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Nr. 91 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)

Mittwoch, (9. April (922

irren mit Dank

erklärte im Hamen der

unter dem Hamen Karl Honowski vorwiegend in Oesterreich am gehalten. "Bei feiner Vergällung führte er noch einen österreichischen Heilepaß bei sich. Die österliche Stille wurde von den beiden erheblich vorbestvaften Emil Wagner aus Hödelheim. 21 Jab re alt, und dem Schneider- lehrling A dl off.' 16 Hahre alt, zu einem Ein­bruch in eine Lagerhalle des Güterbahnhofs benutzt. Dabei wurden sie von Wächtern über­rascht und festgenommen.

][ Marburg. 18 April. Mit dem heutigen Tage hat das Sommerfeme st er an der biei gen Unioerfität teinen An ang genommen. Die Immatrikulationen müssen bis zum 9. Mai erfolgt sein, späteren Meldungen ist c.n: ausführliche Be- grünbung us gen Für das D.le,e i der Bor­lesungen ist der 15. Mai der letzte Termin. Der vor einigen Wochen vo i den Stadtverordneten ab- gelehnte Antrag, den Spielplatz der Hense.stif ung auf dem Hirsen eld zu einem einheitlichen T u r n- und Spielplatz für die Bürger- und Stu­dentenschaft einzurichten und dazu 225 000 Mk zu bewilligen. ist nochmals der Stadt croc&netenDec- fammlung zugegangen. Die Ausgestaltung des ganzen Platzes soll 600 000 Mk. kosten. Dte da- maligen Gegner beriefen sich auf die schwierige finanzielle Lage der Stadt und darauf, daß die größeren Heroine eigene Plätze haben.

Aus Stabt unb Land.

Sieten, Öen 19. April 1922.

ee Svnderzüge z u ermäßig ten Fahrpreisen. Die HeichSbahn wird in der Zeit von 3u n l bis August, also u »abhängig von den Ferien, Sonderzüge zu ermäßigten Prei­sen fahren. Die Züge haben nur die dritte Klasse, während auf den Hinfahrt der Sonderzug zu benutzen ist. werden für die Hückfahrt zu er­mäßigten Preisen neben den Sonderzügen auch die Züge des gewöhnlichen Verkehrs sreiaegeben. Bei Schnellzügen ist der tarifmäßige Zuschlag zu bezahlen. Die Preise der Fahrkarten sind um rund ein Viertel ermäßigt und berechnen sich mit 69 Pfennig für einen Kilometer Hin- und Hückfahrt. Die Geltungsdauer der Fahrkarten beträgt zwei Monate. Die Fahrtausweise können nach bekannten Erholungsorten auch dann ausgegeben werden, wenn diese nicht unmittelbar mit dem Sonderzug zu erreichen sind. 'Die Orte, zwischen denen Sonderzüge gefahren werden, wer­den demnächst belanntgegeben.

" An alle Gießener ,Bürger richtet sich ein Aufruf, der vom Oberbürgermeister, dem Hektor der Universität und dem Asta unterzeichnet ist und um Bereitstellung von möblierten Wohn­räumen für das kommende Sommersemester bittet Diejenigen Familien, die früher Studenten als Mieter hatten und glauben, die Hot der Woh­nungssuchenden Studenten sei nicht mehr so groß wie früher, und die Familien, die schlechte Er- fahrungeiz mit Studenten gemacht haben und deshalb nicht an solche vermieten, überhaupt alle

die Annahme der Ehrenmitgliedschaft

Zum Vorsitzenden wurde Professor 3>r. med. ©ata, Hektor der medizinischen Akademie in Osaka, zum stellvertretenden Vorsitzenden C. Wilckens (Weinberger u. Co., Kobe), Kobe, gewählt Hach einem Vortrage fand ein gemeinsames Essen im großen Saale des Hotels statt, unter den Lich­tem des Weihnachtsbaumes an mit deutschen und japanischen Flaggen geschmückten Tischen.

Die Ansprachen wurden nach deutscher Sitte zwischen den einzelnen Gängen gehalten. Zuerst sprach Dr. Sols über die Ausgaben der Vereini­gung. Diese Hebe wurde ihrer kulturpolitischen CÖebeutung wegen am nächsten Morgen von der | führenden Presse wiedergegeben. Dann sprach Herr C. Wilckens im Hamen der deutschen Ge­meinde. Herr Hattori und Herr Motoyama rede­ten in japanischer Sprache über die geistigen und allgemeinen menschlichen Beziehungen zwi­schen beiden Völkern. Die letzte längere Ansprache hielt Herr Dr. Fujischiro, Professor der deutschen Literatur an der Universität Kyoto. Professor Sata brachte bas Hoch auf bas Deutsche Heich aus unb Dr. Sols trank aufDai Hihon".

