Die
Kurs Kurs
Reinhard $5er - Launsbach. 2. Sieger mit
(aktiv) 1. Pr
800.
Dernrrs6)tes.
Braunschweig, 19. Juli. Heute nacht
®imbeiä zurückzufuhren ist.
Aus dem südlichen Vogelsberg, spielte sich tm Haust der Karlstraß? 47 eine Die Heuernte, welche in diesem Familientragödie ab. Die Familie des
803,
a
728, 760,
Punkten: Wilh. Hnhn-Gr.-Brseck.
204 Pkt: Adrm Herbert-Dorlar.
202 Pkt.: Adolf Mandler-Wieses.
194 Pkt.: H Schwalm-Lollar.
1240, 695
2052
1185
1300- 802 - 734,- 766.- 840j —
7 GO, — 500,- 423,-
74, lü 825,- 185,—
2C5 mit mit mit
71C,- 500,- 4z0r—
75,- 814.- 185,-
3. Sieger
4. Sieger
5. Sieger
früheren Jahren. Dagegen dürften die Dirn- und Steinobstbäume einen ^erreichen Ertrag bringen.
Kurs
18. 7.
77,50 117,- 185,-
83,10 455.- 335,- 286,- 271,- 490,- 3tiG,- 294,- 219, —
294.-
Hochschulnachrichtsn.
- Aach einer Meldung der „Voss. 3tg“ Karb gestern Geheimrat Prof. Dr. Heinrich Rubens. Direktor des physikalischen Instituts der Berliner Universität und Mitglied der Akademie der Wissenschaften nach längerer Krankheit im Alter von 57 Jahren.
Russische Staatsbank hat den Umrechnungskurs für 1922 folgendermaßen festgesetzt: Das Pfund Sterling 1800 Rubel, Dollar 230, Frank 30, schwedische Krone 60 Rubel, die deutsche Mark 88 Kopeken, die polnische Mark sechs, die efthländische Mark fünf, und der lettlän- dische Rubel 80 Kopeken.
(Anmerkung der Redaktion: Die Sätze verstehen sich nach Herabsetzung des früheren Sowjetrubels von 10 000 auf 1 Rubel!)
19.7.
77,50 118 50 190,-
79 -
445 - 328,- 286,50 271,- 490,- 393.50 293,- 248,- 275,-
1245, 705, -
1111,- 1205,- 2240,-
891,— 669,-
1320,- 820,- 730,- 732,- 815,- 708,- 495,- 425,-
76,50 802,-
Brüssel, 19. Juli. (WTB.) Havas meldet: <3n den Hüttenwerken der belgischen Provinz Hennegau in Eouillet ist ein Hochofen in die Luft geflogen. Eine Masse Metall, die zum Schmelzen in den Hochofen gebracht wurde, führte zu einer Gasexplosion. Man spricht von einem Toten; mehrere Arbeiter werden vermißt. Etwa 30 schwer Verbrannte wurden nach dem Hüttenkrankenhaus übergeführt.
London, .19. Juli. (WTB?) Bei einem Brande in einem großen Warenh ause in Aeuyork, bei dem zahlreiche Explosionen erfolgten, sind zwei Personen getötet und dreißig verletzt worden. Den vorliegenden Berichten zufolge ist dies der größte Brand, der sich feit dem bekannten Brande des Mhxth Eable-Gebäudes ereignet hat. Sämtliche Reuhorker Feuerwehren waren an der Brandstätte tätig.
sechsjähriger Sohn, vergifteten sich durch KohlenoxhdgaS. Die „Braunschweigische Lan- deszeitung" meldet, die Familie soll aus Furcht vor einer Bestrafung der Mutter wegen Verbrechens gegen § 219 in den Tod gegangen sein.
Handel.
Russische Valuta.
Moskau, 19. Juli. (WTB.)
1270,- 800, - 720,- 720,- 810,- 716,- 481,- 424,-
Turnen, Sport und 5pieL
Gießener 6. S. v. 1900 erringt 4 Gaumeisterschaften und 3 zweite Siege in Göttingen.
