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könnten, ihn über die geheimen (BertKFiDlaagen i mit Mosk.»r auf dem Laufenden zu Halter uiib well sie durch die Unterzeichnung leä Vortages, den sie versprochen hatten, nicyt so vasch ab- .zaschlie.cm, s in Der r men ge.äuscht hacen, das er in sie fe.jte? 3n diesem Falle würde man verstehen, warum Llvyd George ausschließlich gegen die Deu.schen sei.re Blitze geschleudert tote Ter »Temps" stellt alsdann die Frage: Wo­hin geht Europa? Aach einer la gen Vor- bereilung hatten die deutsche und de bolsche­wistische .Kegüiu*g einen großen Coup gemacht Tie Alliierten hallen krafllos geantwor.et und ein Priva.sekretär Lloyd Georges habe etrem Dedakteuc desTemps" gesagt, Großbritannien fei absolut gegen jeoe Hegemonie rn Europa Tas müsse man der drutsch-russi chen Äca.ition sagen. W-emi also Ll>h) G/orje die ge. i le Antwort angesi^ts seiner Warnung an Franl-- reich gegeben habe, was würden die entschlosse­nen Manner denke i, die in Berlin und Moskau arbeiten? Sie misten sich sagen: England rea­giert nicht energisch gegen die deutsch-bolsche­wistische Dedrohu g. A.ho h-nl es Furcht vor einem Kon l.k, u will G s täte rn ch n w e im Früchscchr 19 4. ($ rglaitb fürchtet au erdem, dach Frank eich zu start wird. Das ist der Giftes- zustand, der nach Waterloo vorgeherrscht hat und als der Sommer 18i0 herannahte. Wenn die entschlossenen Leute von Berlin und Moskwa nach 1815 diese Betrachtung anstellten, toiLD-en sie zu der Konklusion gelangen: Wir kennen fortsahren, Kri g vo -zubereiten. Die fra zl s. che Kammer habe Recht daran getan, die Ibmonatige Dienstzeit zu votieren.

Auch das »Journal des Debats" ist mit der gestrigen Amtwortnote nicht zufrieden. Es findet, dach gestern ein schlimmer Tag ge­wesen sei. Die Alliierten Hütten sich nicht zu kontrahierten Manövern verstanden. Die Ver­wirrung in Genua vermehre sich, die ösfenllbhe Meinung in Genua sei erregt Der Tag werde immer günstiger für eine gemeinsame Aktion der Bolschewisten und der Deutschen. Wenn die Alli­ierten sich nicht zur rechten Zeit aufrafften, dann werde das freche Manöver Rath en aus und Tschitscherins mit einem Triumph enden. Anstatt Front hiergegen zu machen, frage man sich, ob dieser oder jener der Alliierten nicht davon benachrichtigt gewesen sei, was vorginge und ob man sich einer geheimen Machination gegenüber befinde. Der Vertrag vom 16. Aprll werde von den einen als juristischer Akt an­gesehen, der durch diesen oder jenen Paragraphen angegriffen werden könne. Die anderen aber seien der Ansicht, daß er einen neuen europäischen Zustand schaffe, der sofortige Maßnahmen er-, fordere. 3n Frankreich seien gewisse Leute er­regt und verlangten Einberufung der Kammer. Diese Erregung hätten die Anterzeichner des Ver­trages gewollt: man befinde sich nicht vor einer neuen internationalen Lage. Ob das Dokument befiele oder nicht, die Absichten der beiden kon­trahierten Parteien würden dieselben bleiben. Die einzelnen Klauseln seien nebensächlich Das We­sentliche sei die Verösfenllichung des Dokuments. Denn dies sei ein Manöver. Es sei bedauerlich, dah man darauf nicht durch ein Gegenmanöver geantwortet habe. Schließlich bemerkt das Blatt, "dah man beide Unterzeichner nicht verschieden hätte behandeln dürfen.

Eine internationale Finanzkonferenz.

