172. Jahrgang
Das Kabinett Cuno
rungszuschlag zum Grundgehalt, OrtS- zuschlag und den Kinderzuschlägen wird ab 16. November von 48 auf 120 Prozenr
Vorbesprechungen vor der Konferenz von Brüssel.
10 Mk.; für Rekl ame Anzeigen von 70 mm Breite 32 Mk. Bei Platz. Vorschrift 20 °/g Aufschlag. Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Bietzen.
Neuyork, 21. Nov. (Wolff.) Wie aus Chicago berichtet wird, legte der Vorsitzende der International Tradr Commission, Clarence Owens,
fremden Landern nicht entziehen dürften.
Clemenceau in Neuyork.
Paris, 21. Nov. (Wolff.) Nach einer HavaSmeldung aus Neuyork hat die „Neu- hork World" zu Ehren ClemenceauS ein Frühstück gegeben, dem die Leiter sämtlicher Neu- horker Zeitungen beiwohnten.
Nr. 275
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finanzministerium fanden vormittags Verhandlungen mit den Spitzenorganisationen über die Ausgleichung der Bezüge der Beamten und Angestellten an die T e u e - rung für die zweite Novemberhälfte (ab 16. November) statt. Die Verhandlungen haben zu einer Einigung geführt.
Berlin, 22. Nov. Dem „Vorwärts" zufolge ist die Einigung zwischen der Regierung und den Spitzenverbänden dec Beamten auf folgender Grundlage zustande gekommen: Der prozentuale Teue-
Aus Hessen.
Aus dem Landtag.
rm. Darmstadt, 20. Nov. Der Dritte Ausschuh des Landtags beriet heute unter Vorsitz des Abg. Dr. Dehlingen zunächst den Antrag der Abg. Wolf und Stein betr. die Land- b r i e f t r ä g e r. Es wurde beschlossen, die Negierung zu ersuchen, bet dem Reich dahin zu wirken, daß die Landbriefträger auch höhere Beträge den Adressaten zustellen können. Der Antrag des Abg. Dr. Werner betr. das Berufsbeamten t u m wird nach der eingehenden Antwort der Regierung für erledigt erklärt. Ein Antrag desselben Abgeordneten betr. die S o n n t a g s f a h r l a r° te n gcht Veranlassung, die Regierung zu ersuchen, bei der Reichsregierung dafür einzutreten, dah die Zahl der Sonntagsfahrkarten erweitert, und dah hierbei besonders die kleinen Städte und Orte mehr berücksichtigt werden. Der Antrag der Abg Rink und Ebner verursacht eine lebhafte Aussprache über die Mißstände in der Heil- und Pflege- Anstalt Goddelau. Schließlich findet der Vorschlag Annahme, dah der Ausschuh eine Ortsbesichtigung vornimmt. Auch der Antrag der Abg. Fenchel, Schott und Gen. betr. die Aufhebung der Hess. Milchverordnung vom November vorigen Jahres gibt zu lebhaften Auseinandersetzungen Veranlassung. Schließlich wird der Antrag mit 6 gegen 4 Stimmen abgelehnt.
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Dem Hessischen Landtag sind verschiedene Regierungsvorlagen zugegangen, darunte
Berlin, 21. Nov. (WTD.) Der Reichspräsident hat heute abend Geheimrat Dr. Eun o zum Reichskanzler ernaünt. Die Ministerliste ist die folgende: Reichsjustizminister Dr. Heinze, Mitglied des Reichstages; Reichswirtschaftsminister Becker- Hessen, M. d. R.; Reichsarbeitsminister Dr. Brauns, M. d. R.; Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft Dr. Müller- Bonn; Reichsfinanzminister Dr. Hermes; Reichsschatzminister Dr. Albert, Staatssekretär z. D.; Reichswehrminister Dr.Geh- l e r; Reichsverkehrsminister G r ö n e r; Reichspostminister Stingl, Staatssekretär der Abteilung München des Reichspostmini- steriums. Heber die Besetzung des Reichsministeriums des Innern ist eine endgültige Entscheidung noch nicht getroffen. Die Verhandlungen mit dem als Reichsminister des Auswärtigen in Aussicht genommenen Diplomaten werden nicht vor morgen abend zum Abschluß kommen.
