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Nr. 38

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Dienstag, H. Februar 1922

172. Zahrgang

Erstes Blatt

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummcr bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzcigenv 34 mm'Breite örtlich 70 Pf, auswärts 90 Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mra DreiteV OPs. Bei Platz- Vorschrift 20 o/, Aufichlag. Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: fiarl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Dietzen.

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Vrvck nnd Verlag: vrühl'fche Unlv.'vuch- und Ztelndruckerei H. Lange. 5chriflleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulftratze 7.

Die Aussichten für Handel und Industrie in den Vereinigten Staaten.

Don O. P. A u st i n, Statistiker der Reuyorler Rational City Dank.

(F. P. S.) Eine Untersuchung über die Aussichten für Handel und Industrie des Lan­des. das die Welt mit gröberen Mengen von Nahrungsmitteln, Rohstoffen und Fertiger­zeugnissen beliefert als jedes andere Mitglied der Weltfamilie der Rationen, und dessen Währungsverhältnisse zum mindesten befrie­digender sind als die aller anderen, ist natur­gemäß in diesem Augenblick von großem und öffentlichem Interesse. And wenn noch dazu diese Aussichten von einer Reihe von füh­renden Finanziers, Rvlkswirtschaftlern und Staatsmännern beurteilt werden, wie dies am (Jahresbeginn 1922 erfolgt ist, so scheint es nicht unangebracht, in verdichteter Form eine Darstellung ihrer Anschauungen über die Aus­sichten des begonnenen Jahres zu geben. Diese Anschauungen sind in der verschiedensten Form zum Ausdruck gekommen, zu einem Teil in Reden, zum andern in sorgfältig vorbereiteten Darstellungen, die in den ersten wirtschaftlichen und geschäftlichen Zeitungen und Zeitschriften deö Landes veröffentlicht worden sind; sie dürfen als die sorgfältig durchdachten und sorgsam aber unumwunden auSgedrückten An­schauungen der großen Männer in Finanz, Industrie und Handel des Landes gelten. Ra- türlich können solche Darstellungen, die in den Zeitschriften ggnze Kolumnen füllen, hier nur schlagwortmäßig wiedergrgeben werden, aber doch so, daß außerhalb Amerikas man einen 'Begriff bekommt von den Anschau­ungen und Meinungen der bedeutendsten Männer in Handel, Industrie und Finanz über deren Stand und Aussichten.

Der Vizepräsident der Vereinigten Staa­ten, Coolidge, sagt in einer Zuschrift an das Reuhorler Journal of Commerce:Es bestehen viele und wachsende Anzeichen dafür, daß unser Land am Anfang einer wesentlich gesteigerten wirtschaftlichen Blüte steht. Es bat eine durchgreifende Deflation auf allen Warenmäriten stattgefunden, die nunmehr ab­geschlossen scheint, und jede andere Erschei­nung deutet darauf hin, daß das Geschäfts­leben eine feste Grundlage erhalten bat

Hoover, der Sekretär für Handel im Kabinett Harding, erklärt:Wir haben den jähesten Preissturz, der überhaupt in der Ge­schichte unseres Landes vvrgekommen ist, durchgemacht und haben in gewissem Umfange noch die Wiedergesundung Europas abzuwar­ten, aber wir stehen besser da als andere, und unsere Aussichten für die Zukunft sind relativ besser. Wir haben im Zähre 1921 eine große Umstellung durchgemacht und sind nun in guter Form und sind sicher, im Zahre 1922 unsere Stellung zu verbessern.

William E. R e d f i e l d, früherer Se­kretär für Handel, sagt:Wir sind aus dem Dreck heraus; steigen jetzt den Berg hinan. Wir sind noch nicht aus dem Wald heraus und haben noch weit zu gehen, bis wir zu nor­malen Verhältnissen kommen. And doch dar gesagt werden, daß der Fortschritt evident ist."

