Montag, 18. September,922
vrvck mtt Verlag : vrühl'sche Univ.-Vuch- «nd Steindrucke«! «. Lange. Schristleitung, Seschästrstelle und Druckerei: Schuiftratze 7.
Die Orientsorgen der Entente
sind, auf 100 000.
Morgen mittag wird in Kabinettsrat abgehal
ten werden. Dec serbische Minister des 2l e u h e r n l^ird morgen in London eintreffen, um sich mit Lloyd George zu beraten.
Melbourne, 17. Sept. (WB.) Reuter. Rach Beratung mit dem Kabinett teilte Hughes
lingen sind nach dem Piräus abgegangen.
Paris, 17. Sept. (WTD.) Die „Chicago Tribüne" meldet aus Athen: Die Stadt Burla soll von türkischen Soldaten und Dauern i n Brand gesteckt worden sein. Die Häuser seien geplündert, die griechischen Einwöhner ermordet
Rom, 16. Sept. (Wolff.) Aus Smyrna wird der Ageneia Stefani gemeldet: D e r D r a nd dauert noch an, scheint jedoch nachzulassen. Die italienischen Matrosen haben einen Teil der italienischen Kolonie unterstützt, die in der Stadt verblieben war, 4 italienische Dampfer mit Flücht-
ten, ein Viertel an neun verschiedenen Stellen in Brand steckten. Rach bem Korrespondenten ist die Lage der überlebenden Einwohner verzweifelt. Man schätzt die Zahl der Personen, die, falls sie sich nicht retten, nicht verproviantiert weiden können und zum Hungertode verurteilt
Nr. 219
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worden. . t
Adana, 15. Sept. Aus Angora wirb gemeldet: Rach den letzten Rachrichten von der Front wurde die letzte griechische Armee, die sich' noch in Kleinasien befand, von der nationalistischen Armee gefangen. Es sind ungefähr 7000 Soldaten. Diese Armee stand unter dem Befahl des Generals Detreadis.
Angora, 15. Sept. (Wolff.) Sn einer amtlichen an die Bevölkerung von Konstantinopel gerichteten Bekanntmachung empfiehlt die Regierung der großen türkischen Datio n a l Versammlung der Bevölkerung des besetzten Gebiets das Eingreifen der nationalen Armee abzuwarten und jeden Auf st and zu ver me r d e n.
Athen, 17. Sept. (Wolff.) Agence d Athenes stellt fest, daß die Meldungen, wonach die turkt- schrn Truppen 100 000 G e f a n g e n e gemacht und 1000 Geschütze sowie 8000 Maschinengewehre er - beutet haben, übertrieben seien. Die Gesamtstärke der Südgruppe der griechischen Truppen in Kleinasien habe noch keine 100 000 Mann betragen. .,
Athen, 16. Sept. (Wolff.) Agence dAthenes. Es ist gelungen, die auf der Halbinsel Tschesme verbliebenen griechischen Truppen mit dem ganzen Kriegsgerät e i n z u s ch t f - f en.
Deutschland und Belgien.
L o n d o n, 16. Sept. (WB.) Sir John B r ad- bury, der aus Paris hier eingetroffen ist, hat sich am Vormittag in das Schatzamt begeben. — Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" schreibt: Hier wird größte Sympathie für die belgische Regierung gehegt, deren bewunderswerte Selbstbeherrschung bei der ülnter- handlung mit Deutschland über den belgischen Anteil bei den Reparationen anerkannt wird. Es herrscht lebhafte Enttäuschung, ja sogar Verstimmung über die Haltung de': de u t - schen Regierung, nicht ausgeschlossen die des Reichskanzlers Wirth selbst, die sich weigert, den sehr mäßigen Forderungen Belgiens die geringste Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.. Die Reichsbank mag mit einer gewissen technischen Richtigkeit darauf verweisen, daß ihre autonome Verfassung es ihr nicht ermögliche, die notwendigen Transaktionen zu unternehmen, aber es gibt Mittel, Bedürfnisse zu befriedigen, dre Berlin bisher hartnäckig verweigert hat. Sn politischer Hinsicht wird ein derartiger Eigensinn als sehr unklug angesehen und es kann Deutschland nicht gestattet werden, auf unabsehbare Zeit dabei zu verharren. . , .
