Ausgabe 
21.6.1922
 
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5ii man»

Bene Gewitter über c vi Lah ntal.

gar

des .Vollbrachte, ein

E. T, A. Hoffmann.

Zu seinem 100. Geburtstage. 25. Juni Don Dr. Paul Landau.

persönlichsten Bekenntnisse siird. Diese Dichtungen bilden das unsterbliche Teil seines Werkes, suro Schöpfungen, die stets von verwandten Seelen über alles geliebt und bewundert werden.

konsequente Fortbildung und Ausgestaltung des phantastisch philosophischen, unnaiv - ironischen Stils, den die Frühromantik geschaffen, «eine geschichtlichen Rovellen dagegen, dir den Ton Kleists und Scotts eigenartig sortsetten und den märkischen Geschichtsromau von Alexis vorbe- reiten, ocrratcn einen scharf beobachtenden Wirk' lichkeitssinn, der auch seinen erotischsten Ge­schichten nicht fehlt und in seinen lebten Werken, besonders der tiefsinnigen SkizzeDes Detters Eckfenster", zmn Rttllismus überleitet. Freilich ist Hofsmanns vielfältig schillernde, reich instru­mentierte Kmrst überhaupt auf keinen bestimmten Stil festzulegen. Sie erhält ihre Eigenart durch eine gesteigerte Feinheit und Schärfe der Sinnes- empfindungen, die Farben hört und Töne schmeckt. Diese Derwifchung der Grenzen paßt zu dem lilnendlichkeitsdrang seiner Kunst, zu ihrem Hinauswachsen in überirdische Sphären, zu ihrer musikalischer. Bildlichkeit und leit motivischen Der° webung der Themen. Jedenfalls h-tt Hoffmann die sprunghafte bizarre Erzählimgstechnik Jean Pauls ganz eigenartig und bewußt umgeformt und geläutert.

Wettervoraussage für Donnerstag'

Wolkig bis heiter, trocken, westliche Winde.

Die Lustdruckveränderungen über dem Kon­tinent sind nur gering. Wir bleiben weiter unter dem Ginfluh des atlantischen Hochs.

Turngemeinde 1885 mit.

jl Marburg. 19. und in dec Rächt z-rm <

cntgegenschlägt. Wir wittern im Kapellmeister Kreisler den ekstatischen Menschen, der uns ver­wandt ist, imgoldnen Topf",Klein-Zaches" und imMeister Floh" die visionäre Llnschnuung der Wirklichkeit als des kosmischen Mythos, und in derPrinzessin Brambilla" den tollen Spuk des Daseins, wie er uns umgeiftert. Aachdem Hofsmann hundert Zähre in Deutschland säst vergessen toar (während er in Frankreich zu den gclesensten Klassikern gehörte), feiert er heute seine Auferstehung."

Harich hat die einsame Lebenswandenurg die­ses helldunklen Genies aufs engste mit seiner 51m- welt und seiner Zeit vertnüpfl. Gr, der die Theo­rien und Phantasien der anderen kühn in die Wirklichkeit übertrug, der die Rvmantil in ihrem tragischen Zwiespatt lebte, ist von Kindheit an von spukhaft-grotesken Figuren umgeben und bedarf nicht erst des Weines, der seine Visionen spater be­flügelte, um in die erstaunlichsten Wunder und Märchen versttickt zu werden. Man hat darauf hingewiesen, daß in seinen Erzählungen manch­mal unscheinbare groteske Gestalten mit skurrilem Lächeln, stechenden Augen, seltsamen Gebärden eine Dolle spielen, die dcum plötzlich zu mächtigen Märchenbönigen und weißen Zauberern werden. Zn diesen Ärchivarien, Rektoren und Räten hat sich der behende, nervöse, kleine Mann selbst ge­schildert, der alles um sich her, wenn er den Zau- berstab der Musik oder den Zarrbertrant des Weines wirken lieh, in die überirdische Sphäre ewiger Raturmächte und geheimnisvoller Elemen- largeister rückte. Hoffmann ist der erste gewesen, der den Gegensatz zwischenIbecll und Leben", die urdeutsche Doppelwält von Spießbürgertum und Schwärmerei, die Jean Paul humoristisch geschil­dert hatte, im Feuer seiner Phantasie organisch verschmolz, während Wilhelm Raabe diese Kon­traste dann in seiner Weltanschauung harmonisch verbunden hat.

