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Kettag, |5. September 1922

172. Jahrgang

GietzenerAnMger

General-Anzeiger für Oberheffen

Druck mtö Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Zchristleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstrahe 7.

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Eine Kanzlerrede

gewähr lei

eine Politik der Vivisektion Europas. Wolle man deshalb zum Ziele Eommen, müsse man die große Frage der Reparationen auf eine nüchterne, rechnerische Basis stellen. Auf diese Basis werde sie nicht von denen gestellt, die mit dem Säbel und dem Diktat Europa ver­wüsteten, sondern von Männern der geschäft­lichen Arbeit, der Versorgung der Welt mit Brot, Kleidung und Behausung. Die Einsicht der Staatsmänner und der Wille zur Tat müsse die Arbeit dieser Geschäftsleute in der ganzen Welt begleiten. Wir seien deshalb allen dankbar, die mitgeholfen haben und mithelfen werden, die Ruinen aufzubauen und die Wunden des Krieges zu heilen, ohne deren Heilung Europa überhaupt nicht zur Ruhe kommen könne. Werden Verträge geschlossen, um die Wunden Rordfrankreichs zu heilen und den Wiederaufbau zu fördern, so sei diese Arbeit durchaus in der Richtung und in den bisher beschrittenen Dahnen der deutschen Politik gelegen. Der Reichskanzler hob nochmals besonders hervor, daß eine ökonomisch mögliche Erfüllung das Ergebnis sachlicher Einsicht und Einigung sein müsse. Demgemäß sei es gewesen und sei.es andauernd unsere Politik den Gläu­bigern gegenüber, das ganze Problem in die Atmosphäre der Einsicht zu steuern. Wir wollen die Welt von den Terminkrisen be-

Eine Reise Havensteins nach England.

Reue BaManwirren?

Sofia, 14. Sept. (WTD.) W?e die Bul­garische Telegraphenagentur meldet, hat die Po­lizei hier das Geheimarchiv eines Vertreters der Wrangelarmee beschlagnahmt. Es Ent­hält eine große Anzahl kompromittierender Akten­stücke, aus denen hervorgeht, daß die Wrangel- truppen^urz vor einer Aktion standen, deren Ziel es war, die bulgarische Regierung zu stürzen und die Reutralität Bulgariens zu verletzen. Die Aktenstücke lassen die Annahme ge­rechtfertigt erscheinen, daß die Wrangelarmee für die Durchführung des Staatsstreiches auf Tlnter- stühung durch gewisse Oppositionsparteien rech­nete. Eine weitere Untersuchung ist im Gange.

Sofia, 14. Sept. (WTB.) Die bulga­rische Presse beschäftigt sich lebhaft mit den Ereignissen in Kleinasien, die durch ihre Folgen für das Schicksal des Bulgarien benach­barten Thrazien für Bulgarien erhöhtes

erinnerte an

schaftlichen Tat geworden ist. Alle, die an dem Kriege teilgenommen haben, müssen sich zusammensehen, um das Ende des Krieges noch einmal durch­zusprechen und dann Paragraphen, ------------ ... -

an Paragraphen zusammenzusetzen, derartigen Fall zu Sanktionen zu schreiten die der Welt einen wirklichl wäre. Poincarö wird sich also über diesen Punkt

dauernden Frieden

st e n. Der Reichskanzler - die Worte Rathenaus auf der Genueser Kon­ferenz: Pace! Pace! Pace! Sei dieser Friede heute wirklich da? Rein, Europa habe keine wirklich große Politik, sondern eine Politik der Termine. Die Politik der Termine aber sei

