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rrr. 63

Der Gietzener Xnjetaer erscheint >äql ich, außer Sonn- und Ferrriaqs. monallid}tBe}ug$prtife: Mk 11.50 ein|d)l.Iräger» lohn, durch die Post MK 14. - «ftfd)l Bestell, geld, auch beiNichlersche» nen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Aernsprech-Anschluss«: fürdikSchriftlritung 112; für Druckerei, Verlag und Geichaslsstell« 51. An'christ für Drahtnach­richten Anzeiger Lietzen.

roilicnedtonto: grantfurt o. 111. 11686.

Erstes Blatt

172. Jahrgang

Mittwoch, 15. März 1922

General-Anzeiger für Oberheffen

Driitf und Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- und LleindruSerri R. Lange. Schrislleltung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstratze 7.

Annahme von Anzeigen für die lagesnummtr bis zum Nachmittag vorher ohne jede'Berdinblichdeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen» 34 mm Breite örtlichJO 'Df., auswärts 120 'Pf . für Reklame» Anzeigen von 70 mm Breite 350Pf. Bei Platz« Vorschrift20' «Aufschlag. Hauvtschriftleiler: Aug. Goetz Verantwortlich für Polini, Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Karl Walther; für den Anzeigenteil Hans Beck, sämtlich in Gietzen.

Die amerikanische Offensive.

Den Teufel merkt das Völkchen nie, und wenn er eS am Kragen hätte." Die Pariser Presse hat eS jetzt, wohl mit offiziöser Nach­hilfe, doch begrifen. daß die so urplötzlich er­folgte Anmeldung der amerikani­schen- Forderungen für die De- sayungSkosten mehr ist als ein Theatercoup", für den man es zu­erst ajiögab. Der alliierten Finanz- ministertonferenz, die bereits den Re- parationSerttag so schön verteilt hatte, ist der Schrecken ins Gebein gefahren, und sie hat ihrer Tlnterschrift unter das Abkommen den DerlegenhritSzusatz hinzugefügt,unter Vor­behalt der Rechte Amerikas".

Unterdessen aber zerbricht man sich im Lager der Alliierten, vor allem in Paris, den Kopf darüber, was Tellü Geschoß bedeuten soll. Die Washingtoner Staatsmänner erleich­tern dies Raten, indem sie rund heraus er­klären, daß es sich bei diesem Vorstoß um eine Ergänzung der Weigerung, an der Konfe­renz von Genua teilzunehmen, handele. And des weiteren um einen Protest gegen den Ausschluß der ReparationSfrage sowie der Fragen, die die Abrüstung zu Lande be­treffen, vom Konferenzprogramm. Der Wink mit dem Zaunpfahl ist nicht mihzuverstehen, und diediskrete Pression", wie man das Vorgehen Bohdens in Washington bezeich­net, ist gar nicht so diskret. ES handelt sich um ein Druckmittel vor allem auf Frankreich, dessen imperialistische und chauvinistische Poli­tik die Reparation zu einer Auöpoverung Deutschlands gestaltet, ohne daß damit der Wiederaufbau Europas irgendwie gefördert wird. Angesichts der Politik, die In Cannes triumphiert hat, was in dem Ersatz DriandS durch Poincar« deutlich in die Erscheinung trat, malen die smarten Bankers jetzt den europäischen Alliierten ein Menetekel an die Wand, etwa des Inhalts: Wenn ihr die deut­schen Reparationen in Rüstungen ('Besatzun­gen für Deutschland und Heeres- und Flotten­verstärkungen im eigenen Lande) und in Sanktionen anlegt, dann erinnern wir euch, daß ihr bei der Lösung der Reparationsfrage letzten Endes auf uns angewiesen seid!