Die Sitzungen desHitschi-Doku-Kyokai" werben nunmehr regelmäßig viermal im Jahre stattfinben, und zwar zweimal in Osaka, einmal in Kobe und einmal in Kyoto. Es besteht die be­rechtigte Aussicht, daß die Zahl der Mitglieder besonders auf Grund der von Sympathie ge­tragenen Artikel in den beiden großen Zeitungen Asahi"- undMainitschi-fchimbun" sich in Kürze bedeutend vermehren wird.

Phönix Ludwigshafen 1:2; Barmen: Barmen 72 gegen Borussia Frankfurt a. M. 0:4; Kre­feld: V. f. L gegen Berliner Fuschalkverein 1910 1:3; Aachen. Alemannia gegen Ber­liner Fußballverein 1910 0:0; Hheydt: Spiel- verein gegen Phoenix Ludwigshafen 2. 1, Spiel­verein gegen Sporlclub Erfurt 2:1; Heckling» hausen: Wacker München gegen Viktoria 7:0; Essen: Wacker München gegen Essener Turner­bund 2:2, Dortmund: Dortmund 95 gegen V. f. H. Frankfurt 5:1; Fürth: Spielvereini­gung gegen F C. Freiburg 6:1, Fußdallverein gegen Kurhessen Kassel 2: 1; Braunschweig: Eintracht gegen Fußballverein Hürnberg 3:3; Hamburg: Altona gegen Hasenspiclei Mann­heim 3:2; Bremen: V. f. H. Vtannheim gegen Weiber 4:0, Städtespiel Diemen gegen Geeste­münde 4:0; Hann over: Hannover 96 gegen Eintracht Frankfurt 2:3, 1896 gegen Eintracht Hannover 2:3; Stettin: Titania gegen S. C. Weimar 2:1, Sportclub gegen S. E. Weimar 2:0.

Für den Fußballkampf Öüb* gegen HorddeuNchland am 23. April in

Turnen, Sport und Spiel.

Vom Turngau He f f en. Die Hebungen für das G cm turnfest in Wetzlar sind nun ver­öffentlicht. In bei- Oberstufe ist ein Zwölf­kampf vorgeschrieben. Zu den Hebungen an Bar­ren, Heck unb Pferd kommen noch eine Pflicht- freiübung unb die volkstümlichen Geräte 100» Meter-Laus, Kugelstoßen, Stabhochsprung. Die Geräteübungen und die Psrichtfreiübung werben auch allein als 9-Kampf gewertet. In der Un­terstufe und in der neu angeführten Mittel­stufe ist ebenfalls ein Zwölfkampf durch- zuführen. Die Geräte sind dieselben wie in der Oberstufe, nur tritt an Stelle des Stabhoch­sprungs Weitsprung ohne Brett. Für Alters­turner ist ein H e u n f a m p f vorgesehen. Als volkstümliche Hebungen treten dabei auf Kugel­stoßen und Weitsprung ohne Brett. Es wird in zwei Abteilungen geturnt, die eine umfaßt die Jahrgänge 18N1887, die andere die 1881 und früher geborenen Turner. Für die Bezirks- w e 11 u r n c n und die Gauturnfahrt sind folgende Uebungsarten bestimmt worden: 100- Meter-Laus, Kugelstoßen, Weitsprung ohne Brett, Weithvchsprung njjt Brett. Dazu kommt noch eine Pflichtfreiübung Geturnt wird in: Tumer- stufe (1903 und früher geboren), Iugendturnen, Oberstufe (1904 und 1905), Iugendturnen, Hüter- stufe (1906 und 1907). Mit dem Bezirks turnen sind außerbem Wettkä'.npse für Schüler (1908 und später geboren) verbunden. Geturnt wird nach ' den neuen Wettkampfbestimmungen 1922. Beim Bezirksturnen und der Gau (umfahrt wer­den Heberpunkte gewertet, beim Gaufest nicht. Die Heuorganisation des Gaues verteilt die Arbeit meßt auf die einzelnen Bezirke. Die Be­zirksleitung muß daher auf breitere Grundlage gestellt werden. .In allen Bezirken ist zu dem TcAirtetumtoart noch ein 'Bezirksvertreten zu wählen. In einigen Bezirken wurden die Wahlen bereits vollzogen.

