Ausgabe 
13.2.1922
 
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Gießener

ommissar für das besetzte

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sch unserer Tage wieder gesunde Wurzel taffe im Boden der Hei-

und aufs (Heie

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hatte alles getan, um einen Erfolg zu verbürgen

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grausigen Fund machte der Besitzer der Reumühle dahier auf dem Boden des Hauses in einer Kiste. Man entdeckte darin die schon stark verweste Leiche eines neugeborenen Kin- des. Die Nachforschungen ergaben, daß die 23 Jahre alte Dienstmagd Gr. M. schon auf Weihnachten einem Kinde das Leben geschenkt

versuchen so mitzuwirken amgaten Werke, damit der kranke Mens"

bjlder waren mit Geschmack und Stilgefühl auf­gebaut; als besonders gelungen nennen wir die Rütliszene und den Apfelschuh.

Überlieferung. Sage, Märchen, Bolkslied. Ge­schichte unsere ganze Bolkskunde werde« auf unserer kleinen Bühne wieder lebendig an­

Pfungstgdt, 11. Febr. Einen

Es ist weiterhin erfreulich berichten zu können, daß die Darsteller ihrerseits mit anerkennenswer­tem Eifer und bestem Gelingen sich in ihre Rollen eingelebt hatten.

Karl Juhnke lieh seinem Teil viele fein beobachtete Züge und wußte namentlich sein Lleber- zeugtsein von ter Lauterkeit seines Tuns und Füh­lens glaubhaft zu gestalten; der Träger der Hauptrolle blieb so auch der Mittelpunkt des Spiels. Eine ebenbürtige Leistung war der Land- vogt Adolf T e l e k h s. Georg D a d u r a gab den Stauffacher erdenschwer und wichtig. Ein würdiger Allinghausen war Karl B o l ck, während uns Heinz B e ch st e i n als Walter Fürst zu pathe­tisch war. Für die Verzweiflung und den Haß des Arnold Melchthal fand Wladimir Brandes den rechten Ton. Als Rudenz erschien Fredh Döring im Anfang allzu kalt, liest sich aber dann von dem beseelten Spiel seiner Partnerin (Karla Kel­ler) mitreisten. Gut getroffen war die Gertrud Auguste Marcks. auch mit der Hedwig Kitty Frankes konnte man sich befreunden, wenn sie auch manchmal neben dem kraftvollen Teil etwas zu schwächlich wirkte. Richt vergessen werden darf der frische Walter Tell Cläre Türks. Die übrigen Mitwirkenden müssen sich diesmal mit einem Sammcllob begnügen; sie boten ohne Ausnahme Gutes.

** Wieder voller Zugverkehr. Don heute ab wird auf allen Strecken des Direk­tionsbezirks Frankfurt der volle Personenzug­verkehr, wie vor dem Streik, wieder ausgenommen. Die Schnellzüge 179/183 Frankfurt^rlin über Gießen werden erstmalig heute wieder abgelassen. Die Schnellzüge 71/74 FrankfurtHamburg über Gießen verkehren wieder regelmäßig seit gestern und die Schnellzüge 125/126 laufen heute zum ' ersten Male.

** Wintersport. Der gestrige Sonntag gab den Freunden des Ski- und Rodelsports ausgiebig Gelegenheit zur Betätigung. Die Bahn am Eulenkopf war am Rachmittag so stark beseht, daß sich die Schlittenmassen am Start stauten. Rodler aller Altersllassen kamen auf ihre Kosten, und die zahlreich anwesenden Zuschauer ebenfalls, denn mancherlei Zwischen- und Umfälle lösten Heiterkeit in reichem Maße aus. Bei den kleinsten der Rodler gab es hier und da Tränen, wenn der Schlitten unter ihnen durchging, aber Kinder­tranen trocknen schnell. Ernstere Gesichter machten * allerdings die Erwachsenen besonders die Damen, wenn sie der störrige Schlitten mitten auf der Dahnkieloben" einige Meter weitergleiten lieh, Aber schließlich machten auch dieseEntgleisten" gute Miene zum bösen Spiel. Daß ferner Hüte und Müsse sich während der Eilfahrt von ihren Besitzern lösten und von den nachfolgenden Rod- .lern kunstgerecht überfahren, und -so aus der Fassung gebracht wurden, tat dem Vergnügen feinen Abbruch, auch nicht die eintretende Dunkel­heit denn noch am Abend zogen Scharen von Rodlern nach dem Trieb zum nächtlichen Ver­gnügen.