gierung die Entscheidung gefallen sei. Er warne imvor, die politischen Ereignisse der letzten Tage mit sogenannten Krisengerüchten zu be­gleiten, die das gefährlichste seien, was man sich denken könne. Mit innerpolitischen Kri­sen löse man weder das inner- noch das außen­politische Problem. Die Regierung habe zu führest. Sie gehe einen klaren und bestimmten Weg. Erweise sich ihre Methode nicht als gang­bar, so sei es Sache des Parlaments, eine andere Regierung an die Spitze zu stellen, die dann mit einem neuen, aber ebenfalls bestimmten Pro­gramm hervortrete. Er sei hierher gekommen, I um hier vor Vertretern aller deutschen Gaue, Stämme und Länder die aufrichtige Mahnung zur Besonnenheit und zum Besinnen auf die tatsächliche Lage, auch auf die wirtschaftlichen Rotwendigkeiten, ar,5zusprechen. Diese Mahnung richteten wir ja an die ganze Welt, insbesondere an unsere ehemaligen Gegner im Auslande. Es wäre aber auch am Platze, sie an das ganze deutsche Volk zu richten. Jederzeit biete die Re­gierung die Hand zur Verständigung mit den Ländern und Gemeinden und mit jeder Stelle des öffentlichen Lebens in Deutschland. Das Bc- I streben, die Schwierigkeiten der Lage zu über- I winden, dürfe niemals begleitet sein von ulti­mativen Drohungen. Hede innerdeutsche Schwie­rigkeit müsse überwunden werden in dem vollen Bewußtsein, daß das erste, was es zu retten gelte, die Einheit des Vaterlandes sein müsse. Sie als I letztes kostbares Gut der großen ruhmreichen Vergangenheit, die wir nicht schwächen wollen, hinüberzutreten in die neue politische Entwick­lung, sei das Wichtigste. Gr wisse, daß er mit I seinem Bekenntnis zur Einheit denen I Freude bereite, die aus dem Rheinland, aus I Oberschlesien, aus Schleswig-Holstein und anderen Grenzgauen unseres Vaterlandes kommen. Ziel und Leitstern der deutschen Außenpolitik sei die Verpflichtung, unser Volk mit Brot zu versehen, es zu bekleiden und zu behausen. Erst Brot für das deutsche Volk, dann Re p a ra = tionen! Dieses Wort habe überall Verständnis gefunden, wo an die Stelle des blinden Hasses der Wille zur ökonomischen Verständigung ge­treten sei. Worte seien aber wirkungslos und würden ihr Ziel verfehlen, wenn im deutschen Volke nicht die politische Kräfte vorhanden seien, sich zu versammeln zur vereinigten Tat, um die Schwierigkeiten zu überwinden.

Der Reichskanzler wies darauf hin, daß er sich von den Führern von Handel und Industrie stets habe beraten lassen, betonte aber, wenn mau seinen Rat gebe, müsse man auch alles auf- | bieten, um in den großen entscheidungsreichen Stunden mitzuhelfen und mit die Verantwortung zu tragen. Die Organisierung des Krieges gegen den Hunger müsse nicht nur eine Grupve, viel­mehr das ganze Volk, das ganze Deutschland da­zu bereit finden, die drohenden großen sozialen Gefahren abzuwehren. Dieser Kampf gegen den dem Volk drohenden Hunger sei nicht nur ein großer Dienst für das deutsche Volk, sondern auch für ganz Europa und die ganze Welt. Die Dersöhnungspolitik des Ver- fassungswerckes von Weimar sei ein wahres Werk des Aufbaues Europas gewesen. Die Voraus­setzung für jeden Fortschritt des deutschen Volkes im Dienste Europas und der ganzen Welt, näm­lich die glückliche Führung der deutschen Außen­politik, hänge aber von der wirtschaftlichen Ein­sicht unserer ehemaligen Gegner ab. Es sei in Den letzten Monaten gelungen, die R e bei» schwaden der wirtschaftspolitischen Ungewißheit bei ihnen zu zerstreuen. Hier und dort befänden sich aber in Europa und der ganzen Welt immer noch Menschen, die mein­ten, ein Volk für sich allein könne zu Zahlun­gen gezwungen werden, die. wie jedes Kind sehe, ökonomisch eine Unmöglichkeit seien. Es gebe nur einen ähnlichen Wahn, der in Europa ge­tobt habe, den Hexen wahn. Si: Aufgabe der Vorbereitung von Konferenzen und Kon­gressen, auf denen Leuie des Handels und der Industrie, überhaupt ter Wirtschaft, di: Wahr­heit sagen könnten, hätten wir zu lösen versucht. Der Tag der Erkenntnis sei heraufgedämmert, aber eine Gefahr sei damit verbunden: Für Europa sei die Möglichkeit gegeben, daß. bis diese Erkenntnis sich umsetze in die politische Tat, in eine wirklich ökonomische Begrenzung der Reparationen, die Völker, um die es gehe, innerlich zusammengebrochen seien und Europa in Ruinen liege. Die Gefahr sei vorhanden, daß es auch hier heißen könnte: Zu spät! Aber die Pflicht haben wir, alle staatlichen, kul­turellen und moralischen Kräfte aufzubieten, um den Zusammenbruch unseres Volkes za verhin­dern, ehe diese politische Erkenntnis zur wirt-

