Ausgabe 
22.11.1922
 
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tmgfletet beretto dvrgeschlagen) mit dem doppel- ten, sondern tnSgefamt mit dem dreifache n Betrag der rvllenmähigen Veranlagung erhoben wird. Seit Vorlage des Rachtrags-Gtats nach dem Stande vom 1. Oktober haben sich nämlich infolge von Gehalts- und Lohnerhöhun­gen, Mate^ialpreissteigerungen (Kohlen) und Aufwendungen »ruf den verschiedenen Gebieten der Wohlfahrts- und Krankenpflege we r t er e Mehrausgaben von zusammen über 600 Millionen Mark ergeben. Der wachsend« Fehlbetrag der Waldbahn hat zu dem Be- schluß geführt, ab 1. Dezember auch den Betrieb auf der Isenburger Strecke stillzu­legen.

fpd. F r a n k f u r t a. M., 20. Rov. Wegen der gesteigerten Kohlenpreise und der wachsenden Löhne muh die Gasanstalt in allerkürzester Zeit den Preis für das Kubikmeter Gas von 32 auf 85 Mark erhöhen.

* Hanau, 21. Rov. Die jüngste Stadt- verordnetensihung beschädigte sich mit der von der Gaswerkskommission beschlösse ien Gas- vreiserhöhung, die, wie ein Redner be­tonte, einer rund lOOprozentigen Ver­teuerung entspreche. Ein kommunistischer An­trag verlangte, diesen Deschluh aufzuheben, den Gaspreis getrennt für Industrie und für Koch- und Leuchlzwecke festzusetzen und ihn der Fest­legung durch das Plenum des Stadtparlamenis rorzuvehalten. Der Oberbürgermeister und mehrere bürgerliche Redner erllärten diese Tren­nung der Berechnung für unmöglich, auherdem bedeute das Verlangen der Kommunisten auch eine auherordentliche Verzögerung in der Einziehung der G»kder, da es praktisch eine Hinausschiebung der Gaspreis­erhöhung zur Folge haben würde. Das Gas­werk müsse die Kohlen bar bezahlen, und wenn man ihm den geregelten Geldeingang vorenthalte, müsse te: Kohlenbezug eingestellt wer­den, da die Stadt nicht in der Lage sei, Geld­mittel vorzuschießen. Trotz dieser Einwände wurde der kommunistische Antrag mit 20 Stim­men der Linken gegen 18 Stimmen der geschlossen stimmenden Rechten angenommen. Man rechnet nun mit einer zeitweifen Still­legung des Gaswerksbetriebs, da die Kohlenvorräte des Werks nur gering sind und dem GeDeingang jetzt die größten Schwierigkeiten ent- gegenstehen.

][ Marburg, 22. Rod. In einer hier ab­gehaltenen Vürgermeisterversammlung wurde mit- geteilt, daß aus dem Kreise etwa 1 5000 Zent­ner von Händlern aufgetaufte Kartoffeln ausgeführt wurden. Es soll Sorge getragen werden, daß diejenigen Familien in Marburg, die insvlgedessen noch ohne Kartoffeln sind, ver­sorgt werden. Betreffs der Anfrage über den Milchpreis beschloß eine Vertrauensmänner­sitzung des Hessischen Bauernbundes, den Preis ab Stall auf 70 Mk. festzusetzen. Der Laden­preis beträgt 9 0 M k. das Liter. Die Unbe­mittelten sollen die Milch billiger haben.

* Dillenburg, 21. Rov. Der Kreis­tag hat den Kreisausschuß ermächtigt, den durch die Tumulte am 7. und 8. Rovember in Her­born und Dillenburg geschädigten und in ihrer Existenz bedrohten Geschäftsleuten unverzinslicheDarlehen bis zur Gesamt­höhe von 3 Millionen Mark zu gewähren.

AuS -em Amtsverkündigungsblatt.

* Gas Amtsverkündigungsblatt Rr. 117 vom 21. Rovember enthalt: PrüfmDgs- gebühren im Kraftfahrzeugverkehr. Gewährung von Unterstützungen an die Empfänger von Ruhe- gehalten und Hinterbliebenenbezügen der Hessischen Versicherungsanstalt für gemeindliche Beamte. Gebührenordnung der Hebammen. Alkvhvlaus» schreitungen. Termin für die Einsendung der Kirchenrechrungen für 1921. Tierschuhkalender. Festsetzung des durchschnittlichen Hahresarbeits- verdiensles land- und forstwirtschaftlicher Arbeiter. Ortslohn. Dienstnachrichten.