**'3n der Oberhesfischen Gesell­schaft für Ratur - und Heilkunde sprach Dr. Bergmann über einen modernen Ersatz für elektromagnetische Anziehung. An der Hand einer großen Anzahl von Versuchen zeigte der Vortragende den sogenannten Zohnsen-Rahbeck- schen Effekt, das elektrostatische Relais oder den

hessische Gebiet bestellt und als solcher ermächtigt worden, die hessische Regierung und die sämtlichen hessischen Behörden des be­setzten hessischen Gebietes gegenüber dem Oberkommando der französischen Rheinarmee und dem Delegierten der Rheinlandkommis-- sion bei der Provinz Rheinhessen in Mainz zu vertreten.

Der Beifall des gut besuchten Hauses war ichlich, ehrlich und wohlverdient.r.

mat. Wahrend aber Bühne und Puppen an- knüpfen an Althergebrachtes, erschließen un­sere Stücke Reuland für das Puppenspiel. Sie versuchen den Spuren des fingen Goethe fol­gend das in den Stürmen des dreißigjährigen Krieges untergegangene Volksschauspiel mietet zu beleben und gleichzeitig Meister Raimund's Zaulergestalten bei uns heimatlich zu machen. Tie Leiden Stücke, die der Leiter ter Bühne ge schrieben bat, zeigen die einfache Spieltechnik, mit der dieKleine Heimatbühne" arbeitet, und es sollte uns freuen, wenn eine bejahende, auf bauende Kritik an unseren Stücken einsehen wollte im Sinne des Spruches:

Das ist die beste Kritik von der Welt, trenn einer neben das. was ihm mißfällt etwas Eigenes. Besseres stellt."

Wer also an unseren Stücken etwas cruSzisetzen hat. schicke uns ein selbstgeschriebenes, besseres ein. das uns von Herzen willkommen sein wird und unsere Bühne, die nir mit Stücken arbeiten kann, die eigens für sie geschrieben sind, wird blühen und gedeihen. So harren wir freudig einer großen Schar von Mitarbeitern und versuchen unsere Kraft einstwellen an einem Märchenstück für die Kleinen, andern die Kinder selbst Mit­arbeiten sollen. Unser Ziel ist aber erst bann erreicht, wenn wir Schulen und Vereinen den Sinn für die hohe Bedeutung des Puppenthimters im Dienste der Heimatbildung und Heimatpflege erschlossen haben.

Gießener Stabtttyeater*

Wilhelm Teil.

Gießen, den 13. Februar 1922.

Dor einiger Zeit bereits ist an dieser Stelle erörtert worden, wieviel uns derT e l l" zu sagen hat in unserer Gegenwart, da sich wieder allent­halben im Lande die bange Frage erhebt:Wann wird der Retter kommen diesem Lande?" Ihr grober, vaterländischer Gehalt macht uns gerade diese S ch i l l e r sche Dichtung jetzt so wertvoll. Der Rütlischwur:

Wir wollen fein ein einzig Volk von Brüdern, Sn keiner Rot uns trennen und Gefahr!"

hat er nicht für das Deutschland von heute leben­digste Bedeutung?

Cs war deshalb für die Leitung unseres Stadllheaters eine lohnende Aufgabe, denTeil" in den Spielplan aufzunehmen, und man ist ihr zu Dank verpflichtet, daß sie sich ihr unterzog.

Mit Genugtuung kann man feststellen, daß der gestrige Abend durchaus als Gewinn zu buchen ist; ja, es war vielleicht die beste Aufführung, die wir bisher in der laufenden Spielzeit zu sehen bekamen, i

