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bereits aus

ge se tz nach den Ausschuhbeschlüssen mit bcn j ü^[cit Gipses neuen iinfrauteS bester einmal in Aenderungen zugestimmt, das) die Verzinsung i peni schnell ui Wachstum u.ll> feinem breiten Wuchs, nach der Regierungsvorlage festgesetzt und die »durch den es andere Dflanzen unterdrückt, zum an=

in

Pud Getreide arsführte. Durch eine besonders Aeni intensive Landwirtschaft zeichnete sich das 601 nach

deren in der kolossalen -Verbreitung durch die sehe Heinen, auf schneeweißer Feder kröne fliegenden ©amen. Dah der Findling in geeigneter Weise un» chädlich gemacht wurde, versteh« sich von selbst.

Möchten diese vorläufigen Zeilen zu weiterem

ferner angenommene Entschließung fordert, die Kleinwvhnungsgrundstücke von den steuerbaren

Zlowjetregierung im Zähre 1918 ins Leben ge­rufene autonome deutsche Sommine an der Wolga umfaßt die Kreise Rownoje, Golo- Karamysch, Marxstadt (früher Äatarincnftabt) und Teile der Kreise Rowousenfi und Potrowst. Dent- sc^r Fleiß hatte im Lause der letzten Jahr- zehnte hier ein blühendes Gebiet geschallen. das in den Zähren vor dem Kriege 25---30 Millionen

Die Verelendung der deutschen Wolgakolonisten. Aus Reval wird geschrieben: Die von der

!. der durch Arbeiten in verdichteter Lust hervor

-1 gerufenen Erkrankungen, die, wie Dorfübrungen

Um die Brotversorgung.

Erklärungen des Landwirtschafts­ministers. Eine geringere Ernte. DcrReichswirtschaftsratsürdieUmlage

Berlin, 14. Juni. (WTB.) 3m vorläu­figen Reichswirtschaftsrat wies der Reichsminister für Landwirtschaft und Ernährung Fehr bei der Beratung des Gesetzentwurfes zur Regelung des Verkehrs mit Getreide aus der Ernte 1922 darauf hin. dah die dies­jährige Ernte die vorjährige Ernte sicherlich keinesfalls erreichen werde, woraus sich die Rotwendigkeit ergebe, zur Sicher- stellung der Brotversvrgung die aus der Inlands­erzeugung bestimmte Mengezu erfassen. Die Umlage bedeute wohl für die Landwirtschaft ein Opfer, aber auch die anderen Wirlschafis- klassen auher der Landwirtschaft, so d<w Haus- besitz und die Kohlen- und Sttcksloffindustrie müh­ten bestimmte Beschränkungen erdulden. Zur Erhaltung der Produktionskraft der Landwirt- schast würde es erforderlich sein, für die land­wirtschaftlichen Erzeugnisse Preise zu bewilligen, die die Gestehungskosten einschliehlich eines an­gemessenen Gewinns deckten. Llngewih sei noch, ob dabei der innere Wert der Mark oder die In­dexzahlen die Grundlage bilden wollten. Eine zwanzigköpsige Kommission werde die Preisfest­setzung behandeln. Er wisse von vornherein, dah cs ihm nie gelingen werde, aus der umlagefeind- lichen Landwirtschaft eine umlagefreundliche zu machen. Es müsse aber wenigstens versucht wer­den, aus der umlagefeindlichen eine solche Land­wirtschaft zu machen, die für die Umlage nicht störend wirke. Das Brot müsse zu für die Allgemeinheit erschwinglichen Prei­sen geliefert werden können. Es werde deshalb nicht möglich fein, den Marktpreis für Brotgetreide zu zahlen. Die Kommission werde Mittel und Wege suchen müssen, um aus dieser Ungerechtigkeit hecauszulommen, und um anderer seitS die Frage der öffentlichen Brotversorgung zu ermäßigten Preisen zu lösen. Der Reichswirt- schastsrat nahm gegen eine große Minderheit den Antrag des Ausschusses an, dem Ge­setzentwurf in der Fassung der Regierungsvorlage mit der Maßgabe zuzustimmen, daß die Zustim- mung die Billigung des allgemeinen Grundsatzes des Gesetzentwurfes bedeute, den einzelnen Zu­stimmenden aber in der Stellungnahme zu den einzelnen Punkten von untergeordneter Bedeu­tung freie Hand lasse.