Rach einer Meldung derVoss. Ztg." Jfauß Genua wurde von der finanziellen Oberkommissivn der Fachleute, zu 'der auch der Reichsbankpräsident Haven- stein gehört, eine bereits fertiggestellte Re­solution angenommen, in der es heißt: Es sollen zugleich alle Banken, die Banknoten ausgeben, zu einer Konferenz außerhalb von Genua und ohne Zusammenhang mit der Ge­nueser Konferenz zusammenberufen werden. Diese Konferenz soll aus sich heraus die Frage der Geldbasis, der Währungen, die Stabili­sierung der Wechselkurse, der Kredite, der Au- leihefvage, der Unabhängigkeit der Roten- Sanken von ihren Regierungen und auch die Frage der Schuldenzahlung regeln. Zu dieser Konferenz soll auch die amerikanische Federal Reserve Bank etngetaben werden. Die Bank soll ihre Teilnahme bereits zugesagt haben.

Amerika als Gläubiger.

London, 19. April. (WTB.) Wie die Blätter aus Washington berichten, wurde gestern in einer Sitzung, an der Schatzsekre- tär Mellon und sämtliche Mitglieder der Schuldenkvmmission, darunter Hughes, Hoo­ver und Bürten teilnahmen, eine Kommi s- sion für die Fundierung der alli­ierten Schulden konstituiert. Sie wird künftig von Zeit zu Zeit zusammentreten und sich zuerst mit der englischen und dann mit der Schuld der anderen Länder In einer noch zu bestimmenden Reihenfolge beschäftigen. Die Kommission zeige keinerlei Neigung, die Dinge zu überstürzen.

Aus Sen Ausschüssen.

Genua, 19. April. (WTB.) Die Unterem- Mission für den Geldumlauf und für W e ch ° selkurfe der Finanzkommission traten nachmittags unter dem Vorsitz von Sir Robert Horne zusammen. Der Bericht der Wirtschaftler über den Papiergeldumlauf und die Wechselkurse wurden eingehend geprüft. Mehrere Abände- rungsanträg" sind eingebracht worden. Der Be­richt der Wirtschaftler wurde schließlich ange­nommen, und es wurde beschlossen, der Sinan3» kommissivn eine Reihe von Resolutionen vorzu­legen, in denen der Konferenz angeraten wird, diese mit ihren Abänderungen gnzunehmen. Nächste Sitzung Donnerstag nachmittag.

Genua, 19. Aprll. (WTB.) Heute nach­mittag ist der erste Unterausschuß (Eisenbahnen) der Transportkommis­sion zu seiner zweiten Sijung zusammengetreten. Es wurden die Abkommen von Porto Rose (R gelang des internatio ialen Eisenbahnverkehrs) und von Barcelona (Transitjreiheit) erörtert Man darf auf die baldige Ratifizierung der ge­nannten Abkommen durch die interessierten Staa­ten Hofen. Rußland ist indessen eine Frist gewährt worden, um seinen Delegierten zu ge­halten, sich mit der A rgelegenhell vorher ein­gehend zu beschäftigen. Es wurde ein Resolutions- entourf über das Regime des internationalen T ansvortveriehrs angenommen. Mehrere Ab­änderungsanträge, darunter auch von Deutsch­land, sind eingeb.acht tooritex 3-jre genaue Prü­fung wird später borgenommen werden. Das Problem der Bezahlung der internationalen T.ansporte in einem einheitlichen Geld? wurde einem besonderen Ausschuß überwiesen, dem Dele­gierte Belgiens, Frankreichs .3tatiend, Deutsch­lands und Polens, eventuell auch der Schweiz, angehören werden.