DieRachtzetten der Ratur", die Treck in die Dichtung eingeführt und Schubert naturphilo­sophisch geschaut, bilden sein wichtigstes Stoff­gebiet. Rfagneüsmus und Somnambulismus. Ele­mentargeister und Doppelgänger, Elektrizität und Sphärenmusik, Träume und Geistererfcheinungen wirren durcheinander. Jene dämonische Ratur- auffaffung der ersten Tkckfchen Märchen sind die

chen Lagen richteten fci? gc'iratticcii Wasser- massen großen Schaden an, Lei allgem .'ine für das Wachstum der Pflanzen dürfte diesen jedoch überwiegen. Bei einer heute tn den Stadtsälen abgehaltenen Holzversteigerung kam es durch das äleberangrbot einiger Kauf­lustiger zu lebhaften Kundgebungen. Die Stadl- Vertreter kauften schließlich das gesamte Hol^ um es gleichmäßig an dir Interessenten z i ver­teilen. Am Samstag und Sonntag hält der

niversitä lsbund Marburg hier eine Sitzung ab. Im sogen. ilniversitätÄ)irf Ealdern wurde gestern unter großer

nähme ein Denkmal für die Gefalle­nen des Welttriegs aus diesem Orte enthüllt

Aus Hessen.

Zur ZwairgSpenftvnierung älterer Lehrer.

Abg. Drngeldey hat im hessischen Landtage folgende kleine Anfrage gestellt'.

..Rach Zeitungsnachrichten und persönlichen Dvrstellungen hat das Landesamt für Bildungs- wesen die Lehrer, die über 68 Jahre alt sind, auf- iortzern lassen, ihre Versetzung in den Ruhestand zu beantragen, da diese mit Wirkung vom 1. Juni 1922 ab auch ohne Antrag erfolgen toeröe.

Diese Maßnahme hat um deswillen beson­deres Llufsehen erregt, weil ein hessisches Gesetz über die Zwangspensionierung der Beamten noch nickt besteht und die gleiche Maßnahme gegenüber übrigen hessischen Staatsbeamten bis jetzt nicht zur Anwendung gebracht worden ist. Es ist auch durch­aus zweifelhaft, ob für eine solche Maßnahme eine brauchbare Rechtsgrundlage überhaupt noch be­steht und ob die Bestimmungen des Edikts vom Jahr 1820 nach Inkrafttreten der Deichsverfassung und hessischen Landesverfassung noch Rechtskraft besitzen.

Ich frage deshalb an: 1. Ist es richtig, daß eine Verfügung das geschilderten allgemeinen Im» Halles gegenüärr den älteren Lehrern erfolgt ist? 2. Aus welche Rechtsgrundlage stützt sich im Falle der Bejahung eine solche Verfügung? 3. Ist diese Rechtsgrundlage durch das IustizministeriumGge- vrüft und findet ihre Anwendung dis Zustimmung des Gesamtministeriums?"

Schlichtungsausschuß der Provinz Lberhefseu.

Verhandlung vorn 2 0. Juni 1 9 2 2.

Für die Arbeiter de.r Gerbereien Loh und Becker in Gießen wurden folgende Sftmden- lohne vvrgescblagen: (Selcrntc lbisher 16,25 OltF.) ab 15. Juni 19 Ml. und ab 1. Juli bis min­destens 31. Juli 21 Mk., Ausgelernte (15,20 'M.)

laufende alten Lcüensgefuhls. das uns aus ihren Dichtungen, über b» Literatur des 13. Iahi>

ning in England. Leopardi in Italien gehören. Es war eigentlich ein Zuafll. der die Hoffmann- Miche der lebten Jahre entfesselle: das Wieder­aufleben der Offenbachschen Oper, die wieder aus ein ziemlich schemenhaftes Fortwirken seiner Geschichten in der französischen Literatur zurück- geht. Seitdem ist des dämonischen Äammer- gerichlsrats faszinierende Figur, längst umzuckt von den bengalischen Blitzen der Legende, zum Helden eines Theaterstückes geworden, und dem Kino wird er gewiß nicht entgehen.