Vermögen auszuschließen.

Zar Bekämpfung der Rot der Presse.

Berlin, 15. Zuni. Der Gesetzentwurf zur Bekämpfung der Rot der Presse ist gestern vom Reichskabinett erneut beraten worden. Laut ..Vorwärts" wurde die Einbringung einer Ge­setzesvorlage beschlossen, nach der ein Un 1er- stützungsfonds von 500 Millionen Mark durch besondere Maßnahmen aufgebracht werden und auf die Presse nach dem Papierver- brauch verteilt werden soll.

Der Anfall DaumiaS.

Berlin, 14. Juni. (Wolff.) Der Unfall des Abgeordneten Säumig in der gestrigen Reichs­tagssitzung stellt sich als ein linksseitiger Schlaganfall heraus. Säumig ist linksseitig gelähmt. Sein Befinden hat sich inzwischen gebes­sert und er hat die Sprache wieder erlangt. Rach ärztlicher Ansicht dürfte der schwere Unfall ihn aber mindestens ein halbes Hahr von jeder par­lamentarischen Tätigkeit fernhalten.

Abgelehuter Schiedsspruch in der Berliner Metallindustrie.

Berlin, 14. 3uni. (WTD.) Ser Schieds­spruch in der Berliner Metallindustrie ist von den Arbeitnehmern bei der am 12. Juni vor­genommenen Urabstimmung mit Sreiviertel-Stirn- menmehrheit abgelehnt worden. Rach den bis­her bekannten Ergebnissen stimmten 326 Betriebt mit 80 498 stimmen ab. Für die Annahme er­gaben sich 18 227, dagegen 60 904 Stimmen: un­gültig waren 1867 Stimmen. Sic gewerkschaft­lichen Verwaltungsorgane werden über die nun­mehr geschaffene Lage Beschluß, fasten.

Keine RücktrittSadsichten Graf LerchenfeldS

München, 14. Juni. Ein Berliner Blatt hatte im Anschluß an den Besuch des Reichspräsi­denten Ebert in Rlünchen die Rachricht verbreitet, daß der baherische Ministerpräsident Graf Ler- chenfeld amtsmüde sei, und dah er'bie Absicht habe, in den Reichsdienst zurückzukehren. Ein Grund dafür fei auch die auffallende Zurück­haltung der Führer der bayerischen Vollspartei bei dem Empfange des Reichspräsidenten in München. SieStaatszeitung" teilt heute unter der Ueberschrist:Tartarennachrichten" mit, daß an diesen Singen fein wahres Wort sei. Graf Lerchenfeld habe keinen Grund, amtsmüde zu fein. Damit entfallen auch alle Kombinationen. Das Blatt macht weiter die Mitteilung, daß die führenden Herren der bayerischen Vollspartei sich selbstverständlich dem Reichspräsidenten vorstellen ließen und dah sie sich in einer längeren Unter­haltung mit ihm ausgesprochen haben. Ser Führer der Partei, Geheimrat Held, sei zu dieser Zeit nicht in München anwesend gewesen und habe aus diesem Grunde allerdings nicht an dem Em-sange teilnehmen können. >

Tagung des Reichsvereius Deutscher Feuerwehringenieure in Gießen.

Der Reichsverein Deutscher Feuerwehr* Ingenieure, der die oberen Beamten der De- rufsfeuerwehren der Deutschen Städte unb Fabriken in sich vereinigt, begann gestern hier eine diesjährige Tagung. An den Verhand­lungen nahmen außer den Mitgliedern zahl­reiche Vertreter der Behörden, der Industrie und verwandter technischer Vereine teil. Gr» chienen waren u. a. auch Branddirektor Schifter aus Wien und der Vorsitzende bei chwedischen Brandschutzvereinigung,'- Vize- >randdirekwr Borgen st ierna aus Stock- Holm.