Es ist ja für Darstellungen der Werke un­serer Klassiker nicht nur erforderlich, daß sich die geeigneten Mitwirkenden finden, sondern auch, daß ein in jeder Hinsicht würdiges Gewand ihr Spiel umrahmt. Sn dieser Beziehung blieb gestern nichts zu wünschen übrig. Hofrat Steingoetter, ter für die Neueinstudierung verantwortlich zeichnete,

vorbezeichneter Art im Dervrdnungswege durchzuführen. Als Maßstab für die jeweilige Er­höhung wird dabei vorgeschlagen, den Unterschied des Aufwands anzusehen, ter sich zwischen den Dienstbezügen eines Beamten der obersten Stufe der Gruppe IIIXI der Besoldungsordnung einer­seits irn Zeitpunkt der früheren Regelung, an­dererseits im Zeitpunkt ter neuen Festsetzung errechnet. Aus naheliegenden Erwägungen wird selbstverständlich der Regierung ein Zwang, solche Erhöhungen vorzusehen, nicht auferlegt. Sie soll vielmehr freie Hand haben, aus wlrtschafllichen, sozialen oder ähnlichen Erwägungen im Einzel- sall unter dem nach Vorstehendem sich berechnen­den Höchstsatz zu bleiben. Die Rechte des Land­tags bleiben auch in diesem Falle dadurch ge­wahrt, daß ihm Verordnungen vorgedachter Art jeweils alsbald zur Kenntnis zu bringen sind. Soweit es der Landtag verlangt,, sind die be­treffenden Vorschriften außer Kraft zu setzen oder abzuändern.

tung zahlreiche hiesige Damen und Herren Proben ihrer Kunst beigesteuert haben, wird durch eine größere Pause unterbrochen, in ter durch kaltes Büfett, Getränke usw. auch leibliche Rahrung ge­boten werden wird. Ein Herr vom Vorstand ter europäischen Etutentenhilfe wird über Zweck und Bedeutung dieser Organisation sprechen. (Siehe Anzeige.)

Deutschnationale Volkspartei. Zu dem am Donnerstagabend in ter Aula statt- findenden Lichtbildervortrag wird noch bemerkt, daß Herr von Forstner unter ande­rem besonders die beiden Fragen behandeln wird: Weshalb wir zum U-Boots-Kriege gezwungen wurden" und:Weshalb muhte der U-Boots-Krieg verloren werden?" Der Vortragende war bereits seit dem Jahre 1909 bei der damals in den allerersten Anfängen und Versuchen stehenden deutschen U- Boots-Waffe kommandiert. Dis zum (Zähre 1911 führte er unser erstes deutschen U-BootU 1". Der Vortragende erscheint durch seine langen Er­fahrungen im U-Boot-Dienste wie nur wenige andere geeignet, uns in das Leben und Treibe^ unserer U-Boote einzuweihen, zumal er in der Lage ist, heute über mancherlei Dinge Auskunft zu erteilen, die im Kriege sorgsam als Geheimnis gehütet werden muhten. Der Saal ist geheizt.

Landkreis Gießen.

Hungen, 12. Febr. Die Mannes­mann-Werke, deren Hauptsitz in Betzdorf ist, beabsichtigen hier eine Zweigstelle^ grünten und den f. Zt. eingestellten Betrieb der Eisenstein­wäscheClisenburg". die inzwischen abgebrochen tourte, wieder aufzunehmen. Es wurde bereits ein Haus angefauft zur Errichtung ter Dureauräume. Gegenwärtig werden in dem Grenzfeld zwischen der sog.Landwehr" und Langd Schürfungen nach Eisenerz vorgenvmmen. Wenn diese erfolg­reich sind, wird die Ausbeute in gröberem Um­fange betrieben werten, zu welchem Zweck wieder eine entsprechende Anlage errichtet werden wird. Sm Snteresse unseres Städtchens und der sich hier­durch ergebenden Arbeitsgelegenheit ist dem Unternehmen ein guter Erfolg zu wünschen.

wa. Odenhausen, 13. Febr. Am ver­flossenen Sonntagabend hielt der Gesang- vereinEintracht sein diesjähriges W i n- tervergnügen in der Gastwirtschaft von Belling ab. Eine Kapelle von Londorf spielte einen flotten Eröffnungsmarsch, worauf der Vorsitzende des Vereins, Wilh. W e r n e r, die Begrüßungsansprache hielt; er sprach über das deutsche Lied und schloß mit einem Hoch auf dieses. Run wurde von Mitgliedern des Ver­eins, sowie von zwei Mädchen das Theaterstück Der Glockenguß zu Breslau" aufgeführt. Alle Mitspielenden gaben ihr Bestes, so daß ihnen reicher und wohlverdienter Beifall zu­teil wurde. Umrahmt wurde das Stück von gut eingeübten Liedern des Vereins unter sei­nem Dirigenten Lehrer Paul von Geilshau­sen. Den Schluß bildete ein gemütliches Bei­sammensein, sowie ein Tänzchen.

