Ausgabe 
17.8.1922
 
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Donnerstag. \l. August 1922

172. Jahrgang

der

22 durch die Umlage >racht, etwa 1,9 Mill. I Rest durch Auflauf . Verkehr. 3n diesem |

2V2 Millionen Tonnen aufgebracht, Tonnen durch Einfuhr, der von Inlandgetreide im freien Verkehr.

ZleichskOnzler Dr. Wirth über den Abbruch der Londoner Verhandlungen.

London, 16. Ang. (WTD.)Daily

Heutiger Stand des Dollars

10 Uhr vormittags:

Frankfurt a. M. 10681070

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Jahre wird wiederum die Hauptmenge in Höhe von 21/o Millionen Tonnen durch Umlage von der Landwirtschaft aufgebracht. Damit wäre ber Grundstock für die Volksernährung sichergestellt. Wieviel darüber hinaus für den freien Inland- verkehr noch zur Verfügung stehen wird, läßt sich kaum schätzen, ehe nicht die endgültigen Ernte- schähungen und die Anbauflächenstatistik bekannt sind. Jedenfalls dürfte sich das Ernteergebnis zwischen dem der Jahre 1920 und 1921 bewegen.

die RepavationSkommission mit der Frage des Moratoriums beschäftigt habe. Die Kommission wird morgen zusammentreten. Es ist nicht aus­geschlossen, daß sie entsprechend den Bestimmun­gen des Versailler Vertrages den Deutschen Ge­legenheit geben wird, sich zu äußern. Die Ant­wort der Reparationskommisswn wird frühstens Freitag bekannt werden.

Paris, 17. Aug. (WTB.) Poincare em> fing gestern abend den sranzösischen Vertreter in der Reparationskommission, Debois, den italie­nischen Minister des Aeußeren Schanker und den italienischen Botschafter in Paris.

Theunis über die Enteutekrisis.

Paris, 16. Aug. (WTB.) Der Londoner Berichterstatter desJournal" meldet: Theu- n i s erklärte vor seiner Abreise, daß nach seiner Meinung in kürzester Frist eine neue Kon­ferenz stattfinde. Er wisse aber nrch nicht, wo sie zusammentreten könne. Theunis erllärte fer­ner, er sei nicht entmutigt. Die Entente sei von solcher Bedeutung, daß sie die Achse der aus­wärtigen Politik bilde. Man müsse sie um jeden Preis erhalten.

Paris, 16. Aug. (WTD.) Das von Ha- vas heute abend ausgegebene offizielle Comrnu- nique besagt, daß die Rachmittagsfthung des M i n i st e r r a t s um 41/2 Su Ende gegangen ist. Es sind die verschiedenen Moglichketten be­raten worden, die je nachdem, welchen Beschluß die Reparationskommrssion faßt, ein» treten können. x _

Daris 16 Aug. (WTB.) 3n einem Havas- bericht über die diplomatische Lage hecht es: Heber den Verlauf des Mrmstervates, in dem die Aaltuna Poincarss in London ge­billigt wurde, wird strengstes Stillschweigen bewahri. Aur soviel steht fest, Mj die Ein­berufung der Kammer im gegenwärtigen Augen­blicke nicht in Frage kommt D^ ^^runa könne erst ihre Entscheidung treffen, sobald sich