Erneut ein großer Erfolg des Klubs am letzten Sonntag! Die 1. Rennenmannschaft: W. Gramer. A. Wallenfels, W. Schäfer, von Eicken, E. Paulas, R. Fischer erzielte beachtenswerte Stiftungen, von denen Fischers Siege — über 100 und 200 Meter in 11, bzw. 22,4 (!) Dekan- den über die besten Kasse aaer — und die 110 Hürden von Paulus — mit SO Meter Dorsprung spielend in 16,5 Sekunden gewonnen — die eindrucksvollsten waren. Am überraschendsten kommt ober der Sieg des Gießener S. C. 1900 in der 4X1OO-Me^er-Staffel, Klasse A. Die Favoriten Kufhaven-Kassel und KL.sel-48 werden von dem Klub mit W. Evamer am Start, A. Wallenfels. E. Paulus rnd K. Fischer am Schluß in 46 (!) Sek. geschlagen. Das find auf je* den Läufer 11,5 Sek.! Die Staffel lag von Anfang an in Front und hielt di^e trotz Außenbahn (bei 5 Teilnehmern bte 5. Dahn) bis ins Ziel. Das Hauptverdienst an diesem großen Sieg trifft vor aflem Evamer und Wallenfels, die ein glänzendes Rennen liefen. — 3m Stotzen und Werfen revanchierte sich diesmal Jrrnghenn-Kassel, indem er beide Male Paulus 1900 auf den 2. Platz verwies. Die Leistungen von P. waren im Diskus 36,60 Meier und 10,95 Meter Kugel. Schäfer lief über 800 Meter als vierter ein in der guten Zeit von 2 Min. 13,5 Sek. von Eicken gab beim 1500-Meter- Lauf, lange an 4. Stelle liegend, auf Anraten auf, am sich über 5000 Meter schonen, in welcher Konkurrenz er auch keinen Platz belegen konnte. Auch Wallenfels wurde ebenfalls im Hochsprung mit 1,55 Meter und 5 80_ Meter weit jeweils nur 4ter. Cramer lief über zu hohe Hürden ein schweres Rennen, in dem er zum Schluß mächtig aufsief, durch Sturz bei der letzten Hürde aber nur guter Zweiter w urde. 1900 vierfacher Gau meist er! Wer das harte strenge Training in der Athletik-Abteilung des Klubs kennt, wird dem Klub seine besondere Anerkennung nicht versagen.
Das Duudesfrst des Tnrurrbimdss „Lahu-Drwsberg".
verbunden mit 60,ährjger Jubelfeier des T urn- vereins Wieseck, fand am 15., 16. und 17. Hulu in Wieseck statt. Rachdern schon am Samstag eine größere Zahl Wetturner und Kampfrichter eingetroffen war, bewegte sichabends ein stattlicher 3ug item Festplatz zu, wo man alsdann mit der Abwicklung des Programms begann. Die an diesem Abend gezeigten turnerischen Darbietungen waren mustergültig und fanden durch Aufstellung von Pyramiden einen würdigen Abschluß.
