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montag, 16. Januar 1922

172. Jahrgang

Erstes Blatt

922

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Deber geb, Pütz, n 1922.

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leb, Denhard Januar 1922

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Metz Syndikus der Riederländischen Handels- I der Regierring Briands habe man mit dem Dach­kammer in Sranfhirt hält seit einigen Semestern bar jenseits des^ Kanals to i e in wilde r Ehe auch an unserer Universität Dorträge über nieder- | gelebt. Bald sei man Arm^"^rm ge-

ia-2'Ich- 2°tt-w^,chatt Schon t-S. W°iI°n w>r bald ha^ man I-ch non dor S-rn- >

Reimer net 9eb. Sioch lUe

Lektorin für niederländische Sprache und Kultur Fräulein Dr. MarieRamondt. Herr Dr. Th.

daraus hin, das) nächstens zwei hervorragende, im öffentlichen Leben stehende Niederländer in der Oiefoener H o ch s ch u I g e se l l s ch a s t. die ja der Pflege des Auslands! uoiums besondere Aus- merksamleit widmet, sprechen werden.

Eine en(tfifd)e Forderung auf Regelung des Statuts von Tanger.

Paris, 13. Han. (WB) Die .Liberte» alaubl zu wissen, tah am Samstag, dem 7 . Ia- rrnar, der englisch? Botschafter im 2uar dO say eine Rote überreicht habe, in dec das Forergn

Tanger verlangte und sich bereit erklärte, dies« Angelegenheit dem Dölkerbu >d zu u terdreiien, falls Frankreich sich dem S andpualte der bn tischen Regierung nicht ansdlie -e. DaL Blatt Nndet es ziemlich überraschend, das) diese Art Mahnung in dem Augenblickmach Piris felargt sei, da in Cannes der Oberste Rat tage und das Allianz- und Garantieablommen auogearbeitet worden sei.

Der Rückgang des englischen Handels.

London, 16. Ian. Der Wert der Gin uhr betrug im Dezember 85312081 Pfund Sterling. Das sind 57 375 027 Pfund Ster - ling weniger als im gleichen Monat des Dor jahres. Die Ausfuhr bezifferte sich au) 59 374 750 Pfund Sterling, das sind 37 255 773 Pfund Sterling weniger als im gleichen Mo­nat des Vorjahres. Die Wiederausfuhr bc trug 9 203 91 Pfund Sterling oder 3 495 465 Pfund Sterling weniger als im gleichen Mo­nat des Vorjahres.

izertverein

922, nachm. 5 Uhr. der Universität':

(onzert

täblung erwiesene Jnhen herzlich

chiite

ag: Große* konzert hr abend*

Quirlett gart, oi). 18 Nr. 3 D-Dur, In op. 76 Nr. 5 D-Dur. - und 4,- bei Ernst r Kasse Studenten- verkauf beim Haus- e«en Vorzi'ijjunff der *te S

1513mat 1922

die Begründung des Instituts zu verdanken ist. hinzu, Sa!) auch an der Universität Gießen seit einigen Jahren eine Lehrstelle für niederländische Sprache und Kultur eingerichtet ist. Sie wurde

schelen Augen beobachtet. Jedesmal aber habe Frankreich die Kosten der Wiederannäherung ge­tragen. Mit Poincare an der Spitze des Kabi­netts würden die Beziehungen bald wieder normal werden. Unter ihm würden die Staatsgeschäfte nicht mehr in den Kaffeehäusern erledigt.

Die Entente und die Leipziger Kriegsprozesse.

