Ausgabe 
17.6.1922
 
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Svenalermeister und Frau Kathärina, geb. | Neuyort, seiner heimatlichen Gemeinde im Betrag 1 wurde zunächst die am 29. März beschlossene KrosdÄer Straße 16. von 13708 Mark. Davon sollen 7000 Mark für Jagd stelle rvrdnung, Welche seitens der

sicher dazu beigetragen daß dieses so überaus 'ichtige Institut auf seiner vorbildlichen Höhe

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* Trauer um Oberschlesien. Dir Landesregierung hat angeordnet. dah aus An­laß des Verlustes vberschlesischer Gebietsteile heute die Gebäude der Staats- und Kommu­nalbehörden halbmast zu flaggen sind.

** Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurde am 7. Juni 1922 der Kanzlei- gehilfe Friedrich Brand in Osthofen zum Kanz­listen bei dem Amtsgericht Osthofen. Ernannt

verhinderten Ministers Dr. Bolitz, auf dessen Veranlassung die Staatsregierung 20 000 Mark

Der DeichSrat für die Getreideumlage.

Berlin. 16. Juni. (WTB.) Der Rrichs- tat genehmigte mit 49 gegen 16 Stimmen die Vorlage über die G c t r e i d e u m l a g e. Die Vorlage verlangt, wie im Vorjahre, eine Um­lage von 21/j Millionen Tonnen. Gegenüber dem vorjährigen Gesetz sind manche Härten ausge­glichen worden.

gehalten werden konnte.

Ein ganz besonderes Verdienst hat sich Fromme um unsere Theaterverhältnisse erworben. Er war der erste Geschäftsführer des Theaterbauvereins und steht seit Jahrzehnten an der Spitze des Theatervereins. In Gemeinschaft mit dem verstorbenen Theodor Haubach trug er die Hauptlast der Bemühungen um die Schaffung des Theatergebäudes. Ohne ihn würden wir Gie­ßener schwerlich die Genüsse gehabt haben, die unS die Gastspiele der Frantturter, später der Darmstädter Oper brachten.

Mit stolzer Befriedigung darf Geheimrat Fromme auf sein bisheriges Leben zurückblicken. Sein unermüdliches Streben wurde mit den schön­sten Erfolgen gefrönt. Die dankbare Stadt Gie­ßen aber vereinigt ihre Glückwünsche mit der Hossnung, dah es ihrem verdienstvollen Bürger noch lange vergönnt sein möge, die Früchte seines segenreichen Schaffens reifen zu sehen.

von der Deutschnationalen Volkspar­tei im Philosophenwald abgehalten. Näheres über den geplanten Verlauf usw. ist aus dem heutigen Anzeigenteil ersichtlich.

Der Evangelische Arbeiter ver- e i n veranstaltet am Sonntag einen Familien- a u s f l u g nach Annerod, wo im Saale der Be­st auration Engelhardt Musik- und Gesangsvor- träge, Theater, sowie ernste und heitere Deklama­tionen geboten werden. (Siehe Anzeige.)

Wettervoraussage

für Sonntag:

Bewölkt, trocken, kühler, Nordwest- bis "West- wind.

Von Norden her dringen die Ausläufer einer lehr kräftigen über Island liegenden Depression gegen das Hochdruckgebiet, das noch immer den größten Teil des Kontinents bedeckt, vor. Das '.'detter bleibt vorläufig trocken bei zunehmender

Bewölkung und Abkühlung.

Landkreis Gießen.

^Alten-Buseck, 16 Juni. Eine erfreu­liche Zuwendung machte der von hier stam­mende ßubtoig ($. Volkert, Long-Iland-City,

Schwurgericht.

Gießen, 12. biS 14. Juni 1922

Die zweite Periode des Schwurgerichts um- atzte nur einen Fall. Dieser nahm aber drei Tage in Anspruch und wurde unter dem Vorsitz das Landgerichtsrats Küchler verhandelt. An-- geklagt war der mehrfach wegen Diebstahls vor­bestrafte, berusslose, angebliche Neisende UM* Helm Gelzenleuchter aus Mudersbach bei Wetzlar, des schweren Raubversuchs. be gangen in einheitlichem Zusammenhang mit qua­lifizierter Körperverletzung. Die An­klage tmirbe vertreten von Staatsanwalt Justiz- rat Weidemann: als Verteidiger fungierte Rechtsanwalt Fischer.