Am Sonntag vormfttag 6 Ahr begann das Einzelwetturenen (Zwölfkampf), welches unter der vorzüglichen Leitung des Bandest urnwarts Schmidt- Launsbach gegen 12 Ahr beendet war. Rach einem tm Grütze in Wieseck noch nicht gesehenen Festzug am Rachmittag brachte die Gesangsabteilung des Turnvereins ein Begrüßungslied dar, worauf der Ehrenvorsitzende L. D a u - per t in seiner B grüf>ungsonsprache einen geschichtlichen Rückblick auf das Wirken des nunmehr 60 Jahre bestehenden Vereins bot. Er getrnchte hierbei der Gründer, von denen er nur noch einem, dem bereits 78jährtgen Turner H. Kolb-Wieseck, di: Hand reichen konnte. Mit einem „ Frisch, Fromm, Froh und Frei" begrüßte alsdann Frau L. Euler die Turner, erinnerte ebenfalls an die Männer, welche, getragen von dem Geiste des Turnvaters Hahn, den Verein ms Leben riefen und Überreichte dem 1. Vorsitzenden Karl Scherer eine von Frauen und Hungfra izn Les Vereins gestiftete Standarte. Mit Worten des Dankes übergab Fräulein H. Loh dem Gründer einen Lorbeerkranz untz Fräulein L. Scherer gedachte der in kühler Erde Ruhenden, wobei sie die noch erhaltene Gründungssohne mit einem Lorbeerkranz schmückte. Die hierauf von ca. 200 Turnern ausgeführten Freiübungen, sowie das Musterriegentarnen zeigte einer großen Zuschauer- menge vorzügliche ßeiftungen. Anschließend sichrte Turner Aug. Lotz einen mit 20 Schülerinnen ern- geübten Reigen auf, welcher großen Beifall erntete. Das von der Damen-Abteilung des Tarn- vereirrs Lollar vvrgeführtc Keulenschwingen unb ein von Damen des Turnvereins La uns- bach aufgeführter Mumenreigen trugen zur Verschönerung des Festes toefeiTtlid) bet
Gegen 7 Ahr abends erfolgte die Siegerverkündigung. Es seien hier die fünf ersten Sieger jeder Stufe genannt:
O b e r ft u f e: Ehrensftger: Karl Agel-Lollar. 1. Sieger (gemeinschaftlich) mit 207 Punkten: W. Mwnhardt-Wies eck. Aug. Best - Waldgirmes. W. Hvfmarm-Lollar. 2. Sieger mit 204 Pkt.: Ehr. Rühl-Durkhaudsfelden. 3. Sieger mit 196 Pkt: Hch. Frank-Wieseck. 4. Sieger mit 185 Pkt.: Robert Ersenhut-Wieseck. 5. Sieger mit 182 Pkt.: Karl Haus-Gr.-Duseck.
Anter stufe: 1. Sieger mit 213 Pkt.:
,8.7.
77,50
119,-
186,-
79,60
446,-
329, - 289,- 272,- 492,-
396,- 295,- 248,- 290,50
1’60,-
699,-
1091,-
1189,-
19.7.
77,50 117,60 183 -
83,25 455,- 325,- 287,- 270,- 488,- 390 - 292 - 248 -
bs. Aus Der mittleren Wetterau, 19. Juli. Obwohl es nun schon tagelang Regen gibt, ist dach von einer übermäßigen Feuchtigkeit nichts zu spüren. Den Kartoffeln kommt das Raß kf>E zu st alten und sogar auf geringem Boden bilden sich gewaltige Stauden. Auch in den Garten sieht es gut aas. Die Bohnen haben die höchsten Stangen erklettert und viele Blüten angcfcr Wirsing und alle Kvhlartcn stehen sehr ür;tg. Rur die Gurken, die Som- mertündr. verlangen nach Warme. An dem Bu schobst kann man jetzt den Schaden feststellen. den der Blittfrnc hn Winter angerichtet hat Besonders Psirsich und Aprikose haben fchlechtt-n Behang, was auf don Knospenfruß des
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3t an ff uc . a. 1 20. Juli.
Börsenkurse.
Frankfurt Berlin
Datum:
5% Dtfch. Krieg sanl. 4% Disch. Reichsanl.
3"'<» Dtfch. Reichsanl. 4°/o Preuß. Konsols Hamburg-Pakets.. . Rorddeutfcher Lloyd Tomm.u.PrivatbaTuk Darmstädter Dank . Deutsche Bank . . . Disconto-Gefellschaft Dresdner Bank. . . Mitteld. Ereditbank.
Musterriegen-Turnen
mit 208V„- Pkt: Turnverein Waldgirmes 2 Pr.
mit 2023Pft.: Turnverein Burkhardsfelden. 3. Pr. mit 202 Pkt.: Turnverein Wieseck. 4. Pr. mit 1885/; Pkt.: Turirverein Lollar. 5. Pr. mit 1834/7 Pkt.: Turnverein Launsbach.
An ter stufe: 1. Pr. mit 196l/ti Pkt.. Turnverein Lollar. 2. Pr. mit 180- „ Pkt: Turnverein Waldgirmes 3. Pr. mit 171 Pkt.: Turnverein Wieseck. 4. Pr. mit 1684 Pkt: Tumverem Wieseck. 5. Pr. mit 148' . Pkt.: Turnverern Mainzlar.
