Ausgabe 
17.1.1922
 
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sion Prvtest erhoben.

sie gekämpft, und schließlich Ort und Tug der

Verwundung und des Todes. So ergibt sich aus Entfernung des Bildes sein Bewenden haben den Einzelschicksalen eine Geschichte des Krieges, | müsse. Bon diesem Beschluß erhielt die Landes-

oen ErnzellchrFialen eine Geschichte des Kriege aus der Ehrung der Einzelnen eine Ehrung Di

es

Schlußstelle im

lieber Kriegerehrungen.

Nachdem wir bereits im Mai des vorigen Wahres in allgemein gehaltenen Darlegungen und bann im Oktober anläßlich der Mainzer Aus­stellung von Entwürfen zu Kriegerdenkmälern eingehender über die Frage der würdigen und stilgerechten Errichtung von Kriegerdenkmälern geschrieben hatten, gehen uns nun von hervor­ragender fachmännischer Seite die nachstehenden Ausführungen $u, die unsere bisherigen Aufsätze bestätigen und in mancher Hinsicht ergänzen:

3n unzähligen Gemeinden wird jetzt der Frage der Kriegerehrung näher getreten, in vielen sind schon Denkmäler in Auftrag gegeben, in einigen schon fertiggestellt. Bald sind es Tafeln, hölzerne Tafeln mit oder ohne Schnitzereien, die die Namen der Gefallenen tragen, und nicht nur die Namen, sondern womögllch auch ihr Alter, den Truppenteil, die Kriegsschauplätze, auf der.e.i

Aus Stobt und Land.

Gießen, den 17. .Han. 1922

Das Bild des GrotzherzogS in der ülulaä

Bom Senat der Lantesuntversität wird uns geschrieben:

Nischen Flaggen dargestellt ist. Wie dieDeut- | nein, ein reiner Gedanke soll in Form gebracht Mtp Qinrremoinp .^pihtnq von zuständiger ! werden, ein Gedanke ganz besonderer Art: Ehrung diesem Anlasse bei ; Gefallenen und zugleich Erinnerung an einen lr:"*K **rcnen Ärieg. Sad ift eine

sche Allgemeine Zeitung

Stelle erfährt, wurde aus .

dem Borsitzenden der Interalliierten Kommis- j siegreichen und doch verlor.

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r MLVinil UVLIJX.L w.ö Uli geheuerlichste theoretische Können die Leere nicht verdecken. Reger hat kein Feuer vom Himmel empfangen: die prunkvolle Schale, die er zu dessen Aufnahme sich bereitet hat, kann den Mangel des Inhalts nicht ersetzen. Die Aufführung durch das Wendling-Quartett war überaus glänzend: zumal die gewaltige Fugenarbeit im letzten Satze wurde mit vorbildlicher Hingebung geleistet. Trotz­dem war es eine Erlösung, als zum Schluß eines der schönsten Quartette von Haydn, op. 76 Nr. 5, ertönte. Gerade die erschöpfende Problematik Re­gers machte so recht deutlich, was die gar zu leicht als Selbstverständlichkeit hirgenommene ltebfröh- liche und durchaus gefühlstiefe altösterreichische Art von Papa Haydn wert ist. Der unglückliche Ausgang des österreichischen Heldenkampses von 1809 hat den Tod des alten Haydn beschleunigt. Möge sein heißgeliebtes Vaterland sich ebenso un­vergänglich erweisen wie seine Werke! R. H.

Aus Hessen.

Ein sozialdemokratischer Parteitag.

Offenbach, 17. Han. Die sozialdemo- kratische Partei hielt am Sonntag einen außerordentlichen Parteitag ab. auf welchem 221 Delegierte anwesend waren. Es wurde zunächst beschlossen, den Wochenbeitrag für männliche Mitglieder auf 1 Mk., für weibliche Mit­glieder auf 60 Pf. zu erhöhen. Nach eingehendem Bericht über die Derwaltungsreform und Ein­schränkung des Aufsichtsrechtes des Staates über die Gemeinden wurde eine Elferkommission be­stimmt. welche die vorgelegten Richtlinien prüfen soll. Cs wurde eine Entschließung angenommen, durch welche bei dem Reich auf die Beseitigung des Finanzelendes der Gemeinden hingewirkt wer­den soll. Im Falle die bürgerlichen Parteien sich nicht zu einer wirksamen Besteuerung der Sach­werte bzw. der zahlungsfähigen Dollsschichten be­reit erklären, soll die f< zialtemok atische F altion Hessens ans der Koalition austreten. B i der ReichSregie rmg feile alsbald auf die Besatzung des Reichsfinanzministe'iums mit ei em Manne hingearbeitet werden, der die Fihigkeit und den guten Wlllen hat, die deutschen Finanzen auf eine gesunde Grundlage zu stellen.