DeschMse des Reichswirtschaftsrates.

Berlin, 14. Sept. (WTB.) Der Wirtschafts­politische Ausschuß des vorläufigen Reichs- w i r t s ch a f t s r a t s beschäftigte sich gemeinsam mit dcm Finanzpolitischen Au'schuß mit der gixige der Verwendung ausländischer Zah­lungsmittel im inländischen Ver­kehr. Rach längeren Erörterungen einigte man sich auf eine einstimmig gefaßte Entschlie­ßung. worin cs Heißt: Dem im Schreiben des Rcicksbankdirektoriums vom 3. 8. 1922 vertretenen Bestreben, dir Mark im innerdeutschen Verkehr nicht durch frenrde Zahlungsmittel verdrängen zu lassen, stimmen die Ausschüsse grundsätzlich zu. Die Wichtigkeit der Erhaltung der Mark als Zahlungsmittel und die Notwendigkeit, sie als Wertmesser wiederherzustellen, darf nicht dazu führen, durch ein verwaltungsmäßiges Eingreifen in die Zählungsbeziehungen das Wirtschaftsleben in Gefahr zu bringen. Die Korrektur eingerissener Mißstände muß vor allem in der Hebung der Produktion, in der Verringerung überflüssi­ger Einfuhr wie überflüssigen Verbrauchs und in der dadurch dauernd erreichbaren Verbesse­rung unserer Zahlungsbilanz gesucht werden. Die erforderlichen Maßnahmen sollen tun­lichst durch freie Vereinbarungen der an der Er­zeugung, dem Absatz und dem Verbrauch beteilig­ten Verbände erzielt werden.

Ferner wurde mit 19 gegen 9 Stimmen der Antrag Krämer in folgender Fassung angenom­men: Im Interesse unserer wirtschaftlichen Lage ist die Wiederherstellung des Bankgeheim­

nisses insoweit erforderlich, daß die Auskunfts- Pflicht der Kreditinstitute auf die Fälle eines eingeleiteten Stcuerstrafverfährens beschränkt wird. Hand in' Hand damit hat die Aufhebung des Depotzwanges zu gehry.