Kirche und Schule.

* Erledig te Schul st eilen. Erledigt ist: eine Lehrerstelle für einen katholischen Lehrer an der Bolksschu e zu Gundheim, Kreis Worms. Eine Wohnung für einen verheirateten Lehrer kann beschafft werden: eine Lehrerinstelle für eine evangelische Lehrerin an der Volksschule zu W i e s e ck, Kreis Gießen. Wohnung für eine alleinstehende Lehrerin kann beschafft werden; eine Lehrerstelle für einen katholischen Lehrer an der Volksschule in Seligenstadt, Kreis Offen­bach. Wohnung für einen ledigen Lehrer kann beschafft werden.

tt. Treis a.2., 20.Rov. Bei der Kirchen- v vr st an ds wa h l toucben wiedergewählt: Phil. Amend III., Iohs. Becker XII., Wilh. Benner. Bürgermeister, Ioh. Konrad K e ß r IX., Ioh. Phil. Ruhn I. und Ioh. Heinr. Wolf.

Gerichtssaal.

Berlin, 20. Rov. (Wolff.) In dem Prozeß des Prinzen Friedrich von Preußen wegen des vom Prinzen dem

Auswärtigen Amt überlassenen Palais am WilhelmSplatz hat der 17. Zivilsenat d«S Kam­mergerichts unter dem Vorsitz des Senats- Präsidenten Marwitz eine Entscheidung zu­gunsten des Prinzen gefällt. Der preußische Finanzminister bestritt das Recht des Prinzen, worauf der Prinz klagte. Bereits in erster In­stanz verurteilte das Landgericht I in Berlin den Fiskus nach dem Klageantrag. Die gegen das Urteil vom preußischen Finanzminister eingelegte Berufung hat das- Kammergericht

Die monatlich zahlenden Post- bezieher des Gießener Anzeigers werben um sofortige (Erneuerung ihrer Bestellung bei der Post gebeten. Nur bet rechtzeitiger Bezugserneuerung wirb Die Zeitung vom 1. Dezember an pünktlich zugestellt. Die Post erhebt nur einen Teilbetrag für den Monat bei freibleibendem Preis. Wir müssen deshalb den Mehrpreis für den Monat Dezember mittels Zahlkarte später nachfordern. Letzteres gilt auch für die vierteljährlich zahlenden Postbezieher.

Sie haben zu einem kleinen Teil die Mehrkosten von 75 Mark für den No­vember noch nicht an uns eingesanbt. Sind diese in der Zahlung rückständigen Bezieher ihrer Nachzahlungspflicht bis zum25.November nicht nachgekommen, so wirb bie Weiterlieferung Vergeltung vonAnfangDezember ab burch diePost eingestellt. Es wird beshalb um bie Beachtung dieser letzten (Erinnerung bringend gebeten.

Verlag des Gießener Anzeigers.

nunmehr zurückgewiefen und dem preußischen Fiskus die Kosten des Rechtsmittels auferlegt. Mit Rücksicht auf die grundlegende Wichtigkeit des Urteils hat das Kammergericht eine Frist von 6 Wochen zur Verkündung der Entschei­dung angesetzt.

)( Ortenberg, 20. Rov. Ein zeitgemäßes Urteil fällte das hiesige Amtsgericht in der Schöffengetichtssihung vom Dienstag. Ein Milch­lieferant von Oberseemen hatte wegen Milch­verwässerung einen Strafbefehl von 5000 Mk erhalten, gegen dein er Berufung einlegte. Er tarn jedoch schlecht an, auf Antrag des Amtsanwaltes wurde er wegen der inzwischen eingetretenen Geld­entwertung zu 3 5 0 0 0 Mark verurteilt.

Vermischtes.

Stapellauf eines neuen Hapaadampfsrs.

Hamburg, 20. Rov. (WTD.) Am Sams­tag lief auf der Vulkanwerft in Vegesack der HapagdampferHessen" vom Stapel. Damit hat das letzte Schiff der Länderllasse die Helgen verlassen. DieHessen" hat eine Wasserverdrän­gung von 8000 Drutto-Registertonnen.

Pestverdächtige Ratten auf einem spanischen Dampfer.