Kreis Büdingen.

Das werdende Bad Selters.

)( Selters (Oberhessen), 12. Febr^Die Ar­beiten an dem neu aufblühcnden DadSelters haben im Laufe des Herbstes weitere Fortschritte gemacht und sollen mit elntretcnter besserer Witterung tatkräftig fortgesetzt werden. Der Denediktussprudel ist neu gefaßt. Er wurde hn Jahre 1903 zum erstenmal erbohrt. Er kam am 21. März 1903 zutage, nach dem (Hamen des Tages erhielt er seinen (Hamen; er zeigte eine Temperatur von 12 Grad Celsius, gehört also zu den sogenannten kalten Kochsalzquellen. Das Wasser selbst ist vollkommen klar, sein Ge­schmack stark salzig und erfrischend. Die Zu­sammensetzung des Wassers ist durch die Chemiker Dr. Fresenius - Wiesbaden und neuerbi igs durch Dr. E i ck e n m e i e r-Höchst mehrfach unter­sucht worden, es entspricht den bekannten Quellen des Landgrafen- und Elisabethenbrunnens in Bad Homburg, des Karlsbrunnens in Bad-Nauheim, dem Wlmenbrumien zu Bad Soden und der Salz­quelle zu Bad Pyrmont, er übertrifft diese Quellen durch Mehrgehalt von Chlornatrium, schwefelsaurem Kalk, Chlorkalium, Brvmnatrium und Iodnatrium. Der Versand des Wassers soll schon im Frühjahr beginnen, für diesen Zweck wurde zusammen mit einem einfachen Badehaus, das 12 geräumige und schöne Batezellen und einen Snhalatlonsraum enthält, ein mit allen Mitteln moderner Hellwassertechnik ausgestatteten Abfüllraum geschaffen. Das Wasser des Benedik- tussprudels kommt vor allem für Rheumatismus» und Gichtleidende, ferner für Leber- und Gallen­leiden in Betracht; für Badezwecke wird das Wasser der am Kloster Konradsdorf gelegenen, schon in früheren Zelten bekannten Klosterquelle benutzt, die im FÄHjahr ebenfalls neu gefaßt

Aus Stabt und Land.

Gießen, den 13. Febr. 1922.

Ein neues Polizeirevier in Gießen.

Dem Präsidenten des Landtags ging vom Ministerium des Snnern eine Vorlage zu, in ter es heißt:

Durch die Verstaallichung der städtischen Polizei ist die alsbaldige Errichtung des 3. P o l i- zeireviers in Gießen zur Verbesserung des polizeilichen Schuhes daselbst dringend not­wendig geworden. Räume für die Unterbringung tes Reviers sind aber nicht vorhanden, so daß an deren Beschaffung herangetreten werden muh. Nach der vorgesehenen Reviereinteilung würde das Revier am zweckmäßigsten in ter Nähe des Oswalk^artens, d. h. inmitten des 3. Bezirks, untergebracht. Sn Anbetracht der großen Woh­nungsnot tpürte nun diese Frage am _ besten durch die Errichtung eines Neubaues gelöst. Da aber dem Staat in diesem Stadtteil kein eigenes Gelände für einen Bauplatz zur Verfügung steht und zur Zeit auch keines käuflich zu erwerben ist, muh zunächst von der Errichtung eines Neu- bcüres abgesehen werten. Es bietet sich aber jetzt Gelegenheit, das dem Geheimen Kommerzienrat Gg. Ph. Gail gehörige, in der Kirch st raße 11 telegene Anwesen für den Staat käuflich zu er­werben. Es liegt ziemlich in ter Mitte des 3. Poli- bezirks und wird sich daher für das Polizei­revier sehr gut eignen. Der Kaufpreis für das vorbehaltlich ter Genehmigung durch den Land­tag angekaufte Anwesen ist auf 145 000 Mark festgesetzt; außerdem hat ter Käufer sämtliche Kosten zu tragen. Der Wert vor dem Kriege betrug nach ausgestellter Berechnung rund 47 500 Marks Für bauliche Snstandsetzungen der Ge­bäude und Verbesserungen sowie für Stempel­kosten usw. werten toeitere 35 000 Mk. benötigt