Nachdem der Vorsitzende in seiner Be­grüßungsansprache auf die Entwicklung und Bedeutung der.Feuerwehrwissenschaft hinge­wiesen hatte, hielt Oberbranddirektor Rei­chel- Berlin einen Vortrag über die Verein- settlichung des Feuerlöschwesens von Groß- Berlin und schilderte die Schwierigkeiten, di« die Organisation eines so großen Bezirkes mit sich bringt.

Es wird sodann eine Aussprache über dtt Verfolgungböswilliger Alarmie­rungen der Feuerwehren herbergeführt und eine Entschließung dahin gefaßt, daß der Reichsverein bei den Reichsbehörden vorstellig wird, daß die Bestrafung für die böswillige Alarmierung im Strafgesetzbuch besonders ausgenommen und eine Strafe festgesetzt wird, bet der die Gefährdung her allgemeine» Sicherheit durch die böswillige Alarmierung Berücksichtigung findet.

Brandmeister Dipl.-Ong. Kaiser-Han­nover vergleicht sodann in einem Vortrage die vorhandenen Typen von Mvtorlösch- fahrzeugen für das flache Land. Der Redner kommt zu dem Ergebnis, dah es im allgemeinen zweckmäßig ist, von der foge^ nannten Aeberlandlöschhilfe durch große Kraft- spritzen von einzelnen Zentralen aus abKi- sehen, daß vielmehr die Beschafffung möglichst vieler leichter Motorspritzen für möglichst viel Ortschaften mit Rücksicht auf die Wegeverhält­nisse unb Wasserentnahmestellen erstrebens­wert ist.

Die Verhandlungen dauern fort.

Wettervoraussage

für Freitag.

Aufheiternd, etwas wärmer, Gewitterneigung

Ser Luftdruck über Mitteleuropa nimmt all­gemein zu. Oertliche Druckschwa-nkungen bedingen Gewitterneigung.

Aus Lern ReiSre.

Der Arbeitsplan deS Reichstags.

Berlin. 14. Juni. (Wolff.) Der Ael- testenrat des Reichstags setzte in der heutigen Sitzung, an der auch Der Reichskanzler und die Minister Brauns, Radbruch und Fehr teilnahmen, den Geschäftsplan für die Ple- narsihungen für die nächste Zeit fest. Am Freitag sollen neben kleineren Vorlagen die Zwangs­anleihe, und die Anträge aus dem Haus wegen Abänderung des EinkommenSsteuergesches und des Erbschaftssteuergesehes auf die Tagesordnung ge­setzt werden. Sie werden aber voraussichtlich ohne Aussprache an die Ausschüsse verwiesen werden. Sie große politische Aussprache wird im Zusammenhang mit der Ratifiz ierung des Wiesbadener und der sich daran an­schließenden Abkommen erst am Dienstag oder Mittwoch der kommenden Woche ftattfinben. Am Samstag dieser Woche soll die Schlichtungs- ordnung und das Disziplinargeseh für die Wehr­macht und am Montag das Gesetz über die Ge- trcideumlage erledigt werden. Aus eine Anfrage des Präsidenten Löve an den Reichskanzler wegen Vorlegung eines Gesetzes über die Maßuah - menzurLinderungderRotderPresse wurde die Erklärung abgegeben, daß dieses Gesetz heute im Kabinett zur Beratung steht und in den ersten Tagen der nächsten Woche dem Reichstag zugehen wird. Der Besuch !>es Reichstags in Mün chen und die Zusammenkunft mit den Mitgliedern des bayrischen Landtages ist nunmehr auf den 29. Zuni festgesetzt. Saran wird sich ein Besuch der Oberammergauer Passionsspiele schlichen. Es besteht die Hoffnung, daß der Reichstag am 28. Zuni seine Arbeiten vor der längeren Sommer­pause abschliehen wird.

DaS Zwangsanleihegesetz.

Berlin. 14. Juni. (WTB.) Der vor­läufige Reich Sw irt sch af tS ra t hat heute her Vorlage über das Zwangsanleihe-

fläche und 10,4 Stück Vieh.