Dieser oberflächlichen Popularität steht aber eine immer tiefer schürfende, iiraner eindringlicher seine Wesenheit ertennende Beschäfttgung mit dem Dichter gegenüber, die von seinen Bewunderern Msgegangeu ist. Don früh an war einfalscher" Hoffmann tu das Publikum gedrungen - näm­lich derGespenster"- undLeufels"-Hosfmanu, der die grausigen, unheimlichen, spukhaften Züge der Romantik am geschicttesten ausnüyte und spannende historische Geschichten erzählte, ttird auch sein Leben erhielt etwas Gespenstisches. Un­wirtliches, wurde mit dem Fluch des Krank- haften und Unnormalen belastet. So entstand der verwirrende Klatsch, den die Kunz, Gubitz und Rochlitz ausstreuten, den Walter Scott in einem viel beachteten Aussatz wiederholte und auf den Goethe sich stützte, als er sein Urteil

Juni Aur Samstatz vwntag zogen verschie-

Es gibt Künstler, denen man ganz öder nrcht erliegt. Sic besitzen eine kleine Gemeinde leidenschaftlicher Verehrer, die in ihnen das Höchste erblicfcn; der großen Masse bleiben sie stumm. Trotz der allgemeinen Bekanntheit E. T. A. Hoffmanns, trotz der Verbreitung seiner Werke möchte man auch ihn zu diesen Dichten' rechnen, zu denen etwa Baudelaire in Frankreich, Brow-

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 21. Zunr 1922. '

v Zur25-Zahrfeieranläßli ch d e s Ueberganges der Ob e r h2s sis che n . Bahnen in die Preußisch-Hessische Gemein- , schast batten sich am Sonntag im Hotel Schwab etwa 160 ehemalige oberhessifche Beamte und Arbeiter zusammengef^nden. Diele hochbetagte Herren, darunter als wenior der 88jährige Zug­führer Ramge aus Gießen, nahmen daran teil Amtmann Dörr begrüßte di^ Erschienenen und pries das stets bei denOberhessen" vorhanden gewesene Zusammengc-hörigkcitsgcfühl, den g iten Geist und die Kameradschaftlichkeit. Bei strenger Disziplin und hohen dienstlichen AnsoiDer rngen wären aber auch frohe Stunden zu verzeichnen gewesen, an die jeder gern zurückdächte. Dann gedachte er u. a. noch der vielen bereits Heim­gegangenen, deren Andenken geehrt wurde. Rachmittags fanden sich im Restaurant Philo- sophenwald die Teilnehmer mit Familisn zu­sammen, wo bei Konzert, Reden und einem Tanz frohe Stunden verbracht wurden, die jedem noch lange in Erinnerung bleiben werden. Am Mon­tag Rachmtttag beteiligten sich noch etwa ICO Personen an einem Spaziergang nach den Höhen des Schiffenbergs, wo Eisenbahn-Oberinspektor Rau aus Münster a. St. eine zu Herzen gehende Rede auf das schöne Hessenland und aut 'das deutsche Vaterland hielt.

/ Sonderzug nach Alsfeld. Am kommenden Sonntag verkehrt aus Anlaß der 100-Jahr-Feier der Stadt Alsfeld ein Sonder­zug zwischen Alsfeld und Gießen. Alsfeld ab 8.15 abends, Gießen an 10.02. Der Zug hält auf allen Stationen.

^MitOberkasseninspektorAdolf Treppinger, der am Montag zu Grabe ge­tragen wurde, haben die Kliniken der Landes­universität einen vortrefflichen Derwaltungsbe- amten verloren, der fast 25 Jahre in ihrem Dienste tätig war. Treppinger, ein geborener Gie­ßener, war seit 1897 nach vvrhergegangener Aus­bildung in der Finanzlaufbahn an der Verwal­tung der neuen Kliniken tätig und wurde zu deren Verwalter im Juli 1905 ernannt. Auf seinem schweren und verantwortungsvollen Posten hat er mit vorbildlicher Pflichttreue gearbeitet und auch im Stillen viel Gutes getan.

Die Leseholznutzung im Gie­ßener Stadtwald toirb durch eine B^annt- machung des Oberbürgermeisters in unserem heu­tigen Anzeigenteile gesegelt.

/ Hebungen der Sanitätskolon­nen. Heute abend um 7i ^Ihr hält die Frei­willige Sanitätskolvnne, sowie die Eisenbahner- Sanitätskolonne eine größere Hebung im Trans-- t,ori und Verbinden von Verletzten auf den Gleisen am Bergwalü ab.

