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färben, das

DieQteue Frede Pvesse" bespricht die Rach- r!ch-t von der Verweisung der österreichischer Kroge an den Völler bund rind erklärt, dieser habe mit größter Beschleunigung Sorge zu tra­gen, daß Oesterreich nicht immer tiefer im Sumpf Derfinfe. Die Londoner Konferenz werde wenig­stens das eine Gute haben, den Einsichtigen aller Länder vor Augen zu führen, welches Hinder- <französische Chauvinismus für

Wrederkehr normaler Verhältnisse bilde. Das dieser Tage zwischen Deutschland und den Ver­einigten Staaten von Amerika abgeschlossene Aebereinkommen bewerfe, daß Gewalt ein über­flüssiges Mittel und friedliche Verständigung weit vorteilhafter fei.

Amtliche Personalnachrich­ten. Durch Verfügung des Ministeriums des Onnern wurden die Referendare Hermann Dach aus Darmstadt, Wilhelm Ittmann aus Grvß-Umstabt und Friß Damm aus Alzey zu Regierungsassessvren ernannt.

L. Ll. VonderLandes-älniversi- t ä t. Der a. o. Professor Dr. Druck hat einen Ruf zum ordentlichen Professor für wirtschaft­liche Staatswissenschaften (Industriewirr- lehre, Weltwirtschaftslehre) an die Anivecsi- tat Münster angenommen. Dem Dr. Phil. Louiö De de, Leiter der chemisch-physikali­schen Abteilung des staatlichen Instituts für Däderkunde in Bad-Rauhe im, wurde die venia legendi bei der philosophischen Fakul­tät, 2. Abteilung, für das Fach der anorgani­schen Chemie erteilt.

Allerlei Diebstähle. Am Sonntag wurde auf einer kleinen Station bei Marburg die Stationskasse beraubt, wobei den Dieben ein grö­berer Geldbetrag in die Hände fiel. Arn gleichen Tage gelang es hier, zwei Personen festzunehmen, die die Tat ausgeführt hatten. Bei ihnen wurde der größte Teil des Geldes noch vorgesunden. Am Samstag entwendete ein älnbekannter einem

Wettervs^arrssage

für Donnerstag.'

Zunächst schwach bewölkt und warm, später wieder Regen.

Wir stehen vorläufig unter dem Einfluß hohen Drucks, doch zeigen sich über England Randwirbel einer umfangreichen Depression, deren Minimum südlich Irland liegt. Die Witterung bleibt unbeständig.

Gießener ZtadLLHeaLer.

, Cyprienne.

Lustspiel von Dictorien Garbou und E. de Rajac.

Gießen, den 16. Aug. 1922.

Warum eigentlich die modernen französischen Buhnenwerke auf das deutsche Theaterpublirum eine solche Anziehungskraft ausüben. wird desto unverständlicher, je mehr man von dieser Kost zu schmecken bekommt. Abgesckh^n von jenen zahl- reich?n, mit gepfefferten Eindeutigkeiten gewürzten Stücken, die mit wirklicher Kunst nicht im ent» fernteßlen in Verbindung zu bringen sind, die aber gerade wegen ihrer niedrigen Tendenz heute leider auch rn Deutschland vielfach Anklang finden, tra­gen auch diejenigen neueren Dramen französi­schen Ursprungs, die sich auf höherem Riveau halten, in ihrer Vorliebe für Formalitäten und Ker Armut an geisttgem Inhalt zu fremdartigen Charakter, um es verständlich erscheinen zu lassen, daß sie dem unverdorbenen butschen Geschmack tiefer gebendes Interesse abgewinnen könnten.

Auch das LustspielC h p r i e n n e der Herren Sa rdou und de R a j a c ist cin Gewächs, das nur romanischem Boden entsprieße konnte. Die dort vorherrschende leichtfertige Auffassung von der Ehe, mit selbstverständlicher Offenheit zur Schau getragen, spiegelt sich in dem Stucke wahr- heitsaetreu wieder, ilnb wenn auch der recht

des Aheinlanüabkommens vom 28. Juni 19, sowie des Artikels 5 der Verordnung I in der Fassung des Artikels 3 der Verordnung 93 beschlossen, daß der Regierungspräsident Dr. Momm in Wiesbaden seines Amtes enthoben wird. Dieser Beschluß tritt am 16. August 1922 Kraft.