Paris, 14. Ian. (Wolff.) Havas m'li mit. das,- am 6. und 7. Januar der durch Beschlaf', des O d e r st e n Rates am 13. August 1921 eingesetzte Aus schuh zur Bcg.itachiang der Ur teile, die das Reichsgericht in Leipig in den Kriegsbe'chuldigter.prozesfen gefällt hat, e t n m ü - t i g beschlossen habe, dem Obersten Rat zwei R e - s o l u t i o n e n zu unterbreiten. In der erste-.' werde angeführt, daß das Reichsgericht in Leip' zig bis jetzt neun Fälle erledigt ijabe. Was die Verhandlungen anlange, so sei der Aus chuh ein­mütig der Ansicht, dal das Reichsgericht sich nicht ausreichend bemüht habe, die Wahrheit ausfindig zu machen u d i r d esem Sinne dem Verlangen der alliierten Regie: u.gen nicht Genüge geleistet habe. Was die Urteile be­treffe, so gehe die einmütige Ansicht des Aas» schusses dahin, daß das Gericht den gestellten 21y- forderunaen nicht gerecht gerv'den sei, indem Jfc gewisse Angeklagte freigelpr.chen hab', die h-'.t en verurteilt werden müssen, und da.-) felbjt in bai Fällen, in denen die Angeklagten für schu'.dig er­klärt wurden, die verhängten Sira en ungenü­gend gewesen seien. Die zweite Resolution be­sagt, dal) nach einmüt ger Au fa su g des Aus­schusses kein brauchbares Ergebnis zusamme k Ti­me n werde, wenn man dem Reichsgericht weitere Fälle unterbreite. Der Ausschuh ist ln^lgedes einmütig der Ansicht, dnh künftighin die Be­stimmungen des. 228 des F iedeiLvertran entsprechend der a liierten Rote vom I. Mai 19 n voll in Kraft gesetzt werden sollte-', und daß die deutsche Regierung ersucht werden folte, dieA geschuldigten den alliierten Mach ten zur Aburteilung aaszu liefern.

Das Verhalten

des Wiederherftellttnqsansfchnsseo»

Paris, 14. Jan. (WTB.) Präsident Mil­le r a n d hat heute vormittag den Vorsitzenden der Reparationskommission. Louis Dubois, empfangen. Beim Verlassen des Slysees gab Dubois folgende Erklärung ab: Er habe ucr Präsidenten der Republik über den Gang bet Ereignisse in Kenntnis gesetzt, die sich in Can­nes in bezug auf die Aeparationsfrage abge­spielt hatten. Diese Frage sei gleichzeitig vom Obersten Rat und von der RevarationskommiIIwn behandelt worden. Die Kommission habe von Dr. Rathenau Erklärungen erhalten, die sich aus ge­wisse Schriftstücke stützten. Die e Sch-islstücke wur­den zur Zeit überseht und ihre zahtenmaßigeir Angaben mühten sorgfältig kontrolliert werden. Wenn diese Arbeiten beendet feien, werde die Reparationskommission in voller Kenntnis der Sache urteilen und eine angemessene Entscheidung treffen können. Wenn jedoch die alliierten und assoziierten Mächte als Gläubiger Deutschlands selbst mit Deutschland verhandeln sollten ko.me die Reparationskommissionsich dem uurbeugew In diesem Falle werde der Oberste Rat selbst über das deutsche Ersuchen um mn Moratorium für das Jahr 1922 befinden. D.e Krmmichu)^

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Die russische Delegation für Genua-

Paris. 15. Ian. (WTB.) DerTempo" bringt das folgende amtliche in Moskau ver­öffentlichte Kommunique: Die russische Regie­rung hat die Einladung zu der internativ-' nalen Konferenz in Genua erhalten. Die rus­sische Delegation, die dorthin entsandt wer­den soll, wird in diesen Tagen durch den ZentralvvllzugSauSschus; zusammengestellt werden. Man hält es für sicher, daß L s ch i t - scher in die russische Delegation führen und daß Krassin ihr angehören wird. Als wei­tere Mitglieder werden genannt: Litwinow. Kamenew und Rykow. Auch der Rame des ehemaligen Zarenministers Kuller wird er­wähnt.

Aus Sowjet-Rußland.

Moskau. 14. Ian. (Wolff.) Mit dem 1. Januar ist für sämtliche Wohnhäuser des Moskauer Gouvernements die Zwangs- Versicherung gegen Feuer eingeführt. Scharfe Gesetze sind gegen Waldverwüstungen eingeführt worden. Holzdieb stähle wei> den das erste Mal mit sechs Monaten Ge­fängnis und das zweite Mal außerdem mit Vermögenseinziehung besttaft.

Rücksichten sich für ihre Kolonien interessierten, zogen rein wissenschaftliche Beweggründe deutsche Forscher dorthin.

In einem herrlichen Gebirgsklima bei Cem- bang auf West-Java steht in der Mitte einer einsamen grasreichen Ebene, umschattet von ewig- rauschenden Chinabäumen, die Hnsterblichkeits- gebanfen wecken, ein Grabmal für den deutschen Forscher Dr. Franz Wilhelm Iunghuhn, dem die Wissenschaft der Geologie so viel verdankt.