Unter dem TitelDie große Politik europäischen Kabinette 18711914" hat das Aus­wärtige Amt eine Aktenpublikation begonnen, die wissenschaftlich wie politisch von größter Be­deutung werden muß. Die wichtigsten Akten, die durch die auswärtige Politik unseres Reiches entstanden sind, sollen hier der Oeffentlichkeit zu­gänglich gemacht werden: Gesandtschaftsberlchte, Anweisungen des Amts an die Geschäftsträger, Korrespondenzen innerhalb des Amtes intime Briefe zwischen Bismarck und dem Äatfer, txc- trauliche Randbemerkungen und dergl. Es soll also ein Blick tn die innerste Werkstatt der deut­schen Politik ermögllcht werden, womit die wissen­schaftliche Bedeutung ja ohne weiteres zum Aus­druck gebracht ist: Wir werden, wenn das Werk erst vollständig vorliegt, eine absolut sichere Grrmdlage zur Erkenntnis des letzten halben Jahrhunderts deutscher Geschichte besitzen. Das Unternehmen ist gedacht als rückwärtige Fort- sehung der bekannten Dokumente zum Kriegs- ausbnich" (herausgegeben 1919), die die deut­schen Aktenstücke vom Seoajewo-Morde bis zum Krregsanfang enthielten. Man glaubte mit Recht, die großen weltpolitischen Zusammenhänge, die zum Kriege geführt haben, nicht anders klar legen zu können, als durch ein Zurückgehen brs zur Entstehung des Deutschen Reichs. Zunächst liegen sechs Bände vor, die die Zeit Bismarcks, also bis März 1890, in 1365 Aktenstücken um­fassen (zusammen 2311 Seiten, gebunden 1100

Die Veröffentlichung der Akten des Auswärtigen Amts feit 1871.

Von Prof. Dr. R0l0ff.

I.

bleiben, eine ähnliche Kalamität sein wie ein russisch-österreichischer". Eine Erschütterung des bestehenden Zustandes müsse zum SchadenDeutsch- lands ausschlagen. Selbst als Frankreich Deutsch­land direkt droht, als 1887 ein kriegslustiges Ministerium tn Paris regierte und Deutschland zu einer beträchtlichen Vermehrung seiner Armee (im Septennat) zwang, dachte Bismarck nich-1 daran, eine Verminderung der französischen Macht anzustreben:Frankreichs Fortbestehen als Groß­macht ist für uns ebenso Bedürfnis wie das jeder anderen der sechs Großmächte", sagte er damals in einer vertraulichen Bemerkung.

Selbstverständlich vereinigte sich mit dieser objMiven Anerkennung J)er Rechte Frankreichs, äu der, wie wir mit Stolz sagen dürfen, nur ein deutscher Staatsmann, die erforderliche Unbe­fangenheit aufbringen konnte, vortrefflich ein arg­wöhnisches Ueberwachen seiner Politik, insbeson­dere seiner militärischen Rüstungen. 3m Bewußt­sein seines guten Gewissens hat sich Bismarck auch nicht gescheut, den Franzosen gelegentlich deutlich vor Augen zu führen, daß eine Fortsetzung der bedrohlichen Rüstungen zum Kriege führen müsse: wenn man auch noch so friedlich sei, sagte er, dürfe man doch in dem Gegner nicht den Gedanken aufkvmmen lassen, daß man ihm unter allen Um­ständen den Angriff gestatten werde, beim das werde seine Kriegslust nur steigern. Daher hat er 1 8 7 5 eine drohende Sprache gegen Frankreich geführt und tn der Tat durchgeseht, daß die Franzosen ihre Rüstungen verlangsamten, woraus sich eine Verminderung der allgemeinen Kriegs­befürchtung ergab.

Mark). , ,

Rus diesem Plane ergibt sich zugleich die politische Bedeutung. Die Behauptung unserer - Feinde, daß das Deutsche Reich seine Polltik auf Beherrschung Europas und Eroberungen ein­gestellt habe und damit den Weltkrieg von langer Hand her verschuldet habe, wird jetzt an der Hand des besten Materials geprüft werden können. , ,,, rr