Der bolschewistischen Regierung ist es gelun­gen, in kurzer Zeit aus diesen blühenden Gefilden eine vom Hunger und Tode beherrschte Wüste zu modern. Es unterliegt keinem Zweifel, dah die deutschen Wolgakolonisten schon während der ersten Jahre des Krieges unter dem damals herrschenden blindwütigen Chauvinismus einen schweren Stand hatten. Es waren dies aber rechts­widrige Hnterbrücfungen politischer Ratnr, wäh­rend der wirtschaftliche Schaden demgegenüber erst an zweiter Stelle stand. Wenn. aber heute die Sowjetregierung behauptet, das über die deutschen Wolgakolonisten hereingebrochene Elend sei nur auf die brutalen ilnterbrücfungen der Zarenregie­rung und zum Teil auch noch auf den Bürgerkrieg zurückzuführen, so ist das eine jener beliebten bol­schewistischen Reinigungslügen, die aus das schärfste zurückgewiesen werden müssen. Einzig und allein die gewissenlose Ausplünde- rungstaktik der Sowjetregierung ist an der Verelendung der deutschen Wolgaiolonieü schuld. Sic Hungersnot brach keineswegs zur Erntezett 1921 über die Kolonien herein, sondern die öowjetregierung hatte schon im Januar und Februar 1921 genaue Kenntnis von dem dortigen Hungerelend. Sic Mißernte des vorigen Zahres hat dann die Lage allerdings noch verschlimmert. Es ist lächerlich, wenn die Sowjetregierung heute von .unmenschlichen Anstrengungen" ihrer Beam- ten zur Errettung der deutschen Bauern spricht.

Die Räumung Oberschlefiens.

Oppeln, 14. Juni. (Wolfff.) Lieber die Räumung Oberschlesiens durch die alliierten Truppen und den Einzug der pol­nischen und deutschen Truppen sowie über die Abreise der interalliierten Kommission verlau­tet folgendes: Die Bestimmungen über die AuflösungderPolizeiund der Ge­meindewachen wurden in einer besonde­ren Instruktion festgelegt. Der Auflösung der örllichen Pvlizeigewalt folgt unter der Auf­sicht der Kreiskontrvlleure der Einzug der deutschen und polnischen Polizei. Die 2ll>reise deS Personals der Kreiskvntrolleure erfolgt in Kattowitz, Kreuzburg und Ober- glogau am dritten Tage, in Königshütte und Leobschütz am sechsten Tage, in Rosenberg und Lublinitz am neunten Tage, in Kosel und Pleh am zwölften Tage, in Beuthen, Rati- bor, Rhbnik, Gleiwitz, Tarnowitz und Zaborze am siebzehnten Tage, in Groß-Sttehlitz am 22. und in Oppeln am 23. Tage. Die Ter­mine für den Abmarsch der alliierten Truppen werden demnächst in den Einzelheiten bekannt gegeben.

Abreise Calonders nach Oberschlesieu.

Genf, 14. Juni. (WTB.) Der Präsident der gemischten Kommission in Oberschlesien, Ealvnder, ist heute nach Kattowitz, dem Sitz der Kommission, in Begleitung Monte- n a ch s von der politischen Abteilung des Döl- kerbundsrates, abgereist. Calonder stattet demnächst der deutschen und der polnischen Re­gierung einen Besuch ab.

Frage der Finanz, ittcht des .mswärttgen Amtes, so dah sie von dem Schatzamt mittels Sachverständiger behandelt werden könne. Zn Genua feien sehr wenig Fragen erörtert toor- ben, die reine Fragen des Auswärtigen 31mteö gewesen feien, und die Minister hätten ihre eigenen sachverständigen dazu gehabt. Lloyd George erklärte außerdem, es sei die Rede von .Liebhabern, die sich in die auswärtige Politt t eimmfchen". Jeder Minister sei ein Amateur. Die britische Verfassung gründe sich aus die Stellung von Amateuren an d e r S p i tz e d e r M i n i st e r i e u, die von Sach- nerftänbigen verwaltet werden. Das System der Geschworenengerichte, die grobe englische Einrich­tung, bestehe darin, dah Amateure aus den Rat non Sachverständigen das Urteil fällen. Es gebe auswärtige Länder, die Sachverständige an Die Spitze der Ministerien gesetzt haben. In Deutsch­land hatte man ein System von Sachverständigen an ber Spitze der Ministerien, und dieses System sei zusammengebrochen, als es in Konflikt mit Dem englischen kam. Lloyd George fragte, inaß die Bedeutung des Völkerbundes sei. Ser Völkerbund bedeute, dah die alte Me­thode abgeändert werden muffe; die Welt ver lange nach anderen Methoden. Ser Premier- mtrafter machte sich lustig über den Gedanken, daß man zum alten System zurückkehren wolle, das die Wett in den Krieg geworfen habe, bevor es wuhte. daß es dem Krieg nahe war. Der Premier­minister erklärte zum Schluß, kein verantwortlicher Minister der Zukunft würde, auch wenn er es machen formte, diese neue Maschinerie beiseite toerfen. 3n bet Abstimmung wurde der An­trag mit 205 gegen 111 Stimmen abgelehnt.