Das Institut will seinen Benutzern die Mög­lichkeit bieten, sich über die Fragen, die Holland und Holländisch-Indien betreffen, sachgemäh zu unterrichten, und will weiterhin alle. Bestrebungen unterstützen, die das Verständnis für die Kultur Hollands bei den Deutschen und auch für die Deutschlands bei den Niederländern zu fördern geeignet sind. So soll z. D. für die Osterferien versucht werden, Frankfurter und Gießener Stu­denten einen Aufenthalt an niederländischen Uni­versitäten zu ermöglichen.

Das Institut ist nicht nur den Studierenden,

Lloyd Georges Heimreise.

Paris, 15. Ian. (WTB.) LlvhdGevrge hat heute vormittag Paris verlassen.

(Sine neugegründete Liga der Republik.

Paris, 15 .Ian. (WTB.) Bei dem Fest­mahl, daS die neugegründete Liga der Republik, eine linksstehende bürgerliche Or­ganisation, gestern abend veranstaltete, hielt deren Führer P a i n l e v 6 eine Rede, in der er sagte, alle Welt sei sich einig, daß Frankreich die Lasten der Reparationen nicht tragen könne und dürfe, aber wie könne man praktisch die Revarationen erlangen? Wenn die Regierung vorRealisierungs- schwierigkeiten stehe, sei es nur zu bequem, eine rednerische Unversöhnlichkeit zu entfalten, ohne klar die Politik zu bestimmen, die man verlange, oder vhne den Mut za haben, die Derantwortang für ihre Ausführung zu übernehmen. Zwei Arten von Politik seien logisch möglich. Eine bestehe darin, den Alliierten zu sagen: Wir haben das Recht, wir haben die Macht. Wenn wir euere Zu­stimmung nicht erlangen, sind wir gezwungen das, was man uns schuldet, selbst zu nehmen. Wolle der nationale Block diese Politik betreiben? Wenn ja, dann möge er die Regierung allein über­nehmen und die Maßnahmen zur Kenntnis brin­gen durch die er Frankreich die Reparationen und die Sicherheit gewährleisten wolle. Ader unzulässig sei, die Stimme einer Regierung zu geben, die eine andere Politik betreibe und sie zu gleicher Zeit vor der öffentlichen Meinung als schwach zu bezeichnen und in der entscheidenden Stunde zu verlassen. Die andere Politik bestehe darin, die Einigkeit mit den Alliierten aufrechtzu­erhalten und den Frieden herzustellen. Damit Frankreich bezahlt werde, müsse Deutschland pro­duzieren und seine Produktion außerhalb des Landes absehen. Die Welt müsse den Frieden und die Stabilität und Deutschland seine normale Währung wiederfinden. Das Wirtschaftsleben müsse wieder kraftvoll werden, das sei aber unmöglich, solange Rußland außerhalb des Kreises der Westmächte bleibe. Damit Frankreich, im Ein­verständnis mit England die Reparationen ver­lange. auf die es ein Anrecht habe, mühte Europa befriedigt und Rußland wieder emporgehoben werden.

Die Rückwirkung auf Polen.

Warschau, 14. Ian. (Wolff.) Die War­schauer Presse kommentiert ausführlich die große Bedeutung der Demission Briands für Polen. Der Kurjer Poranny" hebt den Einfluß der Reaktionäre Rußlands in den Kreisen Porn - cared hervor. Driand sei ein gemäßigter Poli­tiker der über die polnischen Angelegenheiten gut informiert gewesen sei. Er habe sich nicht mit dem polnischen Lager' des gedankenlosen Rationalis­mus verbunden, Poincare aber stehe unter ein­seitigen Einflüssen. Polen werde durch das Schei­tern des englisch-französischen Abkommens, dieser Garantie seiner Existenz, am meisten betroffen. Der Kurier Polski" schreibt:Wir wünschen Frankreich im Interesse der ganzen Rachkriegs- welt, daß es niemals bedauern muh, was letzt geschah!"

Das Kabinett Poincare.