Das ist ja zum Schluß auch der Kern­punkt der vom britischen Schatzkanzler Sir Robert Home der Finanzminister­konferenz vorgelegten ..Reparationsreform", die allerdings dort nicht auf Gegen­liebe gestoßen ist. Wenigstens bisher nicht. Danach soll die sogenannte Re­parationsschuld in zwei Teile von 65 und 70 Milliarden Goldmark zerlegt werden, deren erster Teil nur dann von Deutschland ver­langt werden soll, wenn die Union die Zah­lung der alliierten Kriegsschulden fordert, während der zweite Teil durch eine Anleihe mobilisiert werden soll. Da man aber zur Zeit offenbar noch nicht auf die Mitwirkung Ame- ^lkas rechnen kann, so hält der Finanzplan der Alliierten, soweit man bisher etwas darüber erfahren hat, an der Fiktion fest, daß Deutsch­land nicht nur die laufenden Reparations- kvsten ttagen könne, sondern daß es zugleich die Zinsen für eine internationale Anleihe MeckS Mobilisierung der deutschen Schuld aufbringen soll, wobei man offenbar noch aller­lei Garantien in Gestalt der Verpfändung der Zölle oder dergleichen fordert.

Das sind Hirngespinste; denn es ist ein offenes Geheimnis, daß Deutschland auf die Dauer nicht in der Lage ist, die Dekadenzah­lungen zu leisten, geschweige denn noch Mil- liardenbettäge für Zinsen aufzubringen. Eine derartige Verpflichtung könnte und würde auch keine Regierung eingehen. Den Londoner Zahlungsplan hat man uns durch ein Ultima­tum aufgezwungen. Wenn Deutschland aber außer den laufenden Reparationszahlungen sich noch einen solchen ungeheuren Zinsen­dienst aufhalsen ließe, so würde es wie ein leichtfertiger Bankerotteur handeln.

Vielleicht wird der Wink der Union mit dem Zaunpfahl diese Erkenntnis fördern, und es wird ja auch bereits berichtet, daß die alli­ierten Finanzminister nochmals zufammenkom- men wollen, um über die Vorschläge der Re­parationskommission vor der Konferenz von Genua zu beraten. Vermutlich bezweckt der Vorstoß der Union zugleich einen Druck nach der Richtung hin, daß die Alliierten das Pro­gramm der Konferenz einer Revision unter­ziehen. Falls man sich doch noch zur Erörte­rung des Reparat'.onsproblems, das ja von dem Wiederaufbau Europas nicht zu trennen ist. entschließt, würde die Union möglicher­weise auch ihren Ablehnungsbescheid einer Revision unterziehen. 3m anderen Falle wäre die Konferenz von Genua eine zwecklose Phraseologie, die den großen Adpcntt nicht lohnt. Und es ist gewiß nicht ohne tiefere Be­deutung, wenn Präsident H a r d i n g bereits |

den Gedanken einer zweiten europäischen Kon­ferenz nach Genua in die Debatte wirft. DaS Warnungssignal von Washington muh die Staatsmänner der Alliierten darüber beleh­ren, daß sie am Scheidewege stehen.

Paris, 15. März. (WTD.) Wie die Chicago Tribüne" aus Washington erfah­ren haben will, wird dje Behandlung der amerikanischen Ersatzforderun­gen durch die Konferenz der alliierten Finanzminister wahrscheinlich die Zurück­ziehung der amerikanischen Trup­pen am Rhein beschleunigen und möglicherweise die Einstellung jeder ameri­kanischen Besatzung zur Folge haben.

London, 14. März. (WTD.) Der Son­derberichterstatter desManchester Guar­dian" in London schreibt zu dem amerika­nischen Ersuchen um Bezahlung der Kosten für das amerikanische Besayungs» Heer, die Aktion der Vereinigten Staaten werde in amtlichen britischen Kreisen ange­sehen als ein Versuch, das gesamte Repa­rationsdurcheinander in Europa ad absurdum zu führen.

Verl in, 14..-z. (Wolff.) DieBaseler Rachrich'en" kritisieren den Beschluß der al­liierten Finanzmini st er sehr scharf wo­nach Deutschland mit den französ ischen IRo bilisationskosten für 1921 zu be­lasten sei, und schreiben:Wenn die Alliierten solche Kraft- und Eoldvergeudungen nachträglich bewilligen und dem wehrlosen Deutschland zur Last schreiben lassen, so heißt das nichts anderes, als daß ihnen jeglicher Sinn für die unumgäng­lichen Vorbedingungen einer internationalen An­leihe an Deutschland fehlt." Auch dieReue Züricher Zeitung'' schreibt, daß diese Bestimmung, die eine Kompensation an Frankreich sei, zweifel­los mancherorts die Kritik Hervorrufen werde.

Die Antwort an Amerika.