Was sind Retorsionen? Die Franzosen sind nie um schöne Ramen verlegen, wenn sie uns mit besonders unangenehmen Mass­nahmen bedenken. Schon Lessings Ricaut de la Marliniere nennt die deutsche Sprache eine plumpe Sprack", in der man gewisse Dinge nicht elegant und schonungsvoll ausörücken kann, und an diese Bemerkung wird man erinnert, wenn man von der neuesten Erfindung Pvincar6s, Öen Retorsionen", liest, die wir Deutschen in un­serer plumpen SpracheErpressungen ' nennen könnten.Retorsion" ist ein französischer Ter­minus technicus des Völkerrechts, der mit großer Geschicklichkeit ans die gegenwärtige Lage ange­wandt wird. Aach den Angaben berühmter Völ­kerrechtslehrer wird der Begriff in öerGrande Encyclopädie" folgendermaßen definiert:©raube torsion tritt in dem Fall auf, wo ein Staat sich gegen einen anderen in einer Form benimmt, die zwar vollkommen gesetzmäßig und erlaubt, aber unhöflich, schroff und schädigend ist, worauf der andere Staat ähnliche Maßnahmen gegen den ersteren ergreift. Der beleidigte Staat kann dieselben Maßregeln gegen die Untertanen des anderen Staates in seinem Lande anwenden, die der erstere Staat gegen die Untertanen des 'weiten Staates gebraucht hat: er kann die Han­delsbeziehungen erschweren usw. Die Beziehun­gen, die zwischen den zivilisierten Staaten herr­schen, verbieten es, sofort zu Retorsionsmaß­regeln zu greifen; es müssen erst älnterhandlungen vorangegangen sein, und die Retorsionen sink» erst dann rechtmäßig, wenn die Verhandlungen ergebnis waren. Die Retorsion ist eine Art Repressalie, wenn man dies Wort im weitesten Sinne nimmt; aber sie richtet sich nur gegen einen -Zustand, den man der internationalen Billigkeit und Höflichkeit widersprechend ansieht. während die Repressalien sich gegen einen ungerechten und unregelmäßigen Zustand richten."

geschickt auf gebaute und trotz mancher Längen nicht ermüdende Dialog der beiden Ehegatten Prunelles damit endet, daß die junge Frau die erst so freudig begrüßte Scheidungsmöglichkeit verwirft, um in neu erwachter Zuneigung sich für ihren Gemahl zu entscheiden, sw wird mit dieser Entwicklung doch keineswegs die Einrichtung der Ehe verherrlicht; denn weder Pflichtgefühl noch inneres Derständnis, sondern Leidenschaft und Saune führt die neue Vereinigung herbei, deren glückliche Dauer kaum gesicherter als vorher erscheint. Der Wert des Stückes ist ausschließlich unterhaltender Art. Eleganz der Wort- und Satz- bildung, die in der cklrsprache wohl noch deutlicher zum Ausdruck kommt, alsoEsprit" in rein for­maler Beziehung umhüllt die geistige Leere mit täuschendem Blendwerk.

Aus dem Reiche.

Standes- und Berufsfragen der Presse.

Leipzig, 15. Aug. (WTB.) Wie uns mit- geteilt wird, findet im Anschluß an die vorn Akehamt für Mustermesse in Leipzig und dem Reichsverbande der deutschen Presse veranstal­tete Konferenz über weltwirtschaft­liche Probleme der Gegenwart Diens­tag, 22. August, vormittags, auf Einladung des Reichsverbandes der deutschen Presse eine Be­sprechung der an der Konferenz teilnehmenden Vertreter der in» und ausländischen Presse über Standes - und Berufsfragen statt.