Ahnung. Es steht nod^ nicht fest, oö die in den letzten Wochen in den Verkehr gebrachten zahllosen falschen Zehnmarkscheine nicht dieser Werkstätte entstammen. 3n die aufsehenerregende Angelegenheit sind, wie wir erfahren, zahlreiche andere Personen verwickelt, die teilweise, als die Mitteilung von der Entdeckung in die Oeffentlichkeit drang, sofort in eine „Sommerfrische" abreisten. Der Malermeister Aloysius B a m b a ch, in dessen Keller sich die Werkstätte befand, scheint nur die vorgeschobene Person gewesen zu fein.
wd. Diez, 19. Zull. Auf eigenartige Weise ums Leben gekommen ist hier ein auf der Strecke beschäfUaler Rottenarbefter. Ein herannahender Zug wurde zu spät bemerkt, es gelang aber den Arbeitern im letzten Augenblick doch noch beiseite zu springen. Ein Hebel zum Heben der Gleise blieb jedoch stecken und wurde von der Maschine beiseite geschleudert. Dieser traf den 25j5hrigen Rottenarbefter Mbert Seher von hier so schwer am Hals, daß die Schlagader durchgeschlagen wurde und der Derletzte bewußtlos nie» verfiel. Seher ist, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben, an Verblutung gestorben.
Kirche imb Schule.
•* Erledigte Schul st elle. (Srlebtgt ist dl» mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Schulstelle an der Volksschule zu Hörgenau, Kreis Lauterbach.
• Kirch liche Dien st Nachricht. Am 6 Zusi wurde der zweite Pfarrer am Diakonissenhause Elisabethenstist in Darmstadt, Hermann 6 c r 16 a, auf jein Rach suchen mit Wirkung vom 1. September l. Hs. aus dem Dienste der hesiischen evangelischen Landeskirche entlassen.
Berlin, 19. Juli. Börsen st im- mungSbild. On der abwartendenn lustlosen Haltung der Börse, dir gestern m einer ausgesprochenen Geschäftsstille zum Ausdruck gekommen ist, ist heute insofern eine leichte Aenderung eingetreten, als auf dem Markte der Devisenpapirrr, der zugunsten der ausländischen Rentenwerte in den Hintergrund gerückt war, im Zusammenhang mit der neuerlich wieder zum Durchbruch gekommrnen steigenden Bewegung auf dem Devisenmärkte mehr Anternehmungsluft der Spekulation sich zeigte. Dies brwirkte eine mäßige Erhöhung des Kursstandes um 10 bis vereinzelt um 30 Prozent, bei einigen Sonderpapieren auch etwas mehr. Das Publikum hält sich nach den in der letzten Zeit gemachten üblen Erfahrungen Wetter abseits, so daß auch die Am- sätze in den zu EinhettSkursen gehandelten Induftriepapieren keine größeren Kursv^r- änderungen zeitigten. 3n der stürmischen Aufwärtsbewegung der ausländischen Rentenwerte ist insofern ein Stillstand eingetteten, als sich nach den starken Steigerungen der letzten Tage für türkische, besonders aber für ungarische Werte mit Ausnahme der Angarischen Gvlö- rente etwas Realisationslust zeigte. Anberührt hiervon blieben Mexikaner sowie ana- tolische und mazedonische Prioritäten, die zum Teil infolge der Devisensteigerungen erheblich anzogen. Einige Rentenwerte waren unbedeutend verändert.
Frankfurt a. M., 19. JAi Borscn- stimmungsbild. Bei Beginn der hettigen Börse war Die Rachfrage nach ausländischen Renten teilweise recht stürmisch, so daß die Kurse erneut Qnziehen konnten. Der Devisrnmarkt zeigte eine unbeständige Halt ing. Der Dollar setzte ungefähr 470 ein, bewegte sich aif 474 bis 480 unb streifte später 500. 3m freien Verkehr beschränkte sich das Geschäft auf einige Aktten. Deutsche Petrvlerm 2287 dis 2300, Benz 515, Deckcr-Stahl 430, Hansa Lloyd 270, 3nag 400. Montanpapiere lagen etwas fester. Chemische Aktien hatten sich mäßig erholt. Bet den Elrt- trizitätspapieren b[teb das Geschäft recht lufckos. Regere Amsätze verzeichneten Zuckerfabrnpftnen. Schisfahrtsaktien bröckelten mäßig ab. Bankaftren konnten sich bet mäßigen Amsätzen behaupte i. 3m Verlaufe traten einige Sonderpaprere Z):rd> größere Amsätze hervor, die in der Hauptsache Auslandspapiere betrafen. Am Sinheftsmark! war das Geschäft im allgemeinen still. Set Dollar wurde bei Schluß 497 genannt. Privatdiskont 5 Prozent.
