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Jung, da das belgische sowie auch das franzö­sische und englische Volk ebenfalls unter den Felgen des 5tricge6 zu leiden hätten. Immer mehr schüre die Ansicht durchzudringen, daß kein eotaat aus dem Weltkrieg als Sieger hervor- gegangen ist, und das; es falsch sei, im Frieden Len Krieg fortzusetzen. Die Entwertung der Va­luta habe zur Folge, daß die Arbeitslosigkeit in den verschiedenen 6 ie; er floaten größer s t äls in den besieg en Ländern. Al e Länder mutzten zusommenarbeiten für die Gesundung der tot t- schaftlichen Verhältnisse im Werten Eu opas. Die Kriegs tost en mühten aus den Re­parationszahlungen gestrichen wer­den, da letztere sonst von Deutschland nicht be­zahlt werden konnten. Der Redner schloß seine Ausführungen mit der Forderung der A e n - derung des Versailler Vertrags und der sofortigen Aushebung der Besetzung der Rheinlande.

Sius dem Reiche.

Eine Abwehr bc<< Rcichswchrministers

Berlin, 20. März. (WTB.) (Zn der Än° terredtlng. die der Reichswehrmini st er dem hiesigen Vertreter des argentinischen Blattes La Racion" gewährte, hat der Reichswehr- Minister auf eine dahinzielende Frage aus­geführt:

Gegenüber den tendenziösen Angriffen, die in der letzten Zeitder französische Kriegs­minister. der Abg. Fabry und derTernps" gegen die Reichswehr richteten, kann ich nur wie­derholen, daß wir, wie Rollet selbst zugeben muh, die unS durch den Friedensvertrag aufer- leg en schweren Verpflichtungen in loyaler Weise erfüllten. Die über ganz Deutschland verbreiteten Kontrollkommissionen wären bei uns längst vor­stellig geworden, wenn sich die angeblich be­haupteten Vorkommnisse wie die Ernennung von Reserveoffizieren, die Bildung geheimer Verbände und der Bau strategischer Dahnen im Schwarz­wald ereignet hätten. Mit der Reichswehr und den Organisationen tote Sportvereinen und Tech­nischer Rothilfe, die mtt der Reichswehr nichts zu tun haben, kann in den jetzigen Zeiten kein Krieg geführt werden, den das deutsche Volk übrigens auch nicht will. Aber die Unruhe wird von anderer Seite in die Welt getragen, da der Popanz von einem gefährlichen und rachedürstigen Deutschland aufrecht erhalten blei­ben muh, weil man selb st nicht ab» r ü st e n will."

Kommunistische Hochverräter.

Berlin, 20. März. (WTB.) Auf Anregung des Staatslommissars für öffentliche Ordnung hat die Abteilung I a des Berliner Polizeipräsi­diums am 17. März bei einem Vertrauens­mann der Kommuni st ischen Partei in der Linienstrahe dem in bescheidenen Verhält­nissen lebenden Mechaniker Walter Ahrends, eine Haussuchung vorgenommen. Es wurde in der Wohnung eine hochwertige, mit allen Apparaten reichlich ausgestattete kostspielige Funkenanlage entdeckt. Auster der Anlage wurden zahlreiche geheime Dienstvorschriften über Funken- und Telegraphendienst, Verzeichnisse von Funkenstationen. Kabeln und unterirdischen Tele- graphenlinien, Zeittafeln, ferner Verzeichnisse von Postanstalten, Pläne, Zeichnungen und anderes aus das amtliche, militärische und polizeiliche Funken- und Telegraphenwesen bezügliches ge­heime Material, teils im Original, teils in Ab­schriften vvrgefunden. Auch fand man die Adressen Zahlreicher zuverlässiger kommunisti­scher Vertrauensleute unter hiesi­gen Po st beamten und Angestellten hiesiger Telephon- und Telegraphenbaufirmen. Ahrends entzog sich der Festnahme durch die Flucht. Der in die Angelegenheit verwickelte kommuni­stische Stadtrat unb Parteisekretär Grhlewicz wurde von der Polizei festgenommen und wird demnächst der Staatsanwaltschaft wegen Hoch­verrats zugesührt werden.

Aus dem besetzten Gebiet.

Me Sommerzeit im besetzten Gebiet..