Genua, 20. April. (WTB.) Gestern fand eine Sitzung der Wirtschaftskommission statt. 3n dieser Sitzung tierteilte zunächst der Vor­sitzende des Allgemeinen Gewerkschaftsbundes Z 0 uh 0 ux eine Denkschrift des Allgemeinen Ge­werkschaf .sbundcs. Als deutscherDell gier ter nahm Reichswir^schaftsminister Schmidt das Wort zu längeren Ausführungen. Ferner fand eine Sitzung des ersten Antevausfchusses der Wirtschaftskom­mission (TransportkomMission) statt, die sich mit den Fragen der internationalen Trans- portlage befaßte. Das deutsche Mitglied Staats-- fefretär Stieler ergriff hierzu das Wort. Außerdem tagte auch der zweite Antercuisschuß der WirtschaftskommisHon, der sich mit den Fra­gen der Passiven und ähnlichen Fragen be­schäftigte.

Belagerungszustand in Glerwitz.

Gleiw i h, 19. April. (WTB.) Auf Grund des Belagerungszustandes unterliegen särnlliche Gleiwitzer Zeitungen der Zensur. Die heutigen 'Blätter weisen große Zensurlücken auf und melden von der Ermordung des Pol enführers SthezynSki nur die Tatsache.

Mordtat eines französischen Soldaten.

Groh-Strelitz, 19. April. (WTB.) Letzte Rächt wurde die Gattin des Iustiz- oberinspekwrs Bennek von einer fran­zösischen Patrouille in dem Augen­blick e r s ch o s s e n, als sie das Fenster öffnete, um nach ihrem aus dem Dienst heimkehren­den Gatten auözuschauen. Der Kreiskvn- trolleur von Groß-Strelitz erklärte dem Vorsitzenden des deutschen Ausschusses von Groß-Strelitz, der wegen des Vorfalles bei ihm vorstellig wurde, daß kurz vor der Oeffnung des Fensters durch Frau Bennek Schüsse gefallen seien. 3n der Annahme, daß aus diesem Fenster geschossen wurde, hätte der französische Soldat hineingeschossen. Er werde wegen fahrlässiger Lötung zur Ver­antwortung gezogen.

Das VerhaLLen des früheren Kaisers beim Kriegsende.

Berlin. 19. Aprll. (WTB.) Den Ent­schluß des vormaligen Kaisers, am 9. No­vember das Große Hauptquartier zu ver­lassen, behandelt, wie dasAchtuhr-Abend­blatt" mitteilt, General Eisenhardt- Rvthe in einer Broschüre, die in einigen Tagen erscheinen wird. Danach erklärte der Kaiser um 4 Ahr nachmittags, er habe soeben dem Kronprinzen geschrieben, er bleibe beim Heere. Als dann um 7 Ahr abends der Gene­raloberst v. Plessen In Gegenwart des Ad­mirals v. Hintze dem Kaiser über etwaige Reisevvrbereitungen kurz Vortrag gehalten hatte, sagte der Kaiser zu seinen beiden Adju­tanten:And wenn mir nur einige von meinen Herrn treu bleiben, mit denen kämpfe ich bis zum Aeußersten, und wenn wir alle tvtge-

schlagen werden. Vor dem Tode habe ich keine Angst. Auch lasse ich nicht Frau und Kinder im Stich; das kann ich nicht, ich bleibe hier." Endgülllg erschüttert wurde der Kaiser in dieser Ansicht, als um 10 Ahr abends der Legativusrat Freiherr von Grünau meldete, Hintze und Hindenburg liehen den Kaiser beschwören, baldigst abzurei- s e n. Der Kaiser sah darin die Antwort Hin­denburgs aus eine Mitteilung, die er dem Feldmarschall eine Stunde vorher hatte zu­gehen lassen. Sie hatte dahin gelautet, der Kaiser habe seinen Plan, nach Holland zu gehcn, aufgegeben, nicht etwa aufgeschoben. Das Eisenhardtsche Buch sagt hierzu, Hinden­burg bestreite entschieden, den Auftrag zu der Mitteilung Grünaus gegeben zu haben, während Grün-au versichere, Hintzes Mel­dung, wonach der Kaiser in seinem und Hin­denburgs Auftrage beschworen werde, an dem Rciseplane festzuhalten, dem Kaiser richtig übermittelt habe.

2Lus dem Reiche.