Borrwtizeu.

T <r.g e s ka l e n de r für Mittwoch: Astoria-Lichtspiele^Der Silberkönig" undDas Mädel mit der Maske". Lichtspielhaus, Bahn­hofstraße-Die Schiffbrüchigen".

Aus b c in Stadttheaterbureau Eine hochinteressante Erstaufführung bringt am Dienstag, 27. Juni, ein Gastsptel des Bad- Rau b ebner Kurtheaters mit Georg Kaisers neuestem WerlDavid und Goliath". Der bekannte und vielgenannte Autor zahlreicher expressionistischer Dramen (Gas 1., 2. und 3. Teil, Don Morgen bis Mitternacht, Der Zentaur u. a. m.) hat sich mit seinem neuesten Stück auf das Gebiet des Lustspiels begeben. Einem originellen Einfall wird viel komische Wirkung abgewonnen und die leitende Idee des, Stückes an gut gezeichneten Typen vorgeführt. Irgendwo in einer dänischen Kleinstadt wird im Kreise einer großen Derwandtschast seit langen Jahren gemeinsam ein Lotterielos gespielt. Der Kassenbeamte Sophus Möller, dem von den Ver­wandte das Los zur Aufbewahrung anvertraut worden war, hat es aber heimlich verkauft und die ihm eingelieferten Beträge zur Erziehung seiner Tochter verwendet, auf gut Deutsch unter­schlagen. Run fältt auf das Los der Hauptgewinn der Lotterie. Große Aufregung im Städtchen wie' im Derwandtschnftskreis, die Möller ruhig im Glauben läßt, daß er noch im Besitze des Loses fei; es sind ja noch einige Wochen bis zur Auszahlung des Gewinnes! In dieser Frist wirft nun der bloße Rimbus des Reichtums derart für den Kredit der ganzen Verwandt­schaft. daß jeder zur Erfüllung feiner besonderen

carba Huch widmete ihm in ihrenr Romantik- buch kluge Worte, und schließlich haben Hans v. Müller unb Carl Georg v. Maaßen uns sein wahres Werk erkennen lasten, seine Werke in reiner Gestalt herausgegLben. Müllers zahlreiche Arbeiten räumten die Irrtümer und Lügen bei­seite. die sich durch ein Jahrhundert um ihn auf- gehäuft hatten, veröffentlichten seine Tagebücher und Briefe. Maaßens Monumentalausgabe wird, toerm sie einmal vollendet ist, das schönste Eßrendenftnal Hoffmanns sein.

Seine Dichtung wird jetzt als ein künstlerischer Höhepunft der Romantik gewertet, seine Bedeu­tung als Musiker ist entdeckt; als genialer Psycho­loge, als Rachschöpfer musikalischer Eindrücke mit Worten fteht er unerreicht da. Rach allen Rich­tungen sind sein Leben und Werk durchforscht worden, und fett kurzem besitzen wir auch eine biographische Meisterleistung, die die neue Wer­tung seiner künstlerischen Persönlichkeit begründet, es ist das bei Erich Reiß erschienene Werk von Walther Harich, in dessen Vorrede die Stellung der Jugend zu Hoffmann vortrefflich charakteri­siert ist;Heute, hundert Jahre, nachdem monate­langes Schmerzenslager mit entsetzlichem Sterben endete, ist Hoffmann aktuell geworden. Eine neue Welle wirft feinen Ramen empor. Wie damals wenige verlorene Künstler, so wächst heute eine ganze Zeit zur reinen Anschauung des .Urphä- nomens; Leben heran. Die menschlichen Institu­tionen gerieten ins Wanken und drohen mit Sturz. Der Mythos des Lebens löst die histori­schen Bindungen auf, und sie schmelzen zu- iammen. Eine erschrockene Menschheit schaut dieser Erdrinden-Erscheinung: Leben zu und begreift in Krieg, Hunger und Pestilenz den Abgrund, über dem die historischen Begebenheiten in ihrem engen Kulturring schwanlen. Heute wissen wir, daß der deutsch? Idealismus die älnwirklichkeit des rationalistischen 18. Jahrhunderts nicht Über­wand, vielmehr zu seiner letzten Stufe empor- trieb. In Hölderlin, Jean Paul, Kleist und Hoff- nrami erkennen wir die ersten abseitigen Ge­stalten unseres, des neuen und doch so Iahr-