London, 16. Sept. (WTD.) Reichsbankpräsident Haven stein hatte heute eine Beratung mit den Gouverneuren der Dank von England.
Parts, 17. Sept. (WTD.) Der Brüsseler Berichterstatter des „Temps" meldet seinem Blatt, wenn der Dankpräsident H a v e n st e i n, der sich in Berlin geweigert habe, seine Unter- schrift für in sechs Monaten fällige Schatzwechsel zu geben, gegenwärtig den Versuch mache, sich im Ausland eine Deckung zu verschaffen, so sei das eine Sache, die, so glaube man hier, die belgische Regierung nichts angche. Die b e l g i s che Regierung werde nur die Garantien, die die deutsche Regierung unter alleiniger Verantwortlichkeit und unter Ausschluß von Dritten anbiete, prüfen.
Sozialistische Parteitage.
Augsburg, 17. Sept. (WB.) Der diesjährige Parteitag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands wurde heute abend in der Sängerhalle des Stadtparks eröffnet. Die sozialdemokratischen Minister und Abgeordneten sind vollzählig erschienen, dazu viele Gäste aus dem Ausland, darunter S t a u n i n g. Andersen und Hohansen aus Dänemark, M ö lle r aus Schweden. Rezebroek aus Belgien, Davies und Ammen als Mitglieder des ' englischen Hinterhauses und M o st e r aus der Tschechoslowakei. Reichsiagsabgeordnetec S i» mon aus Augsburg begrüßte die Teilnehmer des Parteitags im Ramen der Augsburger Sozialdemokratie. Parteivorfi hender Hermann Müller hielt darauf die Eröffnungsansprache. Der Parteitag wählte sodann zu Vorsitzenden die Abgeordneten Wels-Berlin und Simon- Augsburg. Vorsitzender Wels begrüße sodann die zum erstenmal nach dem Kriege auf einem deutschen Parteitag erschienenen Gäste. Es folgten sodann die Begrüßungsansprachen der ausländischen Delegierten. Mit lebhaftem Beifall wurde folgendes Begrüßungstelegramm des Reichspräsidenten ausgenommen: „Dem Parteitag sende ich herzliche Grüße. Die Einigung ist heute mehr denn je eine Lebensfrage der Arbeiter; sie ist aber auch ein dringendes, stark politisches Gebot. Meine besten Wünsche begleiten Eure Arbeit." Mit Dankesworten an die ausländischen Vertreter schloß darauf der Vorsrhende Wels die Eröffnungstagung.
Karlsruhe, 18 Sept. (WTD.) Auf dem gestrigen badischen Parteitage der L.S.P. der in Karlsruhe stattfand, wurde dte Landtagsabg. Frieda Unger v^gen ihres parteischädigenden Verhaltens aus dec Partei ausgeschlossen. Der Parteitag hat sich prinzipiell mit der Vereinigung dec beiden sozialistischen Parteien einverstanden erklärt.
Aus dem Reiche.
Reue starke Eisenbahntariferhöhung.