Konferenz der ErnahrungSministrr.

M ü n ch'e n, 20. April. Rach Blättermel­dungen aus München begab sch der baye­rische Landwirtschafts-Minister W u tz l h 0 f e r nach Berlin, wo heute _ die Konferenz der deutschen Crnäh- rungSMinister stattfindet. Die Konfe­renz wird sich vor allem mit der Frage der Kartoffelwirtschaft befassen.

Eine Augeukrankheit Kapps.

Rach einer Meldung desVorwärts" soll die in der Leipziger Anwersitätsklinik vor- genommenen An Versuchung Kapps er­geben haben, daß er an einer schweren Augenkrankheit leidet, die eine Opera­tion notwendig macht.

Friede tun Frankfurter Brrsicherungsgewerüe.

Berlin, 19. April. (WTB.) Der Ar­beitgeberverband deutscher Ver- sicherungS-Anternehm ungen teilt zum Tarifstreik im Versicherungsgewerbe mit: 3n Frankfurt a. M. hatten die Versiche­rungsgesellschaften, gezwungen durch die De­monstrationen der Angestellten, die Betriebe geschlossen. Auf Anrufung durch die Ange- stelltenverbände fällte der örtliche Schlich- tungsauSschuh Frankfurt a. M. einen Schieds­spruch, der von den Arbeitgebern abgelehnt wurde. Die von den Angestellten beantragte Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches wurde vom Demob'ilmachungskommissar nicht verfügt. Es kam jedoch zwischen den Frankfur­ter Versicherungsgesellschaften und ihren Be­triebsräten in Anwesenheit der Vertreter der Angestelltelwerbände eine Vereinbarung zu­stande. Nachdem die Betriebsräte ihr Be­dauern über die Vorkommnisse ausgesprochen hatten, entschlossen sich die Arbeitgeber, den Arbeitnehmern die gleichen Beträge auch für Aprll mit Abzug der schon für vier Monate vvrausbezahlten Verheirateten-. und Kinder­zulage zu zahlen. Damit ist der Friede im Frankfurter Versicherungsgewerbe wieder her­gestellt.

Aus Stabt und Land.

Gießen, den 20. April 1922.

O qroae inntatio rernm.

Vor mir liegt eine Rechnung, die ich schon fett geraumer Zeit mit einer gewißen Wehmut betrachte.--3m Mai des Zahres 1910 war es,

da zogen Mitglieder eines Gießener Stammtisches hinaus auf den Schiffenberg, um. bet einem guten 3mbiß und noch besserem Schoppen Maiwein sich des Frühlings zu freuen. Sie haben eine recht ansehnliche Zeche gemacht, die wackeren Wandergenossen. Als sie gingen, ließen sie sich von dem Wirt als ordnungsliebende Leute eine quittierte Rechnung über das Verzehrte und Be­zahlte geben, aus der man ersieht, daß sie an Speise and Trant folgendes zu sich nahmen: 17 Flaschen Wein mit 1 Flasche Wasser (das sie also verständigerweise mit Maßen benutzten) and Zucker und Maikrait: dazu 131/2 Portionen gekochten and 2 Portionen rohen Schinken, 18 Portionen Butter, 18 (Sier, 4 Portionen Butter­brot, 3 Portionen Schweizerkäse, 3 Portionen Handkäfe und 1 Handkäse.--Du wirst fragen,

lieber Leser, warum dir alle diese Herrlichkeiten aufgezählt werden, und meinen, solche Quan­titäten an Speisen and Getränken könnte eine Gesellschaft maiwcinfroher Manner wohl heule ebenfog.it vertilgen wie im Lenz des Zahres 1910. Du hast recht, aber ich glaube kaum, daß Zeitige

Vchtsfenvergpilger ebenso wohlfeil öation lum­men würden. Denn, lieber Leser, Hove and staune: Besagte Rechnung schließt im En ^betrage mit der Rieseasumme von---- 33 Mart und

60 Pfennig ab. Habe ich nicht allen Grand, die Rechnung auch weiter mit Wehmut z 1 be­trachten und über diese ZellenO quae mutatio rerum za schreiben?r.