Paris, 15. Ian. (WTB) Das Ministerium Poincare hat im Laufe des heutigen Vor­mittags mehrmals noch Umgruppie­rungen erfahren. Seit heute nachmittag aber ist endgültig gebilöet unb um 6 Vs W heute abend hat der ehemalige Präsident der Republik dem Präsidenten Millerand seine Mit­arbeiter vorgestellt. Das Kabinett seht sich wie folgt zusammen: Auswärtige Angelegenheiten. Poincare, stellvertretender Ministerpräsident Justiz und Elsaß-Lothringen: Barthou; Krieg und Pensionen: Maginot: Marine: Raiberti; Fi­nanzen: de Lasteyrie: Inneres: Maunoury; Hnter- richt: Berard: öffentliche Arbeiten: Le Sroquer; Landwirtschaft: Cheron: Kolonien: Sarraut: han­del: Dior: befreite Gebiete: Reidel; Arbeit. Teyronnet; Gesundheitswesen: Strauß; Unter® slaatssekretär beim Ministerpräsidenten: Colrat; für die Handelsmarine: Rio; für das Post- und Telegraphenwesen: Laffont; für den technischen Unterricht: Visal; für die Luftschiffahrt: Eynac.

.Der Parteigruppierung nach ver­teilen sich die 10 Minister aus der Kammer wie folgt: vier Minister sind Mitglieder der demokratischen republikanischen Linken, nämlich Maunoury, Maginot. Berard und Barthou. drei Minister sind Mitglieder der Partei Arage. näm­lich de Lasteyrie. Dior und Raiberti, einer ist radikaler Sozialist: Sarraut, einer ist Mitglied der republikanisch-sozialen Union: Reibel, einer Mitglied der linken.Republikaner: Le Troguer. Von den vier Senatoren, die Ministerposten er­halten haben, sind zwei aus der Gruppe der republikanischen Union entnommen: Poincare und Cheron, zwei gehören der radikalen Gruppe an: Strauß und Teyronnet. Von den fünf Hnterstaats- fefretären ist einer Mitglied der republikanisch- sozialistischen Partei: Laffont, zwei andere sind Sozialrepublikaner: Rio und Vidao. Der Vierte ist Linksrepublikaner: Eynac und Hnterstaatsfekre- tär Colrat gehört der demokratischen Linken an.

Paris. 14. Ian. (Wolfs.) Die radikal- fozialistischeparlamentarische Gruppe hat gestern eine Tagesordnung angenommen, in der sie erklärt, sie trete für alle Maß­nahmen ein, die geeignet erscheinen, den wahren Frieden wieder herzustellen. Sie begünstige alle Zusammenkünfte, die zum Ergebnis haben könnten, die Wirtschaftslage Europas zu verbessern unter der Reserve, daß sie den Interessen der Völker und nicht den Forderungen der internationalen Finanz dienten, und unter der Bedingung, dah die Rechte der Franzosen, die Rußland Geld geliehen hätten, anerkannt würden. Die Gruppe betonte aufs neue, daß die Repara- t i o n « f r a g e nicht mit dem Problem des Wie­deraufbaus Europas verquickt werden dürfe. Das angegriffene und verwüstete Frankreich könne DeutschlandkeineneuenOpfer bringen, ohne sich der größten finanziellen Gefahr auszu- seheii. Es Hal den Anschein, daß nicht sehr viele Deputierte und Senatoren diese Resolution unter­schrieben haben.

Pariser Presscftimmen«

Paris, 16. Ian. (WTB.) Die Pariser Dresse beschäftigt sich mit dem nunmehr ge­bildeten Ministerium Poincare. «Der Petit Parisi en" schreibt: Selbst diejenigen, die am meisten den Abgang des Ministerpräsi­denten Briand bedauern, sind zu sehr Patrioten, um nicht dem Staatsmann einen großen Kredit zu eröffnen, der ihm folgt und dem schon zu Beginn die delikate Ausgabe jifällt, den britischen Standpunkt mit dem französischen in den ernsten Fragen der augenblicklichen Stunde in Einklang zu bringen. Man hätte gedacht, dah in diesem Augenblick wie im Jahre 1914 der Burgfrieoe so vollkommen wie möglich gewesen wäre, und daß die politischen Leidenschaften noch einmal von einem Ende Frankreichs bis zum anderen, von der äußersten Rechten bis zur äußersten Linken sofort verstummt wären. Warum, so fragt oas Blatt, ist es notwendig, dah im externen MUieu offenbar ein Vergnügen darin gefunden wird oen neuen Ministerpräsidenten anzugre'.fen? Er have eine persönliche 03 e r a n t to o r t u n g f u r die Katastrophevon 1914? Stammt dies Propagcmida nicht von Moskau oder von Paris Luch dLEcho de Paris" spricht von der Kriegsverantwortlichkeit und sagt, Deutschland und die Deutschfreundlichen se en gegen Poincare, das genüge, damit alle guten ^Der^Äemp s" schreibt über das Ministerium Poincare, das Ministerium sei homogen und W fei etwas Gutes. Poincare wolle den Burgfrieden, aber andere weigerten sich Mit diesen anderen meint das Blatt die radikalen Sozialisten, deren offizielle Führer Doumergue und .Semot den Eintritt in das Ministerium verweigerten.

