kordsprung. Seit dem 4. Mai sind die Gehälter der Angestellten der Gasgesellschaft dreimal
Wetters ans dem ganzen Ländchen außerordentlich
vielen Hunderte von Missivnsfreunden, die zu-
1922. Rechnung und Verwallungsbeiicht des Prvdinzialwasserwerks Inheiden für 1920. Voranschlag des ProvinzialwasserwerkS Inheiden für 1922. Rechnung und VerwaltungS- bericht der elektrischen lleberlandanlage für 1920. Rechnung und Verwaltungsbericht über den Dau der elektrischen Lieberlandanlage für 1920. Voranschlag der elektrischen Äeber- landanlage für 1922.
erhöht worden, außerdem gingen auch die Löhne entsprechend in die Höhe und dazu kommt die scharfe Verteuerung der Frachten und der Rohprodukte. Wenn sich die Verhältnisse so weiter entwickeln, wie in den letzten Wochen, so kann heute schon vvraus- gesagt werden, daß die Frankfurter Gasgesellschaft mit diesem erhöhten Preis nicht lange wird auskommen können.
wb. Frankfurt a. M., 14. Juli. Nachdem die letzte Erhöhung des Gaspreises am 4. Mai den Preis damals von 3,15 Mk. auf 4,58 Mk. hinaufgeschraubt hatte, tritt ab 15. Juli für das VersvrgungSgebiet der Frankfurter Gasgesellschaft ein ganz bedeutender Preisaufschlag in Kraft. Der Preis kommt jetzt auf 7,6 0 Mark für das Kubikmeter und macht damit einen Re-
gur Erhöhung der Eisenbahn-Personentarise
-- Eine wissenschaftliche Exkursion nach Frankfurt wird am 23. Iuli von der Oberhessischen Gesellschaft für Ra- Lur’ und Heilkunde unternommen. (Rah.
3 dem beutiaen 511 c 1 !
Das Schlitzerländer Missivnsfest, das nach altem Herkommen alljährlich zwischen Heu-- und
Schlitzerkänder Missionsfest, rr. Schlitz. 14. Iuli 1922.
Nachklänge zum Kapp-Putsch.
Aus Köln wird dem „Lvkalanzeiger" berichtet: Dei Herdecke'wurden etwa 40 Geschütze aus der Ruhr gezogen. Man vermutet, daß diese dort in der Zeit des .Kapp-Putsches versenkt worden waren.
Die Mietpreiszuschlage in Frankfurt.
mc. Frankfurta. M. 14. Iuli. Der Magistrat hat nach langwierigen Verhandlungen die Mietpreiszuschläge gemäß bem Reichs- nnctengeseh auf 341 Proz. der Friedens- Miete festgesetzt. Mit dieser hohen Quote steht Frankfurt ziemlich an der Spitze der deutschen Großstädte.
Man fordert Beweise.
mc. F r a n k f u r t a. M 14. Iuli. In der letzten Stadtverordnetensihung vor ben Ferien hatte der mehrheitssozialistische Stadtverordnete Schneider den Stadtrat Schanz beschuldigt, er habe sein Amt zu unlauteren Geschäftsausträgen zugunsten des Handwerks mißbraucht Nunmehr hat der Magistrat beschlossen, von Stadtverordneten Schneider die nötigen Beweise für eine Behauptungen zu fordern.
Aus Hessen.
Die Hessische Regierung gegen ein Kinostück.
Berlin, 14. Juli. Die Regierung des Freistaates Hessen hat laut dem „Lokalanzeiger" bei der Filmoberprüfungsstelle den Anttag gestellt, gegen das Kinoschauspiel „FriedericusRex" das Widerrufverfahren auf Grund des Lichtspielgesetzes einzulei- ten, well es die Ordnung und Sicherheit gefährde. — Wie das Blatt weiter hört, wurden die Kommandeure zweier seinerzeit in Jüterbog übender Regimenter, deren Mannschaften sich an den Aufführungen für den Friedericus-Film beteiligten, ihrer Stellung enthoben.
