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Kirche unb Schule.

Kirchlich« Di en st n a ch r ich t e n 3m 15. gebruar wurde dem Pfarrverwalter Karl 'Ramge za Ildes Hausen die evangelische Pfarr­stelle daselbst, dem Pfarrverwalter Georg Straach zu Diehendach die evangelische Pfarr» stelle daselbst und dem Pfarrverwalter Heinrich 'Bauer ju Wallenrod die evangelische Pfarrstelle daselbst übertragen.

Vermischtes.

Die Katastrophe eine- Luftschiffs.

Neupvrt News, 21. Sehr. (Virginia.) DaSMllttärlenlluftfchiffRvmo", das m Ita­lien getagt worden war und erst einige Wochen nn Gebrauch stand, ist beim Aeber- fahren des fogenaimten Hamptvn Rvod-Ka- nals explodiert. DaS Luftschiff faßte über eine Million Kubikfuß Gas. DieRoma" ging in Flammen in der Nähe des Flottenstütz­punktes Aorfall nieder. Bald nach ihrem 216» iiurz wurde vier schwer verbrannte Lieber- lebende geborgen.

Norfolk, 21. Febr. (WTB.) Amtlich 'i>ird nachmittags 350 Llhr dem Flottenstütz­punkt Nottvlk gemeldet, daß von derRoma" nut 10 rieberlebende gerettet sind.

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Die ersten irischen Briefmarken. Die ersten nationalen Briefmarken des irischen Freistaates werden nach den Mitteilungen des irischen Generalpvstmeisters demnächst aus­gegeben. Man begnügt sich zunächst vorübergehend damit, die engllschen Briefmarken mit einem U eher druck zu versehen, der in gälischen Buch­staben die Schrift zeigtNialtas Sealadach Na >)etrearm 1922" (vorläufige Negierung von Ir­land 1922). Für die Zeichnungen der endgültigen Briefmarfe ist ein Preisausschreiben erlassen, und jedem, dessen Entwurf angenommen wird, werden 25 Pfund ausgezahlt. Grundbedingung ist, daß olle Inschriften in gälischen Buchstaben gehalten sind. Die irischen Briefmarken werden nur in dem Gebiet gelten, das den Freistaat Irland um­schließt. Für ihre bedingte Geltung in England sind zwischen dem britischen und dem irischen Genevalpvstmeister Abmachungen getroffen.

(Eine schietzlustige Gutsbefitzerfamilie.

Berlin, 20. Febr. 1922.

In der breitesten Oeffentlichkeit in derNeichs- hcruptstabt macht fetzt der Fall Kahne viel von sich reben. Es handelt sich um die Guts- besiherfamilie v. Kähne, die am Schwielowsee auf Schloß Petzow wohnt und deren merkwürdige Nechtsanschauungen schon vor einigen Monaten in der Berliner Presse eine Nolle spielten. Die Herren d. Kahne, Baier und Sohn, drohten nämlich damals berells, jeden, der ihr Gebiet unberechtigt betrete, Fußgänger oder Automobilisten, mit dem Gewehr zu ver­jagen. Man hat damals nicht viel Notiz davon genommen. In den letzten Wochen haben es die beiden Herren nicht mehr bei der bloßen Drohung

bewenden lasten, fonbem auf eine Anzahl Frem­der, die das Gebiet ihres Schlosses betraten oder auch nur in die Nähe tarnen, scharf geschossen.

Jetzt ist ein neues Opfer dieser Schießwut zu verzeichnen, worüber in der Presse folgendes ge­meldet wird: Am 13. Februar abends sah der Hauptmann v. Kähne, der im Schlitten mit einem Forster 'das Schloß verlieh, auf dem Grundstück seines Nachbars einen Mann, den er für einen Holzdieb hielt. Kähne sprang auS dem Schlitten, lief hinter dem Flüchtenden her und rief, dem Mann den Nevolver vor die Brust haltend: Gib «sofort die Säge heraus!" Der Mann ant­wortete, 'daß er gar keine Veranlassung hatte, zu gehorchen, iba Kähne weder eine Amtsperson noch Eigentümer des Nochower Forstes, noch des Ge- meindegnindstücks, auf dem sie sich gerade be­fänden, wäre. Die Berichte über die weiteren Vorgänge widersprechen sich in einigen Einzel­heiten. Nach den Mitteilungen der einen Seite soll Kähne den Holzdieb auf diese Antwort hin ohne weiteres niedergeschossen haben, nach den Aussagen einiget Beteiligter soll vorher der Förster eingegriffen und mit dem Mann ins Handgemenge geraten sein. Fest steht daS eine, daß Hauptmann v. Kähne den Holzdieb, einen Arbeiter Nietert aus Glindow, in einem Augen­blick, als er ihm allein gegenüberstand, mit dem Revolver niedergeschossen hat und bann davongefahren ist, ohne sich weiter um den Ver­letzten zu kümmern. Nietert wurde später mit einem Lungenschuh bewußtlos ins Krankenhaus eingeliefert. Die Verletzung ist lebens­gefährlich.