Das Journal" schreibt, cs fer übertrieben, von einem Burgfrieden zu weist im übrigen darauf hrn, da,, b/? B.iandpre se im Laufe dieser Woche pvincaristifch werde, nn Innern werde also nichts verschoben. Mas die

Lloyd George und Poinearv.

Paris, 14. Jan. (WTB.) Lloyd George ist heute nachmittag */o3Ubr in Paris eingetroffen und wurde auf dem Bahnhof von Briand und dem englischen Botschafter in Paris, Hardingc, empfangen. Mit dem letzteren hatte er noch auf dem Bahnhof eine Unterredung. Hm 4 Hhr be­gann die vorgesehene Besprechung zwischen Lloyd George und Poincars.

Paris, 14. Ian. (WB.) Havas. Lloyd George hatte nachmittags von 4 bis. 1 6 Hhr in der englischen Bcllchaft ei e Hnter- redung mit P 0 incarö. Daran anschließend verhandelte er mit den belgischen Ministern Theunis und Ja spar. Hm 6 Hhr hatte Lloyd George eine Besprechung mit Briand.

Paris, 15. Ian. (WTB.) Wie die Morgen­blätter melden, wird Poincare morgen mit Lord Curzon eine Hnterredung haben. Auch zwischen dem Finanzminister L a st e y r i e und Sir Robert Hör ne soll gestern abend bereits eine Aussprache stattgefunden haben. Diese Verhand­lungen würden, so behauptet derMatin", in den olgenden Wochen fortgesetzt, jedoch auf diploma­tischem Wege. Rach dem gleichen Blatte hat Poin- care mit Lloyd George alle aktuellen Fragen durchgesprochen. Dem Blatte zufolge werde der englisch-französische Schuhvertrag vervollkommnet und so umgestckltet, dah Frank­reich nicht die Rolle des Bittenden zugewiesen werde, und dah es größere Bürgschaften erlange. Was die Konferenz von Genua anbelange, so sei die Hnterschrift Frankreichs ge­geben, aber Poincarö selbst werde sich nicht nach Genua begeben, sondern jedenfalls Diviani.

Wir fügen dem Aussatz des rührigen Leiters des Holland-Instituts der Hniversität Frank­furt a. M., dessen eifrigen Bemühungen vor allem

sondern der Allgemeinheit zugänglich und berück­sichtigt besonders auch Handel, Verkehr und Industrie.

Der Vorsitzende des Vorstands des Instituts ist Dizekvnsul H. W. ter H 0 r st, Präsident der Riederländischen Handelskammer für Süddeutsch­land. Dem Verwaltungsausschuh gehören auch zwei Gießener Herren an: Geheimerat Professor Dr. O. Behaghel und Professor Dr. H. D m e l i n.

Die Leitung des Instituts liegt in den Hän­den des Professors Dr. van der Meer und des Vorstehers der Abteilung für Wirtschaft Dr. Th. Metz. Syndikus der Riederländischen Han­delskammer.

Deutschland und Holland.

Bon HniversitätSvrosessor Dr. M. I. van der Meer, Lener des Holland-Instituts der Hni­versität Frankfurt a. M.

Schon während deS Krieges hat sich immer 'stärker die Ueberzeugung durchgesetzt, dah die ibeuHeben Hniversitäten dem Auslandstudium viel grobe re Beachtung schenken müssen. Insonderheit -mt den Riederlanden und ihrer Kultur haben ''ich die deutschen Universitäten viel zu wenig be­schäftigt. Das SchlagwortDie Riederländer sind »Germanen" verdaut manchem die Einsicht in die Latsache. dah im äuhersten Westen des alten Deutschen Reiches sich ein Volk und eine Kultur entwickelt hat von einer scharf ausgeprägten 'Eigenart; vor allem der Calvinismus bat in Liefern Volk einen stark individualistischen Zug ihcrauggetl'bet, der aber Organisationsqeist nicht «ins- sondern einschlteht. und mit Hang zur »sigenbrödclei nicht gleichbedeutend ist.