Paris, 14. März. (WTB.) Wie der Temps" mitteilt, haben der französische, der englische, der italienische und der belgische Finanz- Minister das Boydensche Memorandum vom 10. März. daS die Ansprüche der Vereinig­ten Staaten auf Ersatz ihrer Besahungskvsten gel­tend machte, schriftlich dahin beantwortet: 1. daß sie von dem Memorandum Kenntnis nahmen, V-. daß in dem interalliierten Finanzabkommen vom 1L März eine Bestimmung ausgenommen worden sei, in der die Rechte der Vereinigten Staaten vorbehallen würden. 3. daß die Finanz­minister für die Regelung der Frage nicht zustän- dig feien, sie vielmehr zu dem Kompetenzbereich .der alliierten Regierungen gehöre. Mit diesen müsse die Regierung von Washington darüber verhandeln.

Die Konferenz von Genua.

Die Forderung der Türkei.

London, 14. März. (Hadas.) Der Kommis­sar für auswärtige Angelegenheiten der Regie­rung von Angora, Zufsus Kemal Bey, hat dem Vertreter der Havasagentur gegenüber er- I klärt, er sei von der großen türkischen Rational- Versammlung nach Europa entsandt worden und vertrete die gesamte türkische Ration. Es gebe kei­nen Grund, anzunehmen, daß die Ansichten der Regierung von Angora und die der Regierung von Konstantinopel nicht dieselben seien. Er habe in Konstantinopel 14 Tage verbracht und stets habe vollständiges Einvernehmen zwischen beiden Regierungen geherrscht. Ihre Forderungen feien dieselben. Die geographische ßage der Türkei und ihre wirtschaftlichen Beziehungen ließen es als un­verständlich erscheinen, daß die Türkei von der Genueser Konferenz ausgeschlossen fein solle. Es sei wünschenswert und ein Gebot der Vernunft, daß die Türkei dazu eingeladen werde Am Schluß seiner Erllärungen dementierte Zus- fuf Kemal Dey die gestern in einem englischen Abendblatt erschienene Rachricht, wonach die Re­gierung von Angora die Mission Zuffuf Kemal Deys aufgefordert haben soll, an der Konferenz von Genua teilzunehmen, selbst wenn die Türkei dazu nicht offiziell aufgefordert würde.

Aus dem Reiche<

Reue Tariferhöhungen bet Post und Eisen­bahn?

D e r l i n. 14.März. (Priv.-Tel.) Entgegen an­ders lautenden Meldungen erfährt das"Berliner Tagebl.", daß im Reichspostministerium noch kei­nerlei Erwägungen über neue Tariferhöhun­gen bei der P o st als Folge der Erhöhung der Beamtengehälter im Gange sind. Heber die 5rage, wie die Mehrausgaben, die durch die neuen Ge­hälter für die Postverwaltung entstehen, gedeckt werden können, werden voraussichtlich noch heute oder morgen "Beratungen innerhalb des Reichs­postministeriums und mit dem Reichsfinanzmini- terium beginnen. Dagegen dürften nach Mittei­lung des Blattes bei der Eisenbahn neue Ta­riferhöhungen zu erwarten fein. Die Mehrausgabe für die Beamten der Eisenbahn dürfte über drei Mllliarden "Mark, für die Arbeiter und Angestell­ten beinahe 4'., Milliarden Mark betragen. 3n» 1 olge der Lohnerhöhung ist aber auch eine Ma - terialpreissteigerungzu erwarten, deren Höhe auf etwa 5 Milliarden Mark geschäht wird. Der vom Reicksverkehrministerium aufzubrin­gende GesamttnehrLettag dürfte also etwa 13 Milliarden ausmachen. Wahrscheinlich wird

sich die zur Deckung dieses Betrages in Aussicht genommene Tariferhöhung nur auf den Gü­terverkehr und nicht auf den Personenverkehr erstrecken. 3n Aussicht genommen ist, wie das Blatt schreibt, eine Erhöhung von 20 Prozent.

Reuregelung der Lohnverhältn'.sfe der Reichs­arbeiter.