Frankfurt a. M, 20. März. (Wolff.) (Zn der Rächt vom 25. zum 26. März d. Zs. wird für die Eisenbahnen im besetzten Gebiet und auf ken Stationen der Strecke Kettendach Flacht| am Stelle der jetzigen westeuropäischen Zeit die eine Stunde früher liegende, mit der mittet- europäische Zeit übereinstimmende westeuropäische Sommerzeit derart eingeführt, Last die Ähren der Bahnhöfe am 25. März d. Hs. um 11 älhr abends um eine Stunde vorgestellt werden, d. h. auf 12 Uhr nachts.

Ein Besuch in den neuentdeckten KatLkomben mit den ersten

Apostelbildern.

Die Entdeckung einer großen unterirdischen frühchristlichen Begräbnisstätte in der Rähe der Porta Maggiore in Rom, in der sich wunder­volle Fresken mit den ersten Darstellungen der Apostel fanden, ist einer der wichtigsten archäo­logischen Funde, die je in dem weltgeschichtlichen Boden der ewigen Stadt gemacht tourben. Die erste genauere Schilderung der ganzen Anlage bietet der Bericht eines englischen Archäologen Thompson, der mit Prof. Respi Landi die neuen Katakomben besuchte. Bei Ausgrabungsarbeiten zum Dau einer Garage waren Arbeiter auf eine Höhle gestoßen, die unter allerlei Schutt verborgen gewesen und den Eingang zu dem Hypogeum bildete. Die Stätte ist von großer geschichtlicher Bedeutung und liegt am Diale Manzoni zwischen der Porta Maggiore und der Dia St. Croce. Hier war der alte Weg, den bereits Servius Tullius nach der Porta Esqui- lina gebaut haben soll, ganz in der Rähe der Schnittpunkte der großen Aquädukte, wo der Kaiser Claudius im Jahre 272 den Hoffnungs- Tempel errichtete. Rach dieser Zeit waren alle Beerdigungen innerhalb der Mauern Roms streng verboten. Das ist für die Datierung der neuen Katakomben von Wichtigkeit, denn sie lie­gen innerhalb der Mauern, müssen also vor diesem Jahre errichtet fein. Auf zwei mit Ziegeln gemauerten Treppen gelangt man durch den Ein­gang an der Erdoberfläche nach einem etwa 20 Fuß' breiten und 16 Fuß hohen Raum, dessen Wände und Dach mit Stuckarbeiten in grauer Farbe bedeckt sind. An den vier Ecken sind Fresken, die weibliche Figuren in farbigen Gewändern darstellen, aber ziemlich undeutlich sind. Steigt man durch einen Torbogen weitere 17 Stufen herab, so gelangt man in einen größeren und schöner ausgestatteten Raum, dessen

Aus Siebt und Land.

Gießen, den 21. März 1922.

Preisgestaltung und Preisverzeichnisse.

Von drr städtischen Preisprüfungä«3 stelle wird darauf hingewiesen, daß die in der Geschäftswelt vertretene Ansicht, sie sei berech­tigt, die vorhandenen Warenvorräte zu den je­weiligen Tagespreisen zu verkaufen unrichtig ist. Das Fordern der Tagespreise tann nur dann seine Berechtigung haben, wenn die Marktlage eine normale ist. Die heutige Marktlage jedoch mit dem sprunghaften Hinan isch tollen der Ein­kaufspreise ist nur als eine Rotmarktlage an- zusprtzchen.

(Zn der letzten Zeit ist wiederholt festgestellt worden, daß Geschäftsleute ihre Warenpreise, bei deren Festsetzung bereits unter Berücksichti­gung der Einkaufspreise eine angemessene Ge­winnspanne eingerechnet war, bei steigenden Prei­sen in die Höhe gesetzt haben. Während bei ein­zelnen der @runb hierzu wohl in der Absicht rücksichtsloser Ausnutzung der Gewinnmöglich­keiten ohne Rücksicht auf etwa bestehende straf­rechtliche Vorschriften zu suchen ist, glauben sich andere auf Grund von Artikeln in ihren Fach­zeitschriften hierzu berechtigt. Derjenige Geschäfts­mann, der seine Waren im Preise hevaufseht, macht sich strafbar gemäß Verordnung gegen Preistreiberei vom 8. Mai 1918, weil durch die HöherTeichnung der Warenpreise der Gewinn ein übermäßiger wird. Reben Bestrafung ist auf Ein­ziehung der erzielten Äebergewinne und in schwe­ren Fällen auf Ausschließung vom Handel auf Grund der Verordnung betreffend Fernhaltung uTtzuverlässiger Personen vom Handel vom 23. September "1915 zu erkennen.