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Die Verwandlungen vollzogen sich schiell, so daß das Spiel im rechten Fluß und die Zuhörer in ter I erforderlichen Stimmung blieben, und die Bühnen- J

werden soll. Alle Arbeiten werten von Der Ge­werkschaft Selters ausgeführt. Hand in Hand mit dieser arbeitet die Terraingesellschaft ter Gewerk­schaft Martha, die den QUidbau unseres Dorfes zu einem einfachen, gemütlichen und billigen Familienbad ins Auge gefaßt hat Sie hat von ter nahe gelegenen Stadt Ortenberg bereits den wundervoll gelegenen Rotlipp-Wald erwor­ben und in diesem reizende Anlagen mit Ruhe­bänken, Schutzhütten u. dgl. mehr geschaffen. Vor dem Wald ist bereits ein Klubhaus erbaut, von dem man eine entzückende Aussicht in das Ridder- tal und auf das malerisch gelegene Ortenberg hat eine Transformatorenstation ist errichtet, neue breite und schöne Zufahrtstrahen sind angelegt, der (Bau eines Waldcafes wird im Frühjahr in Angriff genommen, ferner ist geplant am Ab­hang des Rotlipps eine Reihe schöner Landhäuser zu erbauen, aid? ein Kurhaus oder Konversations- Haus ist für später in unmittelbarer Rähe des Batehauses oder am Waldrand oberhalb der Molkerei Fischer geplant; ferner schweben Ver­handlungen mit dem Fürst!. (Rentamt. Ortenberg zwecks Ankaufs von Bauplätzen bei der Bahn­meisterei Ortenberg, wo sich einige Private schmucke Landhäuser errichten wollen. Die für alle Anlagen bereits fertiggestellten Pläne lassen das Beste für die Entwicllung des neu aufstrebenden Bades erwarten, die Bevölkerung sieht mit den größten Hoffnungen der weiteren Entwicklung ent­gegen, für das vielfach daniederliegende Hanh- Werk würden sich neue Derdienstmöglichkeiten ent­wickeln. Sm Snteresse der Allgemeinheit ist die Erfüllung der Pläne dringend zu wünschen, auch dem Mittelstand und der Arbeiterschaft ter nähe­ren und weiteren Umgebung wäre die Gelegen­heit, etwas für ihre Gesundheit tun zu können, dringend zu gönnen, besonders da die bestehe.iden Luxusbäder ter Teuerung wegen nur wenigen zugänglich sind. Um so weniger ist es zu ver­stehen, daß sowohl von staatlicher als auch pri­vater Seite den beiden Gewerkschaften alle nur möglichen Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden, besonders daß die Anträge zur 'Bebauung des Rotlipps und andere Anträge schon ein Hahr den zuständigen Stellen zur Genehmigung vor­liegen sollen, ohne erledigt zu werden. Hoffentlich nehmen sich die Abgeordneten der verschiedenen Parteien im Snteresse der Allgemeinheit einmal energisch der Angelegenheit an.

*

tz. Hirzenhain, 12. Febr. Bei bet in den fürstlich Birsteiner Waldungen bei Merkenfritz vvrgenommenen Holzverstei- rung wurden sehr hohe Preise erzielt. Buchenscheitholz kam auf 320390 Mk. pro Raummeter, Buchenknüppel auf 200250 Mk., Eichenknüppel auf 150170 Mk. und Buchen­wellen das Hundert auf 190300 Mk.

Kreis Schotten.

tog. Gedern, 13. Febr. Bei ter von hiesiger Fürst!. Oberforsterei abgehallenen Holzver- fieigerung wurden folgende Durchschnitts­preise erzielt: Buchenscheitholz 270 Mk., Buchen- knüppel 165 Mk., Buchenreiser 32 Mk., Fichten' scheit 96 Mk., Fichtenknüppe! 106 Mk., Fichten- flöde 65 Mk., alles je Raummeter. Diese Preise sind im Vergleich zu denen in Nachbaroberförste- teien erzielten für die Käufer als erträgliche zu bezeichnen.

e. Ulfa, 11. Febr. Auf Grund des Pachtschutzgesetzes wurde der Pachtpreis für die zu dem hiesigen Pfarrgut gehörigen Aecker entsprechend erhöht. Für einen Mor­gen guten Ackerlandes werden jetzt durch­schnittlich 300 Mk. Pacht bezahlt.