Von der Potsdamer Staatsanwaltschaft ist der Presse mitgctcilt worden, daß die erste An­zeige über die Niederschießung des Arbeiters Nietert erst am Mittwoch ober Donnerstag bei ber Staatsanwaltschaft eingegangen war: vorher habe keine Denachrlchtigung ftattgefunben. In der Anzeige sei auch nur von einer Schulter­verletzung die Nede getreten. Mittels Eilbriefes sei sofort das Amtsgericht in Werder informiert worden, um die Ermittlungen aufzunehmen unb bie Zeugen und den Beschuldigten gerichtlich zu vernehmen. Gleichzeitig sei beim Amtsgericht ein Haftbefehl gegen Herrn v. Kähne beantragt wor­den. Am Samstagnachmittag hat der General- staatsanwalt beim Kammergericht an das Amts» gericht Werder das telephonische Ersuchen ge­richtet, über den staatsanwaltschaftlichen Antrag auf Erlaß eines Haftbefehls gegen v. Kähne so vasch wie möglich zu entscheiden.

In Glindow bei Werder befaßte sich eine Versammlung mit der eigenmächtigen Justiz der Herren v. Kähne. Die QkranftaUung war von Vertretern der Einwohner von zwöst der Kähneschen Besitzung benachbarten Gemeinden besucht unb faßte nach längerer, sehr erregter Aussprache ben Beschluß, an die preußische Ne­gierung folgenbc Forderungen zu dichten: 1. Be­strafung der Herren v. Kähne und Erhebung der Anklage auf Mordversuch gegen Karl v. Kahne. 2. Anordnung der Fürsorgeerziehung für die Kinder der Familie v. Kähne. 3. Einleitung eines Disziplinarverfahrens gegen den Oberstaats­anwalt von Potsdam wegen Begünstigung unb gegen bieBeamten der Sicherheitsbehorde, ins­besondere den Amtsvorsteher von Petzow, weil

dieser ber Familie n. Kahne die WaffenlMeine des Qandrates belasten habe. 4. Sicherstellung des Lebensunterhaltes der Familie Nietert durch die Negierung und 5. Nachprüfung aller früheren Fälle, auch solcher, die nicht zu einem Gerichts­verfahren geführt haben In der Versammlung wurde eine große Anzahl solcher Fälle zur Sprache gebracht, in denen Mitglieder der Familie von Kühne sogar auf harmlose Passanten geschossen hatten. So begab sich, wie in ber Versammlung zur Sprache Jam, im Mai vorigen Jahres ber sechzehnjährige Sohn des Obstzüchters Lasse aus Geltow auf Petzower Gebiet, um Regenwürmer zum Angeln zu suchen. Don diesem Gang ist der Junge nie wieder zurückgekehrt. Erst ein Viertel­jahr später fand man seine vollständig in Ver­wesung übergegangene Leiche in einem der Fa­milie v. Kähne gehörenden Walde. Neben der Leiche lag der noch gesicherte Revolver, ben der Junge besessen hatte.

Berlin, 20. Febr. Aus Akten und Dank- briefen, die bei Herrn von Kähne gefunden wur­den, geht hervor, daß er in seinem Besitztum drei Heime für Wanderfreunde unterhält, bie im letz­ten Jahre von 700 Wanderlustigen zum Nacht­quartier in Anspruch genommen worden sind. Allerdings duldete er fein Feuermachen im Walde. Selbst ber Kronprinz und die Kronprinzessin haben einmal bei einem Picknick erfahren mästen, daß der Besitzer in diesem Punkt leinen Spaß ver­steht. Zudem weisen die Diebstähle an Holz und Wild nach Mitteilungen eines in Petzow erst seit drei Wochen tätigen Forstaufsehers einen sonst nirgends beobachteten Umfang auf. In Rotten zu Dreien gehen die Leute wildem. Fast täglich wer­den Schlingen gefunden. Der Holzdiebstahl ist um so unnötiger, alS Herr von Kähne jedem gestattet, an angewiesener Stelle Stubben zu graben. Diese einwandfreien Mitteilungen lassen erkennen, wie vieles von den gegen die Kähnes gerichteten An­klagen als übertriebene Agitation an- gesprochen werden muß.

Die Not der Kleinrentner.