Das „Qkrl. Tagebl." nennt das gestern abend zustande gekommene Kabinett ein außerhalb den Parteien stehendes, das jedesmal von neuem daraus angewiesen sei, sich das Vertrauen einer Majorität im Parlament zu erwerben. Die endgültige Ministerliste weise Persönlichkeiten z. T. an politisch entscheid:nder Stelle auf, die als Bürgen des demokratisch republikanischen Gedankens anzusehen seien und die Ausgabe haben würden, die abgerissenen Fäden nach links wieder anzuknüpfen und einem späteren Eintritt der Sozialdemokratie in das Kabinett die Wege zu ebnen.
Die »Voss. Ztg." kommt zu einem anderen älrteil. Sie schreibt: An diesem Kabinett ist besonders ausfällig der Eintritt des volksparteilichen Führers Dr. Decker-Hessen in das Kabinett. Dadurch wird noch deutlicher, als was bisher schon zur Schau trat, dah das Kabinett Cuno statt eines unpersönlichen Geschäftsmini- fteriums oder eines Kabinetts der Persönlichkeiten ein ausgesprochen politisches Kabinett der Arbeitsgemeinschaft, und zwar eigentlich ein Kabinett des rechten Flügels der in der Arbeitsgemeinschaft vertretenen Parteien ist. Es ist nicht anzunehmen, daß dadurch die Stellungnahme der Sozialdemokraten zu diesem Kabinett erleichtert werden wird.
Auch der „Vorwärts" nimmt an der Ernennung Dr. Deckers zum Reichswirtschaftsminister den gröhten Anstoß. Das ist. so schreibt das Dlatt, das stärkste Stück der neuen Ministerliste, denn Decker an diesem Platz bedeutet die Auslieferung des so ungeheuer wichtigen Amtes an rein kapitalistische Einflüsse. Es ist vorauszusehen, dah der Kampf zwischen der neuen Regierung und der Sozialdemokratie an der Führung des Reichswirtschaftsamtes seinen Drenn- punkt finden wird. Von dem neuen Ernährungsminister Dr. Müller-Bonn, dem bisherigen Direktor der rheinischen Bauernkammer, erwartet das Blatt eine rein agrarische Einstellung. Die Soz'al- demokratie, die die neue Regierung nach ihren Taten beurteilen tyerde, werde keine blinde Hans- haltspolitik treiben, weil sie nicht mehr in der Rcgier-ung sitzt, sondern fachliche Opposition, wo dies notwendig ist.
Laut „Voss. Ztg." wird voraussichtlich eine Verschiebung der Vorstellung der neuen Regierung im Reichstag notwendig wer .en. S att Donnerstag sei jetzt der Freitag für die Programmrede des Reichskanzlers in Aussicht genommen. Die Sitzung am Samttug soll der Au-spräche über die Regierungserklärung gewidmet fern.
Neue französische Forderungen nach deutschen Sachleistungen.