Deutsche Literatur, deutsche Technik, deutsche »Dissenlchaft und auch deutsche Kunst wurden in Holland stets geschätzt und eingehend studiert, zeht sind aber starke inländische und auslan- Lische Kräfte am Werke, diesen Einfluß zu ver- ningem, womöglich ganz auszuschalten. Vor allem machen die Franzosen die grohten Anstren­gungen und erfreuen sich der Hnterstützung maß- «ebender niederländischer Persönlichkeiten. An der pariser Hniversität ist auch die Gründung von Lehrgängen für niederländische Sprache und Literatur geplant; die Pariser Hniversität laßt Ichon seit längerer Zeit Riederländer, die in den Niederlanden die höchste Staatsprüfung für Fran­zösisch bestanden haben, zur Promotion zu. Die Engländer und dic Amerikaner beslei- ligen sich, die kulturellen Bande mit Holland enger zu knüpfen. An der Londoner Hniversität iDurücn vor einiger Z:" eine Professur und ein Lektorat für niederländische Sprache, Literatur und Geschichte gegründet, und für eine damit verbundene Bibliothek wurde in den nieber- Aän'o Ischen Etat eine namhafte Summe ein­gestellt. In den Vereiniaten Staaten von Amerika Tjaben schon mehrere Hniversitäten einen Lehr- fiuhl für niederländische Sprache und Llleimtur.

- .'.chland steht in der Pflege des Rieder- «ndifc>-n noch zurück. Für Deutschland stehen ^rcre Werte auf dem Spiel, und es darf diesem Wctttamps nicht länger müßig zusehen. Für die -Krtco- dieses Kulturgebiets kommen natürlich in erster Linie die Hniversitäten Westdeutschlands in Betracht So wird denn auch das Studium des Niederländischen in Bonn, Münster, Frankfurt und Gießen besonders betrieben.

5 ranffurt, das enge Beziehungen zu Holland unterhält, hat neuerdings ein eigenes Hniversi- tät t ütitut für das Studium Hollands begründet. Das Holl and-Institut will den Deutschen Aelegenhcit bieten, die Riederlande und ihre Kultur vom wissenschaftlichen sowohl als vom praktischen Standpunkt kennen zu lernen. Dieses Studium soll nicht nur den Niederlanden in Fnropa gelten, sondern auchHolland zwischen ten Tropen". Auch in die niederländischen Ko­lonien wird der Selbsterhaltungstrieb viele Deut­sche ziehen. Hab auch daraus wird ein erneutes Interesse Deutschlands für das Studium dieses schönen Landes geboren werden. Ein erneutes Interesse, denn schon sehr früh, als die Rieder­länder in Indien meistens nur auS materiellen

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher ohnejede'llerdindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigern) 34 mm Breite örtlich 70 'Pf, auswärt* 90 'Pf.; für Reklame' Anzeigen von 70 mm Breite 3-0Pf. Bei Platz, Vorschrift 20 Auf Mag. Hauptschristleiter: Ang. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den Übrigen Teil: Karl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Leck, sämtlich in Gießen.

Hr. 15

Der Siebener Anzeiger rrscheint täglich, außer Sonn« und Feiertaos. Monatliche Yezug-prcise: Mk 9.50 einschl. Träger­lohn, durch die Post Mk. 10.- einlchl. Bestell­geld, auch bei Nichterschei­nen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. 5 e r n 1 p r e d) Anschlüsse: für die5christleituna 112; für Druckerei, Berlag and Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger Stehen.

poftschedtonto:

Frankfurt a. DL 11688.

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2 M na<tmittags [ 12 »r mittags.

bi« zum Schluß des Sommersemesters 1921 von Innern werde allo ruajrs

Hemm Prof, van der Meer aus Frankfurt aus-' äußere Lage anbet-effe-so. s«.fte inniger scyie^r, __ .........

hilfsweise ausgefüllt; nunmehr wirkt hier die | als wenn der franSoirch-orrt sche V ._ Office" mit einer gewissen Hngeduld eine

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GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Dmd und Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- und Zteindruckerel R. Lange. Schristleltung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstratze 7.