Berlin, 16. Sept. (Wolff.) Sm ständigen Ausschuß des Reichseisenbahn- r a t e S, der heute zur Beratung der notwendig werdenden weiteren Erhöhungen der Eisenbahntarife zusammentrat, teilte die Verwaltung u. a. folgendes mit: Während die bisherige Entwicklung auch für das zweite Vierteljahr eine Balancierung des | Haushaltes erwarten laßt, werfen die Sep-
172. Jahrgang
GiehenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
temberpreise die bisherige Berechnung für du zweite Hälfte deö Rechnungsjahres über den Haufen; sie bringen eine Ausgabensteigerung für die Zeit vom Oktober 1922 bis Ende März 1923 von monatlich 26,6 Milliarden Mark Diese Mehrausgabe muß in der Hauptsache durch eine weitere Erhöhung der Tarife, sowohl der Güter- wie der Personentarife, ausgeglichen werden. Der ReichSverkehrsmim- ster beabsichtigt zu diesem Zweck, die G ü t e r - tarife zum 1. Oktober über die bereits beschlossene Erhöhung von 33 Prozent hinaus umweiterelvOProzent, und ferner die am 1. Oktober in Kraft tretenden, um 50 Prozent erhöhten Personentarife ab 1. November um weitere 100 Prozent zu steigern. Die neuen Sätze ergeben bei den Gütertarifen rund das 370fache, bei den Personentarifen rund das 45fache der Friedenstarife. Die Reichsbahn ist bemüht, für Guter, deren Transportfähigkeit durch Anpassung der Tarife an die Geldentwertung in Frage gestellt wird, Tarifermäßigungen in Erwägung zu ziehen. Zur Herabminderung der Ernährungsschwierigkeiten sind ferner stark ermäßigte Ausnahmetarife für wichtige Lebensmittel, insbesondere für Kartoffeln, vorgesehen. Ab 16. September tritt bereits ein Ausnahmetarif für Obst in Kraft, der Ermäßigungen bis zu 40 Prozent bringt. Es ist auch dafür gesorgt, daß derartige Tarifermäßigungen mit größter Beschleunigung, d. h. innerhalb einer Frist von wenigen Tagen, eingeführt werden können, um plötzlich auftretenden Schwierigkeiten gerecht zu werden.
Der Preis für das erste Drittel der Getreide- mnlage.
D e r l i n, 16. Sept. (WTB.) Der Volkswirtschaftliche Ausschuß des Reichstages hatte in seiner Sitzung vom 6. September beschlossen, die Reichsregierung zu ersuchen, ungesäumt den in § 50 des Gesetzes über die Regelung des Verkehrs mit Getreide aus der Ernte 1922 vorgesehenen Ausschuß zusammenzurufen, um mit ihm einen den veränderten Verhältnissen Rechnung tragenden neuen PreisfürdaSersteDrittelderAm- l a g e festzusetzen. Der Ausschuß ist demgemäß heute im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft zusammengetreten. Die Preise für das erste Drittel sind im Gesetz auf Mk. 6900 für die Tonne Roggen, und Mark 7400 für die Tonne Weizen bestimmt. Seit der Festsetzung dieser Preise ist eine starke Entwertung deS Geldes eingettcten, welche zu der Anregung Anlaß gab, die Preise bereits für dieses erste Drittel zu erhöhen und die Spanne, die sich zwischen den freien Preisen und diesen festgesetzten Preisen ergibt, zu vermindern. Eine einmütige Auffassung wurde in der heutigen Sitzung des Ausschusses nicht erzielt. Die Mehrheit entschied sich für die H e r a u f s e t - zung der Preise unter Berücksichtigung der nach dem Indexverfahren ermittelten P r o d u k t i o n s k o st e n für die Monate August bis Oktober, und des diesjährigen g e - ringen Ernteertrages. Seitens des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft wurden diese Beschlüsse zur Kenntnis genommen und erklärt, daß die erforderlichen Schritte für eine angemessene Erhöhung des Preises für das erste Drittel in die W-"m geleitet würden.
Wahl m Braunschweig.
Braunschweig, 18. Sept. (WTD.) Bei den allgemeinen Wahlen der unbesoldeten Mitglieder des Rates der Stadt erhielt die Liste der Sozialdemokratischen Partei 5583, der Unabhängigen 14 508, der Kommunisten 4823, der Deutschen Demokratischen Partei 3215, und die Wirtschaftliche Einheitsliste 22 006 Stimmen. Die Zahl der Wahlberechtigten bettug 98148.
Verbot der Seefisch-Ausfuhr.