Universität längere Zeit k e i n e N a ch r i ch t. in­folgedessen erbat der Rektor endgültigen Bescheid bis zum 10. Januar m t dem Vorschlag eine Nicht­beantwortung als Zustimmung zur Wiederanbrin« gung des Bildes ansehen zu dürfen. Da bis zum 10. Januar keine Verfügung eintraf, glaubte die Landesuniversität sich berechtigt, das Bild wieder an seinen alten Platz zu bringen. Am 12. Januar erhielt sodann der Rektor Kenntnis von dem Be­schluß des Gesamtministeriums vom 22. November und hat daraufhin die Wiederentfernung des Bildes angeordnet.

Neues vom «Königsleutnan t". Goethes »Königsleutnant" Graf Thoranc, ter be­kanntlich in der Zugendgeschichte des DlchterS eine so große Rolle spielt, ist seinerzeit durch Martin Dchubart ejt wie er entdeckt to- rte-1, in­tern dieser Gck h t? die v n Fr nt ur;er st lern gemalten und seitdem verschollenen Zo e - Bilder wiederauffaud, für die ein Aufsatz tes 12jährigen Wolfgang Goethe das Thema ge­geben hatte. Die Bedeutung dieser Iosef-Dilder

ist jetzt wieder bet dem Streit um die Echtzeit der von Prof. Paul Piper auf gefundenenZvsef"- Hcmdschrlfl von Manuel Sch izer In einer viel­beachteten Streitschrift hervorgehoben worden. Als ein wertvoller Zeuge in diesem Streit hat sich nun ein Nachkomme tes KönigSleutnants, Graf Peguilhay de Sait u -Tto anc gerne b.t. der in einem Brief an Pros. Piper mckreilte, daß sich auf seinem Schloß MouanS S rrtoux in drr Pro­vence, wo Schubart die letzt im Frankfurter Goethe-Museum befindlichen Zofes-Bilder fand, noch mehrere unbekannte Gemälde desselben Stoff­gebietes von gleicher Herunft vorhanden seien. Ter Graf hat Prof. Piper alle den Knaben Goethe betreffenden Stücks seiner Galerie sowie andere Dokumente auS der F ankfurter Z-it des Königsleutnant, die sich noch in seinem Desttz befinden, zur Verfügung gestellt, so daß wir wert­volle neue Aufschlüße über diese wichtige Episode aus Goethes Zagend erwarten dürfen.

DieMusitz-am»HohenLied". Zn einem Aufsatz desFigaro" behaaptet der be­kannte Musiler Raral Gunsburg, daß cS ihm gelungen fei, die a l t h L b r ä l s ch e M a i l i za rekonstruieren. Er will oenai die Mallkbeglei-- tung zum .Hohen Lied" QalrmorlS ang b n t« ncn. Wenn diese B hruptung wissens^astlicher '^lachprüsung standhält, dann würde damit ein ganz neues Gebiet attjüdischer Ku st entdeckt and eine alte Strcitf-age her Bib?lfor chung der Lö­sung zugeführt sein. Es ist nämlich v.'sch etent- lich behauptet worben, daß die Dich ungen deS Hohen Liedes, das man dem König Salomo zugeschrieben hat, ursprünglich H-.chzei!slieder waren, die von dem Volk Israel gelungen wurden. ,

Da die Angelegenheit des Großherzogbildes in der Presse mehrfach irrige Darstellung gefunden hat, bitten wir um Abdruck folgender Zeilen:

Aus Anordnung der Hessischen Regierung wurde das Bild des früheren Grohherzogß int Oktober 1921 aus der Gießener Aula entfernt. Da dieses Gemälde bei dem Unlversitätsjublläum 1907 von dem Grohherzog der Universität gestiftet worden war. vertrat der Senat die Ansicht, daß das Bild des letzten Rector Magnificen- t i s s i m u s von der bekannten Bestimmung über die Entfernung der Fürstenbilder nicht getroffen werde, zumal die Aula keinen eigentlichen Amts­raum darstellt. Auf eine Eingabe des Senats sagte die Regierung nochmalige Erwägung zu. kam aber am 22. November zu der Entschließung, daß eS bei

Giehener Konzertverein.