Paris, 21. Nov. (WTD.) Die Kammer hat heute nach Erledigung einer Reihe von Dud- getkaptteln mit den Verhandlungen über das Budget des Ministeriums der öffentlichen Arbeiten begonnen. In der der Einzelberatung vorair- aehenden Generaldebatte entwickelte der Minister für die öffentlichen Arbeiten Le Trocqueur den Stand der Dmge in Frankreich, wobei er die bereits getroffenen oder in Vorbereitung befindlichen Maßnahmen für die Nutzbarmachung des Rhone-, Saone- und Rheinlaufs hervorhob. Der Minister zog alsdcum einen Vergleich mit den Verhältnissen auf dem Gebiete der öffentlichen Arbeiten in Deutschland, wobei er u. a. folgende Angaben machte: In Stuttgart sei mit einem Kapital von 300 Millionen Mark eine Gesellschaft für den Bau eines Kanals gegründet worden, der für Fahrzeuge von 1200 Tonnen passierbar sein solle. Weitere Kanäle seien vorgesehen, darunter namentlich der Wasserweg vom Main zur Donau. Die Arbeiten für letzteren würden für 530 Millionen Goldmark erfordern. Das Reih und Bayern würben in großem Mahstabe zur Verwirklichung dieses Projektes beitragen. Der Minister zählte 18 deutsche Projekte auf, die 2750 Kilometer Dinnenwasserweg und 512 030 Pferdelräste mit 4 Milliarden Goldmark Ausgabei umfassen. Die gleichen Leistungen bringe Deutschland für Eisenbahnen und Handelsmarine auf. Die französische Regierung sei dieser Lage gegenüber der Ansicht gewesen, dah sie berechtigt sei, von Deutschland die Ausführung derselben Arbeiten in Frankreich zu for- de r n. die es in seinem eigenen Lande auezusühren beabsichtige, und zu verlangen, dah es Materialien
chung des deutschen Budgets und die Stabili- ieiung der deutschen Währung bezweckt, zweitens unverzügliche Ernennung eines Äeberwachungs- ausschusses mit deutscher Zustimmung, um die Alliierten zu überzeugen, dah von Deutschland jede Anstrengung gemacht wird, um eine erfolgreiche Durchführung eines solchen Planes sicherzustellen.. drittens Zustimmung zu dem vvnDeutsch- land gegenwärtig zu zahlenden Betrage in der Höhe, Sie bereits von der Reparationskommission festgesetzt wurde, viertens Gewährung eines Moratoriums, das nicht auf eine bestimmte Zeit beschränkt wird, doch mühten die Alliierten jederzeit befugt sein, ein solches Moratorium zu beenden, falls der äleberwachungsausschuh berichten sollte, dah er von der Leist weg Deutschlands nicht voll befriedigt ei, fünftens Ausgabe deutscher Obligationen, wenn der äleberwachungsausschuh der Ansicht ist, dah die Finanzen Deutschlands einen solchen Schritt rechtfertigen und Unterzeichner gefunden werden können, die bereit sind, solche Obligationen zu übernehmen. Goodenough drückte die Tleberzeugung aus, dah Deutschland einem Ausschuh zustimmen werde, der von den Alliierten zur Tleb-erwachung aller Mahnahmen eingesetzt würde, die Deutschland ergreifen würde, um die Finanzlage wiederherzustellen und die Reparationen zu zahlen. Diese äleberwachung würde nach seiner Ansicht durchführbar und wirksam sein, und sie würde den billigen Forderungen Frankreichs entgegenfommen, ohne jene unerwünschte gefährliche Art der Re° gierungskontrvlle zu schaffen, die durch den Versailler Vertrag ausdrücklich ausgeschlossen sein soll.
erhöht. Der Frauenzuschlag von 1000 Mk. wird verdoppelt. Die Auszahlung der Mehrbeträge soll beschleunigt durchgeführt werden.
Die Not der geistigen Arbeiter.