Präsident Mitchell der Reuyork Ra­tional Eity Bank schloß eine Rede über die Wirtschaftslage mit den Worten:Das Schlimmste liegt bestimmt hinter uns. Die Liquidierung der Vorräte in vielen Geschäfts­zweigen, die im Laufe des Zahres 1921 er­folgt ist und zum Auftauen des erstarrten Kredits geführt hat, ist soweit als möglich vor sich gegangen; der Geschäftsmann muß sich jetzt aufs neue nach Verdienstmöglichkeiten umsehen, und zwar unter schärferen Bedingun­gen des Konkurrenzkampfes; von einer vollen wirtschaftlichen Blüte des Landes kann nicht die Rede sein, bis die auswärtigen Märkte wieder aufnahmefähig sind für unsere Erzeug­nisse. Die Wiederkehr eines balancierten Außenhandels und das allmähliche Durch­setzen der Gesetze der Volkswirtschaft, das benötigt Zeit. Im Vergleich jedoch mit ver- schiedenen führenden Ländern, die ich kürzlich besucht habe, scheinen wir im Moment uns einer wirtschaftlichen Blüte zu erfreuen und die meistbegünstigste aller Rattonen zu fein.

Charles M. Schwab, der Präsident des Stahltrusts sagt:Wir scheinen jetzt um die Ecke und unterwegs zu sein zu einer neuen Blüte der Wirtschaft. Man darf sehr wohl glauben, daß das Schlimmste an Deflation vorbei ist und daß, da wir unsere Geschäfte allmählich neu anpassen, bald wieder normale Verhältnisse hergestellt sein werden. Die not­wendigen Anpassungen von Preisen und Löh­nen mögen noch ein, zwei Zahre oder mehr verlangen, aber ich glaube, daß wir eine Rück­kehr zu mächtiger Prosperität erleben werden, wenn wir einmal begriffen haben, daß wir alle die Lasten von heute tragen müssen.

Dwight W. Morrow in Firma Z. P. Morgan und Eomp. sagt nach der Bemer­

kung, daß die innere Lage eng verbunden sei mit den Verhältnissen im Auslande:Ich glaube, der tiefste Stand in der Tätigkeit un- erer Industrie ist vor ein paar Monaten er­reicht gewesen, seit welcher Zeit eine deutliche Wendung zum Besseren eingesetzt hat, und unvorhergesehene Entwicklungen ausschaltend, ehe ich keinen Grund zur Annahme, daß diese Besserung nicht das ganze Jahr über anhalten werde.

Thomas Brauch M a c A d a m S, Präsident des amerikanischen Dankierverbandes:Die beschwerlichste unserer AmstellungSaufgaben liegt hinter uns. Das Ende von 1922 wird Besserung zeigen gegenüber 1921, vor allem insofern wir unsere Außenhandelsprobleme zu lösen vermögen.

Präsident Robinson vom amerikani- chen Exporiverband der Industriellen:Wäh­rend wir eine volle Prosperität nur erleben können bei wirtschaftlicher Gesundung auch der anderen Länder, wird mit kleinen Rück- chlägen die Wied-rgesundung des Wirt- chaftSlebens schneller vor sich gehen, als an­genommen, und im Zahre 1922 werden wir etwas von dieser Aenderung sehen, wenn auch erst sehr allmählich.

Die Vertrauensfrage des Reichskanzlers.

Berlin, 13. Febr. Die Demokraten und das Zentrum haben gestern in Frak­tionssitzungen zu der inneren politischen Lage Stellung genommen, wie sie durch das vom Reichskanzler verlangte Vertrauensvotum ge- chaffen worden fei. Die Beratungen des Zentrums, an denen auch der Reichskanzler Dr. Wirth teilnahm, ergaben, demDerl. Tagebl. zufolge, daß das Zentrum für die Annahme des Vertrauensvotums stimmen werde. In der Sitzung der Demokratischen Fraktion wurde, dem gleichen Blatte zufolge, beschlossen, dem vorliegenden VertrauenS- antrag zuzustimmen unter Hinzufügung einer Erklärung, in der die Gründe für die Zustim­mung der Demokraten ausgesprochen werden. Das Blatt teilt weiter mit, daß zwischen Ver­tretern der Mehrheitssozialdemokratte und der Anabhängigen über eine geänderte Fassung des VerttauenSanttageS gesprochen worden sei, insbesondere mit Hervorhebung der außenpolitischen Lage, um dadurch mit Hilfe einer teilweisen Stimmenthaltung der Anabhängigen die Annahme zu ermöglichen. Der Reichskanzler soll aber gestern dem Abg. Müller und anderen Abgeordneten er= klärt haben, daß er Klarheit wünsche und deshalb eine Verschiebung des Vertrauensvotums nicht zulassen werde.