Wendling-Quartett: Beethoven, Reger, Haydn.

Gießen, 15. Januar 1922.

Das Wendling-Quartett ze ch et sich vor anderen durch einen großen Fuyrer aus. Der strahlende Glanz, die gesättigte Fülle und der schlackenreine Ansatz seines Tons lassen es ver­gessen. daß das wundervolle Instrument, von dem die Zauberwirkung ausgeht, sein Leben erst im Augenblick empfängt. Man würde es verzeihen wenn aus dem Zusammenschluß um einen solchen Führer ein Konzertieren der Primgeige mit Be­gleitinstrumenten würde. Aber dieser Gefahr wir­ken die vorzüglichen Befähigungen der drei an­deren Herren und die strenge Ausgeglichenheit des Zusammenspiels entgegen. So hat mir das Wend­ling-Quartett edle, llassische Kammerkunst ge­schenkt, ohne doch die Erinnerung an die in Gießen so gern gehörte Würzburger Quartettvereinigung zu trüben, deren Gesamtwirkung an Schärfe der musikalischen Zeichnung keineswegs hinter der Stuttgarter Kollegin zurückbleibt.

Die Bereinigung hatte sich zur Aufgabe-gesetzt für Regers IV. Quartett lls-Dur zu werben. Es wurde zwischen zwei nicht zu gefährlich? Nachbarn gestellt. Beethovens Quartett op. 18 Nr. 3 dem Zeitpunkt der Dollendrng nach fein erstes, 'streift erst tm letzten Sah an Die spä e e Größe. Für Regers Quartettmusik war Raum da, um sich zu entfalten. Züngst schreibt ein überzeugter An­hänger Negers ihm allererste Leistungen in der Orgelmusik zu, descheitet sich aber im übrigen da­mit daß Reger hberall, In Kammer- wie Konzert­musik, große Einzeltaten verrichtete, jedoch Voll-

sonderer Feinheit, besonderen Taktes bedarf, für die es keine Vorbilder gibt. Ob uns die Nachwelt einmal das Zeugnis ausstelll, daß wir den rich­tigen Takt gehabt haben?

Es ist oft über die Denkmäler, die nach dem Kriege 1870/71 entstanden sind, scharf geurteilt worden mit Spott-und Hohn. Gewiß ist man­ches besser, was heute gemacht wird. Aber vieles, was gegenwärtig von unberufenen und unfähigen Händen hingestellt wird, ist schlimmer als das Schlimmste, was damals entstand. EZ ist bedauer­lich, daß so etwas ausgesprochen werden muh.

Zn anderen Ländern scheint es nicht viel besser au sein. Das Karlsruher Tageblatt brachte einen Aufsatz über Kriegerehrung in Baden. Den beher­zigenswertesten Sah daraus geben wir wieder: Wer heute mit seinen fertigen Werken Gemeinden Heimsucht und einfängt, gehört mit diesen zusam­men an den Pranger gestellt. Ein Ehrenmal darf nicht so entstehen, soll auch nicht entstehen im stillen Kämmerlein eines Technikers oder Bildhauers normaler Güte, sondern muh herauswachsen aus dem Geist eines reifen Künstlers, so lange er noch am Platze selbst weilt. Dort muh der Gedanke ge­boren werden, daheim kann ihm Leben und Inhalt gegeben werden."