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** Anser neuer Roman, mit dessen Abdruck wir morgen beginnen, heißt:Die Sakramentshex", und ist eine Arbeit der Schriftstellerin Marie Kerschen st einer. Der starke Stimmungsreiz der poesieerfüllten Erzählung liegt nicht sowohl in den äußeren Geschehnissen, als in der Entwickelung der fein empfundenen seelischen Vorgänge begründet.

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L. A. Landesuniversität. Dsv-ordenll. Professor für Semitische Philologie Dr. Paul Kahle Hal den an ihn erganjenen Ruf an die Anioe.sllät Königsberg L Pr. abgelehnt.

** Ermäßigung der Gebühren für Pakete, Telegramme und Fernge­spräche im Auslandsverkehr. Die seit der letzten Fe'lse.a.ig des deutschen Gegenwerts für den Golds.anken (1. Apri) eUgetrctene Bes­serung des deutschen Ma k rr es ermög i hl es dec Postverw'lvi g, bei der Gebühr nie h bung im Äuslands-Pa.e.- und Tll^cammve k-.hr sowie für Ferngespräche nach den Ausland das Um- rechnungstierhälluis für den Goldfracitea mit Wi.kung vom 18. April a.i von 60 Mk. auf 56 OHL zu ermäßigen und dadurch eine nicht unwesentliche Verbilligung der genannten Ge­bühren cirrtrcten zu lassen. Das neue Amrcch nungsverhältr.is ist auch für die Wertangabe ais Driesen und Pole en nach dem Au.land maß­gebend. Aeber die Einzelheiten geben die Post- anstalten Auskunft.

** Zur Vertilgung der Raupen- nester bis zum 15. Mar werden die Garten- und Feldbesitzer der Gemarkung Gießen durch eine amtliche Bekanntmachung auf gefordert.

Bor-uor5Cii. 1

Tageskalender für Donners­tag. Kath. 'Vereinshaus, 8 Ahr: Klassischer Lustspielabend der Gießener Waldbühne. Astoria-Lichtspiele, ab heute:Die Abend- teuerin von Monte Carlo". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, ab heute:Aus dem Schwarz­buch eines Pvlr^eikvmmifsars" undNachtbe­such in der Northernbank".

DieTheatergemeinde des B ü h- nenvvlksbundes 'bittet uns, nochmals dar­aus hinzuweisen, daß die nicht abgeholten Karten für die zweite Vorstellung am Samstagabend noch bis Samstag nachmittags 1 Ahr Ludwig- straße 591. abgeholt werden können.

Der Wartburg-Verein veranstal­tet heute abend für feine männlichen Mitglieder in feinem Vereinsloüll einen musikalischen Abend unter Mitwirkung von Mitgliedern des Mando­linen- und Guitarren-Vereins ..Reapvllla". Sonn­tagabend hält Missionar Walther- Beuern im Markussacll abends 8 Ahr an Hand von ethno^ graphischen Gegenständen einen Vortrag: ,Bilder aus Kamerun". (Näheres siehe Anzeige.)

Landkreis Giestcn.

Klein-Linden, 19. April. Der Alt- Veteran Ludwig Luh, der die Feldzüge 1866 und 1870/71 als gedienter hessischer Dra­goner mitgemacht hat, wurde heute unter zahl­reicher Beteiligung zur letzten Ruhe gebettet Da er der Gründer und jahrelanger Vorsitzender des Kriegervereins war, so legte dieser Verein am Grabe einen Kranz nieder. Auch der Turnverein, dem er 30 Jahre angehörte, widmete dem Ver-> ftorfcenen einen Kranz. Altveteran Luh erreichte ein Aller von 77 Zähren.

* Großen-Buseck, 19. Aprll. Ludw. Wagner VII. und dessen Ehefrau Katharine geb. Kimmel feierten heute das Fest der silbernen Hochzeit.