Berlin, 14. Sept. (WTD.) In der heu­tigen Eröffnungssitzung der 43. Vollversammlung des Deutschen Industrie- und Han­delstages, der u. a. der Reichskanzler, der Reichswirtschaftsminister und der preußische Landwirtschaftsminister beiwohnten, ergriff nach einleitenden Worten des Präsidenten Franz von Mendelssohn der Reichskanzler zu einer längeren Ansprache das Wort. Zur Zeit sei an­gesichts der jüngsten belgischen Forderungen nicht >er Augenblick, Stellung zu nehmen zu den ganzen Fragen der europäischen Wirtschaft und der Reparationen, ehe nicht im Schoße der Re-

. Paris, 14. Sept. Havas veröffentlicht folgende Miitei'ung: Morgen, ab 15 S p cmbcr, läuft die Frist ab, die Deutschland zur Bezah­lung von 100 Millionen Goldmark (Raten für August und September) gewährt worden itL Man nimmt in gewissen Kreisen mit Sicherheit an, Deutschland werde auch im letzten Augenblick diese Zahlung leisten. Sollte das nicht geschehen, so wird Belgien, für das die 100 Millionen bestimmt sind, nicht verfehlen, übermorgen der Re­parationskommission von der Weigerung Deut'ch- lands Mitteilung zu machen. Die Kommission wird dann nichts weiter zu tun haben, als die Richterfüllung der Bestimmungen des Versailler Vertrages durch Deutschland zu konstatieren Scb ld das geschehen ist, wird es Sache der alliierten Regierungen sein, die Maßnahmen zu ergreifen, die sie für notig erachten. Was die Zahlung der Privatschulden an die Ausgleichs­ämter betrifft, so ist bekannt, daß Deutschland lediglich 500 000 Mark von den 1,5 Millionen Mark, die es zu zahlen hat, anbietet. Die Alli­ierten haben in London beschlossen, daß in einem derartigen Fall zu Sanktionen zu"

mit den Alliierten ins Benehmen sehen.

Paris, 14. Sept. (WTB.) lieber den heute in Rambouillet abgehaltenen Ministerrat, der von 11 bis 3/J Uhr dauerte, ist folgender Bericht bekanntgegeben worden: Der Minister­präsident hat den Ministerrat über die auswär­tige Lage unterrichtet. Er hat seinen Kollegen von den Verhandlungen Kenntnis gegeben, welche zwischen den belgischen Delegierten und der deutschen Regierung bezüglich der Be­zahlung der iküchsten Fälligkeiten stattgefunden haben. Er hat ihnen weiter die Richtlinien zur Kenntnis gebracht, die er infolge des Schei­terns dieser Besprechungen der französischen Dele­gation in der Reparationskommission gegeber hat. Diese Richtlinien sind einmütig gebilligt worden. Der Ministerpräsident hat dann seine Kollegen mit den Ereignissen, die sich in Klein­asien abspielen, befaßt. Auf seinen Vorschlag hat der Ministerrat einstimmig die Politik fest­gelegt, die verfolgt werden soll, um die Durch- firhrung eines dauernden Friedens im Orient zu versuchen.

Wie die Abendblätter melden, fand heute nachmittag 2*/i Uhr ein zweiter Minister- rat statt, der sich mit Fragen der inneren Politik beschäftigte.

Beamtenverminderung in Frankreich.

Paris, 15. Sept. (WTB.) Wie die Morgen- blätter mitteilen, ist in der gestrigen Sitzung der Finanzkommission mitg teilt worden, daß bis zum 1. Juli 1922 nicht weniger als 28 514 Beamten st eilen aufgegeben | worden sind.