Gs ist selbstverständlich ausgeschlossen, in we­nigen Zeilen den überaus reichen 3nhalt der sechs Bände, die ungefähr alle Ereignisse von Wichtigkeit behandeln, zu erschöpfen; nur an einigen Beispielen soll versucht werden, eine Eha- rakteristik der deutschen Politik zu geben. Der erste und letzte Eindruck ist, daß Bismarck, die drei Kaiser und die sonstigen maßgebenden Män­ner, der Sache des allgemeinen Friedens mit der'größten Hingabe gedient haben und daß ins­besondere der Reichskanzler unermüdlich und fruchtbar im Ersinnen von Kombinationen war, um Deutschland auf friedlichem Wege Sicherheit gegen die Gefahr einer übermächtigen Koalition zu schaffen. Selbstverständlich ist Bismarck der leitende Geist, der alle anderen, Freunde wie Gegner, weit überragt, aber auch andere Persön­lichkeiten, wie Graf Herbert Bismarck, mehrere Botschafter und vor allem Kaiser Wilhelm I. erscheinen in hellem Lichte. 3mmer wieder er­weckt es Bewunderung, mit welcher Gewissen- Hastigkeit, Arbeitskraft, Gedächtnisschärfe und Ur­teilskraft der Monarch bis in seine letzten Lebens­lage sich in die politischen Angelegenheiten ver­täte, und man begreift, daß Bismarck bei aus­einandergehenden Meinungen einen schweren Stand mit einem so sachkundigen und selbstän­digen Herrn haben muhte.

Es braucht nicht erst gesagt zu werden, daß Deutschland mit Frankreichs unversöhnlicher Feindschaft zu rechnen hatte. 3nfolgedessen galt es, zu verhindern, daß Frankreich Bundesge­nossen fand, die es zu einem Angriff auf Deutsch­land befähigten. Diesem .Ziele diente Bismarck zuerst durch das sogenannte Dreikaiser­bündnis vom September 1872. Es war ein glänzender Triumph der Dismarckschen Staats­kunst. Das 1866 vorsichtig mit Landabtretungen und sonstigen harten Bedingungen verschonte Oesterreich erkannte die Friedlichkeit des neuen deutschen Kaisertums und suchte Anschluß an den bisherigen Gegner, da es eine Gefährdung seines Besitzes durch ihn nicht mehr befürchtete, Ruß­land folgte dem Wiener Beispiel, und so ver­einigten sich die drei Kaiser unter deutscher Füh­rung zu einer imposanten Kundgebung zur Er­haltung des Friedens: eineEntmutigung aller auf Krieg und Unrühe spekulierenden Elemente in Eiropa" sagte Bismarck. Der Gedanke, das Bündnis etwa zu ungunften Frankreichs gel­tend zu machen, tag dabei Bismarck weltenfern. Heber all, wo Frankreich Deutschland nicht be­droht, wurde es vielmehr von Deutschland unter­stützt. Seine Kolonialpolitik 'fjat er nach Kräften unterstützt, um die Blicke der Franzosen von den Vogesen abzulenken, die Besetzung von -^unl8 z. D. hat er nachdrücklich empfohlen. ©tet£ hat er es verworfen, sich mit kolonialen Gegnern der Franzosen zu verbinden: er wolle, fagte_ er dem französischen Mißtrauen keinen neuen Anhalt geben,da der Krieg zwischen zwei so großen be­nachbarten Völkern auch für den Sieger immer eine Kalamität bilde, die ganz Europa schädigen würde" Hinter der Förderung der afrikanischen Projekte Frankreichs stand auch nicht etwa die Absicht, es mit E n g l a n d in Konflikt zu bringen, hn Gegenteil, er wünschte ein gutes Verhältnis zwischen den beiden Westmächten, weil er meinte, dann werde Frankreich sich um so schwerer zu einem Bündnis mit Rußland entschließen. So hat er als im .Jähre 1884 Aegyptens wegen ernst­liche Verwiälungen zwischen den beiden Rivalen drohten, sich eifrig um eine friedliche Losung bemüht, denn, sagte er,ein franzosisch-.englischer Krieg würde für uns, auch wenn wir unbeteiligt

Deram11iche Bericht über den Saatenstand in Preußen Anfang August ist diesmal be­sonders pessimistisch, vor allem fällt dies auf bei einem Vergleich der Bewertungszisfern für August 1922 und die entsprechende Zeit 1921 und 1913. Diesmal sind alle Zahlen, abgesehen von Hackfrüchten und Luzerne, unter mittet, wäh­rend sie 1921 fast durchweg über mittel und 1913 ausnahmslos auf gut, bei Weizen sogar auf sehr gut standen. Dies darf jedoch kein Anlaß zu übertriebener Besorgnis fein, da die Ernte außerhalb Preußens, insbesondere in Süd­deutschland, zum Teil ganz wesentlich besser steht.