Darmstadt, 14. Zull. Die Abg. Frl. Birnbaum hat folgenden Anttag gestellt: „Ich beantrage, daß nach dem Vorbild von Mainz an allen Mädchenschulen den männlichen Leitern eine erfahrene Lehrerin als erste Beraterin und Helferin zur Seite gestellt wird, evtl, diese Stellen in den nächsten Staatsvoranschlag eingestellt werden."
Aus Stabt und Land.
Gießen, den 15. Iuli 1922.
Der oberhessische Provinzialtag häll am nächsten' Samstag, 22. 3uIL * vormittags 10 Ahr im Sitzungssaale des Regie- rungSgebäudes zu Gießen seine diesjährige ordentliche Tagung ab. Folgende Tagesordnung steht zur Beratung: Rechnung und DerwaltungSbericht der Provinzialkaffe
Die neuen Einheitssätze für das Kilometer werden betmgzn: In der vierten Klasse 45 Pf., in der drillen Klaffe 67,5 Ps. in der JI2-5 in der erstm Klasse 202,5 Pf. Die Schne l lzugsza s ch lä ge werden betragen: Für die Zone I (1—75 Klm.) in der dritten Klaffe 15 Mk., in der ersten und zweiten Klaffe 30 Mk. Für die Jone II (76 bis 150 Klm.) in der dritten Klaffe 30 Mk m der ersten und zweiten Klasse 60 Mk., für die 'Zonetti (über 150 Klm) in der dritten Klaffe 45 Mk in ncr ersten und zweiten Klaffe 90 Mk Aich auf Zeitkarten aller Art erstteckt sich die Erhöhung der Fahrpreise von 50 Prozent ihn ledoch ben Berufs» unö Siedlungsverkehr zu schonen, soll der sogenannte Rot- standstaris, demzufolge die Monatskarten sch,n fetzt zu nur 16 Einzelfa-Hrten. die Wochenkarten zu 4 Einzelfahrten berechnet werden, noch dahin ausgebaut werden, daß vom 1. Oktober ab der Berechnung nur 14 bzw. 3V2 Fahrten z-iarrnde gelegt werden. Als Einheitssatz für den Mrlr- ^/personenverkehr ist. entsprechend der Erhöhung der Fahrpreise des allgem-.inea Verkehrs in der dritten Wagenklasse auf das 20- fache des Friedenspreises, der Betrag von 20 Pf. für das Kilometer in Aussicht genommen Dre jetzigen Preise für Bettkarten und Plah- anWeisungen bleiben mit Rücksicht aff die vor kurzem vorgenommene Erhöhung zunächst bestehen. Der Preis der Hundefahrkarten beträgt künftig die Hälfte des Fahrpreises dritter Klasse, ^me Bahnsteigkarte wird 1 50 Mk rosten.
r «. Gepäcktarif muh aus den
selben Cwünden wie der Personentarif zum 1. Oktober 1922 erhöht werden, und zwar ist ein Fracht - ,ah von 10 Pf. für 10 Klgr. und 1 Klm in Aussicht genommen. Die Mrndestftacht für Gepäck wird von 5 auf 10 Mk. heraufgesetzt.
"Denn auch diese Tariferhöhung weite Kreife des reisenden Publikums schmerzlich betrifft so 'st fte ledoch durch die fortschreitende Teuerung und Geldentwertung unvermeidlich geworden Soziale Gesichtspunkte sind soweit wie möglich berücksichtigt, so daß befonbere Härten vermieden werden dürften.
Neue Höchstpreise für Brot irr der, Landgemeinden.
Durch Beschluß des KreiSauSschusseS des Kreises Gießen vom 6. d. Mts. sürd die Verkaufspreise für Brot an die Verbraucher der Landgemeinden des Kreises ab 16. Juli wie folgt festgesetzt: a) für den 4-Pfund-Laib 15 Mk., b) für den 2-Pfund-Laib 7,50 Mk. Das Derkaufs- gewicht des BrvteS muß noch 24 Stunden nach seiner Fertigstellung vorhanden sein. Das vom Kommunalverband gelieferte Mehl darf nur gegen Brotmarken abgegeben werden. Zuwiderhandlungen sind sttafbar.