Gegen Northcliffes Hetze.

Madrid, 14. Zstmi. (WTB.)Sol" bringt einen scharfen Artikel gegen Lord Rorthcliffes Veröffentlichungen über Deutschland. Die Zeitung sagt, Avrthcliffe fei zusammen mit allen Hetzern Englands und Frankreichs ein Hindernis für den wahren Frieden.

Der Abzug der Amerikaner .{fcom Rhein.

Koblenz, 14. Juni. (Svnderbericht.) Ob­wohl der erst kürzlich von Washington gekommene Befehl einen Teil der amerikanischen Truppen noch am Rhein zurückhätt (1200 Mann), so kann man doch hier bedeutende Anzeichen verspüren, daß es mit der amerikanischen Besatzung bald ganz vorüber sein wird. Vor allem hat das Strahenbild ein anderes Aeuhere angenommen, man sieht bedeutend weniger Soldaten jnb die vielen hier aufgetauchten Geschäfte verschwinden ebenfalls. Sie Heilsarmee und die Vereinigung chriflllcher junger Männer, PMCA, haben ihre Vergnügungsplätze zum Seil geschlossen, die Sol- hatenbiblistbef, die seither in her RizzaslrafN war und die ungefähr zehntausend Bände um­faßte, wurde aufgelöst und die Bücher teils ver­teilt, teils in der großen Festhalle untergebracht. Während der letzten Wochen haben bedeutende 'Berfleigemngen stattgefunden, bei denen Auto­mobile, Pferde, Maulesel, Rahrungsmittel und anderes mehr versteigert wurden. Die Preise waren nicht überhoch. Sie amerikanische Tele- ptzpnzenttale hat sämtliche Angestellte entlassen, da sie mit dem nächsten Transport wegfahren; wurden gestern ein Dutzend deutsche Tele­phonistinnen angestellt. Das große Hospitalge- Mäude wurde geschlossen, teilweise den Franzosen übergeben, die bis auf weiteres dem Befehle des amerikanischen Befehlshabers, General Allen. Unterstehen. Die Offiziere nahmen an einer in den letzten Tagen abgehaltenen Pferdeschau mit verbundenem Rennen in Mainz teil, man be­frachtet dieses als ihre letzte Vergnügung, da der am 20. Juni von Antwerpen abfahrende Trans­port(Sontignb die meisten nach Amerika zu­rücknimmt. Allgemein wird von der Devöllerung bedauert, daß die amerikanische Besatzung ver« schwindet, denn sie war immer noch angenehmer, als eine französische, die wohl mit all ihren Härten und Schikanen der Devöllerung schwerer zur Last fallen wird.

" Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurde am 10. 3-im 1922 der Kanzlei- gehilfe Adolf M e u b zu Friedberg mit Wir­kung vom 16. April 1922 an zum Kanzlisten bei dem Kulturbaiamt Friedberg. Dem Bi- reauinspettor Gräf bet der Lapdes-Hypotheken­bank wurde die nachgesachte @ntia)iang au.s dem Staatsdienste, und zwar mit Wirkung vom 1. August d. H. erteilt. Rechtsarrwalt Win-, d i s ch in Darmstadt wurde mit dem Auftrag zur Versetzung einer Referentenstelle im Mini­sterium der Finanzen in die Landesfinanzver­waltung übernommen.