«ck Die Deutschen Fechter-Meister­schaften in Dad-Hauheim. Der Erfolg des im September vergangenen Jahres von der Kur-Derwaltung Bad-Hau heim zugunsten der Opfer von Oppau unter Leitung des Fech:meistens Cav. A. G a z z e n a Denanftalteten Schau fechtens gab den Bundestag in Eisenach Veranlassung, als Ort des diesjährigen Bundesturniers Bad-Hou- heim zu wählen. Dank des weitgehenden Ent­gegenkommens, das die Kurdirektion in Vorver­handlungen dem Vorstande des Deutschen Fechter­bundes entgegenbrachte, ist die Deranstallung nun­mehr für Bad-Hau heim gesichert. Sie findet vom 14.-16. Juli statt. Die Kämpfe in Florett und Säbel fetten im Kvnzertsaal, diejenigen im Degen auf der Terrasse des Kurhauses k^rchgeführt werden. Träger und Verteidiger des Meister­schaftstitels sind in Florett und Degen Erwin Easmir (Dresdener Fechtklub), im Säbel Hans Thomson (Fechtklub Offenbach). Die Deutschen Fechter-Meisterschaften werden bas große sport­liche Ereignis der diesjährigen Dad-Hauheimer Saison fein.

Fußball im Heiche. Düsseldorf: Union gegen Union-Oberschöneweide 2:4; Dall- fpielverein gegen Arminia-Bielefeld 2:1. Duis­burg; Duisburg Beek gegen 03. f. 2t Frank­furt 2:0, Duisburg Beek gegen Preußen Mün­ster 2:1; Köln: Dallspielclub gegen Union Oberschoneweide 2:1; Club für Hafenfpiele gegen

München find die beiderseitigen Vlannfchasien nunmehr bestimmt. Sie treten sich wie folgt gegen­über: Süddeutschland: Kood (München 1860); Schmidt (Bayern-München); Siegele II. (Phönix Ludwigshafen); Drutschin (Kickers-Stutt­gart); Metzger (S. C. Stuttgart); Au (F. f. H. Mannheim); Hctter (Sportfreunde Stuttgart); (B.f.T (Ph ni -Karls.uhe); Müller (Spo t cu bc- Freivu.u). Regele !., Webers (Phönir Ludwigs« ha en). Horddeutschland: P.hl (DU.oria- Hamburg); Schmerbach (Hamburger 6. 03.); Gilae (D. s. L. Qlltona); Günther (Viktoria-Hamburg); Zeidler (Eintracht-Braunschweig); Klein (Hol­stein-Kiel); OtenI (Borussia-Harburg); Mahnke (Union-Hamburg); Harder (Hamburger S. 03.); Lorenz (Eimsbüttel); Esser (Holstein-Kiel).

Internationaler Oster-Fuß­ball. Fürth: Spei e elnigung gegen Amateur W en 4:1. Hürnberg 1. 5 C. gege i Pou ig Fellows Zürich 2:0. Düsseldorf: Du se dors 99 gegen U.T. Deventor Holland 2:3. Düis- bürg: Spielverem gegen F. C. Äirich 0:2. Köln: Sport-Club 99 gegen F. C. Zürich 2:1. 3:2. Barmen: 03. f. B. gegen Quick Hymwegen Elberfeld: Germania gegen U. T. Deoentor (Holland) 2:0. Aachen: V. f. B. gegen Sport­verein Schedam (Holland) 0:1. Dortmund- Alemannia gegen Tschecho Slovan 3:0. Mün­chen: Sportvereinigung gegen Old Dohs 03a,ei 3:1, Bayern gegen Sport Lausanne 1:0, Teu­tonia gegen Oll> Boys Basel 3:2. Wien: Fuß­ballverein Duisburg gegen Slovan 1:0, Vienna gegen Duisburger Fußballverein 4:0, Hakvah gegen Bleu Stars Zürich 1:0, Floridsdorf gegen Tschechie Karolinental 2 2. Hapid gegen 3. Bezirk Budapest 2:2, Hakvah gegen Tschechie Karolinen­tal 2:1, Blue Stars Zürich gegen Floridsdorf 2:1. Budapest: M. T. K. gegen Aarhus- Schweden 6:2. Prag: Sparta gegen Pariser Städtemannschaft 4:2, Slavia gegen Dänische komb. Mannschaft 0:0. Teplitz: Fußball-Club gegen Union Charlollenburg 5:1.