Berlin, 15. März. Die Verhandlungen über die Reuregelung der Lohnverhältnisse für die im Reichsdienst stehenden Arbeiter brachten laut Vorwärts" folgende L o h n st e i g e r u n g e n: Für die 24 Zcchre alten Arbeiter in der Orts­klasse A Erhöhungen von 2,33 bis 2,90 Mark die Stunde in den Ortsklassen B, C und D ver­mindern sich die Löhne in jeder Gruppe unr 50 Pf. Für die Verheirateten kommt noch eine Frauenzulage von 70 Pf. die Stunde und ferner in den Ortsklassen mit äleberteuerungszufchlägen der Lieberteuerungszuschlag hinzu. Für die unter 24 Jahre alten Arbeiter werden Mehrbeträge in Höhe von 1,80 bis 2,55 Mk. die Stunde bezahlt.

Spaltung

in der Kommunistischen Arbeiterpartei.

Berlin, 14. März. Rach einer Mitteilung desVorwärts" hat sich nunmehr auch in der Kommuni st ischen Arbeiterpartei eine Spaltung vollzogen. 3m Zentralausschuß der Partei, der am 5. und 6. März in Berlin seine Tagung abhielt, ist es zu Auseinandersetzungen zwischen dem Zenttalausschuh und der Berliner Organisation gekommen. Die Berliner Organi­sation hat darauf die Berliner Mitglieder des Zenttalausschusses aus der Organisation aus­geschlossen. "Zluch in anderen Städten sollen Aus» schlüfse erfolgt sein.

Ein Soldatenversicherungsgcsetz.

Berlin, 14. März. Dem Reichstag ist der Entwurf eines Soldatenversiche­rungsgesetzes zugegangen. Rach dem ersten Artikel soll die Reichsversicherungsordnung in der Weise abgeändert werden, daß Soldaten nach An­tragstellung bei ihrer vorgesetzten Dienststelle in die Invaliden- und Angestelltenversicherung ein­treten können. Er lautet:Versicherten Soldaten wird während ihrer Zugehörigkeit zur Wehrmacht ein Heilverfahren von der Versicherungsanstalt nicht gewährt. Dafür hat die Versicherungsanstalt der Wehrmacht nach Abschluß des Geschäftsjahres für jeden entrichteten Beitrag einen Betrag zu vergüten, den der Reichsarbeitsminister festseht." Der dritte Artikel bestimmt:Die Ausfüh­rungsbestimmungen erläßt die Reichsregierung mit Zustimmung des Reichsrates. Dabei kann bestimmt werden a) daß das Reich nur den höheren Arbeit­geberanteil trägt, wenn der Soldat von beiden Versicherungen Gebrauch macht, b) unter welchen Voraussetzungen der Soldat den Antrag zurück­nehmen darf."

Aus dem besetzten Gebiet.

Reden über die KrtegSschuldfrage im besetzten Gebiet verboten!

Berlin, 15. März. Wie dasBert. Tagebl." aus Wiesbaden meldet, hat die Rheinlandkom­mission den Führern der politischen Parteien mit- gcteilt, daß künftig in Versammlungen die Be­handlung der Kriegsschuldfrage verboten ist.

Aus Hessen.

Aus dem Finanzausschuß.

rm. Darmstadt, 14. Marz. Der Fi­nanzausschuß des Hessischen Landtags ge­nehmigte heute zunächst die Regierungsvorlage betr. die Herstellung des ehemaligen Fürsten- lagers in Auerbach a.d.D. für Zwecke des Volks- hvchschulheims. Das Reich gibt einen Betrag von 119 280 Mk. für die durch das zurückkeh- rende Militär in den Gebäuden verursachten Be­schädigungen. Zu dem Antrag der Abgg. Dr. Osann und Gen. bett, die Abgabe von Holz zu Wohnungszwecken aus den Staats­waldungen durch Versteigerungen zu entsprechend billigen Preisen hat die Regierung erllärt, daß sie diesen Wünschen zum Teil schon nachgekommen sei. Abg. Füller gibt hierzu noch eine Reihe von Winken, wie man diese Anregungen fördern kann. Der Antrag wird hierauf für erledigt er­klärt. Der Antrag der Abgg. Ebner und Rink betr. die Abgabe von Brennholz an Beamte gibt zu einer längeren Aussprache Ver­anlassung. Der Ausschuß beschließt, die Regie­rung aufzufvrdem, daß sie dem Landtag eine Aufstellung vorlegt, in der befanntgegeben wird, wie groß die Zahl der Beamten ist, die das Tarifholz bezieht und auf welche Deamtenllassen sich diese Bevorzugung erstreckt. Auf Grund die­ser Vorlage wird der Ausschuß bzw. der Land­tag über diese Frage entscheiden.

