Ausgabe 
17.1.1922
 
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Schluß wies der Redner j derinneren Zak- m Studium der Teraw- nd berücksichtigt worden D^bachlunaen über die [fnen nach Ansicht des - und verheiduigsvollc hat an Alectorolophus mmenschaft einer kamen- getitiaer an 23c rt ist, y $ie aui spät reifenden ' Wnzen unterscheiden 'en durch ihre Neigung Wvmen. Der Redner diese neuen Befunde zv

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Dienstag, \L Januar 1922

172. Jahrgang

Erstes Blatt

Vrvck und Verlag: vrSHI'sche Unlv.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Schristlcitung, Seschäftsstelle und vruckerei: Schulstratze 7.

GiehenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Annahme von Anzeigen -für die Tagesnummer vir zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen v 34 mm Breite örtlich 70 Pf., auswärts 90 Pf.; für Reklame» Anzeigen von 70 mm Breite 3^0 Pf. Bei Platz. Vorschrift 20' .> Aufschlag. Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil' Marl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen

vor

brauch der Notenpresse in Deutschland getvelen sei. Dann hätte der Sturz nicht so plötzlich und in ganz kurzer Zeit eintreten können. Aach habe der Kurs sich erheblich gebessert, als sich wieder etwas Blau an dem Himmel gezeigt habe, nämlich die Nachrichten über die ersten Besprechungen zwischen der britischen und französischen R<-g erang über die Regelung der deutschen Verbindlichkeiten für 1922. Solange die Wäh' ung eines Slaa'es auf dem internationalen Markt aus dem Gleich­gewicht gekommen sei. ser es unmöglich, irgendein Budget auf bestimmte Zeit mit Sicherheit in

Ordnung zu bringen.

Rathenau betonte, daß in diesem Augenblick das deutsche Budget für 9122 in Ordnung sei, es enthalte sogar gewisse Ueberschüsse: daber fei aber von Reparationen abgesehen. Zeder neue Marksturz, jede neue innere Preiserhöhung aber werde dieses Budget gefährden. Eine als Abhilfs- mittel zunächst denkbare Reduktion im Verbrauche sei kaum erreichbar, da die Mittelklassen und die Arbeiter weit unter dem Stande der Borkriegs-

Die Einladung zur Genuaer Konferenz.

Berlin, 16. Jan. (WTB.) Der ita­lienische Botschafter überreichte heute abend dem Reichskanzler eine Sin-

bitte Sie, mir die Namen Ihrer Delegierten und deren Begleiter mitzuteilen. Genehmigen Sie, Herr Reichskanzler usw.

erwägt; sie ist sich vollkommen im klaren dar­über, dah diese oder jene Ergebnisse Ruß­land zwingen können, zuerst zu einem poli­tischen Hervortreten, darauf zu militäri­schen Maßnahmen gegenüber der Türkei oder Oesterreich zu greifen.

Sollte jedoch der Zusammenstoß mit Oesterreich ein bewaffnetes Eingreifen Deutschlands nach sich ziehen, so erkennt Frankreich dies von vornherein als einen Dündnisfall an und wird auch nicht eine Minute zögern, seine Verpflichtungen gegen­über Rußland zu erfüllen."

Weiter sagte 'mir Herr Poincare, es sei ihm bekannt, daß die Sachverständigen und verantwortlichen Persönlichkeiten die Chancen Rußlan dF r a n k r e i ch im Falle eines allgemeinen Zusammen­stoßes überaus optimistisch beurteilen. Ein günstiges Element für Rußland und Frankreich bildet auch die Untätigkeit Ita­liens, das durch den afrikanischen Krieg (Tri­polis) wie auch durch ein Spezialabkommen mit Frankreich gebunden ist."

Diese Dokumente haben besonders auch in der amerikanischen Presse berechtigtes Auf­sehen erregt. Beweisen sie doch, dah im Jahre 1912 Monsieur Poincare Rußland freie Hand gab, einen Krieg, gegen Oesterreich zu ent­fesseln. Poincar6 ist durch die (Veröffentlichung der russischen Geheimakten entlarvt als einer der schlimmsten Kriegshetzer.