Es wurden über 30 Zeugen und mehrere Sachverständige vernommen.

Der Angeklagte lernte im Jahre 1920 in der diesigen Lupusheilstätte die Hedwig Säubert von derGcundmühle" bei Feldfrücken kennen und trat in nähere Beziehungen zu ihr. Gr verschaffte sich auch Eintritt in deren Familie und verkehrte mehrfach im Hause. Der Vater Daupert starb im Spätherbst 1921. Die Familie Netz dessen Nachlaß an Werkzeugen versteigern und erlöste hierfür etwa 7000 Mk. Dieses Geld wurde in einer Schub­lade des im Wvtzmzimmer stehenden Schrankes verwahrt. Beides wuhte auch der Angeklagte. Das Verhältnis zur Hedwig Daupert hielt er hinter dem Rücken ihrer Mutter aufrecht. Diese war Gelsenleuchter durchaus nicht sympathisch mit Rücksicht darauf daß er keiner regelmäßigen Arbeit nachging, und auf den Rus ihrer Familie verbot sie ihm Ende November 1921 ihr Haus DaS Verhältnis zur Hedwig Daupert erreichte damit gleichfalls sein Ende.

In der Nacht vom 21. zum 22. Dezember 1921 wurde in die Grundmühle cingebrochen und zwar imter teilweise eigenartigen Umstünden. Das Haus der Familie Daupert ist jetzt keine Mühle mehr und liegt ein kleines Stück abseits von Feld­krücken. Der Täter drückte, die Scheibe cine£ zu ebener Erde befindlichen Fensters ein und flieg zunächst in die frühere Werkstätte ein. Dort verkleidete er sich mit schwarzen Tüchern aus einem daselbst stehenden Schrank und entnahm diesem auch einen schweren Karabiner. Sv txr- mummt und bewaffnet stieg er die in den ersten Stock führende Treppe hinauf, öffnete die Türe zum Wohnzimer und trat ein. Infolge des ent­standenen Geräuschs erwachte die nach hinten schlafende andere Tochter Lina: sie zündete ein Streichholz und dann eine Petroleumlampe an und sah vor sich eine vermummte Gestalt ft eben. Diese trat auf sie zu. legte den Karabiner an und rief ihr zu:Hände hoch". Die Worte wurden kurz und scharf herausgestosten. Auch die dort schlafende Frau Daupert erwachte, stand auf und rief:Was ist hier los?" Der Einbrecher rief ihr zu:Ruhig" und schlug ihr mit dem Karabiner mehrfach auf den Kopf und ins Gesicht. Nun erhoben die Frauen ein lautes Geschrei und rie­sen der vor der Tür in einem Nebenraum schlafen­den Hedwig zu. Darauf wandte sichEinbrecher zur Türe und trat in gebückter Haltung auf den Vorplatz. Dort trat ihm die Hedwig entgegen. Diese versuchte ihm mehrfach das Tuck vvm Ge­sicht zu reihen. Auch ihr versetzte der Täter mehrere Kolbenschläge auf den Kopf. Nach wen terem Ringen ließ er den Karabiner in den Han den der Hedwig und gewann dann auf demselben Weg, auf dem er getommen, wieder das Freie

Die am Morgen des folgendes Tages herbei- gehvlte ©enbormerie stellte den Tatbestand und Spuren von mit Strümpfen bekleideten Füßen ' fest: auch wurde ein Kleidungsstück in dem nahen Wald in der Richtung nach Schotten zu gefunden.

wurde am 13. Juni der Lehrer Friedrich R zu Nieder-Wollstabt, Kreis Friedberg, zum Rei- tor an der Volksschule daselbst.

Die Lina Daupert behauptet, sie habe den Täter bestimmt an der Stimme erkannt: es bestehe fein Zweifel, daß es Gelzenleuchter ge­wesen sei. Hierzu sei bemerkt, daß dieser etwas stottert Auch die Mutter Säubert sagt, nach Gestalt und Bewe^rngen sei es ker Angeklagte gewesen Der Balmbeamte Schäfer aus Schotten gibt an er habe am 22. Dezember früh morgens in dem'5 2b Uhr von Schotten nach Nidda ab­gehenden Zug einen Wann sitzen sehen: er meine, der Angeklagte müsse es gewesen sein, über den Tag bestehe kein Zweifel.