Hamburg, 20. Rov. (WTD.) An Bord des von Buenos Aires hier etngetroffenen spa­nischen DampfersQI re ta Mendi" wurde das Vorhandensein Pest verdächtiger Ratten festgestellt. Das Schiff wird einer Ausgasung unterzogen. Menschen sind bisher nicht erkrankt, so daß kein Grund zur Beunruhigung vorliegt.

Fahrt eines deutschen Schiffes nach dem Kaspischen Meer.

Teheran, 20. Rov. (WTD.) Ein Heiner deuts cher Dampfer mit Zucker, Schuhwaren und Nähmaschinen ist in Enzeli eingetroffen. Es ist das erste Schiff, das von Hamburg aus direkt nach dem Kaspischen Meer ge­fahren jft. Das Schiff nahm folgenden Weg: Kaiser-Wilhelm-Kanal, Ostsee, Petersburg. Bon Petersburg aus benutzte es den Kanal zur Wolga.

Untergang eines Dampfers.

70 Personen tot.

London, 21. Rov. (Wolff.) Aus Tvpolo- bampo (Kalifornien) wird gemeldet, daß bei dem Unter gang eines Dampfers 70 Per­sonen, größtenteils Daumwollarbeiter, ums Leben kamen.

Seeräuber auf der Höhe von Hongkong.

London, 21. Rov. (WTD.) Reister meldet aus Hongkong: An Dord des britischen Dampfers Suian", aus dem sich eine große Zahl euro­päischer und chinesischer Passagiere befand, trug sich ein Akt von ©eeräuberei zu. Wäh­rend das Schiff auf dem Wege nach Hong­kong war, bemächtigten sich seiner etwa 65 Passa­giere, überwältigten die Offiziere, verwundeten den Kapitän, den ersten Offizier, den Steuermann und einige Passagiere. Rachdem sie zwei indische Wächter getötet hatten, öffneten sie die Geld- sch.änke und bemächtigten sich der Wertsachen der

Passagiere Rachvem die Ptvaten baS Schtff und die Passagiere vollständig ausgeplün- dert hatten, brachten sie sich mit Hilfe von Ret­tungsbooten auf der Höhe von Hongkong in Sicherheit.

Erdbeben.

Algier, 21. Rov. (Wolff.) Sine Reihe von Erdstößen ist am 19. und 20. Rovember in der Gegend von Cavaignac verspürt wor- bcn. Mehrere Häuser des Dorfes Fromen- t i n sind stark beschädigt. Die Bewohner mußten die Häuser räumen. Opfer an Menschenleben wurden bisher nicht gemeldet.

Büchcrtisch.

Don der Rordsee bis zum Schwarzen Meer" betitelt sich die soeben erschienene Sonder­nummer 4087 der Leipzigers Hu st rierten Zeitung (I- I- Weber). Aus dem reichen In­halt dieser Stummer verdienen die hochinteressan­ten Qlrhtel besondere Erwähnung: Prof. Dr. R. Henmg,Don der Rordsee bis zum Schwarzen Meer'; Errch Laßwitz, ..Der Rhein-Main-Donau- Kanal"; W. Stöckle,Dom Rhein über den Reckar zur Donau und zum 'Bobenfee"; Dr. Alfred Gradewlh,Der Rhythmus als Antriebsprinzip in der Technik." Reproduktionen von Gemälden des Sranffurter Meisters Alton Burger, dessen seltsames Künstlerschicksal von Dr. Egbert Delpy geschildert wird, gereichen diesem Heft zur beson­deren Zierde. Qlußerdem enthält diese Rümmer das Ergebnis des vielbeachteten Preisausschrei­bensWo ist Mr. Valuta mann?"

Dr. Kurt Doeck, Im Banne des Everest. Mit einer Kartenskizze und 76 Bildern nach eigenen Aufnahmen des Verfassers. H. Haes- sel, Verlag, Leipzig. Der Verlag Haessel hat es übernommen, das große indische Reisewerk des be­kannten Forschers Dr. Doeck in Einzelbänden neu herauszugeben, von denen als erster und hoch« aktuellerIm Banne des Everest" erschienen ist.

Zanvel,

Ein dänisches Darlehen für Berlin.

Berlin, 21. Rov. (Wolff.) Zur gerttg- stellung verschiedener städtischer Anlagen hat der Magistrat mit einem dänischen Konsor­tium einen Vertrag über ein Darlehen von 300 Millionen Mark abgeschlossen. Das Darlehen wird auf 50 Jahre gegeben. Die Rück­zahlung erfolgt durch einen Betrag, der dem Kronenwert von 300 Millionen Mark zur Zeit der Hingabe entspricht.