Hennen za Fran kfurt a. M AlS zweiter Platz in Süddeutschland eröffnete nach München am Ostermontag Frankfurt a. M. die diesjährige Hennzeit mit einem gemischten Pro­gramm, das im Zeichen schwacher Felder stand. Die Ergebnisse sind: Erösfnungs-H., Ehrenpr. und 15 000 Mk. 1200 m. 1. A Zimmermanns Sankt Lisko (Wortmann), 2. Biedermann (Surson jr.), 3. Lüttich (Götzen). Tot.: 48, Pl. 15, 21, 13. F.: ORantua (4), 03aIte (angeh.), Eiweiß, Viel­leicht. Sehr leicht 2i/338 2g. Ermunte- rangs-Hürdenr. 24 000 Mk. 2800 m. 1. S. Schmitts Hahn (Chiesla). 2. Fürst Olofe (Hatter). 3. Wilddieb (Pfeiffer). Tot.: 21. Pl. 16, 28. F_: Julia Kairo, Turteltaube, Sehr leicht 35 Ög. Feldberg-Hagdr. 24 000 Mk. 3000 m. 1. H. u. M Ludwigs Honved (Hinlleib). 2. Schadenfreude (öiibert). Tot.: 41, Pl. 17, 13. F.: Cosima li (gef.), Kätherl (auSgebr). Ueberl 8 Lg Dandhos-H. Ehrenpr. and 18 000 OKL 2000 3. 1. H. Lindenbergs Orne ((Gryczte). 2. Condö (Bressel). 3. Ornament (Götzen). Tot.: 20 Pl. 13, 15. F.: Malvoisie. Czemernye. Sehr leicht 2V-.3 Lg. Alttönig-Hagdr. 24 000 Mr. 3200 m." 1. E. Sechsers Czernowitz (Pfänder). 2. Caesar (H. Schuller). 3. Wendula (Grohbauer) Tot.: 55, Pl. 24, 19 F.: El Diablo, Thymian. Leicht li/22 Lg. Hodenstein-Hazdr. 30 000 Mk. 3500 m. 1. W. Frederichs Feldstein (Grohbauer). 2 Cherusker li (Hovak). 3. Fliegender Aar (Michaelis). Tot.: 40, Pl. 22, 28. F.: Styr (aasgebr.). Ueberl. 84 Lg. Preis von Mann­heim. ®ßrenbr. und 18 000 Mk. 1400 m. 1. H. Lindenbergs Metis (Gryczte). 2. Dambar (Hut­ter). 3. Ocolno (Seibert). Tot.: 15. Sicher 6/4 Weile.

Eine neue deutsch-japanische Vereinigung in Japan.

D. A. 3. Gelegentlich eines Besuches des deut­schen Botschafters Dr. Sols in Kobe im März 1921 zum Zwecke eines Vortrages über die wirt­schaftlichen Verhältnisse Deutschlands gab der Rektor der medizinischen Akademie zu Osaka, Professor Data, unter Zustimmung der Anwesen­den die Anregung, die frühere deutsch-javanische Vereinigung wieder ausleben zu kaffen. Ein vor­bereitender Ausschuß wurde gebildet und am 16. Dezember fand die Inaugurationsfeier im Osaka-Hotel zu Osaka statt Anwesend waren über 150 Japaner und Deutsche; unter ihnen der deutsche Botschafter Dr. Soll, Exzellenz Hat- wri, der frühere Hegierungspräsident von Kobe, Motoyama, Präsident der Mainitschi-Zettung in Osaka und viele andere hohe Persönlichkeiten. Wie sich später herausstellte, waren die (Sinlabungcn an die deutschinteressierten Kreise unter den Ga­bunern in viel au geringer Anzahl verschickt wor­den; denn als der Bericht über die Feier in der Presse erschien, äußerten noch sehr zahlreiche andere Herren ihr Bedauern darüber, daß sie gern erschienen wären, aber keine Aufforderung erhalten hätten. Die Galxmer, welche diesen Abend ihren Besuch angesagt hatten, waren hauptsächlich solche, die in Deutschland studiert hallen, oder die sonst Beziehungen zur deutschen Kultur und Wirtschaft besitzen.