Einen Durchschnittspreis zu berechnen, ist bei gleichartigen Gegenständen, deren Gestehungs­kosten verschieden hoch sind, auf Grund des ß 2 der Preistreiberei-Verordnung gestattet. Diese Durchschnittspreisberechnung ist jedoch bei einer evtl. Geschäftsprü ung nachzuweisen; sie muß auf den verschedenien Gestehungskosten und den verschiedenen Mengen der in ihr einbezogenen Gegenstände beruhen und darf unter Berück­sichtigung der hierbei ermittelten durchschnitt­lichen Gestehungskosten keinen übermäßigen Ge­winn enthalten. Wie schon bemerkt, ist diese Durchschnittspreisberechnung nachzuweisen, d. h., sie darf nicht erst bei Rachprüfung des Geschäftes vorgenommen werden, sondern muß aus den Düchm klar zu ersehen sein.

Eine Durchschnittspreisberechnung bei Mar­kenartikeln, die unter Festsetzung eines Kleinverkaufspreises geliefert worden sind, ist unzulässig gemäß Bekanntmachung vom 18. Mai 1916 übet die äußere Kennzeichn,mg von Waren. Daß trotzdem die aufgedruckten Preise an diesen Artikeln in vielen Fällen durchgestrichen oder mit Firmenschildchen des betreffenden Kleinhänd­lers überllebt worden sind, ist ebenfalls in vielen Fällen festgestelllt worden.

Auch die durch Bekanntmachung der städti­schen Preisprüfungsstelle vorgeschriebenen Preisverzeichnisse sind in vielen Geschäf­ten jrtdjt angebracht, obwohl die verschiedenen Inhaber wiederholt darauf aufmerksam gemacht worden sind. Das vorgeschriebene Verzeichnis, das durch Anbringen der Preise in gut lesbarer Schrift an den Waren selbst oder an den Be­hältern, in denen sich die Ware befindet, er­setzt werden kann, ist so zum Aushang zu brin­gen, daß das Publikum sich selbst von der Höhe der Preise überzeugen kann. (Zn dem Verzeich­nisse müssen sämtliche zum Verkaufe stehenden Gegenstände aufgeführt sein und nicht, wie dies vielfach der Fall ist, nur ein verschwindend kleiner Teil. Die in dem Verzeichnisse angeführ­ten Preise dürfen nicht überschritten werden. Die Preisankündigung gilt als Preisforderüng im Sinne der Preistreiberei-Verordnung. Auch hier­gegen ist vielfach verstoßen worden, indem die Abgabe von Gegenständen, die mit Preisen aus­gestellt waren, verweigert wurde mit dem Hin­weis, sie seien verkauft. Das Recht der Preis- prüsungsstellen, den Aushang von Preisverzeich­nissen vorzuschreiben, ist von vielen Fachzeitschrif­ten angezweifelt worden. Viele Geschäftsleute, die sich hierauf stützten und die vorgeschriebenen Preisverzeichnisse nicht aushängten, sind mit Strafen durch die Gerichte belegt worden.

(Zn manchen Geschäften, selbst bei hanbris- gerichtlich eingetragenen, wurde die Rachprüfung der Preise durch die Art der Buchführung sehr erschwert. Die Herkunft der nachzuprüfenden Gegenstände konnte in einzelnen Fällen weder durch die Bücher noch durch Rechnungen nach­gewiesen werden; erst durch (Znanspruchnahme' anderer Preisprüfungsstellen an den betreffenden Dezugsorten konnten die erforderlichen Unter­lagen beschafft werden. Der reelle Handel hat