Der Versassungsausschuh des bayerischen Landtages und die Schuldsrage.

München, 13. Febr. (WTB) Der Versa s- sui'gsausschuß des La n d taq es 'befähle sich heute mit der Eingabe der Deutschen Arbeits­gemeinschaft für Wahrheit, Recht und Ehre, in der gefordert wird, die bayerische Regierung solle 6ei der Reichsregierung dafür eintreten, daß un­verzüglich eine großzügige Propa - ?an da zur Zerstörung der Lüge von er Schuld Deutschlands am Kriege unternommen werde. Der Regierungsvertreter er­klärte, die bayerische Regierung stehe nach wie vor auf dem. Standpunkte, daß die Zerstörung der Schuldlüge aus ethischen und politischen Gründen notwendig und entschlossenes Han­delngeboten sei. Rückhalllofe Veröffentlichung unseres Materials sei die Forderung der Gerech­tigkeit und eine der wichtigsten Aufgaben, der sich Deutschland nicht entziehen dürfe. Bayern beab­sichtige auch weiterhin mit Rachdruck in dieser Richtung tätig zu sein. Gegen die Stimmen der Anabhängigen und Kommunisten, bei Stimm­enthaltung der Mehrheitssozialisten wurde schließlich der Antrag angenommen, die Regierung möge bei der Reichsregierung dahin wirken, daß im In- und Auslande und insbeson­dere den Ententeregierungen das authentische Ma­terial unterbreitet wird, das die tm Versailler Ver­trag aufgestellte Behauptung von der Schuld Deutschlands am Kriege zu zerstören vermag.

Die Vorgänge am 9. November.

Auf eine im rotenTag vom 12. Februar veröffentlichte Erklärung des Generals Bern­hardt über die Vorgänge am 9. November bestrettet General S ch e ü ch, in verhängnis­voller Weise zum Gelingen der Revolution beigettagen zu »haben, da es Tatsache sei, daß die Regierungsgeschäfte durch den Reichs­kanzler dem Abg. Ebert übergeben wurden und der Oberkommandeur der Marken nach eigener öffentlicher Bekundung ohne irgend­welche Beeinflussung durch den Reichskanzler oder den Kriegsminister das allgemeine Schießderbot erließ, nachdem die von der Obersten Heeresleitung angeforderten neuen

Truppen ausgeblieben waren. Die Vorgänge vor dem Kriegsministerium am nachmittag des 9. Rovember seien zeitlich und sachlich ohne Einfluß auf den Gang der Revolution ge­blieben.

Die Mörder Erzbergcrs.

Berlin, 14. Febr. (Priv.-Tel.) Die Vvssische Zeitung veröffentlicht eine ihr zu­gegangene Meldung, wonach die beiden MörderErzbergerS,Schulz und T i l- lessen, in Budapest eingetroffen seien. Dort sei ihre Anwesenheit ein öffentliches Ge­heimnis. Das Blatt fügt hinzu, daß es keinen Grund habe, an der Zuverlässigkeit der Mel­dung zu zweifeln.

Die Konferenz von Genua.

Paris, 13. Febr. (HavaS.) Der inter­ministerielle Ausschuß wird am näch­sten Mittwoch im Ministerium des Aeußern zusammentreten, um die technischen Fra­gen zu prüfen, die auf der Konferenz von Genua besprochen werden sollen.

London. 13. Febr. (WTB.) Lloyd George erfiärte heute im Anter hause in Beantwortung einer Anfrage, Rußland habe die Einladung des italienischen Pre­mierministers zur Teilnahme an der Konfe­renz von Genua am 8. März angenommen, und zwar ohne Protest und ohne Be­schränkungen irgendwelcher Art.

In Erwiderung auf eine weitere Anfrage teilte Lloyd George mit, daß die Ramen der britischen Vertreter bei der Kon­ferenz von Genua noch nicht feststehen. Ob die Konferenz am 8. März zusammenttete, sei noch nicht volllommen klar. Im gegen­wärtigen Augenblick komme eine Verschiebung nicht in Frage. Wei­terhin sagte Lloyd George, daß das Parla­ment Gelegenhett erhalten werde, die Be­dingungen des englisch-französischen Paktes zu erörtern, bevor irgendwelche Verpflichtun­gen i>3 Zusammenhänge damit von Groß­britannien übernommen werden.