Der Zweck der deutsch-japanischen Vereini­gung ist vor allem die Pflege deutsch-japanischer Kultur- und Wirtschaftsbeziehungen. Vermittlung in Fragen des Handels, Verbindung auf dem Gebiete des Kapitals und der Industrie sott ebenso angestrebt werden wie eine Zusammen­arbeit auf dem Gebiete der Hatur- und Geistes­wissenschaften Es ist sogar schon der schöne Plan der Verwirklichung nahe, eine deutsch-japa- nischeDierteljahrsschriftzu begründen, deren naturwifsenschaitlichen Teil Professor Sata unb Dr. Hertel, deren geisteswissenschaftlichen Tell Professor Fujischiro und Dr. Ueberschaar bearbeiten sollen.

Die Eröffnungsfeier wurde eingeleitet durch eine überaus herzliche Hebe des Prof. Sata. Dann wurden die Satzungen der Vereinigung, die das vorbereitende Komitee ausgearbeitet hatte, unverändert angenommen. Die Mitglieder setzen sich zusammen aus in Japan anwesenden Heichs- deutfchen, Deutfch-Oesterreichern und Japanern, die die gegenseitigen Kultur- und Wirtschafts­beziehungen pflegen und fördern wollen. Der Harne des Vereins ist im JapanischenHitschi- Doku-Kyokai". Gesellige Zusammencünfte finden in ber Hegel viermal im Hahre statt.

Im Anschluß daran wurde die Ehrenmit- gliedschaft verliehen: dem deutschen Botschafter Dr. Sols, Exzellenz Hallori, Mitglied des Herren- hMises, unb Herrn Motoyama, Präsibenten der Wainitschi-Zeitung in Osaka, der seinerzeit per­sönlich eine hochherzige Stiftung für die notleiden­den Kinder Deutschlands gemacht hatte. Dr. Solf

Besitzer geeigneter Wohn- und Schlafräume wer­den dringend gebeten, sie dem studentischen Woh­nungsamte (Vorlesungsgebäude, Zimmer. Hr. 42) bis zum 25. April anzumelben, wobei das Woh­nungsamt für eine kurze Angabe über Art und Preis des Zimmers dankbar ist. Die Gießener Bürgerschaft wird gebeten, hierdurch dazu bei­zutragen. daß nicht Studenten, die von weither am l.Mai angereist kommen, unterkunftslos sind.

Landkreis Gics;cn.

Großen - Buseck 18. April. Am ersten Oflerfciertag trug unter Leitung des Dirigenten Sommerlad der Gesangverein Sän­gerkranz in der Kirche mehrere wvhlgelun- gene Lieder vor. Die Leistungen waren gut und überboten wohl alle Erwartungen seitens der Einwohner unseres Dorfes.

0 Arnsburg, 16. April. Gestern wütete ein gewaltiges S cha denfeuer in einem ber wertvollsten Teile unseres K l o st e r w a l d e s. Trotz aller Anstrengungen ber Feuerwehren, unter denen sich besonders die Mannschaft der benach­barten Stadt Lich hervortat, gelang es erst nach Stunden, das gefährliche Element niederzuringen. Hicht weniger als 12 Morgen eines prächtigen Cichenbestandes wurden vernichtet. Die Ursache des Schadenfeuers ist noch nicht festgestellt; nicht unmöglich ist, daß durch die Eisenbahn die Ent­zündung veranlaßt wurde. Der belr. Wald gehört dem Grafen Solms-Laubach, der hier insgesamt 1100 Morgen Wald besitzt.

Starkenburg und Rheinhessen.

rm. Heppenheim a. B, 18. April. Einem frechen Haubanfall fiel ein junger Mann von Tjter zum Opfer. Er wurde auf einer Hamster- tour nach Oberhambach auf dem Hückweg in bei Hähe von Unterhambach von zwei maskierten, mit Messern und Dolchen bewaffneten Burschen über­fallen und ihm unter Drohungen seine Hamster­tasche mit Butter, Eiern und Milch sowie der Heft feiner Barschaft geraubt Auch die Kleider und Schuhe nahmen die Häuber ihm nachdem sie ihn in den nahen Wald geführt hallen. Hur mit dem Hemd bekleidet, verschaffte er sich bei Be­kannten in Unterhambach noch in ber Hacht einen Anzug, mit dem er den Heimweg antreten konnte. Don den Käubern hat man bis jetzt keine Spur.

rm. Worms, 18. April. Einen Mord- anschlag gegen seine Ehef rau beging der 24 Jahre alte Hilfsheizer D. Er gab einen Schuß ab, der die Frau aber nur am Arme verletzte. Er stellte sich selbst ber Polizei.