tixnerte den Zeugen daran, daß auchS^axrtssefretär Huber die Sonderzulage empfohlen habe. Das sei für ihn, den Minister, neben den Ausführungen von Dr. Jaffe entscheidend gewesen. Der Zeuge bestätigte das. Ferner erklärte der Minister, nach­dem die Winzer und mehrere Abgeordnete vor­stellig geworden waren, habe er selbst eingegrtffen, um den Geschäftsgang zu beschleunigen. Dr. Jaffe, als Zeuge vernommen, erzählte von einer Zusammenkunft mit Vertretern des Winzerverban­des und rheinischen Zentrumsabgeordnet en, die un Dezember 1920 im Restaurant des Reichstages stattsand, zu £er auch Dr. Jaffe hmzugezogen wurde, wobei er fich zunächst gegen eine Sonder- bttoilligung von Zucker aussprach. Die besonders schwierigen Verhältnisse im besetzten Gebiet hätten aber eine nähere Prüfung angezeigt erscheinen Taffen. Sine Besprechung im Ministerium sei ver­einbart worden. Hier fei der Zeuge (Dr. Jasse) dann mit der Anregung hervorgetreten und durch­gedrungen, daß die besetzten Gebiete bevorzugt werden sollten. Außer dem Wiitzerverbande für Mosel. Saar und Ruwer seien auch die Derbäirde der Pfälzer und Rheinhessen in gleicher Weise bevorzugt worden.

Aenderung der ReichstagswaPkreise?

Berlin, 20. Juni. (Wolff.) Im Reichs-- mmisterimn des Innern wird eine Besprechung über die Aenderung der Wahlkreise abgehalten, da ein Annex zu dem Reichswahl­gesetz geplant ist.

Dos Gnde der Leuchtmrttelverordnung.

Berlin, 20. Juni. (Wolff.) Die Bundes­catsverordnung vom 11. Dezember 1916 über die Ersparnis von Brennstoffen und Be­leuchtungsmitteln wird in Kürze auf­gehoben werden. Staunt treten auch die reichs- rechtlichen Bestimmungen über die Lichtrek­lame außer Kraft. Die Zuständigkeit der Län­der aus diesem Gebiet wird wieder 'hiergestellt. Die Länder werden ihrerseits Anordmingen er- lasien, um Auswüchsen in der Lichtreklame oder in dem 'Beleuchtungswefen entgegenzittreten. Den beteiligten Kreisen wird empfohlen, aus diesem Grtrnde kostspielige Reuanlagen zu vermeiden, da deren Ausnutzung etwaigen spateren Verboten der Länder zuwiderlaufen oder solche nach sich ziehen könnte.

Reu- Zusammenstöße mit Kommunisten.

Berlin. 20. Juni. Bei dem Berbandsfest des Krieger Verbandes Uecker münde in Cggessin Tarn es nach dem Gottesdienst, dem auch " Generalfeldmarschall Mackensen bei­wohnt e, zu Zusammen st ößen zwischen Fesi- teilnehmern und Kommunisten. Wie der ..Lokäl- ansciger" meldet, versuchten die Kommunisten, zu dem Auto Mackensens vorzudringen. Rach einem blutigen Handgemenge, bei dein die Landjäger von der Waffe Gebrauch machten, wurden die Kommunisten vertrieben.

Wünsche gelangt und bei der schllehlichen Auf­deckung der Wahrhett eigentlich nichts verliert und nichts zu beklagen hat. Die Unterschlagung hat nach der Ansicht des Derfassers aus ethi­schen Gründen stattgefunden und keinerlei schlimme Folgen gehabt. Wer Georg Kaisers Lebenslauf kennt, wird vermuten, daß der Dichter eine Art Apologie für sich selbst schreiben wollte Wie dem sei, jedenfalls hat das Werk bei seinen bisherigen Aufführungen an anderen Bühnen sehr gefallen und viel Heiterkeit ausgelöst, und der starke Erfolg wird dem Werke bei der guten Be­setzung, die hier geboten toerben farm, sicher auch am kommenden Dienstag treu bleiben.

Landkreis Gieße«.