Poincare und Lord Curzon.

Eine Herausforderung der MMtarkontroll- kommisswn.

Berlin, 16. Jan. (Wolff.) Die In- teralliierte Militärkontrollkom- Mission hatte zu Weihnachten eine Dluck- wunschkarte anfertigen lassen, auf oer das Tor mit aufgepflanzten eng­lischen, französischen, italienischen und japai

Dem Einladungsschreiben ist der Text der bereits veröffentlichten Entschließung beige­fügt, die durch die Konferenz in Cannes am 6. Januar angenommen wurde. Unter den in der Entschließung zur Teilnahme ausdrücklich aufgeforderten Mächten werden außer Deutsch­land, Oesterreich, Ungarn, Bulgarien und Rußland genannt.

Moskau. 14. 3an. (Wolff.) Die Regie­rungspresse begrüßt die Einladung Sowjet - ruhlands nach Genua als einen Sieg der Revolution der aber nicht dazu führen dürfe, daß die Anspannung und Kampfbereitschaft der Arbeiter-und Dauernmassen auch nur eineMinute Nachlasse.

Was Rathenau vor dem Obersten Rat gesagt hat.

Die neue Regierung in Frankreich.

Herr Poincare, dem es nicht gelungen ist, die Radikalsozialisten in der Kammer und die demokratische Linke des Senats für sein Kabi­nett zu gewinnen und der sich auch von dem Scharfmacher der äußersten Rechte, Tardieu, eine Absage holte, hat eine sowohl nach innen wie nach außen reaktionäre Regierung gebil­det. Ein Blick in die politische Vergangenheit ist gerade jetzt sehr interessant, da aus dem Aktenschrank Rußlands so viel Neues enthüllt worden ist. Ein linksstehendes französisches Blatt verzeichnete dieser Tage einen Aus- sprüch des vormaligen Präsidenten FalliöreS, der über seinen Nachfolger, eben Poincarctz den Ausspruch getan haben soll:Hinter mir hat der Krieg die Schwelle Betreten.

Aus den hier früher schon erwähnten Be­richten Iswolskis über seine Verhandlungen mit Poincare an den russischen Außenmini­ster sind noch folgende von besonderer Be­deutung:

Brief Iswolskis vom 29. Febr. 1912 an den russischen Außenminister: Monsieur Poincare hat mehrere Male an mich die Frage ge­richtet, was mir bekannt sei von dem Mei­nungsaustausch betreffs der Balkanange­legenheiten, der laut Zeitungs- und aus anderen Quellen erhaltenen Nachrichten zwi­schen Ihnen und dem Wiener Kabinett statt- gesunden hat; dabei hat er mich noch einmal an seine Bereitwilligkeit erinnert, beinahe jede Minute mit uns in Unterhandlungen über diese Angelegenheiten einzutreten . . . Ich schreibe Ihnen dies alles mit vollster Aufrichtigkeit, denn mir scheint, daß es für Sie durchaus wichtig ist, die von M. Pom- care bei seinem Regierungsantritt zum Aus­druck gebrachten Vorsätze zu wahren, und den­selben entgegenzukvmmen.

Bericht Iswolskis vom 12. September 1912: ,.M. Poincare äußerte sich mir gegen­über, dah die französische Regierung zu allererst die Frage der möglichen internationalen Zufälligkeiten

bestehenden Unternehmungen weder neu beleben Deutschland glaubt, daß es an der Entwickln g des Ostens und der Mitte Europas um so mehr Anteil zu nehmen berechtigt sei w g n stiner H.st tung der p l tischen und wirisch st lichen (Sntto d- lung gerade d eses ,östlich:n E^r.pas gegen'. W. In dem Augenblick, als Deutschland fast am Ende seiner Kräfte war und nach dem Kriege und nach dem Niederbruch der Revolution hat D ut ch'.and doch- einer staatlichen und sozialen Desorgani­sation widerstanden. Hätte d ese Desorgani a ion in Deutsch land triumphiert, so wäre sie e ne ent­scheidende Gefahr für die ganze Welt geworden. Deshalb gl ubt Deutschen), ich nicht nur nach Äiäjten bei- Wieder hernestu g zerstörter ©cfcic'c des Westens, sondern auch mit Rücksicht aus seine geographische Lage und Zren'tnis nachbarlicher Berhältnisse der Wiederherstel ung ben Ost- und Zentralcuropa widmen zu sollen und somit an der Ausgabe teilzunehmen, die die Großmäch te stch im Einvernehmen mit diesen Gebieten stellten.