Hessen-Nassau.

Frankfurt a. M., 18. April. Sehr schwere Familienzwistigkeiten haben die 30jährige Ehefrau Emma Abel mit ihren beiden Kindern im Alter von drei und vier Jahren indenTodgetrieben. Die Frau hat sich und ihre beiden Kinder in der Woh­nung durch Leuchtgas vergiftet

fpb. Frankfurt a. M., 18. April. In ber All stabt wurde heute vormittag der vor einem Iahre aus dem Gefängnis entsprun­gene Schuhmacher Johann Hannwacker von Beamten des KthndungL-kommissariats fest ge­nommen. Der Mann hat sich sell dieser Zeit

Die Pforte öe$ Paradieses.

(Roman von Ingeborg Bollquartz. Berechtigte Ueberledung auS brm Dänischen.

36. Fortsetzung. (Hachdruck verboten.)

Ich habe einen Brief von Mogens gelesen, der soeben angekommen ist." Frau Borris sprach mit so gelassener unb heiterer Stimme, als sie es irgend fertig brachte.

Hun, was schreibt er denn?" Diese Frage Hang merkwürdig stumpf und gleichgültig als frage er nur aus aller Gewohnheit. Aber <yrau Borris fing trotzdem an, ihm aus Mogens' Bries zu erzählen, und in ihrer Wiedergabe wurde er zu einer ganz vergnüglichen kleinen Erzählung, bis sie merkte, daß der Hauptmann ntcht mehr zuhörte. ,,

(Sr kommt übrigens heute abend," schloß sie.

Heute abend?" wiederholte ber Kranke ganz klar.Ist es berat bin ich so schwer krank?"

Frau Inger tat, als ob sie diese Frage gar nicht gehört hätte.

Er kommt, um nach uns zu sehen nach dir besonders, das ist doch ganz natürlich."

(Bin ich denn sehr krank?" fragte Haupt­mann Bor'.-is noch einmal und wendete fern müdes, gequältes Gesicht seiner Frau zu. Er laß mit den halbgeöffneten Livpen und dem ver­schleierten Blick so krank au 3, baß Inger ihre Tränen nicht mehr zurückh.illen konnte. Hetzt durste sie ihn nicht mehr hinters Licht führen

3a, Hens," flüsterte sie und streichelte chm nur immer wieder die Hand.Ich will dich nicht belügen du bist sehr krrnk."

So?" sagte er gleichsam wie erstaunt.

(Bift du bange, Hens?" Frau Inger ließ

sich bei dieser Frage neben dem Bell auf dte I Knie gleiten und legte ihren Kopf an feine < Schulter.

Hein." flüsterte er.Hicht, wenn du bet mir bleibst. Kein Böses tarnt mir nahen, solange du bei mir bist."

Ach, Jens, du weißt ]o. uns zwei kann nichts nicht einmal ber Tod scheiden," sagte Frau Inger und richtete sich auf.

Hicht einmal ber Tob?" wiederholte er unb schaute sie mit müden Augen an. Und als er bann in ihre Augen sah, die voll Tränen, standen, aber von Zärtlic^eit und einer mrrt- toürbig erhabenen Hube hell glänzten, da über­tont chn ein Gefühl des Geborgen!eins. Der leidende Ausdruck verschwand von seinrm Ge­sicht, der Hlurtb schloß sich, unb die müden Augen fielen zu.

Inger beugte sich zu ihm nieder und tüßte ihn auf die Wange. Da schlug er die Augen wieder auf.

Ich danke dir," flüsterte er und schaute sie unverwandt an.Ich danke dir für alles. Za, es ist wahr, uns kann auch der Tod nicht scheiden ich gehe zckerst liebe Inger baß ich dich dann in Empfang nehmen kann, wenn du mir nachkommst." Das letzte sagte er sehr teile, aber ganz bcu lich

Dann schloß er wieder die Augen, und Frau Inger blieb ganz still liegen mit seiner Hand in der ihren, bis sie an seinen regelmäßigen Atemzügen horte, daß er schlief; dann setzte sie sich wieder auf den Sessel an seinem Bett.