** Auf eine 25jährige Tätigkeit bei ber Jean Sern L Co. kann heute d-c Prokurist Äugust H v ch n e r zurückblicken.

Sie Höchstpreise für Kohlen und Koks erfahren durch eine Vetannttnachang in unserem heutigen Anzeigenteile eine Reu regelang.

** Beruf und Erkrankung. (5. Vor° t r a g.) Bei Besprechung des Straßenbaues wurde zunächst der Schotter- und Kiesbahnen gedacht. Sic Steine werden in Steinmühlen zerkleinert, wobei sich beträchtliche Mengen von Staub ent­wickeln, der, in die Atmungsorgane eindringend, Erkrankungen der Bronchien und die sogenannte Steinstaublunge hervorruft. Beim Zerklopfen des Schotters durch Handbetrieb stellen sich manchmal Beschäftigungskrämpfe der Hände und Haulleiden ein. Auch können Verletzungen des Auges durch Steinsplitter zum Wundstar und anderen Augen­leiden führen. Bei dem Führer der Sampfwalze. die zur Besesttgung des Schotters dient, findet man nicht selten Plattfuß und Varizen. Beim Einsetzen von Pflastersteinen unter Benutzung des gestielten Sessels entstehen durch die gezwungene Körperhaltung venöse Stauungen in den Unter- leibsorganen und Unterschenkeln. Wird die Arbeit in dauernder Knielage ausgeführt, so kommt es öfters zu Entzündungen der Schleimbeutel, des Kniegelenkes. Sas Feststampfen der Pflasterung mit der Ramme bietet durch den fortwährenden Hub des schweren Werkzeuges bei gespreizter Beinstellung Veranlassung zu Leisteichernien, wie an Lichtbildern gezeigt wurde. Bei der Herstellung von Asphaltmakadam bilden sich während des Schmelzens des festen Materials bzw. des Pressens und Rollens des gepulverten Stoffes mittels heißer eiserner Walzen empyreumatische Dämpfe, die Affekttonen der Schleimhaut der Atemwege und der Augenlider Hervorrufen. Es wurden alsdann die durch Einatmung giftige Gase ent­stehenden Erkrankungen der Kanalarbeiter be­sprochen und an Lichtbildern erläutert. Die Torfbauer in den Mooren z. B. norddeutscher Gegenden haben unter dem Herauch oder Höhen- inuch beim Abbrennen der Flächen und unter dem endemischen Auftreten des durch die Sumpf- oder Gabelmücke (Anopheles) übertragenen Wechsel­fiebers ju leiden. Der Wirtswechsel des Plas­modiums zwischen Mensch und Mücke, die Ein­wanderung der Parasiten in die roten Blutkörper­chen, ihre Schizvgonie daselbst, ihre geschlechtliche Fortpflanzung, die Zyftenbildung in der Darm­wand der Mücke, die ilebertragung der Sichel- teimc aus den Speicheldrüsen des Tieres auf den Menschen durch Stich, sowie die charakterists- schen Merkmale der gewöhnlichen Stechmücke und ber Sumpfmücke und der Larven beider wurden an Lichtbildern geschildert. Es folgte bann nach Erläuterung der Ausrüstung von Tauchern und der Konsttuktion von Caissons eine Besprechung

Aus Stabt und Land.

Gießen, den 15. ßuni 1922.

Kriegsbotanik in Gießen.

Von sachverständiger Seite wird uns ge­schrieben:

Die Verbreitung der Pflanzen, besonders die der Unfräuter ist von jeher durch Kriegszügc be­günstigt gewesen. Sa die Völker Europas mit all chrem Troß und Kriegsgerät vielleicht noch nie so zahlreich und so weit über ihre Landesgrenzen hin­aus geführt worden find als im letzten Kriege, so ist anzunehmen, daß überall da, wo fremde oder beimkehrende Truppenansammlungen stattgefunden haben, das Erscheinen neuer Pflanzen zu vermuten ist. Diese Tatsache hat einen neuen Wissenszweig, dieStratobvtanik" Kriegsbotanik erstehen lassen, dessen Spezialgebiet es ist, diese Fremdlinge unter den einheimischen Pflanzen nach Art, Herkunft und Verhalten zu erforschen.