: folge Versetzung der Stadt Gießen In Ortsklasse b. : Kredit zur Darlehnsgewährung an Minder- : bemittelte zur Beschaffung von Winterbedürf- : Nissen. - Ablösung des Reichs- und Staats­anteils aus dem aus Mitteln der Erwerbslos.m- fürforge beschafften Inventar. Festsetzung einer Ausglcichsgebühr (beweglicher Zuschlag zu den Schlachtgebühren). Erhöhung der Sähe der Gebührenordnung zur Friedhofs- und Degräbnis- oibnung. Erhöhung der Gebühren für die Benutzung der städtischen Brückenwagen. Nie­derschlagung der den Mannschaften der Dicher- heitswache gewährten Darlehen. Einfriedigung des Bauplatzes von Dr. Pauly an der Wilhelm- straße. Einfriedigung des Grundstücks von 0. D. Noll in der Wiesenstraße. Erbauung eines Pumvhauses bei der Gailschen Ziegelei. Baugesuch des August Lamm für das Haus West- Anlage 7. Errichtung von Verkaufsräumen an der Dahnhofstrahe zunächst des Bahnhofs. Errichtung eines Werlstättenbaues auf dem Grund­stück Dleichstraße 14 durch Heinrich Dah. Er­richtung eines Anbaues auf dem Grundstück Frankfurter Straße 91 durch Zohs. Funk. Er­richtung eines Hintergebäudes auf dem Grundstück Flur 28 Nr. 296 35 '100 des Philipp Dauer an der Rodheimer Straße. Errichtung einer Lager­halle auf dem Grundstück des Z. P. Mobs an der Rodheimer Straße. ilntbau eines Backstein- macherhauses zum Wohnhaus auf dem Grundstück Flur XXVI Nr. 3 an der Straße nach Wißmar durch A. Tropp. Gesuch des Z. Chambre um Genehmigung zur Anbringung eines Transparen­tes am Hause Bahnhofstraße 22.

**ParadezurReichSgründungs- feier. Am Mittwoch, dem 18. Januar, findet auf dem Platze Oswaldsgarten zur Feier der Wiederkehr des Jahrestages der Reichs-- gründung eine Paradeaufstellung mit an­schließendem Vorbeimarsch der in Gießen stehenden Truppen deS Z.-R. 15 statt. Beginn 10 Ahr vormtz Die staatlichen und städtischen Behörden, Vertreter der Universität und Stu­dentenschaft und die Militär- und Krieger­vereine sind als Zuschauer hierzu aufgefordert.

** Änlagenkonzert am Donnerstag, den 19. Januar, mittags 12 Ahr, am Liebig- denkmal (nur bei guter Witterung). 1. Alt- preußischer Fahnenmarsch! Von M. Kämpfert. 2. Erinnerung an Karl Maria v. Weder. (Fan­tasie.) Von E. Bach. 3. Bttte an das Vöglein! Lied für Trompete. Von W. Löber. 4. An der schönen blauen Donau! Walzer, von Ioh. Strauß. 5. Deutschlands Ruhm! Marsch, von O. Schröder.

" Liman v. Sanders in Gießen. Wie wir hören, wird Ende dieses Monats, voraussichtlich am 28., Marschall Liman von Sanders in der Reuen Aula der Universität überDeutschland und England in der Türkei" sprechen und im Anschluß daran Lichtbilder aus der Zeit seiner Tätig- feit in der Türkei vorführen.

'* Porto und Zeltungs-Mani- skrip te. Zur Be eitigung v n Ztzwtümern w rd daraus hingewiesen, daß Korrekturbogen (also z. B B r en bz g'), t> neu b e Upchrift (das Ma.u k pt> leg iugt f t. v n jeher Ier Dr> ck° fad;eng b hr ur.te I rg n. H.e bei i't cs zuläs ig, in den Bogen Aende u -gen und Zusätze zu ma­cken, die die Derichtic u ig, Pie Form und den D uck betreffen, und s Icke Zusätze auch auf be­sonderen Zetteln anzubringen. Ursch iften (Manuskripte! von Wer en oder Zeitun­gen (also auch von Zeitungsaufsahen) unter­liegen nach wie vor der Gebühr für Ge- fchäftspapiere, Manuskripte, wie sie Korrespon- denzbureaus an eine größere Zahl von Zeitungen zu versenden pflegen, unterliegen, sofern sie durch Buchdruck, Hektographie, Paphrographie.'Chrvmo- graphie oder ein ähnliches mechanisches Ver­fahren nicht aber durch Schreibmaschine vervielsälligt worden sind, nach wie vor nicht der Gebühr für Geschäftspapiere, sondern der Druck­sachengebühr.