Unter den Ständen, die von den wirtschaft­lichen Umtvälzungen der Kriegs- und Nachkriegs­zeit am härtesten getroffen sind, nehmen dte Kleinrentner eine Stelle besonderer Mitleiden­schaft ein, Tie Not dieser unverschuldet in schwerste Bedrängnis geratenen Leute ist so groß, daß vom Reich schon namhafte Summen zur Linderung des Elends zur Verfügung gestellt wur­den. Doch die Lage der Reichssinanzen läßt dieses Hilfswerk nicht zu uner allen Bedürf­nissen gerecht werdenden Aktion anwachsen. Es wird daher in der Hauptsache die Ausgabe der einzelnen Gemeinden bleiben, umfassende Maß­nahmen zur Unterstützung dieser schwer betroffenen Bürger zu ergreifen. Verschiedene größere Städte haben sich schon um die Losung dieser Ausgabe bemüht. So erhalten z. B. in Breslau die Kleinrentner gegen Uebergäbe ihrer Wcrtpapiei-e an die Stadl zu ihren eigenen Zinsen soviel Zu­schüsse aus der Stadtkasse, daß sich ihr Jahres­einkommen aaf 4000 Mart beläuft. Vielfach wer­den auch Sachlieferungen geleistet. Ein Beispiel der Selbsthilfe dieses notleidenden Standes ent­nehmen wir demNassauer Boten". In Lim­burg hat ber Vorstand des Nass. Nentnervererns

an otc ctabtoebbrbc ba# Ersuchen gmotet. eines fefrtcr VvrsiandSmitgUeder in die städtische Fur- sorgedcputation aulzanehmrn, wie dies bereits in vielen anderen Städten geschehen sei. Damit .wsst man die Berücksichtigung der Kleinrentner bei bei Fürsorge für Minderbemittelte zu sichern In bei Tat ist es einleuchtend, daß durch diese Maß­nahme das städtische Hilfswerk in feiner zweck­entsprechenden Durchführung eine wesentllche Er­leichterung erfahren muß. Jedenfalls würd Uebersehen der am nötigsten der Hilfe Bedür'- tigen vermieden werden

Tunten, Sport unb Spiel.

UniversitätS Wettkämpfe. Die Siegerverkündung findet heute 8 Uhr un großen Hörsaal deS BorlesungSgebäudes statt Professor Franz wird den Dortrag halten: .Geistige» in unseren Bestrebungen nach körperlicher r2U». bildung".

^.'Bom Gau Hessen. Zu unserem aus­führlichen Bericht über den am Sonntag statt gefundenen ©autumtag des Gaues Hessen sei noch ergänzend mitgeteilt, daß mit dem tarnsest in Wetz lar erstmalig auch ein 0 a j Wettschwimmen verbunden werden soll. Be­schlossen wurde auch die Schaffung eines G a .i ehr end rief es, der an verdiente'-D-urner deS Gaues verliehen werden soll. Die zu erfüllenden Bedingungen gibt der Dauausschuß demnächst den Gau vereinen bekannt.

- Die Weltmeisterschaft im Eis schnellaufen, die in Ehristianla entschie den wurde, gestaltete sich zu einem Ereignis. Der Norweger Harald S t r v m, der den Titel gewann, stellte über 5000 Meter mit 8:26,5 einen neuen Weltrekord auf. Der frühere Rekord gehörte ebenfalls Ström mit 8:27,7 und wurde von ihm im vergangenen Jahre geschaffen. Ström gewann auch die 10 000-Meler-Strecke in 17:37,5. lieber 500 Meter, die Roald Larsen (Norwegen) in der neuen norwegischen Rekordzeit Dort 43,6 Sek. (Weltrekord 43,4 Sek.) gewann, wurde Ström Vierter, und in der 1500-Met er »Strecke, die Thunberg (Finnland' in 2:22,8 als Sieger sah, belegte er den dritten Platz. Ström hatte somit bet zwei Siegen den Weltmeistertitel davon getragen.

Die Arbeitsgemeinschaft im Automobilsport ist nunmehr zwischen dem Verein Deutscher Motorfahrzeugindustrieller, dem Allgemeinen Deutschen Automobil-Club und dem Kartell deutscher Automobil-Clubs in der am Samstag in Berlin stattgefundenen Sitzung herbei- geführt worden. Vorsitzender tourbc Graf von Arnim-Muskau, Stellvertreter Kröger-Dresden. Bruchmaher-München und Fritsch-Berlin haben die Leitung der Sportkommission. Dem Großen Schiedsgericht präsidiert Geheimrat Büxenstein.

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ür bie anläßlich ihrer Vermählung ' erwiesenen Aufmerksamkeiten danken herzlichst Heinrich Lich und Frau Auguste geb. Dosold

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Nachruf.

Am 20. Februar d. I. verstarb Herr polizeiwachtmcifter

Bernhard Kraule nach nahezu 37jähriger Tätigkeit im Polizeidienst. Ausgezeichnet durch strengePflichterfüllung und unermüd­lichen Eifer werden wir dem treuen Kameraden jederzeit ein ehrendes

Gott dem Herrn über Leben und Tod hat es ge­fallen, gestern abend meine herzensgute Mutter, unsere liebe, treue Großmutter und Tante

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ün 79. Lebensjahr in die Ewigkeit zu rufen.

In tiefem Schmerz:

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