Die AnNagebehorde nimmt an. Gelzenleuchter fei mit diesem Zug über Nidda nach Friedberg gefahren habe dort die Sperre passiert und eine Fahrkarte 4. Klasse nach Okarben statt nach Frank furt gelöst und zwar infolge Geldmangels Dort hat er sich bat dem einen Schaffner gemeldet, cr trolle in FrcnEfurt nachlösen, und ihm seine auf seinen Namen lautende Radfahrkarte zur Legi­timation übergeben. In Frankfurt, dem Stations- beamten vorgesührt, hat er aber keine Karte narb losen können und ist den Betrag von 6.40 Mk. dem Fiskus heute ntxb schuldig. Es steht auch fest, bub er um 111/2 Uf>r feine frühere Geliebte,

radmarder zu tun hat.

Dornotizen.

Tageskalender für Samstag. Astvria-Lichtspiele. heute und morgen:Macistes Abenteuer". 3. Teil, undSie Chaplin-Quelle". Lichtspielhaus. Bahnhofstraße, heute und nwr-

Aufsichtsbehörde beanstandet war, mit den gewünschten Änderungen genehmigt. Ferner eschlotz man, das Darlehen von 246 0000 Mk., welches am 6. Mai 1921 vom . Kreistage zu Wegebauzwecken bewilligt, aber nicht verwendet worden war, für die Zwecke des

gesell schäft und pries Wetzlar als Goethestätte ersten Ranges, weil Goethe hier Selbstüber­windung zu üben lernte. Prof. Dr. Gloöl hob in feiner begeifterten und begeisternden Festrede die Subjektivität des jungen Goethe hervor und er­schloß das Wesen Goethes als Menschen und Künstlers: Gefühl ist alles: alles um Liebe: schneller Wechsel der Stimmung, ungemessener Freiheitsdrang: nicht Egoismus, sondern Seelen­adel. Das innerliche Erlebnis drängt ihn zum Selbstbekenntnis. Die in die Wetzlarer Zeit fallen­den dramatischen Plane und lyrischen Gedichte wurden gewürdigt. Dah in Wetzlar der Werther wurzelt, das ist Wetzlars Ruhm. Wetzlar bedeutet für Goethe Selbstbesinnung. Selbstbeherrschung, Heranreifen zum echten Künstler. Goethe ist uns in schwerer Zeit ein Vorbild in der rastlosen Arbeit an uns selbst, an anderen, für andereSo wende nach innen, so wende nach auhen die

Schulhause zu bewirten.

Damit war die Reihe der Veranstaltungen des Goethesestes erschöpft, das alle Tellnehmer aufs höchste befriebigte und allen in schönster Erinnerung bleiben wird.

Heffen-Naffau.

fpd. Marburg, 16. Junü Die diesjäh­rige Kirrnesfeier in dem Dorfe Ehlen bot kein erfreuliches Bild holder Eintracht. Die Arbeiter beteiligten sich nicht an her Kirmes- feier, weil die Bauern am 2. Pfingsttage das Arbeiter-Turnfest auch nicht besucht hatten. I Infolge dieser Mitzhelligkeiten kam es zwischen beiden Parteien zu schweren Schläge- ! r e i e n, bei denen auch das Messer eine er­hebliche Rolle spielte. Der zweite KirmeStag mutzte deshalb von der Landjageret überwacht werden.

]( Kirchhain, 16. Juni. In der im Kreishause unter dem Vorsitz des LandratS [non Gilsa abgehaltenen KreiSta g sitzung

* Die diesjährige öffentliche Impfung in Gießen wird in den kommenden Wochen abgehalten. Näheres ist aus der Bekannt­machung in unserem heutigen Anzeigenteile er- sichtlich.