Wettervoraussage für Sonntag:
rJ?^ecft und regnerisch, später bei Rordwind aufklärend.
Die Depression, deren Ausläufer -uns- gestern und heute Regen brachten, liegt über der südlichen Rordfee und scheint nordöstlich zu ziehen. Auch morgen muffen wir zunächst noch mit trübem und regnerischem Wetter rechnen.
Landkreis Gießen.
Oberbessingen, 15. Iuli. Gestern abend zwischen 7 und 8 Ahr stürzte der hiesige Bürger m e ister Damer so unglücklich vom Scheunengerüst, daß er infolge innerer Verletzungen heute morgen gegen 3 llhr verschied. Dauner war im Iahre 1912 zum Beigeordneten von Oberbessingeil unb noch dem Tode des Bürgermeisters Kühn zu dessen Aach'olgrr gewählt worden. Sein ruhiges und freundliches Wesen hat dem schllchten, einfachen Mann überall Achtung erworben. Das gesamte Dorf nimmt innigen Anteil an dem herben Schicffaisschlag der Familie.
Oberhessischer Kun st verein. Die Otto-Abbelohde-C-edächtnis-Ausstellung kann nicht, wie vorgesehen, morgen Sonntag, sondern erst um einige Tage später eröffnet werden, da die für die Ausstellung besttmmlen Kunstwerke erst heute eintreffen.
" DieGießenerKunstsammlung im Reuen Schloß ist morgen, Sonntag, von 11—1 Ahr unentgeltlich geöffnet. Kinder haben nur in Begleitung Erwachsener 3utritt.
" Arbeitsjubiläum. Auf eine vierzigjährige Tätigkeit in der Möbelfabrik Th. Brück Rachf. konnte am vorigen Montag der Schreiner G. Beck zurückblicken. Der Iubllar wurde durch Ehrungen seitens seines Prinzipals, sowie seiner Mitarbeiter ausge- zerchnel. An seinem Arbeitsjubelrage konnte er gleichzeitig seinen 67. Geburtstag feiern.
S^rnotizen.
— Tageskalender für Samstag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, heute und morgen: „Mann über Bord" und „Betrogene Be-
leitet die ländliche Volkshochschule für Kurhessen, die zuerst auf dem Knüll, jetzt in Richerode bei Kassel ihr Heim. auf einem Gutshof hat. Die Volkshochschule ist auf christlicher ©runbmge auf» gebaut, um einen gemeinsamen Grund zum Ausbau zu haben und sich in ihre Arbeit nicht zu verzetteln. Ihr -Ziel ist Erziehung zum Vollssinn und Offenstehen für die moderne Kultur in der Gewißheit, daß Christ sein und moberner Mensch fein nicht miteinander in Widerspruch stehen. Der Kuffus, der nicht mehr als 15 Teilnehmer in engster Lebensgemeinschaft mit dem Letter umfaßt, dauert vier Monate und führt vor allem in möglichst konkreten Stof fein heilen in die Geich i ch t e mit steter Beziehung auf Gegenwartsfragen ein, nicht mindeu in Wirtschaftslehre, Weltanschauungsfragen, soziale Ethik, Literatur und anderes.
Eine lebendige Diskussion im Anschluß an beide Vorträge füllte den Abend aus. Es wurde betont, daß das Alte Testament ganz anders einzuschähen sei als seither für die Erziehung, auf Goethe und seine Acußerungen über die Bedeutung des Alten Testaments hingewiesen, die Einführung in israelitische Geschichtskunde als
Amtliche Personalnachrichten. Verllehen wurde am 14. Iuli dem Bibliothekar an der Landes-Dubllothek Dr. Karl E s s e l b v r n zu Darmstadt die Amtsbezeichnung «Professor".