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genommen wurde. In neuester Zeit ist aber auch in Japan der öffentliche Schonheitssalon auf- gekommen, und Jung und All der Damenwelt strömt hierhin zur Gesichtsmassage, zur Mani- cüre usw. Das Färben der Haare, das für die älteren Damen in Japan wichtig ist, wird von besonderen Spezialisten vollbracht, die darin eine im Abendland nicht häufige Vollkommenheit er- reicht haben.

weiße Fäden, das Zeichen des Alters, sind ihnen besonders verhaßt. Doch nicht nur aus Schön­heitsgründen ist das weiße Haar in Hapan ver­pönt, sondern vor allem deswegen, weil es schwere gesellschaftliche Folgen nach sich zieht. Die Frau mit weißem Haar wird in der japanischen Fa­milie sozusagenzum alten Eisen" geworfen. So­lange das Haar in schönem Schwarz glänzt, kann die alte Dame in Japan, mag sie auch noch so viele Runzeln haben, an allen Vergnügungen teilnehmen, das Theater regelmäßig jeden Mo­nat besuchen, Kinos und Dlütengärten bewundern und sich an den unterhaltsamen Ausflügen nach Tempeln und Altären beteiligen. Ist fie weih- baarig, so ist ihr das alles nicht mehr gestattet, und sie muh mit den Dienstboten das Haus hüten. Deshalb gibt es in Japan feine weißen Haare oder zum mindesten wissen es auch die ältesten Frauen geschickt zu verbergen. Wie Soe Kindcaid in einer Plauderei verrät, geht das Fehlen der weißen. Haare im Reiche des Mi­kado auf kein Raturwunder zurück, sondern auf eine außerordentlich hohe Kunst des Haarfär- bens. Es gibt eine große Anzahl vorzüglicher Haarfärbemittel, von denen manche sehr schäd­lich sind. Entdeckt die Japanerin die ersten weißen Haare so läßt sie sie sich ausziehen; macht 'ich aber der Schnee des Alters auf einzelnen Srräh- nen bemerkbar, dann beginnt das---

früher In der Abgeschlossenheit deS

Antoinette Hinner, und war die Tochter des bekann­ten Hofharsenisten Hinner, der aus Wetzlar stammte, der Harfenlehrer der Marie-Antoinette war und eine große Anzahl Kompositionen hinter­lassen hat. Die Tochter, deren Paten wie schon die Romen andeuten der König und die Königin waren, konnte also Balzac über die letzte Zeit vor der Revolution genau unterrichten. Ihr verdankt er die Einzelheiten vom Hofe, die sich in seinen Büchern finden; durch sie wurde er zu einem An­hänger des Königtums und erhielt er seine Be- ziehungen zur Aristokratie, Mme. de Beruh war, als Balzac sie kennen lernte, bereits 45 Jahre, 23 Fahre älter als er, und Mutter von 9 Kin­dern. Als die Verbindung sich löste, war sie 85 Iahre alt. Aber diese merkwürdige Frau hat einen außer­ordentlichen Einfluß auf den Dichter ausgeübt, und wieviel er ihr verdankt, daS geht aus dem Brief­wechsel hervor, der jetzt zum ersten Male vollständig in dem neuen Werk veröffentlicht wird.

Neues aus Valzcrcs Jugend.

So umfangreich die Literatur über Balzac ist, so wußte man doch bisher Über gewiße entscheidende Grlebniffe seiner Jugend nur ungenau Bescheid. Eine wichtige Aufhellung dieser dunklen Fahre, do der grofje Dichter sich für die Schöpfung seinerMensch­lichen Komödie" bildete, erfolgt nun durch bas so­eben erschienene WerkDie Iugend Balzacs", in den G. Hanotaux und früher von ihm zusammen mit Vicoire veröffentlichte Buch Balzac als Druk- ker von Grund aus umgearbett hat. Wir erhalten hier eine genaue Darstellung des Lebens Balzacs bis zu seinem 30. Fahre, und zwar werden auf das Ausführlichste die beiden großen Tatsachen behandelt, die diese Epoche seiner Entwicklung beherrschen: seine geschäftlichen Unternehmungen und seine Be­ziehung zu Mme. de Beruh. Wir treten in die Druckerei der Rue des Marais-Saint-Germain, wo der Dichter von 1826 -1828 lebte. Auf Schritt und Tritt sinden wir die Vorbilder, die spater in seinen Romanen lebendig wurden. Da sehen wir die Werk­statt, tue er im Anfang derVerlorenen Illusionen­beschrieben hat, sehen ihn selbst am Vorabend des Bankervtts, erdrückt von den Ängsten, die er im Cäsar Birotteau" geschildert. Die Rechnungsbücher, die Listen der Werke, die er druckte, der Gläubiger, die ihn verfolgten, werden in einem 130 Seiten umfassenden Anhang mitgeteilt. Roch wichtiger aber als diese urkundliche Darlegung seines industrie- ellen Zusammenbruches sind die Mitteilungen über die Frau, die im Leben des jungen Balzac eine so große Rolle spielte. Man wußte bisher fast nichts von dieser rätselhaften Mm. pe Beruh, die unter dem RamenDilecta" unsterblich geworden ist und an die der Dichter von 18221836 so wundervolle Briefe richtete. Es ist Hanotaux gelungen, den Mäd­chennamen dieser Frau festzustellen, und sie entpuppt sich als eine Deutsche. Sie hieß Laure-Louise-