Berlin, 20. Rov. Heute vormittag zeigte der Devisenmarkt eine schwankende Haltung mit vorwiegender Reigung zur Befestigung. Im Mittagsverkehr gewann aber eine mattere Ten­denz entschieden das Obergewicht, weil vielfach die Ansicht vertreten wurde, daß mit dem Zu­standekommen des neuen Kabinetts die Bei Hand­lungen über die Stabilisierung der Mark und die Reparationsfrage mehr in Fluß kommen dürften, zumal die Rachrichten aus den Ententeländern vorbereitende Schritte für die Brüsseler Kon­ferenz erkennen lassen. Der Dollar zog vorüber- gcßenb bis auf 6600 an und ging dann im Mit­tagsverkehr bis auf 6150 etwa zurück.

Frankfurt a. M., 21. Rov. rsen- st i m m u n g s b i l d. Der heutige Dörsenruhetag brachte auf dem Devisenmarkt gegen den Stand der gestrigen Abendkurse eine Befestigung. Der Dollar setzte vormittags mit 6400 ein, zog an auf 6625 bis 6700 und schwankte später wieder 6300 bis 6100. Der Rotenmarkt lag ruhig bei ermäßig­ten Preisen. Auf dem Effektenmarkt herrschte die übliche Geschäftsstille. Man hörte für verschiedene Spezialpapiere höhere Kurse. Elektrizitäts- und Anilinwerte sind behauptet. Bankaktien sind be­gehrt. Dalutapapiere lagen still bei schwächerer Tendenz.

Frankfurter Devisenmarkt.

(Telegraphische Auszahlung.) Amtliche Rotierungen.

Datum: 20. November 21. November

Geld Briei Geld Briek Antw.'Brüssel . 443,85 446,15 436,90 439,10

Holland 2655,80 2609,20 2453,80 2466.20

Vonbon 30299.- 30451,- 27930 - 28070.-

PariS 477,80 480,20 464,80 467,20

Schweiz 1256,85 1263,15 1147.10 1122,90

Spanien 10:34,90 1040,10 932,60 937,40

J.alien 310,20 31180 295,20 296,80

2issabon-Oporto

Dänemark . . .. 1356.60 136:3 40 1264.80 1271,20

Norweaen .... 1234,40 1240,60 1147,10 1152,90

Schweden .... 1797,50 1806,50 1662,80 1671.20

HelsingsorS. . . .>,

Neuyork 6695,70 6729,30 6172,- 6703,-

Deuisch-Oesterr. 9,23 9,27 8,85 8,89

Budapest 266,50 268,50 269,- 271,-

Praa 212.15 213,85 197,50 198,50

Sofia 10ö,70 106,30

*

Märkte.

Berliner Produttenmarkt.

Berlin, 21. Rov. Während am Produkten- markt im Einklang mit der leichten Befestigung der Devisenkurse sich eher eine feste Tendenz heraus- zubilden schien, führte die Abschwächung der De­visen an der Mittagsbörse zu einer Ermattung,

da Me Kauflust sich zurückzog und daS Geschäs» zeitweise fast inS Stocken geriet. Die Stimmung vlieb für alle Artikel entschieden matt. Das Angebot ging meist von zweiter Harck> aus. Weizen, märkischen 12 10012 000 Rlk. (matt). Roggen, märkischen 10 40010 300 Mk. (flau), Sommergerste 1160011200 Mk. (flau), Hafer, märkischen 12 30012 000 Mk., pommer-schm 12 000 bis 11800 Mk. (flau), Mais, La Plata, loco Ber­lin 1190011600 Mk. (flau), Weizenmehl (100 Kg.) 33 00037 000 Mk. (flau), Roggenmehl (100 Kg.) 28 50031 500 Mk. (flau), Weizenkleie 6100 bis 6200 Mk. (matter), Roggenkleie 62006400 Mark (matter), Raps 19 00020 000 Mk. (be­hauptet), Dittoriaerbsen 23 000 Mk., kleine Erbsen 21 000 Mk., Peluschken 14 500-15 500 Mk.. Acker- bohnen 14 00014 500 Mk., Wicken 18 500 bis 19 500 Mk., Lupinen, blau 14 00015 000 TEIL. gelb 15 00016 000 Mk.. Seradella. alt 25 000 bis 30 000 Mk., Rapskuchen 7000 Mk., Trocken- schnitzel 5000-5300 Mk.. Kartoffeln, weiße 450 bis 470 Mk., gelbe 550 Mk. Rauhfutter: Weizen- unb Roggenstroh, drahtgeb. 52005300 Mk., Haferstroh, drahtgepreßt 52005300 Mk, Stroh, strvhseilgebündelt 52005300 Mk., Wiesenheu, gut, gesund und trocken, Dormahd 49005000 Mk.. Rachmahd 31003300 Mk.