2.U. Von der Landesuniversität. Zer a o. Professor Dr. W. F. Druck hat einen Ruf als<Rachfolger des nach Hamburg berufenen o. Professors der wirtschaftlichen Staatswissen - chaften und Direktors des Staatswisfenschaftlichen Instituts der Llniversttät Münster (Wests.) Dr. F. Terhalle erhalten.
" Eine Mahnung der Stadtkasse an säumige Zahler wird heute in unserem Anzeigenteil veröffentlicht. Es wird aufgefordert zur Zahlung des 1. Zieles Kanal gebühren 1922, des 1 Zieles Müllabfuhr- undSttahenreinigungs-- gebuhren, des Pachtgeldes für 1922, sowie des nachträglichen Pachtgeldes aus 1920/21, der Wohnungsbauabgabe für das Rj. 1921 = 4 Ziele, des Holzgeldes von den Versteigerungen 1 bis 7, sowie des 1. Zieles Schulgeld für das Rj. 1922' des Realgymnasiums, der Oberrealschule und der Höheren und Erwetterten Mädchenschule. Die Zahlung kann noch in den nächsten 8 Tagen ohne Kosten an die Stadtkasse, oder durch lieber- Weisung auf deren Konten erfolgen.
** Wem gehört die Wäsche? Gestern wurden an der Einfriedigung eines Hauses in der Liebigstraße nachstehende Wäschestücke, welche offenbar von einem Diebstahl herrühren gefunden: 2 weiße Damenhosen. 2 weiße llntertaillen und ein werßer Anterrock. Eigentumsberechtigte wollen sich mit der hiesigen Kriminalpolizei ins Benehmen setzen.
Kirche und Schule.
Dorfkirchentagung zu Marburg.
, Unter reger Beteiligung der Pfarrer auS Hessen, Rafsau und Kurhessen, insbesondere auch der Thevlogiestudierenden und ihrer Professoren, fand am 13. und 14. Iuli in Marburg in den altgewohnten Räumen des Philippshauses die diesjährige Dorfkirchentagung statt.
Man hatte v. L ü p k e, den Leiter der »Dvrf- kirche", zum Vortrag gebeten. Am Sage vorher hatte er auf einer stark besuchten Tagung auf der Ebernburg (Kreuznach) gesprochen. Sein Thema in Marburg lautete: W i e w i r d die biblische G esch ich te fruchtbar für den Geschick, ts- sinn de s L a n d v o l k s? Richts hat unser Volk heute so nötig als Geschichtssinn. Wir sind un- geschichtlich bis ins Landvoll hinein, Goschichtssirm ist das Erlebnis des eigenen Voltes in seiner Vergangenheit, so daß die Helden der Übergängen beit zur Tat treiben und die Zukunft,unseres Volles in jedem lebendig wird. Geschichtssinn in diesem tiefsten Sinn ist eine religiöse Sache: Das Erlebnis, daß Gott in der Geschichte;$u uns redet unb feine Forderungen an uns stellt. Die Antike hat leinen Geschichtssinn, auch nicht der Germane, Eng» land etwa ausgenommen. Israel besitzt diesen Ge- schichtssinn im eminenten Sinn. Es hat seine ©e». schichte, mag man sie auch mit Delitzsch als „Täu- schung' bezeichnen, bewußt erlebt und feine Volksgenossen geschichtlich zu erziehen und mit Geschichte zu erfüllen gesucht. Das wird unsere 2Iufgabe sein, an den einzelnen biblischen Geschichten des Alten Testaments mit stärkster Wendung auf die Gegenwart, ohne jede politische Einstellung, aber sittlich- religiös eingestellt, unferm Doll seine Geschichte zu deuten. Hier im Alten Testament sind Mensch- heits- und Volksziele und ist die ganze Menschheitsgeschichte von Anfang bis zum Ende der Welt eingespannt in die gewaltigste Geschichtsphilosophie. Hier kann unser Volk auch verstehen lernen, daß ein Voll seine Stunde versäumen kann.
An diesen Vortrag schloß sich der Vortrag von Pfr. Ritter über „Die ländliche christliche Volkshochschule" an. Ritter
Kreis Friedberg.