Von einem anderen RegierungSver- freier wurde mitgeteilt, daß noch keinerlei Ver­einbarung mit Frankreich über die Vertei­lung der bereits von Deutschland gezahlten 1 Milliarde Goldwerte erzielt worden sei. Die Frage wurde in Cannes erörtert, es sei jedoch vor dem Rücktrttt BriandS bzw. vor Schluß der Konferenz in Cannes keinerlei endgül­tiges Aebereinkommen zustande gekommen.

Die französische Wicdcrherftellungspolitik.

Paris, 13. Febr. (Wolff.) DasC ch o de Paris und mit ihm derPetitPa - risien weisen darauf hin, daß die Mo­bilisierung der deutschen Schuld dem Wiederaufbau Rußlands voran­gehen müsse. Wenn die Kapitalien nach Ost­europa gingen, dann werde vielleicht jeder Versuch der Flüssigmachung der Forderungen an Deutschland endgültig kompromittiert wer­den, Poincarö habe bereits wissen lassen, daß für ihn die zu lösenden Fragen nicht nur die Frage der Zahlungen sei, die man für das Zahr 1922 von Deutschland fordern wolle, sondern die chllgemeine Frage der Zahlungen Deutschlands in den künftigen Zähren. Rach demEcho de Paris scheint es, daß bei Verhandlungen zwischen Sachverständigen der Gedanke aufgetaucht sei, die Periode, in der Frankreich Bezahlung erlangen solle, so viel wie möglich abzukürzen, damit es möglich werde, durch eine Serie von internationalen Anleihen, die Deutschland auflege, die For­derungen zu mobilisieren. Am dies zu er­reichen, sei man zu einem gewissen Plan zu­rückgekommen, der schon in Boulogne auf­gestellt worden sei. Deutschland soll da­nach die Verpflichtung auferlegt werden, in den ersten Zähren 7 b i S 8 Prozent Diskont zu zahlen und Pfänder zu geben. Parallel mit der Regelung der alliierten Kriegsschulden solle auch die Regelung der deutschen Schuld gehen. Man komme gewisser­maßen auf einen Plan zurück, den Lloyd Ge­orge in ChequerS gegenüber Loucheur ent­wickelt habe: die deutsche Schuld um den gesamten Betrag der alliier­ten Schulden, die England, Frankreich und Italien zurückzuzahlen haben, zu ver­mindern. Amerika und England sollen für die Beträge, die Frankreich und Italien schulde, deutsche Obligationen der Serie C er­halten, die dann annulliert würden. England würde außerdem seinen 22prozentigen Anteil an den Zahlungen, also im ganzen 29 Milliar­den Goldmark, opfern, und infolgedessen wur­den auch alle Gläubiger Deutschlands in den Summen, die ihnen zugesprochen würden, die Beträge Nachlassen, die den Kriegspensionen entsprächen. Auf diese Weise würden die deut- scheu Zahlungen auf etwa 60 Milliar­den Goldmark herabgesetzt werden, wodurch man ermögliche, den Kapttalmartt für

die deutschen Obligationen aufnahmefähig zu machen.

Das Problem des Aufbaues Rußlands

Pari-, 13. Febr. (WTB) Die In Pari» tagende internationale Konferenz für den Schuh der privaten Interessen in R u h l a n d, an der Vertreter von 12 Ländern teilnahmen, hat heute nachmittag ihre Arbeiten mit einer Resolution n. ^schlossen, dre u. <l die Forderung aufstellt, daß die Regierungen den Bedingungen von Cannes die Anerken­nung durch Rußland und ihre Ge- währleistung durch ein System positiver Ga­rantien verschaffen, die die Wiederherstellung der von den Ausländern erlittenen Schäden und die Wiederaufnahme des Betriebes ihrer Unter­nehmungen ermöglichen. Die diplomat sche An­erkennung der Sowjetregierung und jede Eröff­nung von Krediten soll so lange aufgeschoben wer­den, bis die Wirksamkeit dieser Garantien fest­gestellt ist. Die Konferenz fordert die Regierungen, an die sie ihre Resolution richtet, auf. die Hilfs­aktion zugunsten der hungernden russischen Be­völkerung durch Geldzuweisungen ä fonds perdu oder Vorschüsse an die verschiedenen inter­nationalen oder nationalen Wohliätigkeitsvrgani- sationen zu unterstützen. Im übrigen bestätigt die Resolution die Beschlüsse der Konferenz auf ihrer letzten Tagung im Zuni 1920.