Auf eine 2 5 j ö n r i g c Dienstzeit beim Finanzamt Gießen blickte am 12. b M. Oder steuert ekretar Schäfer zurück. Die Glückwunsch: des Amts übermittelte in Gegenwart der B amtLnschaft der Leiter des Finanzamts Ob'nci)'.- rungßrai Krug: er überreichte dem Jubilar als Zeichen der Wertschätzung ein von den 'Beamten gestiftetes wertvolles Geschcnl. Am Olbcnb sand eine schlichte Feier im Hotel Hvpfeld statt.

»= DaS Fest der Silbernen Hoch- 3 e 11 begeht morgen das Ehepaar JakobSch l v 1

elektrischen Ueberlandwerks zu.ver­wenden. Zur Deckung der Restbaukvststen des AeberlandwerkS soll eine Anleihe von 400000 Mark gemacht werden. Auch den anderen Vorlagen, welche die Einräumung eines tau­enden Kredits bis zur Höhe von 400 000 Mark bei den Sparkassen des hiesigen Kreises zwecks Schaffung der Betriebsmittel für das Ueberlanbwerk, die Uebernahme der Haftung für 3 500 000 Mark wegen 'Beteiligung des Kreises an dem Großkraftwerk Main-Weser (Borken) und die Erhöhung des am 29. März 922 bewilligten Darlehens bis zur Höhe von 00 000 Mark zwecks Ausführung des Brücken­baues im Zuge des Landweges Kirchhain- Akederklein betrafen, wurde zugestimmt. Die Kosten der letzteren stellen sich auf ungefähr 300 000 Mk., wovon auf den Kreis 180 000 Mk. entfallen.

ta. Biedenkopf, 16. Juni. Zur Er- üllung der unserer Stadt obliegenden 08er» pflichtung bewilligten die Stadtverord- neten zur Llnterstützung der Sozial­rentner, d. h. der Emvfänger von Alters- und Invalidenrente, für dte vor dem 1. April d. I. liegende Zeit, 22 461 Mk., und für das Rechnungsjahr 1922 den Betrag von 45324 Mark.

liche Fürsorgestelle. Der Reichsbund hat inzwischen gewählten Gedichten 'aus Goethes Jugend schönen seine Bemühungen fortgesetzt, diese Teuerungs- Ausdruck gab.

zuschüsse zu verbessern und sie insbesondere allen! Der Festakt am 13. Juni wurde um lOHbr Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen zu-1 morgens durch einen von L. Seher verfaßten, kommen za lassen. von Frau Dr. Engelmann gut vorgetragenen

** Festgcnornmen wurde hier ein Vorspruch eröffnet. Bürgermeister Dr. Kühn Fahrraddieb. Er hatte aus dem Hofe einer begrüßte die Festversammlung, im besonderen den Wirtschaft im Seltersweg ein Fahrrad entwen- Rektor, der Llniverfität Gießen, Profrtsor Dr öct und sich damit entfernt. Er konnte sich Aoloff, ©cbetmen Otat Pros. Dr. v. Oittin. 6er Beuteaber nicht l°"S-«foeu«n^ g -als

der Eigentümer hatte die Tat vom Fenstet @tff(öen Gesangvereine zu Berlin,

ans mitangeseoen und nahm chm das Aad Pertreter der Behörden und Vertreter der Presse. Wieder ab. Als der Dieb sich ertappt sah, Ilackdem Dr. Kühn allen Goetheverehrern für stellte er die Sache als Scherz hin und gab die dem Lottehaus gewidmeten Spenden gedankt sich als Eisenbahnhetzer aus Halle aus, der hatte, gab er einen kritisch-humorvollen ilcbcr- mit einem Lokomotivführer eine Maschine blick über die Geschichte Wehwrs bis tu die neueste nach hier verbracht habe. Die alsbald ange- Zeit. Darauf überbrachte WjjBtftOtt ffeUten Erhebungen ergaben, daft chic somc j ©octbtftäü«

Angaben auf Unwahrheit beruhten und man es offenbar mit einem gewerbsmäßigen Fahr-

gespendet hatte.

Volpertshausen ließ es sich nicht nehmen, am Nachmittag die Gäste im festlich geschmückten

Aus Stadt und Land.

Dießen, den 17. Juni 1922.

Zum 70. Geburtstage des Geh. Hofrats Prof. Dr. Fromme.

