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Mehener SLadttheater.

Musikalisch« Tänze doa Erika Korneffer.

Dießen, den 21. Febr. 1922.

Wenn auch der Spielplan des SladttheaterS erst vor wenigen Wochen einen Tanzabend auf* wies, fo kann der gestrige doch nicht als eine er« müdende Wiederholung auf gefaßt werden. Denn die noch in aller Erinnerung lebenden Dorfuhrun- gen des Peh-Kainer-BallettS sind in ihrem Wesen 8u_ grundverschieden von den Darbietungen der Künstlerin Erika Aotneffer, um andere als rein äußerliche Gleichheiten fefffterhn zu lassen, um diese Derschiedenheit in den künstlerischen 2ln« schauungen und damit das Ziel und Streben Erika HornesferS klar zu erkennen, genügt schon ein rein äußerlicher Vergleich der beiden Programme. Das Petz-Kalner-Ballett sucht durch tänzerische Ex« Pression der Musik eine bestimmte Darstellung, eine Begebenheit oder einen Begriff darzustellen Erika Hornefser will im Lanz den Rhythmus der Musik wiedergeben. Wir wollen unS eines Urteilst über den künstlerischen Wert der verschiedenen Tendenzen enthalten. Wie wir dem Petz-Kainer- Ballett die Anerkennung nicht versagen konnten, so war der gestrige Abend ein voller Erfolg für die iunge Äiinftletin. Das reiche Programm bot ihr hinreichend Gelegenheit, um den Beweis für dre Aebereinstimmung zwischen Wollen und Können zu erbringen. Jede Körperbewegung gab

"BleibL Die zulässige Höchstzahl der Einwan­derer soll auf 3 Prozent der Desamtzahl der bereits in den Vereinigten Staaten ansässigen Angel Srrgen jeder einzelnen Nation beschränkt sein. Die Resolution wurde dem Senat weiter- gegeben.

Internationale Soz'alistenkonfereaz in Frankfurt.

Berlin. 20. Febr. LautVorwärts" werden vom Parteivorstand der S. P. D. zur internationalen Sozial! st enkon- ferenz, die in der zweiten Halste dieser Woche in Frankfurt a. M. stattfinden wird. Adolf Vraun, Hildenbrand. Molken- buhr, Stampfer und Wels delegiert. Die so­zialdemokratische Reichstagsfraklion entsen­det gleichfalls fünf Delegierte. Die Unab­hängige Partei wird eine achtköpfige Dele­gation entsenden. Auch die Kommunistische Arbeitsgemeinschaft dürfte in Frankfurt ver­treten sein, da sie bereits die Teilnahme Paul LeviS, für die Pariser Konferenz, die wegen deS Fehlens der deutschen Delegierten nicht hatte festgesetzt werden können, offiziell an» gekündigt hat.

Nus dem Reiche.

Der AsichSderkehrSminifter und der Eisen- bahnerstreik.

Berlin, 22. Febr. (Wo'ff.) 3n einer Son- fcerauSgale des ReichSverkehrstlatteS nimmt ter AeichSverkehrSminister zu der Mög­lichkeit der Wiederaufnahme deS Eisenbahn er st reiks folgendermaßen Stel­lung: Dec Do stand ter RcichS^eve Mxift beut» scher Gifeubahabeamten und Änwä.ter beschäftigt sich neuerdings mil dem Gedanken der Wieder­aufnahme des Streiks. Ich mach2 darauf auf­merksam, daß ter Reichstag in überwiegender Mehrheit den Standpunkt der Regierung in der ©heiffiage billigte. Der Reichskanzler hat zu dieser Frage in der Reichslagssitzung vom 9. Fe­bruar dS. Zs. nachdrücklichst erklärt, faß ein Streikrecht der Deamlen nicht bestehe und brand­markte die Arbeitsniederlegung eines Teils der Reichsbeamten, alS »Revolte in der Beamten­schaft". Danach müßte bei einer Wiederholung solcher Vorkommnisse gegen jeden die Arbeit ver- weigernden Beamten mit aller Schürfe einge- schrllten werden. Die diesmal geübte Schonung der Mitläufer könnte nicht mehr in Frage kommen. Die hier Wiede: gegebene Erklärung des ReichS- kanzle.s widerlegt aber auch die von der Reichs- gewe. kichast vecoreite'e Darst l ung, wonach die Reichsrogie ung die jüngst begangenen Verseh- lungen nachträglich milder beurteilen soll als bisher. Maßgebend für die Beurteilung sind allein die im Kabinett aufgestelltsn und im Reichstag von mir bekanntgegebenen unb dort gebill ten Richtlinien, für te en Einhaltung ich die volle Verantwortung übernehme. Ich habe Anlaß, dies mit Rücksicht auf das pflichtgetreue Personal und auf die mit der äln^rsuchung der Li'ziplinar,älle betrauten Beamten besonder- zu betonen.