Annähernd richtige Zahlen für die Ernte» mengen abzugeben, ist noch nicht möglich. 1921 hatte Deutschland eine Weizenernte von 3 Millw- nen Tonnen gegen 2V2 Mill. 1920. Für den rationierten Bedarf brauchen wir eine jährliche Brotgetreidemenge von etwa 4,6 Mill. Tonnen. Von diesem Bedarf sind 1921/22 durch die Umlage

Chr 0 nicle" veröffentlicht eine Unterre­dung seines Berliner Berichterstatters mit dem Reichskanzler Dr. Wirth. Dieser begann mit der Erklärung, daß, obwohl keine übertriebenen Hoffnungen auf die Londoner Konferenz gesetzt seien, doch niemand ein sol­ches Ergebnis erwartet habe. Wenn die Lon­doner Konferenz mit einem Siege des fran­zösischen Standpunktes endete, hätte sie, wie angenommen werden könne, das Ende der deutschen Währung bedeutet. Das Er­gebnis der Konferenz sei jedoch eine Kata­strophe. Deutschland habe keineswegs die Absicht, sich seinen Verpflichtungen zu ent­ziehen. Zum Rachweise dafür habe Deutsch­land, obgleich unter den äußersten Schwierig­keiten, gestern die Summe von 500 000 Pfund von dem Betrage der gestern fälligen zwei Millionen gezahlt. Wirth sagte: Wir sind be­reit zum Zahlen im Verhältnis zu unserer Zahlungsfähigkeit. Diese Zahlungs­fähigkeit nimmt vpnTagzuTagab. Der augenblickliche Zuvtrnmenbruch der Mark bedeutet eine weitere Verminderung.

Ueber die k ü n f t i g e P 0 l i t i k der deut­schen Regierung befragt, erklärte der Kanzler: Während der allernächsten Monate können und werden wir unsere Verpflichtungen nur insoweit durchführen, als die Sicherung der Brotversorgung für die Existenz des Volkes es zuläht. Erst Brot für das Vvlk,danndieWiederherstellung. Was wirtschaftlich unmöglich ist, muß zusam­menbrechen. Zu der Frage des Mora­toriums erklärte der Kanzler, es hätte,

I wenn es von praktischem Wert sein sollte, sich auf viele Monate erstrecken müssen. Sechs Monate waren vor kurzer Zeit noch ganz wirk­sam. Mit dem Fall der Mark aber würde das Moratorium immer weniger wertvoll.*

Die neuen Schritte der ReparationskommWon.

Paris, 18. Aug. (WTD.) Wie dasJour­nal des Debats" mitteilt, wird die Repara- tionskomMission, der zur Zeit die Frage des Moratoriums vvrliegt, zusammentreten, um den Wortlaut ihrer Antwort an Deutschland festzusehen. Es sei jedoch nicht sicher, daß sie diese Antwort sofort an die deutsche Regierung ablassen wird. Vielmehr habe es den Anschein, daß die Delegierten die Richtlinien ihrer Regie­rungen, insbesondere die der ftanzösischen Regie­rung, abwarten werden.

Ein neuer belgischer Plan.

Paris, 17. Aug. (WTD.) Rach dem 3ntranftgeani soll der belgische Mi­nisterpräsident am Sonntag in London einen Plan vorgebracht haben, der die Zu­stimmung PoincaräS gefunden habe. Der Mi­nisterpräsident erklärte, das Gell), dasDeutsch- land bezahlen solle, werde Belgien zufließen. Es diene zur Deckung der Priorität Belgiens, das noch 800 Millionen zu beanspruchen habe. Hnter diesen Umständen mache er im Ramen Belgiens den Vorschlag, alles im jetzigen Zu­stande zu lassen, d. h. Deutschland zur Bezah­lung dessen zu zwingen, was es für 1922 in bar aufzubringen habe. Aber, so sagte Theu- nis, wir werden uns unmittelbar an Deutsch­land wenden und chm erklären, es solle an- stattderGvldmark Sechs-Monats- Wechsel geben. Das komme darauf hinaus, daß noch ein Moratorium von einem halben Jahre gewährt werde. So sind wir zufriedengestellt, und die Alliierten erleiden keine Verzögerung der Zahlungen, die ihnen nach dem Zahlungspläne zustehen.