Starkenburg und Rheinhessen.

Dr. Ufmger

Landeskommissar für das besetzte Gebiet.

* Darmstadt, 10. Febr. Der neu­ernannte Provinzialdirektor der ProvinK Rheinhessen und KreiSdirektor des Kreises Mainz, Geheimerat Dr. U s i n g e r, ist zum

eisenlosen SIÄtrvmagneten. Die Entdeckung zweier dänischer Sngenieuie, Johnsen und Rahbeck, geht Darauf hinaus, daß eine Metallplatte und eine Halbleiterplatte (z. B. Achat, Solnhofer Schiefer, Serpentin usw.) die entgegengesetzt elektrisch ge­laden werten, sich gegenseitig anziehen und fest aufeinander haften. Diese Anziehung erreicht im Gegensatz zu ter aus ter Elektrotechnik bekannten Kvndensatoranziehung außerordentlich hohe Be­träge Der Vortragende zeigte z. D., daß ein Gewicht von 4 Kg. von dem System Solnhofer Schiefer und aufgelegter Metallplatte getragen tourte wenn eine Spannung von 440 Volt an- oelegt wurde. Sm zweiten Teil feines Vortrages beschäftigte sich Dr. Bergmann mit der tech­nischen Anwendung dieses Effektes, die zur Zeit von ter Dr. E. Huth G. m. b. H. Berlin ausge- arbeitet wird. Wichtig ist vor allen Dingen für diese Anwendung, daß nur außerordentlich ge­ringe Ströme von ter Größenordnung eines Mil­lionstel Ampere in dem oben erwähnten System fließen und daß mit .derartig geringen Strömen sich erhebliche Wirkungen erzielen lassen. Eine große Anzahl von Motellapparaten wurde im Betrieb gezeigt, verschiedenartige Relais, ein Morseschnellschreiber, ter über eine 80 Kilometer lange Leitung feinsten Drahtes in Tätigkeit ge­setzt wurde, und endlich ein lautspvechendes Tele­phon, das unter Verwendung desselben Prinzips eine gute Wiedergabe ter Sprache, des Gesangs und der Snstrumentalmusi? lieferte. Der sehr gut besuchte Vortrag fand bei den Besuchern großes Snteresse. Sn ter nächsten Sitzung, die am 22. Februar, abends 8V4 ülhr, im großen Hörsaal der älniversität ftattfintet, wird Geh. Rat Sommer über Okälllismus sprechen.

"DomHausbesiherverein wird uns in Ergänzung unseres Berichtes über dessen Hauptversammlung noch folgendes mitgeteilt: Die ausscheidenten Vorstandsmitglieder Malermeister Launspach Bauunternehmer Otto Schnei­der, Kaufmann Adolf Schmidt und Kaufmann Albert Binderwald wurden einstimmig wiedergewählt; neu hinzugewählt: Lehrer Hch. Walter. Der Vorschlag des Vorstandes, den Mitgliedsbeitrag auf 25 Mk. pro Hahr zu er­höhen, tourte ebenfalls einstimmig angenommen Weiter soll die Zahlung ter ülmsatz steuer für Ka­minfegerlohn verweigert werden, da die Ver­sammlung allgemein ter Ansicht ist, daß die Ein­künfte der Kaminfegermeister für Gießen so hoch bemessen sind, daß sie ihre Umsatzsteuer, tote alle anderen Berufe, selber tragen können. Ebenso beschäftigte sich die Versammlung mit den vom städtischen Mieteinigungsamt bekannt­gegebenen neuen Richtlinien für die Festsetzung von Mietpreisen für die Stadt Gießen, die all­gemein für durchaus unzureichend gehalten wur­den. Die Erhaltung ter Leistungsfähigkeit tes Hausbesitzes ist für Staat und Gemeinte, Volls­und Einzelwirtschaft und insbesondere im Sn­teresse eines gesunden Wohnungswesens für jeten Mieter notwendig und geboten. Sie kann nur durch ausreichende Bemessung ter Mieten Hertel- geführt werden. Nur dann töirnen die Häuser und Wohnungen instand gehalten werten, nur dann kann an ausreichende Neubauten gedacht werten. Das Baugewerbe mit allen seinen Reben­gewerben, und mit allen Herstellern von Bau­stoffen und tausenderlei Zubehörteilen kann nur dann wieder zur Blüte gelangen und Hantert- taufenten Arbeit geben. Tie Forderung ter Hausbesitzer bedeutet noch nicht ein Zehntel dessen, was jeder andere Beruf, jedes andere Ge- toerbe als ganz selbstverständlich in Anspruch nimmt. Die Versammlung nahm in diesem Sinne eine Entschließung an, die den maß­gebenden Stellen vorgelegt werten soll.