* ® r ü n i n g e n, 20. Juni. Ein hiesigerLand- wirt lisfl eine Kuh irotschlachten. bei der durch den Amtstierarzt als KrawHeitsursache der ge­fährliche. auf den Menschen übertragbare Milz­brand .festgestellt wurde. Der Fall l^hrt, wie dringend notwendig eine scharfe HandbäbLng des Fleifchbefchaugesehes ist und tote vorsichtig man bei jeder Rotschlachtung sein muh, um lebens- aefährliche Ansteckung zu vermeiden, die sehr leicht durch die kleinste Hautwunde erfolgen kann. Ins- befonberc aber müssen die Metzger vor der Unsitte gewarnt werden, das Schlachtmesser quer in den Mund zu nehmen.

i. Queckborn, 20. Juni. Vom 1. Juli ab verkehrt auf der Strecke LichGrün­berg an jedem Mittwoch mit dem Rachmittage- zuge eine Paketpost. Falls von der Ein­richtung, die von der Bevölkerung unserer Gegend schon langer erstrebt wurde, ausreichend Gebrauch gemacht wird, soll diese Post dauernd verkehren. Wir verdanken dies Entgegenkommen dem Post­amt Butzbach, das die Interessen der hiesigen Landbevölkerung dairkenswert wahrte.

Kreis Alsfeld.

' A l s f e l d, 20. Juni. Zur 7 Q 0 - Z a h r- feiet der Stadt Alsfeld trifft man eben die letzten Vorbereitungen. Die Eröff­nung der Zublläums-Gewerbeausstel­lung findet am kommenden Samstag statt. Einen Glanzpunkt in der Veranstaltung dürft? der historische Festzug am Sonntag werden, der 25 Gruppen in Kostümen umfaßt, für den die Kostüme aus Darmstadt und Frankfurt be­schafft werden. Die künstlerische Ausstattung liegt in den Händen von Kunstmaler M a r - t i n und Architekt Rohrbach. Das am Samstag abend anläßlich der Feier des 25= jährigen Bestehens des GeschichtS- und Al- te.tumsvereins zur Aufführung gelangende Fest spielIm Sturme des großen Ärie= ges", in 6 Bildern, behandelt eine Episode des 3Vjährigen Krieges, als Herzog Christian von Braunschweig im Jahre 1622 die Stadt ein­nahm, und ist von Reallehrer Karl Dotter- Lllsseld verfaßt. Voraussichtlich finden meh­rere Wiederholunzen des Festspieles während der Dauer der Gewerbeausstellung statt. Ein Brillantfeuerwerk am Sonntag abend wird die Feier beschließen. Für die äuswärtigen Be­sucher werden Sonderzüge in der Richtung Gießen und Fulda eingelegt.

Starkenburg unÄ Rheinhesten.

tob. Offenbach, 20. Juni. Der bei einer hiesigen Lederwarenfabrik beschäftigte Lagerist Schwartz hat sich von seiner Firma größere CHZengen Leberzuschnitte unb fertige ßebertoaren, deren Wert in die Tausende gehen, ungeeignet unb i die gestohlenen Sachen bei einem Händler Levi in Frankfurt hinterlegt, von wo sie bann fein Komplize W e i y, ein Portefeuiller aus Klein- Krotzenburg abholte. Alle drei wurden f e ft = ; genommen.

; wb. Bensheim, 20. Juni. Am Samstag , fand in Gegenwart eines geloben en Publikums : die Wiedereröffnung des Dens hei- , me r Museums statt. Rach mehr als 5jahrigem Domrösä mfcklas, den es in einer Rumpelkammer t zu hal'.n durch den Krieg gezwungen war. ist

War dieser zauberhafte unb grandwse Geist der als Zeichner und Mustter auch Hervorragen- ~~ großer Dichter? Ricarda

Gr durchmaß den Strom

das Museum wieder neu erstanden Besonders der Besichtigung wert ist bas Obentoatbmufeuir im mittleren Stockwerk.

