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Dmrf und Verlag: vrühl'fche Univ.-Vuch- und 5teindruckerei R. Lange. Zchnftleilung, Geschäftsstelle und Druckerei: 5chu!stratze 7.

Den Viel -venicnim H'-I....... v " V . , ' '---- . - m

*- Antrag, der. Scutf Rationalen «tarn»Ä

Schärfere Bedingungen eines Moratoriums für Deutschland

Eine Studienreise belgischer Sozialdemokraten.

nunmehr aber werden sie in steigendem Maste den sogenannten Verbrauchergenossenschaften, den Konsumvereinen, ihre Erzeugnisse direkt zusühren. Zur Abwehr dieser äuherst bedrohlichen Erschei­nungen sollte die Umsahsteuerbefremng der Ge- nossenschasten dienen, da dadurch ein Ventil da- gegen geschaffen worden wäre. Aber trotzdem ist die Zentrale und die Einkaufsgenossenschaft des gewerblichen Mittelstandes die wirksamste Waffe, um ebenfalls direkt beim Erzeuger em- kaufen zu können. Für das Handwerk und den Einzelhandel ist dieses auch die einzige Möglich­keit in der Zeit der Monopole, Truste und Syndikate Rohstoffe und Waren bester Qualität und zu noch erfchwinglichen Preisen in der Zukunft erhalten zu können. Der keiner Kredit- und Wareneinkaussgenossenschast angeschlosse^e Ge­werbetreibende wird seine Rohstoffe, w.nn über­haupt, dann nur zu horrenden Preisen erhalten können.

einer auf die Autonomie Slsah-Loth- ringens abzielende Bewegung zur Verfügung gestellt. Wie wir hierzu erfahren, hat die deutsche Regierung mit der erwähnten Angelegenheit selbstverständlich nicht das geringste zu tun. Sic würde sich auj> zu derartigen Machenschaft s' sten niemals hergeben. Die D i s c o n t o - Gesellschaft in Berlin, die nach derselben Meldung eine Reuyorker Bank mit der Cinsamm lung der einlaufendcn Geldspenden beauftragt haben soll, steht zu der Angelegenheit ebenso wenig in Beziehung. Alle Umstände weisen dar auf hin, dast es sich bei der Sammlung, wenn sie überhaupt stattfindet, um eine private Aktion altelsässischer Autonomisten handelt.

ftranfreirf) als Kolonisator.

PariS, 20. März. (WTB.) 3n der Heu» tigen Kammersitzung antwortete Kolonial- minister Sarraut auf die Anklage, die der Abgeordnete von Guadeloupe. Boisneuf, am SamStag gegen die Verwaltung 'n eini­gen französischen Kolonien, namentlich Togos, vorgebracht hatte. Der Minister will nicht be­haupten, dast alles zum Besten stehe, aber er müsse sich gegen die allgemeinen Angriffe des Interpellanten wenden. Gegen die 'Beamten, deren Tätigkeit angezweifelt wurde, werde durch die Gerichte und im Wege des Diszipli­narverfahrens vorgegangen werden. Aach einer verworrenen Debatte, in der die Abge­ordneten der Kolvnialgebiete zum Teil ihre Beschwerderrden aufrecht erhielten, wurde zum Schluß auf Antrag des Kolonialmini- sterS die einfache Tagesordnung angenommen.

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm hohe für Anzeigeno 34 mm Breite örtlich 90 Pf, auswärts 120 Pf.; für Reklame Anzeigen von 70 mir Brette IöOPs. Bei Platz. Vorschrift20" .Aufschlag. Hauvtschriftleiter: Aug. Goetz Verantwortlich fürPolitik. Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Karl Walther; für den Anzeigenteil Hans Beck, sämtlich in Gießen