Berlin, 16. Sept. (WTB.) Mit Rücksicht auf die augenblickliche Emährungslage wird durch eine in den nächsten Tagen zur Veröffentlichung gelangende Bekanntmachung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft die Ausfuhr für Seefische mit Wirkung vom 25. September ab gesperrt. Von dem Verbote werden bettvffen ftische Seefische (einschließlich grüne Heringe), gesalzene Heringe, Klipp- und Stockfische sowie zubereitete Fische mit Ausnahme von Marinaden in Tonnen, Fässern und von Konserven.
Reue Duchdruckerlöhne.
Berlin, 17. Sept. (WTB.) Der Ta- rifausschuß der deutschen Buchdrucker hat am 17. September nach dreitägigen Verhandlungen ein neues Lohnabkommen abgeschlossen, das bis zum 7. Oktober läuft. In den Spitzen beträgt die
Heutiger Stand des Dollars
10 Uhr vormittags:
Berlin 1475, Frankfurt a. M. 1475—1500
London, 16. Sept. (WTB.) Reuter erfährt, daß nach Ansicht der britischen - Regierung die Bewilligung der Forderungen der Regierungen Angoras nichts Geringeres mit, daß die australische Regierung b e- bedeuten würde als den vollständigen Verlust rett sei, Truppenkontingente nach dem aller Ergebnisse des Sieges über die Türken Rahen Osten zu senden, falls sie nötig werden, im letzten Kriege. Die britische Regierung hält Paris, 18. Sept (WTD.) lieber die Ab- die tatsächliche und dauernde Freiheit ber f^ten per englischen Regierung in Meerengen für eine Lebensnotwenbigkect, wo- &er Orientfrage schreibt das „Echo be für sie willens ist, sich einzusehen. Die Frage von Paris«. England, das selbst richtig fühlt, daß Konstantinopel liegt etwas anders. Seit I mächtige feindliche Türkei unvereinbar ist mehr als 2 Jahren wurde entschieden, daß den mit öcr Sicherheit seiner Besitzungen, findet keinen Türken Konstantinopel nicht vorenthalten werden äderen Ausweg als die ott omanische soll. Auf der Londoner Konferenz im Januar Macht niederzuschlagen. Aber es ist un° 1921 wurde den Vertretungen der Regierungen möglich, daß diese Politik einen Ausweg schafft, von Konstantinopel und Angora mitgeteilt, daß England wird niemals einen entscheidenden Sieg die Alliierten die Absicht hätten, Konstantinopel ertingen. Es verfolgt der Türkei gegenüber die wieder herauszugeben, vorausgesetzt, daß die an- Haltung, die Rapoleon .England gegenüber anderen Angelegenheiten in befriedigender Weife genommen Hat. Möge England seine Augen erledigt würden. Die britische Regierung wünscht, ^nd auf die auch feine Kräfte über-
baß sobald als möglich an irgend einem Orte, I steigenden Unternehmungen gegen ^i? Tü^kei ver- I bet den anderen Mächten genehm ist, eine Kon» ^'fen. Wir wünschen bie 3 im englischen Snt re se, serenz abgehalten werde, aüf der eine ent- meil in dem Gedanken des wahren ^riedenS Eng- schlossene Anstrengung zur Herbeiführung eines fonb unb Frankreich solidarisch erscheinen, und dauerhaften Friede ns mint der ^ir wünschen dies im Sntereffe Frankreichs, weil I Türkei gemacht werden soll. Eine solche Konse- je^r ^s die Türkei ausgeübte Druck eine Er- renz ist aber unmöglich, solange ein Angriff I Regung Hervorrufen würde, die Frankreich nicht kemalistischer Truppen auf neu- (nbifferent lassen könnte.