Sam bürg, 21. Nov. (Wolff.) Gestern fand eine vom hiesigen Landesverband der Deutschen Volkspartei einberufene Kundgebung gegen die Not der geistigen Arbeiter statt, der Vertreter der Hochschulbehörde, der Universität, der Bürgerschaft und der politischen Parteien beiwohnten. Rechtsanwalt Dr. Fischer sprach über die Not im juristischen Berus, Prof. Dr. Hä° n i s ch über die Not der Mediziner, der preußische Unterrichtsminister Dr. D o e l i tz für Schule und Hochschule und Reichstagsabgeordneter Piper über die Not der freien Künste und der Presse. In einer einstimmig angenommenen Entschließung wurde unter Hinweis auf die nur in geringem Maße mögliche Hilfe durch Reich, Länder und Gemeinden zu zielbewuhter S e l b st h i l s e aufgefordert, die sich auf ein vertieftes Gemeinschaftsgefühl stützen solle. Alle sollten sich ihrer Pflicht den geistigen Berufen gegenüber bewußt werden und mehr als bisher der geistigen Arbeiter gedenken.
Die Unruhen in Braunschweig.
Braunschweig, 21. Nov. (WTB.)Zu den Teuerungskrawallen ist noch zu melden: Heute nachmittag fand auf dem Hagenmarkt eine Demonstrationsversammlung statt, deren Teilnehmer später in Trupps nach verschiedenen Stadtteilen zogen, wo alsbald Tumulte und Plünderungen begannen. In einem großen Wollwarenaeschäst wurden mehrere Schaufensterscheiben eingeschlagen und die Auslagen teilweise geraubt. Die Menge ging auch gegen die Bäcker- und Fleischerläden und sonstige Lebensmittelgeschäfte vor und schlug teilweise die Fensterscheiben ein. Das Eingreifen der Polizei, die dabei vielfach mit blanker Waffe vorging, verhinderte jedoch in mehreren Fällen die beabsichtigten Plünderungen. Bei einem Zusammenstoß in der Güldengasse fiel aus der Menge ein S ch u h, wodurch eine unbeteiligte Frau schwer verletzt wurde. Die Unruhen, in deren Verlaus einige Personen Verletzungen erlitten, erstteckten sich auf alle Teile der inneren Stadt und dauerten bis in die späten Abendstttnden. Mehrere Personen wurden festgenommen.
Braunschweig, 21. Nov. (WTB.) Auch heute abend ist es in der ganzen inneren Stadt zu erheblichen Ruhestörungen gekommen. In verschiedenen Straßen wurden die Geschäfte geplündert. Die Polizei ging teilweise mit der blanken Waffe vor und trieb die Menge auseinander. Die mit Gewehren bewaffnete Schutzpolizei nimmt Absperrungen vor und hält die Menge in Bewegung. Autos mit Polizei durchfähren die Sttaßen nach den gefährdeten Punkten.
Berlin, 21. Nov. Der Berliner Polizeipräsident hat alle Kundgebungen und Demonstrationen innerhalb des Stadtkreises verboten mit der 'Begründung, daß die Gefahr von Plünderungen vorliege.
Die obeischlesische Provmziall^nßtagSwahl.
B r e s l a u, 21. Nov. Die Ergebnisse der oberschlesischen Wahlen zum Provinziallandtag, deren politische Bedeutung größer sein dürfte als die Landtags- und Rricbst-ags- nachwahlen, liegen jetzt vor. Gewählt sind 21 Zentrumsleute. 8 Sozialdemokraten, 7 Deutschnationale, 5 Polen, 4 Volksparteiler, 4 Kommunisten, 2 Deutsch-Soziale (Kunze), ein Deutsch-Demokrat. Die vielfach gefürchtete Mehrheit von Zentrum und Polen ist nicht zustande gekommen. (Frkf. Ztg.)