Es entsteht mm die Frage, wie e& in dieser Hinsicht im © cf angencnlager inGießen aussieht, wo im bunten Wechsel die Söhne Ruß­lands, Frankreichs, Italiens, Englands und Ca- ngdas sowie Hindus aus Ostindien eine Wohn­stätte sanden. Wenn man sich vergegenwärtigt, was an Pflanzensamen an der Kleidung dieser Men­schen verschleppt werden kann, wieviel Hunderte, wenn nicht Tausende von Post- und Bahnsendun­gen aus dem Auslande täglich dort eintrafen. Deren Packmaterial nebst den zufällig darin ent­haltenen Pflanzensamen vielfach ins Freie gelang­ten und wer gesehen hat, wie nach dem Rückzüge die Tausende von Wagen, an deren Rädern noch der weiße Lehm aus Rordfrankreich haftete und die teilweise noch mit Futtermitteln usw. beladen waren und länger als ein Jahr jedem Wetter aus­gesetzt auf dem Trieb standen, der würde sich über das Erscheinen einer neuen Flora oben auf dem Trieb kaum wundern.

Angeregt durch den Vortrag über Pflanzen- Verbreitung durch Menschen, den Pros. Küster am 21. Mai vor einem großen Zuhörerkreise im Botanischen Hörsaal zur Linnöfeier hielt, wird ge­wiß schon mancher Raturfreund erwartungsvoll zum Trieb hinauf gewandert fein. Was ihn dort auf dem verödet daliegenden Platze und zwischen den noch stehen gebliebenen Baracken erwartete, war eine blühende Wildnis, die manches Kraut enthält, das dort zuvor noch nie gewesen ist, aber Fremdlinge der deutschen Flora wird er kaum ge­funden haben. Das erklärt sich 1. durch die streng durchgeführte Desinfektion, bei der nicht nur alle tierischen, sondern auch die pflanzlichen Keime ge­tötet wurden. 2. Durch die außerordentliche Trockenheit der letzten Sommer und den letzten strengen Winter. 3. 'Durch den unfruchtbaren, stei­nigen Kiesboden des ehemaligen Gefangenen­lagers. Aber ganz vergebens ist der Gang doch nicht. An allen Wegrändern hat sich die lila-weiße Landgänsekresse (Arabis arenosa), eingebürgert, eine Pflanze die für Oberhessen neu ist und deren seitheriges Vortommen in Hessen das Sandgebiet des Mainzer Deckens zwischen Dingen, Mainz und Darmstadt war. Auf den grasigen Plätzen nach dem Lulenkopfe zu erscheint die blaue Wiesensalbei lSalvia pratensis), die seither in nächster Rähe Gießens nicht vorkam. Schon wollten wir den Platz etwas enttäuscht verlassen, da fällt unser Blick au ein goldgelb blühendes llnlraut, in welchem wir unschwer das Frühlings-Kreuzkraut (Senecia ver- nalis) erkennen. Es ist ein schlimmer Gast aus dem westlichen Rußland, der schon feit einigen Jahr­zehnten bis rechts zur Oder vvrgedrungen ist und deffen vereinzeltes Vorkommen vor dem Kriege

Werst südöstlich Saratow gelegene Mennontten-1 Freigrenze auf 200 000 Mk. erhöht Vttd. Eme gebiet ans. welches eine Fläche von 16000 Deß-' (SntlrMteftitna fnrhprt die

jatinen (1 Deßjatine -- 1,09 Hektar) umfaßte. 3m Jahre 1914 gab es in diesem Gebiet 8 Damps- dreschniaschinen. 46 Motore, 156 Garbenbinder, 150 Drillmaschinen, 950 Pflüge und 4 Traktoren. Wie der Ackerdmi so ftdnb auch die Viehzucht sehr lwch. Häufig kannte man hier asphaltierte Vieh- und Pferdeställe mit Ventilation and elek­trischer Beleuchtung sehen. Darchchnittlich ent­fielen auf jede Wirtschaft 7,5 Seßjatinen Acker-