Die Tcnerungszahlen in Hessen.

Die Teuerungszahlen in 24 hessischen Gemein­den, berechnet auf Grund der Preise vom 19. Juli 1922 (21. Juni), betrugen für Mainz 5321 (3811), Darmstadt 5127(3491), Offenbach 5155(3610), Worms 5533 (3607), Gießen 5105 (3438), Reu-Isenburg 4972(3583), Friedberg 5234 (3512), Lampertheim 5505 (3722), Dad-Rauheim 5076 (3683), Viern- beim 5323 (3632); Durchschnitt der zehn größten Gemeinden: 5235 (3610). Bensheim 5156 (3730) Dingen 5460 (3799), Alzey 5658 (3723), Rüssels beim 5401 (3516), Heppenheim 4841 (3281), Diebura 4751 (3331), Groß-Gerau 5104 (3856), Alsfeld 5172 (3684), Butzbach 5294 (3489), Lauterbach 5352 (4017), Oppenheim 5321 (3456), Büdingen 5199 (3436), Erbach 5303 (3709), Schotten 4862 (3489); der Durchschnitt aller Gemeinden beträgt 5220 (3609). Die Durchschnittsteuerungszahl für die 24 Gemeinden seht sich aus folgenden Posten zusammen: Ausgabe einer fünfköpfigen Familie für Brot 469,15 (417,00), Mehl 132,80 (91,61), Rähr- mittel 341,59 (265,97), Kartoffeln 1175,50 (380 13) Gemüse 366,19 (421,16), Fleisch 385,55 (311 84) Schellfisch 60,90 (44,14), Speck 352,24 (228,17), Fett 630,21 (433,13), Salzheringe 25,03 (18,30). Dörrobst 137,83 (127,33), Zucker 192,30 (124.10), Eier 77 49 (57,48), Vollmilch 345,67 (265,76), Brennstoffe 390 83 (309,61), Leuchtstoffe 68,53 (53,61), Wohnung von Zwei Zimmern und Küche, monatlicher Mietpreis 68,46 (59,15). Die fortschreitende Teuerung macht sich bei allen Lebensmitteln, mit Ausnahme von Gemüse, stark bemerkbar. Die außerordentliche Steigerung der Kartoffelpresse ist darauf zurückzu- führen, daß diesmal der Berechnung die Preise für neue Kartoffeln zugrunde gelegt sind.

Aus dem besetzten Gebiet.

Regierungspräsident Dr. Mornm seines Amtes enthoben.

Koblenz, 15. Aug. (WB.) Die Rhein- landkommifsion hat den Regierungspräsiden­ten Dr. Momm in Wiesbaden seines Amtes enthoben. Das fragliche Schreiben vom 14. August lautet wie folgt:

In der Erwägung, daß es Pflicht der Rheinlandkommission ist, den Unterhalt, die Sicherheit und die Bedürfnisse derBcsatzungs- truppen zu gewährleisten, und daß der Unter» halt, die Sicherheit und die Bedürfnisse die­ser Armee zu einem großen Teile von der Per­sönlichkeit der im besetzten Gebiet angestellten deutschen Beamten abhängen und daß das Verbleiben des Präsidenten Dr. Momm in seinem Amt die guten Beziehungen, die zwi­schen den Besatzungsbehörden und den deut­schen öffentlichen Behörden entstehen sollen, beeinträchtigt und daher geeignet ist, den Un­terhalt, die Bedürfnisse und die Sicherheit der Besatzungstruppen zu schädigen und die öffentliche Meinung zu stören, hat die Rhein- landkommission auf Grund der Artikel 3 und 5

Aus SfasiM und Land.