Die Hetz« gegen StinveS, die unter Führung derFrankfurter Zeitung* von der raolEalen Presse beirieben wird, wird , selbst von demokratischen Politikern unange­nehm empfunden. So schreibt der RrlchStagS- abgeordnete Korell (Dem.) imMainzer Anzeiger^ vom 17. Februar 1922:Die For­derung der Entgiftung des Kampfes von per­sönlicher Gehässigkeit gilt natürlich für alle Lager. Am ein Beispiel zu nennen: die Be­handlung von Stinnes ist allmählich eine Lächerlichkeit geworden. Alles und jedes wird mit feinen Namen In Verbindung gebracht. Er spielt bald die Rolle des schwarzen Man­nes in der deutschen Politik. Auch ihm gelte Icharfer sachlicher Kampf, aber man lasse ihn doch auS Dingen heraus, mit denen er wirk­lich nichts zu tun hat und sehe doch auch das Große und Tüchtige an diesem Manne." Die Derschmelzrmg der Kommuniftischeu Ar­beitsgemeinschaft mit der U. S. P. D. Berlin, 21. Febr. Wie dieFreiheit­mitteilt, wird am kommenden Mittwoch eine Reichskynferenz der U.S.P. stattsin- den, die über das Anerbieten der Kommu­nistischen Arbeitsgemeinschaft um Aufnahme in die 11. S. P. D. entscheiden wird.

Die Lebenserinnerungen des Kronprinzen.

Berlin, 21. Febr. Wie die Blätter melden, wird der frühere Kronprinz seine Lebenserinnerungen im Laufe des Frühjahrs im Verlage der Lottaschen Buchhandlung in Stuttgart und Berlin er- scheinen lassen. Das Werk wird gleichzeitig mit der deutschen Ausgabe auch in holländi- scher, englischer, französischer und spanischer Sprache in Amsterdam erscheinen.

Der Fremdenverkehr in Bayern.

München, 20. Febr. (WTB) Unter dem Vorsitze des bayerischen Ministerpräsidenten sind heute im Landwirtschaftsministerium einoehende Beratungen über die Aufstellung von Richtlinien für den Wirtschaftsplan des Jahres 1 92 2, namentlich im Hinblick auf den Frem - denzu ström im kommenden 6: mmer. abgeßal» ten worden. Landwirtschaftsminister Wuhel- b o f e r führte u. a. aus, es fei erreicht worden, daß die Ausfuhr von Milch, Butter und Käse neuer- dingS gesperrt bleibe und nicht- versäumt werde, die Sperre für die ganze Dauer der Fremden- faison aufrechtzuerhallen. Zur Frage des Frem­denverkehrs wurde in der Aussprache zugegeben, daß nach den Maßnahmen der beteiligten Stellen in Bayern die Versorgung weniger eine Frage der Dorratsbeschaffung als eine Preisfrage sei. Von allen Seiten wurde die. Rückkehr zur Zwangs­wirtschaft als unmöglich und wirkungslos erklärt.

Aus dem besetzten Gebiet.

