchält das alphabetische Einwohner- und Firmenverzeichnis, das Ver­zeichnis der Sttaßen und Häuser von Gießen, und ein Gießener Geschäftsverzeichnis; ferner unterrichtet es über die Behörden, die Uni­versität, Schulen, Anstalten usw. Der Plan, auch die Vereine wieder aufzunehmen, mußte aufgegeben werden, well sich trotz mehrfacher öffentlicher Aufforderungen nur ein Bruch­teil der Vereine mtt den erforderlichen An­gaben meldete. Ebenso muhte diesmal von der Einfügung der Sttahenskizzen abgesehen werden, da verschiedene Sttaßen neu benannt und umnummeriert werden. Auch der neue Band des Adreßbuches stellt wieder ein zu­verlässiges, unentbehrliches Nachschlagewerk dar, das angesichts der starken Veränderun­gen bei den Behörden und im Geschäftsleben, sowie vieler Wvhnungsveränderungen, die seit dem Erscheinen des vorjährigen Ban­des eingetreten sind, in verstärktem Maße not­wendig ist und begrüßt werden wird.