Kreis Friedberg.

2$. Bad-Nauheim, 18. April. Die hie­sige Ern st- Ludwig-Schule wird zu. einer Oberrealschule ausgebaut Mit Beginn des neuen Schuljahres wird die Anterprima ein­gerichtet Der vor etwa. 15 Zähren mit einem Kostenaufwand von rund 200 000 Mark errichtete Neubau reicht für die neuen Verhältnisse nicht mehr aus. Es ist deshalb ein Erweiterungsbau geplant. Eine Act der Losung wäre die Errich­tung eines Stockwerkes auf die Turnhalle. Der letzten Stadtverordnetentiersamm­lung lag dazu ein Voranschlag in Hohe von 2Vs Millionen Mark vor. Eine Einigung konnte aber noch nicht erzielt werden. Der Bauaus- schu^ß soll die Angelegenheit zunächst toeiter be­arbeiten. Mit 12 gegen 10 Stimmen beschlossen die Stadtverordneten den ^Beitritt zur kommu­nalen Landesbank mit einem Anteil von 50 000 Mari. Ein Antrag, der die Einstellung des 11-Ahr-Läutens fordert, wurde abgelehnt, nachdem Stadtti. Kissel mit Entschiedenheit für

Feuilleton.

Frankfurter Erstaufführung.

Bruno Frank:Das Weib auf dem Tier e".

Frankfurt a. M., 17. April.

Die Stüde des gegenwärtigen Theaters leiden vielfach darunter, daß sie hohen Zielen der Ciieratur Nachtraben, dabei aber den engen Zu­sammenhang mit den Bedürfnissen der Bühne verlieren. Gerade das Gegenteil ist der Flll bei Bruno Franks DramaDas Weib auf dem Tiere", das im Frankfurter Neuen Theater erst­malig gegeben wurde. Hier ist handfestes wirk- fames Theater mit sicher hingestelllen Menschen- typen, und ein packendes, analytisch gezeichnetes Seelengemälbe rollt sich vor uns ab: aber freilich, was jenseits des Schwurgerichtssaales liegt, der die Szene abgibt, das höhere poetische Element, kommt dabei zu kurz. Die ..öffcnlliche Frau" Re- gine Conti, eine aus dem Geschlecht von Goethes Bajadere". Hal ihren L.ebhaber getötet, weil sie hinter seine Erbärm'ihkeil und NichlSwü digkeil gekommen ist; sie will selbst den Tod, toirb ver­urteilt. stirbt an Gift, gcchl aber aus dem Prozeß als die moralisch Höherstehende, als die.eigent­liche Siegerin hervor. Dies die Haupthandlung, die durch packende Episoden b reich et, dem Ver­fasser Gelegenhnt gibt, eine oft bereits angeführte These erneut zu erhärten. Obschon Bruno Frank in seinem 5. Bild eine symbolisch - Deu'.ung und Vertiefung der. mit derber Realistik geschllrerten, Vorgänge versucht hat. steht sein Stück ganz aus

dem Boden des tatsachllchen Lebens, ein ergrei» I fendes Bild rauher Wiillichkeiten, aber fein | Kunstwerk höheren Grades, das neue Zille weisen würde. And gerade dieser Zwischenakt, der wie eine Art Reverenz vor dem e^preßivniflischen Drama anmutet, platzt etwas unvermittelt in die Geschehnisse hinein, die mit ausgeprägtem Thea- terfinn und nie versagender Technik in den Rah­men einer spannenden Gerichtsverhandlung ge­bannt sind.

Die Ausführung, von Hanns Hübner ein­dringlichst geleitet, gab dem Theater, was das Theater ist. Frau Sagan als Angeklagte und n">ralische Anllägerin fand einfache und über» zeugende Töne; dem Gerichtspräsident lieh Herr Weber in feiner Charakterisierung Güte und Gerechtigkeit, feinen Sohn verkörperte Herr Zahn mit jugendlicher Heißblütigkeit. Auch das Spiel der übrigen Personen oen Geschworenen fällt bei der Arteilsle atung eine dankbare Szene aus dercomddie humaine zu war von lebendigen 3mpulsen bestimmt und biente dem ganzen. Franks Drama wurde mit ganzem Beifall auf genommen, der Ve fasser neben den Künstlern mehrfach her- vorgerufen. Dr. Georg Schott.