Schluß- Schluß- Schluß- Schluß- ~ ’ Kurs
2268 — 2220, d30' - 876, 688 - 666,
Landwirtschaft.
Der zweite Rafsaurfche Karkoffettag vereinigte auch am Dienstag wieder eine große Anzahl Landwirte in der Reuen Aula der Gießener Aniversität.
Dr. E r s i n g e r, Leiter ber Ackerbau- und Scmtzuch abteilung der LMrdwirtschaftskammer in Wiesbaden, sprach über: ^Erfahrungen in der Ka rtof f elzucht und im Kartoffel- bau in Holland und ihre Bedeutung für unsere Landwirtschast.' Wir entnehmen daraus folgendes' Die Produktion unserer Landwirtschaft !ann heute mir etwa 40 Millionen Menschen ernähren, 22 Millionen sind auf Einfuhr angewiesen Wenn nicht die Landwirtschaft in die Lage verseht wird, wieder mehr zu erzeugen, sind alle Anstrengungen vergeblich. Rur auf Eigenbesitz tann die Landwirtschaft gedeihen, Sozialisierung fuhrt ium Verderben. Ansere Landwirte können von Holland manches lernen. Sein Genrüfebau ist ein ig, sein Kartoffelbau bedeuteno. 28 v. H. des Bodens sind Acker- und Gartenland, 3,6 MM. Morgen sind mit Startoffeln bebaut, also 20 v. H. ober ein Fünftel. Die 7 Millionen Einwohner brauchen nicht die Kartoffelmengen, das Land führt aus nach Belgien, England und Deutsch- lar-b und der Aeberschuh geht in die Brennereien, .'er Kartoffelbau ist also die Hanpteinnahme- quelle vieler Dauern. Große Kartoffelgebiete find in der Provinz Groningen, in der Marschgeaend von Friesland, auf Seeland, in Brabant, in Limburg. Das Dorkeimen der Saatkartoffeln ist in Holland zur höchsten Entwicklung gekommen. Die Knollen kommen in Kisten in die warmen Ställe, um hier kurze, dicke Keime zu treiben. Dann werden sie in den Doden gelegt Die Holländer kommen deshalb sehr früh mit Kartoffeln auf den Markt. Hier können wir lernen. 3n Holland wachsen im Durchschnitt 86 Zentner Kartoffeln auf dem Morgen. Sehr zweckmäßig arbeitet die holländische Pflanzenzuchtstation. In Deutschland ist unstreitig die beste Sorte die Industrie. Leider lebt ihr erster Züchter jetzt in Polen. Doch tfl auch Lembles Industrie vorzüglich. Inbezug auf Saat- ‘ baustellen sind große Fortfcfn:itte gemacht worden. Don 1000 Dörfern haben schon 700 Saatbaustellen und infolge des erstllaffigen Saatgutes haben sich die Erträge wefenllich gesteigert. Doch müssen gerade die Kleinbetriebe noch mehr zur Mitarbeit herangezogen werden, denn sie erzeugen 80 v. H. der Kartoffelernte, da in ihrer Hand die größte Dodenfläche ist. Heber Vorkeimen und Beizen der Saatkartoffeln entwickelte sich noch eine Aussprache, die manche Belehrung und Ausklärung mit sich brachte.
Rachmittags fand eine Besichtigung der Versuchsfelder unter Leitung des Geheimrats G i f e - vius statt. Die Kartoffel- und' Getreidesorten zeigten einen guten Stand, auf dem Düngerversuchsfeld konnte man die Wirkungen der verschiedensten Kunstdünger in den mannigfaltigsten Zusammenstellungen beobachten. Das Lob über die Versuchsfelder war allgemein.