träte Zonen in Frage steht. Wenn die Ke- „Petit Parisien" schreibt: Zu wieder-
malisten die Alliierten aus Konstantinopel ver- holten Malen, als es sich um die Besetzung treiben würden, würde dies ein unheilvolles Er- ^es Ruhrgebietes handelte, erhielten wir von eignis sein, das weitreichende Wirkungen in allen andern Seite des Kanals Ratschläge zur moharnedanischen Ländern und in allen rrn letzten Mäßigung, Klugheit und Kaltblütigkeit. Man Kriege besiegten Staaten Hervorrufen würde, die mies auf die Gefahren der Operationen hin und dadurch ermutigt würden. Das Wiedererseinen der forderte uns adf, Deutschland nicht zur Ver- siegreichen Türken an der europa- .meiflung Ju bringen. Heute sind wir an der ischen Küste würde auf dem ganzen Bal- Äeihe, unsere englischen Freunde zu bitten, im f a n eine sehr ernste Lage schaffen Die Orient nichts zu unterstützen und nichts zu unter» Pflicht der Alliierten ist es, diese Gefahr zu nehmen in einer Stunde, in der Frankreich Eng- befeitigen. Die britische Regierung ist bereit, ihr ^nb soeben die erste Genugtuung gegeben hat, Teil bazu beizutragen, jebe mögliche Anstren- stck) mit bem Grunbsah ber Freiheit unb der gung für eine' befriedigende Lösung zu unter- Neutralität ber Meerengen einig zu erklären, nehmen. Sie hat sich in diesem Sinne an die Q[n ung ist es jetzt, von E n g l a n b zu ber» anberen Großmächte gewanbt, bie an ber langen, daß es die Türkei nicht zur Ver - Vevteidigung Konstantinopels und ber neutralen -weif lung bringt Sm Zähre 1914 hat bie Zonen beteiligt sind. Die britische Regierung Furcht vor Rußland die Türkei in den Wahn» toenbet sich ebenfalls an Rumänien, Sü d -- ^nn getrieben, sich in bie Arme Deutschlands flawien unb Griechenlanb zu bem Zweck, -u werfen. Es darf jetzt nicht sein, baß bie sich an der wirkungsvollen Verteidigung Furcht vor einer englischen 'Besetzung Konstan- der neutralen Zonen zu beteiligen, an iinopels die Türkei in die Arme Rußlands treibt, der sie wesentlich interessiert sind. Die britische n>as früher oder später einen neuen Unruheherd Regierung lädt auch die überseeischen Domi- unj> einen neuen europäischen Krieg bringen nions ein, sich durch Kontingente bei ber Ver- mürbe.
teidigung ber neutralen Zonen vertreten zu las- ----------
fen. Sie beabsichtigt, sofort unb wenn nötig, in
ausgebehntem Maße, bie bem General Har- VvM Kriegsschauplatz tlt ring ton, dem alliierten Oberbefehlshaber in Konstantinopel, zur Verfügung stehenden Trup- r
pen zu verstärken, während außerdem bem Lonbon, 16. Sept. (WTB.) „Daily Tete- britischen Mittelmeergefchwaber ber De- graph" meldet aus Smyrna vom Freitagabend: fehl erteilt wurde, mit allen Mitteln der Der- Drei Fünftel dec Stadt liegen in lehung der neutralen Zonen durch bie Türken Asche. Heber 300 000 Menschen waren heute ober einem Versuch derselben auf bie europäische morgen ohne Behausung. Die Straßen sinb be- Küste überzusehen, Wiberstanb zu leisten. beckt mit Leichen, beren Zahl sich nicht be» Der biplomatische Korresponbent des „Daily rechnen läßt. Viele Flüchtlinge sinb schwer ber» Ehronicle" schreibt,' bie unmittelbarsten wunbet. Das armenische, griechische und bie frem» Besorgnisse wegen ber Orientfrage bert Viertel sinb zerstört unb brennen aus. al.a. seien durch bie letzte französische Rote be» sinb alle fremben Konsulate, Bankhäuser usw. feitigt. Wenn bie Kemalisten