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Wände und in Dogen gewölbte Decke mit far­bigen Fresken von größtem Wert verziert sind. An zwei Seiten des Raumes befinden sich Rischen zur Unterbringung von Toten, und unter die­sen Rischen sind Aushöhlungen von 3 Fuß 6 Zoll Tiefe, die zu demselben Zweck dienten. 3n einem dieser, Gräber fand man noch die Ueberrefie eines ' menschlichen Skeletts. An den Wänden über ^diesen Gräbern befinden sich nun jene zwölf Gemälde, die ohne Zweifel die Apostel darstellen. Die Figuren, die in Dreiviertel-Lebensgröße sind, erscheinen in aufrechter Stellung und laufen in etwa 2 Fuß Entfernung rund um den Raum herum. Wenn sich das Auge an die Farbe ge­wöhnt hat, dann wirken diese Gestalten mit geradezu plastischer Lebendigkeit, als wollten sie aus den Mauern hervortreten. Man ist über­rascht von der Schönheit der Malerei und der künstlerischen Ausführung, die alles übertrifft, was bisher an Gemälden in Rom aus dieser Zeit entdeckt worden ist. Die Köpfe der Gestalten sind besonders gut ausgeführt und sicherlich von einer Meisterhand gezeichnet. Die Farbe ist dunkel im Ton und bevorzugt Verbindungen eines reichen Braun unö Terrakottarot mit etwas Blau und Grün, die die Gewänder beleben. Die Be­st immuung jeder einzelnen Figur ist schwierig, aber die Gestalten von Petrus und Paulus, die sich in einem besseren Erhaltungszustand befinden als die anderen, sind ziemlich sicher zu erkennen. Das Gesicht von Petrus ist sehr charakteristisch und zeigt eine gebietende Strenge, während die Züge von Paulus viel milder und gütiger sind. Alle Figuren sind bärtig, in die Toga gefleibet und barfüßig.

Die Decke dieser Grabkammer ist gewölbt und mit einem Ornament in roter Terrakottafarbe ver­ziert, das in den Ecken Vögel und Tiere aufweist. 3n dem ersten Gewölbebogen befindet sich ein be­merkenswertes Gemälde, das den Abhang eines Hügels darstellt, auf dem eine Herde von Schafen grast. 3n der Rähe des Gipfels befindet sich eine

selbst ein großes Untercffe an der Ausmerzung von unzuverlässigen Perionen, die sich auf Kosten der Allgemeinheit durch Schleichhandel,^ Preis­treiberei und Zurückhaltung der Ware in mög­lichst kurzer Zeit die Taschen füllen wollen.

Auch das kaufende Publikum kann viel dazu beitragen, daß solchen Personen das Handwerk gelegt wird, indem es alle lleberDortei- langen usw. ungesäumt zur Kenntnis der Preisprüfungs st eilen bringt

** Amtliche Personalnachrichten. Der Abgeordnete Otto 11 r ft a b t wurde am 17. März 1922 zum Ministerialdirektor im Lan­desamt für das Bildungswesen ernannt. Das Landesamt das bisher als besondere Behörde be­stand und dessen Präsident Dr. Urftabt war, ist bekanntlich nach bem neuen Etat dem Staats­ministerium als Abteilung angegliebert, in ber nun Dr. Urftabt ben Posten eines Ministerial- birektors bekleidet. Ernannt wurde am 14. März der Regierungsrat beim Kreisamt in Darmstadt Dr. Otto Michel aus Reu-Bamberg zum Regierungsrat beim Kreisamt in Friedberg mit Wirkung vom 1. April 1922 an.

** Anlagemufik findet am Donners­tag, mittags 12 Ähr, am Liebigdenkmal statt. Musikfolge: 1.Die Freundschaftsflagge Marsch, Frz. v. Blvn. 2. Ouvertüre zum Lust­spielDonna' Diana", F. Regnicek. 3. Große Fantasie a. d. Oper:Wilhelm Teil", G. Ros­sini. 4. Potpourri aus der OperetteDie Esar- daSfürstin", E. Kalman. 5.Mein Regi­ment!", Marsch, L. Blankenburg.

** Das Les ehvlzs ammeln im Gießener Stadtwald ist nach einer amt­lichen Bekanntmachung nur in der Zeit von 7 Ähr morgens bis 6 Ähr abends gestattet

Bornonzcrr.

Tageskalender für Dienstag. Stabttheater, 7 Ähr:Romeo unb Julia". Kath. BereinshauS, 8 Ähr: 4. Dortrag ber Gieße­ner Frauenvereine. Astoria-Lichtspiele:Der geheimnisvolle Iuwelendieb" unbLabovary, ber König ber Diebe". Lichtspielhaus, Dahnhofftr., ab heute bis einschl. Sonntag:Das inbische Grabmal".