Die Konferenz in Lausanne. I , Lausanne, 21. Nov. (WTB.) Die erste | und Arbeitskräfte stelle. Gegen einen derartigen ordentliche Sitzung der Orientko ns e- »ton Knne es in Frnnkreich (einerlei Otoofition r°uz wnr^ heute vormittog I Uhr M ®6«teau
”^enunb 'MuNnlinVdie
nichts emzut^du! gehabt Nach dem Havasbericht Ismet Pascha. Rica Nun Dey und Reschid Fathy stellte der Minister fest daß Frankreich seine Bey. Die griechisch? Abordnung führte Venizelos. Delegieren für die Verhandlungen m i t Die Verhandlungen bauerten ^s gegen 1 ittt Deutschland ernannt habe und die Destim- Sie waren streng geheim, Ein Bericht wurde bis mung der deutschen Vertreter erwarte. Frankreich letzt nicht ausgegeben Konferenz ist in der bedürfe für die Wirtschaftskämpfe der 3ufunft Skonto«!»
einer Rüstung erster Ordnung, damit es im Frie- ledoch „geplant, daß S.r Sekretär der Äonfere s ft" Wten IÖnnC' bie 051 no8Ääf**Ä'uÄnÄ kr
Äneg ihm gegeben habe. alliierten Gruppe oder der Gesamtkonferenz
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitäts-Vuch- und Zteindruckerel H. Lanze in Gießen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7.
b°r ^mittags,iWn5 ta ÄW^.b« Reynrnttousvorschlage. Lord Curzon präsidierte, wurde beschlossen,
P nnbon 21 Nov (WTD ) Der en g ° d r e i g r o ß e A u s s chü s s e zu bilden. Der erste lische Bankier Goodenough, Präsident Ausschuß wird sich mit militärischen und tern- bU ^Bamclavs Dank Welt vor dm: Ha.idels- torialen Fragen sowie dem Meerengenproblem tam?E?Masten Prasst ist Lord CurzE^r Mette r iHnnährnblem in der er erklärte, die Auvschuß hat die Stellung der Fremden in per der Rewarationsfrnae sei das große Türkei und der Nationalitäten zu prüfen. Praß- Problem^ d^s ^Aug^lb^ckes^ ste^^ei von dringender bent ist der italienisch? Wrte ©areni Ser No'wendiakeit für Europa, für die gesamte Welt, dritte Ausschuß, in dem 'Barrere ben Dorsih ZooLuL lLe bÄen Nachdruck auf fol- fuhrt gen.de Punkte, die ihm von hervorragender Be- luhen fragen beschäftig DerVorfih uDeroi dcittun.g erschienen: Erstens sofortige Zustimmung Ge.amttorsteienz wird abw.chs^ den Fuh Deutschtonds 8u einem, »Ian. der ine AuM.. > rern^-r ^®ie/cef^n^^U^rfoutet, ec. heben die Türken zahlreich? Einwände. Vor allem forderten sie den Vorsitz in einer Unterkommission und Zulassung der üferftaaten des Schwarzen Meeres. Es wurde ihnen geantwortet, daß diese Staaten bereits zur Debatte über die Meerengen- frage eingeladen worden sind.
Die zweite Sitzung der Konferenz begann nachmittags 4 älhr. Die erste Sitzung des ersten Ausschusses ist auf Mittwoch vormittag ange- seht worden. Poincarö und Mussolini werden voraussichtlich heute abend Lausanne verlassen.
Paris, 21. Nov. (WTD.) Der Dericht- erstatter der Havasagentur in Lausanrne meldet, P o i n c a r e hätte heute abend, ebenso wie M u s- s o l i n i, Lausanne verlassen wollen. Es lause 'edoch das Gepücht um, daß man es für nützlich gehalten habe, die Verhandlungen im Hinblick auf die Brüsseler Konferenz zu verlängern und dah der' für Mittwoch in Paris angesagte Ministerrat verschoben würde.