Berlin, 21. Febr. (Priv.-Tel.) Aach einer Meldung derVoss. Zig." aus Trier ist dort der Oberlehrer Dr. Neubauer von den Franzosen unter der Anschuldigung verhaftet worden, er habe in dem von ihm geleiteten Iugendbund Westmark eine die Sicherheit der BesayungStruppen gefähr­dende Propaganda getrieben. Eine Haus­suchung soll angeblich belastendes Material zutage gefördert haben.

Aus Hessen.

Die LandeSversicherungS- anstatt Hessen veröffentlichte am 1. d.M. den Verwaltungsdericht für das Jahr 1920, der einen genauen lleberblick über Tätigkeit und finanzielle Lage dieses überaus wichtigen sozialen Instituts bietet. Wir entnehmen der Statistik einige Zahlen, die von allgemeinem Interesse sind. Im Jahre 1920 wurden an Renten einschließlich Zulagen insgesamt 14 978 777.22 Ml. gezahlt. Der Aufwand der Landesversicherungsanstalt im Jahre 1920 be­trug für ständige HeUverfahren, wobei 1522 Personen behandelt wurden, 1 368 977 Mk., für nichtständige Heilverfahren, wobei 2320 Per­sonen behandelt wurden, 251 964 Mk.; für 3n* Validenheimpflege, wobei 9 InvaUdenstatto- nen zu berücksichtigen waren, 65155 Mk. und für Fürsvrgetätigkeit 415073.66 Mk.

Aus Stabt unb ftanb.

Gießen, den 21. Febr. 1922.

ß.il Bon der LandeSuniverst- L Der Studienrat Lic. theol. Dr. pnil. Heinrich Adolph, der sich für daS Fach der Systematischen Theologie an unserer Landes- Universität zu habilitieren gedenkt, wird Mitt­woch, 22. Februar, 5 h c t. In der kleinen Aula seine Probevorlesung halten über das Thema: Panentheistische Strömungen innerhalb der modernen Philosophie und ihre Bedeutung für die Theologie.

** Amtliche Personalnachrich­ten. Ernannt wurde am 14. Februar der Pvlizeiwachtmeister auf Probe Hermann Ha­nauer aus Alsfeld zum Polizeiwachtmeister bei dem Polizeiamt Offenbach mit Wirkung vom 16. Februar 1922 an.

D.er Ankauf von Gold für das Reich durch die Reichsbank und die Post er­folgt in der Woche vom 20. bis 26. d. M. un­verändert wie in der Vorwoche zum Preise von 780 Mk. für ein Zwanzigmarkstück, 390 Mark für ein Zehnmarkstück. Für die ausländi­schen Goldmünzen werden entsprechende Preise gezahlt.

Das Fest der silbernen Hochzeit feiern ant 21. Februar die Eheleute Heinrich Schweitzer und Frau geb. Rösser, S'einstr. 83.

* Gin Gedenkstein f üc di e ge­fallenen 6. Ulanen soll, wir uns mitgeteilt wirb, in Langensalza In Thüringen errietet we ­ben. Wir werden gebeten, alle ehemaligen 6. Ulanen aus diesen Plan hinzuwel'ei. Weitere Auskunft erteilen Rkafor a. D. v. Bovelius und 6f>Iofcrmeirtet Anton Engel li Bad Orb.

" 3 m Lichtlpielhause in der Bahnhof- straße wird seit gestern ein Henny-Porten- FilmAlntertreppe" gezeigt, der in rea­listischer Gestaltung der Handlung tote in der Photographie b sonders gelungen ist. Henny Por­ten« Spiel ist von einer seltenen Kraft und Fein­heit deS Ausdrucks, und eS gelingt ihr und ihren Mitspielern, auS einem ziemlich alltäglichen Mllieu heraus ein Drama von erschütternder Tragik! entstehen zu lassen.