Bornotizen.

Tageskalender für Montag. Astoria-Llchtspiele, ab heute:Die Schmuggler von San Tiego" undEine platonische Ehe". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, ab heute: Shakletons Slcdpolexpedition" undKrt-Kn, die Herzogin von Terabac".

AuS dem Stadttheaterbureau. Die OperetteM a s c 0 11 s ch e n" von Walter Brvmme, die am Freitag zum ersten Male ge­geben wird, dürfte zur Zelt die melftgegebenfte Operette sein, die über die deutschen Bühnen geht. Einzelne Grobstadttheater haben das Werk an­dauernd auf dem Spielplan. Bei unserer Auffüh­rung sind in Hauptpartieen beschäftigt die Damen Otte, Wissendorf, Marcks und Türk, so­wie die Herren Goll, Hellborn, Richter. Die Regie liegt in Händen tes Herrn Goll, die Tanzarrangements werten von Frau O l d i n i einstudiert, die musikalische Leitung führt Herr Kapellmeister K n ü b e l.

Der VereinStudentenhilfe" veranstaltet unter Mitwirkung ter Gießener Frauenvereine am Donnerstag, dem 23. Februar, abends 7 Uhr, in den Räumen des Gesellschafts­vereins einen Unterhaltungsabend zum Besten des notleidenden Teils der Gießener Studentenschaft. Das reichhaltige Programm, zu dessen Ausgeslal-

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Lehrte. Sa -wberdern

DieKleine Hcimatbtthne" der Zentral­stelle zur Förderung der Volksbildung und Jugendpflege in Hessen.

Man schreibt uns:

Gar mancher hat wohl den Kopf geschüttelt, als er las oder hörte, daß die Zentralstelle zur Förderung der Volksbildung und Jugendpflege in Hessen außer ter Hessischen Landes-Wanderbühne euch ein eigenes Puppentheater auf Reisen schickt. Sa, wenn das wenigstens em Künstler- Maiionetten-Theater wäre mit Drahtpuppen in wundervollen Gewändern, das an Pracht ter Ausstattung an das 'Münchener Puppentheater tes Papa Schmidt und tes Grafen Pocci er­innert hätte. Doch nichts von alledem. Der Be­schauer sieht sich vor die schlichte Bude tes ver­achteten Kasperltheaters unserer Messen und Sahrmärkte versetzt mit seinen derben Holzpuppen, das mir durch den gemalten Hintergrund den Schauplatz ter Handlung ändertet. Es scheint also nur für unsere Kinderwelt bestimmt zu fein, und für die kleine Zahl ter Erwachsenen, die sich das frohe Kinterlachen und den Kintersinn zu bewahren wußten. Wie kommt nun diese Klern- bühne dazu, besondere Vorstellungen auch> für Er­wachsene anzukündigen? Das geschieht, weil sie sich> mit vollem Bewußtsein in den Dienst un­serer ernsten Zeit stellt und gerate dem Erwach­senen behilflich sein will, wieder Freute zu fin­den am Einfachen und Schlichten. Der Hörer darf nicht abgelenkt teerten durch das Drum und Dran tes Theaters. Tas Wort soll unmittelbar zün­den und Rachklang wecken im Herzen tes Zu­schauers. Tie trauten Klänge ter Heimatsprache verkünden stolz, daß unser sonst so arm gewor­denes Voll noch einen Wunterschah fein eigen nennt den reichen Goldschatz heimischer Volks­