" V et bot des FerkeltranSpor- tes in der 4. Klasse auf den preußisch- hessischen Strecken. Seither war zugelassen, daß Ferlel als Traglast in die Personenwagen 4. Klasse mitgenommen werden durften. Ab 1. Februar 1922 ist dieses nicht mehr zulässig. Die Beförderung muß als Reisegepäck oder Expreßgut erfolgen. Die zur Beförderung von Tieren dienenden Käfige, Kisten, Körbe, Säcke oder andere 'Behälter müssen geräumig und luftig sein. Die Tiere dürfen nicht geknebelt aufgegeben werden. Als Reisegepäck dürfen Ferkel nur dann angenommen werden, wenn das Gewicht einer Sendung 100 Kilo nicht , übersteigt. Bei Wiederbeginn der Ferkel- Märkte wird diese Bestimmung streng durch­geführt.

* Uederdruck marken zu 1,60 Mk., 3Mk 5 Mk. und 10 Mk. verlieren mit Ab­lauf des 20. Januar ihre Gültigkeit. Die in den Händen des Publikums befindlichen Stücke können bis Ende Januar gegen andere Post­wertzeichen umgetauscht werden. Die Post- verwaltung ist aus Sicherheitsgründen zu die­ser Maßregeln gezwungen.

Der Ankauf von Gold für das Reich durch die Reichsbank und Post erfolgt in der^ Woche vom 16. bis 22. Januar 1922 un­verändert wie in der Vorwoche zum Preise von 720 Mark für ein 20-Markstück, 360 Mk. für ein 10-Markstück. Für die ausländischen Goldmünzen werden entsprechende Preise gezahlt.

* Erhöhung der Margarinepreise. Die vom Verband der Margarinefabriken für die Zeit vom 1.-14. Januar herabgesÄsten Preise wurden wieder aufgehoben, wodurch eine Ver­teuerung der Margarine um 3Mk.' das Pfund eingetreten ist.

** Eine Sitzung der Stadtverord­netenversammlung findet am Freitag, dem 20. Januar 1922, nachmittags 5 Uhr, tm Stadthaus Bergstraße (Sitzungssaal) statt. Aus der Tagesordnung stehen folgende Punkte: Ver­setzung der Stadt Gießen in Ortsklasse B. Er­hebung von Gebühren für die Straßenreinigung und Hauskehrichtabfuhr. Erhöhung des Bei­trags zur Frauenrechtsfchuhstelle. Erhöhung der Vergütung für die Verpflegung der Polizei- gefangenen im alten ArresthauS. Erhöhung des Tarifs der Dienstmänner in der Stadt Gießen. Erhöhung der Erwerbslosenunterstützung in-

ganzen deutschen Heeres. Aus den fremden Orts­namen lieft man mit Bewunderung, wie weit der Arm Deutschlands sich erstreckt bat. Aeuherlich wirkungsvoller mögen steinerne Denkmäler sein. Sie werden errichtet auf den Friedhöfen oder in der Nähe der Kirchen oder sonst auf geeigneten Plätzen im Ort und in freier Natur. Viele Ge­meinden ziehen sie den Tafeln vor oder machen beides, Tafel und Denkmal, wobei dann auf dem . Denkmal die Namen fvrtgelassen werden können

Die Tafel wird in ihrer Form immer der Mache angepaßt werden, die in der Kirche zu ihrer Aufnahme ausersehen ift Merkwürdig ist aber, dah viele Gemeinden sich ihre steinernen Denkmäler wie eine Handelsware fertig be- jr stellen, ohne zu bedenken, dah jeder Platz, mag er im Innern des Ortes liegen ober in der freien « Ttaiur, durch die Häuser, die ihn umgeben, durch die Oberflächengestaltung oder den Daumwuchs, den er trägt, immer eine ganz bestimmte Form ted Denkmals vorschreibt. Wird diesem Umstand Rechnung getragen, so gewinnt jedes Denkmal seine besondere Eigenart. Und das ist gewih zu wünschen. Lassen sich aber die Gemeinden von der Betriebsamkeit der Geschäftsleute die übliche Ware aufreden, die in den meisten Fallen schon an sich nicht aut Ist, so ergibt sich ein Widerspruch zur Umgebung, ein Widerspruch auch zu manchem anderen, was gerade der einen Gemeinde eigen­tümlich ist. Ja, oft ist nicht einmal bedacht worden, ob denn alle Namen der Gefallenen auf der dafür bestimmten Flacbe deS Denkmals sich unterbringen lassen. So brühte in einer Gemeinde ein Test der Namen abseits von den anderen ^an^unten am Fuß des Denkmals noch Platz