In den Räumen des Landwirtschaftlichen Instituts war eine kleine Ausstellung einaerichtet: Pflanzenkrankheiten und Pflanzenschutz. An Präparaten und Modellen wurden die Krankheiten und chre verheerenden Wirrungen gezeigt. Aber der menschlichr Geist hat auch Mittel zu ihrer Bekämpfung gefunden und biefc waren ebenfalls »ur Schau gestellt.
Den Schluß der Tagung bildeten gestern zwei Besichtigungen, und zwar des Hosg'Aes Kloster Altenberg bet Wetzlar und der Saatgutwirtschaft H. W. Wirth in Eschbach. .-5-
Iahre trotz der unständigen Witterung in kurzer > Arbeiters Lutter, Mann, Frau unv ein Zeit beendet war, ist im allgemeinen besser aus-' hur*
gefallen, als anfänglich angenommen wurde. Da infolge des starken Regens der letzten Tage eine gute OrummcterntE zu erwarten ist, so find die Futteraussichien weit besser als im vorigen Jahre, Der Regen ist auch den Feldfrüchten sehr zustatten gekommen; insbesondere bestehen die besten Aussichten aus eine gute Kartoffelernte. Was das Obst aulangt, so ist der Behang der Aepfelbäume nicht so reich wie in
Berliner Devisenmarkt.
Geld Brief Gell» Brief
Datum: 18. Juli. 19. Juli.
Amstd.-Rotterd. 18626,6518673,3519275,85 19334,16 Brüflel-Antw. . 3795 25 3804,75 3395,10 3904,90 Ehristiania . . . 7990,- 8010 - 8189,75 8210,25 Kopenhagen . . 10287,1010312*90 10o61,65 106bd,35 Stockholm. . . . 12*59,4o 12490,60 12808,95 12841,05 AelsingforS. . . 983,75 986,25 1048 65 1051,35 Italien 2197,25 2202,75 2267,15 2272,83 London 2134,80 21*0,20 2197125 2202.75
Aeuyork ....
Paris Schweiz Spanien Deutsch-Oesterr. Prag Budapest . . ?. Buenos Aires . Bulgarien . . . Japan Rio de Janeiro
438,45 *39,55 3995 - 4605,- 910x45 9221,55 7400,70 7419.30
1,28 1,32
107^65 1079,35
36,20 36,30
156,42 156,82
304,60 305,40
228, 229,-
6431,- 6509,-
»89,38 496^2 4149,80 4160,20 9388,25 9411,75 7565,50 7584,50
1,28 1^2
1115,60 1118,40 37,70 37f80
177,25 177,75 314,60 315,40
232,- 233,- 6616,- 6634,-
Marknotierungen.
Datum: 1.7.14. 18.7. 19.7.
Zürich Fr. 125.40 1,10 i,06
Amsterdam Fl. 59.20 -.62
Kopenhagen Kr. 88.80 1,- -,96
Stockholm Kr. 88.80 -,87 -.85
Wien Kr. 117.80
Prag Kr. 117.80 9,75
London VH. 97.80
Aeuyork $ 23.80 -,22 _^1
Parts Fr. 125.40 2,52 2,42
Züricher Devisenmarkt.
19. 7. 20. 7.
Wechsel auf Schweizer Franken
Holland 100 FI. = 202.85 202.50 Deuffchland 100 Mk. -- 1,13 0.97
Wien 100 Kr. ---- 0.015 0.017 Prag 100 Kr. --- 11.65 11.571
Paris 100 Fr. --- 44.60 43.*5
London ....... 1 £ =■ 23.21 23.18
Italien 100 2. = 24.85 22.7<
Brüssel 100 Fr. = 41.95 40.95
Budapest 100 Kr. — 0.395 0.385
Reuhork 100 $ — 520.60 520 75
Agram 100 Kr. --- 1.62 1.525
Warschau 100 Kr. =■ 0,096 0,09
(In einem Teil der Auflage wiederholt.)
Die oberschlesische Dolksabstimomng.