Mittwoch, 22. November 1922 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit, preis für 1 mm Höhe für Anzeigen v 27 mm Breite örtlich 8 Mk., auswärts
Lausanne, 21. Nov. (WTD.) Wie man erfährt, wurde in den Besprechungen zwischen P o i n c a r e und Mussolini auch die R e p a - rationsfrage angeschnitten Mus'oli i wünscht, dah vor der Konferenz von Brüssel noch eine Besprechung der alliierten Ministerpräsidenten stattfinde. In u tte^ichteten Kreisen glaubt man an die Möglichkeit einer derartigen Besprechung, gegen die Frankreich nichts einza- wenden hätte, wenn Bonar Law einverstanden sein sollte. Die Konferenz von Brüssel werd? dann wahrscheinlich gegen den 15. Dezember stattfinden. __________________________ Zur Lausanner Konferenz bemerkte der Minister- dem Southern Commercial Congreh einen Plan! Präsident, daß infolge des Entgegenkommens 2 u r Tilgung der interalliierten Curzons das Mißtrauen der Türken schwind?. Schulden und der deutschen Repara- Auf die Frage eines Pressevertreters über die tionen vor Nach diesem Plan werden alle Ankunft der Russen entgegnete er, daß hierüber Schulden in 66 Jahren durch die jährlich? B> noch nichts bekannt sei Poincarä wird heule zahlung von Zinsen und einem weiteren halben abend 9 Tlhr 10 Min. Lausanne verlassen. Prozent vom Kapital beglichen. Der Plan fußt I ---
auf einer älntersuchung der grundlegenden Wirt- = eitahfrfic Uttterliaits.
schaftlichen Bedingungen and setzt die deutsche I DaS neue engnsme unreryuus.
Schuld auf 12 Milliarden Dollar fest, s L o n d o n, 21. Nov. (WTB.) Auf den Orkney- Owens erklärt, dies sei der ungefähre Betrag, den und Shetlmidinseln wurde bei den Parlaments- Deutschland nach dem -Urteil vvn Finanzsach- Wahlen der Lloyd George-Liberale General Smtth verständigen bezahlen könne. Er will nun seinen von dem Asquith-Liberalen Hamilton geschlagen. Plan Harding, Hughet und Hoover vorlegen. Nunmehr liegen alle Wahlergebnisse vor. Das neueTlnterhaus seht sich zusammen aus 3 4 6
Der deutsch -evangelische Kirche«- Konservativen, 142 Arbeiterpartei- -usschuß flCflen d-nV-rsaill-rV-rtrag.
Berlin 21 Nov. (WTB) Der in Berlin Die Wahl Macdonalds zum Führer der Ar- versammelte deu t s ch-eva nge l i sche Kir- öeiterpartei erfolgte mit 61 gegen 56 Stimmen, chenauss chuß wendet sich an die evangelißche nachdem zuvor in einer lebhaften langen Debatte Kirch? des Auslandes in einem Schreiben, wonn auch mehrere andere Kandidaten empfohlen wor- er nachdrücklich seine Stimme erhebt gegen das den waren. D»r bisherige Llrbetteifuhrer C l y - Tlnrecht und die älnwa'h'cheit des Versailler n e s wurde zum stellvertretendenVorslhenden, Ar- Friedens, unter dessen Folgen auch die gei- thur Hen der s o n zum H^'^^^bitscher, Ste- flige Kultur und das religiöse und kulturelle Phan Walsh und Oberst Wedgewood zu Leben in Deutschland zu erliegen drohen. Die Vizevorsihenden der parlamentarischen Arbeiter-- Dehauptun.g, daß Deutschland die SchuK» am Partei gewählt.
Kriege trage, wird feierlich als durch und durch I unwckhr erklärt. Die Haltung der alliierten OIllS Dem tReidte-
Mächte wird als ein schreie,rder Widerspruch er- klärt gegen die Pflicht, christliche Grundsätze auch I Die Bearntenbesoldung.
im Völkerleben zur Geltung zu bringen. Für den Berlin. 21. Nov. (WTB.) Im Reichs- Anspruch des deutschen Volkes auf Leben, Frei- 1 -
cheit und ungehemmte Erfüllung seines gcttgegebe» neu Berufes innerhalb der Völker selbst einzutreten, erachtet die deutsch? Kirch? als Christenpflicht, der sich auch die Glaubensgenossen in