Die Lage in Frankreich.

Aus dem Reiche.

Die Wirtschaftslage.

Berlin, 17. Aug. (WTB.) Der ReichS- wirtschaftsministerSchmidt empfing gestern abend die Vertreter der Ge­werkschaften, die ihm darlegten, daß bei weiterem Fortschreiten der Verelendung des Arbeiter st andes Ausschreitungen wie auch im vorigen Jahre zu befürchten seien. Minister Schmidt entwarf ein ausführliches Bild von der deutschen Wirtschaftslage und begrüßte die Bereitwilligkeit der Gewerkschaf­ten, die Regierung zu unterstützen. 3n der Aussprache ergab sich über alle Fragen vollste Uebereinstimmung.

Der Anschlag gegen Scheidemann.

Kassel, 16. Aug. Die Oberstaatsanwalt­schaft teilt mit: Hustert und Oelschläger haben vor dem Untersuchungsrichter ihr Ge­ständnis in allen Stücken aufrecht erhalten. Oelschläger erklärte, er habe, als Oberbürger­meister Scheidemann schoß, die Pistole auf Scheidemann gerichtet, indem er etwa fünf­zehn Schritte hinter Scheidemann stand. Am Schießen sei er durch den Stockhieb eines Mannes verhindert worden, der ihm und Hu- stert bewußt oder unbewußt schon während des ganzen Weges hinderlich gewesen sei. Als er diesen Mann von sich geschleudert hatte, habe er, Oelschläger, den Oberbürgermeister hin­sinken sehen und ihn für tot gehalten. Selt- samerwe se hat sich eine Person, die in der von Leifajläger geschilderten Weise tätig gewesen war, bisher nicht gemeldet. Hustert hat noch am Tage seiner Einlieferung dem Oberstaats­anwalt die Stelle im Walde gezeigt, an der er das die Giftspritze enthaltende braune Blechbehältnis, bestehend aus Dose und Deckel von der Art der Gasgranaten­hülsen, weggewvrfen hat. Die Rachforschungen im Walde waren bisher ergebnislos.

Nachdem die Tat als solche nun vollstän­dig aufgeklärt worden ist, handelt es sich noch darum, die Herkunft des Giftes und die Teil­nahme der Mitwissenschaft dritter Personen aufzuklären. Das Ergebnis dieser Ermittlun­gen hat indessen an der Tat des Hustert und Oelschläger, die sich als gemeinschafttich ver­übten Mordversuch darstellt, nichts geändert. Auflösung des bayrischen Landtags?

München, 16. Aug. (WTD.) Die Mün­chener Blätter beschäftigen sich in ihren hmittgen Auslassungen mit den heute vormittag begon­nenen Besprechungen der Fraktionen der bayeri­schen Volkspartei und der bayerischen Mtttel- pattei. Wie dieMünch. Reuest. Rachr." melden, hat sich die Lage inzwischen Wetter verschlimmert dadurch, daß heute vormtttag im Landtag eine große Abordnung von örtlichen Parteiführern und Vorständen der vaterländ.schenOrganisationen aus dem Oberland und aus Schwaben erschienen und teilweise sogar in drohender Form die Ab­lehnung der Berliner Abmachungen unddieAufrechterhaltungderbayeri- schen Verordnung verlangte. Von einzelnen Rednern wurde die Forderung des sofortigen Rücktritts der Regierung und der Landtagsauf­lösung vertreten. Wie das Blatt Wetter aus Ab­geordnetenkreisen hört, bestehe dort die Auf­fassung, daß bei dem gegenwärtigen Stand der Dingeine Lösung der Krise kaum anders als durch die Auflösung des Landtags mög­lich sein wird.