Die Selbständigkeit Irlands.

London, 17. Jan. (WTB.) Gestern nachmittag hat im Dubliner Schloßhof der Vizekönig von Irland Lord Fitz-Alan den 8 Ministern der Regierung die Exekutive übergeben, die seit 700Jahren von den Vertretern Englands auSgeübt wurde. Die Bekanntmachung dieser Nachricht hat in Dublin große Freude hervorgerusen. Als die 8 Minister unter Führung Collins im Schloß- Hofe einttafen, kam es zu stürmischen Kund­gebungen.

Aus dem Reiche.

Paris, 16. Jan. (WTB.) Heute vor­mittag sind bei dem neuen Ministerpräsiden­ten P o i n c a r e die Minister und Unter­staatssekretäre zur Erörterung^des ministeriel­len Programms zusammengetteten. Zwischen Poincare und B r i a n d hat eine einstündige Unterredung stattgefunden, in deren Verlauf Driand dem neuen Ministerpräsidenten die Amtsgeschäfte übergeben hat. Noch während dieser Beratung kam Lord Curzon, beglei­tet vom Referenten für die Orientangelegen­heiten in der Downingstreet, Vansittard, und der englische Botschafter Lord Hardinge am Quai d'Orsay an. Briand unterhielt sich einige Augenblicke mit dem englischen Außenmini­ster und verlieh hierauf den Quai d'Orsay. Die Konferenz zwischen Lord Curzon und Poin- car6 hat alsdann begonnen.

Paris, 16. Jan. (WTB.) Wie das Journal des Debats" mittellt, ist 'die ge­plante Konferenz zwischen den Ministern von Frankreich, Großbritannien und Italien über die Orientangelegenheiten, die unmittelbar nach Beendigung der Konferenz von Cannes in» Paris stattfinden sollte, bis auf weiteres aufgeschoben worden.

Berlin, 17. Jan. Gestern nachmittag sand in der Reichskanzlei die angekündigte Chefbespre- chung über die Reparationsfrage statt. An brr Sitzung nahmen der Reichskanzler Dr. Wirth und die an der Frage beteiligten Minister teil. Dr. Rathenau erstattete Bericht über den Berkaus der Beratungen in Cannes. 3m An schluß an diese Besprechung hielt der Reichs­ratsausschuß für auswärtige Ange­legenheiten eine Sitzung ab, in der der Reichskanzler das Wort nahm, um den Ver­tretern der Länder 'Mitteilung über die aus­wärtige Politik und insbesondere über die mit der Konferenz in Cannes in Zusammenhang stehenden Fragen zu machen. Die Ausführungen des Kanz­lers waren vertraulich.

Am Freitag werden sich, wie die ,Voss. Ztg." miiteilt, die Ministerpräsidenten aller deut­schen Länder in Berlin zu einer Konferenz über die innere und äußere Politik zusammenfinden, die unter dem Vorsitz des Reichskanzlers ab­gehalten werden soll.

Die Bekehrung derTimes".