Die 23. Südwestdeutsche Zentralchauteauttisn, die gestern in Mainz frei überaus großer Beteili­gung stattgefundckn hat, brachte wesentlich höhere Preise wie die letzte, im Oktober stattgehabte Ver­steigerung. Jedoch war gegen die Versteigerungen der letzten Woche, wo der Dollarkurs von über 8000 seine Wirkung ausübte, ein Rückgang zu ver­zeichnen. Im allgemeinen war die Preisbildung uneinheitlich. Die begehrten Lose fanden flott Ab­nahme, während geringere Sorten vernachlässigt waren. Etwa 10 000 Großdiehhäute, 7000 Kalbfelle und 3500 Hammelfelle wurden versteigert.

(In einem Teil der Auslage wiederholt.)

Erörterung bet Reparationsfrage in Lausanne?

Paris, 21. Rov. (WTD.) Der Sonder- berichterstalter derEre Rouvelle" in Lausanne meldet, es sei sehr wahrscheinlich, daß man in Lausanne die Reparationsfrage &> sprechen werde. Einer der italienischen Delegierten, der ©peaialift in dieser Frage sei, sei in Lausanne angenommen. Man spreche davon, Italien habe die Absicht, eine Erhöhung des ihm in bar Ankommenden Anteils von IC Prozent zu verlangen.

Die Neutralen und dir Konferenz von Lausanne.

Paris, 21. Rov. (WTD.) Rach einer Havasmeldung aus dem Haag verlautet von zu-- ständiger Seite, man dürfe nicht erwarten, daß die Mächte, die wie die Riederlande nichr an der Konferenz von Lausanne teilnehmen, aber mit der Türkei Kapitulationsvertrage abgeschlossen haben, zu der Erörterung über diese Frage zu­gezogen würden.

Denesch Über das Rrparationsprobtem.

Paris, 21. Rov. (WTD.) Der tschechische Ministerpräsident Denesch erklärte einem Re­dakteur desEcho Rational" über die Repa- vationssrage, vor einem Iahr hätte man in der Reparationsfrage noch flar sehen können, heute sei es nicht mepr möglich. Allein die Konferenz von Brüssel könne noch etwas bringen. Aber was? Die Ernährungskatastrvphe in Deutschland sei gewiß eine Fassa de, daneben sei sie aber auch eine Tatsache, die eine Warte­frist erforderlich mache, an deren Ende man nicht sicher sei, etwas anderes als eine Enttäuschung zu erleben. Die Stabilisierung der Mark sei dringend und möglich, wenn die Alliierten Deutschland gegenüber einig wären.

Mustapha Kemal Pascha an den neuen Kalifen.

P ar is, 21. Rov. (WTD.) Rach einer Havas­meldung aus Konstantinopel hat Mustapha Kemal Pascha im Rarnen der Rationalver­sammlung von Angora an den neuen Kalifen ein Telegramm gerichtet, in dem es heißt: Die Rationalversammlung hat einstimmig die Ab­setzung Mehmeds VI. ausgesprochen, der sich mit den Absichten des Feindes einverstanden er­klärte, die Gemeinschaft der Muselmanen durch die Aufgabe des Kalifensihes, die Flucht auf ein englisches Schiff und die ©rbittumg fremden Schutzes zu zerstören. Das Telegramm fügt hinzu: Ich habe die Ehre, Sie davon in Kenntnis zu sehen, daß die Rationalversammlung von Angora Sie einstimmig zur hohen Würde des Kalifen er­wählt hat. Ihre Wahl ist zur Kenntnis der musel­manischen Welt und des türkischen Volkes gebracht worden. Ich bitte den Allmächtigen, daß sie eine Quelle der Wohlfahrt und Güte für die islamitische Welt sein möge.

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Gießen, 21. November 1922

Wieseck, 20. Nov. 1922.

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