Gießen, den 16. Aug. 1922.

Gießener Kongreß über Erfinderwefen.

Sin Kongreß über Erfinderwesen der erste seiner Art soll vom 1.14. Oktober in Gie­ßen stattfinden. Er wird von der Gesellschaft zur Errichtung eines deutschen Erfindungsinstituts zu­sammen mit der Arbeitsgemeinschaft deutscher Sr- ftnderschuhverbände veranstaltet und steht unter der Leitung des Vorsitzenden der beiden Ver­bände, Geheimrat Prof. Dr. S o m m e r in Gießen. Drei große Gebiete des Erfindungswesens werden durch Referate behandelt, nämlich: 1. Die inter­nationale Vergleichung der Patentgesehgebung (Patentanwalt Dr. W e e r t h - Gießen). 2. Reue Wege der Fernübertragung nach der Entdeckung von Johnson und Rahbeck (Dr. Bergmann- Gießen), 3. Psychologie und Psychosxtthologie der Erfindungen und der Erfinder (Prof. Dr. Som­mer- Gießen). Außerdem sind jetzt schon eine Reihe von Vorträgen angemeldet (von Hahns- Bremen, Wolter-Kassel, Dietrich-Mannheim, We- der-Rümberg, Dr. Bergmann und Dr. Feul- g en- Gießen). 11. a. wird die drahtlose Tele­graphie und das Problem des Segelfluges der Vögel behandelt. Zum Schluß ist eine Führung durch größere Fabrikbetriebe vom Standpunkt der Erfindungslehre, sowie ein AuSslug in die schöne Umgebung von Gießen vorgesehen.

Kreis Lauterbach.

rr. Schlitz, 15. Aug. Am Sonntag tagte hier der Bezirk Alsfeld des Hessffch- Rassau f beit Main Rheingaucerbaades Gabels- bergerscher Stenographen. Es waren vertreten die Dundesverelne Fulda, Lauterbach, Alsfeld und Schlitz; außerdem hatten die benach­barten Vereine Hersfeld, Hünfeld, Rotenburg, die 5um Bezirk Kassel gehören, zahlreiche Ver­treter entsandt. Am Vormittag sand ein Wett- schreiben statt, woran etwa 100 Personen teilnahmen. Rachmittags> fand eine sehr gut be­suchte öffentliche Versammlung statt, wobri Sladt- rechner Hühn die Begrüßungsansprache und Dr. R o l o f f die Festrede hielt über den Idealismus in Gabelsbergers Werk". Darauf folgte ein fröhliches Zusammensein, das die Kunst­gen offen noch einige Stunden 'oereinte.

rr. Schlitz, 15. Aug. In der nahen, 600 Seelen zählenden kleinen PsarreiKreutzers- gründ wurden für die e v a n g e l. Alters- Hilfe insgesamt 1132 Mk. gespendet, und zwar in Ätzhausen 515. in Bernshausen 412 und in Rieder-Stoll 205 Mars.

Kreis Friedberg.

Dad-Rauheim, 15. Aug. Die Ver­pflegungssätze im städtischen Kran­kenhaus bewegen sich jetzt in den einzelnen Klassen zwischen 65 und 200 Mark. Dabei sind die Kosten für ärztliche Behandlung und Arznei­mittel nicht einbegriffen. Zu Lasten der Stadt- Hasse kann in besonderen Fällen der Verpflegungs­satz ermäßigt werden, besonders wenn es sich um verschämte Arme handelt. Auch die Gebühren der Friedhofs- und Vegräbnisord- nung mußten erneut erhöht werden. Sie be-

Gissnbahn und KarLoffeltranSporte.