Dad-Rauheim, 14.3uli. Die Frage der Erweiterung der Ernst-Ludwig- Schule infolge Ausbaus der Schule zur O b e r = realschule beschäftigt schon lange das öffent- "che Interesse. Auch die Stadtverordneten haben wiederholl in der Angelegenheit beraten, aber immer mit dem Ergebnis, daß für den geplanten Erweiterungsbau keine Mehrheit zustande kam. Heute lag der Stadtverordnetenversammlung wieder ein diesbezüglicher Antrag oor, der sich aber in bescheidenen Grenzen bewegt und nur einen einstöckigen Anbau für einen Biolvgiesaal und zwei Klassensäle vorsieht. Der Voranschlag beläuft sich nach dem heutigen Deld- flartb auf P/2 Millionen Mark, während das der vorigen Sitzung unterbiete Projekt rund 10 Mill, betrug. Der Reubau der Schule kostete vor zwölf Iahten nur etwa 200 000 Mark. Für den einfachen Anbau gab es heute, nachdem der Bürgermeister warm für den Plan eingetreten war, end- mit 12 gegen 10 Stimmen eine schwache Mehrheit. Im überwiegenden Tell der Devölke- rung wird man sich auch für diese Erweiterung nicht erwärmen können, weil man durchweg der Ansicht ist, daß man sich mit den seitherigen Raumen behelfen muh, solange nicht die Gewiß- hett besteht, daß die Oberrealschule lebensfähig üxrb. Es ist u. a. nur das eine zu bedenken, baf) Dad-Rauheim und Friedberg zusammen nicht weniger als vier Dollanstalten haben, während beispielsweise Gießen mit der doppelten Einwohnerzahl deren nur drei besitzt. — Ein Antrag bet Reichspost auf Gewährung eines Zuschusses zur Autolinie Dad-Rauheim — Butzbach wurde abgelehnt. Der Zuschuß sollte zur Deckung des im vergangenen Iahre entstandenen Defizits verwandt werden. Die Linie mußte den Verkehr bereits am 1. Januar dieses Iahres ein» 1 eilen. Die W ohnungsbauabgabe wurde auf 3,75 Mark pro 100 Mark Brandver- ftcherungskapttal festgesetzt.
Hessen-Nassau.
Große Erhöhung des GaspreiseS in Frankfurt a. M.
Fahrpreisermäßigung zu Gunsten der Jugendpflege.
Der ReichsverkeKrsminister hat mitgeteill, daß die Listen der behördlich anerkannten Iugendpflegevereine, die zur Inanspruchnahme der Fahrpreisermäßigung berechttgt sind, noch nicht abgeschlossen werden konnten, well von den Jugendorganisationen die Vereine vielfach nur in säumiger Weise angemeldei werden. Das Kreis- amt empfiehlt jetzt allen Behörden seines Bezirks, auf beschleunigte Anmeldung hinzuwirken, da die Listen zum 1. August abgeschlossen werden. Don diesem Tage ab wttd die Fahrpreisermäßigung nur noch solchen Vereinen gewähtt, die nach dem neuen Verfahren anerkannt und in den Listen eingetragen sind.
Zur Warnung für Dauer-Musizierende gibt das Polizeiamt im neuesten Amtsver- kündigungsblatt folgendes bekannt: „Anhaltendes Musizieren, insbesondere Kla- vierspielen, Singen, Spielenlassen von mechanischen Musikapparaten (Grammophonen und dergleichen) im Freien oder bei offenen Fenstern blldet mellt eine erhebliche Be- lästtgung der RachbatMaft und erfüllt häufig den Tatbestand des § 360 Ziffer 11 des Reichsstrafgesetzbuchs (ungebührliche Erregung ruhestörenden Lärms oder Verübung grvbeti Anfugs). Die Polizeibeamten sind angewiesen, gegebenenfalls einzuschreiten." — Man beherzige diese vorbeugende Ermahnung.