Aus bem Stabttheaterbureau Die 10 Prvz. Rachzahlung brr Vergnügungssteuer auf die noch ausstehenden Karten bes Mittwoch- Abonnements werben am Mittwoch, 22. unb Don­nerstag, 23., jeweils vormittags von 10 bis 1 Ähr an bei Kasse in ber Vorhalle bes Theaters er= hl. ben. Die 22. Mittwoch-Abonnementsvor- stellung mußte, da bas Plaut-Gastspiel nur am Mittwoch möglich war. auf Donnerstag, 23., ver­schoben werben. Auf ben Plaut-Abenb sei nochmals ausbrücklich hingewiesen. Er ver­mittelt bic Bekanntschaft mit einem ganz eigen­artigen Vor tragsknnstler, ber auf jedem Gebiete ber heiteren Kunst zu Hause ist.

Oderhessischer Kunst verein. Die gegenwärtige Ausstellung, die künstlerische Hand­arbeiten aller Art vom hiesigen Handarbeits- Seminar und noch einen Teil von Werken des Süddeutschen Illust ratoren-Bundes auftoeift, bleibt nur noch morgen (M i11woch) und am Donnerstag in der Zeit von 11 bis 1 unb am Rach mittag von 3 bis 5 Ähr geöffnet.

Jordans Meist erbilder-An- dachten werden am Donnerstag unb Freitag zum dritten unb vierten Mal wiederholt. Frln. 3 b a Stammler (Gesang) und Herr August Habicht (Orgel) werden auch bei diesen bei­den Feiern mittoirlen, deren Reinertrag zur Hälfte der Kleinkinder-Dewahranstalt zugewe.rdet wird. Die Dilber-Andacht am Donnerstag ist für die Schuljugend bestimmt, die am Freitag für bte Gemeinden. (Räheres ist aus ber heutigen An­zeige zu ersehen.)

Landkreis Gießen.

= Hungen, 21. März. Gestern vormit­tag ereignete sich aus der Braunkohlengrube Friedrich", Trais-Horloff, ein schwerer Ä n g l ü ck s f a l l, der ein Menschenleben for­derte. Ein unterirdischer Stollen, in dem meh­rere Arbeiter beschäftigt waren, brach plötzlich zusammen, wobei der verheiratete Bergmann Bley aus Rodheim bei Hungen von den Erd­massen und den Stützbalken verschüttet wurde. Er konnte nur als Leiche geborgen werden. Zwei andere Arbeiter erlitten Beinbrüche und andere erhebliche Verletzungen.

Quecfborn, 20.März. Hier haben be­reits in der vorigen Woche die Landwirte mit der Frühjahrsbestellung der Aecker begonnen und schon Hafer gesät. Das Wetter war sehr günstig, bank des warmen Sonnenscheins teuren bie Felber genügend trocken, so daß bas

sitzende Figur, die eine Rolle hält unb sehr wahr­scheinlich Christus barstellt. Die Schafe haben gerabe Hörner unb lange Schwänze unb sind benen ähnlich, bic man noch heute in Syrien unb Palästina finbet. 3n bem nächsten Dogengemälbe ist ber Garten einer römischen Villa zu sehen, ber zahlreiche, z. T. verwischte Figuren unb Tiere enthält. Darunter in einer Rische ist eine Szene abgebitbet, auf ber sich mehrere nackte Gestalten Hanb in Hand einer Art Quelle nähern, neben ber eine weibliche Figur steht. Die Darstellung erinnert an antikeSilber von heiligen Quellen, bie eine Rymphe bewacht. Auf der linken Seite dieses Bildes ist die sitzende Figur eines be­kleideten bärtigen Mannes, der Den rechten Arm ausstreckt. DaS Bild wird wohl auf die christ­liche Taufe zu deuten sein. An der rechten Seite des Raumes ist ein Gesims, das einen Schmuck von bunten Ziegeln aufweist. Der Boden zeigt einen Mvsaikbelag von weißen und schwarzen Steinen in vorzüglicher Erhaltung, dessen In­schrift ein Licht auf den Besitzer der Grabstätte wirft. Die Inschrift enthält die folgenden Ramen: Aurelius Onesimus, Aurelius Paperius, die Jungfrau Aurelia Prima und Aurelius Feli° cissimus. Das Hypogeum wird danach von einem reichen Christen im 1. oder spätestens 2. Jahr­hundert als Familienbegrabnis erbaut worden sein. Steigt man vier weitere tiefe Stufen herab, so kommt man in einen anderen Raum, dessen Wände ebenfalls mit Stuck belegt und farbig aus­geschmückt sind. Die Dekorationen der Bogenecken dieses Raumes zeigen vorzüglich ausgeführte far­bige Figuren, während sich in anderen Ecken Dar­stellungen von Seepferden befinden. Eins der Tiere, das in Fahlblau gehalten ist, will man als eine persische Katze erkennen. Rings um den unteren Teil ber Wänbe bieses Raumes liegen sechs Grabnischen. Die Räume finb burch kreis­runde Löcher vorzüglich oentiliert. Die größte Tiefe, die bis jetzt erreiche ist, liegt 3040 Fuß unter der Erdoberfläche. Einige der Bilder werden