Partei und der Deutschen Volksvartei. der durch Einführung einer vom Reichsrat und Reichs- Wirtschaftsrat sestzusehcnden Freiliste gewisse, durch die Umsatzsteuer besonders schwer belastete Aussuhrartikel frcistellen wollte, wurde abqe- lehnt, dergleichen fand ein drutschnnt'onaler An­trag Oir. 3401, der die llmsahsteuerbefreiung von 2 v. H. für:Die Ausfuhr von LuxuSgegen- fänden einzelner Gruppen, insbesondere der Ju­welen und Goldbijouterien, deren Gegenwert in rcmdcr Währung entrichtet und der Reichsbank alsbald übereignet wird" forderte und dieser Industrie und ihren Arbeitern den Wettbewerb mit Brüssel, Paris, London und Dirmi gham er­möglichen sollte, keine Zustimmung. Ebenso wurde ein deutschnationaler Antrag, wonach Vermitt­lungen, die über Geschäfte für das Handels­gewerbe eines anderen in dessen ständigem Auf­trag vorgenommen werden, steuerfrei sein soll.en, abgelehnt. Den von uns vorgebrachten Gründen der Richtabwälzbarkeit der Umsatzsteuer u d den vorgcschlagenen Sicherungen gegen unlautere Machenschaften anderer Elemente schienen fast alle Parteien zugänglich zu fein, aber die Regierung lehnte ab und die Koalitionsmehrheit

P a r i s, 21 .März. (WTB.) Die Repara­tionskommission wird heute nachmittag iene offizielle Sitzung abhalten, in dern Verlauf sie glaubt zu einem Einverständnis über die Ausdehnung der Garantien, die von Deutschland gegen die Gewährung eines Mo­ratoriums gestellt werden sollen, zu gelangen. Es scheinen nach der Havasagentur, dast die in Cannes, festgehaltenen Ziffern unter gewissen Bedingungen aufrechterhalten werden sollen. Der Matin" glaubt, da stdie Hinauszögerung der E t- scheidung zurückzuführen sei darauf, dast der bel­gische Delegierte Delacroix im letzten Augenblick wichtige Vorschläge unterbotet f>abc, die eine ziemlich neue Erörterung und ein eingehendes Studium be öligen. Diese Vorschläge sollen sich besonders auf die Kontrollfragen be­ziehen. Dis jetzt seien nach dieser Richtung zwei Thesen ms Auge gefastt worden. Die eine, die englisch-italienische, bestehe darauf, Deu schland ein Ultimatum zu stellen und ihm für die Ausfüh­rung seiner Finanzreform unter Androhung von Sanktionen eine gewisse Frist zu gewähren, aber ihm die Möglichkeit offen zu lassen .durch die Annahme die Einmischung der A.liierlen zu ver­hindern. Die andere These zielt darauf hinaus, eine sofortige Kontrolle einzurichten. Die neuen Vorschläge Delacroix' hätten zum Ziel, die beiden Standpunkte miteinander zu verbinden.

Desgleichen sei entschieden worden, dast die Reparationskommission heute aufs neue tagen, [ dast man sich heute abend über die Vorschläge

In der zweiten Lesung erklärte ich auf Grund eines Zeitungskrieges, dast nach meiner lieber- zeugung sämtliche Parteien für diesen Antrag in der ersten Lesung gestimmt hätten wie auch der volksparteiliche Abgeordnete Dr. Hugo schreibt:Der Antrag wurde mit übe-toältigenöer Mehrheit angenommen mit Ausnahme eines Deutschen Volksparteilers und eines Bayerischen Volksparleilers. Auf meine Frage, ob diese meine Auffassung richtig sei, bestritt ein Vertreter der Deutschdemokratischen Partei, dast sie dafür ge- t'.mmt hätten. Ein Vertreter der Deu scheu Volks­partei wandte sich gegen einzelne meiner Ausfüh­rungen, schwieg sich aber aus, ob die andern drei von den vier Vertretern dagegen gestimmt hätten. |

übernehmen.

Bei Mo'k.weien. Trockenschnihelgenossenschaf- ten, wobei dem Handel keinerlei Rachteil entsteht, liegt es ebenso. Zur ersten Lesung hatten auch die drei sozialistischen Parteien zugunsten der von ihnen vertretenen Konsumvereine diesen Antrag desFreien Ausschusses gestellt.

Ein Vertreter des GrohhandelS aus der Deutschen Voltspartei sprach gegen den Antrag und kündigte scharfe Gegenwehr an. Schon in den nächsten Tagen setzte die Grosthandels-, Wa­renhaus- und Hansabund-Presse ein. Die Fach­blätter der Kaufleute und Handwerker erhielten Kampfartikel gegen den Beschluh zumeist unter der Devise: Der deutschnationale Abgeordnete Hammer und der Unabhängige Dr. Dreitscheid haben einen Antrag zur Befreiung der Konsum­vereine von der Umsatzsteuer durchgeseht. In. der zweiten Lesung hatten wir Deutschnativnalen des­halb sowie andererseits die Kompromihparteien, den Antrag gestellt, die Steuerbefreiung der Ge­nossenschaften wieder aufzuheben, der auch an­genommen wurde.