** A rt unsere Mitarbeiter. (Sn^e cn der Annahme, die von uns wie von einer Reihe anderer Zeitungen verbreitet worden war, daß

Manuskripte für Zeitungen durchweg alS Drucksache verschickt werden können, wird uns von zuständiger Stelle mitgeteilt, daß solche Aus­nahmen nicht befteßeiu Als Drucksache können also auch an Zeitungen nut auf dem Der- vielfältigungswege Herr estelllc Manu- sllipte, die als solche Vervielfältigungen ohne todtcreS erkennbar sind, versandt werden.

Boriwnzen.

Tageskalender für DienStag. Stadttheater, 7 übt: .Schneider Wittel". Großer Hörfaal der ilntoer.lt.it, 8V? älhr: Vor­trag der Gießener Hochschulgesellfchaft. Kath. Vereinshaus, 8 ilhr: Vortrag der Gief eaer Frauenvereine. Hotel Hopfeld, 8 ilhc: Ver­sammlung des Obst- und GartenbauvereinS.

G i n K ü n st l e r f e st findet am 3. März im Stadttheater statt. Gegeben wird als Festvorstellung die OperetteD i e C zar dasf ür sttn"; ein Ball im Foyer schließt sich an.

Landkreis Niesten.

Hungen, 20. Febr. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr beging gestern abend im dichtbesetzten Saale derStaube ihr Stiftungsfest, bestehend aus einem theatralischen ilnterhaltungsabend. Mit einem Prolog wurde der Abend eingeleitet, worauf ein dreiaktigeS Lustspiel und ein zweiakttger Schwank zur Aufführung kamen; die Darsteller wurden ihrer Aufgabe vollauf gerecht und fan­den allseitigen Beifall. Wirkungsvolle Musik­stücke füllten die Zwischenpausen auS; mit Tanz schloß die wohlgelungene Veranstaltung.

0 S) u n g c n, 20. Febr. Zu unserer gestri­gen Meldung über die Aufdeckung eines Hamsternestes wird uns von zuständiger Stelle mitgeteilt, daß die Nachricht wohl im allgemeinen auf Tatsachen beruht, daß aber die im gestrigen Bericht genannten Zahlen stark übertrieben sind.

* Lang-GönS, 20. Febr. Das Kon­zert des Gesangvereins Frohsinn fand vor einem überaus zahlreich erschienenen Publikum statt. Die einzelnen Chöre waren sauber herausgearbeitet und fanden ebenso wie die Solisten wohlverdienten und reichen Bei­fall. Auch dem mitwirkendrn Gießener Musik- orchestrr muß alle Anerkennung gezollt wer­den. Zu wünschen wäre nur, daß derartige Darbietungen öfter erfolgen könnten.

* Steinbach, 20. Febr. Aus ScimStvg abend hatte die diesige Ortsgruppe der Liga zum Schuhe verdeutschen Kultur zu einem Lichtdildervortrag Über$>ie geschichtliche Entwicklung des deutschen Bauernstandes" ein- geladen. Die vortrefflichen Ausführungen des Redners, Dr Falkenberg, Gießen, wurden von den Erschienenen (über 150 an der Zahl) mit reichem Beifall wloßnt. Außer den zu dem Vor­trag gehörenden Lichtbildern wurden noch solche, die den Friedensvertrag von Versailles in seiner ganzen Härte kennzeichneten, dorgesührt und er­läutert Es sei noch bemerkt, daß die hiesige Ortsgruppe in diesem Win'.er einen Vorirags- Eurfu6 für ihre Mitglieder und sonstigen 3n er- effenten abhält, drr schon seit November läuft und allen toissenswerten Fragen der Gegenwart Rechnungträgt