Das W.T.B. meldet: Rkit großer Sorge sehen die Verbraucher der Karwffeleindeckung im Herbst entgegen, und es ist mehrfach die zweifelnde Frage aufgeworfen worden, ob und welche Vorkehrungen die Reichsbahn getroffen habe, um die kommen­den Kartoffeltransporte sicherzustellen. Die Frage der Abbeförderung der Herbstkarwffeln ist unter Zuziehung der Erzeuger-, Händler- und Ver- braucherorganisationen im Reichsverkehrsministe- rium und im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft eingehend erörtert worden. Ein brauchbares Ergebnis ist noch nicht erreicht, weil einerseits noch kein Anhalt vorhanden ist über die Kartoffelanbaufläche und das voraussichtliche Ernte­ergebnis in den einzelnen Landesteilen und an­dererseits Kaufverttäge vor Ende August schwer­lich geschlossen werden. Es steht somit auch nicht annähernd fest, welche Transporlleistungen (nach Menge und Verkehrsbeziehungen) der Eisenbahn obliegen. Die genannten Organisationen werden voraussichtlich erst Anfang September nähere Un­terlagen in dieser Hinsicht geben können. Es ist mit ihnen vereinbart worden, daß zu diesem Zeit­punkt eine Besprechung der genannten Angelegen- Heck unter Vorsitz des Eisenbahnzentralamts ftatt- flnden wird. Bi ? dahin lassen sich besondere Vor- bereitungen für die Bewältigung des Kartoffelver­kehrs eisenbahnseitk'g noch nicht treffen. Von feiten der Reichsbahn wird selbstverständlich alles ge- fchehen, um eine glatte Abwicklung des Herbst­verkehrs, von dem dre Kartoffelttansporte nur einen Teil ausmachen, zu erzielen. Ausschließen lassen ich Herbstschwierigkeiten bei dem geringen Kohlen- bestand der Reichsbahn nicht.

Amundsens neue Polarreise. Aach den neuesten Rachrichten der ZeitungAf- tenposten" vom Ende Juli hat sich Amund- s e n mit zwei Begleitern, Orndal und Lund, aus einem amerikanischen Schoner nach dem Kap Darrow (Alaska) begeben, wohin ein Aero­plan bereits gebracht ist. Wegen der ungünstigen Eisverhältnisse und der vorgeschrittenen Jahres- zeit wird der Flug über den Pol wahrschein­lich auf Juni 1923 verschoben. Die drei Ge­nannten werden in diesem Falle bei Kap Darrow überwintern. Das Expeditionsschiff Mand soll sich inzwischen vom Eis über das Polarmeer trei­ben lassen.

Das verpönte weihe Haar. Dei den Frauen Japans gibt es keine weihen Haare. Da sie keine Hüte tragen, sind sie auf den schwar­zen Schmuck ihres Hauptes besonders stolz, und!

angetrunkenen Gast in eurer hiesigen Wirtschaft die älhr und 700 Mk. Da der Täter auch noch einen Pritschenwagen gestohlen hatte, gelang es. ihn am Montag festzunehmen. Das Geld hatte er bereits verausgabt und die älhr gegen eine Zeche verpfändet. Als Dieb kommt ein auswärtiger Schneidergeselle in Frage, der sich stellenlos um­hertreibt. Ferner wurde in der Rächt zum Montag im hiesigen Bahnhof ein zugereister Mensch festgenommen, der mit einer Waffe und Einbrecherwerkzeug ausgerüstet war und zweifel­los die Absicht hatte, in der Stadt auf Raub auszugehen, woran er aber durch seine Festnahme verhindert wurde.

< O-Zug-Diebe. Zwei Damen, bw dieser Tage von Düsseldorf nach Bad Salzschllrf reisten, wurden beim Hmfteigen in Hagen in

Frankfurter V-Zug Geldbörse, Fahriarten, Gepäckschein usw. gestohlen, derartige Fälle sind in ben O-Zügen von Hagen in letzter Zett wieder- yolt vorgekvmmen.