Bei dieser Aussprache habe ich darauf auf­merksam gemacht, was nun auf wirtschaftlichem Gebiete folgen wird, und zwar viel intensiver und rascher als bei einer eingeführten Steuer­befreiung der Genossenschaften. Wie bestimmt ver­lautet wird die Zentrale der Konsumvereine nunmehr dadurch der Umsatzsteuer auszuweichen und Einzelhandel in eine Hand nimmt, und ersuchen, dast sie die Erzeugung. Großhandel zwar unendlich intensiver als dies bisher der Fall war. Sie pachtet z. D. Güter mit Getreide­wirtschaft und erzeugt Getreide. Sie versendet das­selbe an ihre Mühlen. Diese versenden das Mehl an die Konsumbäckereien, diese verkaufen das Brot an ihre Mitglieder. Die ganzen Vorgänge verpflichten nur bei der lieber nähme des Brotes durch das Verbraucher-Mitglied einmal zur Um­satzsteuer.

Die Verbraucher, die nicht Konsumvereins- Mitglieder sein wollen, tragen die Umsatzsteuer erstens zwischen Erzeuger und Getreidehändler, zweitens zwischen Getreidehändler und Müller, drittens zwischen Müller und Bäcker, viertens zwischen Bäcker und Verbraucher.

Industrie und Handwerk werden gleichfalls durch die Umsatzsteuer gezwungen, sich ein zu­sammengesetztes Unternehmen zu schaffen, viele selbständige Handwerksbetriebe werden dadurch abhängig werden. Die Fabrikanten werden auher- dem den Groß- und den nicht genossenschaftlich

Entschlüssen geführt.

DasEcho de Paris" schreibt zu der letzteren Frage, dast ein Hinausschieben erforderlich sei, da augenblicklich kein Geldgeber geneigt sei, Geld auf Reparationskonto zu leiden.

Die Vorbereitungen für Genna.

Berlin, 21. März. Wie die Blätter er­klären, sind die deutschen Vorbereitun­gen für Genua zu einem gewissen Abschlust ge­langt. Voraussichtlich wird das Kabinett bereits in seiner nächsten Sitzung, die lautVossischer Zei­tung heute stattfinden wird, mit dem Ergebnis der Ressortprüfungen befassen. Heber die Zusam­mensetzung der deutschen Delegation für Genua weist der ,. Lokalanzeiger" mitzuteilen, dast die zu­ständigen Ministerien, das Auswärtige Amt. das Wirtschaftsministerium und das Wiederaufbau­ministerium durch ihre Minister oder Staats­sekretäre vertreten sein werden. Aller Wahrschein­lichkeit nach werde Dr. Rat Henau die Füh- rung der Delegation übernehmen. DerLokal- Anzeiger" erklärt, das schliche aber nicht aus. dast auch Reichskanzler Dr. Wirth nach Genua fährt.

London. 20. März. (WTB.) Reuter er­fährt. dast England alle Vorbereitungen für die Genueser Konferenz getroffen hat. Die briti­schen Vertreter sollen in drei Abteilungen abfahren, bation die erste am 4. April.

Paris, 20. März. (Wolff.) Rach derChi­cago Tribüne" erklärte der amerikanische Ban­kier Vanderlip, der sich in Paris aufhält, gestern: Ich werde in Genua sein, aber meine Anwesenheit wird ganz inoffiziell fern.

Poincar^ geht nicht nach Genua.

Paris, 21. März. (WTB.) Rach dem Oeuvre" hat P o i n c ar e gestern versichert, er verzichte endgültig darauf, nach Genua zu gehen.

Lloyd George über die Last des Ruhmes.