1 snmmenge strömt waren, kaum fassen. Im Dor^ mittagsgottesbiLnst predigte Pfarrer Satten« borf (Wehrda). Rach dem gulbesuchten Rach- mittagsgottesdienst, in dem Missionar Guth von der Leipziger Missionsgesellschaft über Hiob 14, c—9 Jn-ebigte, wußte derselbe in der Rachver- fammlung außerordentlich interessant zu berichten über den Heldenkampf der deutschen Schutztruppe unter Lettow-Borbeck m Deutsch-O st afrika, woran der Bottra- gende als Soldat selbst teilgenommen hat. Bei Kriegsausbruch hätten dem deutschen Oberkom- o *n Ostafrika nur 4000 schwarze Soldaten unb 3000 Europäer zur Verfügung gestanden. Glanzend habe sich die Treue der Eingeborenen! gezeigt, die wie An Mann den Deuffchen sich, anschlossen Mit einem Schlag sei man damals, von der Heimat und der Well überhaupt abgen ichnitten gewesen. Rur aus englischen Zeitungen die man bei gefallenen feindlichen Soldaten fand,' it/nnte, man sich ab und zu halbwegs orientieren. -3er Schutztruppe habe es an allem gefehlt, was zum Kriegführen notwendig gewesen 4päre; auch cm Beweis dafür, daß wir den Krieg nicht gewollt »hätten. Rovember 1914 fei es zum erfien Zusammenstoß gekommen bei der
Tanga, wo wett geringere deutsche Streitkräfte über 7000 Inder und 1000 Europäer einen glänzenden Sieg davon trugen. Gegen 2500 tote oder verwundete Feinde bedeckten den Kampfplatz. 11 MaschinengewHre, 500—600 Gewehre, hunderttausende von Patronen Aus- rustungsgegenstände aller Art waren eine hochwillkommene Beute. Die Engländer behaupteten die Deutschen hätten nur dadurch gesiegt daß sie oressierte (!) Dienen auf sie lvsgelassen hätten. Tatsache ist gewesen daß ein Bienenschwarm, der rn einer Kautschukplantage sich niedergelassen hatte^ von einer Kugel getroffen wurde, worauf dre Dienen wie wütend über die Inder unb Engländer herfielen, die von panischem Schrecken erfüllt, Reißaus nahmen und den Deutschen so den 6leg erleichterten. Durch diesen Sieg sei die Zuversicht der Keinen deutschen Schar und der schwarzen Soldaten gewachsen. Im FEaHr 1916 habe Lettow-Borbeck 13000 Eingeborene und 3000 Europäer unter seinem Kommando gehabt denen aber allmählich 40 000 Südafrikaner und 100 000 Inder gegenübertraten. Ein furchtbares Ringen begann; bet llebermacht mußte man weichen. Rach einem weiteren Iahr sei die Hälfte der Kolonie verloren gewesen, unbeschreiblich die Leiden und Entbehrungen der fleinen H^ldenschar DaS Schlimmste sei das Fehlen von Verbandstoffen gewesen. Als Ersah hierfür habe man Rinden geschält und sie gekocht, um fie fehnfrei zu machen Einem letzten großen konzentrischen Angriff der Feinde sei man in Gewaltmärschen ausgewichen und habe glücklich die Grenze der benachbarten portugiesischen Kolonie überschreiten können, oxy es gelang, sich wieder mit Proviant. Gewehren und Patronen auszurüsten So sei vpn ihnen mit englischen Waffen und Munition weitergekämpft worden. Anfang 1918 geriet dei: Vortragende, der an Ruhr erkrankt war, in englische Gefangenschaft. wurde nach Indien und von dort nach Acghpten geschafft, von wo er erst 1 Iahr nach Frredensschluh nach Deutschland zurücckehrea durfte. Die Treue der Schwarzen Ostasrikas dürfe von uns niemals vergessen werden! — Der Quecker Männergesangverein ver - schönte die Gottesdienste unb die Rachversamm- lung. Für die Leipziger Mission wurden 5722.90, Mark geopfert.
fpb. Frankfurt a. M., 14.3uli. Der 27- tahrige Dankausläufer Georg Fischer hat seiner hiesigen Dank einen Scheck der Reichsbank Rr D. 6507214 über 1 75 126 Mark unterschlagen und ist damit flüchtig gegangen fpb. Hanau, 14. Iuli. Der Reichstags- abgeorbnete Vewerkschaftsselretär Eu^rr Kaiser wurde vom Minister des Innern mtt der kom- missaris chen Verwaltung des Landkreises Hanau betraut. Der bisherige Land- rat geht zur Industrie über.