Sicherstellung der Kartoffel-1 Versorgung. I

Die Kartoffelnot des vergangenen Win­ters ist für Erzeuger und Verbraucher eine Lehre gewesen und so haben diesmal alle be­teiligten Kreise Vorsorge getroffen, um die zu erwartenden Schwierigkeiten zu vermeiden. Die landwirtschaftlichen Genossenschaften, der kaufmännisch nicht organisierte Großgrund­besitz und die Verbrauchergenossenschaften, Kvmmunalverbände und Händler, haben nach mehrfachen Besprechungen im Reichsernäh­rungsministerium auf breitester Grundlage un­ter Vermeidung der Fehler des vergangenen Jahres sich zum Abschluß freiwilliger Liefe­rungsverträge bereit erklärt. Zwei Drittel der Kartoffeln sollen bis 15. November, der Rest im Frühjahr 1923 geliefert wer­den, und ein Schiedsgericht soll die Aus­führung überwachen. Damit erscheint zunächst, in Anbetracht des zu erwartenden günstigen Crnteausfalls, der Menge nach die Kartvf-- felversorgung sichergestellt, und es ist nur zu hoffen, daß auch die Eisenbahn die Transpvrtschwierigkeiten zu überwinden ver­steht. Die Bereitwilligkeit dazu hat die Eisen­bahnverwaltung neuerdings dadurch bewiesen, daß sie vom 1. September 1922 bis 15. Mai 1923 einen Ausnahmetarif für frische Kartoffeln bei Aufgabe als Frachtstückgut ein­geführt hat.

Der Preis für die Kartoffeln wird für die verschiedenen Crzeugerbezirke von den je- veils zuständigen Notierungskommis- j i o n e n notiert werden, so daß also nicht ein einheitlicher Preis für das ganze Reich maß­gebend ist. Unter Mitwirkung der Ministerien jür Handel und Gewerbe und für Landwirt­schaft, der Oberpräsidenten, der Handels- und Landwirtschaftskammern werden derartige Kommissionen in den wichtigsten Marktorten zu je einem Drittel aus Vertretern der L a n d- virtschaft, des Handels und der Ver­braucher eingesetzt. Dadurch sollen die Ver­braucher Gelegenheit haben, sich davon zu Überzeugen, daß pie Preisermittlung in ge­ordneter Weise vor sich geht. Um nicht durch Uebereifer örtlicher Organe hier wieder Unheil stiften zu lassen, will der Iustizminister die Strafverfolgungsbehörden mit der Anweisung versehen, bei einer normalen Marktlage für Kartoffeln bei Einhaltung der amtlich notier­ten Marktpreise von einem Einschreiten wegen Preistreiberei abzusehen. Bei Eintritt einer Notlage wird einstweilen den Strafver­folgungsbehörden überlassen bleiben, nach e i - genem Ermessen unter Anhörung von Sachverständigen einzuschreiten, bis be­sondere Anordnungen ergehen.

Nachdem so in großen Zügen die Vvrar- beiteg geleistet sind und, insbesondere zwischen Konsumgenossenschaften, Verträge bereits ge­tätigt wurden, ist es nun dringend wünschens­wert, daß baldigst in weitestem Umfange alle beteiligten Organisationen und der Groß­grundbesitz, vor allem aber auch die Kleinhan­delsorganisationen, weitere Kaufverträge schließen, damit der planlose Aufkauf im Herbst und die dadurch bedingte Preis­steigerung vermieden wird..

freien, die bei jedem Zahlungstermin, bei jeder Verhandlung über Zahlung sinzusehen pflegen. Dazu sei es erforderlich, daß die internationale Mentalität nicht jedesmal Krisen und ultimative Zustände befürchten müsse, wenn die deutsche Reichsregierung Forderungen widerspräche, welche uns von dem Ziele, unsere Leistungen mit unserer Leistungsfähigkeit in Cink ang zu bringen, ent­fernen und die Herbeiführung des erstrebten wcltihen Friedens verzögern Wir glauben, auf diesem Wege zu einer ruhigeren Verhandlungs­mentalität einen kleinen Schritt toeitergefommen zu sein und werden mit Geduld, mit ruhiger und fester Hand das Steuer auch weiterhin in dieser Richtung zu führen baden. Der Weg sei klar. Es sei Der Weg. den die Völker nach verlorenen Kriegen gehen müssen. Dieser Weg sei nicht Schlemmerei, nicht Vergeudung des National­vermögens, er sei nur der Weg der harten Ar- , -. . -