London, 20. März. (WTB.) Der Pre- mierminifter erklärte gestern in einer An­sprache in der Kapelle von Cnccieth. er sei nach Criccieth zur Erholung gekommen Dezugnehmend auf die vorherige Aeusterung des Geistlichen, dast er den Berg des Ruhmes und der Verant­wortlichkeit erklommen habe, warnte der Pre­mierminister die anwesende Jugend und sagte, dieser Weg sei keineswegs ein beneidenswerter. 3e höher man klimme, umso kälter und unange- nefjmer werde es. Man sei Sturmen und Wm^n und allen Angriffen ausgesetzt. Man müsse zahl­reiche Annehmlichkeiten und den £neben beß häuslichen Lebens verlassen. Lloyd George fugte hinzu, kein Mann sei so berufen gewesen, eine so große Last auf sich zu nehmen, tote er selbst während der letzten Jahre.

Köln a. Rh., 20. März. (WB.) Gestern abend trafen hier 25 Mitglieder der belgischen sozialdemokratischen Parteischule ein, welche in dieser Woche eine Studienreise durch das west­deutsche Industriegebiet unternehmen. Die so­zialdemokratische Partei Kölns veranstaltete aus diesem Anlast heute abend im hiesigen Gürzenich­saale eine Kundgebung für die internationale, bei der der Führer der belgischen coozialdemo- tratie Henry de Man. in feinen in fließenbem Deutsch gehaltenen Ausführungen darauf hin­wies dast er mit seinen belgischen Fremden nicht

glaubt dagegen, dast die in Cannes vorgesehenen Garantien wahrscheinlich aufs neue angenommen würden, jedoch scheine die Kommission geneigt zu sein, gewisse Kontrollen hinzuzufügen, die nament- lich ausgeübt werden sollen über die Zollein­nahmen und über den Eingang der aus- ländischen Devisen. Deutschland werde auf­gefordert werden, sofort den Grundsatz dieser Kontrolle anzunehmen. Der Mechanismus der Ausführung soll später präzisiert werden. Was die Frage der internationalen Anleihe betreffe, so scheine die Tendenz dahin zu gehen, deren Studium aufzugeben und abzuwarten, bis Deutschland die notwendigen Finanzrefor­men zur Stabilisierung der Mark durchgeführt habe. Auf diesem Gebiete allein hätten die Beratungen noch zu keinen definitiven

timmte dagegen

Einen breiten Raum nahm in der erften sowohl wie in der zweiten Lesung des Steueraus- chusses ein dcutschnationaler von anderen Par- le en in anderer Form auf genommener Art ag ein. die Lurussteuer zu streichen und bis zum 1. Oktober äußer Kraft zu sehen und dafür die Reichsregierung zu ersuchen, schleunigst einen Gesetzentwurf vorzulegen, der den toi blichen Linus trifft, die hochwertige deutsche Arbeit aber schont. Die dafür vorgebrachten Gründe, wonach durch diese Steuer die hochwertige deutsche Qualitäts­arbeit sehr schwer getroffen wird, besonders in der Luxusindustrie und der Qualitätsarbeit im Hand­werk, hast nichts. Unser und die gleichlautenden Anträge anderer bürgerlichen Parteien wurden von den Kvalitionsparteien einschliestlich des aus­schlaggebenden Zentrums abgelehnt und dafür fol­gender Kompromistantrag der Bayerischen Volks­partei angenommen:Die Bestimmungen über die Llbgrenzung der luxussteuerpflichttgen Gegen- sind im Sinne einer völligen Umarbeitung und Vereinfachung sowie wesentliche Einschrän­kung des Umfanges der luxussteuerpflichtigen Gegenstände neu zu fassen, wobei die hoch­wertige deutsche Arbeitsleistung zu schützen ist. Ist die neue Fassung nicht bis zum 1 Oktober 1922 dem Reichstage vorgelegt, so treten die Vorschriften der Paragraphen 15 bis 24 auster Kraft."

Die unterstrichenen Worte beruhen auf einem deutschnationalen Zusatzantrag.

Die Bestimmungen über Plakate. Reklame usw. und Anzeigensteuer wurden nach Ablehnung verschiedener Anträge nach den Bestimmungen der ersten Lesung unverändert angenommen. Ein deutschnationaler Antrag, eine Entschließung an­zunehmen. dast auf Grund des § 108 der Reichs- abgabenorbnung von der Umsatzsteuer zu be­freien sind:

a) die eigenen Erzeugnisse erblindeter Krieger (Korb- und Bürstenmacher usw.) bis zu einem Umsatz von 50 000 Mk. und bis zu 50 v. H. des Umsatzes von den Erzeugnissen ihrer Angestellten bis zur Hohe von 100 000 Mk. wurde, durch wohlwollende Stellungnahme, der Regierungsvertreter unterstützt, angenommen.