Erst heute können wir biefen Gebenitag wür­digen, der schon bei rnhs eine ganze Woche zu- lütfliegt, da Herr Geh.nmrat Fromme selbst, tun allen Ehrungen a rs dem Wege zu gehen, den 1 Tag möglichst geheim zu halten suchte. Wir be» begrüben es aber umsomehr, daß der vchleier deS Geheimnisses sich doch lüftete, als wohl feiten der Ehrentag eines Mitbürgers mit solchem Recht zum Gedenktag der ganzen Stadt erhoben za werden Serbien!, als bV 70. Geburtstag deS Herrn Geheim !s Fromme für dir Stadt Gießen.

Karl Friedrich Ferdinand Fromme wurde nm 11. Juni 1852 zu Kassel geboren. Er des achte Dort das Lhceum Fridericianum, an dem er 1870 die Reifeprüfung oblegte. Von 18701872 studierte er an der Universität Marburg Mo- ckhematik, Physik und beschreibende Natarwissm- schäften und promovierte im Oktober 1873 an ifcer Universität Göttingen. 1874 legte er dort Ne Prüfung für das höhere Lehi-amt ab. Von Michaelis 1873 bis Michaelis 1880 war er als Assistent am Physikalischen Institut bet Uni- rerfität Göttingen tätig. In Göttingen habilitierte er sich rm Juli 1875 ff. Physik. 1877 verhei­ratete er sich mit bei- Tochter Hanny des Dr. iur. Dandrnann. Am 21. Augast 1880 er­folgte feine Ernennung zum a. o. Professor für Mctthematit. Physik und Geodäsie an der Landrs- -Uniberfität Gießen. E.ne Berufung im No­vember 1886 an die Akademie in Hohenheim Zehnte er ab. Am 9. Juni 1894 wurde Fromme zmn ordentlichen Honorarprofessor bei der philo­sophischen Fakultät ernannt. Seine Ernennung jmm Geheimen Hofrat erfolgte am 25. November 1911. Seit Mai 1921 ij er Ordinarius. Von leinen wissenschaftlichen Werken sind zu nennen: Physik ls he Ab> d'ungcn i.b:r OK g e i nirns jmb Elektrizität" undDie Forstvermes, ung".

Mehr als die wissenschaftliche Tätigkeit be­rührt uns Gießener ja das segensreiche Wirken des Geheimrats Fromme tut Interesse der Stadt. Auf den verschiedensten Gebieten ist hier durch seine aufopfernde, unermüdliche Arbeit Großes und Bleibendes geschaffen Nachdem er vor Jahren als Mitglied des Schulvorstandes regsten Eifer entfaltet hatte, widmete er sich in den letzten Jahren ganz besonders der A l i c e s ch u l e. Als diese im Jahre 1914 zusammenzubrechen drohte, Ha war er es, der sich dem Verhängnis ent» x gegenstellte. Seiner beispiellosen Hingebung an die wichtige Sache ist es zu danken, daß die - Schwierigkeiten der Kriegszeit überwunden wur­den und aus einfachsten Verhältnissen heraus r sich die Alieeschule M ihrer mustergültigen Or­ganisation, die die Aufmerksamkeit andererStädte und der Landesregierung erregte, entwickeln konnte. Mit dem Anschluß des F r o b e l - S e m i - nar8 an die Aliceschule im Jahre 1921 hat sich das gewaltige Arbeitsfeld Frommes als Leiter dieser Schulen noch erheblich vergrößert. In ein besonderes Licht wird diese erfolgreiche Tätig- feit noch dadurch gestellt, daß Geheimrat Fromme feine Kräfte in rein selbstloser Liebe zur Sache nfme materielle Entschädigung opfert. Ein er­hebendes Vorbild tn einer Zeit der krassesten Selbstsucht!

Diesen Verdiensten auf pädagogischem Ge­biete gesellt sich ein weiteres im 3nterrtfe der Vclkshygiene hinzu. Geheimrat Fromme ist 1. Vorsitzender des Aufsichtsrates deS städtischen Dvlksbades und hat als

'"'Ein Kammermusik-Abend zum die neuen Glocken, der Rest für Ar m en» Besten des Studentenheims fand gestern abeicd u n d K ra n k en p fl e g e und ahnllcheGemeinde- hn Saale des Heims statt, veranstaltet vom zwecke verwandt werden.