Pflügen flott von statten ging. Wenn es dies« Woche keinen weiteren Regen mehr gibt, weiden die Dauern mit bem Hafersäen fertig. Die Win­terfrucht hat gut überwintert, unb bis jetzt lassen sich Schäden, wie in anderen Gegenden, kaum feststellen.

tt. Treis a. d. Lda., 20. März. Gestern abend fand in Dills Saal die General­versammlung des hiesigen Zweigvereins des Evangelischen Bundes statt. An Stelle des verhinderten Rechners verlas der Vorsitzende die Rechnung des vergangenen Jahres, die mit einem Äeberschuh von 50 Mk. abschloß. Dann hielt Pfarrer Lic. Iäger- Allendorf (Lumda) einen anregenden Vortrag über Ziele und Aufgaben des Evangelischen Bundes, in dem er die Pflicht jedes Evangeli­schen, sich an den Lebensäußerungen seiner Kirche rege zu beteiligen, hervorhob. Der Kirchengesangverein und das musikalische Kränzchen hatten ihre Kräfte in den--Dienst des Abends gestellt und erfreuten die An­wesenden durch mehrere musikalische Vorttäge.

Kreis Alsfeld.

Alsfeld, 20. März. Ein schwerer Einbruch wurde in der Güter Halle verübt Den Dieben fielen warme Unterleiber, Wämse unb Strümpfe in bie Hänbe. Etwa 30 Pfunb Reis, 50 Pfund Kaffee, eine Kiste Schvkolabc und 20 Paar Herrenschuhe hießen bie Einbrecher gleichfalls mitgehen. Die gestohlenen ^Sachen haben einen Wert von etwa 30 000 Mark. Dis jetzt fehlt noch jede Spur von den Dieben.

A Alsselb, 20. März. Der Kreisgruppe Alsfeld der Reichsvereimgung ebemal. Kriegsgefangener hielt gestern ün Mainzer Hof eine Versammlung ab. Dabei wurden bie Lohnansprüche s olcher Gefangenen angemelbet, bie sich in englischer Gefangenschaft befunden unb dort gearbeitet hatten.

Heimertshausen bei Als selb, 20. März. Der KriegsveteranIohannes Herdt, ber 1870/71 mitkämpfte, wurde unter starker Beteiligung beerdigt. Der Krieger­verein erwies ihm bie letzte Ehre.

ch. Me r la u, 20. Marz. Gestern abend nahm Lehrer Jung aus Akahandja (6übtoeft- afrita), bei nach lOjährigem Aufenthalt in ber alten Kolons einen sechsmonatigen Urlaub hier bei seinen Angehörigen verbrachte, mit seiner Frau und zwei Kindern Abschied von hier, um von neuem nach Sudwestafrila auszureisen. Er will 'dort weiter für das Deutschtum als Lehrer tätig sein und hat sich zunächst aus 5 Jahre ver­pflichtet. Don Hamburg aus wirb bie Familie Jung mit derQBangruic, einem ber neuen Woermann-Dampser, heute bie Seer äse nach Sterckvpmund an treten. Der Abschied vom Heimatorte wurde ber Familie Jung nicht leicht ge­macht. Zum Bahnhof Mücke gabm Hunderte das Geleite, alle von dem einen Wunsche beseelt, ball ben wackeren Pionieren für bas Deutschtum im fernen Afrika nach fünf Zähren eine ge= funbe Heimkehr beschießen sein möge.