Oberhesstsche Kunst.

Aus L a u b a ch, 18. April, wird uns ge­schrieben: Wir halten es für angeneigt, aus einen | künfttec aufmerksam zu machen dec seit Zahlen Iin unserer Stadt lebt und unserer Gegend zur Ehre gereicht, auf den Maler und Radierer Felix Klip st ein, einen Schüler des ver­

storbenen Malers Prof. Schmid-Reulte. Klip- steins bescheidenes, zurückgezogenes Leben, ob­wohl gewiß eine der Grundlagen seines wohl- vorbereiteten Schassens, hat ihn offenbar gerade in unserer Provinz bisher so wenig bekannt wer­den lassen. Wir lernen in seinen Arbeiten eine streng ausgereifte Griffelkunst kennen mit starkem Fvrmwillen und zugleich malerischen Wirkungen, die auffallend an Die alte flämische Tradition erinnert, wie denn auch Kl. mütterlicherseits rein flämischer Abstammung ist. Seine Cie lingsthemen scheinen Wild, Wald und alle Architektur zu sein. Für unsere Gegend bemerkenswert sind vor allem die Hauser aus dem sog.Grünen Meer" in Laubach. Man macht auch hier wieder die alle Erfahrung, daß erst die Kunst einem die Augen Öffnet über das. was wir täglich vor Auqen haben. Der Künstler ist mit seinen graphischen Leistungen bereits im 3n- und Auslande beachtet worden, vor allem an Stellen, wo ein Anter- scheidungsverniögen für dauernde und vergäng­liche Graphik noch elementar lebendig ist. Wir hallen es also an der Zeit, auf ihn hinzuweisen, als auf einen Mann, der einen Teil der schöpfe­rischen Arbeit des Landes auf sich genommen hat.

AR.

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Der Erft nder dec Remontoire» uhr gestorben. Der Tod des englischen Er­finders Lawrence Barnett Phillips gibt englischen Blättern Veranlassung. Daran zu erinnern, daß der 1842 aeborene Phillips der

erste war. der mit 18 Zähren eine schlüssellose Ahr her fr eilte. Er erfand einen Dügelaufzug. wie ihn heute die meisten Ähren besitzen und er­zielte eine wichtige Verbesserung der Taschen­uhren, indem er das lästige Herumtragen und den unpraktischLN Gebrauch der Schlüssel besei­tigte. Auch sonst hat sich Phlllips mit der Ver­einfachung und Verbesserung der Chronometer beschäftigt und darin Bedeutendes geleistet, auch auf verschiedenen anderen Gebieten feinen Er­findergeist bewahrt.

Die Ausgrabung eines antiken Krankenhauses. Die seit einigen Zähren in dem algerischen Lambessa ausge.übrlen fran­zösischen Grabungen haben die Fcellegung eines gewaltigen Krankenhauses zur Folge gehabt, über Die der Archäologe Cagnat in der letzten Sitzung der Pariser Akademie der Inschriften berichtete. Unter Den Ruinen der alten Stabt LambäsiS, die in der römischen Kaiferzeit Standquartier einer Legion war, befand sich auch ein großer dem Heilgolt gewidmeter Tempel, ein sog. Asklepieion. innerhalb dieses Tempels wurden nun lange Korridore aufgefunden, große Zimmer, Bade­st üben, Wasserbafsins, die sich in ihrer Gesamt­heit als ein Krankenhaus darstellen, in dem die zur Befragung des Gottes hingekommenen Kran­ken Anterkunsl sanden. Diese Verbindung von Tempel und Kranlenhaus ist ein bisher in der römischen Welt einzigartiges Beispiel einer sol­chen Anlage.