Schüttler-Quartett unter Mitwirkung Kreis BÜdiNgeN.

von Frl. Johanna Zimmermann. Geboten n < 16 t sinter un-

wurden je ein Streichgaartett von B e e t h o v e n )( Ortenberg, 10. vjunt. un

(Ob 18 Nr. 5 ä°Dur) und Haydn (Op. 54, geffeurem Andrang erfolgte hier die Heu- Nr 2 S--Dur), sowie eine Suite (Op. 3, Nr. 7 graSversteigerung der zum Furstlich- O-Moll) des alten italienischen Violln-Birtuosen Stolberg-Rvtzlaischen Hofgut gehörigen Wie- und Komponisten Evaristo Felice Dall- ^. Obwohl die Bersteigerungsbedingungen Abaco, der, aus Verona gebürtig, zu Anfang wilden Bieten Einhalt tun sollten, Über- dos 18. Jahrhunderts lebtej unb .in gettnifer boten stch die Liebhaber, durch Futternot ge-

U Mor- lang wohl Haydns Mu i. Will). Schättrt gen. Die Folge der Preise war eine s.vfor- l c r, der fein Instrument sicher und geschmackvoll tige Erhöhung der Milchpretse auf meisterte, war ein guter Führer seines braven jq Mk. pro ßiter im Stall abgeholt. Quartetts, aus dem noch besonders der Cellist

Ernst Schneider lobend erwähnt werden muß. »rrcts

Johanna Zimmermann erwies sich als eine fpd. Friedberg, 16. Juni. In Rod- feinfühlige Pianistin, deren Spiel durch größere f^ini a. tz, Horloff wurde einem jungen Land- Gebundenhcit noch gewinnen würde. D^r Bei- mirtschaftsgehilfen beim Häcksel schneiden die fall der Zuhörer war reichlich und verdient: t b oollständig von den Messern

man bat den Wunsch, das Schattler-Quartett Jnitten

öfter zu hören.r. a d g e , aj n 11 r e n.

Laufende Teuerungszuschüsse Kreis WeKlar.

für Kriegsbeschädigte. Wie die (Sautet* * -u*.

tung Hessen-Nassau des Reichsbundes der Kriegs- Die Wetzlarer GOetheseier.

beschädigten mitteilt, werden die für Mai gezahlten el Wetzlar, 16. Juni Born 12. bis 14. Juni Teuerungszuschüsse auch im Monat Juni in der- fand hier die erhebende Feier des 150jährigen leiben Höhe nLch einer Verfügung des Reichs- Jubiläums von Goethes Anwesenheit in Wetzlar orbeitsministeriums ausgezahlt. Wie bekannt, han- ftatt. zu der zahlreiche auswärtige Gäste, vor delt es sich hierbei um außerordentliche Leue- allem auch aus Weimar, erschienen waren. Das rungszuschüsse, die den erwerbslosen und erwerbs- Fest begann am 12. mit einem Degrüßungs- unfähigen Kriegsbeschädigten und Kriegerhinter- und Vortragsabend im Schützengarten, an bliebenen und denjenigen, die nicht mehr verdienen, yem Intendanzrat Dr. ®<iuer aus Darmstadt als höchstens ein Drittel mehr wie die örtliche Goethes Zueignung und die schönsten Werther- Erwerbslvsenunterstühung, gewährt werden. Die briefe Vortrag und Fräulein Meline Müller Auszahlung geschieht nach wie vor durch die amt- aus Wetzlar der wechselnden Stimmung von aus- liche Fürsorgestelle. Der Reichsbund hat inzwischen gewählten Gedichten auS Goethes Jugend schonen

'Reichstag genügend Zett zur eingehenden Pru-1 s fuiiQ bleibt Ferner soll Vorsorge getroffen wer- *1 Len, Daß auch während der Vertagung des Reichs­tages die etwa nötig werdenden Zuschläge un- werzüglich durchgeführt werden tonnten. Die Re­gierung stimmte dem zu.

gen:Allein im Urwald".