London, 16. Ian. (WTB) Die .Times' veröffentlicht einen langen Artikel des Chefredak­teurs William S t e e d, welcher das Blatt auf der Konferenz von Washington und der Konferenz von Cannes vertreten hat, über die Haltung der Franzosen auf beiden Konferenzen und beginnt seine Ausführungen mit# folgenden Be­merkungen: Wenn irgendeine französische Zei­tung mutig genug sein sollte, wiederzugeben, waS ich zu sagen habe, bann wird das französische Pu­blikum vielleicht eine richtige Vorstellung von der Lage erhalten, der es gegenübersteht. Der Ernst der Lage wurde durch den Rücktritt Driands und durch das vorzeitige Ende der Konferenz von Cannes eher enthüllt als, geschaffen. Der Beginn der Konferenz ist in Washington gewesen, denn in Washington wandte die amerikanische Regierung ihren ganzen Einfluß an, um die amerikanische Presse zurückzuhalten, sonst hätte eine so furcht­bare Explosion des amerikanischen Zornes gegen die Haltung der Fran­zosen stattgefunden, daß selbst die blindesten Augen geöffnet worden wären. Der französische Gedankengang ist der, daß, wenn sich Deutschland hartnäckig weigere, Repikrationen in Geld ober Waren zu zahlen, Frankreich sich diese auf eigene Faust mit militärischen Mitteln beschaffen könne. Es ist schwer zu sagen, ob dieser Trugschluß nicht eine phantastische Enttäuschung sei. Bezugneh­mend auf diese Ausführungen des Chefredakteurs derTimes" hebtPallmall and Globe" unter der ÜberschriftDie Bekehrung d e r T i m e s" die auffallende Aenderung in der Haltung meses Blattes hervor. Chefredakteur Steed sei bisher em hartnäckiger Bei leidiger der sran.'ösischen Politik gewesen auch dannstvemr es gewisse A so werungen an Ueberlegung kostete, um diese Politik vertre­ten zu können. Wenn dieTimes" die Vertretung ' dieser Politik niederlege, so sei dies ein Ereignis, das für sich selbst spreche.

Amerika und die Konsolidierung der Schulden.

; Washington, 17. Jan. (WTB.) Der . Finanzausschuß des Senats hat den , Vorschlag bezüglich der Konsolidierung . der Schulden der Alliierten ge- billigt.

noch die inneren Kosten des Friedensvertrages kämen, kam Rathenau zu einer Summe von 135,5 Milliarden Papiermark, die zusätzlich zu dem Budget von 1922 mit seinen 85 Milliarden Papiermark kämen, wodurch das Budget eine neue Belastung von etwa 150 Prozent erfahren würde, so daß es sich auf 218,5 Milliarden Papiermark belaufen würde.

Zur Herstellung der Bilanz gebe es nurzwei Mittel, nämlich die Verdoppelung oder Verdreifachung der Steuern oder ein eRiesenanleihe. Da Deutschland schwe­rer als seine Nachbarn belastet ist, sei es ihm unmöglich, die Steuern nochmals zu verdoppeln. Eine sehr große Anleihe werde man im Aus­lande nicht machen. können. Die Londoner City habe sich schon geweigert, den sehr viel kleineren Betrag für die 3anuar- und Februarzahlungen durch Anleihe zu finanzieren. Eine innere Anleihe werde sehr ernsthaft erörtert werden, sei aber gentoärGg-iaum möglich, da die notwendigen Reiz­mittel zur Unterbringung der Anleihe in auch nur annäherndem Umfange, wie erforderlich, nicht ge­funden werden können. Zur Entkräftung des immer wieder auftauchenden Vorwurfes, dah Deutschland mit seinen 60 Millionen Einwohnern und seiner großen landwirtschaftlichen und industriellen Be­völkerung, die voll beschäftigt sei, imstande sein müßte, Zahlungen zu leisten, wies Rathenau dar­an, hin daß Deutschland keine Ersparnisse, keine National Savings" hat. Es fehlen Deutschland die Reserven aus den Anlagen im Auslande, dazu komme derVerlustanGebietundBevöl- r e r ung, Rückgang der Ausfuhr und Ausfuhr­gewinne und Verlust eines großen Teiles der Roh­stoffe. Die Tatsache, dah gerade die landwirt­schaftlichen Ueberschuhgebiete ver­loren sind und dah sich die landwirtschaftliche Bevölkerung mehr verminderte, als die Gesamt­bevölkerung, schliehlich die Ermäßigung der Dienste und ihres Ertrages, die Deutschland durch die Schiffahrt den Außenhandel und den Dankverkehr an das Ausland leistete, auf Grund aller dieser Faktoren bestehe anStelleeineslleberschusses, einer nationalen Ersparnis von 6 Milliarden Goldmark vor dem Kriege jetzt ein Defiztt von 12 Rlilliar- ben jährlich. So zehre sich Deutschland allmählich auf; es lebe von seiner eigenen Substanz.