Es Ist erstaunlich, mit wie wenig Nachdenken man oft an diese schwierigste aller künstlerischen Aufgaben herantritt. Erstaunlich, wie sie so oft überhastet wird, weil das Denkmal unbedingt an einem bestimmten Tage eingeweiht werden muh. Als ob es bei einer Sache, die Jahrhunderte über­teuern soll, darauf ankäme, dah sie im Jahre 1922 ober 1923 fertig gestellt würde. Die Aufgabe ist schwierig wie keine andere. Denn es handelt sich nicht um einen Gebrauchsgegenstand, für den Zweck und Erfahrung festere Formen dorschrelben

Bornonzen

Tageskalender für Dienstag: Stadttheater, 6'/zUhr:Die Tanzgräfin-. Astoria-Lichtspiele, heute und morgen:Go­liath Armstrong", 3. TeilDas Haus der tausend Qualen" undSttäflingsketten^, 2. TellDas Geständnis vor dem Tode''.

Der Deutsche Offizierbund hält am Donnerstag imHindenburg" eine Versammlung ab, In der Universitätsprofessor Dr. H o r n e f f e r überDeutschlands Außen­politik" spricht.

A st o r i a - L i ch t s p i e l e. Der 6. und letzte Tell des amerikanischen Fortsetzungs­filmsDer geheimnisvolle Dolch" gelangt bestimmt vom Donnerstag, 19. Ja­nuar, bis Sonntag, 22. Januar, zur Vor­führung.

Kreis Schotten.

e Schotten, 16. Zan. Seit etiler Woche wird hier regelmäßig gegen 5Vs Uhr abends eine Störung der S t r o m z u f ü h r u n g In einem Stromkreise beobachtet. Das Licht setzt öfters m kurzen Zwischenräumen aus und kommt erst gegen 7 Uhr wieder in Ordnung. Auf Anfrage des hiesigen Kreisamts teilte die Direktion der Heber* lanbanlage Friedberg mit, daß diese Störung nicht auf eine Unterbrechung der S.romlieferung vorn Werke Wölserstzeim, sondern aui dem Scha­bernack eines Unbefugten beruhe. Die Untersuchung blieb bis jetzt ohne (Sifo.g. Die hiesige Bürgermeisterei setzt auf die lliamhaft- machung des Uedellaters eine Belohnung aus. Gleichzeitg richtet das KreiSamt an de Besitzer von Motoren die Mahnung, die Motoren von Be­ginn der Dunkelheit bis abends 10 Uhr der Vorschrift entsprechend ab ufte len, damit daS öfter beklagte Zucken des Lichts vermieden wwd. Die Direktion Friedberg toirb die Be u;,ung über­wachen und Der ehlungen mck sofortiger Strom« entziehung bestrafen.

e. Gedern, 16. Jan. Der hiesige Zweigverein des Vogelsberger Höhenclubs begeht am 22. Januar fein 40. Stiftungsfest.

Kreis Friedberg.

2$. Friedberg, 16. Jan. Bei der Angabe der vom Kommunalverdand festgesetzten B r o t-- Preise in der Sonntagsnummer des »Gießener Anzeiger" ist ein Druckfehler unterlaufen. Es muß heißen, dah der 1900-Gramm»Laib 6.30Mk. tostet.

2$. Bad-Nauheim, 16. Zan. Eine nur Hausbesitzern zugängliche Versammlung veran­staltete der hiesige Hausbesitzerverein. Prof. Dr. Bredt (Marburg), ein guter Kenne: in den Fragen des Haus- und Grundbesitzes, sprach in sachlicher Weise über die neuen den Hausbesitz betreffenden Gesetzentwürfe. 3m An­schluß an eine lebhafte Aussprache tourte ein­stimmig eine Entschließung angenommen, die folgende Gedanken zum Ausdruck bringt- Einspruch gegen die durch die geplanten Relchs- gesehe drohende Erdrosselung des Hausbesitzes: Verpflichtung des Haus- und Grundbesitzes zur Mittragung ter dem deutschen Voll aufgeSürbeten Lasten, dagegen Ablehnung aller Steuern, die nicht aus dem Ertrag des Grundbesitzes gezahlt werten können: Aufrechterhaltung des Privat- besihes an Grund und Boten, Ablehnung ter Bestrebungen, die auf eine Sozialisierung des Haus- und Grundbesitzes hlnzlelen. Gefordert werden: Abbau ter Wohnungszwangswirtschaft. Förderung ter Bautätigkeit und Festsetzung von Mieten, die dem heutigen Stand der Geldent­wertung einigermaßen entsprechen. Allgemein wurde erhöhte Bautätigkeit als das einzige Mittel angegeben, das uns aus dem Wohnungs­elend herausführen könne.