Watzenborn, 20. Febr. Dec Ge­sangverein »Germania beging gestern abend in seinem VereinSlvkak die Feier seines 5 3. Stiftungsfestes. ES war ein Gesang-, Theater- und Konzertabend mit überaus schön zu­sammengestelltem Programm. Die unter Leitung deS bewährten Dirigenten Georg Harnisch vor­getragenen Kunstchöre mit all ihren gesangstech- Nischen Feinheiten l/eßeri nicht- (U wüns-hrn übrig. Die Rollen, der beiden Dheaterstücke waren recht gut besetzt, ein flottes Zusammenspiel war somit von vornhe ein gesichert. Während »Der Iager- sranzl vom Ammergau" ein echt s ay^risches Dolks- stück mit Gesang von ernstem Charakter war, hatte man In »Dem Häger aus der Pfalz" eine lustige Vollsopsretie ausgewählt, und so jeder schmacksrich ung Rechnung get agen, S.logesarrgS- einlacten von Fräulein Pfaff- Gießen, die über ein klangvolles und gut geschultes Organ verfügt, verdieneir besonderer Erwähnung. Zur Verschöne- rung trugen weiter noch Konzert Vorträge bet Der Verein kann die Feier als einen recht schönen Erfolg buchen, daS Gelingen ist außer der auf- opse nngSvtt'en Tätiakctt der Mitwirkenden nicht zuletzt Dem unermüdlichen Wirken des 1. Vor­sitzenden Karl Kolmer zu danlsrl.

Kreis Lauterbach.

z. G r a i n f e l d, 20. Febr. Öm Hause deS Andreas Fölsina brach am Dachboden des ein­stöckigen Gebäudes Feuer aus, das aber glücklicherweise bald gelöscht wurde. Trotzdem ist dem Beschädigten ein ziemlich hoher Scha­den entstanden. GS wurde behauptet, der Brand sei infolge der Anlage der elektrischen Beleuchtung entstanden. GS wurde deshalb vom Amtsgericht Herbstein der Tatbestand in Augenschein und zu Prowkoll genommen.

Kreis Scharren,

Laubach, 20. Febr. Die hiesige Wasserleitung, die bei Reacnwettei sich trübte, ist setzt verbessert worden. Zwei neue Quellen wurden erbohrt; man bohrte in die Tiefe bis zum Kies. Das Wasser (an der ZwillinaSselse) ist reichlich und kristaMlar. linier der Aufsicht von Baurat Steinbach- Gleßen, sind die beiden neuerschlossenen Quell len gefaßt worden. Die alten Quellen, zu denen Tagwasser eindrang, werden von der neuen Fassung abgeschieden werden. ,

Starkenburg und Rheinhessen.

rm. Erbach i. O., 20. Febr. Der- s ch w u n d e n ist seit 22. Januar der 44 Jahre alte Arbeiter Will). Hagedorn aus Hetz- bach t O., der am fraglichen Tage nach Beerfelden gehen wollte, aber dort nicht an- kam. Man vermutet einen Unglücksfall.

rm. Rüsselsheim, 20. .Febr. 3n den Opelwerken ist der 20 Jahre alle Philipp Hirsch von Klein-Gerau durch ein von dem Danrpfhammer abfliegendes Gisenstück derart verletzt worden, daß er an den Folgen gestorben ist.

Kreis Wetzlar.

* Ä r o f b t> r f, 20. Febr. Das Meiftgetzvi bei bet Verpachtung her hiesigen Gemeinde- jagd wurde, wie unS in Brrichtiaung unserer gestrigen Meldung mitgeteilt wird, nicht von Äabrilartt Rinn, sondern von einem auswärtigen Herrn abgegeben.

Hessen-Nassan.

fpd. Frankfurt a. M., 20. Febr. Die bestehende Karlofselnot nutzt der 35iährig« Gemüsehändler Frz. Derkom aus Köln zu umfangreichen Betrügereien aus. Er bereist Westdeutschland, legt Interessen­ten Duplikatfrachtbriefe, die den gefälschten StempelKöln-Gereon 16. 1. 22 und andere Daten tragen, vor und verkauft ganze Wagen­ladungen angeblich nach einer nahen Station zur Absendung gelangter Kartoffeln. Selbstverständlich kassiert er zugleich den Kaufpreis oder doch einen erheblichen Teil­betrag ein, um dann auf immer zu verschwin­den. Gegen Derkom ist bereits Haftbefehl er­lassen.

me. Frankfurt a. M., 20. Febr. Der M i l ch p r e i s wurde infolge gesteigerter Frachten, Lieferprämien usw. auf 7,40 Mk. für die Vollmilch und 3,40 Mk. für die Mager­milch festgesetzt. Das bedeutet eine Steigerung vvn 1,20 Mk. für den Liter.