Die Frage der Sachliefernngen.

Berlin, 14. Febr. Wie dieVoss. Ztg? hört, ist die von dem Belgier BemclmanS geführte Abordnung der Reparationskommis- sivn in Berlin eingetroffen, um mit der deut­schen Regierung die Frage der Sach­lieferungen zu besprechen. DemelmanS hat bereits im Ministerium des Aeußern vvr- gesprvchen.

Die englische Finanzpolitik.

London, 14. Febr. (WTB) Bei der Fort« sehung der Adreßdebatte brachte Asquith einen Abändervngsantrag ein, toor(i das Be­dauern des Unterhauses über die übertriebenen Ausgaben und darüber ausgesprochen wird, daß infolge der Finanzpolitik der Regierung die Steuerlast des Landes zu erheblich sei. Asquith wies besonders auf die Rede Geddes hin und kri­tisierte die Ausgaben für Heex und Marine und schloß mit der Bemerkung, wenn Groh-Britannien und die anderen Länder wieder auf eine solide Grundlage kommen wollten, müßten die seit demKrieggetrofsenenAbmachungen, soweit sie dem Wiederaufbau im Wege ständen, aufgegeben werden. Sir Robert H o r n e s verteidigte die Finanzpolitik der Regierung und erklärte, bei der auf der ganzen Welt herrschenden Ansicherheit und Erregung müßte die Sicherheit des britischen Reiches durch ein ausreichendes Heer garantiert werden. Auf Grund des Vorschlages von Geddes seien bereits in diesem Zahr von den Ausgaben Abstriche von 50 Millionen Pfund gemacht worden.

London, 14. Febr. (WTB) Das Unter» Haus hat den Antrag Asquiths, welcher der Regierung Derschwendung vorwirft, mit 241 gegen 92 Stimmen abgelehnt.

Die amerikanische Kriegsmarine.

Washington, 13. Febr. (WTB.)Vor dem Marineausschuß des Repräsentanten­hauses trat heute Marinesekretär Denbyfür eine Herabsetzung des Effektivbestandes der amerikanischen Kriegsmarine im nächsten Etatsjahre ein, und zwar von 100 000 auf 90 000 Seeleute. Ferner empfahl Denby dabei, über 100 Torpedobootzerstörer aus dem Dienst zurückzuziehen.

Die Förderung der denisch-amerikanischen Handelspolitik.

Berlin, 13. Febr. Dem.Lokalanzeiger zufolge wird in den nächsten Tagen in Ham­burg eine Abordnung amerikani­scher Kongreßmitglieder eintreffen, zur Förderung einer freundschaftlichen deutsch- amerikanischen Handelspolitik eine Reise durch ganz Deutschland zu unter­nehmen.

Aus dem Reiche.

Der Reichskanzler zum Tode Haußmanns.

Berlin 13. Febr. (WTB.) Der Reichs- kanzler richtete an die Witwe des verstorbenen 2lbg Haußmann ein Beileidstelegramm fol­genden Worllauts: .Mit tiefem Bedauern habe ich von dem Ableben des Reichstagrabgeordneien Conrad Haußmann KenntniZ erhalten. ImRamen der Reichsregierung wie in meinem eigenenRamen spreche ich Ihnen zu dem bitteren Verlust, den Sie erlitten haben, aufrichtigstes De'.leid aus. Das deutsche Volk verliert in Conrad Haußmann einen allen hochbewährten Vorkämpfer für Recht und Freiheit. In seiner jahrzehnte­langen verdienstvollen Tätigkeit als Ab geordneter und in seiner Eigenschaft als Staats se kre tar diente er Deutschland mit besten Kräften und unter Hingabe seiner ganzen Persönlich: it. Dre e Verdienste werden seinen Ramen i i der deut chen Geschichte ebenso unvergänglich bewahren wte fein persönliches überaus gewinnendes We.en allen, die mit ihm zusammen gearbeitet haben, unver-

g-blich^kib-n »irb5ebr (QDCT ) 6ter(e des verstorbenen Abgeordneten Hau 6mann tritt der Generalsekretär des Reichsverbandes des deutschen Handwerks, Karl Hermann tn Reutlingen, in den Reichstag.