Hessischer Evangelischer Landeskirchenlag.

rm. Darmstadt, 14. März. Der evan­gelische Landeskirchentag setzte heute früh 8.40 Llhr ferne Beratungen über die neue Kirchenverfas­sung unter Präsident Dr. D. Diehl fort. Pfarrer Knodt- Groß-Zimmern spricht das Gebet. Der 3. Abschnitt handelt von dem Dekanat und seinen Organen. Paragraph 61 bestimmt, daß die Kirchengemeinden in räumlich begrenzte Be­zirke (Dekanate) zusammengefaht werden. Die groben städtischen Gemeinde bezirke mit mindestens 10 Pfarrern sollen ein Dekanat für sich bilden. Rach eingehendem Referat durch Abg. Dr. Ber­ger wird auf Antrag des Abg. Wahl- Schlitz die Bestimmung über die Bildung städtischer be­sonderer Dekanate gestrichen. Zu Paragraph 62, der die Zahl, Abgrenzung der Bezirke ulw. be- trifft, beantragt Abg. Waitz, die Zahl der

Dekanate auf höchstens 20 festzufetzen, da sonst die Zahl der Abgeordneten zur Synode zu groß wird. Auch fei es angebracht, die Dekanate mit großer Seelenzahl durch Teilung und Angliederung an Heinere Dekanate zu entlasten. Die' Befürchtung, geschichtliche Zusammenhänge dadurch zu zer­reißen, habe keine Berechtigung. Eine Reurege­lung der Dekanate fei ohnehin nicht zu umgehen. Abg. Fritsch glaubt, daß durch die Zerreißung der Dekanate eine neue kirchliche Beunruhigung eintreten werde. Auch in Oberheffen gebe es viele grobe Dekanate, die man nicht noch vergrößern könne. Richt die Seelenzahl, sondern die Zahl der Gemeinden gebe das richtige Bild. Der Antrag Waih werde eine Benachteiligung des Landes zu Gunsten der Stadt herbeiführen. Abg. gen - ch c l ersucht die geschichtliche Zusammensebung der Dekanate festzuhalten und von einer De'minderung abzusehen. Als Vertreter des flachen Landes müsse er gegen den Antrag stimmen Abg Wegner (D.) beantragt die Worteund Bild -ng d r S:adt- bekannte" zu streichen. 2Ibg. Dr. Mathes halt die oft künstlich gesuchte Zusammensetzung der De­kanate für verbesserungsbedürftig. 3m 3ntcreffa ter Arbeitsgemeinschaften sei eine Reform sehr nötig, die jetzige Zusammensetzung sei der Arbeit hinderlich. Abg. Dr. Geist glaubt, daß die völlige Abtrennung der städtischen Bezirke von dem Lande nicht sehr vorteilhaft und nicht sozial wirken werde. Abg. Weber tritt für Übersicht- liebe Zusammensetzung der Dekanate ein. Der Wunsch nach getrennten städtischen Dekan tten habe seine Berechtigung, ein sozialer Zwiespalt werde keineswegs eintreten. Der §62 wird mit den Abänderungsanträgen Waih und Wagner an­genommen.

§ 63 befaßt sich mit der Zusammensetzung des Dekanatstages und beantragt hier der Abg. Wahl- Schlitz in Abs. 4 eine Beschränkung in der Zahl der Lehrer bzw. Organisten. Die nicht­kirchlich interessierten Organe soll len nicht allzu stark vertreten sein. Abg. K a h l i ck spricht sich gegen den Antrag aus, woraus Abg. Dr. Mathes dafür eintritt, doch hierfür größere Gesichtspunkte walten zu lassen. Es gelte jetzt die Lehrer mehr wie bisher für die Kirche zu gewinnen, wie dies auch bei der kath. Kirche der Fall sei. Er ersucht bringen!), dieses verfassungsmäßige Recht der Lehrer beizubehalten. Auch Abg. Rektor Zockel tritt in warmen Worten für die Lehrer ein. Man solle doch das gute Verhältnis zwischen Pfadern urrd Lehrern, das manchmal getrübt sei, zu fördern suchen. Auch Geheimrat Dr. F l o r i n g hält die Fassung des Entwurfs für vorteilhafter. Die Alnterflütjung berufsmäßiger Mitarbeiter fei nicht zu unterschätzen. Auch die Dekanats Konferenzen werden eine weitere gute Stühe erhalten.