* Hanau, 20. Febr. Zugzusammen- stoß am Ostbahnhof. Gestern gegen lnll> 3 Uhr fuhr ter Durchgang sgüierzug 7855 Frank­furt-OstBebra bei der Einfahrt in den ßieftgen Ostbahnhvf durch versehentliche Frelaabe des B-ahnweges auf eine im Gleis 4 N steh en de Wagei^gruppe auf. Dir Zuglvkomo'lve unb sechs Wagen entgleisten, von deirn vier schwer »nb zwei leichter beschädigt wurden. Personen wurden nicht verleyt, dagegen ist der Matcrialsck>:bkm erheblicher Natur. Der Betrieb wu.de nicht ae« stört, nur Hauptgleis 3 und 4 blieb etwa fünf Stunden gesperrt.

Schlichtungsausschutz der Provlnz Dberhessen»

Sitzung vom 14. Februar 1922.

Tie Scheuertuch- und Outetoebe.ekn Meyer, Berck und Keck in AlSfeld und Fuhr in Altenburg sollen unter Einrechnung schon frei­willig gewährter Zulagen von ter Loh iperio2e an, in die drr 7. Fcb.mar als ursprünglich vor­gesehener Berhand'u gstag fiel, ter in.olge des G-isendahnerauSs a^des nicht eingeholtert werden konnte, ihren Arbeitern die Teuerungszulagen um dieselben Beträge erhöhen, wie fu am 23. Ma­nila r 1922 von dem Deutschen Textilardett'rr- verband unb dem Arbeitgeberverband für die Kreise Alsfeld und Lauterbach ab 1. Februar 1822 für ixe Leinen- unb Wollwebereien ver­einbart worden finb, b. h. um 1*50 Mk. auf den Im November vereinbarten GefamtstundenLehn bet Weber :"b«r 23 Zahren^von 6^0 Mk. In den Jutewebereien und 6,05 Mk. In drn Scheuertuch- Webereien, im übrigen nach unten nach tem Aller gestaffelt.

T-ie frtstlofe Gntkassung err.es Ärafttoagen» fÜhrerS ter eiekt rischen Mcbetlanb» an läge der Provinz Oberlxssen in Friedberg wurde für ungerechtfertigt erklärt. Wenn die äleberlandanlage fet. e Wciterbeschäftt u a ab» lehnt, muß sie ihm 1150 Mt Entschädigung zahlen. Tie Entscheikung ist endgültig nach tz 87 des Betri.bSrätcgZ<es.

3n ter Entlas^u"g5fache eines Ard'llerS deS Sägewerks Merlau ter Firma G oth u. Co vereinbarten die Parteien dre Wiedsrem' stellung.

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Tempo und Takt der Musik wieder, die durchweg auS Werken der größten Meister des TonS ge­wählt war. Man kann die Kunst Erika Hörneffers ein Erleben der Musik nennen. Ohne feinstes mufikalifches Empfinden ist sie Überhaupt nicht denkbar. Besonders überzeugend wirkte die Kunst der Tänzerin In BeethovenS »Tempo di Menuetw" und den Walzern von Chopin und Grieg. In den beiden letzteren Stücken verband sich daS Spiel der Arme und Hände, das alS besonders gelungen hervorzuheben ist, mit überaus anmutigen Be­wegungen eines Schleiers, der in den Händen der Tänzerin mit Leben beseelt erschien. Zu erwähnen sind noch die Kostüme der Tänzerin, die ver­schiedentlich gerade in ihrer Einfachheit sich mit höchstem Geschmack dem Geist der Musik und dem umgebenden äußeren Rahmen anpaßten. In Frau Käthe Stern am Klavier sand Grika Horneffer beste älnterstühunw Den ehrlichen und freudigen Beifall deS Publikums darf die junge Künstlerin mit vollem Re^t als ernuitlgen- oes und erfolgversprechendes Zeichen für die Zu­kunft anfehen. tr.