** Wieder gefaßt. In der verflossenen Rächt wurde hier eine den Gerichts- und ötrafanftaltd- a wohlbekannte Persönlichkeit aus Burkhards

bei Schotten festgenommen, die aus einer Straf- anstatt in Sachsen entwichen war und verschiedene Einbrecherwerkzeuge mit sich führte, die sie zweifel­los in hiesiger Gegend schon verwendet hat oder verwenden wollte. Auch als Ausbrecher ist der Erwischte eine berühmte Person.

** Fahrraddieb stahl. Aus einem Hofe in ber Iohannesstrahe wurde gestern ein Fahrrad itr Werte von ca. 6000 Mk. entwendet. Es handelt sich um eine Maschine der MarkeExpreß", Fabrik, nummer unbekannt, schwarzer Rahmenbau, eben­solche Felgen mit grünen Streifen, hochgebogener Lenkstange und grauer Bereifung. Als Täter kommt ein junger Mann im Atter von 2527 Zähren non mittelgroßer, gesetzter Statur mit vollem roten Gesicht und rötlichem, gestutzten Schnurrbart in 5rage. Er trug braunen Anzug, grünen Hut und schwarze Schuhe. Vor Ankauf des Rades wird gewarnt. Sachdienliche Mitteilungen erbittet die hiesige Kriminalpolizei.

BornoLrzen.

Lageskalender für Mittw och. Astoria-Lichtspiele:Der große Bankspion" undDte Karin von Ingmarshof".

Die inhaltliche Armut des Stückes kommt um so weniger zum Bewußtsein, je mehr es den Darstellern gelingt, die treffend gezeichneten Cha­raktere herauszuarbeiten. In dieser Hinsicht konnte man bei der gestrigen Aufführung, was die beiden Hauptpersonen betrifft, einen unge­trübten Genuß fest stellen. Karl Lamberti n bot als Herr von Prunelles eine hervorragende Leistung. Seine Offenheit gegenüber dem Freunde, Herrn von Clavignac (Karl Volck), und bann wieder sein feines Dersteckspielen mit feiner grau und ihrem Freunde, das zwischen feiner Ironie, offenem Hohn und mühsam verhaltener Innig­keit wechselte, das waren Züge, die man nicht dargestellt, sondern gelebt zu sehen glaubte. Ihm ebenbürtig trat Odette Orczy als seine Gat­tin zur Sette. Sie brachte die seelische Ent­wicklung von der kühlen und a'btoeifenbcn Gat- ttn in der allmählichen Heberieitung zur wärmer werdenden und schließlich leidenschaftlich lieben­den Frau überzeugend zum Ausdruck. Weniger glücklich war Fred Schüler als Adhinnar von ©ralignan. Bei aller vorgeschriebenen Be­schränktheit fehlte ihm doch ein gewisser Schliff, den auch der geistig unbedeutendste Kavalier als Produkt der Erziehung zu besitzen pflegt. Er wirkte zu jugendlich ungeschickt, um es glaub» baft zu machen, daß eine Frau von Prunelles sich für ihn interessieren konnte. Cläre Türk und Paul Mehnert wurden ihren Bedien- tenrollen voll gerecht. Auch die übrigen Reben­personen, von denen wir noch Frau von Drionne (Else Koop), Dafourdin (Georg Heding) Frau von Dalfontaine (Karla Keller) und' den Oberkellner Joseph (Rudolf Goll) be­sonders erwähnen mochten, wurden gut verkör­pert. Der Letztgenannte zeichnete auch verant­wortlich fiir die Spielleitung, die auf Grund des flotten Tempos und wegen der sttlgerechten Inszenierung rühmlichst hervorgehoben zu wer­den verdient.

In angeregter Stimmung folgte das out besetzte Haus und kargte nicht mit Beifall. Leider wZrrde die erste Szene empfindlich ge­stört durch verspätetes Plähnshmcm vieler Zu­schauer, die allerdings hierfür nicht verantwort­lich zu machen sind. Es ist gewiß nicht zu be­anstanden, daß die Anfangszett peinlichst inne- geoalten wird, doch erscheint es ratsam und wün­schenswert daß der Beginn durch Klingelzeichen ! hinreichend angekündigt wird. tr.