Kreis Büdingen.

* Düd ingen, 20. Marz. Die Witwe des im Kriege als Regiments-Kommandeur der sächsischen Gardereiter gefallenen Grafen Ernst zu Lippe-Weißenfeld, geborene Prin­zessin AnnazuVsenburg undBüdin- g e n hat sich in Rotenburg a. d. Fulda mit dem Fürsten Leopold zu Lippe-Dettnvld verlobt.

Kreis Lauterbach.

Lauterbach, 20. März. Mit Rücksicht auf die herrschende Drennhvlznot hat die Riebeselsche Forstvertealtung beschlossen, den Ge­meinden des Vogelsberges das Brennholz auf dem Wege des Handverkaufs zu festen Preisen zu überlassen. Die Gemeinbeinsassen werben zu bestimmten TerminÄi eingelaben, unb von ben Revierförstern werben an bie einzelnen Ortsbürger zwei bis acht Raummeter Holz über­wiesen, je nach Gröhe ber Familie und ber Vieh­haltung. Ein Meter Duchenscheitholz ist je nach Güte auf 110180 Mark festgelegt, Prügel auf 110140 Mk., Eiche unb Birke 100140 Mi., Kiefer unb Lärche 90110 Mk., Fichte 80 bis 110 Mk. Prügel 60100 Mk., Stocke 60100 Mark, Reisig 30 Mk., Reisprügel 5070 Mk.

Kreis Friedberg.

fpd. Vilbel, 20. März. Zwischen Vil­bel und Bonames sprang am Sonntag' vor­mittag der Fuhrmann August Grün < aus einem fahrenden Personenzug und trug dabei lebensgefährliche Ver­letzungen davon, Die seine Aufnahme in das Frankfurter Krankenhaus bedingten.

jetzt sorgfältig kopiert, um sie festzuhalten, bevor sie vielleicht burch Zufuhr von Luft beschäbigt werden; bie ganze Anlage wirb photographiert, unb bie Regierung tut alles, um biese wichtigen Funbe zu erhalten, bie vielleicht noch bet weiteren Rachforschungen vermehrt werben.

*

Franz Werfel:Bocksgesang".

Reichsdeutsche Uraufführung. Frankfurt, 20. März.

Der Weg ber Menschheit nach oben wird stets von neuem durch Rückfälle in die Tierheit unterbrochen. Immer wieder sprengt derBock" in uns bie Fesseln, rast zerstörend unb befruch­tend, wird vergottet und verteufelt; Brand ins Hirn unb Brand in die seinen Lockungen ach so offene Welt säend, bis das (Opfer der Liebe ihn bezwingt. Aber nahe beieinander wohnen die himmlisch unb die irdische Liede, und bte himmlische selbst wird Mutter bes neuenDockes", weil sie sich von der irdischen nicht lösen kann.

Dies etwa scheint der Sinn von Werfels symbolischem SpielBockig fang ?u |?tn. Frei­lich ist das Wert so vieldeutig unb schwerverständ- sich, so gefüllt mit vielerlei dunklem Hintersinn, daß es schwer ist, nur aus-, nicht unterz liegen Starke dramatische Handlung bewegt die ersten Akte; sie fesseln, spannen, quälen. Gegen Schluß zerfließt das Drama in endlose lyrisierende Dia­loge, bie auf ber Bühne mit ihrer expressionisti­schen Mystik ermüdend wirken. Das atemlose In­teresse, mit dem das Frankfurter Publikum den ersten beiden Akten folgte, flaute denn auch später ab; immerhin konnte sich Wersel einige Male nach Schluß der Vorstellung zeigen. Er hatte selbst die letzten Proben geleitet, so entsprach bie Aufführung, ber Robin Robert em ver­ständnisvoller Regisseur war, fernen Absichten. Besonders seien bie tüchtigen Leistungen von August Weber und Anny Reiter hervoraehoben. Mit einfachen. Mitteln, aber äußerst wirkanas- voll gestaltete Lev Dahl die Bühnenbilder. p. sch