München, 16. Aug. (WTB.) Wie die Bayrische Staatszeitung" schreibt, hat. der Bauernbund bereits seine Zustimmung zu den Abmachungen Bayerns mit dem Reiche erteilt. 3n der Bayerischen Volkspartei mehren sich die Stimmen dafür, wenn auch vielfach nod)' bestimmte Sicherheiten für verschiedene Einzel­heiten gewünscht werden. Auch in den Kreisen der Mittelpartei herrscht eine ähnliche Stimmung.

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poftschecttonio:

Hrankfurt a. DL 11686.

Ernlevorschau.

3n früheren Jahren lagen bereits im August die Schätzungen der Anbauflächen durch das Sta­tistische Reichsamt vor. 3nfolge der Abänderung in der Verteilung der Hmlage haben die statisti- chen Anstalten andere Grundlagen für die Schätzung aufgestellt, so daß m diesem Jahre nicht vor Oktober mit der Ermittlung der Zahlen zu rechnen ist. 3mmerhin scheint festzustehen, daß trotz der ungünstigen Witterung bei der Aussaat bei Wintergetreide und Sommergetreide die Flächen im Umfange der früheren Jahre bestellt wurden. Der Winter brachte jedoch bei Weizen erheblichen Schaden, so daß im Frühjahr rund 10 Proz. wegen Auswinterung umgepflügt werden muhten. Diese Flächen wurden zum Teil mit Sommerkorn, vor allem aber mit Kartoffeln neu bestellt. Bei Roggen war die Auswinterung gering; hingegen litt Wintergerste und besonders Winterraps sehr. Bei Hackfrüchten ist eine! Zunahme der Kulturfläche zu konstatie­ren; bei Zuckerrüben beträgt der Zuwachs 8,3 Prozent. Die Futterpflanzen nehmen etwa dieselbe Fläche ein wie im Vorjahre, jedoch ind sie infolge der Trockenheit im Sommer 1921 neist schlecht aufgegangen und mußten teilweise im Frühjahr umgepflügt werden. Die Früh­jahrsbestellungen konnten wegen des lan­gen Frostes und der ungünstigen Witterung erst spät in Angriff genommen werden und ver­schoben sich gegenüber dem Vorjahre um drei bis vier Wochen. Dis zum Zuni blieb das Wetter mit vereinzelten Rachffrösten ungünstig; es muh wäh­rend der Wachstumszeit für die diesjährige Ernte als abnorm bezeichnet werden.

Es ist schwer, heute schon ein einigermaßen sicheres Urteil über die Ernteaussichten abzugeben. Der erhöhte Produktionsmittelaufwand der Landwirtschaft wird sich in Rorddeutschland in Bezug auf die Brotgetreidernte nicht voll bezahlt machm. Am günstigsten dürste dieR 0 ggen- ernte ausfallen, die einen guten Durchschnitt verspricht. Die Weizenernte wird zum Teil weit unter dem Stande des Vorjahres bleiben; im besten Falle ist mit einer knappen Mittel­ernte zu rechnen. Bei G e r st e ist das Ernte­ergebnis im allgemeinen befriedigend. Hin­gegen sind die Aussichten für Hafer in ganz Deutschland ungünstig. Die Kartoffel­ernte, über die man im gegenwärtigen Zeit­punkt freilich nur mit größter Vorsicht urteilen darf, verspricht einen günstigen Ausfall, ebenso die Zuckerrübenernte, bei der vor allem auch die Vergrößerung der Anbaufläche hinzu- kommt. Die Futtermittelnot wird aller­dings in diesem Jahre noch nicht behoben werden. Der erste Schnitt der Heuernte, ber wegen des regnerischen Wetters zum Teil jetzt noch nicht ganz beendet ist, war sehr gering; der zweite verspricht mehr Erfolg. Die Obst- und Ge­müseernte befriedigt allgemein; ins­besondere fällt die Pflaumen- und Aepfelernte ausnahmsweise reich aus.

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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