Starkenburg und Rheinhessen.

* Offenbach, 17. Qan. Berhaftete,r Räuber. Auf Grund etned Haftbefehls der Staatsanwaltschaft Hanau wurde derOffb. Ztg." zufolge ein 18jährlger Bursche aus dem Stadtteil Bürgel wegen eines auf einem Gut in ter Nähe von Hanau ausgeführten Raubversuchs festge- nommen. Wegen dieser Sache befinden sich zwei weitere Komplizen bereits in Haft.

Hessen-Nassau.

fpd. Frankfurt a. M., 16. Jan. Beim Bra nd eines Bahnpostwagens in den Niederlanden wurde auch zahlreiche für Deutschland bestimmte Post aus England und Amerlla vemichtet, insgesamt 26 Säcke.

fpd. Limburg, 16. Ian. Die Polizei hob in der Nacht zum Sonntag eine Spiel­hölle aus, an der sich zahlreiche mit Glücks- gütern gerade nicht gesegnete Einwohner mit­beteiligten.

fpd. Kassel, 16. Jan. (Totschlag tm Zorn.) 3n den Henschelwerken gerieten aus

kommeneS erst für die Zukunft versprach. Das ge- fragen nicht davon abhängig sein kann, ob fnan mahnt an jenes Unrecht, daS auf Schuberts Grab-j ein theologisches Fachwissen ausgenommen hat, so stätte verzeichnet steht. Die von Grillparzer her- darf auch das musikalische Empfinden nicht auf ein rührende Grabfchrift:Der Tod begrub üier einen1 Fachstudium verwiesen werten, um sich regen zu reichen Besitz aber noch schönere Hoffnungen" wird können. Wo es an ter Unmittelbarkeit ter muflfa- nur verständlich, wenn man bedenkt, daß viele von ^ngebung mangels kann daher das un- SchubertS Werken, vor allem seine monumentale (.-Dur-Symphonie, der Mitwe't noch völlig un­bekannt waren. Doch für Reger mag man es wirk­lich bei jenem Ausspruch lassen müssen. Die gro­ßen Einzeltaten soll man nicht leugnen, zumal an­gesichts des lls-Dur-Quartelts. (Sine S e.le geg:n Ente des ersten Satzes erinnert in ihrer plötzlich einsehenden schlichten Innigkeit geraten an jene Schlußstelle tm Hauptsatz von Brahms Z-Moll- Symphonle, wo mit einem Male alle Verwicklung und Wirrsal, alles Stürmen und Ausbäumen zu» sammenbricht und eine neue Welse laut wird ganz einfach, aber an die verborgensten Tiefen ter Emp­findung rührend. Vollkommenheit aber Regers Musik zuzusprechen, will uns nicht gelingen. Ein unendlicher Schafsenswille streckt dem Hörer immer wieder die Hand entgegen mit scheinbarer Gabe 3n dem Augenblick, wo man zugreifen will, zieht er die Hand zurück und verweist auf ein anderes Mal; das andere Mal kommt und es ist wieder dasselbe Spiel; schließlich geht man enttäuscht da­von. Reger gibt nicht, er befreit nicht. Sicherlich besteht eine Gemeinte von Wissenten, welch? das rastlose Schürzen und Neuschürzen statt Auslösen von harmonischen Rätseln mit wissenschaftlich ge­schärftem Blick verfolgen und darin einen der Er­hebung nahekommenten geistigen Genuß erleben. 2Iber was in solcher Weise wirkt, i$t nur noch Fachmuslk. Und die Musik darf keine Fachsache werten. Wie daS Urteilen in religiösen Grund-