Der deutschnationale Antrag, das Gesetz erst am 1. April 1922 anstelle des 1. Januar in Kraft treten zu lassen, wurde abgelehM mit 10 gegen 10 Stimmen, wobei von vier Zentrumsmitgliedern drei dagegen stimmten. Dagegen wurde eia deutschnationaler Eventualantrag angenommen: jedoch für die Erzeugnisse, deren Verkauf ge­setzlichen Preisbestimmungen unterliegt, erst am 1. April 1922. (Hierzu gehören u. a. Brot. Milch sowie Kohlen, Kali usw.)

Der Kamps um die Umsatzsteuer.

Von Reichstagsabgeordneten Hammer.

Wir geben die nachstehenden Aus­führungen als eine gute Uebersicht der Pailamentsverhandlungen über die kom­plizierten Fragen der Umsatzsteuer, ohne den Standpunkt des Verfassers und seine Begründung der Steuerbefreiung der Genossenschaften uns zu eigen zu machen.

1921 erbrachte die Umsatzsteuer gegenüber der dafür im Rcichshaushalt angefehten Gesamt­summe von 5,4 Milliarden, trotz 40 v. H ^cht" erfaffung der Steuer, über 9 Milliarden Mark. Die Regierungsvorlage für den Reichswlrtschafts- rat erhöhte die Umsatzsteuer auf das Doppelte mit 24 Milliarden Mark Einnahme. Von der Vollversammlung des Reichswirtschaftsrares von 3 auf 2 v. H. Steuersatz herabgesetzt, kam die Vorlage mit 2.5 v. H. nunmehr an den Reichs­tag. Im 11. Steuerausschuß wurde ohne größere Schwierigkeiten der Prozentsatz auf 2 v. H. fest­gesetzt. Die langwierigen Verhandlungen drehten sich in der Hauptsache um die Erweiterung der Freiliste, um die (Steuerbefreiung der Handels­agenten, um die Befreiung der Genossenschaften, um die Aufhebung bzw. gänzliche Umarbeitung der Luxussteuer. um die Anzeigen- und erhöhte Zeitungssteuer und um die Zeit der Inkraft­setzung des Gesetzes.

Von dem ..Freien Ausschuß" der vier größ­ten beutfd;en Genossenschaftsverbände mit 32 000 Genossenschaften, zu denen etwa 26 000 landwirt- schaftliche Genossenschaften. 3300 Handwerker-, Kredit- und Wareneinkauss-Genossenschacken und etwa 19002000 Konsumvereine gehören, war ein Antrag an den Reichstag gesandt worden, der die Befreiung von der Umsatzsteuer für die Genossenschaften und ihre Zentralen, die einem Revisionsverbande angeboren und nur mit ihren Mitgliedern arbeiten, forderte. Diesen. Antrag habe ich meinerseits ausgenommen, da infolge bes riesigen Warenpreissturzes Anfang 1920 ein großer Teil ber Handwerkcreinkaussgenossenschaf- ten überaus schwere Verluste erlitten hatte, wo­durch deren Mitglieder zum Teil mutlos wurden und sich wieder dem mit Tharenkreditangedoken sich n h.'rnden Großhandel zuzuwenden begannen.

Die Steuerbefreiung gründet sich auf die Tatsache, daß die Genossenschaft bzw. die Zen- traleiiikaufsgenvssenschaft nur durch die Geschäfts­anteile und vertretbare Haftsumme ihrer Mitglie­der in die Lage verseht werden, gegen bar und im Großen einzukausen. Trotzdem muß hierfür Umsatzsteuer bezahlt werden. Das Mitglied, wel­ches nun einen Teil dieser ihm gehörenden Ware kauft, zahlt dafür wiederum Umsatzsteuer! Treten beim Einkauf der Zentrale oder der Genossen­schaft Verluste ein. so muß außerdem der Ge- nösfenschaftler zur Vermeidung des Konkurses der Genossenschaft weitere Geschäftäauthaben in kur­zer Frist nachzahlen und weitere Haftsummen

Ein deutsch-polnischer Grenze streit zu ungunsten Deutschlands entschieden.