Berlin, 19. Juli. Aach einer Meldung der „Voss. Zig." wurde gestern in einer VertrauenSmänuewersammlung der vberschle- sischen DolkSpartei (Zentrum) in Kandrzin nach einem Referat des Pfarrers Alitzka zur Frage der Autonomie Oberfchlesiens eine Resolution deS Inhaltes angenommen, daß die Partei nach Erfüllung der Wünsche des Volkes für die Abstimmung am 3. September ihren Wählern empfiehlt, für den Verbleib des Landes im preußischen StaatSverbande zu stimmen. Damit ist, wie das Blatt schreibt, bei der ausschlaggebenden Bedeutung des Zentrums kn Oberschlesien der Verbleib Ober- schlesienS bei Preußen gesichert.
Französische Stimmen zum denlschen Finanz- Problem.
Paris, 19. Juli. (WTB.) Wie das „Gchv. de Paris" mitteilt, hat P oincar 6 dem eng» lis chen Geschäftsträger eine Rote überreichen lassen, in der er erklärt, es sei ihm unmöglich den Zeitpunkt seiner Reise nach London festzusehen, solange er nicht Kenntnis von dem Bericht des Garantieausschusses genommen habe. Selbst das „E ch o d e Part s" ist damit unzufrieden; denn es will nicht recht einsehen, daß der Garantieausschuß und sein Bericht augenblicklich die Aktion der französischen Regierung beherrschen. Man fennc den Bericht nicht, aber man wisse, was davon zu halten sei,- jedenfalls nichts Gutes. Pfänder und Garantien, eine tatsächliche Besetzung des (inten Rheinufers und eine Kontrolle des Ruhrgebietes, das müsse man in Deutschland verwirklichen. Infolgedessen wäre cs vielleicht besser gewesen, den Engländern zu sagen daß man Die Reise nach London unternehmen werde müder vorherigen Verpflichtung der Reparationskommission, Die vorsätzlichen Verfehlungen der deutschen Regierung festzustellen.
Rach dem „O e u v r e" soll Poincare gemeinsam mit dem französischen Ftoanzmtrvster die Akten zusammenstellen, durch die bewiesen werden soll, daß das Deutsche Reich seit Beginn dieses Jahres jeden Monat für 12 Milliarden Papier- mark ausgegeben habe, also systematisch an der Entwertung seines Geldes arbeite. Der Bankerott sei also vorsätzlich und die Verfehlungen gegen die Vorschriften der Re- parationskommissivn erwiesen, so daß also auf Grund des § 18, Anhang 2, Abschnitt 8 die Alliierten das Recht hätten, respektive jeder für sich, Maßnahmen zu ergreifen, die die Umstände notwendig machten. Lloyd George Dagegen habe, ohne ein Dossier aufzustellen, erklärt, er fei ja kein Advokat, sein Gegner übertreibe und feine ungenügend gerechtfertigten Konklusionen seien gefährlich. In dieser Unterredung will er sich davon, überzeugen. Das seien Die Meinungsverschiedenheiten, Die im Augenblick eine kritische Spannung zwischen Der englischen und Der französischen Regierung herbeigeführt haben. Das Blatt sagt voraus, daß Poincare einige Tage vor Dan 15. August, d. h. vor dem nächsten Zahltage, also bevor man Deutschland eine Antwort geben müsse, ob man das Moratorium bewilligen werde, die Reise nach London antreten wird.
Auch der .Petit P a r i s i e n" verlangt heute in einem Leitartikel eine scharfe Kontrolle der deutschen Finanzen. Man werde bald erkennen, ob iter Garantieausschuß nach dieser Richtung hin ein befriedigendes Ergebnis in Berlin erzieÜ habe oder ob man radikale Entscheidungen verlangen müsse. Auch dieses. Blatt spricht von einer übertriebenen Ausgabe von Banknoten. Man könne einem Land, so bedeutend es auch sei. nicht gestatten, eine täglich Unordnung m den europäischen Organismus zu bringen. Das Blatt glaubt, daß auch die Kompensationen eines Teiles der Schulden der Alliierten mit Den deutschen Schulden notwendig sei.
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