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Eröffnungsvorstellung bei Kleinen Hanfes.

st. Darmstadt, 20. Febr. Weihevoller unb eindrirckstiefer noch als der Festakt der äleber- gabe war die Eröffnungsvorstellung Im kleinen HauS am Samstagabend, die erste wirkliche FeÜ-

vorstellung fett vielen Jahren. Das Publikum war in feie lich, festlicher Stimmung, die bald in eine festlich heitere, freudvolle, künstlerische umgetoanbelt wurde, durch die ganz ausgezeichnete Aufführung von Mozarts »Cofi fan tutte", die unter Kapellmeister S5ellS temperamentvoller, die entzückcnten F.t lheiten der perlenden Musik, meisterhaft he.ausarbellenden Leitung und in dem Rahmen, den Zoses S ch l e m b a ch, der von ihm geschaffenen Neuins5enievung In wundervoller Vollendung, Stileinhcit, Schönheit und Charak­teristik mit sicherem Blick für künstlerischen Zu- sammenllnng von Form und Farbe mit Ton und Spiel gcbic&en, zu einer Festvorstellung in bester Deutung des Werkes geworden ist. Sellen war daS im G u rbe zurür:haltende Darnnstädter Publi­kum so helfet diveuMg. 'Stürmisch wurden Schlem- bach, Szell und der Gene.alintendant gerufe.t Wohl zwanzlgmal hob sich der Vorhang. Die Be­setzung mit Fanny Cleve, Margarethe Alb­recht, Hanne Graebner und den Herren Heuser, Enehfrhn und Kuhn war äußerst glücklich. Mit besonde.er Anerkennung darf Mar­garete Albrecht hervvrgehvben werden, die die Dvradella hier zum ersten Male fang unb sich mit feinem künstlerischen Empfinden in Spiel unb musterhaft faube em Gesang ausgezeichnet dem Ensembles einpaßte.

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Ausstellung deutsche Kunst Darmstadt 1922.

Die Hessisch? Arbeitsgemeinschaft für bildende Kunst, der sämtliche Verbände bildender Künstler in Hessen angehören, plant, wie wir schon kurz meldeten, für den Somnrer 1922 aus der Mathil- denhohe zu Darmstadt eine große deutsche K u n st a u s st e 11 u n g. Bon nichthess.schen Künst­lern sind dis Träger der bedeutendsten Namen zur Beschickung eingeladen worden. Die der Arbeits­gemeinschaft angeschlossenen Verbände haben ein­stimmig beschlosfen, daß jeder in Hessen wohnende Künstler, sowie jedes außerhalb Hessens ansässige Derbandsmitglied, das nicht juryfrei eingeladen wurde, zur Deschickuna der Ausstellung Aundafffen ist, sich aber dnet Zury unterwerfen f; IC. Kein Künstler kann mehr al3 ein Werk ausstellen. Die AuSstellungsbedingungert unb Papiere sind auf der Geschäftsstelle tm Stadthaus zu Darmstadt ab­zuholen oder anzufordern.

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Frankfurt-a. M, 22. Febr. (WTB.) Das Schauspielhaus brachte heute afieno in seinem ZylluS moderner Dramen »Tamar" von Friedrich Wolf zur llsau füh ung Trotz der wunderbaren Bübnenbllter Ludwii 6ieje ts und der fesselnden Inszenierung RicbardWeicherts blieb das in mysttscbrn Bahnen sich beweaende Stück ohne tieferen Eindruck auf daS Publikum. Auch btä treffliche Darstellung deS Patriarch« durch Karl Ebert und der Tamar durch Garda Müller vermochten hievon nichts zu ändern

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