"03 er l in. 20. März. (WTB ) Zu der lieber- gäbe von fünf Weichselgemeinden an Polen wird von zuständiger Seite mitqetcilt:

Durch die Rote der Botschasterkonferenz vom 12. August 1920 wurden fünf Dörfer auf dem rechten Weichselufer mit den Häfen Kurzeirack Deutschland genommen und Polen zugeteilt. Von deutscher Seite wurde die Entscheidung angefoch­ten. Cs gelang im Frühjahr 1921 durchzusetzen, daß sich Sachverständige der Entente mit der er­neuten Prüfun gber Frage befaßten. Die Eng­länder und Italiener schloffen sich der deutschen Auffassung an, der Franzose der polnischen. Die ersteren waren für die Rückgabe.

In der Hauptsihung der interalliierten Grenzkommission vom 15. Juni 1921 in Posen wurde der deutsche Standpunkt aebillift Daraufhin wurde deutscherseits ersucht, die Bot schafterkonfercnz zu einer Abänderung ihrer Ent­scheidung zu bewegen. Am 13. Oktober wurde bei Botschasterkonferenz eine entsprechende deutsche Rote übergeben. Am 1. Dezember wurden in einer zweiten Rote weitere sachdienliche' Vor­schläge gemacht. Trotz dieser Bemühungen ließ sich die Botschafterkonferenz zu einer 2le iberung ihrer Entscheidung nicht bereitfinden. In ihrer Rote vom 21." Januar 1922 entschied sie, daß die technischen Fragen des Deichschuhes und die Verteilung der Deichlasten durch je einen deutschen und einen polnischen Sachverständigen zu prüfen seien, um das Problem im Sinne einer deutsch-polnischen Deichgemeinschaft zu losen. Man betonte ausdrücklich, daß die Bestimmungen des Friedensvertrages und der Botschasterkonferenz unangetastet bleiben müßten. Die deutsche Regie­rung erllärte sich in ihrer Antwortnote vom 27. Februar bereit, die Sachverständigenbera- tung in die Wege zu leiten, in der Hoffnung, daß sich bei dieser Gelegenheit die ganze Sinnwidrig­leit der Grenzregulierung zeigen werde. Der jeht am 13. März gefaßte Beschluß der interalli­ierten Grenzkommission bedeutet, daß der Be­schluß der Dotschafterkonferenz vom 2. August 1920 für DoUftrecfbar erklärt wird. Am 31. Mär? soll die llebergabe erfolgen.

Die Erregung der oft- und westpreußischen Bevölkerung hierüber ist verständlich. Anderer­seits muh berücksichtigt werden, daß die Entschei­dung seit längerer Zeit fest stand und die Aus­sichten auf eine Abänderung von den zuständigen Stellen stets als sehr gering bezeichnet wurden Es mürben jetzt Schritte unternommen, um bei ber Dotschafterkonferenz die Hinausschie­bung ber Besetzung wenigstens bis zu bem Augenblick zu erreichen, wo bas Ergebnis bei deutsch - polnischen Sachverständigenberatungen vorliegt. Don deutscher tote von interalliierter ©eite wurden wiederholt Versuche gemacht, durch unmittelbare deutsch-polnische Verhandlungen zu einem Ausgleich zu gelangen. Die Verhandlungen wurden pvknischerseits stets kategorisch abgelehnt

Nr. 68

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Sranliurt a. M. 11686.

Wie Frankreich in Amerika gegen Deutschland hetzt.

Berlin 20. März. (WTB.) DieChicago Tribüne" meldet aus Washington: Der fran­zösische Botschafter m den Vereinigten Staaten, 2us,°raÄ>. h°. der Epischen A°g,--ung Ma. > um Fr-ad- za

j itVeY ©Tlb Um mlung Unst-a I hL aa dem Bild d-r hi-r herrschenden Der-,«..

Erstes Blatt 172. Jahrgang Dienstag, 2f. März 1922

GietzenerAilMger

General-Anzeiger für Gderheffen

organisierten Einzelhandel ausschalten, sie werden größtenteils zu detaillierenden Erzeugern werden. I Die landwirtschaftlichen Zentralgenossenschaf­

ten schalten schon jeht den Zwischenhandel aus, I