Rach weiterer Aussprach: werde' die ersten drei Absätze angenommen, der strittige Punkt wird an den Ausschuß zurückvecwie'en, cbe iso ter Rest des § 63. § 64 I, der die Wahl zum De- kanatstag betrifft, geht ebenfalls nochm:ls an den Dcrfas uigsausschuh zurück, ebenso Abschn. II; Abschnitt Hl findet Annahme. § 65 setzt die Wahldauer auf 6 Zahre fest, was genehmigt wird; über die Wahl der Vertreter selbst soll der Ausschuß nochmals beraten. Die in § 66 festgelegten Befugnisse des SkfacatdlageS werden nicht beanstandet. § 67 behandelt Einzelheiten über die Verhandlungen, Tesch.ü''e usw., die mit unwesentlichen Aenderungen Annahme finken. 3n § 68 wird die Kostenftage, Voranschlag, Kassen- verwaltung usw. bestimmt. 3n § 69 wird" be­schlossen, daß der Dekanatstag mindestens alle 2 Zähre zusammenzutreten hat. Rach § 70 be­steht der DttanatsauLschuh aus dem D fan, feinem Stellvertreter und vier gewählten nicht geistlichen Mitgliedern. § 71 bestimmt di: Wahl der Stell­vertreter und die Wahldauer; diese Angelegenheit soll der Ausschuß nochmals beraten, da hierzu die Verhältniswahl vvrgeschlagen wird. § 72 trifft bte Bestimmungen über den Zusamme itritt des Dekanatsausschusses. Die Abgg. Wagner und Dr. Berger beantragen, alle diese ge'chäftlichen Bestimmungen über Wahlen, Einladungen usw. in einer besonderen Verordnung festzulegen, und die Verfassung damit nicht zu beschweren. § 73, Beschlüsse des Dekanatsau Lschusses, § 74, Befug­nisse desselben, § 75, Beschwerden über dessen Entscheidungen, § 76. Stellung des Dekans. § 77. Wahldauer. Bestätigung und Enthe'u^g, und § 78 amtsbrüderlicher Veek^r mit den P a rern, wer­den ohne Debatte erledigt. 3n § 79 find die be­sonderen dem Dekan obliegenden Geschäfte fest- gelegt. Die Fassung des Entwurfs wird >:t einigen 2tenberungen gutgehrißen.

Die Beratungen über die Kirchenversassung werden hier abgebrochen. Prälat Euler gibt von einer Eingabe der Be^irksgruppe des deutschen Diakonenverbandes Frankfurt Kenntnis, ivelche eine verfassungsmäßige Festlegung ihrer Stellung anstrebt.>ner erkennt die Wichtigkeit dieser Gemeindehelfec voll und ganz an, muß es aber den Stadtgemeinden überlassen, hier vorzugehen. Man könne nur Richtlinien fest­legen. Abg. Dr. Mathes teilt' die in Darm­stadt nach dieser Richtung gemachten guten Er­fahren mit

Abg. Wagner (D.) berichtet über einen Antrag der Hess. L u t h e r st i f tung um Er­höhung ihrer Unterftütjung bzw. der ihnen ge­währten Stipendien. Rach warmer Cßefürtdbr- tung durch Abg. Dr. S ch i a n wird die Er­höhung genehmigt Die Eingabe der Vater­ländischen Frauenvereine betr. Unter- stützung der Derufsarbeiterinnen wirk^für erledigt erllärt, nachdem mitgeteilt wurde, daß jetzt ge­nehmigt wurde, die Kollekte jährlich abzuhalten, wofür Abg. Frau Fürstin Erbach-Schön- berg ihren Dank ausspricht

Schluß gegen 12V. 2hr.

Rächst e Sitzung Mittwoch 81/. äkhr.