Hichl lange danach tarn ber Arzt. Frau Borris hob abwehrend die Hand, mb er ging leite aif sie zu. Einen Llugenblick blieb er stehen unb betrachtete den Kranken, der sich nicht rühr'e, dann schaute er ernst Frau Borris an, und als

I sie ihn angstvoll und fragend anstarrte, .tickte er langsam, indem er sachte mit den Schullern zuckte; dann ging er.

Und nun wußte Inger, daß die Stunde ge­kommen war, vor ber ihr bei aller Selbstbeherr­schung gegraut hatte. Sie wußte, der Schlaf, den chr Mann jetzt schief, das war der Todes­schaf, und nun konnte sie ihr Leid nicht mehr be­zwingen. Gewaltig schlug es über ihr zusammen und erfüllte sie mit Verzweiflung.

Ach, warum mußte er auch gerade jetzt sterben, wo sie eben angefangen Halle zu begreifen, wie sie ihm und sich selbst das größte Glück der Erde Halle bringen können ein Leben im inneren Gleichgewicht, in Frieden und Liebe!

Aber dieser Schwächeanfall dauerte nur einen Augenblick, dann kam wieder Frieden in ihre Seele und es war ihr, als höre sir die Stimme in ihrem Innern, auf die zu lauschen sie g »lernt hatte, sagen:Warum willst bu klagen, well er das Ziel vor dir erreicht hat ? Sei dankbar, baß du ihn bis an die Pforte des Todes hast be­gleiten dürfen, unb lebe das 2eben, das rasch vergehende Leben, in Frieden. Haße und Freude, toeil du weißt, daß ber Mensch, den du am höchsten geliebt hall auf Erden, auf bich wartet unb dich in Empfang nehmen wird, wenn sich einst auch dir die Pforte des Paradieses öffnet.

2Us Mogens am Abend nach Haufe tarn, war sein Vater tot.

Vierzehntes Kapitel.

3m alten Fami'ienhause. den 20. Hunt 19 . Mein lJeber, teurer Orla!

Vielen herzlichen Dank sage ich Dir, mein lieber Curgc, für Deine le',ten heben Briefe. Du Farm ft Dte gar nicht beulen, wie sehr ich mich | darüber gefreut habe. Ich kann eS ia nicht leug­

nen, baß ich mir Sorgen gemacht habe, weil Du geschrieben hast, Du könntest mit dem Verwalter nicht recht auskommen Und ich sah voraus, daß mein ungeduldiger Orla auch diese Stellung aas- geben würde, wenn bas nicht besser werden sollte, und das wäre meiner Meinung nach recht schlimm gewesen. Hetzt hast Du darüber mehr als ein Hahr llr derselben Stellung ausgehalten, und an dem Tag. da wir Deinen letzten Brief erhielten, ließ der alle Thystrup Champagner kommen, denn er sah mir an, baß ich stolz war auf meinen Hungen. Hetzt merke ich cmch, daß Du innerlich zur Huße gäommen bist, und es ist mir ntcht mehr bange um Dich. Du bist immer ein guter, frohherziger und mutiger (Zunge gewesen, tnb sieh nur zu, baß Du das auch bleibst, lieber Orla, beim Frohmut. Vertrauen und Gl auben sind Magnete, die alles Gute anztehen. Hnd wenn du Menschen triffst, die Dich, wie der Verwalter, nicht gleich verstehen, ja vielleicht sogar hart und ungerecht gegen Dich sind, so bezahle es nicht sofort ntU gleicher Münze, son- kern bedenke, daß Güte eine Macht ist, der niemand widerstehen kann. Sei verständnisvoll und nachsichtig. Es liegt Gold auf dem Grunde jeder Menschenseele, wir müssen nur die Ge­duld haben, es auszugraben. Und wirst Du zu Zorn oder Mißgunst gereizt, so bedenke, welche Kraft böse Gedanken einem rauben unb welchen Schaden man davon hat. während dritte und Menschenliebe einen mit Freude unb Stärke er­füllen. Sei über diese kleine Predigt Deiner Mutter nicht böse Du bist ja schon so lange fern von mir, daß ich meine, ich müsse Dir tn jeden: Brief gute Hatschläge und Ermahnungen geben.

(Schluß folgt)