Der Oberhessischc Kunstverein zeigt gegenwärtig eine Ausstellung von Werken unseres einheimischen Künstlers Willi Barthet Barthel, der 1869 in Schotten geboren wurde, besuchte die hiesige Realschule und begab sich 1896 auf die Akademie Düsseldorf, wo er als Schüler bei Professor Dücker und Olaf Jernberg sein Studium begann. 1904 von der Akademie w-enw. «««# ««uv.. ««

^rück. ließ er sich in ^hen a^ ^nsttnalee ^^ Dann ist es ein Fest, Deutscher mit

nieder, von wo aus er seine Studienreistn unter- , cein -

nahm. Viele seiner Werfr fanden in ben gro^n Fach der Festrede zog man zum Sotto- ^ftenrUI!9ek Werte h«us, wo vor der Besichtigung der hergestellten

rerche Ausnahme^ Eben o /u^envnr auch Werke ^äumc Pfarrer Heep mit rhetorischem Schwünge von feiner Hand im Besitz gröberer ®alcuem l Urbild der deutschen Tugend, Reinheit

Dre Sonderausstellung bringt eine SuHe feiner verherrlichte. Nachmittags verlebten

Arbeiten Oelgemalde, ^uarelle und Zeichnun- Festgenossen einige reizende Stunden in Wahl- gen, auch zum Teil aus Piivat^sth, die em (©arbenbeim), wo sie vvm Superintendenten

anschauliches Bild geben von dem Können dieses I b Goethe-Denkmal begrüßt wurden

Künstlers. Nur iri Lew> Heir^»?öraum erlebSt Ser Abend

sanden noch ,2t!. war dem Konzert geweiht, in dem Frau Marie

nähme. Auch diese Ausstellung die nur 14 Tage _ G ü n t h e r - K l e m a n n aus Berlin durch

bis einschließlich 2. Jul' dauert ist von morgvN Dortrag Goethefcher Lieder erfreute. Ent- Sonntag a n täglich von 11 bis 1 Uhr ge- ooraetraaen wurden z. D.Freudvoll und

öffnet: an Mittwochnachmittagen auch noch von j DDU -Beethoven.Ganymed" von Schu-

3 bis 5 Uhr. s v - . bert,Mignon" undGleich und Gleich" von

- Die Frau en gruppe dei Deut ! Wolf. Die Pausen wurden durch den von scheu Volks Partei ladt Ihre Qlhtglieber I Seminarlehrer Theiß trefflich geschulten <5cmi= sowie ^6^fuhrteGast-furkOM^ narcher ausgefüllt, der z. B. imGesang der

nach dem Schützenhaus ein. Emig^ wichtig. ^stimmig sang.

Tagesfragen, die unsere Hausfraurni besonders Mittwoch früh wurde von Staats-

interesfieren durften, sollen bew^n ^den archivar Dr. S m i d t das K a m m e r g e r i ch t s ° Daran wird sich em geselliges Beisammensein mit gezeigt während die Führung im Lotte-

unterhaltenden Darbietungen anschlteßen. (®l<^cLaug Oberlehrer Scher, die im Jerusalemhaus Anzeige^ Prof. G l o tz l. die im Dom Frl. Sartorius

D i e hiesige u g c nJ) g ru p p c bei n 3m Lottehaus wie im Jerusalemhaus

?' Q3 E Samstaa dem 24^ Mai die tourbcn a([e Besucher durch das Aeußere der

Feier der SonnLnwrnde auf der Kaperobreg b.i a- Fülle des Ausgestellten und die

Friedberg. Zu diesem ^weck siiid von GießLii! -^ordnung erfreut.

die benachbarten Jugcmdgruppen m snanksu | &cm Mj^aoesscn im Kasino feierte Dr.

n 0U., Fiicdberg Homburg und Klein aus Frankfurt den Prof. Dr. Gloel,

^nem ^^^^^trefs«i eingelaüen ui^^^ wie am Tage vorher Pref. Dr. Deetjen aus

Beteiligung zum Teil schon ^ugefagt. ES emp I ven Oberlehrer Seher.

llchtt sich, die volle BerpsleZuna.^ bie Wan- ^Nit großem Beifall aufgenommen wurde ein SÄtag S15 Mr na^ittaVs am l GlückwunKtelegramm des leib« am scheinen Bahnhof Gießen. (Siehe Anzeige.)

E i n R o s e^n s e st zum Besten notleiden­der Kleinrentner wird am Dienstag, den 27. Juni