Volkes, hätten die Parteien auch die eigene Exi- jun_9 etJl?h^tt>nDmen $^ra^ten nicht beirren Sn»roptes; weist auf bk

den bürgerlichen Parteien der Mitte. In dem v^alen Interessen Bulgariens m Thrden hur Ringen um die Methode der Politik dürften keine ^Bulgarien nehme an her

wertvollen Mitarbeiter In dem blutigen Strauß T^gekei^n aktiven Anteil, /^^eieDoch. daß mit sinnlosen Fanatikern ihr Leben verlieren, der .. .Fiedensvertrag ihm den Ausgang zum Die Methode sei gleichgültig, das Ziel sei das f B

Höchste. Im Ringen um dieses Ziel muß das Das offiziöseEcho A Bulgare hebt her­ganze Volk hinter uns stehen. Das ganze Deutsch- vor, daß die bulgarisch, öffentliche Meinung er fnnh Toll es fein denn es crilt die Einheit und warte, daß durch Gewahruiig eines Zugangs zum Äunft des dentschen^Volk^"zu retten und^im Aegäischen Meere das Versprechen erngelost Laufe der Jahre wieder eine Periode deutscher tocr^- das Bulgarien vor drei Jahren gege n Wohlfahrt herbeizuführen. toorben lei z, x vokitiscbc

Die Rede des Reichskanzlers wurde mit leb- »Jr? n , »h r> frh rJifrt

fanäta den Dank der Versammlung au8fpri»t.

--- Türken einen Gebietsteil in Thrazien geben würde. In gut unterrichteten politischen Kreisen verlaute jedoch, daß die Wiedereinsetzung der Türken in Adrianopel keinerlei Unterftütyung

, .1 von Großbritannien erhalten werde. Ginstweilen

Berlin, 14. Sept. (Wolff.) Wie wir toür&c &ic Ungewißheit bezüglich Der Ansicht der von privater Seite hören, begibt sich heute Alliierten nur die Kemalisten in ihren Forde- Reichsbankpräsident Haven st ein nach rungen ermutigen und die Folgen nämlich 11 n = London, um dort mit der Bank von ruh en in Thrazien, Bulgarien und England die Fragen zu besprechen, die sich Serbien könnten ernst fern. Das Recht Der auf die in den Verhandlungen mit den Balkanstaatm, auf der Fn cd?ne^nft^en; ve ieen Cßertretern der belgischen Regierung bereits «cui(i,'gto^.e!>en V Sicher§itsv-Mil

berührten eventuellen Garantien von eng- &icncn Infolge der gespannten Lage sei man in lischer Seite für die von Deutschland an Bel- London der Ansicht, daß die Konferenz sobald gten zu gebenden Schatzwechsel beziehen. möglich zusammentreten solle.

Französische Androhungen. Repressalien der Türken in Smyrnas

London, 15. Sept. (WTD.) Reuter meldet: Die Türken beginnen Repressalien gegen Die Armenier in Smyrna auszuüben, über Deren Umfang noch keine Rachrichten vvrliegen. Der Athener Korrespondent Reuters berichtet, ein aus Smyrna in Athen eingetroffener Reisen- Der habe erzählt, daß in der Rächt zum Sonn­tag das armenische und das griechische Viertel angegriffen worden seien. Cs seien 1 50 Arme- Hier und 200 Griechen getötet und mehrere armenische Frauen fortgeschleppt wor­den. Tllich in anderen Vierteln Der Stadt sei es zu Unruhen gekommen. Wie aus Smyrna ge­meldet wird, befinden sich dort etwa 500 000 Flüchtlinge, größtenteils Frauen und Kinder.

Eine Revokte in Palästina?

London, 15. Sept. (WTB.^ Das Kolo» nialamt dementiert die Meldung, wonach man mit einer Revolte in Palästina rech­nen muh. Es herrsche im ganzen Lande Ruhe

Heutiger Stand des Dollars

10 Uhr vormittags:

Berlin 1500, Frankfurt a. M. 1500.