gegen bie vernichtet. Der Schaden beläuft sich auf an» neutrale Zone vorgehen sollten, so würden nähernd 40 Millionen Pfunb Sterling. Außer sie jetzt auf ben vereinigten Wiberstanb bem armseligen Türkenviertel hat Smyrna auf» ber Alliierten stoßen. Die Frage, ob bie gehört zu bestehen. Unter ben zerstörten Häusern Türkei bessere Bedingungen erhalten befinbet sich auch bas Hauptguartier Mustapha sollte, als im Vertrage von Sövres, wird von Kemal Paschas. Rach eidlichen Aussagen von Frankreich bejaht. Einzelheiten gäbe bie Armeniern wurden türkische reguläre französische Rote nicht, aber die französischen Soldaten beim Anlegen von Branden ge- Zeitungen sprächen mit Bestimmtheit davon, daß sehen, offenbar zur Vergeltung für den unschatz- ganz Thrazien einsch ieß ich Adrianopel baren Schaden, den die griechische Armee auf an die Türkei fallen müsse. Der „Matin" sage ihrem Rückzüge angerichtet hat.^ Die Lebens- sogar, daß die Besetzung von Gallipoli nicht mittelversocgung der Flüchtlinge ist un» aufrecht erhalten werden tonne, und daß diese zureichend. Die vorhandenen Vorräte ge= Halbinsel mit ihren britischen Gräbern dem Feinde nügen nicht für ben zehnten Teil ber Bebürf- zurückgegeben werben müsse. Der Korresponbent tigen.
schreibt, diese Aeußerungen seien wohl mehr dafür Die „Daily Mail" veröffentlicht ein Tele- bestimmt, bei den Türken einen guten Eindruck gramm ihres Sonderberichterstatters, der die zu machen, und spiegelten nicht die nüchterne Aus- Feuersbrunst von Smyrna vom Bord fassung der verantwortlichen französischen Kreise des Kreuzers „Sron Duke" mit ansah. Dem wieder. Bericht zufolge steht außer den nördlichen Vor-
Sn einem Leitartikel schreibt „Daily Chro- orten ganz Smyrna in Flammen. ®in türti» nicle“ die Vorgänge in Smyrna würden die scher General habe ihm gesagt, daß das
Hoffnung dec Türkei auf die Uneinigkeit unter Feuer von den Armeniern angelegt wurde,
den Alliietten vermindern. Wenn territoriale Ab- welche große Mengen von Waffen und Mu»
machungen zu treffen seien, würden die anderen nition angesammelt hatten, und als sie sahen,
tRassen unter türkischer Souveränität bleiben, und daß sie den Türken nicht mehr entgehen könn- müßten gleichzeitig Garantien für ihre Sicher- ' — -- -------
heit geschaffen werden. Es sei eine günstige Rach- richt, daß Frankreich ebenso wie England entschlvssen ist, einem Angriff aus die neutrale Zone Widerstand entgegenzusehen. Die türkische Souveränität hätte niemals bezüglich Konstantinopels ober irgen.emes Teiles von Europa zugelassen werben sollen, aber wenn es dazu kommen sollte, bann müßte sie Dollftanbig entwaffnet sein. Anbemfalls wäre bie Frei» heit ber Meerengen nur von ben unmittelbar in Bereitschaft stehenden Machtmitteln abhängig, und das würde keine Regelung bedeuten.
P a r i s, 17. Sept. (WB.) Rach dem „Matin" hatte gestern Franklin Bouillon, der seinerzeit französischer Unterhändler in Angora war, eine lange Besprechung mit Poincar 6.
Lonbon, 17. Sept. (WB.) Reuter. Lloyd
George, Chamberlain, Erkenhead, Worthington unb Churchill hatten heute m Chequere eine Zusammenkunft, bie ber Fortsetzung der Beratung ber türkischen Frage galt. Sie waren während des ganzen Tages in fian» biger Verbindung mit bem Staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten unb ben Londoner Regiecungssl eilen. Morgen ******
Downing Street ein