Hessen-Nassau.

fpd. Frankfurt a. M., 20. Juni. Der Könilg pvn Italien traf auf seiner Durchreise noch Dänemark heute vor­mittag gegen 12 Ilhr im Sonderzug rm hiesi- gen Hauptbahnhof ekn und wurd^ während seines viertelstündigen Aufenthaltes von dem italienischen Generalkonsul, Mitgliedern der hiesigen italienischen Kolonie und Vertretern I des Polizeipräsidiums begrüßt.

mc. Frankfurt a. M., 20. Juni. Zu einem gelungenen Zwischenfall kam es am Sonntag im Reuen Theater während der Ausführung von Sardous ..Fedora". Die Dar­stellerin der russischen Fürstin setzte sich anstatt i auf das Sofa auf den Boden. Äaiürllch un» J bändige Heiterkeit, die sich zum Orfan steigerte, 1 als der Gegenspieler gemäß dem Stück sagen mußte:Wir wollen über diesen unangenehmen j Zwischenfall so wenig wie möglich reden!" Der Magistrat hat die Eintrittspreise für j den Röme r auf 25 Mk. festgesetzt. Deutsche ; unb Oesterreicher zahlen allerdings nur den er- i mäßigten Preis von 5 Mk Als ein bedeut- i liches Zeichn muß es gebucht werben, bah in den letzten Tagen mehrere Metzger ihre ' Ladengeschäfte geschlossen haben, um sich einem andern Beruf zu toibmen, da die Kundschaft immer mehr zurückgegangen ist und ein einigermaßen rentables Geschäft nicht mehr möglich war.

Marburg, 20. Juni. _Ubb cf o fybe » ; Ausstellung, Im großen Saale des Mar- , Burger Rathauses unb in den ans chlie&enben Räu­men wirb am Samstag eine vom Marburger Kunst- unb Altertumsverein veranstaltete Aus­stellung eröffnet, die in einer großen Menge von OellUdern, Hanbzeichnungen und Radierung«! aus dem Racklaß Les verstorbenen Malers Pro­fessor Abbelohde und aus Marburger Privatbesih noch einmal ein geschlossenes Bild vom Werk des Meisters geben wird. Die Ausstellung wird für etwa 11 Tage dem Publikum zugänglich sein.

Jl Marburg, 19. Juni. Mit einem Aus- ' slug nach HansenHaus endete heubr die Tag ing beu Angehörigen des früheren Landwehr- j Regiments Rr. 83, bb cm Sonntag thren Anfang genommen hatte. Gestern früh sand aus dem Ehrenfrisdhvf eine Andacht statt, bei der Pfarrer Eisenberg unö Major a. D. Ober« lanbmeffer Franken berg Ansprachen hielten. Bei der Familienfeier in den <5 lab Hälen sprachen außer Hauptmann a. D. wtubic.rrat Lstartin, Oberft a. D. 3 m m a n u e l, der einen Vortrag über die Kriegsh.anbiung des Regiments im Zu- sammenchnng mit ben großen Krirgssreignisfen gab. Ein Vertreter aus Kassel überbracht- bk Grüße des dortigen Landau! i s Tu 8.3 unb ein weiterer Vertreter aus Kossi!. ?n; ickette 5.7s Programm des demnäck' dv'! ab^uhaltenben großen 83er-Tages. 'Bei ber sich rnschlies^irden llnlcrbaltung wirkten di- Lici rtafel unb die

Huch beitreitet es;Er durchmaß den Sttom des Lebens nicht in seiner ganzen Tiefe und Breite, so daß er seine Gewalt und Erhabenheit, seinen Glanz, sein Rauschen hätte offfenbaren können." Aber er war ein echten- und genialer Künstler. Man muß scharf unterscheiden zwischen ben vielen Sputgeschichten unb geschichtlichen Er­zählungen. bk er um des Brotes Willen schrieb, die seinVize-Kops erdachte", wie er selbst sagtz i unb" ben unsterblicheit Meisterwerken, bie, tote die MenschheitsdichtungKater Wurr", rllle Kreisleriana", wie das überschäumende Ca- priccioPrinzessin Brambilla", wie die Märchen vom ..Goldnen Topf" bisMeister Floh", seine

über benDichter in Eallots Manier" sprach. Das Schlagwort von berLazarett-Poesie" bat baut bk zünftige Ltteraturgeschichi - a.ifgenom> men, von Gervinas ait. "Erst bie echte and auf­opfernde "BegeMerung Edaarb GrisrhMs 5-rch die Bahn für ein'tteseres BagrÄfen unc Genießen sia)rungen. um ow xtiieratur oes is. >yu)L> dieses seltsamen unb einzigartigen Dichters. Rt-! Hunderts hinweg, mit seelisch--erpresfiver Gewalt