uhr handeln. Eine derartige Vermehrung sei aber chwer, weil sich andere Völker dagegen wehren. Es bleibe nur ein Mittel, die landwirtschaftliche Produktion zu heben, aber das erfordere Zeit bei den infolge des Krieges verschlechterten Be­dingungen. Bezüglich der auf Deutschland ruhen­den Lasten wies Rathenau darauf hin, daß für 1922 das Budget 85 Milliarden ausschließlich bet Reparationen und sonstigen Friedensvertrggs- leistungen beträgt. Um diese zu balancieren, sei es nötig gewesen, die Steuerlasten nahezu zu verdoppeln. Er stelle unter Beweis, daß der Deutsche fernerhin eine schwerere Bürde trägt als der Bewohner irgendeines anderen Landes, insbesondere der Engländer oder Franzose. Alm den Staatshaushalt zu konsolidieren, werde es ich zunächst darum handeln, die Reichsbetriebe ,u balancieren, Eisenbahnen, Post und Telegra­phen. Es seien Maßnahmen ergriffen worden, um 1922 dies zu erreichen. Ferner handele es sich um die Beseitigung der bisher zur Verbilligung der Lebensmittel und der aus sozialen Gründen gegebenen Subsidien, die allmählich abgebaut werden werden. Der für das deutsche Budget wichtige Kohlen preis nähere sich sehr rasch dem Weltmarktspreise und werde ihn bei weiterer Ermäßigung des Dollars überschreiten. Unter Zugrundelegung der bereits erwähnten 500 Mill Honen Goldmarkbarzahlung und Sachleistungen von 1450 Millionen Goldmark für 1922, wozu

Berlin, 16. 3an. (WTB.) In seiner , dem Obersten Rat am 12. Januar gehal­tenen Rede betonte Dr. Rathenau, dah bte deutsche Delegation, die ernsthaft bemüht sei, alle gewünschten Auskünfte rückhaltlos und wahr­heitsgetreu zu geben, darüber hinaus bereit sei, in dem von ihr geforderten Maße an den Auf­gaben biefer Konferenz mitzuarbeiten. In Beant­wortung der sich auf den Umfang der von Deutschland zu bewirkenden Sach- und Geld­leistungen beziehenden Fragen hob Rathenau her­vor, dah Deutschland entschlossen ist, mit seinen Leistungen b i s zu den Grenzen seiner Leistungsfähigkeit zu gehen, dah Deutschland jedoch durch den verlorenen Krieg, durch schwere Verluste und durch eine Revolution hindurchgegangen ist. Deutschland empfinde selost am schwersten die anormalen Zustände feiner Lebensbedingungen und seiner Finanzen und es wünsche sie zu beseitigen. Es wünsch^ nicht, den Weltmarkt burch Unterbietungen zu zerrütten. Die beiden Aufgaben, die äuhere Lei­stung und die innere finanzielle Sanierung, vor die Deutschland dadurch gestellt sei, wider­sprächen einander. Es sei daher schwer zu sagen, dah bte und die Zahlung eine ausreichende erträg­liche Leistung darstelle, und so müsse die Summe gefunden werden, deren Schwere erträglich sei und die zugleich der wirtschaft­lichen Lage der empfangsberechtigten Sta­tionen entgegentomme. Als Basis feiner Berechnungen wählte^ Dr. Rathenau die tem Obersten Rat für 1922 genannten Ziffern: 500 Millionen fürBarleufu-gen und 1450 Millionen für Sachleistungen, einschließlich ter äußeren Be- satzungskoslen. Deutschland, ein Land der Lohn­arbeit. das Rohstoffe empfange, sie verarbeite und die t>erarbeiteten Erzengn s e ve kaufe, und nur unerhebliche eigene Rohstoffe habe, müsse das Meiste im Auslande kaufen und alles bar be­zahlen Es könne nur durch seine Handarbeit Wahlen und müsse deshalb eine attive Handels­und Zahlung Bi'anz h ben. Die du Ische Zah° lungsbilan- abe: fei v rb la"et m t ei em E n- fuhrbedarf von 2' Milliarden Lebensmitteln und 2i/., Milliarden Rohstoffen, und zwar ohne verar­beitete Fabrikate und ohne Luxusartikel. Außer­dem seien im Gegensatz gegen früher 3/> Mil­liarden Goldmark jährlich an das in Deutsch­land Kapital besitzende Ausland zu zahlen; 5 , Milliarden Goldmark, denen eine Ausfuhr v)n nur bis 4 Milliarden g genüberstehe. Cs bestehe somit ein Passivsald) der Zahlungsbilanz von 2 Milliarden schon vor der Zahlung irgend­welcher Reparationen. Auf B e f r a g e n L l o tz d Georges bestätigte Dr. Rathenau. daß infolge des Standes des Weltinde.es aus 1,5 bie deutsche Ausfuhr jetzt 14 bis 15 Milliarden Goldmart be­tragen mühte, wenn sie dem Vorkriegsstände ent­spräche. Sie habe sich also auf etwa i/4 vermindert. Zur Deckung der Defizite der Zahlungsbilanz beständen nur drei Möglichkeiten: Wrk us dec Substanz des Landes, große auswärtige An­leihen, ober Verkauf der Landeswäh-uig. Den Ausverkauf der Landessubstanz habe Deut chland leider nicht hindern können. Die Duichfühimng einer auswärtigen Anleihe habe Deutschland ver­sucht, sie sei aber unmöglich gewesen, da nach Meinung derLondoner City" die Deutschland auferlegten Lasten zu schwer seien. Demnach lei es unmöglich gewesen, den Ve tauf von Umlziufä» Mitteln zu r>rrmeib?n, obwohl dad.irch das d uische Geld ein G gcnstand dec interna'ionawn Svcka