Rvrdeck, 13. Iuli. Am vergangenen Sonntag veranstaltete der hiesige Ziegen- z^u ch t verein eine Ziegen scha i. Biele Freunde und Gönner der Ziegenzucht hatten sich zu dem Feste eingefunben. das trotz des anfänglich schlechten Wetters einen schönen Verlaus nahm. Oberlondjäger S u ch I a n d b grüßte bi? Taste. Der Vorsitzende des Kurhessisch«n Ziegen- zuchwerbandes, Landrat v. Löwenstein, sprach über die Hebung unb Pflege der Ziegenzucht und beglückwünschte den Ortsverein zu seinen Er- olgen. Kreisziegenzuchlwart Klein berg ging in seiner Ansprache näher auf die Behandlung der Ziegen und die Dockhaltung ein. Die Prämiierung der 60 ausgestellten Ziegen wurde von einer Deputation des KreisziegenAuchtvereins v?r- genommen. Den Beschluß des Festes bildeten unterhaltende Veranstaltungen, an denen sich Dauern-. Krieger-, Gesang- und Turnverein beteiligten.
verbreitet das Wolffbureau die Trachstehende amtliche Begründung und nähere Erläuterung:
Während der Eisenbahnpersonenverkehr im Iahre 1918 noch etwa ein Drittel der Gesamt° eir.nahme der Eisenbahnen brachte, zwei Drittel also im Güterverkehr auf kamen, ist der Antell der Einnahmen aus dem Personenverkehr an der Gesamteinnahme heute auf etwa ein Achtel der Gesamteinnahme zurückgegangen. Dies bedeutet, daß ein beträchtlicher Tell der durch die Bedienung des Personenverkehrs verursachten Kosten vom Güterverkehr getragen werben nruß, daß also die breite Masse der Verbraucher belastet wird, um die Fahrpreise niedrig zu galten, die nur einem beschränkten Telle der Bevölkerung^ zugute kommen.
Mit Rücksicht auf die fortschreitende Steigerung der persönlichen und fachlichen Ausgaben Md bas ständige Sinken des Geldwertes häll der Reichsverkehrsminister es nicht mehr vertretbar die Personentarife, die seit der Fesffetzung am 1. Februar 1922 eine Erhöhung nichr mehr «-fahren haben. Wetter unverändert beizubehalten. Es ist deshalb eine Erhöhung der gegenwärtig gellenden Fahrpreise um etwa 5 0 v. H. in Aussicht genommen, die zum 1. Oktober d. I wittsam werden soll. Gegenüber den bedeutenden -Lohn- und Materialpreissteigerungen auf allen Gebieten ist die Mehreinnahme der Reichsbahn, die auf 6 Milliarden veranschlagt wird, nicht hoch Die Erhöhung soll nicht mehr durch prozentuale Zuschläge auf die jetzigen Fahrpreise, jonöern im Wege wrgan ischer Durchbil- fbung der Tarife unter Zugrundelegung neuer Einheitssätze erfolgen. ''Das Spannungsverhältnis zwischen den Fahrpreisen der einzelnen Wagenklassen, das im ckll- gemernen dem der Vorkriegszeit entspricht und, ausgehend von dem Fahrpreis der vierten Klasse' ' ?_• JV2. 21/-. 41/* beträgt, bleibt zunächst unverändert.
Ne zahlreichen Gäste auf I für 192Ö. Bvranschlag 6er Provinziallaste für Das liebenswürdigste. Es entwickelte sich bald''^ ----
Ein überaus Heger pvlittscher GedankenauS lausch, der die Gäste bis Mitternacht in leb Hafter älnterhaltung zusammenhrelt.
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