1 lation wurde. Rathenau H b h r^or, daß b.c Annahme irrig sei, daß der Marksturz seit Mit.e 1921 nur die Folge der Inflation und des Ge­

la düng an die deutsche Reichsregierung zu der am 8. März stattfindenden Wirt- schaftskonferenz in Genua. Das Ein­ladungsschreiben hat folgenden Worllaut: Herr Reichskanzler! Gemäß der Entschließung des Obersten Rates der alliierten Mächte be­ehre ich mich, Ihnen eine Abschrift einer Entschließung zu übermitteln, welche am 6. Ja­nuar durch die alliierten Regierungen auf der Konferenz m Cannes angenommen wurde. Im Einklang mit dieser Entschließung und aus Weisung meiner Regierung beehre ich mich, die deutsche Regierung zur Tellnahme an der Wirtschafts- und Finanzkonfermz «inzulad-ttörne ftch'alfo nur um di- H-bung die in Genua am 8. Marz eröffnet wird und bcr g^uftion und die Vermehrung der Aus-

Rathcnau schloß: Man het uns endlich ge­fragt, ob wir Mitarbeiten wollen an dem Wie­deraufbau Europas. Deut'chland w rb g die hohe Wichtigkeit bieder Ausgabe uno ujren Zusammenhang mit der Lage der Weltwirtschaft Es ist zwar nicht in der Lage, dem Kapitalmarkt der Welt Mittel im 2lusmaöe reicherer Staaten zur Verfügung zu stellen. Immerhin ist Deutsch­land unter gewissen Bedingungen in der Lage den ihm zugedachten Teil zu übernehmen. Deutchland ist um so mehr geeignet, am Wiederaufbau teil- zunehmen, als cs mit der unb toirt-

schastlichen Debin-u-g und den G^pf^g nh.iten des Ostens bertrau'. ist. Der Weg, auf ben man fid?. begeben will, erscheint mir richtig, em inter­nationales Syndikat, und zwar ein Privatsyndstat. Deutschland glaubt, daß man die Frage des Wiedciausbaues beginnen feilte mit ter Wieder- tounkf)Earte ai Herstellung des Verkehrs und ter T c r = ®un,7l kehrs mi 11 c 1. Man muh frbann an die Quel- Brandenburger len ter Produktton Vordringen und vor allem biel li|ct)en, sranzoii